einander entfernt. Sie strahlen in hellblauem Glanze,
der Himmel war dabei ganz heiter. Man sah diese
Wunderlichen während etwa 5 Minuten unbewegt
stehen, dann, als ein Jeder sie hinlänglich studirt
haben konnte, verschwanden sie allmählig.
Die Thatsache steht fest: es handelt sich nur
darum, diese himmlischen Schriftzeichen uns zur Ver
ständniß zu bringen, denn es wäre der nur ein lauer
Christ, welcher wähnen könnte, sie wären uns für
nichts und wieder nichts erschienen. Aber wer legt
sie uns aus t Diele unserer ersten Schristgelehrten
habt» sich schon damit den Kopf zerbrochen und einige
haben ihn bereits darüber ganz verloren. Wir selbst
haben bis znm' Schwindel' darüber gegrübelt und
wollen von Glück sagen, daß wir- davon zur Zeit
noch nicht verrückt geworden sind, konnten aver nichts
herausbringen und würden auch gewiß zu keiner Ver
ständniß gekommen und so dumm wie unsere Collegen
geblieben sein, wenn uns nicht mittelst des himm
lischen Telegraphen unter der Hand von dem seligen
Philologen Wols, weiland berühmten Professor in
Berlin und selbstverständlich kgl. preuß. Geheimrath,
die Auslegung der in Frage stehenden Buchstaben
zugegangen wäre. Nach dieser Interpretation dürfen
wir uns fest darauf verlassen, daß uns durch die
himmlischen Zeichen 1- X It I) K \ nichts Gerin
geres hat mitgetheilt werden sollen, als
I, X (sexagesiino — seil die) K (egnuiu)
1) (aiionini) E (vislct) N (ullnni),
oder zu deutsch:
Htach sechs; Lg Tage» wird cs mit
dem Reiche der Dänen ein Cnde
haben.
Wenn es einem freigeisterischen Spötter etwa ein
fallen sollte zu fragen, weßhalb aber der liebe Gott
uns denn diese Mittheilung so schwer zu enträthseln
und in lateinischer Sprache gemacht habe, da sie doch
wohl Jedermann verstehen solle, so — erwidern wir
solcher Blasphemie mit schweigender Verachtung, be
merken aber unsern mitgläubigen Christen, daß" Gott
mit Moses aus dem feurigen Busche ohne Zweifel
gutes Hebräisch gesprochen, daß er den Paulus —
gebornen Saulus — auf dessen bekannter Reise sein
„Saul! Saul! warum verfolgst du mich?" wahr
scheinlich im syrischen Dialecte zugerufen hat, daß er
aller Sprachen mächtig und — oh. über die Spöt
ter! — heut' zu Tage sollte man nicht lateinisch schrei
ben dürfen, ohne daß gefragt würde „warum?" Cine
solche Frage verdient gar keine Antwort."
Amtliches.
Nachdem beinr Generalcommando Die von den
resp. Truppentheilen über die Schlacht bei Jdstedt
eingereichten Verlustlisten, aus Grund der Nachrichten
aus den hiesigen Lazarcthen und den Mittheilungen
aus Kopenhagen und Schleswig, revidirt worden
sind. hat sich folgendes Resultat über den ganzen
Verlust der schleswig-holsteinischen Armee heraus
stellt: Gefallen: 22 Ofsiciere, 2 Aerzte, 36 Unteroffic.,
476 Gemeine; Verwundete in hiesigen Lazarethen:
31 Ofsiciere, 73 llnterofsic., 687 Gemeine; Verwun
dete in dänischen Lazarethen: 14 Ofsiciere, 51 Un-
terofsicicre, 316 Gemeine; Gefangen: 10 Ofsiciere,
18 Aerzte, 57 llnterofsic. und 1005 Gemeine. Summa
des ganzen Verlustes: 77 Ofsiciere, 20 Aerzte, 217
llnterofsic. und 2514 Gemeine.
Unter den Gefallenen befinden sich auch die Ver
mißten, über welche keine nähere Nachrichten vor
liegen. Von den, als in hiesigen Lazarethen befind
lich, bezeichneten Personen ist eine namhafte Anzahl
wieder hergestellt und zu den betreffenden Truppen-
theilcn abgegangen.
Die als gefangen ausgeführten 1.8 Aerzte blieben
freiwillig zur Pflege dcr Verwundeten in den Laza
rcthen der Stabt Schleswig.
Die namentlichen Verlustlisten sind im Druck be
griffe» und werden binnen einigen Tagen ansgege-
bc» werden.
Hauptquartier Rendsburg den 22. Aug. 1.850.
Der commandirendc General
(gez.) v. Willi sen.
V c r u» i s ct> t c S.
Die „Weser-Zeitung" berichtet: Der bekannte
Schriftsteller Us so Horn geht in diesen Tagen nach
Rendsburg, um in die Armee einzutreten.
Die Reichsztg. giebt folgende merkwürdige Ziffern,
wie sich in Oesterreich der Cigarrenverbrauch
gesteigert hat. Verkauft wurden in Niederösterreich,
also zum größten Theil in Wien selbst: im Jahre
1811 9.700.000 Stück, 1812 9.500,000 St., 1843
11,500.000 St., 1844 16,300,000 St., 1815
28,500,000 St.. 1816 44,700,000 St., 1817
47,300,000 Lt.. 1848 56,500,000 St., 1819
59,100,000 St. Für das Jahr 1850 wird sich
allem Anschein nach eine noch größere Vermehrung
des Bedarfs ergeben, da im ersten Semester schon
36 Millionen Cigarren verkauft worden sind. Die
feinern Sorten der kais. Cigarren sind überhaupt so
■r~ —
vortrefflich, daß es in Wien selbst den Feinschmeckern
nicht einfällt, ihre Cigarren von auswärts zu beziehen.
Die Auswanderung aus Irland vermehrt sich von
Tag zu Tag. Die Häfen won Limerik, Cork u. s.
w. sind gedrängt voll von Transportschiffen, und
doch ist ihre Anzahl unzureichend. Das „Limerik
Chronicle" erzählt, daß zwei Schiffe, der Nimrod
und der Albert, allein 1000 Passagiere an Bord ge
nommen hatten. Erst kurz vor der Abreise überzeug
ten sich die Capitäne, daß sie mehr Passagiere an
Bord hatten, als sie den Gesetzen der Schiffsgesell-
schaft zufolge aufnehmen dursten. Nun werden die
zufällig auf dem Deck Anwesenden mit brutaler Roh
heit aus dem Schiffe ans Land gebracht, während
ihre Angehörigen in die See stachen. Kinder wur
den aus diese Weise von ihren Eltern getrennt-und
in einen fremden Erdtheil hinausgeführt. Ci» Mann
unter Anderm wurde aufs Land gebracht, während
sein Weib, seine Bagage und sein ganzes Vermögen
aus dem Schiffe blieb."
Intelligenz - Anzeigen.
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Am Sonntag Mittag starb plötzlich nach kurzem Unwohl
sein unsere geliebte Schwester,
Elsabe, Dorothea, Cacilia Schumacher,
im 22sten Jahre ihres Lebens. Verwandte» und Frcnuden
verfehle ich nicht diesen traurigen Todesfall hievnrch bekannt
zu machen.
Rendsburg, den 27, August 1850.
Die Gebrüder der Verstorbenen.
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Am 25sten d. M. entschlief zu einem besseren Erwachen,
unser geliebter ^ohn
Heinrich Jacob,
in einem Alter von 16 Jahren. Theilnehnicnden Freunden
und Bekannten widmen diese Anzeige
I. R. Löpthic». Schlächtermeister-
Anna Lopthien, geb. Maack.
ff ff ff
Am Sonntag Morgen, den 25. r. M., starb plötzlich im
besten Btannesalter mein lieber Mann, der Schlächtermeister
H. I. van Steding.
e«e »WtcN uuV«feine beiben .SU ne er sehr barten Verlust
verfehle ich nicht Verwandten und Bekannten hierdurch an
zuzeigen.
Rendsburg, den 27. August 1850.
Chatharina »an Stcding,
gest. Saggau.
Zugleich habe ich nicht unterlassen wollen, alten denjenigen,
die meinem sei- Manne die letzte Ehre erwiesen, ihn zu ferner
Grabstätte zri geleite», »reinen innigsten Dank abzustatten.
D. O.
ff ff ff
Allen hiesigen und auswärtigen Verwandten mir Bekann
ten der Wittwe Harder und ihrer Pflegetochter Marie Em
mett die traurige Anzeige, daß Beide mit Tode abgegangen
sirid. —
Zugleich mache ich hiedurch bckaiurt, daß diejenigen, welche
Forderungen an die Verstorbenen, sowie auch diejenigen,
welche noch etwas von denselben in Händen haben, sich irr den
nächsten 8 Tage» bei >»0 zu melde» aufgefordert werden, da
mit alles, so weit thunlich, rcgnlirt werden kann.
Rendsburg, teil 27. August 1850.
Fr. Gosch junior.
Curator.
Von dein Departement des Innern ist verfügt
worden, daß nachdem über die Hieselbst anwesende
19jährige Mannschaft vorläufig durch die Lagemän
ner Verzeichnisse aufgenommen worden, die in das
Hauptverzeichniß einzutragenden Neunzehnjährigen öf
fentlich aufzufordern lind, sich bei dem ersten Sessions-
dcputilten zu melden, damit diejenigen, welche durch
ein Versehen etwa übergangen sein möchten, nachträg
lich aufgenommen werden können.
Cs werden daher sämmtliche hieselbst anwesende
junge Leute, weiche im Jahre 4834 geboren sind,
htemittelst aufgefordert und besehtigt, am Freitage,
den 30. d. M., Morgens 10 Uhr, aus dem hiesigen
Rathhause vor mir zu erscheinen.
Rendsburg, den 26. August 1850.
GSmarch,
const. Bürgermeister.
Sonnabend, den 31. d. M., Vormittags von 9
und Nachmittags von 2 Uhr an, soll in dem soge
nannten neuen Gebäude an der Obereider, für Rech
nung dcr Verpflegungs-Commission der Schleswig-
Holsteinischen Armee
eitle Quantität geräucherter Speck,
in passenden Cavclingcn, gegen bggrc Bezahlung, in
öffentlicher Auction verkauft werden.
Rendsburg, den 27. Augļist 1850.
H Haase, const.
Holsteinische Eisenbahnen.
Frequenz
in dcr Woche vom 18. — 24. August 1850.
Altona-Kiel.
7,593 Personen 8,634 6 ß
Güterfracht 5,701 . 12 -
Glückstalt ■ Elmshorn.
1,279 Personen 652 14 /3
Güterfracht 175 - 2 -
14,336 mķ 2ß
Rendsburg NenMünster.
2,422 Personen 2,271 »ch 11 /3
Güterfracht 2,715 - 15
828 ş - /'
4,987 mķ 10,3
Altona, den 26. August 1850.
Die direction
der Altona-Kieler Eisenbahn.Gesellschaft.
_ m u , Bekanntmachung.
Die Mitglieder der „Harmonie" werden hiedurch
benachrichtigt, daß von künftigem Freitag, den 29ste»
d. M., an wieder Bücher aus der Bibliothek der Ge-
selllchaft, und zwar, wie bisher wöchentlich 2 Mal,
jeden Dienstag und Freitag Nachmittags von 2 bis
4 Uhr ausgegeben werden.
Zugleich werden diejenigen Herren, welche die
Bücher abholen lassen, zur Verhütung mehrfach vor
gekommener Mißbräuche ersucht, dem mit der Abho
lung Beauftragten das erste Mal einen mit ihrer
Namens-Unterschrift versehenen Zettel mitgeben z»
wollen.
Löwenthal,
interimist. Bibliothekar.
Auzeige.
Von einem Pächter von Margarethenhofs Wiesen-
ländereien, ist ein Stück Wiesenland zur diesjährige»
Heuwindnng zu überlassen. Näheres bei P. Prens-
ser aus Margarethenhof.
Rendsburg, den 27. August 1850.
Nordische Fett-Hermge,
bei Tonnen und auch bei Hunderten, sind zu habe»
bei Georg Christ Berger,
Böttchermeifler, beim Schlesw'iger Thor-
Hans- ^Verkauf.
Mein im Neuwerk, Ecke der Tulipanstraßc, dem
Ercreier-Hause gegenüber unter Nro. 603 belegenet
WÌM Wohnhaus, worin seit vielen Jahren Wirthschaft und
M«»Höckerei mit bedeutendem Nutze» betrieben ist, bin i»
gewilligr unter der Hand z» nerkeinfen.
H. Hildcmairn. Löwe-
Auffallend billig
sollen eine Partie
weiße und cole uric halbleinene und
leinene Oberhemden von 2 mk bis 3 '4
8 ß pr. Stück;
sowie eine Partie
leinene und halbleinene Mannshemde»
von 21 /5 bis 40 /.) pr. Stück
verkauft werden.
Ferner
findet;dcr Ausverkauf Ln Mauufactuk«
fWaaren noch statt, und werden die noch vor-
räthigen Waaren bedeutend unterm Preise wegge'
schlagen.
Bernhard St Co
Kanzleistraße No. 448.
Zu verkaufen.
Line Parthei Dünger steift zum Verkauf. Wo, ist in c-<
Erped. d. Bl. zu erfragen.
Offener Dienst.
In unserer Lichtfabnke, sowie zu allen häusliche»
Arbeiten juchen wir einen zuverlässigen Mensche»
Hierauf Refleclirende wollen sich an uns wenden.
C. F A. Peterfe»
Hohestraße Nr. 98.
Zu vermietheil.
J»i Nenwerk in der Rosenstraße im Hanse Nr. 457
Logis für 3 bis 4 Herren in Miethe offen.
Zu vermiethen.
Eine hübsch menblirte, freundliche Stube nach vorne, >»
sogleich von einer einzelnen Person in Miethe z» nehme»'
das Nähere in dcr Expedition des Wochenblattes.
Logisgefuch.
££* Entweder gleich oder zu Michaelis Flüttezeit.
Eme Wohngelegenheit, nuelnerv. bestehend ans 2 Si»b^
znr Straße oder 2 Schlafkammern, behöriqc Küche, Feflflj
rungsplatz und dergl., in einer belebten Straße, wo >»og>!7
in der Altstadt. Wer dergleichen abzugeben bat, wolle t |( *
gefälligst bei der Erp. d. Bl. melden.
Zwei «tube» znr Straße oder eine geräumige Stube »»*
<L>chlafkammer, etwa meublirt, nach Verabredung in einigt
Tagen gleich zu beziehen.
Rkdigirt, gedruckt und hcrausgegeben von F. M. Wendell.