gelangt. — Aus Osterlandföhr sind 30 Mann zum
deutschen Seedienst gezogen. Ueberdies haben sich
mehrere Freiwillige gestellt. (N.Fr.Pr.)
Aus MLLteê-Şchleswig, den 27. Aug. Die
„Berl. Tid." enthält eine Korrespondenz über die Zu
stände im Herzogthum. Der Briefsteller findet, daß
die dänischen Blatter so gut wie gar keine Mitthei
lung aus Schleswig bringen, und erklärt sich dies
aus der mangelnden Kunde der Verhältnisse. Die
schlcswigsche Presse sei ans zwei dänische Organe,
„Dannev." und „Freya", und ein deutsches (!), „Flens
burger Correspondent", beschränkt, was nicht ausreiche.
Ueber die Zustände der Gegend, die der Feind noch
besetzt halte, sei eine „unbehagliche Ungewißheit" aus
gebreitet, was schlimm sei, da die rechtmäßige Re
gierung ihre höchstnothwendigen Anordnungen nicht
dorthin erstrecken könne. In dem eroberten Theile
des Herzogthums gehe Alles seinen ordentlichen Gang;
Nordschleswig sei vollständig mit Beamten versehen,
vielleicht weniger mit Geistlichen. Das geistliche De
partement walte indeß mit Umsicht, aber es fehlten
die Kräfte, die benutzt werden könnten, namentlich
im dcutschredenden Schleswig. Die Ernte sei größ-
tcntheils gut ausgefallen; der Bauer sei trotz des
Druckes der letzten Jahre wohlhabend, so daß er mit
Gottes Hülfe (!) die Lasten tragen könne , die die
Zeitverhältnisse auferlegten. In den Städten, diesen
deutschen Enclaven im dänischen Land, (!) sei es
ruhig; in Flensburg sei eine „herrliche" Stimmung,
besonders in der Jugend, aus der Dänemarks Hoff
nung beruhe. Das Deutschthum in den Städten
scheine zu schlafen, hoffentlich für immer; indeß ge
langten von da aus jene „schändlichen" Artikel ein
zelner Verräther, Wohl zu bemerken: über Kopen
hagen, in die deutschen Zeitungen, die diese so gern
aufnähmen. Schleswig - Holstein sei ausgewandert
und finde sich nur noch in jenen Organen der Presse
wieder. Um dem „schamlosen" Unwesen zu steuern,
werde zu dem verhaßten aller Mittel gegriffen wer
den müssen, zum Oeffnen der Briefe.
Flensburg, den 31. August. Ein Capitän
des russischen Linienschiffes Wyborg Namens Matber-
offsky ist gestorben und am 24. August feierlich in
Sonderburg beerdigt.
„Fyens Avis" erzählt aus Flensburg, daß der
Platzcommandant mehreren Dienstmädchen,' die däni
sche Officiere nicht bedienen wollen, Ruthenstreiche hätte
androhen lassen, wenn sie binnen 24 Stunden nicht
williger würden.
Von Sylt wird unterm 22. Aug. berichtet, daß
bei List folgende dänische Kriegsschiffe liegen: die
Fregatte Havsruen, die Corvette Flora und das
Dampfschiff Geyser, sowie einige leicht armirte Zoll
kreuzer. Die letzteren sollen bestimmt sein, von deN
dänischen Truppen auf Sylt, welche 400 Mann stark
sind, eine Abtheilung nach Föhr hinüberzubringen.
Uebrigens waren unsere Kanonenböte noch in den
friesischen Gewässern und werden vielleicht diesen Ue-
bergang zu verhindern suchen. (Fr. Pr.)
"Aus dem Schleswigschen. Die „B.-H." theilt
nach den Angaben eines Ausgewiesenen aus. Flens
burg, der dort den 25. v. 'M. abreiste, u. A. Fol
gendes mit: Die während der Schlacht bei Jdstedt
eingezogenen Stolcker Bauern sind, bis auf einzelne,
über Flensburg in ihre Heimath zurückgekehrt. Mit
der Einziehung dieser schwer geprüften Leute verhält
es sich wie folgt: Sie waren sämmtlich oder nur
zym Theil in einem Backhause beschäftigt oder ver
steckt; in dieses kam auch ein Trupp schleswig-hol
steinischer Soldaten, die aus demselben den ins Dort
reitenden General Schleppegrell erschossen. Selbige
Soldaten mußten daraus in aller Hast das Backhaus
verlassen, sie ließen darin ein Gewehr zurück; die
Bauern sollten nun diejenigen sein, welche mittelst
dieser Waffe dem General den Tod gegeben, und
wurden transportirt. — Einem Gefangenen, Namens
Herinannsen, der nunmehr als Deserteur vom I3ten
dänischen Bataillon steckbrieflich verfolgt wird, gelang
es, als er ins Verhör geführt wurde, den ihn be
gleitenden Soldaten auf eine sehr kühne und gewandte
Weise zu entkommen. Man sagt, daß er früher in
Kopenhagen Secretair des schleswig-holsteinischen Mi
nisters Francke gewesen sei. — Der Magistrat zu
Schleswig fordert zu einer von der Stadt zu con-
trahirenden Anleihe von.50,000 uìļt auf. Wie man
in Flensburg hört, können die Dänen in Schleswig
auch, was sie baar bezahlen wollen, von dem dorti
gen Gewerbs- und Handelsstande nur erpressen, in
sofern dies möglich; sie sind dort hinsichtlich der Le
bensmittel, welche ihnen nicht geliefert werden, fast
gänzlich aus ihre Marketender angewiesen, die in
Flensburg einkaufen müssen. — Man hört und sieht
an letzterem Orte jetzt Vieles, das von einem bedeu
tenden Sinken der Stimmung in der dänischen Armee
zeugt. Diese hat sehr viele Fieberkranke. — Die
nach Schleswig durchpassirten Cadetten sind eiligst
zurück durchgereist, also nicht in die Armee Aufge
nommen. .Die Soldaten sollen gegen solche Führer
protestirt haben. — Die von Flensburg aus Lübeck
fahrenden Schiffe haben in dieser Zeit stets Passagiere
in großer Anzahl. Sehr viele Deutsche verlassen
Flensburg. — Am 25. gingen gegen 1000 Mann
dänische Infanterie von Flensburg nach Süden ab,
die größtenteils am vorhergehenden Tage per Dampf
schiff von Fehmarn, dessen Besatzung sie gebildet hat
te», daselbst angekommen waren. Uebrigens kommen
fast täglich kleine Hausen von Reservisten und Recon-
valescenten^ durch Flensburg. Die in der jüngsten
Zeit aus Schleswig herausgepreßten alten Demittir-
ten dürften indessen in der dänischen Armee mehr scha
den als nützen. In Sonderburg haben solche schon
großartige Tumulte aufgeführt. '
Aus Holstein, den 3. Sept. Die Dänen
sollen in Flensburg eine „Rebellensteuer" ausgeschrie
ben haben. Dies ist keineswegs unwahrscheinlich;
schon während des glorreichen Regiments der noblen
„Landesverwaltung" ist von dem servilen „Flensb.
Correspondenten" (der s. g. Fh Kreuzzeitung) ein
solcher Vorschlag gemacht worden. Wie man aber
bei einer derartigen Schätzung wird verfahren wol
len, sind wir nicht im Stande gewesen zu erfahren.
Schwierig ist es jedenfalls, die eigentlichen „Rebel
len" herauszufinden und fllbst in Betreff der nomi
nellen muß man im Dunkeln tappen, indem nament
lich in Flensburg das Banner der angeblichen Neu
tralität noch Viele beschattet. Daß man Alle zahlen
läßt, ist principwidng und würde am Ende auch'die
Gutgesinnten (im dänischen Sinne) in „Rebellen"
verwandeln. Die dänische Schlauheit wird, wenn es
ihr mit der Sache Ernst ist, wohl eine Miitelstraße
finden. — In Eckernförde macht man Jagd auf
Sachen, die aus dem Holze Christian des Achten,
des in die Luft gesprengten Linienschiffes, verfertigt
sind. Was man von diesem Stoffe findet, wird zer
schlagen oder verbrannt. Auch keine Spur jenes, den
dänffchen Hochmuth so tief demüthigenden Ereignisses
darf in der Stadt verbleiben. Die Thoren! können
sie doch die ewig glorreiche That des unvergeßlichen
Gründonnerstages 1849 nimmer, nimmer aus den
Annalen der richtenden Geschichte verwischen oder
vertilgen. . (,£. N.)
Kiel Der Professor Frerichs in Göttingen ist
an Griesinger's Stelle zum Professor der Patholo
gie und Vorsteher der Poliklinik an hiesiger Univer
sität ernannt.
Kiel, den 3. Sept. Heute Mittag traf der
Großfürst Constantin wieder bei der russischen Es
kadre vor unserm Hafen ein, wie inan aus den Sa
lutschüssen und der aufgehißten kaiserlichen Flagge
(gelb mit schwarzem Doppeladler) schließen konnte.
Die Station wird heute übrigens nur von drei Li
nienschiffen und einer Brigg gehalten.
Aļèona» vom 3. Sept. Mit dem Morgenzuge
kamen 62 Kranke in die hiesigen Lazarethe. Ein
Boot mit 16 schleswig-holsteinischen Soldaten, welche
am jenseitigen Ufer des Kieler Hafens mit Schanz
arbeiten beschäftigt gewesen, ist leider gekentert, und
13 derselben sind ein Raub der Wellen geworden.
Darunter 8 Mann vom 8. Infanterie-Bataillon, 2
Artilleristen und 2 von der Besatzungsmannschaft.—
Gestern wurde hier ein dänischer Spion unter PoU-
zeibegleitung von Rendsburg eingebracht. Derselbe
war 1848 unter den Freischaaren, ging darauf zu
den Dänen über, hatte sich jetzt eine schleswig-hol--
steinische Jäger-Officieruniform zu verschaffen gewußt,
in der er unsere Vorposten inspicirte, daselbst aber
erkannt und gefangen genommen wurde.
(N. Fr. Pr.)
Amtliches.
Unterm 29. d. M. hat die Statthalterschaft der
Hcrzogthümer dem Seconde-Lieutenant Meyn des
15. Infanterie-Bataillons die nachgesuchte Dienstent
lassung bewilligt.
Unterm 30. v. M. hat die Statthalterschaft der
Herzogthümer ernannt:
1) Zu Majors:
Den Hauptmann und Chef des Stabes der Avant
garde-Brigade C. G. L. W. I. R.
v. Stutterheiîn.
„ Rittmeister CH. L. F. v. Brockdorff des 1. Dra
goner-Regiments.
„ Hauptmann L. F. H. Fr. R. Seweloh von der
Artillerie.
„ „ Krabbe vom Ingenieur-Corps.
„ „ Iourdan im Zeug-Etat.
2) Zn H a u p t l c » t e 11:
Die Premier-Lieutenants: I. Fr. Weinrebe von
der Artillerie; A. Fr. W. v. Hirschseldt vom Garni-
lons-Bataillon; Eduard v. Gabain vom 3. J.-C.;
R. H. Langner vom 3. Jnf.-Bat.; C. O. H. Gelpke
vom 2. J.-C.; F. V. Mischke vom 12. Jnf.-Bat.;
Arnold Hacke vom 14. Jns.-Bat.; I. C. E. H. v. Be
low vom 6. Jnf.-Bat.
3) Z it Seconde-Lieutenants:
Die Portepee-Fähnrichs: P- A. W. Hansen vom
6. Bat.; Jacob Brix vom 1- Drag.-Regiment; Max
v. Falkenstein vom 9. Bat.; W. H. Frixius und
I. Chr. Fr. Müller vom 3. Jäg.-C.; Fr. H. Nissen
vom 1. Drag.-Reg. und H. N. A. Paulsen von der
3. 6pfd. Batterie.
Dem Seconde-Lientenant Wichmann vom 2. Be
satzungs-Bataillon ist der nachgesuchte Abschied be
willigt.
Intelligenz - Anzeigen.
Kirchliche Anzeige.
Am Sontttagc den 8. Sept. predigen in der Christ- und
Garnisonskirche:
Im Vormittagsgottesdienste Herr Propst Calliscn.
Im Nachmittagsgottesdienste Herr Pastor Balemann,
ì i i
Hiesigen und auswärtigen Freunden und Bekannten wid
men wir trauernd die Anzeige, dafi unser guter Vatcr
Heim. Georg Porath,
nach kurzem Krankenlager am Morgen des 2ten d. M. uns
durch den Tod entrissen wurde.
Die hinterbleibenden Kinder.
Rendsburg, den 5. sept. 1850.
Bekanntmachung.
Daß die in Gemäßheit des Localstatuts vom 30.
October 1849 gebildeten städtischen Commissionen aus
nachbenannten Mitgliedern bestehen, als:
!) die Commission für das Rechnungs-, Hebungs
und Cassenwesen, aus dem Senator Kruse
und den Stadtverordneten 'Rheindorff und
Fromm *);
2) die Commission für das Straßenpflaster, Wege
wesen und die Spaziergänge, aus dem Sena
tor Beckmann und den Stadtverordneten Voll
mers und Wieck;
3) die Commission für die städtischen Ländereien,
nebst Hölzungen und Mööre. aus dem Sena
tor Mahlt und den Stadtverordneten Voll
mers, Wieck, Höhling und Sievers;
4) die Commission für die Straßenerleuchtung
aus dem Senator Innglöw und den Stadt
verordneten Andersen und Beseler;
5) die Commission für Bausachen und die Was
serleitung aus dem Senator Bock und den
Stadtverordneten Paap und C äs per söhn.
6) die Commission für die Einquartierung aus
den Senatoren Bock und I u n g l ö w**) und den
Stadtverordneten Jess, Sievers, 'Rhein
dorff, Barbeck und Fromm;
7) die Commission für die Löschanstalten aus dem
Senator Mahrt und den Stadtverordneten
Petersen, Jess, Kürschner und Fromm;
8) die Commission für das Fuhrwesen aus dem
Senator Beckmann und denDepiitirten Sie
vers, Vollmers und Wieck;
wird hiemittelst öffentlich bekannt gemacht.
Rendsburg, den 2. Sept. 1850.
Der Magistrat.
*1 I» der in Nr. 71 des Wochenblattes abgedruckten Bc-
kanntmachmig sind die Namen der Stadtverordneten
irrig angegeben. y
**) In der tat Nr. 71 des Wochenblattes inserirteii Bekannt
machung ist der Name des L>enators Bock durch ein
Versehen ausgelassen. ’
Sonnabend, den 7. d. M. Vormittags von 9
und Nachmittags von 2 Uhr an, soll in dem soge
nannten neuen Gebäude an der Obereider, für Rech-
nung der Berpflegungs-Commisfion der Schleswig-
Holsteinischen Armee
eine Quantität geräucherter Speck,
in passenden Cavelingen, auf I4tägigen Credit, gegen
Bürgschaft, in öffentlicher Auction verkauft werden.
Rendsburg, den 6. Sept. 1850.
H. Haafe, cvnst.
Donnerstag, den 12. d. W., Vormittags von 9
und Nachmittags von 2 Uhr an, sollen in Neuwerk
im Hause des Bäckermeisters Büsing für Rechnung
der Wittwe des Mailand Hoboisten Scheel nachbe
nannte Sachen, als:
1 Cylinder mit Aussatz, 1 Commode, 1 Sopha,
Tische, Stühle, Spiegel, Bettstellen, I Küchen
schrank, Leinen- und Bettzeug, Kleidungsstücke,
Silberzeug, Haus- und Küchengeräth, nebst son
stigen Sachen, V
aus vierwöchentlichen Credit, gegen Bürgschaft, sonst,
baare Zahlung, iü öffentlicher Auction verkauft
werden. _
Rendsburg, den 6. «ept. 1850.
H. Haase, const.
c(jtsttttiļslammfum) rum ķnrmlihcnfonds.
—O —
Die Sammlung der 32sten und 33sten Woche
vom IStcn bis 3 lien v. M. brachte:
a. aus der Altstadt von 43 Gebern 39 Mk. 97- ßl.
t». aus Neuwerk von 56 Gebern 13 „ g „
©ummà 52 Mk. 157- ßl.
Im Ganzen sind jetzt eingegangen 2917 Mk. 9% ßl.
Rendsburg, den 6. Sept. >850.
C. H. Jess, Cassirer.
Anzeige.
Von der beliebten M a n n a ist wieder vorräthig
bei D. Sghr. "