brechen der letzten Jahre, beide in den flüsternden
Sälen der Minister und Diplomaten und in den
tosenden Kneipen der christlichen und jüdischen De
magogen zu berichten. Es gilt jetzt, den Gefahren
des Vaterlandes zu begegnen und, wo möglich, den
lahmen und grolligen deutschen Tod des Augenblicks
wieder in Leben zu verwandeln
Ja, dahin ist es gekommen! Die Russen und
Engländer wollen uns durch die Dänen geradezu
in den Sack stecken. Unseren Rhein haben noch die
Holländer am Kops, gieb nun den Engländern, Rus
sen und Dänen Weser und Elbe vollends Preis,
denke dir dazu die Herrschaft im Sunde, welche noch
immer weiter zu schimflicher Plackerei gegen Deutsch
land gebraucht und gemißbraucht werden kann —
unb unser großes Volk steckt im Sack, kann nimmer
mehr mitherrschend, viel weniger, wie es sollte vor
herrschend in seinen gottgegebenen Meeren, auch in
den ferngewiesenen Ländern und Küsten zur Mitle-
bung und Mitherrschung in der Welt Gottes hinaus
gelangen.
Wie England und Rußland durch Oesterreichs
und Preußens Vergeßlichkeit und Kurzsichtigkeit im
Bahre 1815 ein Königreich derNiederlande für Deutsch
lands Schwächung und Knechtung gestiftet haben
wie sie noch im Jahre 1830 diese aus einander qe-
nssene Stiftung in bcn Königreichen Niederland und
Belgien, doch fortgesetzt haben, so wollen sie, damit
,P!ckland in seinem Nordwcsten nimmer zu seiner
gebührlichen Macht und Ehre gelangen könne, in
und um die Elbe jetzt ein junges Königreich Däne
mark stiften — versteht sich als Grundgedanke, Deutsch
land und dem strebenden und hier zur Herrschaft be
rufenen Preußen den Weg zu dieser Herrschaft in
uu/erem Nordwesten auf immer zu verlegen, um
'u Deutschland klein zu machen, viele mittel-
maß'ge kleine Staaten stiften und auf immer mit
ihnen unter einander das politische Ballspiel werfen
und spielen zu können.
Da es nun den Schwachen und Mittelmäßigen
und allen fouverainctätslustigen Königen vermuthlich
eben recht und wohlgefällig däucht, werden die bei
den größten Staaten, Oesterreich und Preußen sich
solche Macherei in Deutschlands Grenze» gefallen
lassen? 0
Oesterreich? Oesterreich verfolgt absichtlich und
m unverhüliter Kunst und List den ihm geöffneten
Weg, Preußen bis zum letzten Atemzuge festzustellen,
es in diplomatischer Jagd zu ermatten und scstzu-
yetzen und es langsam niederzuwürgen. Es würde,
dies zu erreichen, allenfalls das halbe Norddeutsch-
land den Fremden zum Raube hinwerfen. Dieses
Oesterreich muß hier in anderer Beziehung doch ge
lobt werden: es hat mit einem anderen Trotz und
Stolz durch keine sogenannte Vermittcllungs-Proto-
coue Frankreichs unb Englands ^ ur Schlichtung seiner
Angelegenheiten und Kriegshändel tu seinen SŞ-
grenze» im Jahre 1848 sich weder hemmen noch
schrecken lassen. Es hat für sein Recht Trotz gebo
ten und hat erhalten und gewonnen: Cattaro, Vene
dig, Mantua, die stärksten Pforten seines Südens,
sind sein geblieben.
Preußen? Wird es Oesterreichs böser Listen
wird es seiner eigenen Stellung und der Gefahren
inne werden, womit Rußland" und England diese
Stellung und seine ganze Zukunft bedrohe»? Wird
es mit gleichem Stolz und Trotz die Grenzen und
Psortkn seiner Macht dem hinterlistigen, einsprechen
den und vermittelnden Uebermuthc gegenüber schir
men und wahren? Wir hoffen, es wird stark und
fest stehen in dem vollen Gefühle von deutscher Ehre
und deutschem Recht. Selbst wenn es das Schwert
.ziehen mußte die auf dem Papiere so fürchterlich
aussehende Vundesgenossenschaft der Habsucht und
Hinterlist wurde durch ihre innere Unmöglichkeit aus
einander fallen — die Verschiedenheit der Belange
Strebungen von Rußland, England. Frankreich
und Oesterreich könnte beim wirklichen Klange der
Kriegstrompetcn keinen Monat einträchtig bleiben.
^a, wir wollen die Hoffnung auf die Klugheit und
w Ģļauben an den Muth der preußische» Minister
'"cht sinken lassen. Kiel. Hamburg. Bremen
Lübeck, Rostock und alles, was an diesen Namen und
an den beiden viel bedeutendere» Namen Elbe und
Weser hangt, und die Schmach, welche in den Wör
tern Integrität des Dänenreichs liegt, werden dock
wohl einen natürlichen Druck üben. Sonst stecke
stolze Wort der Behauptung von Preußens
Ģ mit anderer sammerkichster Friedseligkeit in die
rostende Scheide.
Dies sind Worte des Unmuths aber Gottlob aus
der Hoffnung gesprochen, daß Deutschland i» seinen
alten. Jahrhunderte lang geduldeten nichtigen Jam-
5 "S',-»«» sann und nicht jSrMfXn
ILnSmf Kampf der edelsten und tapfersten
Vaterlandes, der Enkel der Angeln. Fric-
r Şachsen, wird nicht erliegen und darf nicht
erliegen. Dafür erhebe jeder deutsche Mann Herz,
Schw t und, wenn es sein muß das
Vermischtes.
... Die Cholera hat in Berlin nun auch die
Vogel befallen Ein dortiger Eigenthümer hat der
Direction der komgl. Thierarzneischule die Meldung
gemacht, daß ihm innerhalb 50 Stunden, vom Mon
tag bis Mittwoch. 13 Enten und 7 Tauben unter
auffallenden Symptomen gestorben sind. — Einige
Exemplare sind dem Sanitätsrath Dr. Joseph Meyer
zur Section und Untersuchung übergeben worden.
Pferd nebst Geschirr. 2 Tonnen mit Bier. 2 Hand
beile und andere verschiedene Sachen in öffentlicher
Auction meistbietend gegen contante Bezahlung ver
kauft werden. a
Rendsburg, den 15. September 1850.
Liiders,
Garnisonsauditeur.
JuteRègersz - Anzeigen.
Am Donnerstage den 26. d. M., Vormittags 10
Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause folgende, der
Stadt Rendsburg gehörige, theils vor dem Hol-
steinischen-Thor, theils vor dem Schleswiger-Thor
belegene Ländereien, nemlich
die bis Michaelis d. I. an den hiesigen Bürger
Johann Heinrich Sieck verpachtete 7te
■ Parcels auf dem Stadtfelde,
die bis Michaelis d. I. an die Erben des wei
land hiesigen Bürgers Claus Christian
Kühl verpachtete 12ie Parcele auf dem Stadt
felde,
der bis zum Isten Februar 1851 an Ernst
Jacobsen Wittwe hieselbst verpachtete Garten,
genannt der Storch,
die bis Martini d.J. an Christian Friedrich
Lütjens Erben verpachtete I2te und 13te
Parcele im Maastbrock,
die bis Martini b. I. an Hans Pa hl in
Büdelsdorf verpachtete 3te Bürgermeisterwiese,
die bis Martini p. I. an Jasper Brandt
in Nübbel verpachtete Stadtcassirerwiese,
sowie
die Ausübung der Jagd aus den der Stadt
gehörigen, vor dem Kronwerker-Thor belegenen
Ländereien, welche bis zum 1. Scpt. 1850 an
den hiesigen Bürger Christian Horst ver
pachtet gewesen
unter den im Termin zu verlesenden Bedingungen
verpachtet werden.
Rendsburg, den 10. Sept. 1850.
Der M a g i st r a t.
Freitag den 27. d. M.. Nachmittags 4 Ubr soll
>m Hause des Kirchenvorstehers I. H Steck die
SÄ Ştàfà belegene halbe Hufe Kirchcnland
ostenilich an den Meistbietenden verpachtet werden
Rendsburg, den 17. Sept. 1850.
Die Kirchenvorsteher.
.Holsteinische Eisenbahnen.
Frequenz
i» der Woche vom 8. — 14. Sepļbr. I860.
Altona-Kiel.
7,863 mķ I ß
Guļerfrachļ 7,636 7 3.
Gttiekstalt > Elmshorn.
Guter,rächt 154 . lt .
NendSbnru Neumünster.
Personen 26,18 »4 3/3
Glitcrftacht 2,478 T 14
15,496 rnĶ' 4 ß
776 mķ 7 /3
Altona, den 16. September 1850. â'Mş Iß
D l« Direction
der Altona-Kieler Eisenbahn.Gesellschaft
Anreig
;e.
Am Donnerstage den 26. d. Mts., Vormittags
11 Uhr, soll aus dem hiesigen Rathhause
das Wegfahren der Straßenerde aus dem
Ifton 9.hit. 1Ì4W, e-w,
quartier der Altstadt und aus deķn Isten,
3ten, 4ten und 5tci, Quartier des Neuwerks,'
nnrer den im Termin zu verlesenden Bedingungen,
verpachtet werden. ''
Rendsburg, den 13. Scpt. 1850.
Der Magistrat.
Die von meinem verstorbenen Sohne betriebene
Drechslerprosession wird von mir, unter Leitung des
sechs Jahre bei ihm gearbeitete» Gesellen, ungestört
fortgesetzt welches ich einem hiesigen und auswär-
tigen Publikum ergebenst anzeige, und dabei die Bitte
ausspreche, das dem Beistorbenen geschenkte Wohl-
wollen auch mir Theil werden zu lassen y
Rendsburg, den 17. Septbr. 1850.'
Wittwe Şndeck.
Anzeige.
Mit schwarzen jüt'schen Topfe» und Pfannen, sogenannten
Tatcrtopse», empfiehlt sich
Wittwe Gartner,
Provianthaus-Straßc.
Bekannt,ltachttllq.
Die Stadtrechnung für das Jahr 1840, nebst der
Stadtbraiidcasffrechnuiig und den Altstädter und Neu-
werkcr Billettierrechnnngen. wird von Donnerstag den
Pi gerechnet, 14 Tage lang auf dem Rath-
ha e in der Kämmerei,tube zur Schau liegen, und
; ‘ bor wahrend dieser Zeit, an jedem Wochentage
bis 12 Uhr Vormittags, von jedem steuer
pflichtigen Einwohner, dem auch die Befuqniß zu
steht, einen Rechnimgskundigen mitzubringen, einge
sehenwerden, welches hiemittelst bekannt gemacht wird
Rendsburg, den 16. Sept. 1850.
Der Magistrat.
M îììâîoìì.
Für gtechnung der Erben des zu Jevemtefil »«*>•
S3Ä 4 "Ķ 1 Şchw°if Ml
Kalifliebhaber wollen sich gm 24 d M Vor
mittags 0 Uhr in der Küsterwohnung zu Jevenstedt
einst,,den. um „ach Vernehmung der näheren Bedin
gungen zu bieten und überzubieten, und zu qcivär
!N'ļļ w '*"" zuschh/w-,d-
imtalsS 4 >t „ ,2. Sch.
Dorrien
Haus-Verkauf.
Mein nahe beim Schleswiger Thore bcleqenes. in sehr
PPfNA'Ģande befindliche Wohnhaus, welches sich zu jedem
Hand zu verkaufend baldmöglichst unter der
Johann Heinrich Rissen,
Rade- und Stellmacher.
3» verkaufen.
Straße belegene Wohn.
KUbaus der Madame Ebert steht An àk7ui
êķNaheres be- (£. $ vomm
Offener Dienst.
Zum 1. November kann in einer kleinen Hauzhaltutta ein
brauchbares Mädchen eine» Dienst erhalten. 9
Ostert.
Ein junger Mensch vom Lande kann als Haus-
knecht m Dienst treten bei
C Frvmn«
Oste,»er Dienst.
. Zn einer bürgerlichen Haushaltung wird zum I. Novdr
ein stilles, ordentliches Dienstmädchen gesucht, am liebsten vom
Lande. Wo? ist in der Erped. d. BI. zu „fragen '
, Lelirllngsgesnch.
Em lunger Mensch, welcher'Lust hat die Schuhmacher-
bekommen bei" """'' fst "" gleich eine Stelle als Lehrling
I. F. Gcrtz, Schuhmachermcister.
~ . , 3« veriniethen.
S)U,V C'^ sl » a ,|f !" Miethe zu habe» zum 1. Novbr. 1850.
Wo? erfahrt man in der Erped. d. Ll.
Am Donnerstag den iOtcn d. Mts. Vormittags
J L m Militär-Zuschneidesaals,
^ des Paradeplatzes und der Prmzenstraße), eine
Quantität Tuchleisten, Schauenden und Abfall so
wie ein Marketender-Wagen, ein dazu gehörendes
Verlornes.
I Auf dem Wcgc voii Pahl's Hotel bis zur Schanze außer
halb des «Dchleswiger Thores, ist ein schwarzes ‘ ledernes
Taschenbuch verloren worden. Der ehrliche /linder' wird er
sucht, dasselbe in Pahl'S Hotel a» den Oberkellner Riedel
gegen eine Belohnung von l Rthlr. abzugeben
Rrdigirt, gedruckt und herausgegeben von F. M. Wendell,
(Hierzu eine Beilage.)