Jahrgang,
M "SU,
Sonnabend, den 21. September
. . ŗ. àîte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. Passende Beiträac können citini+rr
des Wochenblatts m Rendsburg," cntqegcngenomen werden. ^ntelliaciiî-Anrcļaen werden entweder vumt uogciiejpt, over unter der
ist für Interessenten, denen cs hier am Lrte zugebracht wttd v!°tt°ljährli^ 1!)ßk,mw wem! eslok fP®? l? "be
slmtcnt machen, ,st der Preis vierteljährlich 1 Mark 4 ßl. - Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf à? Quartal? ttbetm^' ^ ' 3 Auswärtige,
1850.
welche Bestellungen bei den Post.
Tagesgeschichte.
i$ V o fr b f 11 a u n t c it.
London, 14. Sept. Nach einer nnunterbroche-
nen fünfjährigen Arbeit ist heute eines der Wunder
werke moderner Baukunst, die Britannia-Brückc über
den Meeresarm zwischen Cornwall und Anglesea end
lich fertig geworden. Der letzte der vier großen
Eisentunncls, aus denen diese Brücke besteht, ist vor
gestern glücklich aus die Pfeiler gehoben worden, und
nach Vollendung einiger kleineren Arbeiten wird die
merkwürdige Straße dem Eisenbahnverkehr eröffnet
werden. Der ganze Bau bat 621,000Pfd.St. gekostet;
er enthält gegen 50,000 Tons Eisen und 1 y a Mill.
Kubikfuß Mauerwerk. — Die Flottmachung und
Aufwindung der vier großen Eisenröhren hat allein
25,000 Pfd. St. gekostet. Im Innern dieser Röhre be
merkt man allerlei merkwürdige akustische Erscheinun
gen, sechsfache Echo's, Fortflanzungen des menschlichen
Tones auf 1000 Fuß u. dgl. m.
Däne m a r f.
Kopenhagen, den 14. September. Die dä
nischcn Blätter theilen sämmtlich die Eröffnung der
Landcsversammlung mit. In Bezug auf die bean
tragte neue Münzausprägung bemerkt die „B. Z."
„Wir müssen bei dieser Gelegenheit bemerken, daß
obgleich es sich von selbst versteht, daß die dänische
Regierung weder die neuen Münzausprägungen der
Aufrührer, noch deren Papiergeld als Landesmünze
anerkennen kann, wir dennoch glauben, daß die dä
nische Regierung, um Verlusten vorzubeugen, in einer
öffentlichen Erklärung sowohl an das In- als an
das Ausland die Warnung ergehen lassen müsse, daß
sie nicht für diesis Geld und natürlich eben so we
nig sür die von der Statthalterschaft aufgenommene
Anleihe einstehe.
Ferner bemerkt die „Berlingsche" daß Oldenburg
den Frieden ratificirt haben solle; die Ratificationen
von Braunjchweig und Gotha seien in Folge der
Abwesenheit jener Fürsten dagegen noch nicht einge
troffen.
„Flyveposten" zufolge hat Oberst Schepelern sei
ner Armwunde halber das Commando der dritten
Brigade niederlegen müssen und ist dasselbe dem
Obersten Jrminger übertragen, wogegen Oberstlieute
nant Gerlach die sechste Brigade erhält.
—, den 16. September. Das Kriegsministerium
hat unterm 15. folgende Mittheilung erlassen: Der
Feind hat am 12. Nachmittags unsre Vorposten aus
mehre Stellen angegriffen. Die gegen Dorfstedt,
Bennebeck, Kropp und über Breckendors vorrückenden
feindlichen Abtheilungen, gingen nach einem kurzen
Engagement mit unseren Vorposten, das zu keinem
Resultat führte, wieder zurück. Bei Kochendorf hin
gegen wurde das 10. Deichte Bataillon nach einem
Kampfe von einigen Stunden genöthigt, sich über
Cosel zurückzuziehen, wo das dritte Jäger-C. das
Gefecht nach Missunde hin aufnahm. — Die Stellung
bei Missunde, welche vom dritten Reserve-Bataillon
mit 4 Kanonen, unter Capitän von Schau besetzt
war, der nördlich von der Schlei von 6 Kanonen
der Batterie Dinescn, dem 3. Jäger-C. und dem 10.
leichten Bataillon unterstützt wurde, wurde darauf
vom Feinde mit 4 Bataillonen 2 Escadronen und
3 Batterien angegriffen. Nach einem zweistündigen
Kampfe wurde der Feind genöthigt, sich zurückzuzie
hen. Von 2 Bataillonen verfolgt, wurde der Feind
aus Cosel nach Kochendorf hin getrieben, wo die
Dunkelheit den Kampf abzubrechen nöthigte. 140
Gefangene sind in unsere Hände gefallen. — Wir
beklagen den Verlust des Capt. Schau von der Ar-
t-llene.- Verwundet sind die Hauptleute A. v. Kühle
und G. F. v. Moeller. die Lieutenants Westberg
vom 3. Neservebataillvn. von Moert von der 10
leichten Batterie, E. v. Dalqas und Lundbye vom
3 Jagercorps Der Verlust an verwundeten Unter-
ofsitteren und Gemeinen wird vorläufig auf 80 an
gegeben.
Während der osficielleBericht völlig davon schweigt,
daß die -ager durch Feuer vernichtet wurden mel
den es zwei im „Fädrelandet" abgedruckte Briefe
von der Armee. Nach diesen Briefen war die aus
3 Bataillonen, 114 Batterien und 1 Escadron be
stehende Brigade des Obersten Krabbe im Feuer
Nach allen Angaben hat das 10. leichte Bataillon,
das dem „Fl. Corr." zufolge fünf Mal im Feuer ge-
wcļcti sein soll, am meisten und sehr bedeutend ne-
litten, wie denn überhaupt der Verlust aus dänischer
Seite in allen Berichten als ein nicht geringer ge
schildert wird. -- J J
Privatberichte geben den dänischen Verlust aus
120 Gemeine und 4 Officiere an; die Batterie Di-
nesen habe 1500 Schüsse, das 6. Linien-Batailloii
6000 Schüsse gethan.
Nach den „Postnachrichten" sind 30 Wagen mit
Verwundeten in Flensburg angekommen.
Die Gefangenen werden heute mit dem „Zephyr"
erwartet, die Unverwundeten sollen auf die Lünette
gesetzt werden, die 20 Verwundeten in's Lazarett)
Der Tagesbefehl des commandirenden Generals
dankt dem Oberst, v. Krabbe und dessen Truppen
für gutes Verhalten und bezeigten Muth.
„Kjöbenhavnsposien" beklagt, daß die Jdstedter
Schlacht nicht die letzte gewesen ist. Sie meint da
Preußen den Frieden ratificirt habe, Oesterreich dem
Londoner Protvcoll beigetreten sei, hätten auch die
dänischen Staatsmänner zuin Aufhören des Kampfes
beitragen sollen. Aber was sei geschehen? Welchen
neuen Vorschlag habe der Staatsrath zur Begrün
dung und Befestigung des neuen Zustandes für die
Gesammtmonarchie gemacht, der das Londoner Pro
tocol» voraussetzt? Zu dieser Frage sei Volk und Ar
mee berechtigt, denn man müsse zur Klarheit über
das neue Ziel gelangen, für das man kämpft. Solle
^cdes Mal, wenn man sich über die eine oder andere
Erklärung nicht einigen kann, ein Treffen geliefert
werden, damit der Sieg entscheide, welche Interpre
tation oder Anschauung die richtige ftil
Unterm 10. September haben in der Armee viele
.Beförderungen von Ofsicieren stattgefunden.
„ siuferm 1. Sept, erlassene Verordnung be
dsit ^O^wļôsung der von der Nationalbauk im
^ahre 1831 ausgestellten 50 Rbthlrzettel in einem
Zeitraum von 6 Monaten vom bemeldeten Datum
mi gerechnet, die gegen neue Zettel zu derselben
^n"ftllen"^ k" Jahreszahl 1850 eingetauscht wer-
,,. àn Brief in „Flyveposten" von einem Soldaten
childert. die deut,che Gesinnung der Bürger Schles-
wlgs und deren Haß gegen alles Dänische aus dem
sie kem Hehl machten.
_ Der „Danske Slesviger" meldet, daß die bei
Sonderburg liegende Abtheilung der russischen Flotte
s'!» ."-Sept. absegeln wollte, bis aus das Admiral-
lchiff „Russte. Die unter Lyo stationirtc Abtheilung
werde in Sonderburg erwartet.
Die Grasen Reventlow-Jersbeck und Farve empfan
gen für ihr patriotisches Auftreten in der Landes
versammlung den ihnen gebührenden Lohn des Lo
bes von den dänischen Blättern aller Farben.
, den 17. September. Zufolge einer königl.
Resolution ist der Reichstag aus den'nächsten 5. Oct.
einberufen worden.
„Kjöbenshavnsposten" bringt einen langen Arti
kel über die deutsche Politik in Bezug auf die dä
nisch-deutsche Frage, der mit folgender Betrachtung
schließt: Auf die kriegerische Intervention Englands
und Rußlands können wir nicht rechnen; in diesem
Augenblick ausgeführt kann sie leicht die deutsche Re
volution zum Ausbruch bringen.
Frankfurt, den 15. Sept. Die Deutkcke
Volkshalle" bringt das Protokoll der Sitzung der
Bundesversammlung vom 2, d. M. Die Verhand
lungen in derselben betrafen die Wahl eines Aus-
lchuffes zur Begutachtung der deutsch-dänischen Frage
und zwar zunächst des Antrages auf Ratification
des H-nedens. In dem Vortrage, den der dänische
Gesandte, Hr. v. Bulow, zu dem Zwecke hielt, gab
er zuerst eine kurze Uebersicht des Inhalts des Frie-
densvertrages, beantragte demnächst formell die Ra-
tistcation des Friedens von Seiten des Bundes und
fuhr dann also fort: „Der Gesandte kann zügle ick
nicht umhin die ernste Aufmerksamkeit hoher Bun
desversammlung auf die gegenwärtige Lage der
Dinge im Herzogthum Holstein hinzulenken. Wäh
rend Seitens der k. dän. Regierung in den neun
Wochen, die seit der Unterzeichnung des Friedens
verstrichen sind, ohne daß die stipullrte Auswechft.
lung der Ratificationen stattgefunden hätte, alle Be
stimmungen des Vertrages gewisfeilhaft und inne ge-
halten werden, chat eine in Holstein zusammen ge
brachte Armee, ohne den Namens des Bundes geschlosse
nen Frieden irgend zu respeetiren, den Krieg gegen
ihren Landesherrn mit erneutem Eifer aufgenommen
und einen Einfall in die nicht zum Bunde gehörigen
Staaten Sr. Map des Königs von Dänemark ver-
!"chsi. Die verhangnißvollen Folgen dieses, trotz der
versöhnlichsten Proc amation fortgesetzten Widerstan-
des sind nur zu bekannt; die Gefahr aber, welche
diese rechts- und vertragswidrigen Zustände Deutsch-
and und Dänemark, ja, Europa bringen, die tiefen
Wuàn, welche jeder Tag ihrer ferneren Dauer der
Wohlfahrt Holsteins schlägt, die Unmöglichkeit vor
Sicherung der Waffenruhe den auf Gewährung aller
Bürgschaften des Friedens und des Vertrauens ge
achteten landesväterlichen Wünschen Sr. Maj. des
Königs in Holstein Boden zu gewinnen: alles dieses
redet einer möglichsten Beschleunigung der im vier
ten Artikel des Friedens vorbehaltenen Intervention
des Bundes in dringlichster Weise das Wort —■
Indem der Gesandte daher, im Hinblick auf diese
nach Artikel 6 des Friedens von seinem Allerhöch
sten Souveraui als Herzog von Holstein vorerst an
zurufende Intervention, sich erlaubt, bei hoher Bun
desversammlung vorbehaltlich weiterer Mittheilungen
darauf anzutragen: „„Hochdieselbe wolle mit Rück
sicht ^aus die drohende Sachlage und die dem Bunde
im Frieden reservirte Intervention, behufs Her-
stellung der legitimen Autorität in Holstein sofort
ein Inhibitorium an die s. g. Statthalterschaft in
Rendsburg beschließen, etwa dahin lautend daß sel
bige sich severer kriegerischer Maßregeln, namentlich
alles Ueberschreitens ver holsteinischen Grenze zu ent-
halten und den Status quo in Holstein nicht zum
Widerspruche mit dem Namens des Bundes abge
schlossenen Frieden zu alterircn habe," darf er be
merken, daß aus diese!« Wege fernerem Blutvergic-
ßen und nicht zu berechnenden Complicationen vor
gebeugt, die Erfüllung eines Friedens der alle und
jede Rechte wahrt, gesichert und namentlich auch der
k. dänischen Armee die Möglichkeit erhalten bliebe,
sich der bei erneuten Feindseligkeiten schon aus mili
tärischen Gründen nicht länger zu vermeidenden Ue-
berschreitung der holsteinischen Grenze zu enthalten;