cut den Leib, aber die Heiterkeit vertieß sie nicht.
Auf beiden Seiten fielen gar Manche. General Bau-
dissin war unter den ersten Verwundeten, so auch
Oberst Gerhardt. Die Mööre waren voll von Ster
benden und Todten. Am Tage nach der Schlacht zog
man noch lebende, halbverschmachtete Menschen unter
den Hausen von Todten und aus dem Sunipfe her
vor. Sowohl die Dänen wie die Schleswig-Hol
steiner mußten beim Vorrücken und Zurückziehen ihre
Verwundeten zwischen den Linien, dem doppelten Feuer
ausgesetzt, liegen lassen. Die gegenseitige Erbitterung
war groß. Zuletzt zwang ein fürchterliches Flanken-
feuer mehrere Abtheilungen der Dänen, welche bei
Gammellund standen, nachdem sie eine große Menge
ihrer Officiere verloren hatten, sich zurück zu ziehen.
Höhere Befehlshaber eilten hinzu, Oberst Jrminger
sprang vom Pferde und ermunterte mit eindringlichen
Worten die Weichenden. Bald war die Ordnung
wieder hergestellt. General Krogh ließ frische Ba-
talllone gegen das Holz in des Centrums rechte Flanke
rücken und einen Theil der Reserve-Artillerie auffah
ren. Das Gefecht bei Gammellund dauerte fort
nahm aber an Heftigkeit ab. Um diese Zeit sprang
nn Pulverwagen in die Luft und erschreckte die
Schleswig-Holsteiner. Bereits war der nordöstliche
Theil von Jdstedt in dänischen Händen. Oberst Rä
der, welcher mit seiner halben Brigade vorging, er
hielt Befehl nicht nachzudrängen. Kaum war das
Gefecht im Westen zum Stehen gebracht, als von
Oberstolk beunruhigende Meldungen einliefen: im er-
[ m ! Augenblick hieß es, daß die Dänen ganze Bat
terien verloren hätten. Unterdessen ward Oberst The-
strup mit 3 Bataillonen in die Richtung von Jdstedt
abgesandt und General de Meza, welcher das Com
mando der 2. Division übernahm, konnte erst nach
längerer Zeit melden, daß er zum erneuten Angriff
im stände fei, zugleich ließ er durch einen Adjutan
ts! darauf antragen, daß das Centrum mit ihm zur
selben Zelt angreife. °
Während dieser Stellung des Kampfes bereitete
Genera! Krogh eine entscheidende Attaque vor da
der starke Widerstand der schleswig-holsteinischen Flü
gel gebrochen war. Eine wunderbare, ängstliche
Grabesstille hatte auf einen Augenblick die wilde
Schlacht abgelöst, kaum hörte man einen Schuß
ļ aUe . n /, Aus beiden Seiten athmete man tief und
bereitete sich auf das Aeußerste vor, ungewiß dar
über, was der Gegner thun würde, nur überzeugt
davon, daß er sein Möglichstes wagen würde. Beim
Obercommandostabe auf dem Heidehügel benutzten
die Ofstciere die Gelegenheit um vom Pferde zu
steigen und sich zu erholen, während ihr Blick über
den itilUvx W»hlvlab w. mit
aus den drchtgeschloffenen Massen der Garde und
eines anderen, des letzten Reservebataillons, ruhte.
Bald aber war» die Schlacht hartnäckiger als
vorher wieder eröffnet. Ein fürchterliches Artillerie-
Feuer entbrannte von beiden Seiten und dauerte
ein paar Stunden bis nach Mittag fort; das Ge
wehrfeuer verlor sich ganz unter den unendlichen
Donner der Kanonen. Einige 20 dänische Kanonen
wurden aufgefahren, um die Wege zu reinigen; die
Kugeln fielen dicht wie Hagel längs denselben, Ströme
von Blut und Wasser stoffen hinab. Von den Hö
hen des Jdstedter Passes feuerte das feindliche Ge
schütz aus dieser vortrefflichen, gedeckten Stellung
hinab auf die Heide. Eine dichte Rauchwolke der
brennenden Bäume und Dörfer hüllte Freunde und
feinde ein. Wald und Heide erzitterten und es
war gleichsam als ob die Wolken von der qewalti-
*!!■’ ĢMàmng erbebten, denn sie zertheilten sich,
der Regen horte auf und die Sonne schien.
(Schluß folgt.)
ich nicht diesen traurigen Todesfall hiedurch statt des gelvohn-
tlchen Attsagcns anzuzeigen.
Rendsburg, den 24. Sept. 1850.
Maria Jacobsen, geb. Boss,
für mich und im Namen meiner
Kinder.
Das Gouvernement der Stadt und Festung Rends
burg, hat dem Magistrat unterm heutigen Tage den
Auftrag ertheilt, den Beikoniinenden zu eröffnen, daß
sur die Dauer des Belagerungszustandes die freie
Einfuhr von Roggen- und Waizenmchl in die hiesige
«tadt einstweilen erlaubt sei, welches zur Nachricht
und Nachachtung für Alle, die es angeht, hiemittelst
bekannt gemacht wird.
Rendsburg, den 20. Sept. 1850.
Der Magistrat.
m - bekannt,".ich,"»«I
Wenn nach einem Beschlusse beider Stadt-Collegien
. ? $ ."f der in Gemäßheit der Verfügung vom
14. April 1848 den Familieil der im Felde abwesen
den Soldaten zu reichenden Unterstützung für die
Hllhre 1848, 1849 und 1850 mit der Summe von
*3/1 von sämmtlichen hiesigen Einwohnern,
welche Armengeld zu entrichten haben, nach Maßgabe
ihres Beitrages zu demselben, aufzubringen ist, so ist
der constltuirte Stadtcassirer! Gosch beauftragt, die
repartilten Beiträge zugleich mit der in Kurzem fällig
werdenden Michaelis-Ouartals-Schatzung zu erheben.
n .„ ckRdem dieses zur Nachricht und Nachachtung für
Alle, die es angeht, hiemittelst bekannt gemacht wird,
wird zugleich bemerkt, daß zur Hebung der Michaelis-
^eldern ls-Schatzung' '"bst den gedachten Unterstützungs-
für die Altstadt:
der Dienstag und Mittwoch in der künftigen Woche,
als der lste und 2te October, und
für Neuwerk
der Donnerstag und Freitag, als der 3te und 4te
October, Vormittags von 9 und Nachmittags von
2 Uhr an, auf dem hiesigen Rathhause angesetzt
worden.
Rendsburg, den 23. Sept. 1850.
Der Magistrat.
Anzeige.
Mit dem 1. Oct. beginnt ein neues Abonnement auf die
Bürgerzeitung
nebst Thuringia; '
ein Blatt für Volkcswohl und Fortschritt, herausge
geben von Ferd. Schrader.
^ ,Bic freundliche Anerkennung und bereitwilliae lliitcrstüt-»»«
welche dieser Zeitung z» Theil wurde, hat
Beweis geliefert, daß wir bezüglich der Haltung des B à
getreu im Sinne des Volkes gehandelt haben. Von der
f'Burgerzcltiing erscheinen wöchentlich zwei Nummern einmal
begleitet von dem belletristischen Beiblatt Tb,ri, ain»' r ,K
U D» 'A if Äs® X 'lflļ,"!
dirn Bestellungen nehmen alle Postämter an. Anzeigen
aller Art stiidcii cute weite Verbreitung. * 9 1
3nist, iin September.
Die Expedition.
In der Expedition d. Bl. ist zu
haben: ' 6
Verlustliste der Schlesw.-Holst. Armee,
am 8. Sept. bei Süderstapel und
Breckendorf, und am 12. Sept. zwi
schen Eckernförde und Missunde.
Bekanntmachung.
Am Freitage, den 27. d. M„ Vormittags von 9
Aachmittags von 2 Uhr an, sollen in dem nun
Nachlaß des weil. Bäckermeisters Mainzhusen qc-
Sachen, Wend^m iU 3taMaü aêbôïmb£n
Hau/- und Küchengeräth, Silber, Leinen- und
Bettzeug, Mobilien, als 1 Cylinder, Tische,
Btuhle, 1 Commode, 1 Spiegel, 2 Lampen, 1
kleiner Kanonenofcn und sonstige Sachen,
ln öffentlicher Auction gegen baare Bezahlung, oder
bei genügender Sicherheit auf vierwöchentlichen Cre
dit verkauft werden.
Rendsburg, den 24. Sept. 1850.
Der Magistrat.
Anzeige.
Circa 3 — 400 Ellen feinen, ächten,
dunkelblauen Düffel, prima Qualität, fast
U breit, bestehend in Resten vor: 1, 2, 3
und 4 Elleit sollen für die Hälfte des Wer
thes verkauft werden, bei
Jacob Hcyer.
3u verkaufen.
. 2 l1 ? "LK 1 kurzen Straße belegenc Wohn.
§E^"Madame Ebert steht zum Verkauf.
Näheres bei C. Fromm.
Haus-Verkauf.
rssMU" a ’-şşLn:
Johann Heinrich Risse»,
Rade- und Stellmacher.
Haus-Verkauf.
. Freitag den 27. d. M., Nachmittags 4 Ubr, sott
im Hause des Kirchenvorstehers I. H Steck die
aus dem Stadtfelde belegenc halbe Hufe Kirchenland
ustentlich a» den Meistbietenden verpachtet werden
Rendsburg, den 17. Sept. 1850.
Die Kirchenvorsteher.
Mein neu erbautes Haus in der Lilien. Straße bl» ick
.ewilligt unter der Hand zu verkaufen. Dasselbe c„thält I*
A“* ®fîmÁcf Ud>C "' al ' Clms »nd Hauskeller nebst
Rendsburg, den 20. Sept. 1850.
I. D. Gcrbltz.
Vermischtes.
y der Churfürst von Hessen-Kessel am späten
Abend des 13. Sept. beim Könige Ernst Auqust
^"uver war, soll dieser in seinem eigenthüm-
lichen Deutsch zu jenem gesagt haben: „Ist das
Haffenpstug auch hier? das muß gleich wieder fort
ich mag das Haffenpstug nicht leiden." Ob derKö-
mg diese Worte wirklich gesprochen hat. kann freilich
mcht nachgewiesen werden, indessen sehen sie aus
als ob fie von ihm herrühren.
t s7s berliner Rest bemerkt: Das Publikum er-
eldet durch die jetzigen kurhessischen Zustände beim
N der dort'geu Landeskasseuscheine bedeutenden
Nachtheil; fast überall verweigert man die Annahme,
Agio um letzen sie nur gegen bedeutendes
Holsteinische Eisenbahnen.
Frequenz
in der Woche von, 15. — 22. Seplbr. 1850.
Altona - Stiel.
7,338 Personen 8,530 mk—a
Gütcrfracht 7,218 . 8 .
Personenverkehr von und nach
den Haltestellen im Monat
August 1850 . 276 - - .
für Equipagen im August .. 40 - 8 .
für Hunde im August 44 , 12 -
Geneigte Ebene in Altona.. 436 . 2 -
Glnckstalt - (g/mölumT“ 16,575 ‘ 4 14 ß
M««» 633 m)j 15 ß
Gütcrfracht 258 . g .
Equipagen im August 3 . 12
r»r Hunde int August 1 » _
Donnerst, den 26. d. Abends bei günstiger Witterung -
Tanzmusik in meinem Garten.
Entree 4 ß. Nur anständigen Mädchen ist der 2».
tritt gestattet. Höflichst ladet ein * '
I* D.
Geld-Gesuch.
600—800 Nthlr. Schl.-Holst. Et.
fàn zum l. Januar k.J. auf ein Haus als Istcs
Geld gesucht. Näheres ui der Wochenblatts-Erpeb.
Offener Dienst.
Elches Lust hat als Haushälterin sogleich
Das mUSTSXSl ftp* ^
JtttcUistonz - Airzeigen.
lieber Mann der hiesige Webermeister Krankenlager, mein
Jürgen Peter Christian Jacobfeil,
'M «Heu Lebensjahre. — Verwandten und Freunden verfehle
897 mķ 3 ß
Rendsburg Reuiililirster.
Ņ Personen 2,417 13 ,3
Guterstacht 2,516 . i 2 .
vom Halte-
sàb Vockclholm im Monat
August 83 « - .
Equipagen int August .. i'. 6 - 12 -
für Hunde im August 7 - 12 .
5,032 »iK i/j
Altona, den 23. September 1850,
D i e Direction
der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft.
Logisgesuch.
Es wird von einer stillen Familie zu Ostern 1851 eine
«Lffl'l 'sl'“ 1 “? .gesucht, bestehend aus Wohn- und
Schlafstube, Küche und Platz zur Feuerung, am liebste» par-
Zu vermiethen.
Die Frau Justizräthiu Scho« {fl ^willigt die untere
Etage ihres ,» der Hohenstraße bclegenen Wohnhauses, jcbt
von Herrn F. A. Obcrrcich's Wwe. bewohnt, von Ostern
an, anderweitig zu vermiethen, und wollen Liebhaber
sich des Näheren wegen an den Makler J. N. F. Kühl
Wenden.