Full text: Newspaper volume (1850)

cut den Leib, aber die Heiterkeit vertieß sie nicht. 
Auf beiden Seiten fielen gar Manche. General Bau- 
dissin war unter den ersten Verwundeten, so auch 
Oberst Gerhardt. Die Mööre waren voll von Ster 
benden und Todten. Am Tage nach der Schlacht zog 
man noch lebende, halbverschmachtete Menschen unter 
den Hausen von Todten und aus dem Sunipfe her 
vor. Sowohl die Dänen wie die Schleswig-Hol 
steiner mußten beim Vorrücken und Zurückziehen ihre 
Verwundeten zwischen den Linien, dem doppelten Feuer 
ausgesetzt, liegen lassen. Die gegenseitige Erbitterung 
war groß. Zuletzt zwang ein fürchterliches Flanken- 
feuer mehrere Abtheilungen der Dänen, welche bei 
Gammellund standen, nachdem sie eine große Menge 
ihrer Officiere verloren hatten, sich zurück zu ziehen. 
Höhere Befehlshaber eilten hinzu, Oberst Jrminger 
sprang vom Pferde und ermunterte mit eindringlichen 
Worten die Weichenden. Bald war die Ordnung 
wieder hergestellt. General Krogh ließ frische Ba- 
talllone gegen das Holz in des Centrums rechte Flanke 
rücken und einen Theil der Reserve-Artillerie auffah 
ren. Das Gefecht bei Gammellund dauerte fort 
nahm aber an Heftigkeit ab. Um diese Zeit sprang 
nn Pulverwagen in die Luft und erschreckte die 
Schleswig-Holsteiner. Bereits war der nordöstliche 
Theil von Jdstedt in dänischen Händen. Oberst Rä 
der, welcher mit seiner halben Brigade vorging, er 
hielt Befehl nicht nachzudrängen. Kaum war das 
Gefecht im Westen zum Stehen gebracht, als von 
Oberstolk beunruhigende Meldungen einliefen: im er- 
[ m ! Augenblick hieß es, daß die Dänen ganze Bat 
terien verloren hätten. Unterdessen ward Oberst The- 
strup mit 3 Bataillonen in die Richtung von Jdstedt 
abgesandt und General de Meza, welcher das Com 
mando der 2. Division übernahm, konnte erst nach 
längerer Zeit melden, daß er zum erneuten Angriff 
im stände fei, zugleich ließ er durch einen Adjutan 
ts! darauf antragen, daß das Centrum mit ihm zur 
selben Zelt angreife. ° 
Während dieser Stellung des Kampfes bereitete 
Genera! Krogh eine entscheidende Attaque vor da 
der starke Widerstand der schleswig-holsteinischen Flü 
gel gebrochen war. Eine wunderbare, ängstliche 
Grabesstille hatte auf einen Augenblick die wilde 
Schlacht abgelöst, kaum hörte man einen Schuß 
ļ aUe . n /, Aus beiden Seiten athmete man tief und 
bereitete sich auf das Aeußerste vor, ungewiß dar 
über, was der Gegner thun würde, nur überzeugt 
davon, daß er sein Möglichstes wagen würde. Beim 
Obercommandostabe auf dem Heidehügel benutzten 
die Ofstciere die Gelegenheit um vom Pferde zu 
steigen und sich zu erholen, während ihr Blick über 
den itilUvx W»hlvlab w. mit 
aus den drchtgeschloffenen Massen der Garde und 
eines anderen, des letzten Reservebataillons, ruhte. 
Bald aber war» die Schlacht hartnäckiger als 
vorher wieder eröffnet. Ein fürchterliches Artillerie- 
Feuer entbrannte von beiden Seiten und dauerte 
ein paar Stunden bis nach Mittag fort; das Ge 
wehrfeuer verlor sich ganz unter den unendlichen 
Donner der Kanonen. Einige 20 dänische Kanonen 
wurden aufgefahren, um die Wege zu reinigen; die 
Kugeln fielen dicht wie Hagel längs denselben, Ströme 
von Blut und Wasser stoffen hinab. Von den Hö 
hen des Jdstedter Passes feuerte das feindliche Ge 
schütz aus dieser vortrefflichen, gedeckten Stellung 
hinab auf die Heide. Eine dichte Rauchwolke der 
brennenden Bäume und Dörfer hüllte Freunde und 
feinde ein. Wald und Heide erzitterten und es 
war gleichsam als ob die Wolken von der qewalti- 
*!!■’ ĢMàmng erbebten, denn sie zertheilten sich, 
der Regen horte auf und die Sonne schien. 
(Schluß folgt.) 
ich nicht diesen traurigen Todesfall hiedurch statt des gelvohn- 
tlchen Attsagcns anzuzeigen. 
Rendsburg, den 24. Sept. 1850. 
Maria Jacobsen, geb. Boss, 
für mich und im Namen meiner 
Kinder. 
Das Gouvernement der Stadt und Festung Rends 
burg, hat dem Magistrat unterm heutigen Tage den 
Auftrag ertheilt, den Beikoniinenden zu eröffnen, daß 
sur die Dauer des Belagerungszustandes die freie 
Einfuhr von Roggen- und Waizenmchl in die hiesige 
«tadt einstweilen erlaubt sei, welches zur Nachricht 
und Nachachtung für Alle, die es angeht, hiemittelst 
bekannt gemacht wird. 
Rendsburg, den 20. Sept. 1850. 
Der Magistrat. 
m - bekannt,".ich,"»«I 
Wenn nach einem Beschlusse beider Stadt-Collegien 
. ? $ ."f der in Gemäßheit der Verfügung vom 
14. April 1848 den Familieil der im Felde abwesen 
den Soldaten zu reichenden Unterstützung für die 
Hllhre 1848, 1849 und 1850 mit der Summe von 
*3/1 von sämmtlichen hiesigen Einwohnern, 
welche Armengeld zu entrichten haben, nach Maßgabe 
ihres Beitrages zu demselben, aufzubringen ist, so ist 
der constltuirte Stadtcassirer! Gosch beauftragt, die 
repartilten Beiträge zugleich mit der in Kurzem fällig 
werdenden Michaelis-Ouartals-Schatzung zu erheben. 
n .„ ckRdem dieses zur Nachricht und Nachachtung für 
Alle, die es angeht, hiemittelst bekannt gemacht wird, 
wird zugleich bemerkt, daß zur Hebung der Michaelis- 
^eldern ls-Schatzung' '"bst den gedachten Unterstützungs- 
für die Altstadt: 
der Dienstag und Mittwoch in der künftigen Woche, 
als der lste und 2te October, und 
für Neuwerk 
der Donnerstag und Freitag, als der 3te und 4te 
October, Vormittags von 9 und Nachmittags von 
2 Uhr an, auf dem hiesigen Rathhause angesetzt 
worden. 
Rendsburg, den 23. Sept. 1850. 
Der Magistrat. 
Anzeige. 
Mit dem 1. Oct. beginnt ein neues Abonnement auf die 
Bürgerzeitung 
nebst Thuringia; ' 
ein Blatt für Volkcswohl und Fortschritt, herausge 
geben von Ferd. Schrader. 
^ ,Bic freundliche Anerkennung und bereitwilliae lliitcrstüt-»»« 
welche dieser Zeitung z» Theil wurde, hat 
Beweis geliefert, daß wir bezüglich der Haltung des B à 
getreu im Sinne des Volkes gehandelt haben. Von der 
f'Burgerzcltiing erscheinen wöchentlich zwei Nummern einmal 
begleitet von dem belletristischen Beiblatt Tb,ri, ain»' r ,K 
U D» 'A if Äs® X 'lflļ,"! 
dirn Bestellungen nehmen alle Postämter an. Anzeigen 
aller Art stiidcii cute weite Verbreitung. * 9 1 
3nist, iin September. 
Die Expedition. 
In der Expedition d. Bl. ist zu 
haben: ' 6 
Verlustliste der Schlesw.-Holst. Armee, 
am 8. Sept. bei Süderstapel und 
Breckendorf, und am 12. Sept. zwi 
schen Eckernförde und Missunde. 
Bekanntmachung. 
Am Freitage, den 27. d. M„ Vormittags von 9 
Aachmittags von 2 Uhr an, sollen in dem nun 
Nachlaß des weil. Bäckermeisters Mainzhusen qc- 
Sachen, Wend^m iU 3taMaü aêbôïmb£n 
Hau/- und Küchengeräth, Silber, Leinen- und 
Bettzeug, Mobilien, als 1 Cylinder, Tische, 
Btuhle, 1 Commode, 1 Spiegel, 2 Lampen, 1 
kleiner Kanonenofcn und sonstige Sachen, 
ln öffentlicher Auction gegen baare Bezahlung, oder 
bei genügender Sicherheit auf vierwöchentlichen Cre 
dit verkauft werden. 
Rendsburg, den 24. Sept. 1850. 
Der Magistrat. 
Anzeige. 
Circa 3 — 400 Ellen feinen, ächten, 
dunkelblauen Düffel, prima Qualität, fast 
U breit, bestehend in Resten vor: 1, 2, 3 
und 4 Elleit sollen für die Hälfte des Wer 
thes verkauft werden, bei 
Jacob Hcyer. 
3u verkaufen. 
. 2 l1 ? "LK 1 kurzen Straße belegenc Wohn. 
§E^"Madame Ebert steht zum Verkauf. 
Näheres bei C. Fromm. 
Haus-Verkauf. 
rssMU" a ’-şşLn: 
Johann Heinrich Risse», 
Rade- und Stellmacher. 
Haus-Verkauf. 
. Freitag den 27. d. M., Nachmittags 4 Ubr, sott 
im Hause des Kirchenvorstehers I. H Steck die 
aus dem Stadtfelde belegenc halbe Hufe Kirchenland 
ustentlich a» den Meistbietenden verpachtet werden 
Rendsburg, den 17. Sept. 1850. 
Die Kirchenvorsteher. 
Mein neu erbautes Haus in der Lilien. Straße bl» ick 
.ewilligt unter der Hand zu verkaufen. Dasselbe c„thält I* 
A“* ®fîmÁcf Ud>C "' al ' Clms »nd Hauskeller nebst 
Rendsburg, den 20. Sept. 1850. 
I. D. Gcrbltz. 
Vermischtes. 
y der Churfürst von Hessen-Kessel am späten 
Abend des 13. Sept. beim Könige Ernst Auqust 
^"uver war, soll dieser in seinem eigenthüm- 
lichen Deutsch zu jenem gesagt haben: „Ist das 
Haffenpstug auch hier? das muß gleich wieder fort 
ich mag das Haffenpstug nicht leiden." Ob derKö- 
mg diese Worte wirklich gesprochen hat. kann freilich 
mcht nachgewiesen werden, indessen sehen sie aus 
als ob fie von ihm herrühren. 
t s7s berliner Rest bemerkt: Das Publikum er- 
eldet durch die jetzigen kurhessischen Zustände beim 
N der dort'geu Landeskasseuscheine bedeutenden 
Nachtheil; fast überall verweigert man die Annahme, 
Agio um letzen sie nur gegen bedeutendes 
Holsteinische Eisenbahnen. 
Frequenz 
in der Woche von, 15. — 22. Seplbr. 1850. 
Altona - Stiel. 
7,338 Personen 8,530 mk—a 
Gütcrfracht 7,218 . 8 . 
Personenverkehr von und nach 
den Haltestellen im Monat 
August 1850 . 276 - - . 
für Equipagen im August .. 40 - 8 . 
für Hunde im August 44 , 12 - 
Geneigte Ebene in Altona.. 436 . 2 - 
Glnckstalt - (g/mölumT“ 16,575 ‘ 4 14 ß 
M««» 633 m)j 15 ß 
Gütcrfracht 258 . g . 
Equipagen im August 3 . 12 
r»r Hunde int August 1 » _ 
Donnerst, den 26. d. Abends bei günstiger Witterung - 
Tanzmusik in meinem Garten. 
Entree 4 ß. Nur anständigen Mädchen ist der 2». 
tritt gestattet. Höflichst ladet ein * ' 
I* D. 
Geld-Gesuch. 
600—800 Nthlr. Schl.-Holst. Et. 
fàn zum l. Januar k.J. auf ein Haus als Istcs 
Geld gesucht. Näheres ui der Wochenblatts-Erpeb. 
Offener Dienst. 
Elches Lust hat als Haushälterin sogleich 
Das mUSTSXSl ftp* ^ 
JtttcUistonz - Airzeigen. 
lieber Mann der hiesige Webermeister Krankenlager, mein 
Jürgen Peter Christian Jacobfeil, 
'M «Heu Lebensjahre. — Verwandten und Freunden verfehle 
897 mķ 3 ß 
Rendsburg Reuiililirster. 
Ņ Personen 2,417 13 ,3 
Guterstacht 2,516 . i 2 . 
vom Halte- 
sàb Vockclholm im Monat 
August 83 « - . 
Equipagen int August .. i'. 6 - 12 - 
für Hunde im August 7 - 12 . 
5,032 »iK i/j 
Altona, den 23. September 1850, 
D i e Direction 
der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft. 
Logisgesuch. 
Es wird von einer stillen Familie zu Ostern 1851 eine 
«Lffl'l 'sl'“ 1 “? .gesucht, bestehend aus Wohn- und 
Schlafstube, Küche und Platz zur Feuerung, am liebste» par- 
Zu vermiethen. 
Die Frau Justizräthiu Scho« {fl ^willigt die untere 
Etage ihres ,» der Hohenstraße bclegenen Wohnhauses, jcbt 
von Herrn F. A. Obcrrcich's Wwe. bewohnt, von Ostern 
an, anderweitig zu vermiethen, und wollen Liebhaber 
sich des Näheren wegen an den Makler J. N. F. Kühl 
Wenden.
	        
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