Full text: Newspaper volume (1850)

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Jahrgang ş 
Mittwoch, den 2. October 
. ,, diesem Blatte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. Passende Nciträae fürn,™ 
des Wochenblatts m Nîendsburg," entaeaena?n^n,-ņ cv^m****-ar*»»,«;.™« . .emage können 
ist fur Interessenten, denen es 
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1S50. 
Hungen 
Tttgesgefchichte. 
A nt e r i f a, 
Sîewyork. Für Schleswig-Holstein sind im 
engeren Kreise unserer deutschen Bürger 1500 Doll 
gesammelt und zur Verwendung für mildthätige 
Zwecke an das Kieler Comittee gesandt worden. 
D ä it c m er r k. 
Kopenhagen, vom 25. Sept. „Flyveposten" 
meldet, vast des Königs Aufenthalt in Schleswig und 
beim Heere 5 — 6 Tage dauern werde, so daß der 
selbe in den ersten Tagen des Octobers zurück sein 
könne. 
Die „Bert. Ztg. bringt von einem Augenzeugen 
folgenden Bericht über den Artillerie - Kamps bei 
Missunde. Darnach ist Capita» Schon, nachdem der 
Rückzug über die Schlei ausgeführt war, schon im 
Anfang des Artilleriekampfes bei seinen 4 Kanonen 
gefallen und hat Capital» Dineftn das Cvuunaiwv 
auch über diese nebst seinen eigenen 6 Geschützen 
übernommen. Zwei Stunden lang habe er nun 
Schuß auf Schuß gewechselt mit dem Feinde, der 
20 Geschütze aufgefahren, eine Sechspfünder-, eine 
halbe Zwölfpfünder- und eine reitende Batterie, und 
als er der „dänischen Artillerie nicht Herr werden 
konnte," noch 2 Zwölf- und 2 Vierundzwanzigpfünder 
Granatkanonen in der dänischen Flanke von Wese- 
bye her hinzugezogen habe, die die ganze dänische 
Linie der Länge nach bestrichen hätten. Diesen 
letzteren habe man dänischcrseits nur 2 Zwölfpfünder 
Granatkanonen entgegenzusetzen gehabt und- sei vom 
Feinde im selben Augenblick mit einer starken Jn- 
fanteriecolonne ein Sturm auf Missunde versucht 
worden, daß das Kanonenscuer ausschließlich hierge 
gen gerichtet sei, um den Sturm abzuschlagen. Der 
Ute und 4te Schuß seien in die Fronte eingeschlagen 
und hätten den Feind nach allen Seiten gesprengt 
Der Artilleriekampf sei aber zu ungleich gewesen, 
um ihn auf die Länge auszuhalten; die feindlichen 
Granaten hätten Biele verwundet. Die halbe Batterie 
Schon und 2 Kanonen Dinesen seien daher zurück 
gezogen und mit den übrigen 4 Kanonen, nachdem 
sie wcitläustiger gestellt worden, das Feuer fortge 
setzt. „Die Vorsehung war mit uns. Gerade als 
wir glaubten, daß er vorrücken werde, sahen wir den 
Feind mit seiner ganzen Artillerie in Galopp weg 
eilen." Die Verfolgung sei sofort begonneik und am 
Abend Wieder Die frühere Stellung bei Cosel einge- 
nomnien, wo schließlich noch mit 4 Geschützen eine 
heftige Kanonade gegen einen an Zahl und Caliber 
überlegenen Feind bestanden sei. Der dänische Ver 
lust bei der Artillerie betrage 16 Köpfe, dabei 15 
Pferde todt, hingegen aber eine Anzahl Gefangener 
gemacht. — Hinzugefügt wird noch, daß der Herzog 
von Augustenburg und sein Sohn dagewesen und 
Ersterer gerade mit Herrn L. und M. gesprochen 
habe, als die „Flucht" angefangen; daß sei ein bitte 
rer Kelch für ihn gewesen, der beim Vorrücken durch 
Cosel den Bauern zugerufen habe: „Heute nach Mis 
sunde, morgen nach Schleswig und Flensburg! 
—, vom 26. Sept. Das ^Linienschiff „Danne- 
brog" ist gestern Mittag vom Stapel gelaufen. Der 
König, die kvnigl. Familie, die Minister und das 
diplomatische Corps wohnten der bei dieser Gelegen 
heit veranstalteten Feierlichkeit bei. 
„Faedrelandet" sagt, dem Vernehmen nach werde 
der König sich am 26. auf dem Dampfschiffe „Eider" 
nach Schleswig einschiffen. 
— Die russische Dampffregatte „Kamtschatka" 
kam am 22. d. M. von der Flotte hier wieder an, 
um den hiesigen kaiserl. russischen Gesandten nach 
Schleswig hinüberzubringen. — Der Zweck dieser 
Reise des russischen Gesagten ist noch unbekannt!' 
* • b v 28 : fl*’*' .Der König und der Erb 
prinz Ferdinand ,ind mit Gefolge am 26 Moraens 
6 Uhr à dem Dampfschiff „Eider" nach Flensburg ab? 
gereist. Unterm Isten d. ist eine Verordnung er- 
lastem die einige Veränderungen an der Universität 
mathematisch naturwissen- 
sch.ĢĢ Facultat mit bcu Rechten der andern Fa- 
cultaten gegründet; sämmtliche fest angestellte Lebrer 
bilden die akademische Lehrer-Versammlung und der 
Unterschied zwischen ordentlichen und außerordentli- 
Pŗofeffoŗfn fallt weg; das Consistorium besteht 
sluá ļ 6 àûlàrn, Heren 11 aus den verschiede 
st" Facultaten (je 2 und aus der philosophischen 3) 
die übrigen a aber von der gedachten Lehrer-Ver 
sammlung gewählt werden. 
„Ny. P. Esten, schreiben Folgendes: Dem Ver 
nehmen nach wird heute eine Proclamation des Kö- 
mgs an dre Holsteiner ausgefertigt, die zugleich von 
den Großmächten unterzeichnet sein sott (!) und wor 
in die Unterwerfung der Aufrührer ia 
®uuumi venangl wird; nit entgegengesetzten Falle 
rücken die dänischen Truppen in Holstein ein. 
^entfâìhmlK 
Magdeburg, den 27. Sept. Aus dem hier 
abgehaltenen landwirthschaftlichen Congresse ist die 
schleswig-holsteinische Sache in einer besonderen Con- 
ferenz zur Sprache gebracht worden. Der Präsident 
Lette aus Berlin hat mit einer Ansprache die Ver 
handlung eröffnet und unter warmer Fürsprache den 
Antrag gestellt, daß den Brüdern in Schleswig-Hol 
stein ein ermuthigendes Zeugniß von dem lebendigen 
nationalen Mitgefühl derzMrtglieder des Congresses 
gegeben werde. Nach dieser Ansprache schilderte von 
den anwesenden Vertretern der schleswig-holsteinischen 
Landwirthschaft der Gutsbesitzer Hirschfeld aus Groß- 
Nordsee die Begebenheiten, wie die Zustände in den 
Herzogthümern seit der Schlacht vzm Idstedt, dabei 
unter anderem als Augenzeuge die Beschießung der 
Gefiou, während' auf derselben - die preußische Fahne« 
wehte, und die Unternehmungen der Dänen, uns- 
das Schiff in Brand zu stecken, das tapfere Beà 
men des preußlschenMuptmantss, der bei der auqen- 
cheinlichen àtsgefahr die Mannschaft aus Land 
geschickt und Ņ Nacht allein aus dem Schiffe zu 
rückgeblieben war; der Antrag wurde von verschie 
denen Jiednern, u. A. vom Freiherrn von Closen 
aus Barern, vom Architecten Hammann, vom Kauf 
mann Harkort, lebhaft unterstützt und darauf zwar, 
enĢrechend den eigenen Wünschen der anwesenden 
Schleswig-Holsteiner der von einigen Seiten gestellte 
Antrag auf augenblickliche Subscription oder Ein- 
ammlung von Geldbeiträgen, in der Cvnfercnz selbst 
mit überwiegender Majorität abgelehnt, hingegen 
von der bis zum Schluß der Cvnferenz gewachsenen 
Zahl der Anwesenden 'einstimmig det-Beschluß -»ge- 
aßt: „daß die anwesenden Mitglieder-' desŅngrkffes 
deutscher Land- und Forstwirthe es als eine heilige 
und Ehrenpflicht anerkennen, ein jeder in seinen hei- 
mathlichcn Kreisen für die Bildung und Erweiterung 
von Hülfsvereinen für Schleswig-Holstein zur Unter- 
ützung durch Mannschaft unb regelmäßig organisirte 
monatliche Geldbeiträge zu wirken, wo nöthig an 
die Spitze der Vereine zu treten, sich auch die Be 
förderung und Unterbringung der im Werke begriffe 
nen Anleihe der Herzogthümer angelegen sein lassen. 
^ (H. N.) 
Dresden, den 27. Sept. Am 28sten d. M. 
reist Se. kaiserl. Hoheit der Prinz Peter von Olden 
burg, Neffe des Kaisers von Rußlands über Ares- 
Iste Nummer des 4ten Quartals, 
lau nach Warschau, wo er eine Zusammenkunft mit 
dem Kaiser haben und mit ihm nach Moskau reisen 
wird. ' 
den 24. Sept. In der heute ab- 
gehaltenen Versammlung der Abgeordneten des Gu- 
stav-Avolph-Vereins wurde u. A. vom Präsidenten 
eine Zuschrift des schleswig-holsteinischen Vereins zu 
Altona mitgetheilt, womit derselbe, unter Ausfüh 
rung der Unmöglichkeit jetzt in dortigen Landen für 
den Verein viel thun zu können, dennoch 70 Thlr 
für den Kirchenbau in Wels übersendete. Tiefe Rüh- 
rung ergriff alle Anwesenden bei der Verkündung 
dieser Liebesgabe zu solcher Zeit aus den Händen 
kämpfender, blutender Brüder und namentlich auch 
beim Anhören des Schlustes jenes Schreibens, dessen 
„Ainen von der Versammlung aus tiefstem Herzen 
wiederholt wurde. Auf den Antrag eines Abgeord 
neten wurde eine Antwort beschlossen und der An 
tragsteller mit Abfassung derselben beauftragt. Sie 
soll dann von allen Abgeordneten am Donnerstag 
bei eurem Feste auf der Wartburg in der Luther- 
Schleswrg-Hotjleui zugesendet werden. 
Berlin. Die „N. Z." sagt: Mannigfache An 
zeichen deuten daraus hm, daß die Dänen den Her- 
zogthumern gegenüber in der nächsten Zeit in die 
Offensive überzugehen beabsichtigen. Hier ist der Be 
schluß gefaßt worden, für die Eventualitäten welche 
sich hieraus ergeben könnten, das sogenannte mobile 
preußische Corps, welches an der holstein-lauenbur- 
gischen Grenze ausgestellt ist, auch während des Win 
ters in unveränderter Stärke dort zu belassen. Man 
erzählt jedoch heute, daß dasselbe einen andere» Com 
mandanten erhalten werde, indem einem Gerüchte 
zufolge der General v. Hahn, der noch immer hier 
verweilt, zum Commandanten von Berlin bestimmt 
sein soll. 
Die „Const. Ztg." giebt folgende weitere Zusam 
menstellung über die für Schleswig-Holstein einge 
flossenen Beiträge, die indeß auf Vollständigkeit 
keimn Anspruch machen will. 
Der Preis unter allen Beisteuernden gebührt Han- 
nover und der preußischen Rheinprovinz, deren jedes 
bis zu dem angegebenen Termin schon über 30,000 
Thaler eingesandt hatte; von den Staaten mit weni 
ger als» einer halbe,» Million Menschen hat Oldenburg 
weitaus das meiste'gesteuert, nämlich 11,000 Thaler. 
Diesem zunächst steht Mecklenburg - Schwerin mit 
7000 Thaler, Braunschweig mit 5000, Sachsen-Wei- 
mar mit 3600 Thaler. Nassau ist mit 1300 Thaler 
zurückgeblieben. 
Auch eine Vergleichung der Beiträge der größeren 
Städte ist nicht ohne Interesse und Belehrung. Am 
meisten haben gesendet Berlin (12,700 Thlr.) und 
Hannover (12,500 Thlr.). Diesen folgt Bremen mit 
11,600, Stuttgart mit 8700 — welche jedoch fast 
die Gesammtsumme für Würtemberg repräsentiren, 
Cöln mit 8000, Leipzig mit 7000 (zwei Drittel des 
Gesammtbeitrages des Königreich Sachsens), Elber 
feld mit 6000, Braunschweig mit 4500 (das ganze 
HerzogthŞ hat 5000 Thaler gesendet) und Stettin 
mit der gleichen Summe. Die Städte Oldenburg, 
München und Nürnberg haben jede 4000 Thaler ge 
geben, Königsberg 3500, Kassel 3300 Halle a. d. S. 
3000 Thaler. Der Beitrag von Mannheim und Lü 
beck ist 2800, von Crefeld und Schwerin 2500, von 
Rostock, Dresden und Gotha 2000. von Osnabrück 
1900, von Darmstadt, Hagen, Hildesheim, Weimar 
und Harburg 1700, von der Stadt Detmold und 
Breslau 1600, von Aachen, Wismar, Würzburg, Hei 
delberg und Limburg a. d. Lenne 1500, von Münster 
und Danzig 1100. 1000 Thaler sind eingesandt von 
Emden, Bonn, Düsseldorf und Lennep. 
Berlin, den 26. Sept. Eine am 23. d M. 
gu den preußischen Gesandten qm curhessischen Hose
	        
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