ihren Betten heraus: „Das har Henke mir auch ge
than!"
, Henke ist übrigens — was wir hinzufügen köw
nen — nachdem er kaum von einer bei Jdstedt er
haltenen Wunde genesen war, bei Friedrichstadt aber
mats, diesmal am Arme, verwundet, .und wie wir
hören, am Ellenbogen resecirt.
Frankfurt, den 20, Oct. Der eschenheimer
Club hat gestern wieder Sitzung gehalten und sich,
wie wir hören, vorzugsweise mit der schleswig-holff
Angelegenheit beschäftigt. Was „beschlossen" worden,
deckt noch den Schleier des Geheimnisses, denn die
auftauchenden Gerüchte sind widersprechender Art
wir vermeiden es daher, diese mitzutheilen. Gewiß
scheint nur, daß der „Ausschuß" nunmehr über die
von Dänemark beantragte Intervention des Bundes
Bericht erstattet hat. Dürfen wir einer sonst achb
baren Quelle Glauben schenken, so würde das Com-
Missionsgutachten die Absendung eines Abgeordneten
des Cluös nach Holstein in Vorschlag gebracht haben
Sollte dies der Fall sein, so nehmen wir hier wohl
mit Grund an. Laß der „Commissarius" von der
Statthalterschaft nach Gebühr zurückgewiesen wird.
wie sich auch Seitens der preußischen Regierung nur
scharfer Protest gegen die Anmaßung des Clubs ev
warten läßt. Bott Wichtgkeit dürfte für das be
drängte Holstein die Nachricht sein, daß hier mi
großem Eifer ausgesprengt wird: in der Armee herr
sche eine republikanische Stimmung, so wie ein dem
Oberseldherrn abgewandter Sinn. , Es wird keiner
näheren Angabe über Ursprung und Zweck derartiger
Versicherungen bedürfen; doch da sie im schleichenden
Weitergreifen einen nachtheiligen Einfluß nicht ver
fehlen, glauben wir wenigstens durch diese Notiz auf
die böswillige Absicht hindeuten und zu deren Be
gegnung die Hand bieten zu müssen.
' Oldenburg, den 20. Oct. Die Staatsanleihe
der Herzogthümer Schleswig-Holstein macht in unse
rer nicht eben wohlhabend zu nennenden Stadt gute
Fortschritte. Ein Circulair zu Unterschriften dafür
sagt:
„Bei den bisherigen Geldsammiungen haben die
Unbemittelsten, welche wöchentlich 2 bis 6 Groten
zeichneten, verhältnismäßig viel mehr gethan, als
diejenigen, denen Gott Glücksgüter verlieh. An die
sen ist'es jetzt nicht zurück zu bleiben. Die Staats
anleihe der Herzogthümer Schleswig-Holstein giebt
dazu die Gelegenheit. Mancher erwidert: Ich will
lieber 10 Thlr. geben als 50 Thlr. leihen; Das ist
edel gedacht. Aber wir wissen es aus dem Munde
der Schleswig-Holsteiner: sie wollen lieber die An
leihe als dicft anderen Gaben. — Die Anleihe der
Herzogthümer hat eine politische Bedeutung; thr Ge
lingen. in Deutschland ist eine moralische Niederlaae
Dänemarks. Staatskredtt ist mächtige politische Stütze.
Milde Gaben werden auch dem verlorenen Unglück
lichen nicht versagt: aber eine Anleihe während des
Krieges gelingt nur demjenigen Staate, auf dessen
Seite Siegesgewißheit ist. Geben wir also dem
bedrängten Bruderlande durch die Anleihe einen Be
weis unseres Vertrauens aus ihre gerechte Sache
und auf Gott, eine Bürgschaft für ihren Sieg!"
Eine ziemliche Reihe von Namen ist gleich in
den ersten Tagen eingezeichnet worden. Alles für
Schleswig-Holstein! ist die Tageslosung, und die
Ueberzeugung dringt immer tiefer ein: Schleswig.
Holsteins Sache ist jetzt der einzige feste Ankergrund
für Deutschlands Sache; geht Schleswig-Holsteins
Sache verloren, bewährt an ihr die deutsche Nation
sich ohnmächtig und feige, so geht Deutschlands In
telligenz aus lange Zeit zu Grabe, sicher, unaus
bleiblich! entweder unter den Trümmern des socia
listischen allgemeinen Umsturzes — oder unter dem
Joche ausländischer Rohheit.
Aus, Neichaus a. d. Oste (Hannover) erhalten
wir von einem wackeren Freunde der schlesw.-holst.
Sache eine Zuschrift, welche uns einen neuen Beleg
giebt, mit welcher Begeisterung man in Hannover
an der Sache unserer Brüder jenseits der Elbe
hängt. „In Folge des Aufrufes an das deutsche
Volk und der ernsten Mahnung an die deutschen
Frauen und Jungfrauen, welche ihre Zeitung zu
uns gebracht hat — schreibt der geehrte Briefsteller
— rührt, sich hier jetzt Alles mit neuem Eifer, um
die Schleswig-Holsteiner nach Kräften durch Wochen-
chensammlungen und sonstige Beiträge zu unterstützen."
— Unter pen Mitteln, weiche dort ausgesonnen sind,
ist auch eins, das wir zur eifrigen Befolgung em
pfehlen möchten. Die dortigen Karten spielenden
Herren haben nämlich beschlossen, während dos Win
ters allen Spielgewinn zu sammeln und chn monat
lich nach Kiel zu senden. Wir stimmen von Herzen
in den Wunsch des Briefstellers ein, daß eine solche
Besteuerung ves Vergnügens aller Orten eingeführt
werden möge. Aus Kleinem erwächst Großes, und
kein Mittel muß zu gering angeschlagen werden.
(Wes. Ztg.)
Kassel, den u>. Oct. Die Memoiren des fran
zösischen Generals Hugo enthalten einen interessanten
Beitrag zur Lebensgeschichte des Oberbefehlshaber
m patrilnis, Herrn v. Haynau. Hugo erzählt näm
lich in vom. Ul. Chap. 6., daß, als er im Jahre
18 L4 Commandant der von den Alliirten belķrten
Festung Thionville gewesen sei, Herr v. Haynau,
Befehlshaber der ersten hessischen Brigade vom Be-
sagerungscorps, nach mehrfachen vergebticheu Ler-
suchen, eine persönliche Zusammenkunft mit ihm zu
erlangen, am 10. April eine französische Dame aus
Cattenom, die Mutter eines bei dem General Hugo
dienenden Officiers von der Nationalgarde, gezwun
gen habe, sich in Person zu diesem zu begeben und
ihm mitzutheilen:
„Die verbündeten Heere hätten feit dem 31.
März Paris inne, Volk ünd Senat hätten feier
lich Ludwig den Achtzehten anerkannt, in weni
gen Tagen würde das Schicksal Frankreichs zu
seinem und Europas Besten bestimmt werden;
die Alliirten, welche das Glück gehabt, dies große
Resultat zu erzielen, würden unzweifelhaft alle
Früchte desselben einernten; durch eins der größ
ten Mißgeschicke hätten aber die nur mit den
undankbarsten Operationen, nämlich den Belage
rungen fester Plätze, beauftragten Hessen nicht das
Glück gehabt, auch nur einen derselben zu neh
men, und da es nun, sowohl für ihre Ehre, als
auch für ihre Interessen, um Stimme im Kriegs-
rath zu erhalten, von Wichtigkeit sei, daß Hessen
einige Thaten zu seinen Gunsten auszählen könne,
so biete Herr v. Haynau, Namens des Fürsten
v dem General die Stellen, Ehren und
Güter, welche er nur verlangen werde, für den
Fall an, daß er ihm die Festung Thionville über
liefere !!!"
Hugo, in gerechter Indignation über diesen Be-
stechungsversuchf babe zur Antwort gegeben: „Sagen
Sie, Madame, dem Baron v. Haynau, daß ich Nichts
bedarf, daß mein einziger Ehrgeiz der ist, meine
Pflicht gut zu erfüllen und würdig dem Vertrauen,
welches durch Uebertragung des Commando's von
Thionville in mich gesetzt worden, zu entsprechen."
„Fügen Sie hinzu, baß, was auch immer für
Botschaften ferner an mich gelangen möchten, ich
keiner mein Ohr leihen würde; daß ich wisse, was
ich meinem Vaterlande schuldig sei und daß ich selbst
jedem Befehle, die Festung den Feinden zu überge
ben, den Gehorsam versagen würde."
Auf solche Weise hat Herr v. Haynau, wie es
scheint, die Väter seiner jetzigen Kriegskameraden,
welche mit unbedingtem Vertrauen seinen Anord
nungen gefolgt sind, mehrmals zum Siege ge
führt !
—, den 18. Oct. Es befinden sich gegenwärtig
mehrere schleswig-holsteinische Osficiere im Auftrage
der schleswig-holsteinischen Regierung hier, um Mann
schaften und Osficiere für die dortige Armee zu ge
winnen. Wir glauben ihnen einen günstigen Er
folg versprechen zu können.
Hannover, den 20. Oct. Die Osficiere der
hiesigen Garnison hatten sich vor einiger Zeit in
corpore aeaen die Bezahlung der Communalabga-
ben aufgelehnt; m F» .;e dessen ist vom MUMlcno
des Innern jetzt der Bescheid gekommen, daß die
Osficiere der Garnison, wenn sie nicht Hausbesitzer
sind, von allen Communalabgaben befreit sind und
bleiben. Die Folge dieses Bescheides wird sein:
daß die Osficiere aller Rechte verlustig erklärt wer
den, die an Tragung solcher Steuern und Abgaben
hängen; so werden sie namentlich das Wahlrecht in
der Commüne, in der sie leben, verlieren, wenn sie
nicht zufälliger Weise dort geboren sind.
Schleswig-Holstein.
Die „Nordd. ft. Pr." schreibt aus Schleswig
Holstein vom 22. Oct. Wie verlautet und wie
auch der Herbststürme wegen und bei dem heranna
henden Winter anzunehmen ist, werden sich die dän.
Kriegsfahrzeuge von unseren Häsen, namentlich von
Eckernförde, zurückziehen. Damit wird sich in Ver
bindung bringen lassen das Gerücht, es würden nun
mehr die Dänen daran denken, ihre Truppen von
Eckernsörde, Cosel und Schwansen über die Schlei,
oder resp. wenigstens bis an die Schlei zurückzuziehen.
Ihre Kricgsfahrzeuge werden wohl noch in dieser
Woche abgehen.
Die dänische Armee leidet noch immer sehr durch
Krankheiten besonders durch Typhus. Die Cholera
soll nicht, wohl aber die Cholerine in ihr sich zeigen.
Wie stark Krankheiten bei den Dänen grassiren, mö
gen Fälle, wie sie vorkommen, anschaulich machen,
wo Bataillone und Corps anstatt 800 Mann, wie
te sollten, nur 400 Mann dienstfähige Mannschaft
;aben, die übrigen aber, wo nicht verwundet, krank
darnieder liegem Eine Batterie, welche Zwr Schles
wig, bei. Dannewirk, in oder bei einer Schanze lag,
hat zu einer Zeit nicht weniger als 80 Mann
Kranke gehabt. Auch hört man wohl bei den Sol
daten Unzufriedenheit und.Ueberdruß äußern bei dem
mühevollen und gefährlichen Dienst.
Unter den schweren Verlusten, welche die Dänen
bei Friedlichstadt erlitten haben, soll einer durch vor
eiliges Sprengen einer von den Dänen angelegten
Mine verschuldet sein. Ein dänischer Officier, und
zwar kein Subalternofficier — so wird erzählt, —
ei, in dem Glauben, daß ein unterminirter Platz
dereits von den Schleswig-Holsteinern genommen und
besetzt wäre, herbeigeeilt und habe die Mine in die
Luftsliegen lassen, während sie noch von den Dä
nen besetzt gewesen wäre. Die Zahl der dabei ums
Leben gekommenen Dänen soll beträchtlich sein.
Wir können zwar die Wahrheit dieser Mittheilung
nicht verbürgen, und zweifelhaft macht uns die Sache
der Umstand, daß nach den von schleswig-holsteini
scher Seite gemachten Veröffentlichungen unseres Wis
sens keine von dänischer Seite gesprengte Mine er
wähnt ist, allein Thatsache ist. daß in einer Stadt
des Hcrzogthums Schleswig ein gemüthskranker dän.
Stabsofficier sich befindet, von dem es heißt, daß er
der Unglückliche gewesen, welcher jene Mine haben
sprengen lassen, und daß er in Folge dessen seine
Verstand verloren habe oder doch gemütbskrank ge
worden sei.
Die Stärke der wirklichen, d. h. dienstfähigen
Combattanten in der dänischen Armee soll gegenwär
tig jedenfalls nicht 35000 Mann übersteigen.
Sehr übel nehmen es die Dänen, wenn Jemand
Mißtrauen in ihre Macht setzt. Dieß hat jüngst
ein Dienstknecht auf oder bei Falkenberg erfahren.
Dänen renommiren gegen ihn mit ihrer Macht. Er
erwiedert, es würde schon bald die Zeit kommen,
„wo de Dän wat op sien Snut kriegen wurr." Dieß
zeigen nun jene Renommisten höheren Orts an, und
der arme Kerl wird 5 Tage aus Wasser und Brod
eingesteckt. Darnach wird er vor einen höheren Os-
ficier geführt. Hier provocirt oder gedrängt wieder
holt er muthig seine Aeußerung. Da führt man
ihn gefangen nach dem Norden ab; es heißt gar
nach Kopenhagen.
Ferner heißt es:
Die Anwesenheit der dänischen Majestät wurde
noch durch das Einbringen zweier erbeuteten Kano
nen gefeiert. Vielleicht wird es sie befremden, eine
solche Mittheilung zu vernehmen, da bisher nicht
verlautet hat, daß das schleswig-holsteinische Heer da
mals zwei Kanonen verloren hätte. Die Sache
machte sich so : die Dänen hatten aus Gottorff ein
paar kleine Kanonen — um nicht zu sagen: Pfeffer
büchsen — womit vielleicht in alten Tagen einmal
bei festlichen Gelegenheiten gefeuert wurde, aufgestö
bert. Diese wurden jede mit Hülfe zweier alten
Pferde im Stillen aus der Stadt gebracht. Im
Verlauf des Tages hörte man einigen Kanonendon
ner; und bald werden die beiden Kanonen heimge
bracht; und diese galten nun für den Schleswig-Hol
steinern abgenommene Geschütze. So machen die Dä
nen Geschichte.
Die von den Dänen im Herzogthum Schleswig,
so weit denn ihre Bajonette reichen, eingeführte
Branntweinsteuer soll viel Glück machen, d. h. Glück,
den vermeintlich Dänischgesinnten im Norden das
Dänenthum zu vertreiben. Die Abgabe ist wahr
haft enorm. Von einzelnen Brennereien fordert man
jeden Tag nicht weniger als 6, ja 9 (neun) Thaler
oder Reichsbankthaler.
Ķêeķ, den 22. Oct. Mit dem von Flensburg
in Lübeck vor einigen Tagen angekommenen Schiffer
Houensen sind avermals Ansgewiesene und freiwil
lige Emigranten auf deutschem Boden angelangt.
Unter Anderen ist der vormalige Hardesvogt Call-
sen von Grünholz in diesen Tagen hier eingetroffen.
Derselbe ward einige Zeit nach dem Rückzüge unse
rer Truppen von Jdstedt von den Schergen der dän.
Gewaltherrschaft aufgegriffen und nach Flensburg
gebracht, wo er 6 Wochen lang gemeine Gefängniß
hast hat erdulden müssen und darauf ausgewiesen
worden ist — weil er den dän. Regierungscommissair
als höchste Autorität nicht hat anerkennen wollen.
Der bekannte Kammerherr Scheel ist augenblicklich .
auch in Flensburg domilicirt und scheint bei politi
schen Untersuchungen eine Hauptrolle zu spielen. Mit
genannter Schiffsgelegenheit hat auch der abgesetzte
Pastor Balentiner Flensburg, — wir meinen frei
willig, — verlassen. Man bezeichnet den Diaconus
an der St. Marienkirche, Pastor Peters, als dessen
Nachfolger. Peters ward vor etwa einem Jahre von
den dänischgesinnten Mitgliedern des Kirchspiels
(welches die nördliche Stadthälfte umfaßt) zum Dia
conus erwählt, indem man supponirte, er müsse Da-
nomane sein, weil — sein verstorbener Vater es ge
wesen. Man kam später zur Erkenntniß daß man
sich geirrt habe; aber Peters erkannte die Landes-
Verwaltung an und wird sich denn auch wohl der
gegenwärtigen Gewalt fügsam zeigen. Mehr deutsch
als Aschenfeldt, theilt Peters mit 'diesem die Ansicht,
sich von politischen und überhaupt weltlichen Dingen
als Geistlicher fernhalten zu müssen. An die Stelle
des Pastor Lorentzen (Adelbye) ist der Kandidat Jes-
persen getreten; früher war derselbe mit Leib und
Seele der guten Sache zugethan. Es giebt ja über
all Leute, die ihre politische Ueberzeugung wie ein
Gewand ab- und anthun, je nachdem es der Vor
theil gebeut.
Die „Flensburger Zeitung" widmet den „Wei
bern im Herzogthum Schleswig" einen geharnischten
Leitartikel. Da die deutsche Gesinnung in einem
großen Theil des Herzogthums nun einmal eine un
leugbare Thatsache ist, so sucht die „Fftnsb. Zeitg."
nach einer Erklärung dafür und findet sie in. den.
Weibern des Herzogthums, die sie sift das schäd
lichste Element der illoyalen Bevölkerung Schleswigs
erklärt; — gewiß eine Anerkennung, wie sie sich
die deutschen Frauen Schleswigs nicht ehren
voller wünschen können. Der Schluß des Artikels
lautet: „Und diese Weiber — es giebt ihrer viele —
sind schädlich durch die durch das ganze sociale Le-.
ben sich verzweigenden Wirkungen ihres activen
und passiven Verhaltens, und diese Weiber müssen
unschädlich gemacht werden, und müßte man selbst