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Jahrgang.
M 88.
Sonnabend, den 2. Noveurber
Ä, b Ä .ià AMwoch und Sonnabend pne Nummer. .Paffende Beiträge können entweder direkte abgeliefert, oder unter der Bezeichnung: „An die àdità
ìneeden Nta 'Dlenşşâaa inih sTWtHvma 10 nn»- «vkoin« _ btcff^ ŅļtîiteK
bcá aBodjeiiMattâ in Rendsburg," entgegengenomen werden. Intelligenz-Anzeigen werden ^ils"25icnļîâ3d’"üitb *gceüa3ö"'fv>ät":st*'^5{ittaaä"Ï2*UT.V àten^—D»
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TagesgeschLchte.
-iXI-
G r 0 ß b V i t st it n t c «.
ÌÎ0H&0«, den 26. Oct. Die in dem Cabinets-
rath vom 23sten d. M. berathenen russisch - stanz.
Vorschläge betreffs der schlesw-holst. Angelegenheit
und die Haltung Englands zu denselben finden in
den gestrigen „Daily News" eine Besprechung, welche
gegen die Ergüsse der „Tinies" und „Globe" gerich
tet ist und nicht nur den maßlosen Affront der mit
jenen Vorschlägen Preußen angethan wird, scharf
hervorhebt, sondern auch nachweist, wie nichtig die
gegen Preußen gerichtete Anklage sei und wie man
die schleswig-holsteinische Frage überhaupt nur zum
Vorwand für die Bundestagsstage gebrauche.
„Daily News" bemerken, das Verhalten Preußens
und der Deutschen in Bezug auf Holstein sei eini
germaßen dem Verhalten Frankreichs zu Belgien nach
1830 analog. Die Sympathieen des letzteren Lan
des für Frankreich waren so stark, baß die Franzo
sen sie nicht abwehren konnten; sie stürmten viel
mehr Antwerpen und setzten einen ihnen eng verbün
deten König auf den belgischen Thron. Was würde
aber Frankreich gesagt haben, wenn Preußen oder
England damals mit einer Invasion in den Elsaß
oder die Normandie gedroht hätte? — Wenn jetzt
Frankreich Preußen bedrohe, so geschehe das nur
weil Louis Napoleon sich bei dem Czaaren insinui-
ren wolle, denn „was ist ihm Dänemark oder He-
buca?" Nicht soviel als ein Schluck aus der Cham-
pagnerflasche. Rußland aber gebrauche Schleswig-
Holstein als Paradepferd; in Wahrbeit wolle es im
Bunde mit Oesterreich Deutschland nach alter Weise
beherrschen. Denn wenn es ihm darum zu thun
war. dem holsteinischen Kriege ein Ende zu machen,
so würde es dies durch die thätige Dazwischenkunft
seiner Flotte oder weniger Truppen an der Eider
erreicht haben. Schleswig-Holstein sei nicht das
große Ziel der reactionären Mächte; man wolle viel
mehr vor Allem Preußen aus seiner constitutione!-
len Stellung drängen und unter die Botmäßigkeit
des alten Bundes bringen. In Deutschland die'Zu
stände von 1825 in ihrem ganzen Umfange wieder
herzustellen, das sei Rußlands eigentliche Absicht.
„Auf dem Fürsten-Congreß zu Bregenz contrasig-
nirte Nepelrode, als Vertreter seines Kaisers., „des
obersten Herrn über die Könige Europas", ein Pro
tokoll, wodurch sich die deutschen Könige verpflichte
te», 200,000 Mann und Oesterreich 150,000 Mann
gegen Preußen zu stelle», um es zur Nachgiebigkeit
in Curheffen und zur Anerkennung des Spottbun-
destagcs zu zwingen. Als Preußen sich dadurch nicht
einschüchtern ließ, griff der Bundestag nach auswär
tige Hülfe. Das unselige londoner Protocol! war
dazu das beste Mittel. Wir glauben sogar, daß die
russisch-französische Note anders lautet als die „Times"
sagen. Die Mächte drohen Preußen mit einer pol
nischen Theilung, nicht um Schleswig den Frieden
zu geben, sondern ihre Invasion droht für den Fall,
daß Preußen sich weigert, den Bundestag anzuerken
nen. Giebt Friedrich Wilhelm der Vierte nach, so
muß er die ultra-torystische Partei ans Ruder ru
fen; diese würde jede Spur constitutioneller Freiheit
in Deutschland vernichten, und das westliche Europa
würde darauf bald wieder in die Livree des Despo
tismus gesteckt. Das ist das große Ziel, auf wel
ches Rußland lossteuert. Als Rußland unsern Mi
nister zur Unterzeichnung des londencr Protokolls
verlockte, verwickelte sie ihn in Allianz gegen die po
litische und religiöse Freiheit Deutschlands. Sv
haben Rußland und Frankreich aus einer rein deut-
chen Frage eine europäische gemacht, die nicht ver
fehlen kann früher oder später den bittersten und
hartnäckigsten Krieg zr, entzünden. Die russisch-
französische Drohung ist ein Ereigniß. an dessen
frühere oder spätere Folgen wir nur mit Schaudern
denken können." — Im Uebrigen weisen „Daily
News" daraus hin, wie ungerechtfertigt die vom
„Globe" gegen Preußen erhobene Anklage sei. Preu
ßen habe Alles gethan, was es konnte; Ofsiciere die
in schleswig.-holst. Dienste traten, ihres Ranges und
Soldes sür verlustig erklärt, ja auch ihren Wittwen
und Waisen die Pension entzogen! Was hätte es
mehr thun können? Etwa selbst die Holsteiner un
terwerfen? Dies zu erwarten, wäre zu ungeheuerlich.
London, vom 24. Oktober. Professor Ge?-
vinus ist heute mit Zustimmung der Statthalter
schaft nach Deutschland, und zunächst nach Kiel ge
gangen. Man darf ihn in London zurückerwarten,
lobald Aussicht vorhanden ist. daß seine Anwesenheit
zum Besten der Herzogthüurer beitragen kann.
(Eonstit. Ztg.)
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D à n c in »t t Ï.
Kopenhagen, dsn 26. Oct. Die „Berl. Tid."
bringt eine Fortsetzung dpr Gesangeuenliste, enthal
tend 62 Namen, darunter Lieut. Albrecht vom 6ten
Bataillon, verwundet, außerdem noch 19 verwundete
Unterofficiere und Gemeine. Die Gesammtzahl der
in den Händen der Dänen befindlichen Schleswig-,
Holsteiner ist bis zum Schluß dieses Verzeichnisses
1865 — In Korsoer haben sich keine Eholerafälle
oder verdächtige Anzeichen gezeigt.
—, den 29. Oct. Die '„Berl. Tid." meldet, daß
der König am 27sten d. Nachmittags, von Frede-
riksborg zur Stadt gekommen. Der Zweck war
wahrscheinlich, der Staatsrathssitzung beizuwohnen,
biei über die preußischen Vorschläge nach „Flyep."
stattgefunden hat. 'Dieses Blatt bemerkt dabei, daß
dem Vernehmen nach für den Augenblick ein Waffen
stillstand vorgeschlagen sei; welcher Beschluß gefaßt
worden, sei nicht bekannt.
— Die dänischen Blätter bringen eine officielle
Mittheilung des Kriegsministeriums vom 27sten
Abends über das Cavalleriegesecht vom 24sten bei
Cropp „zwischen 80 Dragonern unter Lieutenant
Castenskjold und einer Escadron feindlicher Drago
ner. Durch ^ ein beherztes Einhauen wurden dem
Feinde 13 Gefangene,Und 13 Pferde abgenommen.
Unser Verlust ist 4 leicht Verwundete und 5 Ver
mißte (es sind doch 7 in Rendsburg eingebracht), der
des Feindes wird an Verwundeten auf circa 20
Mann angeschlagen." — Nach „Kold. Av." sind am
25sten vier der Spionerie verdächtige Personen in
Kolbing eingebracht und Tags daraus weiter nach
Friderieia transportirt. — Die Versammlung der
Ritterschaft und Gutsbesitzer in Kiel und deren Be-
ichluß wird von dänischen Blättern begreistich für
sehr wichtig und der dänischen Sache günstig gehal
ten; „Flyvep." hofft davon Folgen von de? größten
Bedeutung.
Deutfcdirrub.
Berlin, den 28. Octbr. Die Nachricht der
englischen Presse, daß Rußland und Frankreich gegen
Preußen die ernstesten Drohungen, selbst Drohung
einer Besetzung preußischer Provinzen aussprechen
wollten, um dasselbe zu einem Einschreiten gegen die
Herzogthümer zu bewegen, dürfen Sie nicht als ganz
aus der Luft gegriffen betrachten. Wer etwas von
dem politischen Zustande der Gegenwart weiß, dürste
freilich sehr dazu versucht sein. Das Wahre an je
ner Nachricht ist, daß die dänische Diplomatie sich
in den letzten Wochen überall bemüht hat, die übri
gen Großmächte zn bewegen, in den Herzogthümer»
einzuschreiten. Da die Unmöglichkeit einer solchen
Intervention m dieser Jahreszeit auf der flachen
Hand liegt, scheint die dänische Diplomatie dabin ge
arbeitet zn haben, daß die Großmächte Preußen zu
jenem Polizeidienst bestimmten, und sie aufgefordert
zu haben, diesem Verlangen durch die Drohung der
Besetzung preußischer Provinzen Nachdruck zu geben.
Daß dies wenigstens vom Baron v. Pechlin in Wien
geschehen ist, wissen wir bestimmt, weniger bestimmt
wie sich Oesterreich dazu verhalten hat. Natürlich
werden seine College» anderswo dasselbe gethan ha
ben. Jene Nachricht giebt die dänischen Wünsche.
Daß diese Wünsche bis jetzt keine Folge gehabt ha
ben, ist gewiß zu glauben, daß sie eine so weit ge
hende Folge haben werden, scheint absurd. Die Sen
dung des General Hahn nach Kiel scheint überhaupt
ein zu erwartendes Andringen der Mächte durch
Waffenstillstandsvorschläge coupiren zu sollen. Nach
dem, was hier über die Stimmung in den Herzog
tümern und ihre Aussichten für den Winter bekannt
ist, läßt sich nicht erwarte», daß diese Vorschläge in
Kiel angenommen werden. Preußen aber wird ohne
Zweifel stets an _bcr Idee des einfachen Friedens
festhalten und daß. durch denselben die Sache zum
Austrag zwischen Dänemark und den Herzogthümer»
allein verwiesen ist. Von Interesse ist es, zu sehen
wie Dänemark in diesem Sommer so begierig nach
Krieg, jctzt Angesichts des Winters durchaus dem
Kriege ein Ende gemacht wissen will; natürlich ohne
irgend welche Schritte zur Versöhnung zu' thun.
Wenn Dänemark auch im Felde bisher sehr glücklich
gewesen ist, so hat es doch einen Angriff der Eider-
linie bisher als unmöglich betrachtet, und scheint
überzeugt zu sein, daß der Winter es zwingen wird,
das ganze Herzogthum Schleswig zu verlassen. Die
Herzogthümer dürften, wie Rußland beim Herannahen
des Winters dein Kaiser Napoleon antwortete, jetzt
zu Dänemark sagen: „daß nach ihrer Ansicht jetzt
erst der Krieg als beginnend zu betrachten."
— Die Professoren der hiesigen Friedrich-Wil-
Helms-Universität haben für Schleswig-Holstein einen
monatlichen Unterstützungs-Beitrag von 92 Thlr. ge
zeichnet. Es ist dies Resultat vornehmlich den Be
mühungen Jacob Grimms zu danken.
Berlin. Ueber die Stärke der preußischen Ar
mee werden der „D. A. Z." folgende Mittheilungen
gemacht. Während sich das stehende Heer und die
Landwehr ersten Aufgebots in Friedenszeit auf
360,000 Mann belaufen, steigert sich diese Zahl für
dc.> Fall des Krieges bis auf 480,000 Mann, 3
pCt. aus 16 Millionen Seelen. Um die Landwehr
zweiten Aufgebots nicht sogleich in Anspruch nehmen
zu müssen, würden aus den Catonisten der Armee-
reserve und den letzten Altersklassen der Landwehr
männer ersten Aufgebots Ersatzbataillone, Schwadro
nen, Batterien formirt und jedem Regimente des
stehenden Heeres und der Landwehr ersten Aufgebots
zugetheilt werden. Die genannten 480,000 Mann
sind die Summe von 360 Bataillonen Infanterie,
18 Bataillonen Jäger und Schützen, 370 Schwa
dronen Cavallerie, 288 Batterien Artillerie, 18 Com
pagnien Handwerker und 26 Compagnien Pjonniere,
Armeepark. Colonnentrain rc. Rechnet man noch die
Landwehr zweiten Aufgebots im Betragewon 160,000
Mann hinzu, so erhält man die Gesammtsumme der
auf den Kriegsfuß gestellten preußischen Armee im
Betrage von 640,000 Mann, d. h. 4 pCt. der Lan-
desbevölkerung.
j Berlin Die „Nationalzeitung" schreibt: Nach
dem in Folge des höheren Wasserstandes die Gesion
aus dem inneren Eckernförder Hafen hat hinausge
bracht werden können, und ihre Auftakelung nun
beinahe beendet ist, wird dieselbe endlich nach Bre
merhaven, als denl ihr zunächst bestimmten Aus-