Full text: Newspaper volume (1850)

43te 
Men-sburger 
Jahrgang. 
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aenz - Anzeigen werden bia «ni-a^uvgctieserr. o 
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Tagesgefchichtc. 
Großbritannien. 
Lvtldon, den 11. Novbr. Der Glosse" ü» 
ßert sich heute über den glücktritt des Generals Ì 
Radowltz aus dem Ministerium und besorgt daß 
hnemlt dre Krisis, welche vielleicht der einzige Aus- 
gang der deutschen Verwickelung sei, beschleunigt 
werde. Fur den Fall, daß dieselbe eine ernstere 
wurde erklärt der „Globe" daß die englische Reg 
rung keine andere Stellung einnehmen könne als 
die einer strengen Neutralität; das enqlische Volk 
dagegen hofft er, werde sür Preußen Partei nd! 
men und den Kampf zwischen Preußen und Oester- 
t.Äus auffasse 5ïeiŞeit Mnb D̰- 
T « i'f c i. 
Ķoirstantiuopel, den 2. Nvv. In Alevvo 
bat eine blutige Ehristenversolgung stattgefunden; 
ffhr viele Christen Wurden ermordet, das Franken- 
quart,er ward verwüstet. Das türkische Militär sah 
den Gräueln ruhig zu.; 
N u ß I (t n d. 
Krakau, vom 11. Novbr. Russische Militär- 
Colonnen bewegen sich westwärts; vermuthlich zur 
Besetzung der östlichen Provinzen Oesterreichs sür 
den Fall eines Krieges zwischen Oesterreich und 
Preußen- 
D er i» e m a r k 
Dem „Hamb. Correspondentwird ans Koven 
haar» geschrieben: ^ ' 
Die Aussichten des als Ueberbringer des für den 
Fürsten Paskewitsch bestimmten Elephanten-Ordens 
nach Warschau gesandten Prinzen v. Glücksburq ans 
dre Succession m der dänischen Gesammt-Monarchie 
durften nach dieser gleise an Consistenz gewonnen 
habem msowe.t es nicht unwahrscheinlich erscheint, 
daß die Candldatur desielben (welche vielleicht die in 
diesem Augenblick m Dänemark allein mögliche ist) 
von Rußland bei den übrigen Großmächten wird 
befürwortet werden. 
n • Tx^ sl Ì şdrel." haben drei der schleswig-hol- 
stemischen Kriegsgefangenen die Flucht ergriffen und 
.sind durch Schwimmen glücklich von dem Blockschiffe 
entkommen, ^udeß solle die Polzei dem Einen außen 
zu Christianshavn bereits auf der Spur sein — Die 
„B. H." meldet nach Privatmittheilnngen von hier 
daß die bei Bornholm gestrandete russ. Kriegsdampf- 
frcgatte „Archimedes" wrack geworden sei 
Kopenhagen, vom 12. Nov. Die Berl 
Ztg." sagt über die bekannte Erklärung der Ritter 
schaft: unter den in Kiel versammelten Mitgliedern 
der Ritterschaft, haben Einzelne Selbstständigkeit und 
Anstand (!) genug gehabt, sich unter dem Frieden 
zu denken, was der Sprachgebrauch und die Ver 
nunft darunter versteht, aber bei der Menge habe 
doch der schleswig-holsteinische Sinn die alte Anschau 
ungsweise in deren Worten dargethan. Höchst auf 
gebracht ist die „Berlingsche" aber über die Zurück 
weisung des Inhibitoriums Seitens der Statthal 
terschaft und die von dieser gestellten Bedingungen 
Bm Felde, sagt sie, stehen Dänemark unb die Her 
zogtümer einander gleich gegenüber, und dort be 
handle Dänemark seinen Gegner mit mehr Respect 
als dieser beanspruchen könne (?), aber bei den Ver 
handlungen über die Pflicht der Statthalterschaft ge 
gen Deutschland und dessen Bund, so wie aegen Eu 
ropa und dessen Großmächte ist Dänemark ein drit- 
l tX twx1i tisans \. fei lächerlich von der Statt- 
yaiterjchaft, von Bedingungen zu reden, die Däne 
mark übernehmen, namentlich daß es Siidsàà, 
räumen solle; es hm.dle $ allssWeZch'L à 
und Siel. «Um solle torn 
feUiÄÄK?X"' V“ Lw. " 
helmgefandt werden, dann alle nach btm S 
-- «“Wrt °« «M» ,il“teÄ 
I daß dann die zwei Dnttheile deren Pern ittie e 
verlangt wird durch'Holsteiner'ausgefüllt würd n- 
Nach dre em höchst billigen Vorschlag der guten Ber- 
lingschen , bliebe von dem schleswig-holsteinisch Ȁe e 
à «*«*'■ «-hmzez-n d«m, fi g! 
‘&t l‘ m ģ' âî-h-l! solle, iialiltli* 9av f eillt 
Ilgens nicht zu den Unmöglichkeiten gehöre — 
die Dmge in Deutschland keinen Umschwungnehmen 
° er dre feste Aussicht, daß der Krieg, in den L - 
Wgthui.wrn durch den Sastunv vcSà lives ein iiflDC 
nehmen werde, jiii Landsthing habe man die Mit 
theilungen ohne Discussion entgegengenommen da 
gegen rin Volks thing gaben sie zu vielen Interpella 
tionen, namentlich von Seiten Tscherninq's Veran- 
sagen, über das Wich- 
dcMEeb^ - ô^îffen Eventualitäten das 
damfche Heer in Holstein einrücken solle, habe man 
in der geheimen Sitzung nicht erfahren. 
tl1 ® tnc s fejanntma<&una des Obersten Loenborg 
meldet, daß die von den Gefangenenschiffen entwi 
chenen Schleswig-Holsteiner bei Vordingborg wieder 
aufgegriffen seien und vorläufig in den Waldemars 
Thurm gesetzt werden sollten. a 0 
—' Das Dampfboot „Tage", das hier von Pe 
tersburg zurückkommend eingelaufen, soll, wieKiöbnbv 
schreibt, Nachricht gebracht habe», daß die russische 
Dampf-Fregatte Ottwaschnei an der Küste von Oesel 
ber der rigaischen Bucht gestrandet. ~ 
Deutschland. 
Gesellen. Sie marschirten sehr ungern wie wir *„>, 
Quelle wissen/ Fast alle 8 änz r sin vn 
^-rathet. Der ungarische Krieg hat' ihre Rerbm 
schrecklich gelichtet. In manchen Gegenden sind eS 
nur noch Wittwen- und Kleinkinderkolonien Jellachick's 
bÄK, t 'Ä 'às»-?ķ. Doch SX 
> als sie horten, daß es zunächst nach Wien 
° ste un October 1S48 so schöne Beute g" 
s cht. - H-er reuzen sich die Gerüchte. Die best- 
unterrichteten Manner halten den Kriea sür vnlJr 
ķŞ^Die Fina-rznoth hat ei.w7?o/chen "L 
ba f Oesterreich gleichsam aus Verzweiflung 
f f ! äeU l ' l l' . um ffur seine Armee über die Gränze 
z i bringen und in Feindesland zu ernähren. Trotz 
dem Belagerungszustand wächst die Aufregung sichtbau 
Frankfurt, den ll. Nov. Fürst Gortschakoff 
hat der Bundesversammlung sein Beglaubiqungs-' 
fchreiben als russischer Gesandter überreicht 
m , te % ben 9 - Nov. Der Kaiser bewilliateinen 
General-Pardon für alle nach der Rvluonn 
Ungarn in die königl. kais. Armee eingerechten und 
ètäfj lßk^im^ts U %fe^ şiş Ģ «»dr 
,2tr>keik, den 11. Novbr Aus Tei-u . 
dorşgen^ HaudelAiffe sich nichs^%tZes bS| jl 
g» Preußens Partei nehmen und den Derreicki 
Ichen Seehandel bedrohen werde. o>«rreichl- 
Bremen, den 12. Nov. Die biellap 
Ģonlk theilt als vollkommen verbürgt mit, daß seit 
gestern „Kinkel sich sin Sicherheit befindet". 
. . Berlin. Die „Const. Carr" schreibt ■ Die 
jeiptge Mobilmachung unseres Heeres ist die erste 
umfassende Probe, auf welche dii Tüchtig eit unserer 
Wehrverfassung gestellt wird. Noch niemals seit den 
Freiheitskriegen ist es, wie henke auf eine giüstuna 
alle. Stre.tkräfte Preußens' angekommen Zu um 
so größerer Freude gereicht es uns daher, berichte 
übertrifft"' D?s ^ Erfolg alle Erwartungen wett 
ïfflltoÏÏ unserer Heeresbildung wird 
auf s Glänzendste gerechtfertigt dastehen. Die köniat 
Sà>, şşŗ 'Nobilistrung ist bekanntlich vom 6. d. M.' 
Scho gestern den 8., wurden hier in Berlin weitere - 
Meldunaen von ...n j 
o IV-in. vyiciœe ycacörimten 
kure» auch aus den Provinzen ein. Nach Bres 
lau war der Befehl noch am 6. durch den Teleqra- 
K" âàgt und schon gestern am 8 konnte das 
moLLl!. °" b-Ş». d»i das Mob«. 
Wren, den 9. Nov. Der Ministerrath man 
brachte gestern die Einberufung des ' österr 
SM Sprache. Ohne Zweifll werden die 
unser Ministerium vor den 
Reichstag treten mußte, die Gründe für die Einberu- 
fung überwiegen. Die Stimmung hier ist eine sehr 
il lrr uu,geregte wozu wohl die heute erfolgte Ein- 
quartirung von Kroaten nicht wenig beiträgt da sie I 7,“ ^"'wren, vag oas Mobil- 
sehr böse Erinnerungen weckt. Werden wir fie be- l n - ,ammt[ ^ )en drei Regierungs- 
5 io S ibe îu 1 be, Z *»»«» @«»8« -f«i. DiePflr. 
Ä ! . hll,,t »oil beides j-gleich der Kall ^ in tar "”™ "" 
toerkn. ^ch erinnere Sie an das Wort das Fürst 
Schwarzenberg einmal fallen ließ, dessen ich Fi, 
rwahnte und das dahin lautet: „Es werbe nicht 
fürt W -I ben ,n Deutschland, als bis in Frank- 
den" Äî'r bNothmäntler) garnisoni en w - 
werden. ¥ f0U bflg * ut Wahrheit gemacht 
uivm ' 9 - Nov. Die gegenwärtige Stärke des 
Armeecorps an der böhmisch-sächsischen G?enze wi d 
än^/^" b ^"^d>gen Mittheilungen auf 42,000 Mann 
ti law Oberbefehl des Generals Wra- 
W iî'^ÌlS) “ 11 şiPchc» Olmütz und Troppau 
Mann. Das Obcrcommandv soll Ge- 
L*' I sl» J3ene ^ eI übernehmen; General Heß wird Chef 
̰neralstabs Alle neu eingetrvffenen Verstär- 
! ? ķ f na 1 wahren. Dort will Oesterreich, 
Seit ifi f l feme Hauptkräfte zusammenziehen. 
gestern sehen wer hier kroatijche Gränzcr, die 
bekannlen erdfarbigen Gesichter, finstre widerwärtige 
àŞhr ans der dortigen Provinz' soll b.^L' 
Weiteres verboten sein, da Anzeigen vorlagen, daß 
es lenseits bet Grenze an Pferden fehlt. Auch ein 
zelne hervorstehende Züge patriotischer Betheiligung 
an den Rüstungen machen sich bemerklich. So zeiat 
der rühmlichst bekannte Stadtrath Jacobs in Pots 
dam an, daß er die vollständige Ausrüstung von 12 
gelernten Jägern übernehme. Ein Bauer ans der 
Umgegeiid von Berlin hat dem Kriegsminister seine 
sechs Sohne mit der Bitte vorgestellt sie in das 
Militär aufzunehmen, und seine Anrede mit den 
Worten geschlossen: „Alle sechs sind werth, für den 
König zu sterben Dir Menge der sich meldenden 
Freiwilligen und der Angebote zu Geldopfern auf 
dem Altar des Vaterlandes mehrt sich fast stündlich. 
Goln, den 9 Nov. Sie hatten neulich eine 
Angabe über die Starke des preußischen Heeres. Ich 
gebe ^hnen einige genauere Notizen. Das preußische 
Heer aus Kriegsfuß mit der Landwehr, besteht aus 
9. Armeecorps. Jedes Armeecorps hat 8 Regimen- 
lei Infanterie zu 3000 Mann das Regiment, tz Re*
	        
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