Mahnung
Der „Sollt, Ztg." entnehmen wir folgendes Gedicht:
Als König Franz dermalen besiegt in heißer Schlacht,
Gefangen sah in Trümmern die königliche Macht,
Da sprach er schmerzergriffen, doch Stolz tm Angesicht:
„Ist Alles auch verloren, die Ehre ist es nicht!"
Hört Ihr ein dumpfes Grollen, vom Pregel bis zum Rhein?
„Ist Alles auch verloren, die Ehre darf's nicht sein!"
O, donnerten die Worte doch aus der Wolken Höh'»!
O, rauschten es die Ströme, o, brauste es der Föhn!
„Die Ehre sollt Ihr wahren, Ihr dorten in Berlin,
Hinweg die stumpfen Federn, die Schwerter müßt Ihr ziehn
Genug schreibt Ihr der Roten, genug ist eS der Noth,
Hervor die Instrumente, schlägt auch den Tact der Tod!"
O König, o mein König, o HohenzollernS Sproß,
O greife in die Zügel, besteig' das Schlachtenroß!
Es stampft, cs scharrt und wiehert, sehnt nach den Reitern sich
Albrecht Achill, — dem Curfürst — dem großen Friederich.
Blick' auf, Dir steht zur Seite ein treues, tapfres Heer,
Und hinter diesem dräuet Dein ganzes Volk in Wehr:
Zur andern Seite stehet als Buiid'sgcnoß' das Recht,
Und hinter ihm ganz Deutschlands aufsprossendes Geschlecht
Auf, laß Dein Kriegesbanner mit Zollern's Wahlspruch wehn,
Wer wollte da es wagen, im Kampfe Dir zu stehn?
Dem Meineid gegenüber steh' fest bei Deinem Wort:
„Die Schwachen will ich schützen, bin der Bedrängten Hort!"
Und würd'st Du doch besieget, verlörest Krön' und Reich,
Wird Dich die Nachwelt krönen mit ew'gem Lorbeerzweig;
Unsterblich wird es leben in Sage und Gedicht:
„Verloren hat Er Alles, doch Seine Ehre nicht!"
Ein preußischer Osficier.
V e r m i fch t e s.
Eine rührende Geschichte, Der „Oester
reichische Correspondent", bekanntlich Hosblatt und
Organ des Fürsten Schwarzenberg, enthielt jüngst
folgende Geschichte, die durch den Ernst mit wel
chem sie berichtet wird, nur noch komischer wird:
„Das tapfere Chevauxlegersregiment des Fürsten
Windischgrätz, hat durch den historischen Scharfblick
Sr. Majestät des Kaisers sicher bei der ganzen Ar
mee eine Erinnerung ins Leben gebracht, welche dem
Kaiser, aber auch dem Regimente zur höchsteir Aner
kennung gereicht. Bekanntlich hat sich seine Maje
stät der Kaiser von frühester Jugend an, die Lieb
lingsaufgabe gestellt, die Geschichte aller kaiserlichen
Regimenter zu studiren. Wer kennt nicht aus der
österreichischen Geschichte das tapfere Benehmen vie
les Regiments? Es bestand in den Jahren 1790 in
den Niederlanden aus bartlosen Jünglingen, welche
bei ihrem Herannahen von den Feinden als Buben
verlacht wurden! Sie siegten, und ihre Heldenthat
die von uwk tzeind,
und der Zeitgenossen. Kaiser Franz ertheilte dem
Regimente auf ewige Zeiten das für dasselbe „ehren
volle Vorrecht, stets bartlos zu dienen. Die Zeit
brachte diese Begünstigung in Vergessenheit. Als
nun Sr. Majestät der Kaiser auf seiner Reise nach
Bregenz dasselbe besichtigte, und über dessen treffliche
Haltung seine volle Zufriedenheit ausdrückte, erin
nerte er in Beziehung auf obige Geschichte den
Obersten an die geschichtlichen Thaten. Der Oberst
beeilte sich dies dem Regimente ins Gedächtniß zu
rückzurufen, und — „in wenigen Stunden waren alle
Bärte verschwunden"! Man versichert, daß dieser
Zug den Kaiser ungemein gerührt hat." —
Intelligenz - Anzeigen.
Kirchliche Anzeige.
Am Sonntage den 17. Novbr. predigen in der Christ- und
Garnisonskirche:
Im Vormittagsgottesdienste Herr Pastor Ruch mann.
Im Nachm,ttagSgvttesdienste Herr Rector Dicker.
Bekanntmachung.
Am Montage, den 2. December, von Morgens
9 Uhr an, soll auf dem hiesigen Rathhause für den
abgehenden Stadtverordneten Hellborn eine Stadt-
verocdneten-Wahl für Neuwerk, unter Leitung der unter-
zerchneten Wahlcommission, stattfinden.
Vorstehendes wird mit dem Bemerken bekannt
gemacht, daß das Verzeichniß der Wahlberechtigten
vom Montage, den 18. d. Mts. an, vierzehn Tage
hindurch, von Morgens 9 bis Mittags 12 Uhr, auf
dem Itathhause, in dem Hebungszimmcr, wirb aus
gelegt lein. Etwanige Erinnerungen gegen diese
ş' (solche mögen nun darin bestehen, daß ein
FìşĢerechtigter in dieser Liste vergessen, oder ein
"Uchlverechtigter darin ausgenommen, oder daß Je-
ŅN0 wegen stattgehabten' Umziehens untcreiner ver-
kehrten Hausnummer verzeichnet sei,) sind mit Grün
den spätestens drei Tage vor dem Termin bei dem
mrtunterzerchneten Rathsverwandten I u n g l öw cin-
Ugeben.. Die Aufrufung der Wahlberechtigten am
Wahltage wird Morgens präcise 9 Uhr nach der
Hausnummer beginnen, und zwar werden sämmtliche
Wähler jowohl aus der Altstadt, wie aus Neuwerk
vor Mittag aufgerufen werden; die bei diesem ersten
Aufruf fehlenden Wähler werden des Nachmittags
und zwar von 2 Uhr an zum zweiten Mal gerufen
werden. J '
Rendsburg, den 14. November 1850.
Die Wahlcommisston.
Iunglow. Kruse. Fromm. Nhcindorff.
Bekanntmachung.
Durch das Ableben von vier Präbendisten im
Hospiial-Gasthause, nämlich des Paul Hansen, der
Wittwe Misdorff, der Wittwe Timm und der
Wittwe Weissenfeldt, sind vier Präbenden dort
vacant geworden.
Diejenigen Bürger und Bürgerwittwen, welche
sich um diese Präbenden zu bewerben gedenken, wol
len ihre dessallsigen Gesuche unter Anlegung ihres
Taufscheins, bei dem unterzeichneten Senator Mahrt
innerhalb 14 Tagen einreichen.
Rendsburg, in der Hospital-Gasthaus-Commissivn,
den 13. Novbr. 185V.
A. C. Mahrt. G. Reiff.
^ eîd e - ^Uxctvow.
Am Montage, den 18. d. M. Vormittags 11
Uhr. läßt das 2. Dragoner-Regiment
6 Pferde
auf dem Hofe des adeligen Guts Osterrade durch den
Unterzeichneten in öffentlicher Auction verkaufen.
Osterrade im Auditoriat der Cavalleriebrigade, den
12. Novbr. 1850. I. Hennings.
Gefundenes.
Eine gefundene, hieselbst im Polizeiamte abgelieferte Ta
schenuhr, kann der rechtmäßige Eigenthümer, gegen Erstattung
der Jliseratioiiskosteii daselbst zurück erhalten.
Rendsburg tm Polizeiamt, den 15. Rov. 185».
Krohn, const.
Anzeige.
Ķ Daß ich mit den neuesten Wintermoden
sin reichhaltiger Auswahl versehen bin. zeige
»ich meinen geehrten Kunden hiedurch ergebenst
an Marie Krüger,
Mühlenstraße Nro. 133.
Aufforderung. ^
. . Diejenigen, welche geneigt sei» sollten, zu Ostern 185t
p.ffŞchuhmachergeselleii-Herberge aufzunehmen, wolle» sich gc-
sattigst bis zum 1. December d. I. bei dem Unterzeichneten
im Hause des Schuhmachcrmeisters Herrn S ch u l z in der Neuen
straße, melden.
Rendsburg, den l2. Nov. 1850.
C. Klötzer, Altgesell.
Anzeige.
Unterzeichneter empfiehlt sich einem geehrten Publikum in
Verfertigung aller Arten Tischler- und Zimmerwerkzeug. Sein
Logis ist i» der Reuenstraße im Hause Nro. 21.
H. W. Schröder,
Werkzeugmacher.
Durch besondern Zufall sollen in die
sen Tagen schleunigst geräumt werden:
eine Parthie echter, feiner >% breiter
blauer Duffel die <Me nur 34 fil. Fei-
“ r ~ ' ‘ Gllc
pr.
feine zwei-
Am bevorstehenden Montage, den 18 d. M. Vor
mittags von 9 und Nachmittags von 1 Uhr an,
sollen auf dem hiesigen Nathhause verfallene Lom
bard-Pfänder, als:
Gold, Silber, Taschenuhren, Manns- und Frau-
enskleidungsstücke, Leinen- und Bettzeug re.
auf Credit, gegen Sicherheit, in öffentlicher Auction
verkauft werden.
Rendsburg, den 15. Novbr. 1850.
H. Haafe, const.
.. * - - egenfchirme mit
MuH eure kleine Parthie . lvri;
Ş.afrrge wollene Decken ui auffallend
bringen Preisen, sowie auch grvfie gut
gearbeitete Tonnen-Säcke zu 14 — 24 ftl.
per Stück bei P
Jacob Meyer.
Anzeige.
Neue holländische Heringe und gelbe und grüne Erbten
sind zn haben bei
P. I. Hülst, Wittwe.
Anzeige.
..,D>c Mitglieder der Rendsburaer Liedertafel, bei welchen
der Bote bis M o n t a a, den 18. d. M, Nachmittags 4 ui;t,
urcht gewesen sein sollte, werden ersucht, am gedachten Tage,
Abends zwischen 8 bis 10 Uhr, im Dülfert'schcn Saale sich
einsilldcii zn wollen.
Rendsburg, den 15. Noo. 1850.
Die Direction.
Empfehlung.
Den geehrten Damen Rendsburgs und der Um
gegend, mache ich hiedurch die ergebene Anzeige, daß
meine
Putz- u. Modewaaren-Handlung
mit dm neuesten Pariser-Wintermoden in größt
möglichster Auswahl versehen ist, als: Damen-,
Mädchen- und Knabenhüte in ächtem
und «»ächtem Sammt, Atlas, Parisienne,
Rips und Pellüfche, wollene Kinder
kappen, Putz- und Morgenhauben in
noch me so schön dagewesenem Geschmack.
Auch sind alle obengenannten Stoffe, Blumen
und Federn, Sparteriebogen, Hutplatten,
sowie alle zu diesem Fache gehörenden Artikel bei
mir vorräthig.
Da es mir durch besonders vortheilhasten Ein
kauf möglich ist, die Preise sehr niedrig zu stellen,
so bitte ich um zahlreichen Besuch.
am Altstädter-Markt Nro. 65., im Hause
des KammmachersHrn. W. Grumpelt.
.Ş Anzeige.
Jjj^ Den geehrten Damen Rendsburgs und der
Umgegend die ergebene Anzeige, daß mein
u. e\w^\ t
mit den neuesten Wintermoden aufs Beste und Ge
schmackvollste versehen ist. Dasselbe besteht in Sammt-
und Seiden-Hüten, Mützen, Bändern, Blumen und
Federn, und kann ich diese Gegenstände, durch einen
vortheilhafteu Einkauf begünstigt, ohne renommiren
zu wollen, bestens empfehlen.
Um zahlreichen Zuspruch bitter
M. Stern,
frühere Firma:
Geschwister Rathan.
lüM Wohnhaft im Hause des Cigarren-Fabnkanten
Herrn Jens, Poststraße Nro. 468.
Sonntag, den 17. November
Tanzmusik
zUk
Entree für Herren 2 ßl. Wozu höflichst einladet
P. H. Krause.
Zu verkaufen.
Am Donnerstag den 21. d. M., Bormittags >0 Uhr, solle»
hieselbst eine Kutsche, eine Chaise, eine Droschke, ein Schlitten,
mehrere Sattel und Pferdegeschirre, Jagdgerätbc und diverse
andere Sachen meisibicteiid verkauft werden.
Emkendorf, de» 6. Nov. 185».
H. Senst.
Haus-Verkauf.
Mein tm hiesigen Nettwerk i» der Tulipanstraße
Nro. 604, in der Nähe der Kirche bclcgeneS Wohn-
haus nebst Hintergebäude, bin ich gewilligt, unter der
Hand zu verkaufen.
Zugleich zeige ich a», daß ich meine», in der Nähe der
Schutzenhofes belegenc» Garten zu vermietheii beabsichtige.
H. Hudemann, Wwe.
Haus-Verkauf.
Das der verstorbenen Madame Volquarts zu
ständig gewesene Wohnhaus Nr. 346 an der Pro-
vianthauSstraße nebst Hintergebäude k, steht unter
esæs der Hand zu verkaufe». Das Nähere zu erfragen
tut Hanse ' "
Anerbieten.
Ein junges Mädchen, welches Lust hat, das Putzqcschäit
»neiitgeldlich zu erlernen, kann sich in der Erped. d. Bl.
melden.
Entlausen
ist mir vor mehr als8Tagcn eine rothe Starke, vor der Stirn
»nt weißem Ster» versehen und l 1 /, Jahr alt; — t*
ersuche denjenigen, dem sic ziigelanfen sein sollte, niir davon
Nachricht zn geben.
C. Kühl in Schülldorf.
Zugelaufen
ist Jemandem vor einiger Zeit eine rothe Starke. Der Ei
genthümer kann sich bei Peter Kröger in Rendsburg melden
Zu vernliethen.
I» dem Hause Nro. 193 und 194 auf der Nienstädt ist
sogleich eine Wohnung in Miethe z„ haben, bestehend in
2 Stuben und Küche. Näheres wolle ma» mit Ilnterzeick'ne-
tcm als Vormund der Schm id'scheu Kinder verabreden.
2. D. Gerbitz, Zimmermeister.
... Vermiethnng.
Eine ireuiidliche, möblirtc Stube nach vorne ist sogleich ix
Miethe zu haben. Mo? erfährt man in der Erped. d. Bl.