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Sonnabend, den 30. November
Tagesgeschichtx.
Fra»lkreich. -
Paà den 24 Nov. Die Havas'sche pariser
lithographlrte Conespondenz vom 23. Novbr ent
halt folgendes: Wir können mit Bestimmtheit ver-
ànkel nicht in Paris gewesen. Das
Mlßverstandmß hat folgende Ursache. Das Schiff
mit einigen Freunden sich befand.'
legte bei ^ersy an. Einer seiner Freunde begab sich
nach Paris uni Kinkels Verehrern die
Nachricht von defsen glücklicher Befreiung zu geben
A",Ņankètt zur Fe.er derselben wurde veranstaltet.
-Ķmkel befindet sich jetzt auf dem Wege nach New-
Äork. Die Nachricht, daß derselbe sich »ach London
gewendet habe, ist daher falsch.
Däne m a r k.
Kopenhagen, den 2t. Nov. „Bornh. Av."
L'bt aus Rönne, daß von dem Wrack „Archime-
ìaucyàUoMWo.^^'''"""
Deutschland.
Lübeck, vom 25. November, ©on zuverlässi
ger Hand erhalten wir folgende Angaben über die
Abfahrt der Fregatte „Eckernförde" von der Trave-
münder Rhede. Die Fregatte lichtete am Morgen
des 23. Novbr. früh 2 Uhr die Anker, wurde vom
Dampfschiff „Novgorod" bugsirt und erreichte zwi
schen 4 und 4'/« Uhr Dahmehoved. Wegen raschen Lau
fes der Fregatte ward das Bugsirtau gekappt, wor
auf beide Schiffe ihre Fahrt bis zum Fehmarn'schen
Leuchtfeuer (Marienleuchtc) fortsetzten, indem bald
die Fregatte, bald das Dampfboot, je nach der Stärke
des Windes, den Vorsprung gewann. Hier legten
beide Schiffe von 6—7 Uhr bei, um das Tageslicht
abzuwarten. Um 7 Uhr gingen sie abermals unter
Segel und erreichten gegen 10 Uhr ungefähr die
Höhe von Langeland, wobei die Fregatte etwa eine
Meile Vorsprung hatte und bei dem stets stärker
werdenden Winde immer mehr Segel beisetzte. Hier
kehrte das Dampfschiff „Novgorod" um und verlor
bei zunehmender dicker Luft bereits innerhalb einer
Stunde die Fregatte völlig aus den Augen. Das
Dampfschiff suchte wegen scharfen Windes und hoher
See Schutz unter Fehmarn, wo es sich um 4'/, Uhr
Nachmittags bei Puttgaren Rev vor Ankerlcgte und ain
24. Nov. 10 Uhr Morgens mit gesunder Mannschaft
und einigen weggeschlagencn Brettern glücklich die
Travemündcr Rhede erreichte Es ist nach Be
hauptung Scekundiger mit Zuversicht anzunehmen,
daß bei dem vorherrschend günstigen Winde die Fre
gatte bereits Nachmittags den 24. Novbr. bei Ny
borg, vielleicht sogar schon weiter gewesen, und be
reits im Laufe des gestrigen Tages, auch wenn sie
bei Nyborg vor Anker gegangen sein sollte, über
Skagen hinausgekommen ist.
Berlin, den 26. Novbr. Die „N. Pr. Z."
schreibt; In Betreff der Frage, ob Preußen der öster
reichischen Execution j>, Curhcssen und der freien
Truppenbewegung für dieselbe Hindernisse in den
Weg legen wolle oder nicht, wird bis morgen früh
von Oesterreich die definitive Antwort erwartet, bei
deren Ausbleiben der Gesandte der letzteren Macht
Befehl zur sofortigen Abreise hat. Dem Vernehmen
nach ist dieser Diplomat sowohl als der Vertreter
einer anderen Großmacht für den angedeuteten Fall
mit Instructionen versehen, welche direct an die Mi-
litärbesehlshaber der beiden bezeichneten Mächte ab
zusenden wäre».
Berlin, den 25. Nov. Die DR" >„àr.
Heute Morgen um 10 Uhr fand auf dem Sckloffê
zu Bellevue ein Minister-Conseil vor Sr
Könige statt Dem LrnehL'n7ch sind Depeschen
Dnn.hmm na*, schreibt bi, .N. Pr,
, jtno am letzten Sonnabend bei der rijffìfrhnî
Gesandschaft Depeschen aus St. Petersburg echge-
& sll ?i en n b n es Melfellos machen, daß die Stellung
vo?R-?iî7Ä-n^r ^4’“ Deutschland einnimmt,'
»ö» Rußland gebilligt wird, und daß also ein Kriea
SXfdfÄ mklá) slUd) à Ķricg gegen Ruß-
Dasselbe Blatt meldet: Am Sonnabend fast
gleichzeitig mit den aus St. Petersburg einget'roffe-
nen Depeschen, traf auch eine österreichische Note
b'er em, welche ziemlich bestimmt verlangt, daß die
preußischen Truppen die durch das Curfürstentbum
Hessen gehenden Etappenstraßen räumen sollen wäh-
ä?47«ķ Regierung sich znGar'anLn
'Ur die Snyerhelt dieser preuy.,chen Mllitairllraßen
- *•
m dV -usolge setzt diese Depesche eine
Praclusivfrist von 48 Stunden, binnen welcher sich
die Regierung erklären solle, ob sie in die Räumung
von Hessen und in den Einmarsch der österreichischen
Truppen zu willigen geneigt sei, widrigenfalls man
wegen eines Beginnens der Feindseligkeiten in Be-
rathung treten und die beiden genannten Puncte nö-
thigenfalls mit den Waffen in der Hand erzwingen
werde. Der Ministerrath hat hierüber eine längere
Berathung gehabt und sich dahin entschieden, beide
Puncte kategorffch zu verweigern. Aber es steht
darum noch kein Ausbruch der Feindseligkeiten zu
erwarten, weil, ehe von hier eine definitive Antwort
abgehen kann, mehrere Rückfragen nothwendig be-
ünden sind, und erst nach deren Beantwortung wird
euer definitive Bescheid abgehen.
Breslau, den 25. November. Wie die „N.O.Z "
meldet, ist unsere Stadt angewiesen, zweitausend
Betten für ein Lazareth anzuschaffen, das in der
Nähe errichtet werden soll.
Aus Thüringen, den 23. November. Die
Erfurter Citadelle (der Petersberg), welche bereits
auf 2 Monate verproviantirt ist, erhält eine Besaüuna
von 10,000 Mann. J
München, den 23. November. Heute Vor
mittags wurden plötzlich sämmtliche hiesige Generale
owre auch Regiments- und Abtheilungs-Comman-'
danten ins Kriegsministcrium berufen, wo in Folae
einer vom Fürsten Taxis eingetroffenen Depesche em
Kriegsrath stattfand. Ueber die Beschlüsse verlautet
zwar noch nichts Bestimmtes, da sie möglichst geheim
gehalten werden, doch ist so viel gewiß, daß neuer
dings die ausgedehntesten Befehle zu weiteren Rü
stungen und Truppenmärschen rc. gegeben wurden
Statt 2 Bataillons, wie früher bestimmt gewesen
oll übermorgen die ganze Garnison von hier
abmarschiren, und den Dienst in der That die Land
wehr (Bürgerwehr) übernehmen. Fast alle Generale
leßcn heute noch ihre Feld-Equipagen ausrüsten und
ihre sonstige Emsigkeit läßt unfehlbar den nahen
Ausmarjch erkennen.
Hildesheim, den 25. November. In einer
von mindestens 2000 Männern besuchten Volksver
sammlung ist gestern eine energische Erklärung ge
gen den Durchmarsch sogen. Bundesexeculionstrüppen
beschlossen, in welcher die Erwartung ausgesprochen
wird, daß die Kammern, falls die Regierung den
Durchmarsch einer fremden Armee von croatischen,
ilavonischen und dalmatischen Soldaten durch unser
Land gestatten und den hannoverschen Staatsbürgern
irgend Lasten oder Abgaben damit auferlegen sollte,
Verfassungsgesetzes vom 5. Septbr.
Rechenschaft fordern werden.
Frankfurt, den 23. Nov. Unter dieEm
tum schreibt das „Dresdener Journal"- Di/ furfips*
m àà.Ģ. son wi.L h.-ļ-vl,»L!'
so ziemlich geregelt sein. Die Bundestruppen wür
den heure, lmigstens morgen, gegen Cassel aufbre-
chen Ein Theil der Besetzung Kassels' heißt es
^ rcu ! en ^stehen. Generalmajor v. Willi-
sen welcher gestern von Berlin hier angekommen
şÄÄ glaubwürdigen Mittheilungen die
friedlichst klingenden Nachrichten. Hier giebt man
sich den besten Hoffnungen hin. — Von 4t bei der
Bundesversammlung thätigen Bevollmächtigten sind.
ur ™ n r T Ummt ' d>e HH. v. Linde und Strauß
zilr ncheilnahme an den Confcrenzen ausersehen.
22 Corr." wird aus Frankfurt vom
22. Novbr. geschrieben: Es wird versichert, an ei-
Ochsten Tage würden die von dem Für-
Ņ" îhurn und Taxis befehligten Bundestruppen ihre
Stellungen m und bei Fulda verlassen, um nach Kassel
vorzurücken. Die arme Gebirgsoeopnd wn a»
i'tiiuyitii II W) 1 ineyr iih Slande; Il)re Bewohner
wurden einem völligen Ruine überliefert werden
wenn die Truppen auch nur noch eine Woche in die
sen' Dlstncte blieben. Doch ist es diese Rücksicht
nicht allein; man hat dabei auch, wie es heißt die
möglichst baldige Regelung der kurhessischen Wirren
im Auge.
/( Braunschweig, den 25. Nov. Die „D. R.
Z." meldet: Die in' mehreren Zeitungen gemachte
Mittheilung, daß die preußische Regierung der hiesi
gen auf den Antrag wegen des Durchmarsches einer
österreichifch-baierischen Executionsarmce nach Holstein
bereits eme Antwort ertheilt habe, ist sicherm Ver
nehmen nach unrichtig.
Königstein in Sachsen, den 21. Nov. Unsere
Bergveste birgt jetzt eine Menge Kostbarkeiten, denn
nicht nur sind — wie man hört — die Schätze des
grünen Gewölbes und der Rüstkammer hier unter
gebracht, sondern auch die werthvollsten Gemälde der
Bildergallerie und bedeutende Vorräthe sollen hieher
gejchafft worden sein.
Die „Freimüthige Sachsen-Zeitung" erhält aus
Wren vom 20. November folgende Nachrichten über
österreichische Truppenaufstellungen: Wiewohl die
Hauptmassen der Verstärkungstruppen nach Böhmen,
Mähren und Schlesien schon vor einigen Tagen hier
abgegangen waren, dauern die Militärtransporte nichts
destoweniger in zeitweisen starken Colonnen fort, und
die Nordbahndirection hat den Frachtverkehr nur
nach Zulassung der Umstände zum Theil wieder auf
nehmen können. Der Kaiser besichtigt alle ankom
menden Truppencorps, was z. B. mit den aus Un
garn emgetroffenen trassieren „König von Sach
sen" selbst unter einem strömenden Regen den 23. d.
der Fall war. Den 24. Nov. sind drei Regimenter
verschiedener Waffengattungen, darunter auch die ge
nannten Cürassiere, auf der Nordbahn abgegangen-
zugleich auch 6 Batterien Geschütz, welche vor dem
Kaiser vorbei defilirten und eine endlos scheinende
Reihe auf der Straße am Glacis einnahmen. Es
ist zu bemerken, daß seit dem vorigen Jahre die Bat
terien gerade um 2 Geschütze verstärkt' worden sind
und sich die Zahl der Pferde, mit Einschluß von
Munitionsbagagewagen rc., je auf 160— 180 Stück
beläuft. Heute trifft das 1j. Fägerbataillon von
Italien ein und wird ebenfalls semen Marsch (nach
Pardubitz) fortsetzen. Das von Italien herausgezo
gene 6. Armeecorps hat eine Stärke von über
40,000, das 9. bei 25,000 Mann. Nach Venedig
und in die Lombardei sind dagegen 18 Bataillone
Grenzer im Marsche begriffen. Böhmen, Mähren
und Schlesien strotzen von Soldaten, und wenn man