Full text: Newspaper volume (1850)

Schlußsumme der Ausgaben ) 1,160,442 Mk. 5 ßl. 
— Dabei ist zu bemerken, daß in der für das Kriegs- 
wesen calculirten Summe von 6,709,125 Mk. 8 ßl., 
die Departements- und Bureaukosten des Kriegsde 
partements für das ganze Jahr mit 66,606 Mk. 
8 ßl., das eigentliche Kriegsbudget nur für das erste 
Quartal 1851 mit 6,642,518 Mk. 10 ßl. ausgenom 
men ist. 
Von den der Versammlung mitgetheilten gedruckten 
Vorlagen mache ich noch folgende namhaft? Entwurf 
eines Gesetzes, betreffend die „Ermäßigung des Zolls 
für Zucker" (dessen Behandlung vom Finanzminister 
als besonders dringlich empfohlen ward); ferner Ent- 
wilrf eines Gesetzes, betreffend die „Aufhebung des 
Einfuhrzolls für Palm- und Cocusöl;" Entwurf ei 
ner Verfügung, betreffend die Vertheilung der Ko 
sten für die „schlesw.-holst. Landesversammlung" aus 
den Jahren 1849, 50 und 51; —■ den Entwurf ei 
nes solchen betreffend die Kosten der Wahlen für die 
schleswig-holsteinische Landesversammlung; — Ent 
wurf des Gesetzes, betreffend die Einrichtung von 
„Telegraphenlinien;" — Entwurf eines solchen, be 
treffend die „Publication von Gesetzen" Verfügungen 
und obrigkeitlichen Bekanntmachungen; — Entwurf 
tiues solchen, betreffend die zeitweilige Aufhebung 
der den Handwerkszünften obliegenden Verpflichtung 
zur Verabreichung eines Zehrpfennings an „wan 
dernde Handwerksgesellen;" — Entwurf eines sol 
chen betreffend eine veränderte Fassung des §. 243 
der Zollverordnung vom 1. Mai 1838 (Confiscation 
der innerhalb der Zollgrenze ohne Zollpassirschein 
oder Folgezettel betroffenen zollpflichtigen Waaren); 
— Entwurf einer Verfügung, betreffend die Vorbe 
reitung und die „Prüfung für den Staatsdienst bei 
den Forsten" der Herzogthümer Schleswig-Holstein - 
— Entwurf des Gesetzes, betreffend die „Aufhebung 
des Zahlenlotto" (Dasselbe soll mit Schluß des Jah 
res 1851 aufhören); — Entwurf einer Verordnung, 
betreffend die fernere Entrichtung der „Einkominen- 
steuer" im Jahre 1851; — Entwurf des Gesetzes, 
betreffend die „Niederlassung von Ausländern," welche 
in der schleswig-holsteinischen Armee Dienste gethan 
haben; — Entwurf eines solchen, betreffend die 
„Aufhebung der Stcmpelpapierabgabe" (vom 1. Ja 
nuar 1851 an); — Entwurf einer Verfügung, betr. 
die Taxe für die Passage über und durch die Heili- 
genstedtener Stör-Brücke; endlich eine Mittheilung, 
betr. die „Errichtung eines neuen Masters," und 
eine andere Mittheilung, betr. den „deutsch-österreichi 
schen Post-Vereins-Vertrag." 
Bedenkt man, daß die Versammlung zu dieser 
Masse der mannigfaltigsten Vorlagen nun noch die 
großen Wganischeu Gesetze über eine neue Landes 
eintheilung und Justizreform zu verhandeln haben 
Wird, ş»r»»«Ģ»in in AnSşicht grftef!f<HS NnterrlchlS-- 
gesetz, eine Postordnung, ein Staatsdiener- und Pen- 
sionsşştz, so wird man nicht leugnen können, daß 
sichķeine unabsehbare Perspektive für die diesmalige 
Diät eröffnet. Nachdem unsere Gesetzgebung lange 
gefeiert, oder flch doch wenigstens nur im Schnecken 
gange vorwärts bewegt hat, hat siî sich jetzt wie 
man sieht gewaltig aufgerafft, und scheint mit ei 
tlem ,Sprunge wieder einholen zu wollen, was sie in 
'2% Jahren versau,nt hat. (Fr< Pr.) 
—, 26. November. In der heutigen Sitzung 
der Sandesversammlung wurde eine Eingabe des 
Hamburgers Joh. v. Fahse verlesen, welcher anzeigt, 
daß er bereit ist, sämmtliche Haide- und Sandstrecken 
des Landes in einem Jahr urbar zu machen, er for 
dert die Versammlung und Statthalterschaft auf, diese 
Sache zu der ihrigen zu machen, worauf er weitere 
Mittheilungen in Aussicht stellt. 
—, den 23. Nov. Fortwährend liegen die dä 
nischen Kriegsschiffe anscheinend unbeweglich auf der 
selben Stelle eine halbe Meile jenseits Friedrichsort 
vor Anker, und werden bei dem jetzigen milden, 
wenn auch mitunter stürmischen Wetter wohl noch 
eine Zeitlang sich dort aufhalten. 
— Die kürzlich aus Glückstadt entsprungenen 3 
Kriegsgefangenen sind wieder eingebracht. 
Ans dem Schleswiqschett, den 16. Nov. 
Dem „Alt. Merkur" sind folgende Notizen zugegan 
gen: „Die dänischen Soldaten müssen furchtbar lei 
den; ihre Strapatzen sind unnennbar, und wen» man 
so viele Leiden sieht, wird Einem das Herz doch so 
weich. Die in der Marsch müssen säst unausgesetzt 
bis über die Knie im Wasser waten, und die Ofsi- 
ciere sollen sogar erklären: noch 2 Monate solche 
Drangsale, nnd ihre Armee würde aufgerieben sein. 
Allein vorgestern sind längs der Chaussee nach Schles 
wig über 1000 Wagen mit Kranken, Heu, Fourage, 
u. 's. w. gekommen. — Leider wurden auch 26 der 
Unsrigen, den isten d., gefangen in Flensburg ein 
gebracht, die morgen weiter transportirt werden sol 
len. Wenn wir auch gepeiniget werden, ahnet man 
nur, daß wir der dänischen Sache unhold, der deut 
schen aber hold — so kann und wird man unsern 
guten Sinn doch nicht beugen, mag kommen, was 
da will. Die . 26 Gefangenen wurden in ihrem 
Quartier am ersten Abend herrlich bespeiset, und von 
allen Seiten wird ihnen Getränke, Geld u. s. w. 
gebracht. Die Leute sind erfreut ob solcher Theil 
nahme und zum Zeitvertreib lassen sie deutsche Lie 
der erschallen. Gestern sprach ich mehrere Schleswi- 
gcr, welche über den maßlosen Druck daselbst nicht 
genug zu erzählen wußten; sie meinten, dagegen 
wäre es in Flensburg noch ein Elysium. Nun frei 
lich, die Anhäufung des Militärs ist da ja bedeutend 
größer als in Flensburg. Seit der Schlacht bei 
Jdstedt beherbergen kleinere Leute in Schleswig 30— 
60 Mann. 
Vou den Westfeeinseln hat der „Alt. 
Merk." über die jüngsten Stürme eine Mittheilung 
vom löten, der wir das Wesentliche entnehmen: 
„Seitdem die Dänen zu Ende des October unsere 
Insel verlassen haben, herrscht im eigentlichen Sinne 
der Sturm auf Sylt. Am 4ten Nov. erhob sich ein 
heftiger Südwestwind, welcher in der darauf folgen 
den Nacht zu einem wahrhaft schrecklichen Sturme 
anwuchs, sich dann nach Nordwest drehte und fast 
eine ganze Woche mit geringer Unterbrechung anhielt 
Unsere sämmtlichen Wiesen und niedrigbelegenen Aecker 
wurden mehrere Male von der Fluth überschwemmt- 
ja an dem Abende des 8ten Nov. stand das Wasser 
an der Ostseite der Insel stellenweise nur 3 Fuß nie 
driger als bei der Fluth des 4ten Febr. 1825. Noch 
schrecklicher als an dieser Seite der Insel hatten die 
Stürme und Wellen an der Westseite gewüthet. Als 
sich das Wetter etwas gelegt hatte, ging ich am 
Nachmittage des loten Nov. nach dem rothen Kliff 
dem hohen westlichen Ufer in der Mitte der Insel 
Sylt. Im Westen von - Wenningstedt sah ich zuerst 
eine gestrandete ostfriesische Kuff, hoch und fast un 
beschädigt auf dem Fuße des Kliffs festsitzen. Wei 
ter nach Norden, im Westen von Kämpen, lag eine 
schöne neue englische Brigg mitten in ver tollsten 
Brandung. Wieder etwa 1000 Schritte, jenseits 
des rothen Kliffs, lagen die Trümmer eines bereits 
zerschlagenen russischen Schiffes, dessen Ladung in 
Weinfässern bestehend, theils auf dem Vorstrande 
theils in Schluchten der Dünen umhergestreut war' 
An dem Listerstrandc lag ein dort angetriebenes hol- 
ländisches Schiff. Noch war ein engl., mit Stein 
kohlen beladenes Schiff aus eine Sandbank bei Hör 
num gestoßen und dort zerschellt, jedoch die Be 
satzung desselben in dem Schiffsboote glücklich geret 
tet worden, und die Amrumer sollen ein zweites 
innerhalb der Sandbänke bei Hörnum bereing eloot- 
set nnd geborgen haben. Am folgenden Taae, den 
I I. Nov. trieb leider noch ein Schiff, nämlich ein 
englischer Schooner bei Westerland an den Strand.— 
Auf Föhr sollen die dort von den Dänen aufgewor 
fenen Schanzen durch die Sturmfluthen sehr gelitten 
haben." 
Es child zugleich mitgetheilt, daß in sämmtlichen 
Strandungssä lien die Mannschaft, zu einem geringen 
Theil auch die Ladung geborgen ist. Nur die Mann 
schaft des russischen Schiffes war nicht auf Sylt an- 
aekoinmen., . . 
Schleswig. Aus „Flyvep." ersieht man, daß 
die (dänische). Millersche Schauspielergesellschast, die 
bisher in Habcrsleben Vorstellungen gegeben hat 
ihre Reiseroute auf hier gerichtet hat; der Director 
hat ein Privilegium erhalten. — Man erinnert sich, 
daß die dänische Pgrthei vor einigerZeit die Sckäfer- 
sche Gesellschaft/ die nach dem Tage von Jdstedt 
hier zurückgeblieben war, mit Denunciationen ver 
folgte. 
Tönning. ìm Nov. Wir können sagen, es ist 
ruhig bei uns, und keine Klage wird laut, ober we 
nigstens nicht laut ausgesprochen, denn das Miß 
trauen ist gegenseitig und allgemein. Es hätten 
wohl Wenige im Lande erwartet, daß unsere Marsch 
gegend dem Feinde ein festes Bollwerk, gegen uns 
hätte bilden sollen, während bei den früherer/Krie 
gen zur Zeit der Friesen uns die Marschgegenden 
die festesten Positionen, gegen das Eindringen des 
Feindes darboten. Jetzt ist leider der umgekehrte 
Fall vorhanden und das Terrain wird überall aufs 
Zweckmäßigste gegen uns benutzt. Man muß dem 
Feinde einräumen, daß er seine Fortisicationen gut 
anzulegen und herstellig zu machen versteht. — Daß 
jede Geselligkeit unter den vorliegenden Verhältnissen 
aufhören muß, ist klar, denn um 9 Uhr darf Keiner 
auf der Straße sich mehr blicken lassen, oder er wird 
in die Wache geschleppt, und nach 7 Uhr Abends 
darf kein Wagen vom Lande her in die Stadt fah 
ren oder dahin zurückkehren. Der Muth ist hier frei 
lich nicht gebrochen, man hofft und baut auf die 
Zukunft und auf den endlichen Sieg der gerechten 
Sache. Die Lebensmittel sind nicht theuer, allein 
die wenigsten Haushaltungen besitzen Feucrunasma- 
terial bei dem Anbruch dcS Winters da es weit her 
geholt werden muß und der größte Theil die uner 
schwinglichen Preise dafür nicht aufzubringen vermag. 
Die Noth und das allgemeine Elend werden flch erst 
immer mehr mit der Dauer des Winters einstellen 
Jetzt soll Einkommensteuer an die Şchleswigschc Ver 
waltung bezahlt werden von einer Stadt, 'die schon 
in t! Jahren so gut wie keinen Verdienst gehabt 
hat. -- Die- gewaltsame Aushebung für das feind 
liche Heer steht auch in naher Aussicht und in einer 
Ausdehnung, wie man sie. hier wohl nie erlebt hat 
(Fr. Pr.) 
Sammlung für die hilfsbedürf 
tigen Friedrichstädter. 
Verzeichniß der Geber. 
(Fortsetzung.) 
Bei Rheindorfs: 
Von A. F. Gronau 25 Mk.; von Phil. Jacobs 
Ehefrau 1 Mk. 4 ßl.; von N. N. I. 2 Mk. 8 ßl.; 
von C. F. Storm 5 Mk.; von I. Elkan Ww. 5 Mk.; 
von Haupknr. Koch 3 Mk. 12 ßl.; von Sim.Joseph 
2 Mk.; von Gebrüder Falk 3 Mk.; von Sarah 
Falk 1 Mk. 8 ßl.; von Rheindorff 7 Mk. 8 ßl? 
zus. 56 Mk. 8 ßl. 
BeiRuchmaun: 
Von einer ungenannten Familie hieselbst 20 Mk.; 
von Schumacher 5 Mk.; von A. F. Hempel 5 Mk; 
von A. M. Brüty 2 Mk. 8 ßl.; von A. 5 Mrk.. 
von N. N. 1 Mk.; von N. N. 5 Mk.; von dem 
hieselbst eiugepfarrten Theil des Gutes Emkendorf 
(Haßmoor, Höbeck re.) 12 Mk. 9 ßl.: von Dorf 
Schülldorf 4 Mk.; von Dorf Osterrönfeldt 27 Mk.; 
von Dorf Ostenfeld 8 Mk. 8 ßl.; zus. 95 Mk. 9 ßl. 
Bei Callisen: 
Von Act. B. 15 Mk.; von D. 1 Mk.; von 
Fr. Etatsr. F. 50 Mk.; von Demois. S. 5 Mk.; von 
A. 3 Mk. 12 ßl.; von W. 5 Mk.; von Frau O. 
Sch. 5 Mk.; von Frau P. Sch. 5 Mk.; von Frl. 
A. R. 2 Mk. 8 ßl.; von A. 12 ßl.; von S. 1 Mt.; 
von P. B. 3 Mk. 12 ßl.; von B. 2 Mk. 8 ßl.; von 
einem Ungenannten 1 Mk.; von O. v. I. 2Mk. 8ßl.; 
von P. C. 15 Mk.; zus. 118 Mk. 12 ßl. 
Bei B. Barca: 
Von And. Lucht 3 Mk. 12 ßl.; von Frl. Joh. 
Jacobsen 3 Mk. 12 ßl.; von N. N. 2 Mk. 8 ßl.; 
von N. N. 10 Mk.; von N. N. 2 Mk. 8 ßl.; von 
N. N. 2 Mk. 8 ßl.; von N. N. 1 Mk. 4 ßl.; zus. 
26 Mk. 4 ßl. (Forts, folgt.) 
JtttelligeRz - Anzergeu. 
Kirchliche Anzeige. 
Am Wüttntage de» 1. Dccbr. predigen in hiesiger Kirche; 
Im Vormittags-Gottesdienste Herr Propst Cal listn. 
Im Nachmittags-Gottesdienste Herr Pastor Rnchinan». 
Am Donnerstage, Morgens 8 Uhr, Monqtsprediqt vom 
Herrn Pastor Balemann. 
Am 25. d. M., Morgens 10 Uhr, wurden wir durch die 
Geburt zweier gesunden Knaben erfreut. 
C. Opfermann und Frau. 
BekamrtmKchtmg. 
Am Montage, den 2. December, von Morgens 
9 Uhr an, soll auf dem hiesigen Rathhause für den 
abgehenden Stadtverordneten Hell born eine Stadt- 
verocdneten-Wahl für Neuwerks unter Leitung der untcr- 
zeichueteu Wahlcommisstons stattfinden. 
Vorstehendes wird mit dem Bemerken bekannt 
gemacht, daß das Verzeichniß der Wahlberechtigten 
vom Montage, den 18. d. Mts. au, vierzehn Tage 
hindurch, von Morgens 9 bis Mittags 12 Uhr, auf 
dem Rathhause, tu dem Hebungszimmer, wird aus 
gelegt sein. Etwanige Erinnerungen gegen diese 
Liste, (solche mögen nun darin bestehen, daß ein 
Wahlberechtigter in dieser Liste vergessen, oder ein 
Nichtberechtigtcr darin aufgenommen, oder daß Je 
mand wegen stattgehabten Umziehens untereinet- ver 
kehrten Hausnummer verzeichnet sei,) sind mit Grün 
den spätestens drei Tage vor dem Termin bei dem 
mitunterzeichneten Rathsverwandten Jung!öw ein 
zugeben. Die Ausrufung der Wahlberechtigten am 
Wahltage wirb Morgens präcise 9 Uhr nach dcr 
Hausnummer beginnen, und zwar werden sämmtliche 
Wähler sowohl aus der Altstadt, wie aus Neuwert, 
vor Mittag aufgerufen werden; die bei die ein ersten 
Aufruf fehlenden Wähler werden des Nachmittags 
und zwar von 2 Uhr an zum zweiten Mal gerufen 
werden. 
Rendsburg, den 14. November 1850. 
Die äöaMcpiinmfsum, 
Junglöw. Kruse. Fromm. Rhcindorff. 
Beknrnļtmachênrg' 
Daß der hiesige Bürger Johann Knuth, an 
die 'stelle des verstorbenen Korumesscrs Didder», 
als Kornmeffer bestellt und beeidigt worden ist, wird 
hiedurch bekannt gemacht. 
Rendsburg, den 28. Nov. 1850. 
D e r M a g i st r a t. 
Am Montage den 9. December d. I. soll in den 
hiesigen Forsten eine Quantität Buchen und Eichen 
meistbietend verkauft werden. Kaufliebhabcr wollen 
sich Morgens 9 Uhr im Hopfenkruge einsinden. 
Enlkendorf, den 2t, Nov. 1850. 
Seuft,
	        
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