Full text: Newspaper volume (1850)

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Rendsburger 
Jahrgang. 
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Mittwoch den 11. December 
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. . .Ņ"n diesem Blatte erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend eine Nummer. Passende Beiträge können entweder direkte abgeliefert, oder unter der Bereich»»»«: „An die Ervcdition 
^.Wochenblatts m Rendsburg," entgcgengenomen werden. JntcUi^nz^u^lge^werden bis Dienstags und Frcitasts spätestens Mittags 12 Uhr erbeten?—Der Breis dies.« 
ist für Interessenten, denen cs hier am Orte zugebracht wird, vierteljährlich 19 
ämtern machen, ist der Preis vierteljährlich 1 Mark 4 ßl. — Kündigungen wi 
und wenn es von der Expeditļoàbgeholt'wird, 17ßl. Fur Ä'nôwärtî'gH'wêlchcBestellungen^be'?de>?Post? 
Kündigungen werden 14 Tage vor Ablauf eines Quartals erbeten. 
Tagesgeschrchte. 
zu vergeben, was doch zu wenig für das dänische 
Volk sei, um die Fortsetzung des Krieges zu wünschen. 
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Dänemark. 
Kopenhagen, den 4. December. Die engli 
sche General-Dampsschiffahrts-Compagnie hat auf die 
Fracht für ^>ie 40,000 wollenen Decken (3600 Rbthlr.) 
verzichtet, was als Beweis der Sympathieen des 
englischen Volkes angesehen wird. — Unterm 25. v. 
M. hat der König eine Menge Decorationen mit 
dem Dannebrogsorden in der Armee vorgenommen.— 
Lieut. Sylow ist wegen seiner unzuläßigen Mitthei- 
luilgen von der Armee in „Ny. P. Efterr," nach 
„Flyvep." zu 3 Monat Festungsarrest verurtheilt.— 
Der Makler Fürst, auf den der österr. Officier Jo- 
vannowich den mitgetheilten Mordanfall machte, ist 
wieder hergestellt. — Die Kolbinger Kriegsentschä 
digungs-Angelegenheit ist erledigt; es sind 80,000 
Rbthlr. in Obligationen und 33,000 in Contanten 
eingetroffen. 
Rustlan 0. 
Man schreibt der „Const. Corr." aus Warschau: 
Am 2. Decbr. wurde die sünfundzwanzigste Jahres 
feier der Thronbesteigung des Kaisers von Rußland 
durch einen Gottesdienst in den Kirchen sämmtlicher 
Consessionen begangen. 
Deutschland. 
„Kopenhagen, den 6. Decbr. Die dänischen 
Blätter bis zu vorstehendem Datum sind an politi 
schen Neuigkeiten leer. Desto mehr ergehen sie sich 
in Betrachtungen über die Lage der Dinge nach den 
Nachrichten aus Deutschland. Und nicht bloß die 
eigentliche Kriegspartei ist in Aufregung, auch die 
„Berl. Tid." meinte schon, die deutschen Großmächte 
würden sich, wie in der hessischen, so in der schles 
wig-holsteinischen Angelegenheit herauszuziehen suchen, 
und sprach die Hoffnung aus, daß cs dadurch Däne 
mark zufallen würde, mit Hülse der andern nicht 
deutschen Großmächte selbst die Pacification vorzu 
nehmen. Besonders wenig zufriedengestellt ist natür 
lich „Faedrel.", kaum minder indeß „Kjöbenhp." Sie 
erkennen nur zu deutlich, daß es den Großmächten 
lediglich um die Erhaltung der Integrität Dänemarks, 
mithin des Gesammtstaats, zu thun ist und daß sie 
sich um die weitere Gestaltung der Verhältnisse in 
demselben nicht bekümmern werden. „Kjöbenhavnsp." 
kommt dabei stets aus ihre Opposition gegen die Ea- 
sinomänner zurück, die bald einsehen würden, daß sie 
sich verrechnet hätten. In der Nummer vom 5ten 
ergreift sie daher ihre frühere Friedenspolitik wieder 
und stellt auf Veranlassung der Resultate der Dampf 
schiffsunternehmung zwischen Jütland und England 
mißmüthig die für die Märzpolitik gebrachten Opfer 
mit den Errungenschaften zusammen. Jene Unter 
nehmung habe ein Surrogat für den gehemmten 
Handelsverkehr mit Holstein und Hamburg sein sollen; 
aber nach England seien nur einige Hunderte Stück 
Vieh ausgeführt, nach Hamburg Tausende. Die 
Nachrichten von Jütland lauteten sehr traurig; Han 
del und Wandel seien so gut wie gehemmt und das 
Schlachtvieh so im Preise gesunken, daß es nicht zu 
verkaufen sei, wobei aber .der Dienstlohn und die 
Steuern sich auf der früheren Höhe hielten. Das 
Bischen Gloire, welches die Märzbewegung geschaffte 
sei damit zu theuer bezahlt. Anstatt den „unnützen 
und ungereimten" offenen Brief zu erlassen, hätte 
Christian VIII. eine Eisenbahn von Jütland nach den 
Herzogthümern anlegen sollen; anstatt sei Ersteres 
seines Werthes beraubt, den es schon gewonnen ge 
habt. Man speculirte jetzt allein noch daraus, daß 
Dänemark und Holstein beiderseits sich erschöpfen soll 
ten, was auch bald der Fall sein werde. Im Grunde 
stehe aus beiden (!) Seiten mir das Interesse gewisser 
compromittirter Staatsmänner der friedlichen Aus 
gleichung im Wege; denn die Resultate von Schles 
wigs Bejetzung und Regierung würden von den 
Opfern, die sie gekostet, weit überwogen; sie bestän 
den im Ganzen nur in einem neuen Beamtenstand, 
der seiner Aufgabe kaum gewachst«, und dem Ver 
gnügen gewisser Minister, eine Anzahl neuer Stellen 
Berlin, den 7. Dec. Nach einem von dem 
Oberbefehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee, 
General v.Willisen, hier eingegangenen Schreiben, 
ist derselbe bereit, alle dienstpflichtige 'Reservisten und 
Landwehrmänner, welche gegenwärtig in der schles 
wig-holsteinischen Armee dienen, aus dem ihm an 
vertrauten^ Heere noch zur rechten Zeit zu entlassen, 
im Fall Se. Mas. der König von Preußen bei den 
nunmehrigen friedlichen Aussichten den Armeebefehl, 
wonach die im Auslande befindlichen militairpslich- 
tigen Preußen bis zum 15. d. Mts. sich in ihrer 
Heimath gestellt haben müssen, nicht zurücknehmen 
sollte. Die „Nat. Z." berechnet die Zahl der in 
Betracht kommenden Gemeinen auf 1809 sowie die 
der Officiere auf 47. 
— Die „N. Preuß. Ztg." schreibt: „Wenn, wie 
wir hören, die Olmützer Beschlüsse ein wenig eifri 
ges Betreiben der Mobilmachung zugelassen haben, 
so dürften in der bereits bewirkten Mobilmachung 
demnächst diejenigen Modisicationen eintreten, welche 
das Interesse des Staats erlaubt, und die Interes 
sen der Bevölkerung wünschenswerth machen. Es 
dürste das zweite Aufgebot beurlaubt werden und 
vom ersten Aufgebot bis zu einer bestimmten Stärke 
der Theil, der dies in Rücksicht auf häusliche Lage 
wünschen möchte. Es verdient hierbei uicht uner 
wähnt zu bleiben, daß die Mobilmachung zur Zeit 
täglich an 250000 Thaler kostet, und die Kammern die 
Regierung durch die nothwendig gewordene Vertagung 
in die Lage gebracht haben, diese großen außerge 
wöhnlichen Kosten nicht auf außergewöhnlichem Wege 
beschaffen zu können. Eine solche Beurlaubung kann 
bei unserm Wehrsystem dem 'Staatsinteresse nicht 
nachtheilig sein, selbst wenn die freien Conferenzen 
nicht den glücklichen Ausgang hätten, den zu hoffen 
man berechtigt ist, und wenn es nothwendig werden 
sollte, das preußische Recht im Kriege zu wahren." 
Bremerhaven, den 8. Dec/ Die Fregatte 
„Eckernförde" ist diesen Morgen unten in der Weser 
angekommen. 
Karlsruhe, vom 3. Dec. Gestern bezogen 
badische Truppen die Wachen vor dem Schlosse und 
im Rathhause und lösten die letzten Preußen ab, 
welche unmittelbar nachher den Rückmarsch in ihre 
Heimath antraten. 
In Osnabrück hat eine zahlreich besuchte Ver 
sammlung stattgefunden, in der eine gegen den 
Durchmarsch der Executionsarmee gerichtete Erklä 
rung und eine Petition, welche die Regierung auffor 
dert, ihren Abgeordneten von Frankfurt abzuberufen, 
sich dem Durchmarsch einer Ezecutionsarmee zu wi 
dersetzen, die Verfassung Kurhessens zu schützen, und 
die Ständeversammlung einzuberufen, beschlossen 
wurden. 
Fulda, den 3. Dec. Der Generalstab ist nun 
schon heute nach Hünfeld vorgegangen, mit ihm der 
Civilcommissär mit seiner ganzen Umgebung; die 
bäurischen Truppen sind in die Wohnungen consig- 
nirt, müssen sich auf zwei Tage verproviantiren und 
jeder Stunde des Alarms gewärtig sein. Die Quar 
tiermacher des österreichischen Corps an der Rhön 
sind ebenfalls hier eingetroffen, 4000 Mann sollen 
noch heute Nacht in der Stadt eintreffen; außerdem 
sind für 11000 (so hoch wird angegeben) 80 Klafter 
Holz requirirt, weil diese im Haungrund bivouakiren 
sollen. Heute war ein preußischer Stabsofficier mit 
Adjutant hier; kein Mensch vermag sich diesen plötz 
lichen Wechsel zu erklären und Niemand weiß, wie 
das enden wird, zumal heute Abend die Nachricht 
angelangt ist, daß auch die Preußen in ihrer alten 
Stellung noch stehen. 
Frankfurt, den 5. Decbr. Wie wir hören, 
werden die Bundestruppen heute noch in Cassel ein- 
rücken. 
Braunschweig, den l.Dec. Unser gesumm 
tes Truppen - Contingent ist aus vorgestern einbe- 
ruft" (Hann. Ztg.) 
Schleswig - Holstein. 
Das „I. W." berichtet aus Glückstadt, daß 
dav dort eingebrachte Kanonenboot Nr. 8 in einem 
nicht seefähigen Zustand ist. Die Kanonen des 
Schiffs find aber geborgen, der Verlust an Material 
ist daher sehr unbedeutend. 
Den „H. N." wird aus Kiel geschrieben: Rück 
sichtlich des von der Statthalterschaft angeblich ge 
machten Anerbietens, mit einem von dem sogenann 
ten Bundestage an sie abzusendenden Commissair in 
Verbindung zu treten, glaube ich im Stande zu 
sein. Ihnen eine Mittheilung über den wahren Sach- 
verhalt zu machen. Die Frankfurter Versammlung 
hatte bei der Statthalterschaft sich unter der Hand 
erkundigen lassen, ob man hier geneigt sein werde, 
einen s. g. Bundescommissär als solchen anzuerken 
nen und sich mit ihm in Beziehung zu setzen. Die 
Statthalter,chast hat darauf, soviel 'ich weiß, gleich 
falls unter der Hand erwidert, daß sie nichts dage- 
gen habe, wenn die in Frankfurt vertretenen deut- 
fchen Regierungen durch Sendung eines Commissärs 
den Ver,uch machten, den Frieden zwischen Däne 
mark und den Herzogthümern herzustellen. Wenn es 
jetzt heißt, daß das Anerbieten der Statthalterschaft 
in Frankfurt verworfen sei, so klingt das allerdings 
komljch. Aber der Hergang, der den verschiedenen 
Zeitungscorrespondenzen zu Grunde liegt, ist, wie 
Sie sehen, ein durchaus unverfänglicher. Die Statt 
halterschaft konnte vernünftigerweise sich nur so äu 
ßern, wie sie gethan. 
Der „A. M." veröffentlicht folgendes Schreiben 
des Herzogs von Sachsen-Koburg-Gotha: 
„Mittelst Schreibens vom 6. d. M. hat die Statt- 
halterschaft der Herzogthüiner Schleswig-Holstein mir 
das von ihr gestiftete Erinnerungszeichen für die 
Feldzüge der Jahre 1848 und 1849 übersendet. 
Freudig ward ich durch diese Aufmerksamkeit über 
rascht, und mit dankbarem Herzen nahm ich dies 
Erinnerungszeichen hin, welches mir einerseits 
die Zeit vor die Seele ruft, in der ich mit einem 
patriotischen, muthigen Volke für eine gerechte Sache 
kämpfte, andrerseits auch mir den Beweis giebt, daß 
die muthigen Streiter ihres damaligen Kampfgenos 
sen mit Theilnahme gedenken. Mag die Statthal 
terschaft dafür die Versicherung meiner, trotz aller 
über sie hereingebrochenen Ungunst der Zeit unver 
ändert lebendigen Sympathie entgegennehmen, so 
wie den aufrichtigen Wunsch, daß das hohe Glück, 
welches ein günstiges Schicksal mit meinen den Her 
zogthümern gewidmeten geringen persönlichen Dien 
sten verband, sich in vollem Maße dem bewährten 
wahrhaften Verdienste eines schwergeprüften deutschen 
Volksstammes bei seiner gerechten Vertheidigung zu 
wenden möge. 
Kodurg vom 13. November 1850. 
(Gez.) Ernst, Herzog. 
Schleswigfche Westküste, den 1. Decbr, 
„Schwarzes Haus" (d. h. finsteres, fensterloses Haus)— 
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