Full text: Newspaper volume (1850)

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,, Kiel, den 11. Decbr. Sie theilten neulich in 
Mem Blatte dre interessante Nachricht mit, daß Se. 
Mas. von Dänemark geruht habe, die zarten Bande. 
Welche rhn an die dänische Lola, im Stande der Er 
Höhung Gräfin Danner genannt, sesselteii, zu zerrest 
tzen. Also eure Ehe aus Kündigung; der Nachfolger 
Ehnstran des Vitt, scheint in dieser Beziehung un 
gefähr auf den Standpunkt Ludwigs des XV von 
Frankreich zu stehen, der die Langeweile der Bestän 
digkeit seinem schmollenden Beichtvater auf eine sehr 
praktische Weise in dem toujours Perdrix m ver 
anschaulichen wußte. Vielleicht steckt indeß hinter 
der Ungnade der weiland Jungfer Rasmuffen doch 
mehr als eine bloße Liebe zur Veränderung von Sei 
ten ihres königlichen Freundes. Wenn nämlich ge 
wisse Nachrichten aus sonst gut unterrichteten Kreisen 
nicht lügen, so denkt man in Kopenhagen ernstlich 
daran, den gewesenen Gatten zweier Prinzessinnen 
und einer Dame des Volkes abermals in das Joch 
der Ehe zu spannen. Als die Auserwählte wird mit 
vieler Bestimmtheit die Prinzessin Auguste, Tochter 
des bekanntlich in Dänemark residirenden Landgrafen 
von Hessen bezeichnet. 
Erwägt man, daß die Bestrebungen der dänischen 
Gesammtstaatspolitik jetzt wieder stärker und mit 
mehr Aussicht auf Erfolg als jemals im Schwünge 
sind, bringt man ferner das Londoner Protocols die 
Olmützer Beschlüsse, die Verabschiedung der Gräfin 
Danner in einen gewissen Causalnexus, so erhellt 
daß das Project einer neuen Heirath des Königs 
nur ein weiteres Glied einer wohlgesügten Kette ist 
Man bedenke: ohne einen Thronerben kein Gesammt' 
• staat, ohne einen Gesammtstaat keine Lösung des dä- 
nisch-schleswig-holsteinischen Knotens, ohne eine solche 
Losung aber hat die Diplomatie keine Nacht ruhigen 
Schlafs. Also ist die Geburt eines legitimen Thron 
erben für den Gesammtstaat eine diplomatische Noth 
wendigkeit. Da nun bei Gott und der Diplomatie 
kein Ding unmöglich ist, so wird wohl Niemand 
die Garantie dafür übernehmen wollen, daß eine 
etwaige Ehe Friedrichs VII. mit Auguste von Hes 
sen eben so kinderlos bleiben würde, wie die 
früheren Verbindungen desselben. — Bot König Ri 
chard einst ein Königreich für ein Pferd, so ist in 
Dänemark jetzt ein Königreich für erneu Knaben 
sru. (Fr. Pr.) 
. Kie!, den 12, Decbr. Es ist kaum glaublich, 
wird aber als glaubhaft versichert, man soll m Ko- 
şinhaģen füx die, von Şiet ein nnşeŗe Ģeşnnnenen 
welchen man es dort bekanntlich fast an Allem fehlen 
laßt, gesandten Sachen 400 Rbthlr. (300 Thlr. preuß 
Court.) Zoll genommen haben! 
Aus dem armen Schleswig hören wir neue Be 
lege zu dem Willkürregimeute, namentlich über den 
vericyledentlich ausgeübten Zwang zum Kirchenbesuch. 
Der bekannte Grundsatz Friedrich's des Grşn paßt 
nicht in die Lehre der Dänen, wenn sie sie auf 
Schleswig-Holstein anwenden sollen, während sie da 
heim Glaubensfreiheit proclamiren. So ist u. A. in 
Kappeln jeder Hauswirth cominandirt worden, sonn 
täglich Wenigstens ein Mitglied seines Hauses in die 
Kirche zum Anhören der Predigt des octroyirten Pa 
stors zu schicken. Anderwärts entzieht man säumigen 
Kirchgängern event, die Communalunterstützuiig, und 
wieder anderswo werden fleißige Kirchgänger mit 
Geld belohnt! 
Aus Apenrade erfahren wir, daß der dort von 
Tillisch angestellte Pastor Leth es hat aufgeben müssen 
die Confirmanden in dänischer Sprache zu confirmi- 
ren, weil diese entweder in der That nicht Dänisch 
versteben, oder nicht Dänisch verstehen wollen. Einem 
Fräulein Glörsen daselbst ist ihre Pension entzogen 
weil sie auf die von dem Pröpsten Rehhof heraus 
gegebenen Predigten Subscriptionen gesammelt hat. 
Mit dem Schulunterricht sieht es in Apenrade sehr 
traurig aus, weil die dänische Schulsprache einge 
führt ist, .und dadurch die Lehrer den meisten Km 
dern unzugänglich geworden sind. 
Hadersleben. den 7. Decbr. „Dannev." be 
merkt bei Gelegenheit mehrerer Klagen aus Eidel 
stedt über die Folgen der Requisitionen für die dä 
nische Armee, daß in Nordschleswig auch bald Fut 
termangel eintreten müsse. Es scheine dabei, als 
wenn die Bauern des einzigen Guts Gram und Nü 
tzet am meisten mitgenommen wären. Das Blatt 
bringt dann einige Zeilen, die es bereits 5 Wochen 
früher niedergeschrieben hatte, worin gegenüber den 
Verheißungen der Regierung, daß alle Naturalleistuu- 
gen verlicrtirt und von den Finanzen beschafft werden 
sollten, — bekanntlich ein Versprechen, das bei Ge 
legenheit der Einverleibung Schleswigs in den dä 
nischen Zollverband gegeben wurde und eine Ent 
schädigung für die daraus für Schleswig erwachsen- 
den Nachtheile bezweckte, darauf aufmerksam gemacht 
wird, daß die Kriegsfuhren und Lieferungen dennoch 
unverändert beibleiben. So wenig man sich darüber 
wundern kann, wie das dänische Regiment in diesem 
Falle wre gewöhnlich, seine Zusagen erfüllt, so sehr 
spricht der Umstand, daß „Dannev.", bic eingefleischte 
Vorkämpfern! der dänischen Propaganda, solche oppo 
sitionelle Momente ans Tageslicht bringt, und zwar 
nachdem es bereits fünf Wochen früher die Absicht 
dam gehabt, für feie geringe Zufriedenheit Nord- 
jchleswlgs mit den Maßregeln der Regierung. 
„ -Won der Riederelbe, 12. Dec. Der Chef 
schlŞig-hylşieinischen Fingnzdepartemnts. Heit 
Francke, erwähnte in diesen Tagen in der Landes 
versammlung, daß Schleswig-Holstein feit dem Be 
gum seiner Erhebung (März 1848) also Kn nicht ganz 
Ş 52 Millionen Mark aufgebracht habe, die 
5 Mill, in Umlauf befindlichen Kassenscheine unae- 
rechnet Und diese ungeheuren Geldopfer, die übri 
gens für den Reichthum der Herzogthümer und zu 
mal Holstein ein um so günstigeres Zeugniß geben, da 
dasHerzogthum Schleswig den ganzen Aprilmonat 1848 
nichts, unter dem Regime der Landesverwaltung vom 
August 1849 bis zum Juli 1850 nur bald zur grö 
ßeren, bald zur kleineren Hälfte etwas beitrug und 
seit der Schlacht bei Jdstedt wieder fast gar nichts 
beigetragen hat, — diese ungeheuren Geldopfer wären 
um,oust gebracht, das Blut von mehreren Tausenden 
schleswig-holsteinischen und anderen deutschen Jüng 
lingen und Männern umsonst geflossen, andere Tau 
sende umsonst zu Krüppeln, Hunderte von Eltern kin 
derlos, Tausende von Kindern Waisen geworden. Viele 
ihrer Stützen, Ernährer und Versorger umsonst be 
raubt, wenn Schleswig-Holstein wieder den Dänen 
überliefert werden sollte, wie die europäischen und 
unter ihnen auch die beiden deutschen Großmächte 
beabsichtigen. Aber haben Preußen und Oesterreich 
auch nur schon daran gedacht, wem das eben so kost 
bare als wichtige Material der schleswig-holsteinischen 
Armee — ein Material, das selbst für ein doppelt 
so großes Heer ausreichen würde — zufallen soll, 
wenn Holstein „pacificirt" worden wäre? Soll viel 
leicht den Dänen auch dieses, eben so wie das Land, 
zuerkannt werden? Und wird nicht, im Falle die 
Pacification durchgeführt wäre, der Streit, ob Rends- 
burg zu Holstein oder zu Schleswig gehört — ein 
Streit, der als literarische Fehde verstummt ist, nach 
dem der Regierungsrath v. Warnstedt Herrn Archi 
var Wegener so gründlich heimgeleuchtet hat — aus 
diplomatischem Wege wieder entbrennen? — Gewiß 
würde Dänemark die Festung Rendsburg eben so 
ungern in österreichisch-preußischen, als in schleswig 
holsteinischen Händen sehen. 
Darum sprechen wir es wiederholt aus, daß ein 
friedlicher Austrag des Streites — zumal durch eine 
sog. Pacification auf dem Executionswege — noch 
sehr weit entfernt ist. In dieser Ansicht werden wir 
besonders dadurch bestärkt, daß unsere früher ge 
äußerte Meinung über das Motiv des Wechsels im 
Obercommando der schleswig-holsteinischen Armee 
(Willisens Zandern und v. d. Horsts Geneigtheit zur 
Ergreifung der Offensive) durch sehr gut unterrich 
tete Männer vollkommen bestätigt wird.' (W. Z.) 
Der „Deutschen Reform" schreibt man aus Kiel 
zur Erklärung der Entlassung Willisens: „Schon in 
letzter Zeit traten über die Anstellung von Officieren, 
über die Operationspläne der Armee wie über die 
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Statthalterschaft und dem commandirenden General 
ein, und bei einer Unterredung mit den Statthaltern 
über das Verhalten unter deist jetzigen Verhältnissen 
stellte sich eine unbedingte Meinungsverschiedenheit 
heraus; „der General wollte einen Angriff auf den 
Feind nicht ferner vornehmen, und die im preußischen 
Verbände stehenden Truppen entlassey." Demzufolge 
überreichte der Statthalter Beseler nach vorhergegan 
gener Berathung im Staatsrath dem General Wil- 
lisen seinen Abschied, ohne daß der General ihn ge 
fordert hatte, ln welchem demselben die vorbeh'ast 
tene Pension von 2000 Rthlr. ausdrücklich zuerkannt 
wurde." 
Rendsburg, den 10. Dec. Dem unterm 14. 
d. M. erschienenen Armeebefehl entnehmen wir Fol 
gendes: 
corps; George Friedr. Wichers und Christoph Wilh. 
Wendt vom 5. Bat.; Wilhelm v. Pein, Theodor 
Helmcke und August Tölcke vom 5. Jägercorps; Wilh 
Hechler und Andreas Volquardtsen vom 3. Jäaer- 
corps; Herrin. Otto Rieck vom 12. Bat.; Gustav 
Herrm. Ed. Fischer vom 4. Jägercorps; Wilh. Lauge 
vom 4. Bat.: Clamer Müldener und Ernst Theodor 
Ludewig vom 6. Bat.; Wilh. Hencke und Thomas 
Lorenz Stuhr vom ..Jägercorps; Adolph v. Reiß 
witz, Theodor Wohlieü Uud Christian Otto Diercksen 
vom 12. Bat.; Adolph Mehler vom 9. Bat.; Otto 
kar Eggert vom 5. Bat.; Wilhelm Otto Wagemann, 
Aoolph Meyer und Aurel Schulz vom 10. Bat - 
Gustav v. Saucken vom 15. Bat.; Julius Würsten 
vom 3. Bat.; Heinr. Rudolph Carl Eckermann und 
Gentz Hems vom 2. Jägercorps; Christ. Neumayer 
und Ernst v. Weyhe vom 3. Bat.; Georg Alexander 
Riesestahl vom 1. Jägercorps; Hans Harden vom 6. 
Bat.; Carl Wilh. Marie Ludw. v. Omelunxen und 
August Schmidt vom 1. Jäqercorps; Emil Scham- 
vogel vom 15. Bat.; die Feldwebels und Officiers- 
Aspiranten: Claus Ebbe Christ. Ludw. Paulsen und 
Carl Eckstorf vom 14. Bat.; Friedr. Weicht vomit 
Bat.; den Sergeanten Moritz Delfs vom 3 Jäger- 
corps; die Unterosficiere: Wilh. Arnemann vom 7. 
Bat.; Otto Kreißler vom 11. Bat.; den Sergeanten 
Eduard v. Schaden vom 9. Bat.; den Unterofficier 
Johann Gerhard Burmeister vom 7. Bat.; die Ser 
geanten : Lorenz Götlig vom 2. und Burkart Heinr 
Henningsen vom 1. Jägercorps; den Unterofficier 
Hans Chr. Heinr. Studt vom 5. Jägercorps; den 
Oberjäger Otto Nasemann vom 2. Jägercorps; die 
Feldwebels: Chr. Heinr. Jürgensen vom 4. Jäqer 
corps; Ernst Hennings vom 4. Bat.; Gottfr. Mart 
Thordsen vom 1. Bat.; Ferd. Chr. Theodor Sören- 
sen vom 1. Jägercorps; Peter Hinrichsen vom 4. 
Bat; Victor Behren, Jacob Jacobsen und David 
Sammaiin vom 2. Jägercorps; Herrmann Weyl und 
Anton Hoeges vom 9. Bat.; Carl Bluhm vom 5. 
Jägercorps; Franz Otto Albert Brebeck vom 14. 
Bat.; Heinrich Dierssen vom 9. Bat.: die Vicefeld- 
mebels: Friedr. Claus Chr. Schlcth vom 1. Bat.; 
Chr. Ludw. Usinger vom 2. Jägercorps; Emil Schultz 
vom 4. Jägercorps; die Sergeanten: Herrm. Eduard 
Lorentzen, Joh. Wilhelm Nie. Grüneberg und Ernst 
Nud. Jul. Kroymaiin vom 2. Jägercorps; Julius 
Broder Möller und Adolph Heinr. Lüttgens vom 4. 
Jägercorps; den Oberjäger Haus Hinr. Jepsen vom 
4. Jägercorps; die Unterosficiere: Adolph Friedr. v. 
Horsten vom 7. Bat.; August Friedr. Franz Hesse 
vom 14. Bat.; Friedr. Wilh. Gottsleben vom 10. 
Bat.,- die Oberjäger: Herrmann Carl Rudolph Bock 
meyer vom 2. und Hermann v. Drigalsky vom 3. 
Jägercorps; die Unterosficiere: Oskar Gäucke vom 
7. Bat.: Carl Emil Kraus« vom 5. Bat; şşonstaņ- 
àGeà und Ludwig Adam vom 11. Bat.; Anor. 
Carl Will). Tichy vom 6. Bat. 
H. Bei der Artillerie: 
Den Fähnrich Hans Jürgen Rohwer von der l 
12àgen Batterie. 
UI. Bei der Cavallerie: 
Den Fähnrich Edles Johann Justus v. Einem 
vom 2. Dragonerregiment. 
Ferner hat die Statthalterschaft unterm 13. d. M. 
dem Hauptmann v. Szczepansky des 4. Bataill. die 
wegen Invalidität nachgesuchte Entlassung aus dem 
Mrlitarrdieiist mit Pension ertheilt. 
1) Die Statthalterschaft hat unterm 5. d. M. 
auf Vorschlag des General-Commando's den nach 
stehend aufgesührtenOfsicieren eine definitiv e An 
stellung in der Armee ertheilt: 
Bei der Infanterie: 
--) Als Hauptleute: die Hauptleute Julius Hehler 
vom 1. Jägercorps, Herm. Ludolph Wilh. Bausen 
vom 4. Jägerc., M. Benno Meißner vom 3. Jns.-Bat., 
Ferd. Emst Alb. v. Arnim vom 6. Jnf.-Bal., Carl 
Ritter vom 1. Jns.-Bat. 
b) Als Seconde-Lieutenants: die Seconde-Lieute- 
nants Waldemar Theodosius v. Zülow vom 2. Besatz- 
Bataillon, Carl Schwinger vom 5. Jns.-Bat., Gustav 
Lange vom 5. Jägerc., Franz Jogge vom 1. Jns.-Bat., 
Franz Leese vom 5. Jns.-Bat. 
Summarische Beiträge. 
in. 
2} Die Statthalterschaft hat unterm 7. d. M. auf 
Vorschlag des General-Commando's zu Sec on de 
Lieutenants ernannt: 
1. Bei der Infanterie: 
Die Fähnriche Joh. Paul Richter vom 1. Jäger 
corps; Carl Frd. Ed. Fürer vom 8. Bat.; Heinrich 
v. Niebecker vom 2. Bat.; Andreas Gebhardt vom 
13. Bat., Carl Friedrich v. Seele vom 14. Bat.; 
Herrm. Adolph Meyer vom 12. Bat., With. Köhler 
vom 12. Bat.; Ludwig Nissen vom 3. Bat.; Phil. 
Wilh. Ellinghüsen vom 13. Bat.; Carl Heinr. Ldiv. 
Lange von demselben Bast; Carsten Bolquartssen und 
Peter Matthiesen vom 7. Bat.; Werner v. Rnhmor 
und Wilh. Henningsen vom 14. Bat.; Heinr. Nic. 
Jansen vom 1. Jägercorps; Thilo Adolph Schuh- 
mwnjwn 15, Bat.; Max 0. Bcmeck vom 3, Jäger- 
Schön Viel ist über Deutschland und den Deut 
schen gefabelt und verglichen; man erlaube deshalb, 
daß diese Vergleichungen um eine vermehrt werde. 
Uns scheint Deutschland ein rahmloses Bild oder 
ein Gedankenstrich zu sein, der uns immer, wenn 
Wir ihn ansehen, eine Frage vorzulegen scheint, was 
denn eigentlich mit und unter Deutschland gemeint 
sei. Ein Dichter (Freiligrath) nennt Deutschland den 
politischen Hamlet; Börne nennt Deutschland eine 
große Bedientenstube, andere vergleichen uns mit 
Philosophen, andere mit emsigen Bienen, die für ihre 
Arbeit nichts als den endlichen Tod bekommen, und 
noch andere, und zwar die, welche es am schlimmsten 
mit uns meinen, nennen den Deutschen einen Michel. 
Es zeiPt jedenfalls von der großen und maniüchfal- 
tigeu Bedeutsamkeit, wenn inan eine einzige Nation 
von so vielen Seiten betrachten und beurtheilen kann. 
Denn bei anderen Völkern, z. B. bei dein Engländer 
spricht mau höchstens von eurem John Bull, bei dein 
Nordamerikaner von einem Bruder Jonathan, bei 
dem Franzosen von einem maitre de piaisir; aber 
bei dem Deutschen spricht man von allem und denkt 
sich bei einem Deutschen, je nachdem man eben mag 
und kann, bald einen Professor, der sich aus dem 
Bibliothekenstaub nicht hecauswinden kann, bald einen 
Königssohn, dem es wehe ums Herze ist, weil er die 
aus den Fugen gerissene Weit nicht in Ordnung 
bringen kann, bald einen Hausvater, dem auch die 
Nachtmütze, ja und der Troddel an der Nachtmütze 
nicht fehlt, bald einen — es frägt sich dann aber 
welchen — Bedienten. So zieht der Deutsche in
	        
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