Full text: Newspaper volume (1876)

jungen Männer wieder herein in den <ä 
Cürassier lächelnd, der Husar strahlend, 
die junge Gräfin nun den nächsten Tanz 
sem tanzte, da flüsterte er ihr zu: ,p 
das vergesse ich Dir nie, so lange ich 
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Itzehoe, 2. Juli. Auf dem außerordent 
lichen Bezirksturntag Hierselbst, welcher von 
26 Vereinen beschickt war, wurde auf Antrag 
des Flensburger Abgeordneten einstimmig be 
schlossen: „Die zweijährigen Zinsen der schles 
wigholsteinischen Gelder für die Verschönerung 
des Turnerdenkmals bei Flensburg zu ver 
wenden". 
Itzehoe, 30. Juni. Dem Arbeiter Schröder 
wird noch ein fernerer Mord zur Last gelegt. 
Bekanntlich wurde im Jahre 1868 in Hois 
büttel bei Ahrensburg eine alte Abnahmefrau 
ermordet und als der That verdächtig ein 
Ehepaar inhaftirt, jedoch nach einigen Wochen, 
weil schuldlos, wieder auf freien Fuß gesetzt. 
Da der Mord in derselben Weise wie die von 
Schröder verübten Verbrechen ausgeführt ist, 
hegt man die Vermuthung, daß letzterer auch 
die Hoisbüttlei That begangen hat. 
Kiel, 1. Juli. Der Capitain Boyton hat 
bekanntlich vor wenigen Tagen in der Alster 
bei Hamburg Schwimmversuche mit seinem 
Rettungsapparate gemacht. Derselbe beabsich 
tigt auch im hiesigen Hafen eine Vorstellung 
zu geben. 
Der Hauptverein der Gustav-Adolph-Stif 
tung hielt in den Tagen des 28. und 29. Juni 
seine Hauptversammlung in Lütjenburg ab. 
Oldesloe, 28. Juni. Die hiesige Papier 
fabrik, von Hamburg durch eine Aktiengesell 
schaft gegründet, schließt mit dem erheblichen 
Verlust von 1,948,739 M. für 3 Geschäftsjahre ab. 
tr—Altona, 3. Juli. Gestern, Nachmittag 
4è Uhr entstand Feuer in einem Holzlager in 
der Friedrichsbader Str. Dasselbe griff so rasch 
um sich, daß ein daneben stehendes Wohnhaus 
bereits von den Flammen ergriffen war, als 
die Feuerwehr eben zum Platze kam. Auch die 
Hamburger Feuerwehr stand auf der Grenze 
zur Hülfe bereit. —Wäre das Feuer zur Nacht 
zeit ausgebrochen und stärkerer Wind gewesen, 
so wäre wohl ein noch größerer Schaden ent 
standen. Die Dampfspritze verließ um ca. 
6ZUhr den Platz. Das meiste Holz ist verkohlt. 
* Rendsburg. Ueber den Verlauf derCor- 
rectionsarbeiten in der Aubeneider, die bekannt 
lich im Juli v. I. in Angriff genommen wurden 
und von deren glücklichem Gelingen zunächst 
es abhängig gemacht wird, ob das Projekt 
eines die Nord- mit der Ostsee verbindenden 
Canals zur Ausführung gelangt, bringt die 
im Verlage von Weber in Leipzig erscheinende 
„Jllustr. Ztg." einen Bericht aus sachkundiger 
Feder, dem wir Folgendes entnehmen: 
„Zunächst wurden auf Grund vorhandener 
und demnächst berichtigter Karten und Peilun 
gen zwei große und zwei kleine Wattendurch 
brüche durch Längsreihen von Senkfaschinen 
abgebaut, um dem hin- und herbewegten Saud 
einen festeren Halt zu gewähren; Abbruchstel 
len, bei welchem festeres Vorland in Gefahr 
war, vom Wasser verschlungen zu werden, 
sicherte man durch festere, zusammenhängende 
Faschineubauten; zugleich wurden die dem Fahr 
wasser zunächst gelegenen Watten vermessen, 
damit im darauf folgenden Jahre die durch 
die Coupirung herbeigeführten Veränderungen 
durch abermalige Vermessungen genau festge 
stellt werden können. So bauend, versuchend 
und vergleichend will man an den Resultaten 
die Stromwirkung studiren. Leider konnten 
verschiedener Ursachen wegen die Versuchsbau 
ten erst Ende Juli beginnen und mußten Ende 
(September der Stürme wegen abgebrochen 
werden; es haben sich jedoch schon, wenn auch 
nicht bedeutende, so doch immerhin ernt un 
tern de Resultate in der Entsandung der 
Durchbrüche bemerklich gemacht. So ist das 
Fahrwasser, welches an einer Stelle eine ziem 
lich bedeutende Krümmung mit schmaler Rinne 
zeigte, grade gelegt und zunächst für kleinere 
Fahrzeuge abgetonnt worden, ein Resultat, 
wie es in einer so kurzen Zeit kaum zu er. 
warten war. Hauptsächlich war man bei den 
Bauten bestrebt, die Wasser, welche in einer 
Menge von Rinnsalen, sogenannten Prielen, 
bei eingetretener Ebbe von den Watten ab 
fließen sich zum Theil in Seitengewässer er 
gießen, abzufangen und in die Fahrwaffer- 
strömung zu leiten, um durch Verstärkung der 
selben ein Tieferreiben der Fahrwasserrinnen 
herbeizuführen. In diesem Jahre wird nun 
eine Kratzmaschiue, wie sie sich im Missisippi 
bereits bewährt hat, die Vertiefung der Rin 
nen durch Dampfkraft bewirken. Diese Ma 
schine besteht aus einem Holzgerüst, dessen Hin 
teransicht eine dreieckige Form zeigt, an dessen 
unterm Theil eine zusammenhängende Reihe 
Pflugschaaren angebracht ist, welche durch Rol 
len und das Eigengewicht des Gerüstes 8—9 
Zoll in den Sand gedrückt wird und letzteren, 
wenn die Maschine am Grund entlang schleppt, 
hochhebt und der Strömung übergiebt. DaS 
Gerüst selbst ist senkrecht an einem „Schnigg- 
schiff" befestigt, das durch einen Dampfer ge 
schleppt wird. Der gesammte Arbeitsapparat 
besteht aus einem Casernenschiff, einem wie 
derausgebauten norwegischen Wrack, welches 
in der Eider nahe der Arbeitsstelle gestrandet 
war, und auf welchem die Ingenieure und 
Stackarbeiter, sowie der Capitän Unterkommen 
finden, 6 Arbeitsfahrzeugen, welche mit einem 
provisorischen Deck versehen sind, auf welchem 
die Senkfaschinen in einer Stärke von 0,8 Me 
ter und einer Länge von 5 Meter gebunden 
werden, um an der Arbeitsstelle versenkt zu 
werden, 3 Transportschiffen, welche Steine 
und Faschinen von Tönning herbeiführen, so 
wie aus dem zu diesem Zweck gecharterten 
Hamburger Dampfer „Remorqueur Etna", wel 
cher die Arbeitsschiffe zur Arbeitsstelle schleppt. 
Es ist abzuwarten ob innerhalb der 3 Jahre 
sich Resultate herbeiführen lassen, welche die 
Correction der Eidermündung in der Weise 
hoffen lassen, daß den größten Schiffen das 
Einsegeln ermöglicht wird. Im schlimmsten 
Fall, also wenn diese Möglichkeit nicht nach 
zuweisen ist, bleibt es immer von Werth, daß 
durch diese Versuchsarbeiten eine wenn auch 
beschränkte Correction der Eidermündung her 
beigeführt wird, da an letzterer bisher gar 
nichts geschehen war, während dem in der 
Nähe liegenden Hasen Husum und dessen Zu- 
führungsstronr Hever bedeutende Geldmittel 
zugewendet worden sind." Hoffen wir, daß 
es der Energie und der Einsicht der baulei 
tenden Männer gelingen werde, die Vorarbei 
ten für ein großes Werk zu gedeihlichem Ende 
zu führen. 
** Rendsburg, 1. Juli. Unsern durch 
den Schluß des Blattes unterbrochenen Thier 
schaubericht in voriger Nummer erlauben wir 
uns in Folgendem fortzuführen: Auch am Nach 
mittage erfreute sich die Thierschau eines 
guten Besuchs und einer dem entsprechen 
den Einnahme. Von 3 Uhr an fanden Volks 
belustigungen (Stangenklettern, Wettlaufen, 
Stiefelsuchen rc.) statt und folgte gegen 7 Uhr 
das Wettreiten und Wettfahreu. Letztere, vom 
Publikum mit großem Interesse erwartet, fand 
jedoch nur geringe Betheiligung, denn eS wa 
ren zu beiden nur zwei Concurreuten vorhan 
den, (ein Paar Einspänner trafen zu spät ein). 
Beim Reiten trabte ein kleines Pferd dem 
gröberen entschieden den Vorrang ab, beim 
Fahren jedoch war der Unterschied äußerst ge 
ring, (ca. 2 Schritt) beide Theilnehmer hatten 
ihre Pferde sehr gut geschult. Die Verloosung 
(ca. 5000 Loose) bildete den Schluß der Fest 
lichkeit. 
Verbunden mit der Thierschau fand auf dem 
Wege von der Stadt bis zur Festkoppel eine 
Ausstellung von Blinden, Lahmen, Dürren, mit 
und ohne Gesang und Orgelkasten-Musik statt. 
Der Weg war förmlich mit BarmherzigkeitS- 
erregeru übersäet. Ob auch für Anbetteln 
Prämien ausgeschrieben waren? Es ist keines 
wegs Absicht die Leiden der Unglücklichen zu 
verhöhnen, wohl aber die Frage in Anrege zu 
bringen, ob sich diese Belästigung des Publi 
kums durch fortwährendes Anbetteln nicht durch 
anderweitige Unterstützung dieser Unglücklichen 
beseitigen ließe. 
Beim Festessen wurden bei sehr zahlreicher 
Betheiligung u. A. folgende Toaste ausgebracht 
resp. Ansprachen gehalten: der Herr Kammerherr 
Landrath v. WillemoeS-Suhm sprach über die 
Förderung landwirthschaftlicher Interessen und 
brachte das erste Hoch Sr. Maj. dem Kaiser 
und Könige; der Vorsitzende des landwirlh- 
schaftlichen Vereins an der Obereider, Herr 
Clemens Raade sprach über die in diesem 
Jahre vom Obereidervereine arrangirtc erste 
Thierschau und toastete auf die Stadt Rends 
burg; Herr Stadtrath Wille erwiderte den 
Toast des Vorredners und brachte sein Glas 
dem Gedeihen des Obereider-Vereins; Herr 
Winters von hier besprach die Landwirlhschast 
im Allgemeinen und forderte die Landleute aus, 
dem Vereine beizutreten; der Secretair des 
Obereiüer - Vereins, Herr Lehrer Mehrens— 
Raade, brachte den Preisrichtern ein Hoch; 
Herr Dohrn—Kronsburg toastete auf den Vor 
stand des Vereins; Herr W. Wolff von hier 
auf die fremden Gäste; Herr Generalsecretair 
Hach in Erwiderung auf das vom Herrn Lehrer 
Mehrens gebrachte Hoch auf die Aussteller; 
Herr Mylord auf die anwesenden Damen, und 
endlich Herr Pauls—Eiderstedt auf die Sie 
ger bei der Ausstellung. 
Unserer Liste der Prämiirten in vor. Num 
mer haben wir noch nachzutragen: Hr. Uhr 
macher Johannsen von hier erhielt Anerkennug 
für ein ausgestelltes, für Landwirthe sehr prak 
tisches Nivellir-Jnstrument. 
Türkei. 
Der Krieg zwischen der Türkei und Ser 
bien nebst Montenegro ist erklärt; letztere haben 
ihre Kriegsmaniseste schon erlassen und ist es 
an der Grenze zu kleinen Scharmützeln gekom 
men. Frankreich sendet eine zweite Flotte nach 
dem Mittelmeere und wird bereits die Frage 
ventilirt, ob Landungstruppen abzusenden seien. 
Das Vorgehen und die Rüstungen Serbiens 
übten ihren Rückschlag auch auf Bulgarien. Dort 
hat bereits im westl. Theile der Balkan, nächst 
der serbischen Grenze, nach einer Mittheilung 
der „Presse", eine Erhebung stattgefunden. In 
der Nähe von Nisch und Widdin kam es zu 
heftigen Kämpfen zwischen Bulgaren und Tür 
ken. Im östlichen Balkan herrscht gleichfalls 
große Gährung wegen der Schandthaten der 
Türken; bas Land ist vollständig dort ver 
wüstet, 150 Dörfer eingeäschert, in tausenden 
von Familien die Frauen entehrt und zu Skla 
ven gemacht, und 200 Priester und Lehrer 
gefangen und niedergemetzelt. Trostlosigkeit und 
Verzweiflung herrscht irn ganzen Sandjack — 
so meldet die „Ag. Russe". Nach der Ver 
sicherung einer türkischen Autorität sind nur 
18,000 Menschen, Männer, Weiber und Kin 
der, in Bulgarien umgebracht. Bulgaren taxi- 
ren die Zahl auf 30,000. 
— Auf außerordentlichem Wege erhält das 
„Wiener Abendblatt" Nachrichten über den be 
vorstehenden Anschluß der Herzegowina an 
Montenegro und Bosniens an Serbien. 
her im Original gesehen zu haben. Als die 
„neuen Erwerbungen" nach Berlin kamen, stşş 
es sich heraus, daß sie zum größten Theile 
gefälscht sind. 
— Für die internationale Hundeausstellung, 
welche in Hamburg am 6. Juli eröffnet şş, 
sind in Summa 530 Hunde (gegen 120 aul 
der letzten continentalen Hunde-Exhibition A 
Dresden) angemeldet, darunter von H^ 
John Douglas allein 65 Exemplare aus Eng 
land, die fast sämmtlich bereits prümiirt wol' 
den sind. Die Herren Major von ArniK 
(Hamburg), Thiermaler Beckmann (Düsseldorf 
Arthur Donner (Altona), Oberförster Eru>> 
(Holstein), Gustav Lang (Stuttgart), Barov 
Charles Schröder (Holstein), Baron Willis 
Schröder (England), Oberförster WallmaB 
(von der Göhrde), Hauptmann von Warden' 
burg (Hamburg) und Peter Wetzel (Hamburg) 
sind zu Preisrichtern gewühlt worden und 
werden je drei dieser Herren für jede einzelne 
Classe der Ausstellung das Richteramt ausbeN- 
— Eine richtige Meineidsbande w 
in Berlin entdeckt, vor das Stadt-Schwur-' 
gericht gestellt, überführt und gehörig ver 
donnert worden. ES ivaren der Handelsmann 
Maleika, der Schankwirth Stoof und der Fuhr- 
Herr Stolle, die sich zu Meineiden förinM 
verabredet und verbunden und ihr furchtbar^ 
Handwerk jahrelang mit Erfolg betrieben 1# 
ten. Ihre Manipulation war sehr einfach, 
Lcniiischte Rstizeii 
— Das k. Museum in Berlin ist, nach der 
„Post", vor einigen Wochen das Opfer einer 
großartigen Fälschung geworden, welche der 
Staatskasse vie enorme Summe von70,000FrcS. 
— ca. 18,600 Thlr. — kostet. Vor einiger 
Zeit wurde deni Director des Antiquariums, 
Herrir Professor Eurtius, auf Veranlassung 
eines römischen Archäologen, dessen Name 
gleichfalls bekannt ist, eine Sammlung von 
antiken Goldsachen und geschnittenen Steinen 
angeboten, die angeblich in Etrurien gefunden 
worden wären. Prof. Curtius nahm die Offerte 
an und kaufte die „Alterthümer" für die 
oben angegebene Summe, wie man mittheilt, 
ohne Vorwissen des Generaldirectors Grafen 
Usedom, wie ohne die betr. Gegenstände vor- 
eê wieder voll lauter Schalkheit und Neckerei. — 
Sie biß sich auf die Lippe», um nicht laut aufzu. 
lachen. Sie lehnte sich langsam, den Fächer vor 
den Mund haltend, als wolle sie ein leises Gähnen 
unterdrücken, etwas rückwärts, wobei ihre Augen 
pfeilschnell an dem Rücken deö Husaren herab fuh 
ren. Wie das kam? — — 
In dem Fächer war nämlich ein kleiner Spiegel 
und durch diesen hatte die Cousine bemerkt, wie 
der Husar neben ihr mit der größeste» Vorsicht 
seine Hand abermals langsam um sich selbst suchend 
herumgleiten ließ. 
Wie der Blitz schoß ihr da eine Vermuthung 
durch den Kopf und nun hatte sic cS deutlich ge 
sehen, richtig die breite Borde von Silber, welche 
quer über den mittleren Menschen deS Husa 
ren fortlief, sie war gerissen und hing von dem 
Tuche abgelöst naseweis herab. — Sie begriff so 
fort Alles. Die ganze furchtbare Lage des Aerm- 
sten war ihr klar. Sie erstickte beinahe vor Lachen, 
aber heldenmüthig rang sie, verbiß sie es, um Co»- 
stanz nicht tödtlich zu verletzen. 
Ja, sie hätte lachen und weinen mögen, vor 
Allem aber wollte sie ihm helfen, sie liebte ihn 
ja so sehr! - Und nun sann sie nur darauf, wie 
cs möglich wäre, den geliebten Menschen auf eine 
schickliche Weise aus seiner verzweifelten Lage zu 
reißen, seiner tödtliche» Verlegenheit ein Ende zu 
machen — ihn wieder froh und glücklich zu sehen. 
Sic zwang sich ganz, ganz ernst zu sein. 
„Constanz," sprach sie leise, „lieber Constanz, 
Sie sagten vorhin, daß der Gedanke daran, daß 
wir uns trennen müssen, morgen oder übermorgen 
schon, Ihnen wehe thäte." 
Der Husar machte ein gar seltsames Gesicht. 
Er hatte seinen ersten großen Schrecken nun über 
wunden, er begann seine Lage kaltblütiger zu be 
urtheile». Wenn sic nur nichts merkte und Cajc- 
tan käme, dann konnte ja Alles »och gut werden. 
— Das war sein einziger Gedanke. 
Er konnte aber nicht anders als innerlich erglühe» 
trotz der verzweifelten Situation, so herzig, so lieb 
sah daS Mädchen ihn an, so weich und zu Herzen 
gehend war der Ton ihrer Stimme. 
Langsam, vorsichtig zog er seine Hand wieder 
nach vorn. 
„O theure Valcsca!" murmelte er mit einem 
ganz verschämten Blicke. 
„Wenn ich Ihnen nun sagte, Constanz, daß mir 
dieser Gedanke ebenso wehe thut und wenn ich Ih 
nen sage, daß ich mich sehr, sehr nach dem Augen 
blicke gesehnt habe, eS Ihnen zu sagen." 
Unter dem fascinireuden, schimmernden Blicke 
deS geliebten Mädchens erglühten allmälig die 
Augen deS Husaren wieder heißer, seine Brust 
hob sich und seine Lippen konnten beinahe wieder 
lächeln. 
„ValeSca!" sprach er zitteruk, „Valcsca, nicht 
wahr, Sie treiben keinen Spott mit mir! — O, 
eS wäre gransam! — Wenn Sie wüßten, was 
augenblicklich in mir vorgeht, was mich so na- 
menlos — — in welcher Situation ich mich be 
finde!" — 
„Still, Constanz, still, ich weiß Alles," flüsterte 
sie schalkhaft. 
„O Gott — welch eine Lage! — Süße, holde 
Valcsca, haben Sie Mitleid mit mir! 
Mißverstehen Sie mich nicht! — O Valcsca, ich 
liebe Dich ja mit meiner ganzen Seele, — mehr 
als Alles auf der Welt, mehr als mich selbst! O 
liebes, theures Mädchen, wenn Du mich so ansiehst, 
ich weiß ja gar nicht mehr wie ich dann leben kann 
ohne Dich, wie ich's ertragen soll so fern von Dir 
trauen? Wir waren doch immer so gute Freunde! 
O ja, ja — Du vertrauest mir — o sage es mir, 
liebe, süße Valcsca!" 
„Ich vertraue Dir, Constanz." 
„Und liebst mich — nur ei» ganz ein klein wenig, 
Lesca? O sprich, sprich schnell!" 
„Ich liebe Dich von ganzem Herzen, Constanz 
— Tu lieber armer Schelm, mehr als mein Leben!" 
Sie war ganz weich geworden, die kleine Gräfin, 
und die Thränen traten ihr jetzt in die Augen, 
trotzdem aber mußte sie lächeln durch diese Thrä 
nen, sic konnte nicht anders, denn der Husar saß 
gar so steif und komisch da und wagte sich nicht 
zu rühren. 
„O Gott — wie glücklich bin ich! — Lesca! 
meine Lesca!! O Gott!" — und wieder krachte 
eS und der Husar wurde mitten in seinem Jubel 
wieder aschenbleich, brach plötzlich ab und warf 
wahrhaft Mitleid erregende Blicke umher. 
^Schatz — lieber Schatz!" sprach Valcsca 
schmeichelnd. 
„O, cS ist entsetzlich — wenn Du wüßtest!" 
— rief er. 
„Still, still. Du närrischer lieber Mensch — ich 
weiß ja Alles!" sprach sie mit einer ganz besonde 
ren Betonung und tastete mit der Hand an ihrem 
Gürtelbande herum. 
„So sieh mich doch nur an, — so höre doch 
nur. Du närrischer Mensch! — Wenn aller Schaden 
so leicht rcparirt wäre, Herz. als wie der, den Du 
und ich meinen," flüsterte sic ihm in's Ohr, „dann 
wär's schon gut auf der Welt, denn dazu würden 
vielleicht diese zwei Stecknadeln hier gerade aus 
reichen." Damit legte sie besagte zwei Stecknadeln 
verstohlen »eben ihn auf die Bank. 
„Lesca!" rief Constanz ganz erschrocken blaß und 
werdend, — „Lesca, — liebe Lesca!" 
kommst Du hübsch zu u»S — daS Andere 
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z. B. folgende. Maleika blieb seine Haus 
miethe schuldig und wurde verklagt. Da drķ 
er vor Gericht den Spieß um und erklärte- 
sein Hausherr sei ihm 2000 Thaler schuld^ 
Der Hausherr lachte dem Lügner ins Gesiş 
aber Maleika ließ seine Forderung durch so 11 ' 
Spießgesellen Stoof und Stolle als Zeulffv 
beschwören und der Hausherr wurde verusi 
theilt. — So klagte immer der Eine und b ,e 
Andern schworen. Die Zahl ihrer Opfer ivK 
groß. Vor dem Schwurgerichte gelang'S dê>>> 
Staatsanwalt, ihre Schurkerei in vielen W' 
len klar nachzuweisen, so daß über alle şş 
Schuldig ausgesprochen und jeder — gleķ 
Brüder gleiche Kappen — zu 15 Jahren 
Haus verurtheilt werden konnte. — Wem" 
Eigenthum, fragte der Präsident, wessen Ehre- 
wessen Freiheit ist noch sicher, wenn der erst- 
Beste an der Hand zweier Zeugen vor GeriA 
erscheint, erfundene Thatsachen von diesen be 
schwören läßt und damit den Gegner, der vol 
der Sache keine Ahnung hat, vernichtet - 
Gegen deu Dieb kann man sich schütze)!- 
gegen den Mörder wehren, schutzlos aber ü 
Jeder gegen eine Bande von Meineidigen. 
— Ueber die Luftheizung in Sch"Z 
localen ist im Laufe der letzten Jahre vü 
debattirt worden und sind wohl eben so v>e 
Klagen als Lobsprüche über diese Heizunâ^ 
Methode laut geworden. Kürzlich hat NUN, d ^ 
Berliner medici nisch - p ädagos^- 
Verein darüber verhandelt und die 
gende Petition an den Magistrat, die Stab' 
verordnetenversammlung und das Reichsgest"' 
heitsamt beschlossen: „Seit Einführung 
Luftheizung haben sich die Klagen der Lehre 
und Schüler über verschiedene gesundheit-ķ 
sührliche Nebelstände, wie Kopfschmerz, Ueber 
keit, die sich bis zum Erbrechen steigert. Ft»", 
mern vor den Auge», Trockenheit und Breuns 
im Halse, Heiserkeit und Athmungsbeschşş, 
den rc. in beunruhigender Weise vermehrt. A>>> 
Grund dieser Klagen hat der medicinisch-prşş 
gogische Verein sich eingehend mit der Fraģ, 
der Lustheizungseinrichtung beschäftigt, und e 
sind ihm aus vielen Punkten, wie Münchs 
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Nürnberg, Chemnitz, Paris und besonders oPj 
aus Berlin selbst viele Mittheilungen über < 
Wirkungen der Luftheizung, sowie lechiŞ, 
und wissenschaftliche Gutachten zugegarş' 
auch sind von den zu de» Sitzungen hinà 
zogenen Technikern die obengenannten lleb^ 
stände nicht in Abrede gestellt, sondern nur 
bis jetzt noch unvollkommenen Einrichtung 
Schmack 
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„Schweig, schweig, um Gotteswillen!" - ^ 
diese nun aber aus voller Seele, ohne im Sto" 
zu sein, ihren Gefühlen länger Einhalt zu 
so komisch war der Ucbcrgang vom Schrecken Sj! 
Ausdrücke seligsten Entzückens bei dem 
re». — „Schweig, Du Indiskreter, waS ffb ' 
den» halt die Leute von mir denken, wenn şi'' $ 
fahren — daß — daß — ich bin ein ehrb«> 
Mädchen, Schelm Du! — Dieser FreundschK 4 
dienst bleibt ganz unter uns, hörst Du, sonst fr' 
gleich zu Anfang eine Gardinenpredigt! Und oi 
au revoir, — ich schicke Dir jetzt den Caff^,, 
und wenn Du wieder zurechtgemacht bist, ta it j 
v> 1 .. 
, ìk»d n 
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ti ta, i 
g'»nder 
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sich dann finden, und mach' halt ja nicht zu 
Sie drohte schalkhaft mit dem Finger ' 
schwebte davon. 
„Sie ist ein Engel!" rief eS in dem 
herzen ihr nach, „wahrhaftig, wenn du die " y 
glücklich machst, dann bist du ein Schel"'- 
Süße LeSca!" ^it 
„Nun, was hat'S denn gegeben?" si"ü 
neckisch Cajetan, über die Lehne seines Stuhls 
beugt; dann gab eS ein Tuscheln und 
Begucken und dann hörte man den lange» 
sier flüstern: „Ei schau — das ist ja so 9" ,/ 
gar nichts, nur der Silberstreifen ist loêgega'w 
und dann gingen beide hinaus zur Garderobe- ^ 
bei der junge Graf dem Husaren abernte 1 
Rücken deckte. 
DaS Lindere ist denn bald erzählt. 
Nach kaum zehn Minuten kamen dw „ ( f 
Saab 
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Unb K be 
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