Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 1)

MM 
ver liberalen Freiheit. Er fordert eine neue, na 
türliche Eesetzmähigķeit, er beseitigt den Rationa 
lismus und entdeckt mit tiefer Freude das Vor 
handensein irrationaler Werte. Und weil der 
Sozialismus so ist, sd kann er nie in Verbindung 
mit demokratischen, pazifistischen, internationalen 
Gedankengängen verwirklicht werden, sondern er 
kann nur da Gestalt gewinnen, wo er seine Bin 
dung an Blut und Vode» erkennt, nationalen Cha 
rakter bekommt. Nicht die Internationale des 
Proletariats ist das Kanrpffeld, das die sozial! 
stische Bewegung zum sozialen Ziele führen wird, 
das Kampfseid ist der Staat, in dem der Sozialis 
mus um seine Wertung zu ringen hat, weil er als 
Teil des Reifeprozesses eines Volkes im Rahmen 
dieses Volkes sich vollziehen mutz, weil er erst im 
Rahmen dieses Volkes Sinn und Formen erhalten 
kann. Tenn wäre nicht die Nation, für was sollte 
dann der Sozialismus sein? 
Datz dieser Weg im Gegensatz zur internati 
onalen Anschauung der Sozialdemokiatrie nicht 
nur der mögliche, sondern auch der erfolgreiche ist, 
sollte gerade den Kommunisten mit dem Experi 
ment Sowjctrußland klar geworden sein. Aber 
die Einstellung des Kommunismus zum Sozialis 
mus hat in anderen Punkten eine Bruchstelle. Der 
Kommunismus hat sich festgerannt in seiner mar 
xistischen Eigentumstheorie. Er ist stolz darauf, 
eben nicht sozialistisch, sondern marxistisch zu sein. 
Er hat sich festgerannt in einer programmatischen 
Forderung und statt dem Leben, statt dem ringen 
den Leben der Proletarierklasse zu dienen, setzt er 
sich ein für den Sieg einer blassen theoretischen 
Formulierung, die an der Wahrheit des Lebens 
zerbrechen mutz. So ist das Experiment Rußland 
— wenn auch im gegenwärtigen Moment schon 
an verschiedenen Stellen heftige Abstriche gemacht 
werden — in das Gegenteil dessen umgeschlagen, 
was man wollte. Man ist unter der Fahne des 
Sozialismus einmarschiert in das Haus des 
Staatskapitalismus, und der russische Proletarier, 
der heute 10 und 12 Stunden Arbeit zu machen 
hat, der in Wettbewerben der verschiedenen ./sozi 
alisierten Betriebe" der schlimmsten Akkordaus 
beutung verfällt, hat zwar formell die Herrschaft 
über den Staat gewonnen, aber es ist ihm nicht 
gelungen, diesem Staat auch das Gesicht eines 
neuen sozialistisch befreiten Staatswesens zu geben. 
Ein Beispiel für den einzig wahren und einzig 
möglichen Sozialismus ist heute noch nirgends ge 
geben. Es nürd gerade die Aufgabe der schaffen 
den Stände Deutschlands sein, die neue Wirtschafts 
ordnung zu gestalten und damit die gefunden 
Kräfte der Ration zur politischen Befreiung reif 
zu machen. Wie der Sozialismus im Einzelnen 
durchgejährt wird, ist eine Frage, um die noch zu 
ringen ist. Gewiß ist zunächst das eine, daß es 
von vornherein verworfen werden mutz, irgend 
eine theoretisch bindende Formulierung dafür sin 
ken zu wollen. Eben so gewiß ist aber auch das 
andere, daß das privatkapitalistische System zer 
trümmert werden mutz. Oberstes Gesetz des neuen 
Staates wird das Wohl der Volksgemeinschaft. 
Für die Sicherung dieser Forderung stehen die 
m innig faltigsten Wege offen. Die innere Glie 
derung dieses Staates wird und mutz so erfolgen, 
daß die gesunden, die lebensfähigen, die fordern 
de,^ Schichten dieses Staates auch die Macht der 
Führung bekommen. Sozialismus bedeutet durch 
aus nicht Gewinnbeteiligung allein, auch Füh 
rung und Besitz werden nach Maßgabe der Lei 
stungsfähigkeit geordnet werden. 
Form gebilligt. Sie werden jedoch noch die Stel 
lungnahme ihrer Fraktionen zu diesen Fragen 
einholen müssen. In der Saarsrage wurde, wie 
weiter verlautet, festgestellt, datz die Verhandlun 
gen befriedigend verlaufen, so datz sie der An 
nahme des Poungplanes nicht mehr im Wege 
stehen. Hingegen ist entgegen den ursprünglichen 
Erwartungen über das Finanzprogramm der Re 
gierung nicht gesprochen worden. Zur Besprechung 
der damit zusammenhängenden Fragen soll in den 
nächsten Tagen eine weitere Beratung mit den 
Parteiführern angesetzt werden. 
Mschieh m ZrêNMhWên. 
Harter Urbarmachung in Brasilien entgegen. 
WTV. Bremen, 3. Febr. Der erste Trans 
port der deutsch-russischen Auswanderer, der gestern 
nachmittag in Bremen eintraf, ist heute nachmit 
tag nach Bremerhaven weitergefahren, von wo die ! men und brüderlich behandelt habe. 
Auswanderer an Bord des Lloyd-Dampfers > Wünsche gipfelten in dem einen Wort: Deutschland 
„Werra" die Reise nach Brasilien antreten wer- * über alles! 
den. Vor der Abfahrt von Bremen hielt Reichs- 
kommisfar Stückten eine Ansprache, in der er er 
klärte, daß die Unterbringung in Deutschland an 
gesichts von zwei Millionen Arbeitslosen nicht 
möglich gewesen sei. Darum habe, man sich an 
Brasilien gewandt und der Hanseatischen Kolo-, 
nisations-Gesellschaft „Hansa" die Ansiedlung 
übertragen. Eeheimrat Slimming vom Nord 
deutschen Lloyd wies in seiner Eigenschaft all 
Aufsichtsratsvarsitzender der Hanseatischen Kolo 
nisations-Gesellschaft „Hansa" darauf hin, daß die 
Berhältnisie in Brasilien zwar schwierig seien und 
der Urwald harte, kräftige Hände verlange, datz 
aber der Boden gut sei. Er hoffe, datz die Au; 
wandernden treue Bürger ihrer neuen Heimat 
werden würden, ohne die alte zu vergeben. 
Im Namen seiner Reisegenbssen dankte dar 
aus bewegt einer der Auswanderer für die Herz 
lichkeit, mit der man sie in Deutschland aufgenoni- 
Jhrer aller 
In wenigen Zeilen. 
Politische Streif Hehler zu 
Schobers Reife noch Rom. 
Nortfstzrmg von dsr !. Ssits. 
tergegangenos Handwerk und für eine unterdrückte 
Landwirtschaft sein. 
Neue Steuern bedeuten nichts anderes als neue 
Verschwendung öffentlicher Mittel! Nicht durch neue 
Verschwendung, sondern durch eiserne Sparsamkeit 
lollte der Etat ins Gleichgewicht gebracht werden, 
durch Sparsamkeit auch im Kleinsten. Wenn dm 
führenden Männer Deutschlands nur den Willen 
haben, zu sparen, werden sie auch die Möglichkeiten 
dazu finden. Sie selbst sollten aber mit gutem Bei 
spiel vorangehen, denn anders haben sie kein Recht, 
auch von den Untergebenen Einschränkungen zu for 
dern. 
Monatelang ist nun über Steuerermäßigung 
diskutiert worden mit dem Erfolg, daß der Reichs- 
sinanzminifter vor leeren Kaffen steht und sie nun 
durch neue Enteignungen füllen muß — wenn er 
nicht den Weg des Sparens beschreiten will. Wenn 
die Wirtschaft, der Mittelstand, die Landwirtschaft 
sich schon damit abfinden müssen, daß die von dem 
tüchtigen Finanzminister Hilserding versprochenen 
Steuererleichterungen ausbleiben, so werden aber 
all« Steuererhöhungen den Steuerzahlern, ein 
Schlag ins Gesicht bedeuten. Das Ergebnis wird 
ftin, daß noch mehr Existenzen zugrunde gehen, 
haß die Wirtschaft immer mehr ausgehöhlt wird und 
daß schließlich das Reich alle Steuerquellen selbst 
verstopft. 
Oesterreichs Bundeskanzler Schober hat die 
Reise nach Rom angetreten. In seiner Gesell 
schaft befindet sich der italienische Gesandte in 
Wien mit mehreren Herren der Gesandt 
schaft. Den Bundeskanzler Schober beglei 
ten einige Herren des Bundeskanzleramts. 
Die Romreise des Bundeskanzlers bezeichnen 
die Wiener Blätter als eine Folge der Ent 
spannung der österreichisch-italienischen Be 
ziehungen, welche Tatsache auch eine nach 
außen hin wirkende Kundgebung erfordere. 
Italien war der letzte Staat, der Oesterreich 
bei der Fundierung seiner Relief-Kredite 
Schwierigkeiten machte. Die sog. Relief- 
chnlden Oesterreichs datieren aus der Zeit 
der Belieferung mit Lebensmitteln nach dem 
Kriege, und Italien hat noch Anspruch auf 
einen diesbezüglichen Guthabenüberschnß. Die 
Blätter berichten, daß Schober dem König von 
Ftalieu den großen Stern des Ehrenzeichens 
für Verdienste um die Republik Oesterreich, 
dem Ministerpräsidenten Mussolini das große 
goldene Ehrenzeichen am Bande überreichen 
werde. Als besonderen Grund der Romreise 
nennt man den wahrscheinlichen Abschluß 
eines österreichisch - italienischen Schiedsgc- 
richtsvertrages. 
Auf jeden Fall besitzt Schobers Reise nach 
Rom eine hochpolitische Note, selbst wenn diese 
überwiegend in einer Wertung als Stim- 
mnngszeichen bestehen sollte. Freilich dürste 
die österreichisch-italienische Annäherung in 
gewissem Sinne auf Kosten eines national 
kulturellen Anßeupostens Oesterreichs gehen: 
des deutschen Volkstums in Südtirol, insofern 
als Italien gegen wirtschaftlich-finanzielle 
Zusagen Oesterreichs gewiß zur Pflicht ma 
chen dürfte, seinerseits Ruhe um Südtirol — 
wo selbst für englisches und neutrales Gefühl 
die Jtalienisierung Unterdrückung bedeutet — 
o« harren. Was weiter in Rom über die öster 
reichisch-deutsche Anschlußfrage gesprochen wer 
den wird, entzieht sich der Kenntnis. Auf 
längere Sicht und in den großen interna 
tionalen Zusammenhängen gesehen — man 
denke z. B. an den italienisch-französischen Ge 
gensatz — scheint eine.Aenderung des früher 
unbedingt ablehnenden italienischen Stand 
punktes nicht ganz ausgeschlossen. Es kommt 
ja wohl auch nicht ganz von ungefähr, daß 
Schober seiner Romreise eine Fahrt nach Ber 
lin, und zwar noch diesen Monat, folgen läßt. 
Italien hat, so schreibt uns ein Mit 
arbeiter zur Romreise Schobers, während der 
Haager Konferenz durch seine Ansgleichsbe- 
mühnngen in der Frage der Ostreparationen 
u. a. dazu beigetragen, die Freistellung Oester 
reichs von Reparatiousverpslichtuttgen, Pfand 
rechten usw. durchzusetzen. Damit ist Oester 
reich der Weg zu einer Anleihe für die Förde 
rung seiner Wirtschaft freigemacht worden. Dcir 
Dank für diese Unterstützung abzustatten, be 
gibt sich Schober wohl vornehmlich jetzt nach 
Rom. Etwaige Abmachungen tragen nicht den 
Charakter weitreichender politischer Bcrein- 
barungen oder gar Bindungen, und sie haben 
in jedem Falle keine wie immer geartete Spitze 
gegen Deutschland. Die italienische Presse be 
tont sogar in diesem Zusammenhang, daß die 
ostentative Beilegung alter italienisch-öster 
reichischer Gegensätze durch einen solchen 
Freundschaftsbesuch des Bundeskanzlers den 
Weg für die Ausgestaltung der deutsch-italie 
nischen Beziehungen freimachen würde. 
Es ist gänzlich abwegig, wenn von be 
stimmten politischen Kreisen innerhalb oder 
außerhalb Oesterreichs an den Rombesuch die 
Erwartung geknüpft wird, parteipolitische 
Ziele gefördert zu sehen. (Vermutlich wird hier 
angespielt ans die angebliche Lieblingsidee ge 
wisser diktaturfrenndlicher Kreise, einen 
staatspolitlsch angeglichenen Block Italien- 
Ungarn—-Oesterreich zu bilden. Schriftl.) Die 
finanzielle Freiheit und Entwicklungsmöglich- 
keit Oesterreichs ist das Ziel, das während der 
Haager Verhandlungen als ein wichtiges Teil 
stück der Gesamtliquidation des Krieges ver 
folgt wurde, und auf dieser Linie allein, mit 
allem, was davon für die Konsolidierung des 
ftaatswesens abhängt, bewegen sich die bisher 
fruchtbringenden Bemühungen des Bundes 
kanzlers, dessen persönliches Ansehen nach sei 
nen jüngsten Erfolgen ein internationales ge 
worden ist. 
Bîïisr Butter»««ïtïl 
vom 4. Februar 1930. . 
1. Klasse 1,55, 2. Klasse 1.40, abfallende 1.24 JJ 
Tendenz stetig. Preise ab Erzeugerstaison, Hins 
kommen Fracht, Umsatzsteuer und Vermîttlungsş 
bühren. 
Alton», lien 4 Februar 
5>>-m krönen 18 , 
SêEMeNMSņlisi'LsiPsLV'- 
tObne Gewährt 
ttü'rbe nemU! für 50 kg Lebcndgew'şU: - 
a) Fķckwestî- .78—78 ‘ 
bi Mütellcbwere Mare . * ........ 77—77 < 
c' Witte leichte Mare 76 -77 » 
cÜ ©«rindere Ware 70—74 » 
e) Sauen 64—69 « 
Aullriebi 5451 
SSanbel: mittelmäßig 
KWeri»UeriSt» ttÄSSS«* 
(Ohne Gewähr) 
E? wurde gezahlt jilr 50 kg Lebendgewicht: 
a) Doppellender — 
b) beste Mêälber . 84—90 
c) mittlere Ware 68—78 
d> geringe Ware 58—67 
e) geringste 43—48 
k) Fresser 25-35 
Austrieb! 1175 
Handel: ruhig 
Hamburg, den 4. Februar 1930 
sOhne Gewähr) Viehhos Sternfchanze 
Schwemm- und KWersrarät 
BMm Me Mch Bedim 
TU. Wien, 3. Febr. Wie nunmehr fest 
steht, wird Bundeskanzler Dr. Schober am 21. 
Februar abends die Reise nach Berlin antre 
ten und dort bis zum 24. Februar verbleiben. 
..BkksŞŞttŞt" ill LîiSêL. 
SksriMk «sd KoßlellllddSWAk« 
Besprechung des Nerckskabinetts mit den 
Parteiführern. 
TU. Berlin, 3. Febr. Die Besprechung des 
Reichskabinetts mit den Parteiführern war gegen 
11 Uhr beendet. Wie verlautet, ist in diesen Ver 
handlungen eine Einigung zwischen der Negierung 
und den Parteiführern über die Saarsrage und 
die Kohlenabkommen erzielt worden. Der Reichs- 
autzenminister Eurtius referierte über beide Fra 
gen und gab insbesondere auch über die Minder 
heitenfragen, die mit dem deutsch-polnischen Liqui 
dationsabkommen in Zusammenhang stehen, die 
.erwünschten Auskünfte. Dem Vernehmen nach 
haben die Vertreter der Regierungsparteien, ins 
besondere des Zentrums und der Deutschen Volks- 
Partei dis Minderheiten-Abreden in ihrer neuen 
Das strittige Mandat und der Widerruf des Wort 
führers der Bürgerschaft. 
Eine für Montagabend einberufene Bürger 
schaftssitzung in Lübeck wurde gleich nach der Er 
öffnung durch den Wortführer auf unbestimmte 
Zeit vertagt. 
Die Vorgänge, die zu dieser überraschenden 
Vertagung führten, sind folgende: In der neu 
gewählten Bürgerschaft wurde von den Demokra 
ten die Zuteilung eines Mandats an den Vertre 
ter einer kleinen Hausbesitzergruppe, Oberpost 
sekretär a. D. Dietrich, angefochten, da er bei wei 
tem nicht die erforderliche Teilungszahl erreichte. 
Den Anspruch auf diesen Sitz erhob die demokra 
tische Fraktion, die damit drei Vürgerschaftssitze 
erhalten hätte. Der zuständige Wahlprüfungs 
ausschutz beschloß mit Mehrheit, das strittige Man 
dat der demokratischen Fraktion zuzusprechen, wor 
auf der Wortführer der Bürgerschaft in öffent 
licher Bekanntmachung am 20. Dezember den drit 
ten demokratischen Kandidaten, den Geschäftsfüh 
rer des E. D. A., Schmidtke, zum Bürgerschafts- 
Mitglied erklärte. Seit der Zeit erfolgte kein wei 
terer offizieller Schritt. Es sickerte aber durch, 
daß der Senat auf dem Standpunkt stehe, datz der 
Wortführer seine Kompetenzen überschritten 
habe, indem er Schmidtke zum Bürqerschaftsmit- 
glied erklärte, da die Erklärung zum Bürgerschafts- 
Mitglied nach Ansichtz des Senats gllein dem 
Wahlleiter, in diesem Falle dem Direktor des Sta 
tistischen Amts in Lübeck, zustehe. Dieser hatte 
aber nichts unternommen, Ueberraschenderweise 
erfolgte am Sonnabendabend ein Widerruf des 
Wortführers, indem er Schmidtke brieflich auf 
forderte. sein ihm eben zuerkanntes Mandat wie 
der zur Verfügung zu stellen. Die Rechtslage blieb 
also unsicher. Sofort nach Beginn der gestrigen 
Vürgerschaftssitzilng zog der Wortführer daraus 
die Konsequenzen und erklärte, da die Bürgerschaft 
nicht verfassungsmäßig zusammengesetzt sei, muffe 
er die Sitzung vertagen. Dieser Beschluß ries in 
der Bürgerschaft selbst und auf den vollbesetzten 
Tribünen die größte Ileberraschung hervor. 
%nîkm MUM HsàkMls? 
Die „Kieler Ztg." will wissen, daß gegen die 
Teilnehmer an dem von den Kommunisten pro 
pagierten. aber mißglückten Marsch nach Hamburg 
^voraussichtlich die Anklage wegen Hochverrats er 
folgen werde. Es sei nämlich beabsichtigt gewesen, 
in Hamburg eine neue Regierung auszurufen. 
Bericht der Hamburger Notierungskommisston- 
tAmtlichcr Bericht) 
Es wurde gezahlt für 50 kg'Lebendgewicht: 
a) Beste Fettschweine 77—78 : 
b) MiNelschwereWore.. 77—77.50 
c) Gute leichte Ware 76—77 
d) Geringere Ware .. 6t -74 
Sj Sauen 64—69 
Austrieb: 5451 
Handel: mittelmäßig 
Es wurde gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: 
a) Doppellender — • 
b) Beste MastKälber 84-90 
c) Mittlere Ware 73-78 
d) Geringe Ware 60—67' 
e) Geringste 43-48 
I) Fresser — 
Auftrieb: 1175 
Handel: ruhig 
Berlin, den 4. Februar l0-30 
Sorter« m Mim SMWbhp 
(Frilhnotiz) «Ohne Gewähr) 
Mitgeteilt von der Pominerschen Mehverwertung^ 
Gesellschaft Berliii-Zcntralviehhof. 
Es wurde gezahlt sür 50 kg Lebendgewicht: 
Preise: Austrieb: DerlaR 
Rinder 20 59 1520 ruhig 
Kälber 45 82 2900 
Schafe 40—68 2513 
Schafe direkt zugeführt 373 
Schweine 10844 
Schweine zum Schlachthof direkt 2216 
Anslandsschweine 2218 
Klasse A - Klasse C 79- 80 Klasse 
, B 79-81 „ D 77-79 
Sauen 68—69 
glatt 
ruhig 
E 74 
F 
ĻĢ MiMWM W1Jimm-WB 
Hambura, den 4. Febuar 1930 
Getreide (Presse in Rttt per 1060 Kg.), 
Großes Bfofljflft unset ehemMgm 
ZsrmsWerm? 
London, 3. Febr. Reuter berichtet aus Riga: 
Aus Sowjeirußland kommt die Nachricht, Yfļ die 
G. P. U. die Maffenhtnrichtung aller vormaligen 
Offiziere durchgeführt habe, d. h. all derer, die nicht 
in den Flottendienst eingetreten und trotzdem in 
Rußland zurückgeblieben waren. Volle Einzelheiten 
sind noch nicht,eingegangen, aber mehrere Hundert 
Namen sind unter den Opfern befindlich gemeldet 
worden, und Verwandte in Rußland haben sich an 
ihre Glaubensgenossen im Ausland mit der Bitte 
gewandt, dort Gedächtnisgottesdienste abzuhalten, 
weil sie dies auf Sowjetgebiet nicht tun dürfen. 
Die orthodoxen Russen in Riga organisieren eine 
Requiem-Feier. 
(Wir geben diese haarsträubende Meldung mit 
Vorbehalt wieder.) 
* * sc 
E'i Wiêo-mm Msķ şich hslsiêîņķ. 
WTV. Dessau, 3. Febr. Der Eeschästsord- 
nungsausschutz des anbaltischen Landtages beschloß 
heute mit 4 aegen 2 Stimmen bei 1 Stimmenthal 
tung die Aushebung der Immunität des national 
sozialistischen Führers im anhaltischen Landtag. 
Abg. Loeper. der das Ministerium der „schlimm 
sten Korruption" beschuldigt hatte. 
Weizen franko Hambura 75*76 kg 
Weizen ab inland. Station---. 
Roggen franko Hamburg 70-71 kg.... 
Ragaen ab inland. Station 
Winter erste ab inland. Station ...... 
Sommergerste ab iniänd. Station-.--, 
DonauäerNe. wgfr Hamburg, loko---. 
Kanada Weitern III - Gerste prompt - 
Haier franko Hamburg---.. 
Hafer ab inland. Station .... 
La Plata Mais 
Futtermittel (Vreiie in R-tt per 
254 00—25"' 
240.00—242- 
164.00—100-nO 
150.00—15s- 
152.00—15^ 
170.00—19^ 
158.00—160™ 
160.00-162J 
146.00—l„rß 
128.00—430™ 
Weizenkleie.iniänd. 
Weizenkl., int. mgr. 
Roggenkleie, inl. .. 
Braiil-o.LäPlatgkl. 
Brai.-o LaPl.-Poll. 
Chile-Kleie 
Ehile-Pollards... 
4.30 
4.30 
4.35 
5.90 
5.75 
Palmk. Harb.-Wilhü. 
Kokoskucb. 
Ravskuck. „ 
Erdnukkuch... 
Leinkuchen .. 
iRcisfu.-9JIc6I24'28% 
Soya-Schrot 
M e b 1 (Preise in Rttt per 10g Kg.) 
Auszugmehl hies. Mühlen 
Bäckermehl hies. Mühlen .....> 
70°/o Rogoenmehl liiei. Mühlen 
Roggengrobmehl hies. Mühlen 
43-50 
27.50—2=j$ 
20.75—f 
Tendķn»: (Setreibc ruhig, Fultermittel ruhig, Mehl rU ^f 
Berliner ĢKtreîÄefrÄhnmrlrt 
vom 4. Februar 193» 
Tendenz: Schwacher 
llmigh! — 
Weizen ... .239.00-242.01 
Aoggen.... 158.00-162.00 
Gerste 139.00—149.(0 
Hafer...... 126.00— 
â— . < . t V»«-» En^ö''.a 
Weizenkleie.. 82.50-^0 
Roggknkleik.. 80.00-°-" 
Die Mehrheit der Lübecker Bürgerst. 
trägt sich mit öem Gedanken, die GcsandsaM 
in Berlin aufzuheben. Die dadurch ersM, 
Summe beträgt etwa 60 000 bis 70 000 SW 
jährlich. j 
„Ali" sitzt. Der wegen des Anschlags am 
den nationalsozialistisch. Studenten Wessel i 
Berlin gesuchte A. Höhler, der den Spitzname 
„Ali" hat, ist festgenommen worden. Aus Hşş 
lers Geständnis geht hervor, daß es sich Ķ 
einen politischen Racheakt handelte. 
In Paris wurde die Unterzeichnung ein ^ 
französisch-türkischen FreundschastS- lllt 
Schiedsgerichts-Abkommens vorgenommen 
Das Abkommen ist von Bedeutung für 511 
Beziehungen Frankreichs zur Türkei. 
NelleäLtichl. 
Wettervorhersage für den 5. Fehruar 
Für das mittlere Norddeutschland: trübe, mit 
gung zu leichten. Schnoesällen, Temperaturen ^ 
Null schwankend
	        
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