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ur Unterhaltung
Dienstag, den 4. Februar
Beilage der Schleswig.Holfteinļschon Landeszsituag (Nendsburger Tageblatt)
NüchZrüM.
Friedrich Prien, Forschungen und Be
trachtungen zur Geschichte von Neumünster
und Umgegend. Mit 6 Abbildungen und
einem Stadtplan. 38 Seiten. Preis kar
toniert 1,— N.K. Karl Wachholtz Verlag,
Neumünster in Holstein. 1929.
Tas Heft vereinigt sechs Aufsätze, die, z. T.
in anderer Form, im „Holsteinischen Courier"
und im „General-Anzeiger für Neumünster"
erschienen sind. Die nochmalige Veröffentli
chung ist wegen des Wertes der Beiträge, die
z. T. über das ortsgeschichtliche Interesse hin
ausgehen, durchaus gerechtfertigt. Von allgc-
incinerem Interesse sind z. B. die Untersu
chungen über die Dorfnamen der Umgegend
Neumünsters. Der Verfasser hat unlängst in
der Zeitschrift der Ges. für SchleSwig-Hol-
steinische Geschichte Neumünsters Flurnamen-
buch veröffentlicht, das ob seiner den Umfang
eines Zeitschriftenaufsatzes weit überschreiten
den Länge (über 250 Seiten!) nur wenig Leser
gesunden hat. Begreiflich, daß der Wunsch ge
äußert ist, die dort angestellten Untersuchungen
und Deutungsversuche der Torfnamen im Zu
sammenhang und in knapper Form denen, die
es zunächst angeht, bekannt zu machen. Her
vorgehoben seien vor allem Priens Ausfüh
rungen über die beiden alten Namen Neu
münsters, Faldera und Wippenthorp. Auch die
Aufsätze über die Straßennamen Nemnüu-
sters und die Geschichte des Nonnenklo
sters, das 1198 als Zweigniederlassung des
Nonnenklosters in Plön gegrülrdet und,
nachdem es mehrere Jahrzehnte innerlich wie
äußerlich verfallen war, um 1370 aufgelöst
worden ist, wird man auch außerhalb Neu
münsters gern und mit Nutzen lesen. Hervor
gehoben seien noch die Karte, die Neumünster
im Jahre 1770 zeigt, und der Plan der Stadt,
der die großen Abschnitte ihrer Entwicklung,
die Zeit um 1200, das Jahr 1770, 1860 und die
Gegenwart klar hervortreten läßt. H. S.
„Mediumismus im Spiegel unserer Zeit" nennt
sich ein großer Bilderartikel in der neuesten Num
mer der „Münchner Illustrierten Presse" (Nr. 4)
von Geheimrat Dr. Albert Moll. Moll ist bekannt
lich ein Gegner des Mediumismus, wie ihn etwa
Schrenck-Notzing vertrat. Er ist heute einer der
größten Kenner auf diem schwierigen Gebiet.
teils getötet, teils geknebelt, das Arresthaus erbro
chen. Die Gefangenen verschwunden.
Doch halt, da stürzt noch ein junger Tscherkesse
heraus, dem «in Alter folgt. Allein die Pferde sind
fort . . '. Im Nu springen beide. Panthern gleich,
auf den zunächst haltenden Kosaken, und ehe sich
die übrigen von ihrer Bestürzung erholen, wälzt
sich der Ueberfallene getroffen am Boden.
Mit wilden Kehllauten fordert der junge
Tscherkesse den Alten aus, m:t aufzusitzen. Der aber
schüttelt ruhig den Kopf und weist mit gebieterischer
Handbewegung in die Weite. «
Während der Junge davon rast, wehrt er allein
mit der blanken Waffe den Durchgang zur Straße.
Man rust ihm zu, sich zu ergeben, und der Ma
jor sucht ihm die Waffe aus der Hand zu schlagen.
Doch aus vielen Wunden blutend, schon wankend,
lehnt der Alte trotzig ob. Da trifft eine Karabiner
kugel ihn in die Brust. Lautlos schlägt er vornüber.
Popoff beugt sich nieder und dreht ihn auf den
Rücken. Da sieht er in die gebrochenen Augen je
nes Tscherkesse«, der vor Wachen die eigenen Schuhe
opferte, damit seine und der Seinen Feinde nicht
in Nacht und Eissturm verkämen . . .
Rätsel Mensch
Welt.
Newport will sauber werden.
Es ist der Ehrgeiz der Stadtverwaltung, New
port zur saubersten Stadt der Vereinigten Staaten
zu machen. Für diesen Zweck hat sie einen Kredit
von 35 Millionen Dollars bewilligt, die zur Stra
ßenreinigung verwandt werden sollen. Es ist dos
auch nur ein Anfang, denn Sachkenner behaupten,
daß diese Summe ungenügend sei, um die berüchtigt
schmutzigen Straßen der Hudson-Metropole in blitz
saubere zu verwandeln. Man rechnet aber dabei
auf die Mitwirkung des Publikums, das dazu er
zogen werden soll, alle Abfälle in die bereitgestellten
Behälter aus der Straße zu werfen. Mit dem jetzt
bewilligten Geld will man 1000 Straßenreiniger
neu einstellen, womit deren Zahl auf 12 000 ge
bracht wird. Hand in Hand mit diesen Bemühun
gen, «ine „schöne Stadt" zu schaffen, geht die all
mähliche Entfernung der Gleisstrecken der Hochbahn,
die Verlegung anderer Eisenbahnlinien unter die
Erde, die Entfernung der Lastautos von der Straße
und die Unterdrückung des unnötigen Lärms.
Größte Wiiirzekraft, deshalb
SC l"? !T «lUSfficbiff und im Gebrauch
die billigste!
'T'îS/i' Ac' şşşişşs. •V- ķ» **k yJS,„
schreiblich große Freude, daß Sie Vertrauen zu mir
haben!"
„Ja, Herr Dahlgren, ich vertraue Ihnen wirk
lich, als kennten wir uns schon seit Jahr und Tag!"
gab sie zur Antwort und nestelte an der Verschnü
rung. Wunderdinge, die sie kaum dem Namen nach
kannte, kamen jetzt zum Vorschein: erlesene Früchte,
Pralinen, Konfitüren, und zu unterst lag ein Paket
Bücher. Mit zitternde:: Händen löste sie die Hülle
ab: Selma Lagerlöfs Werke lagen in ihrem Schoß.'
Tränen schimmerten in ihren Augen. O, wie dieser
Mensch, den sie gestern um diese Zeit noch gar nicht
gekannt hatte, sie so gut verstand! Als hätte er
geahnt, wie sie sich in Sehnsucht nach der Schönheit,
nach geistiger Anregung verzehrte! Sie hatte einen
Freund gefunden, das fühlte sie.
Noch immer schimmerten Tränen reinster
Freude in ihren Augen. Zag legte sie ihre Hand in
die seine, und während er sie begeistert streichelte
und drückte, sagte sie leise: „Eigentlich müßte :ch
wegen der Größe des Geschenkes böse sein, Herr
Dahlgren! Und doch fteue ich nach so namenlos
darüber! Es ist der erste Lichtschein nach wochen
langem Dunkel. Seit meine Eltern kurz nachein
ander starben, habe ich nichts als Sorgen und Ein
samkeit gekannt. Und nun bringen Sie mit einem
Male so helles Licht, so große Freude! Bücher, ja,
die nehme ich gerne an. Nur müssen Sie mir ver
sprechen, meinetwegen nie wieder so große Auslagen
zu machen! Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch!
Cs würde mich bedrücken, und ich trage den Kopf
so gerne hoch. Mir ist es schon unendlich viel, wenn
Sie mir hie und da aus Ihrem Besitz ein Buch
schicken, dos Sie entbehren können. Wollen Sie
meine Bitte erfüllen und mich nicht wieder so reich
beschenken?"
Zwar suchte er ihre Bedenken zu verscheuchen
Aber es freute ihn doch, daß sie so stolz war und
trotz ihrer Armut sich nicht beschenken ließ. Das be
wies ihm, daß er sie von vornherein richtig beur
teilt hatte. Sie war ein durchaus vornehmer Cha
rakter. Wie würde sie sich erst an Geist und Körper
entfalten, käme sie in eine andere Umgebung, die
ihrer ganzen Veranlagung besser entsprach! Daß
er eine Mutter haste. der er dieses reine Mädchen
zuführen dürfte! Könnte er überhaupt für Dag-
mu'- sorgen! Aber er mußte ja schon herzlich froh
fern, wenn er sie von Zeit zu -Zeit besuchen durfte.
•a«g«.aaesat.tMaat»-asa:
PranK
einem Blumenstrauß überraschen, und da er hübsch
werden sollte, mußte ich mir gefallen lassen, daß er
erst sorgsam zusammengestellt wurde. Ich bestellte
die Blumen in ein Cafe und wartete nun m:t
Schmerzen darauf. Vergebens! Viertelstunde auf
Viertelstunde verrostn. Jedesmal, wenn ich zum
Blumenladen gehen wollte, fiel mir ein, daß der
Strauß inzwischen im Cafe abgegeben werden
könnte. Und so wartete ich ungeduldig weiter. Bis
cs mir schließlich zu viel wurde und ich doch das
Geschäft aufsuchte. Und da stellte sich heraus: der
Lausbursche hatte den Namen des Cafes falsch ver
standen und war unverrichteter Sache zurückgekpm-
men. Da bewaffnete ich mich mit meinem Blumen
strauß und eilte zu Ihnen."
Wie sie sich über seine Worte freute. Unbe
dingte Ehrlichkeit sprach aus ihnen. Doch lächelnd
meinte sie: „Wo haben Sie denn die Ursache dieser
Irrungen gelassen?"
Wie ein Knabe sprang er vor die Tür der
Wohnung und kehrte bald mit einem großen Strauß
zurück, den er aus der Hülle löste. Diese wunder
vollen Blumen! Dagmar sog entzückt ihren starken
Duft ein und dankte ihm gerührt für diese Ueber-
raschung. Jetzt erst sah sie, daß er unter dem Arm
ein umfangreiches Paket trug. Als sie ihn bat, es
sich etwas bequemer zu machen, wurde er rot wie ein
Schuljunge. Dann aber lachte er wieder frisch und
belustigt auf: „Sie dürfen mich aber um (Lottes
willen nicht scheltest, Fräulein Dagmar! Ich habe
ja keine rechten Erfahrungen im Umgang« mit jun
gen Damen und weiß nicht, was für Erfrischungen
man ihnen mitbringt. Da Sie aber ans Zimmer
gefesselt sind und niemanden haben: der sich Ihrer
annimmt, hielt ich es für meine Pflicht, einige
Früchte und sonstige Kleinigkeiten zu besorgen, da
mit Sie leichter über die Stunden de: Einsamke-t
hinwegkommen. Nicht wahr, Sic sind mir deshalb
nicht böse?" Und schon legte er das Paket auf
Dagmars Schoß.
Bevor sie es noch geöffnet hatte, schaute sie
ihn voll innigster Dankbarkeit an: „Sie lieber
Mensch!" sprach sie ha"chzart, „wie Sie mich ver
wöhnen! Womit habe ich Ihre Güte nur verdient!
Und wie kann >ch mich jemals dafür erkenntlich
zeigen!"
„O, bitte, Fräulein Dagmar, reden Sie nicht
von Dankbarkeit! Mir ist es ja eine so unbe-
Wollte er ihren Ruf, ihren höchsten Reichtum, nicht
gefährden, dann war er zu größter Zurückhaltung
gezwungen.
Es fiel ihm bitter schwer, sich von ihr zu verab
schieden. Ja, sie war seine liebe Schwester gewor
den, nur daß er sich leider nicht wie ein Bruder
schützend vor sie stellen durfte.
*
Beugt Sjöberg hatte sich einige Tage nicht
blicken lassen. Als Erik sich bei Ingeborg nach sei
nem Befinden erkundigte, sagte sie bekümmert: „Ich
weiß es selbst nicht, was Vater fehlt. Er weigert
sich ganz entschieden, einen Arzt zu Rate zu ziehen.
Dabei sieht man es ihm deutlich genug an, daß er
leidet."
Sjöbergs Erkrankung brachte Axel vermehrte
Arbeit, und er mußte sich die Zeit abstehlen, um
Dagmar besuchen zu können. Schon war eine
Woche seit jenem Unfall vergangen, und noch kannte
kein Mensch das Ziel seiner heimlichen Gänge.
Aber eine ungetrübte Freude strahlte aus seinen
Blicken. Nein, er machte sich keine Gedanken dar
über, wohin ^dieser Verkehr mit Dagmar führen
sollte, klammerte sich an die schöne Gegenwart und
fühlte, daß neue Ströme der Kraft seinen Körper
und Geist schwellten.
Am spätest Abend schlüpfte Erik in das Zim
mer des Bruders. Nach einigen Umschweifen be
gann er zu erzählen von dem wichtigen Fund erz
haltigen Gesteins auf eigenem Grund und Boden,
von seiner Werbung um Ingeborg mit Onkel
Bengts seltsamem Verhalten. Er schloß: „Ich kann
tas beklemmende Gefühl nicht scheuchen, als hätte
Beugt einen ganz besonderen Grund, meine Wer
bung so eigentümlich zu behandeln. Er verbirgt
etwas vor mir, und vergebens zermartere ich mein
Hirn, was es sein mag. Das schlimmste ist: ich darf
Ingeborg nichts sagen, es würde sie ganz unnöti
gerweise bedrücken und ängstigen."
iolcn 1
ļnZLOow und Dagmar
Verlag Alfred Bechthold ’
(Nachdruck verboten.)
burner wieder flogen ihre Blicke zu der alten
, llhr, die heure gar so träge war. Selten wa-
% die «runden so langsam dahingegangen wie
Aber endlich war es doch Mittag. Nun
ļ 1? ^es wohl nicht mehr lange dauern, bis er
- Immer größer wurde die Spannung, mit der
w erwartete.
P u'eh, nun schlug es eins — er war nicht ge-
Aber sofort entschuldigte sie ihn: unauf-
oar^ Arbeit mochte dazwischen gekommen sein,
- patte er sein Versprechen bestimmt gehalten,
'â^ch tat die Enttäuschung bitter weh. In den
ņ Augenwimpern schimmerten feine Tränen-
u). und sie beugte sich tiefer über ihre Arbeit,
üe sich vgr şiŗf^ säst schämte.
-purpurglut übergoß jäh ihre Wangen. In
knabenhaften Sprüngen kam ein Mann die
hinauf. Stürmisch pochte ihr Herz. Sie
) den Atem an. War er es denn wirklich?
n klopfte es an der Türe. Bevor sie noch
^ufen konnte, stand Axel bereits im Rahmen
st-nr und strahlte sie aus seinen blauen Augen
-mdig an, à şis ihm das Glück leibhaftig über
% gelaufen.
"Şie haben gewiß schon gedacht, ich hätte mein
şiechen vergessen und käme nicht mehr, Fräu-
^ngmar?' O, wenn Sie wüßten, wie ich die
, J" herbeigesehnt habe, wie lang mir die Zeit
, /En ist, bis ich mich auf dem Weg zu Ihnen
,, durfte!" beteuerte Axel und schaute sie mit
^uden Blicken an.
^.àļuiişch lächelnd erwiderte Dagmar: „Gar
. ^ņni: muß es doch wohl nicht gewesen sein,
^gren! Ich meine, <^je hätten in der M:st-
kommen wollen? Die ist aber doch längst
lachte herzhaft auf: „Da haben Sie frei-
lick^' W>e mich trotz aller Sehnsucht be
stick- ^'-spätest Das war eine ganz komische
is jLA die ich Ihnen unbedingt erzählen muß
^ mich nicht für einen Aufs charter halten.
Ģesûblcn prunkt. Also: ich wollte Sie mit
/ wJSL— ^ Sodbrennen
Verdauungsstörungen
ist seit 100 Jahren unübertroffen
Bulirich - Stüsiz.
250 ģ 0.60, Tabletten 0.25 u. 1.50. Nur echt in blauer Packung mit
dem Bild® de» Erfinders. A„ W. & C. W„ Bulirich, Berlin w 5*