Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 1)

DZs BrandLàstrophe arrf der 
„Mttnchenê'. 
^ ^TB. Bremen, 12. Febr. Wîe dem 
deutschen Lloyd ans Newyork gemeldet 
E ^' îşi das Feuer auf dem Dampfer „Miiii- 
JA fteute vormittag gegen 9 Uhr gelöscht 
Ņtoerr. 
Die Lage der „München". 
York» Newyork, 12. Febr. Der New- 
î. Vertreter des Norddeutschen Lloyd 
dem Vertreter des WTB. zu dem 
^-Ņwe .des Lloydöampsers „München", datz 
könn ^fş sicherlich stark beschädigt sei, jedoch 
%i o e - ö0ft hinein völligen Verlust nicht die 
"on Die „München" sei infolge der 
iw 0er Feuerwehr hineingepumpten Wasser- 
vorn Heck bis zmn Mitschiff auf den 
sch,'Oden gesunken. Der Bug des Schiffes 
"MpAA .P ei Hochwasser, während das Heck 
bktvnt ässer steht. Der Vertreter des Lloyd 
Ģ?_/e ausdrücklich, daß sich an Bord eine 
dunAî einwandfrei nicht feuergefährliche La 
ng/ Pfunden habe. Man will versuchen, 
ify f{ der Untersuchung durch Taucher das 
ö>ir'> abzudichten und auszupumpen. Es 
»b z- er, 't şEer festgestellt werden können, 
I*» 16 »München" mit eigener Kraft oder im 
epp nach Bremen zurückgebracht wird. 
Bei den LMmrbsUen., 
àtt pî -,H. F." wird berichtet: Mittwoch 
Ztx^ttacht. Die menschenleer gewordenen 
Ntn n ņņd nur noch von schwachen Polizei- 
àenA'ļlen abgesperrt. Nur ein Häuflein 
Ztxîêriger steht an Ser Ecke der Morton 
t'lnd hält vergeblich nach der brennen- 
toy L^tinchen" Ausschau. Am Pier verweh- 
ņ/izisten und Beamte des Norddeutschen 
ledem den Zutritt, doch gelingt es mir, 
lnLr} n oberen Teil des Piers zu gelangen. 
n bietet sich 
^ ein erschütternder Anblick. 
bi er sind die in voller Stärke tätigen 
kiqt »ŗpêhîmannschaften unaufhörlich beschäf- 
tzà-^stşsermengen auf das Deck, durch die 
tjŗj, 'Mächte uird Ladeluken zu schleudern. Bis- 
ljch ņmren aber alle Anstrengungen vergeb- 
tzü .Ş Innern des Schiffes, dessen schwarze 
totrs E Ut von schweren Balken gehalten 
sich"'brodelt das Feuer noch immer. Es hat 
à'brend des Nachmittags vom Heck gegen 
zu verbreitet und auf den unteren 
f Ü burch die Kabinen öurchgefressen. 
Ist/ ZŞnstangen werden dicke Kabinenfen- 
tz^^ittgestvtzen, Wieder ist eine Kabine ein 
oer Flammen geworden und wieder 
5ctr! ^ kiesige Wassermengen durch die Luke 
tta « eit ' ohne datz es gelingt, den Brand 
zu meistern. 
. Ş deutet darauf hin, daß noch stunden- 
àprch ^Eeicht noch den ganzen Mittwoch Hin 
sicht' öer Ķainpf gegen das Feuer weiterge- 
hy,," .werden muß. Der Brandherd ist nur 
tz g-bUier Seite zugänglich- da das Schiff mit 
P. Neigung gegen den Pier liegt. 
Heck des in den Hafenfchlamm gcsun- 
^öcv *s Kämpfers ist völlig unter Wasser. 
k>»z r das Deck schießen riesige Kaskaden, die 
tzihis;Oeffnungen hervorströmen. Das 
Kim!, Meint bereits vollkommen mit 
Afjisi.'"leint bereits vollkommen mit Wasser 
iitvT äu sein: aber noch immer arbeiten 
rolltet 
/ben und Löschapparate und schwemmen 
hals, 1 "eite Wassermengen über das müde. 
Ausgebrannte Schiss. ,, 
t ^ņşkerhaft von Scheinwerfern be- 
liegt die so fröhlich gewesene „Mün- 
"o>t A ilslvs in Lanöesnähe. Sie ist nur ci- 
ist , ^priļua weit vom Nrer entkernt und dockt 
leder 
ng weit vom Pier entfernt und doch 
'"HlirfT ^"llang zu ihr unmöglich. Es ist 
^il b ' ob der noch nicht vom Feuer erreichte 
Laderäume am Schiffsbug unversehrt 
^ïp P ķ""n. Kein Auge vermag in das Jn- 
eïï "eìf eS Şchiffes zu blicken. ES ist nicht zu 
r "b und inwieweit der Maschinen- 
^şbrchtpşĢädigt ist, dvch ist das Schlimmste zu 
änlichen" bietet den Anblick eines 
Uhr morgens Newyorker Zeit wa- 
!'te ï ”~, et hundert Feuerwehrleute noch im- 
Mftià? ^er Bekämpfung des Brandes be- 
°cg säte. Ihnen wird durch die Erklärung 
stilts ppdbüros dankbarste Anerkennung ge- 
'i>h Züge und vier Löschschisse befaßten 
V ” er Rettungsaktion. Mit der La 
tvia "Abrannten auch 7080 Kanarienvögel 
\ °nte große Anzahl indischer Nachtigal- 
* Das Gennä. 
NmA 011, 12 - F«br. Wie sich herausstellt, ist 
"st-ih Gepäck der Kajüt-Pasiagiere vor Aus- 
ì? u'e-uers an Land gebracht worden. Das 
c j eï Zwischcndeckpasiagicre jedoch ist teils 
j. Die iq ""b der Flammen geworden. 
Ater« 7 Passagiere, die mit der „München" am 
M nach Europa abfahren sollten, werden 
"icn, "werftanischen Dampfer „America" ab- 
AîchezA^bfahrt der America ist uni einen Tag 
" worden. Das Schiff wird erst morgen 
" bie für die „München" vorgemerk- 
äwre übernehmen. 
Sj- Ingenieur Franke vermißt. 
l2. Febr. Vermißt wird der Jn- 
' jjļA’ ^ cr vermutlich tin Maschinenraum 
Das Generalkonsulat hat für Donnerstag die 
seemannsamtliche Untersuchung des Unglücks an 
geordnet. 
Die Verletzten. 
Neuyork, 12. Febr. Unter den fünf Verletzten, 
die in ärztlicher Fürsorge siiid. befinden sich ein 
Matrose von der „München", Karl Sieveke, der an 
Rauchvergiftung leidet, und die Stewardeß 
Josephine Cehrke, die einen Nervenschock davonge 
tragen hat. 
Auch die drei Feuerwehrleute, die am Bug 
des Millet standen, als das Feuerlöschboot sich der 
„München" näherte und durch die Explosion ins 
Wasser geschleudert würden, sind von ihrem Auf 
enthalt in dem eiskalten Waster des Hudwn arg 
mitgenommen und haben außerdem böse Wunden 
davongetragen. 
WiedSrausnahme dss Nnterstrund- 
verkebrs Unter bsm Hud'on. 
WTB. Newyork, 12. Febr. Ter Uuter- 
grnndbahnverkehr von Newyork nach Hoboken 
und New-Jersey, der gestern abend eingestellt 
wurde, weil das Wrack der „München" direkt 
über dem Vahntnnnel gesunken war. ist heute 
früh wieder aufgenommen worden. Die lei 
tenden Ingenieure sind nach einer genauen 
Untersuchung zu der Ansicht gekommen, daß 
der ans dem Turtnel lastende Druck nicht so 
groß sei, um einen Bruch der Decke herbeizu 
führen. Das Heck der „München", daß sich an 
einer von dem Tunnel entfernten Stelle auf 
den Flußgrund aufstützt, nimmt nach Ansicht 
der Fachleute den größten Teil der gesamten 
Last des gesunkenen Schiffes auf. 
Die Teilnahme der RewyorKer 
Zeilrmpen. 
Newyork, 12. Febr. Die hiesigen Blätter 
widmen dem Brande des Lloyddampfers 
„München" mehrere Seiten. Die zahlreichen 
den Berichten beigegebenen Bilder geben eine 
Vorstellung non der Intensität des Feuers 
und zeigen den bis zu den Deckausbauten ge 
sunkenen Dampfer. 
In den Schilderungen werden die Be 
mühungen des Kapitäns, die Schrffspapiere zu 
retten, hervorgehoben. Kapitän Brüning ver 
suchte, mit der Axt in der Hand, an die Pa 
piere heranzukommen, doch gelang es ihm 
nur, das Logbuch zu retten. Dem Schiffszahl- 
meister war es möglich, 40 000 RM. Schiffs- 
gelöer in Sicherheit zu bringen. 
Der Newyorker Vertreter des Norddeut 
schen Lloyd äußerte sich mit größter Anerken 
nung über die opfermutigen Bemühungen 
der Feuerwehr. . 
. * 
Brand auf dem japanischen Dampfer 
„Tacuda Maru". 
TU. Tokio, 12. Febr. Im Hafen von 
Yokohama ist auf dem japanischen Dampfer 
„Tacuda Maru" - Feuer ausgebrochen. Ter 
Brand hat den Dampfer teilweise zerstört. 
Vier japanische Matrosen sind in den Flam 
men umgekommen, elf haben schwere Brand- 
verletzungen erlitten. 
Ein «f« Ms in Sfnim 
Donaneschmgen, 13. Febr. Ein riesiges 
Schadenfeuer verrtichtete am Mittwochabend 
in dem Dorfe Oesingen (Amt Donaueschin- 
genj 22 Anwesen. Das Feuer war kurz nach 
8 Uhr am Nordausgang des Dorfes ausge- 
brochen und wurde durch den starken Sturm 
mit rasender Eile weitergetragen, so daß in 
kurzer Zeit das ganze Dorf in Flamme» 
stand. Zur Hilfeleistung waren die Feuer 
wehren der Umgegend sowie die Reichswehr 
ans Tonaueschingen herbeigeeilt. Doch konnte 
man infolge Wassermangels nicht viel aus 
richten. Um Mitternacht war die Hanvtgefahr 
beseitigt. Der Gebändeschaden soll nach vor 
läufiger Schätzung etwa 288 880 Reichsmark 
betragen. 
Der große Dorfbrand in Oberbaden gelöscht. 
TU Donaueschingen, 13. Febr. (Eig. Funk- 
ineldung) Zu der schweren Braiidkatastrophe im 
Dorf Oesingen wird gemeldet, daß das Feuer nach 
Mitternacht gelöscht werden konnte. In Mitleiden 
schaft gezogen sind 22 Anwesen m westlichen Teil 
des Dorfes, während der östliche Teil mit Kirche 
und Rathaus gerettet werden konnte. 
SKwsr-es in Wrißensee. 
Berlin, 12. Febr. Auf dem Karstadt-Neubau 
in der Charlottenburlger Straße in Weißensee trug 
sich ein folgenichwerer Bauunsall zu. Während der 
Frühstückspause, als sich die Arbeiter auf einen 
Platz versammelt hatten, stürzte plötzlich die Decke 
ein und begrub alle Personen unter sich. Drei 
wurden durch die Trümmer auf der Stelle getötet, 
während zwei schwer und einer leicht verletzt wur 
de. Die Feuerwehr war mit Rettungsgeräten so 
fort zur Stelle. Es handelt sich hauptsächlich um 
Rohrleger und Zimmerleute, die in den Keller- 
räumen des Neub>aus beschäftigt waren, als plötz 
lich gegen 9 Uhr die Kellerdecke infolge Ueber- 
laftung mit gefüllten Zementsäcken in einer Aus 
dehnung von etwa 16 Quadratmetern einstürzte. 
Weiter wird hierzu berichtet: 
Der weithin hörbare Krach, mit dem der eine 
große Staubwolke aufwirbelnde Einsturz ersolgte, 
alarmierte sofort die Bauarbeiter in dem übrigen 
Teil des Neubaues und die Bevölkerung in den 
anliegenden Häusern, so daß von verschiedenen Sei 
ten die Feuerwehr und das Rettungsamt benach 
richtigt wurden. Drei Löschzüge und mehrere Ret 
tungswagen eilten herbei, und mit allen Kräften 
wurde an der Beseitigung des großen Schutthiigels 
gearbeitet, unter dem die Verschütteten lagen. 
Drei Arbeiter konnten nur als schrecklich verstüm 
melte Leichen geborgen werden, während die drei 
übrigen mit schweren innerlichen Quetschungen dem 
Krankenhaus zugeführt wilrden, wo besonders 
zwei der Verunglückten in sehr bedenklichem Zu 
stand daniederliegen. 
Rach den bisherigen Feststellungen hat sich er- 
geb-en, daß der an dieser Stelle verantwortliche Po 
lier es zugelassen hat, daß in dem betreffenden 
Raum des Erdgeschosses Zementfäcke von einem 
Gewicht von 188 Zentnern aufgestapelt wurden. 
Diese Belastung hat die itoch ziemlich neue Decke 
nicht tragen können. 
* * 
Heftiges Unwetter in Sardinien 
rmd Sizilien. 
Große licberschwcmmuuge». 
TU. Rom, 13. Febr. (Eig Funkmeld.) 
Sardinien ist von einem heftigen Wolkenbruch 
heimgesucht worden, der schwere Schäden ver 
ursacht hat. Die Flüsse sind um mehrere Me 
ter gestiegen und haben weite Gegenden über 
schwemmt. In mehreren Städten sind Häuser 
eingestürzt, so in Serrenti, wo der Turm und 
die Front einer Kirche, eine Kaserne und das 
Magistratsgebäude eingestürzt sind. — In der 
siļähe von Laniisei ist eine Brücke von dem 
Fluß weggespült worden. Bei Nuoro sind 
2 Personen von dem über die Ufer getretenen 
Fluß fortgerissen worden. 
Aehnlsche Unwettermeldnngen treffen 
auch aus Sizilwu ent. In der Nähe von 
Eesenfi wurde eine Brücke von den tobenden 
Elementen fortgerisien. Ein Automobil, das 
bald darauf die Strecke passierte, stürzte in 
den Fluß. Der Ebouffeur wurde verletzt. Ter 
einzige Insasse fand den Tod in den Fluten. 
* * * 
ķm rrssrer ķnMhrrmgs>- 
vräch in Paris. 
WTB. Paris, 12. Febr. Blättermeldun- 
gen zufolge sollen am vergangenen Sonntag 
im Walde von Vincennes zwei unbekannte 
Männer den Versuch unternommen haben, 
den achtjährige» Sohn einer hochstehenden 
Persönlichkeit der russischen Emigrantenkolo 
nie zu entführen. Dem Kindermädchen, in 
dessen Begleitung sich der Knabe befand, hät 
ten die Männer, die einem Kraftwagen ent 
stiegen seien, ein gefälschtes Schreiben des 
Vaters des Kindes als Ausweis gezeigt. Auf 
die Hilferufe des Mädchens seien ein Polizist 
und ein Zivilist herbeigeeilt, und die beiden 
Männer hätten in dem Auto schleunigst die 
Flucht ergriffen. 
Ņsr èer ĶĢàmg örs 
àķEsS MukjrpOw? 
TU. Paris, 13. Febr. (Eig. Funkmeldg.) 
In Pariser Gerichtskreisen ist man seit Mitt 
woch optimistischer über die Aufklärung der 
Berschleppungsangelegenyeit Kntsepow. Der 
Untersuchungsrichter erklärte Pressevertre 
tern gegenüber, daß die Nachforschungenb e-- 
reits so weit fortgeschritten seien, datz man 
innerhalb 48 Stunden mit einer Ueberra- 
schung rechnen könne. Hierbei soll es sich um 
die Identität des falschen Polizeibeamten han 
deln, der schon Wochen vor der Verschleppung 
alle Ausgänge der Wohnung des Generals 
überwachte. 
Nene Spuren in der Angelegenheit Ktttjicpow 
TU. Paris, 13. Febr. (Eig. Sunkmeldg.) 
Beim Pariser Polizeipräsidium ist am Mitt 
woch eine neue Zengernurfage in der Angele 
genheit Kutjiepow eingegangen, die im Au- 
geiiblrck Gegenstand genauer Untersuchungeil 
stl. Ein russischer Monteur, der in einer Ga 
rage in Brüssel arbeitet, teilt telegraphisch 
mit, daß er im Augenblick einen Kraftwagen 
ausbessere, der dem von den Berslcheppern 
benutzten auf ein Haar gleiche. Der Wagen 
sei ursprünglich grau gewesen ilnd erst in den 
letzten Tagen zweimal neu gestrichen worden. 
Die Besitzer seien Russen, die bereits anl heu 
tigen Donnerstag abreisen wollen. Das Er 
gebnis der polizeilichen Untersuchung steht 
zur Stunde noch aus. Ueber die Nteldung 
eines Blattes, woriach bereits Verhaftungen 
vorgenommen seren, verweigert die franzö 
sische Polizei jede Auskunft. 
NsâeŞâşchs ķşşâZriMât 
M DsķchķKêîK. 
Ein kühnes Millionenprojekt. 
Oslo, 12. Febr. Wie „Tidens Tegn" er 
fährt, wird an einem großen Projekt gearbei 
tet. aus Wasserkraft gewonnene große Elek 
trizitätsmengen nach Deutschland zn expor 
tieren. Nach dem genannten Blatt ist geplant, 
drei grobe Wasserfälle in Telemarken und 
Sörland zur Kraftgewinnung auszubauen. 
Es wird mit einer Gesamtenergieinenge 
von ungefähr 600 000 Kilowatt gerechnet. Ter 
Strom soll durch Schweden über ein Kabel 
durch die Ostsee nach Saßnitz und von dort 
nach Lübeck geleitet werden, wo die deutsche 
Empsaiigsanlage liegen soll. Auch die Mög 
lichkeit wird erwogen, den Strom über Däne 
mark zu leiten, und zwar entweder über See 
land, Fünen und Jütlaiid nach Lübeck oder 
von Seeland nach Falster und mit Kabel durch 
die Ostsee. Die gesamten Anlagekosten wür 
den ungefähr 600 Millionen Kronen aus 
machen. 
MüffLNverhaftungen m WcrW. 
TU. London, 13. Febr. (Eig. Funkmelü.) Die 
Ehicagoer Polizei hat am Mittwoch eine weitere 
große Razzia gegen die Unterwelt durchgeführt, in 
deren Verlauf mehr als 860 verdächtige Personen 
verhaftet wurden. Für die Aburteilung der Ver 
hafteten ist ein besonderes Gericht eingesetzt worden. 
Don den bei ftüheren Razzien verhafteten 2181 
Personen mußte der allergrößte Teil wieder freige 
lassen werden, so daß nur gegen 19 Verhaftete An 
klage erhoben worden ist. 
AeL-rttreies. àisfahrm. 
Nach dem Bericht einer englischen Fach 
zeitschrift ist eine namhafte englische Elektri 
zitätsfirma augenblicklich mit Versuchen be 
schäftigt, um ein Verfahren auszuarbeiten, 
mit dessen Hilfe für Kraftfahrzeuge auch bei 
dichtem Nebel eine gute Sicht auf genügende 
Entfernung erzielt werden kann. Tie Ver 
suche beruhen darauf, daß mittels eines Ge 
bläses und einer elektrischen Wärmequelle 
ein heißer Luftstrom vor dem Fahrzeug aus 
gestoßen wird, so daß ein von den Schein 
werfern des Wagens leicht zu durchdringen 
der nebelfreier Kegel entsteht. Tie Versuche 
sind augenblicklich noch nicht abgeschlossen, 
doch versprechen sie auf Grund der Mitteilun 
gen in der englischen Fachzeitschrift einen gu 
ten Erfolg. Da außerdem die Anlage in 
ihrem wirtschaftlichen Gebrauch kaum nen 
nenswerte Unkosten verursachen soll, dürste 
die Neuerung in allen verkehrssreundlichen 
Kreilen begrüßt werden. 
. 
Ein Vater von seinen Töchtern erschlagen. 
TU. Paris, 13. Febr. (Gig. Funkm.) Drei 
Schwestern, die bei ihrem Vater in Puy en Venay 
wohnten, lebten schon seit mehreren Monaten mit 
ihm in dauerndem Streit, weil er sich weigerte, 
ihnen ihr Erbe schon jetzt auszuzahlen. Am Mitt 
woch kam es wieder zu einem heftigen Wortwechsel, 
wornus sich die drei Schwestern auf den Vater stürz 
ten und so larrge auf ihn einschlugen, bis er kein 
Lebenszeichen mehr von sich gab. 
Selbstmord eines Generalkeutriants. 
WTB. Berlin, 12. Febr. Der 67 Jahre 
alte Generalleutnant a. D. Wolfs stürzte sich 
heute nachmittag in selbstmörderischer Ab 
sicht wegen seiner Nervenkrankheit vom Bal 
kon seiner im 4. Stock in Charlottenburg gele 
genen Wohnung auf die Straße. Der alte 
Offizier starb auf dem Transport ins Kran 
kenhaus. 
Was» sonst in Kee WoMK? 
Z§r mîernMsnûle WideMgyh 'm 
ReWonsmOlMW m KWM mW?. 
Rach flammenden Anklagereden des Erz 
bischofs von Canterbury und des Bischofs von 
London nahmen die versamemlten Bischöfe der 
anglikanischen Kirche einstimmig eine Ent 
schließung an, in der sie ihre Empörung gegen die 
Rekigionsverfolgungen in Rußland und ihre 
Sympathie mit den verfolgten Personen aus- 
sprschen und bitten, für sie zu beten. Die Ent 
schließung sagt weiter, daß die Sowjetregierung, 
wenii sie gute Beziehungen zu Großbritannien auf 
recht zu erhalten wünsche, die Grundsätze der Zi 
vilisation und der menschlichen Gerechtigkeit 
beobachten müsse. 
Der Erzbischof von Canterbury brandmarkte 
die Religionsverfolgungen in der Sowjetunion 
als grausame und barbarische Politik. Der Bischof 
bemerkte weiter, daß er sich, wenn keine wirkliche 
Besserung eintrete, für verpflichtet halten könnte, 
die Sache im Parlament zur Sprache zub ringen, 
wenn auch nicht als politische Angelegenheit, so 
doch als eine Frage, bei der die Ehre eines christ 
lichen Volkes und die Interessen der gemeinsamen 
Zivilisation auf dem Spiele ständen. 
In der der Regierung übermittelten Denk 
schrift der Ersten holländischen Kammer, in 
welcher die Sympathie für ein deutsches Kolomal- 
mandat zum Ausdruck kommt, wird auch die Regie 
rung aufgefordert, im Hinblick auf die systematische 
Unterdrückung des Christentums und des christ 
lichen Gottesdienstes in Sowjetrußland zu erwä 
gen, ob nicht in Zusammenarbeit mit den anderen 
europäischen Mächten bezw. durch Berufung an 
den Völkerbund Schritte dagegen unternommen 
werden könnten. 
Mstüs tm şiàêeuen Hctö- 
schlesrmM. 
Anläßlich des 10. Gedenktages der Abstim 
mung in der ersten Zone erließ der Verband der 
eVreine heimattreuer Nordfchlesmiger folgenden 
Aufruf: > . 
„Am 10^ Gedenktags des großen Unrechts von 
1920 bekunden wir deutschen Männer und Frauen, 
die in Nordschleswig geboren sind oder deren 
Lebensarbeit dort oben liegt, daß wir in unver 
brüchlicher Treue zu den deutschen Brüdern Nord- 
schleswigs stehen werden. Unser Streben gilt 
einer neuen und gerechten Grenzentsechidung in 
Nordschleswig." 
Die Abstiminungsfeier in dänischen Schulen. 
Bei Schulfeiern in den dänischen Schulen zu 
Hadersleben, die zum Abstrmmungstag veranstal 
tet wurden, traten dänische Politiker als Redner 
auf: Hofbesitzer Simonfen-Flauth, Fräulein Hanne 
Fensen und Hofbesitzer Z. H. Schmidt-Woyens.
	        
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