Full text : Newspaper volume (1919, Bd. 4)

Swàs  mitu*
nt*  296.

ArrZLaà
Sstgatttö,  17.  Dez.  Brandltistung  «uf  Mübchênkô'psî
  Ein  Gegenstück  zu  dem  Zoxfabschneider,
der  einst  die  Berliner  Mädchenwelt  beunruhigte,
îcht  heute  die  Weiblich«  Bevölkerung  Rums  in
Schrecken.  In  wenigen  Tagen  sind  wiederholt  fan*
9en  Mädchen  auf  der  Straße  die  Haare  in  Brand
gesteckt  worden,  ohne  daß  man  des  Uebeliäters  bis
jetzt  bürt«  habhaft  werden  können.  Diese  Bubennn^läoe
  gefährden  nich  nur  den  Kaarschmuck  der
Dpfer,  sondern  auch  ibr  Leben.  In  zwei  Fällen
^and  das  ganze  Kopfhaar  in  Flammen,  so  dag
ņur  durch  die  Geistesgegenwart  von  Passanten  ein
firötzeres  Vnbeik  verbätet  wurde.  Die  Ilebeltat-r
Sehen  al''-chsam  „w»ks»-ķchaştlich"  zuwege.  Sie  haein«
  Art  Angelhaken,  an  dem  sie  «ine  entzündiiche
  Substanz,  Wie  es  scheint.  ein  Gemisch  von  Pech
und  Phos"bor.  anbringen.  Der  Angelbaken  wird
în  den  Zopf  oder  Haarknotsn  eingehenkt,  was  im
Ştrsbsuti-ubel  l^'^1  möalich  ist.

'  Inland.
Berlin.  18.  Dez.  Vaterländisch«  Kundgebung
nnlöstlkch  einer  Tell-AuffAeung  in  Wîeshàņ.
Ņus  Wiesbaden  wird  berichtet:  Zu  einer  Protestķuņdgàng
  gegen  dis  Äebergrifft  der  Franzosen
Aurde  di«  Aufführung  von  Schillers  Wilhelm
Tell^  im  Landestlvatsr.  zu  der  die  Genehmigung
erst  nach  langem  Warten  erteilt  wurde.  Rach  den
Zarten  Stauffachers  über  Freiheit  und  Treue  zum
Vaterland  und  den  Anklagen  gegen  die  Tyrannen
erhob  sich  «in  spontaner  Beifall,  der  sich  «ach  der
Rütlsszene  zu  minutenlangem  Jubel  steigert«.  Von
een  anwesenden  französischen  Offizieren  verließen
ewige  das  Theater.  Die  von  der  auswärtigen
Ņresf«  verbreitet«  Mitteilung  von  einem  Perbot
d«s  Werks  ist  nicht  richtig.  Es  wurde  in  maßgebenden ­
  Kreisen  nur  nahegelegt,  das  Drama  nur
buch  als  Iugendvorstellung  ebne  Kartenverkauf  zu
fiebern  da  ion  ft  die  Offittsre  sich  nicht  abhalten  lassen ­
  würde«  mit  Reitpeitsche«  '«  die  Vorstellung  z«
fiehen.

—  Ein  überraschendes  Wiedersehen.  Der  Ol-Mützer
  Nasince  erzählt  folgendes  Gefchichtchen:
ş  vorigen  Jahre  veruntreute  ein  junger  Mann
einem  Oldenmützer  Industriellen  27  000  Kronen.
Als  fetzt  der  Industrielle  beim  Ministerium  um
Zuweisung  von  Waren  ansuchte,  erbielt  er  zur  Antwort. ­
  daß  die  Zuweisung  von  der  Preßburger  Refiierung
  geschehen  werde.  Der  Gesuchsteller  zog  Feiertagskleider
  an  und  begab  pdj  nach  Preßburg.
3W  verwies  man  ihn  an  die  Handelsabteilung.
Der  Industrielle  nahm  vor  der  Türe  ehrfurchtsvoll ­
  den  Hut  ab,,  klopfte  an  und  trat  bescheiden  ein.
Aber  wie  erstaunt  war  er,  als  ihm  im  Namen  der
Regierung  der  jung«  Mann  snwnng,  der  ihm  fein
Ģeld  veruntreut  hatte.  Es  klingt  unglaublich
ideknt  der  Nostnec,  daß  an  der  Spitze  eines  oerant-^ertunosreichen
  Amtes  und  in  so  verantwortungsîeìchen
  "stellen  Leute  mit  solcher  Vergangenheit
stehen  können,  aber  es  ist  wahr,  wie  wir  uns  selbst
überzeugt  haben.  Ist  es  denn  zu  wunder«,  daß
Anordnung  herrscht?'
—  Stinkbomben  gegen  »Schloß  Wgtterstà-.
Aus  München  wird  «ns  gemeldet:  Bei  der  Aufführung ­
  des  .  Schloß  Wetterstein"  in  den  Münchener ­
  Kammerspielen  wurde  von  einem  Feldwebel
eine  Bombe  auf  die  Bühne  gewürfen.  Das  Publikum ­
  flüchtete  schreiend.  Der  eiserne  Vorhang  fiel,
verletzt  wurde  niemand.  Bei  den  Tätern  wurden
Uvch  mehrere  Stinkbombe,!  vorgefunden.  Er  erwarte. ­
  tx  habe  gegen  das  anstößige  Stück  au?  diese
Weise  demonstrieren  wollen.

Hamburg.  16.  Dez.  Prof.  Dr.  Wilhelm  BahRm«,
  de-r  Vorkämpfer  der  Nordmarken-Politik,  ist
«IN  1Z.  Dezember  im  04.  Lebensfahre  nach  kurzer
Krankheit  sanft  entschlafen.  Er  war  der  älteste
dsisişir  der  ehemaligen  schleswig-holsteinischen

'BlîÊàk.

Roman  von  Wilhelm  L  o  b  f  i  e  n.
lLf  Nachdruck  verboten.
.  Unter  dem  rosenumrankten  Fenster,  hinter
sein«  Tochter  Ebba  wohnte,  hielt  er  an  und
huscht«.  Er  hörte  es  gern,  wenn  sie  ihre  schlanken ­
  Nädchenfingsr  über  die  Tasten  gleiten,  ließ,
Uud  «iņ  warmer  Glanz  stieg  auch  heute  in  seine
ekugen,  als  er  den  Tönen  lauschte.  Es  war  immer
eftva-.  Weiches,  Verträumtes  in  ihrem  Spiel,  und
mutzt«  sie  immer  besonders  bitten,  wenn  fein
fistes  Seemannsherz  einmal  nach  einem  frischen,
'tohen  Marsch  verlangte.  Auch  heut«  schwamm
wieder  ein  leises,,  versonnenes  Lied  weich  und  m-?îfi
  durch  das  trauliche  Stübchen.  Als  es  »errängen ­
  war,  ging  Kapitän  Enevold  durch  den
"urtev  zur  Haustür  und  rief  in  den  Flur  hinein:
.  »Ich  segle  heute.  Ihr  braucht  mit  dem  Gs-,ê1t
  nicht  auf  mich  zu  warten."
,  Er  war  noch  nicht  zur  Tür  hinaus,  als  auch
'chon  Ebba  auf  ihn  zugesprungen  kam,
»Ach.  Vater."
Lächelnd  wehrte  er  ab:
»Rein,  nein.  Ebba,  heute  mchr-  H«à  fahr
ch  allein."
.  Sie  leigte  ihre  Hände  auf  seine  Schaltern  und
şchwollte.  den  Kopf  auf  die  eine  Schulter  geneigt:
»Immer  fährst  du  allein,  und  ich  —"
t,  ..Ja,  und  du  wirst  van  deinem  alten  Vater
»chlecht  behandelt",  lachte  er.

-  »Ach,  so  war  es  doch  nicht  gemeint^,  schmeichelte
  sie  .

»och  weiß,  ich  weiß."
itiU  .  51  ^ ann  ivurde  er  plötzlich  ernst  und  sagte
r  ein-nr  fremden  Ton  in  der  Stimme::
»Ein  andermal  nehme  ich  dich  mit.  Heut  will

Allein  sein."

Reudsvurger  Tageblatt.

Kràs»
èêM  19*  DKKêNâ-Armee

  und  hat  in  dieser  Eigenschaft  «ine  große
Reihe  von  Ehrungen  empfangen.  Der  Heimgegangene ­
  stammte  aus  Sonderburg,  ms  er  am  22.
April  !826  geboren  wurde.  Nach  dem  Besuch  der
Gymnasien  M  Lübeck  und  Glückstadt  trat  er  als
junger  Kieler  Tbeoisgiestudenr  1848  in  die  Reihe« ­
  des  Schleswig-Holsteinischen  Freimilligenkorps
ein.  Nach  der  unglücklichen  Schlacht  von  Bo«  ge»
riet  er  in  feindliche  Gefangenschaft,  machte  aber
dann  nach  seiner  Befreiung  u.  a.  die  siegreiche
Schlacht  von  Kolbing  mit.  Infolge  einer  schweren
Verwundung,  ins  er  am  Tage  von  Zdstedt  erhalten ­
  hatte,  mußte  Bahnson  als  Leutnant  aus  dem
Heere  scheiden.  Er  wandt«  sich  dem  Studium  der
mathematischen  und  physikalischen  Wissenschaft  zu,
nach  dessen  Beendigung  er  promovierte.  Als  nstfsenschafilichsr
  Lehre?  kam  er  über  Wückstabt.  Meldarf
  und  Altona  an  die  Realschule  des  Zohanneums
  in  Hamburg,  an  der  er  mehrere  Jahrzehnte
bis  zu  seinem  Ueberiritt  in  den  Ruhestand  im
Jahre  1898  erfolgreich  wirkte.  Als  Vorsitzender
des  Vereins  der  Offiziere  und  Beamten  der  ehemaligen ­
  SchleswigsHslsteinifchen  Armee  war  er
eifrig  für  die  Zusammenfassung  der  alten  Schleswig-Holsteiner ­
  tätig  und  wirkte  bis  in  seine  letzten ­
  Lebensfahre  für  die  Erhaltung  des  Deutschtums ­
  in  den  Rordmarken.

Provinzielles.
*A  Schleswig-  Holsteinische  Briefmarke«.  Ern  eigenartiges ­
  Jubiläum  kann  unsere  Hermatprovinz  in
Kürze  begehen.  Im  nächsten  Jahre  sind  sieben  Jahr,
zehnte  seit  der  Herausgabe  der  erste»  schleswig-holsteinischen ­
  Briefmarken  vergangen.  Im  Jahrs  1880
wurden  zwei  Werte  (1  Schilling,  blau,  und  2  Schilling,
rosa)  verausgabt.  Beide  Marken  zeigen  das  geprägte
schleswig-holsteinische  Wappen  im  Eirund.  Sie  find,
weil  schon  s-chr  selten,  hoch  im  Werte  und  nur  in  bedeutenden ­
  oder  Lokalsammlmrgen  anzutreffen.  Insgesamt ­
  wurden  38  verschieden«  Marken  verausgabt,  zu
denen  noch  einige  Abarten  kommen.  Interessant  ist  dis
Steigung  des  Wertes  derselben.  Der  Katalog  von
Gebrüder  Senf  in  Leipzig  aus  dem  Jahre  1894  führt
sämtliche  dieser  Marken  ungebraucht  mit  188,25  J,
gebraucht  mit  262,05  M  aus.  1909  beliefen  sich  die
Preise  auf  438.75  J  bezw.  478,50  Ji,  1919  gar  am
1097,50  J  bezw.  1684,50  J,  zu  denen  fetzt  noch  «ine
Luxussteuer  vs«  15  Prsz.  treten  würde..  Am  höchsten
ist  bis  1850  erschienene  2  Schillings-Marke  bewertet,
sie  kostet  gebraucht  500  Ji  In  25  Jahren  C1S94—1919Ï
hat  sich  der  Wert  aller  Marken  unserer  engeren  Heimat ­
  reichlich  versechsfacht;  —  Nachdem  am  1.  November ­
  1849  Bayern  als  erster  deutscher  Staat  die  ersten
Marken  herausgab,  folgten  im  Jahre  1880  Preußen,
Sachsen,  Hanno««?  und,  sk  oben  bereits  gesagt,
Schleswig-Holstein.  Ein  Jahr  spater  erhielten  Württemberg ­
  und  Baden,  1852  Ttzur«  und  Taxis.  Oldenburg ­
  und  Braunschweig  ihr«  ersten  Marken.  Später
folgten  die  Hansestädte:  Bremen  1858,  Hamburg  und
Lübeck  1859.  Auch  Bergedorf  bei.  Hamburg  verausgabt« ­
  eigene  Marken  (1861).  Mecklenburg-Schwerin
tritt  1856,  Mecklsnburg-Strelitz  1864  mit  eigenen  Post,
Wertzeichen  auf.  Die  Insel  Helgoland,  damals  noch  zu
England  gehörig,  hat  von  1867—1881  eigene  Briefmarke« ­
  gehabt.  Heute  haben  im  Deutschen  Reiche  nur
die  vom  Reich«  und  von  Bayern  herausaegrbenen
Marken  «sch  Gültigkeit,  «ährend  Württemberg  seit
1902  keine  eigenen  Postwertzeichen  (abgesehen  vom  inneren ­
  amtlichen  Verkehrs  mehr  führt.  Die  «rsten
Briefmarken  traten  vor  80  Jahre»  (18401  in  England
auf.  (Nachdruck  verbaten.)
—  Dem  SMeswia-Kolstrinischen  Bolkslirdausschoß
  gehören,  z.  Zt.  an  Prof.  Dr.  Borchling,  .Homburg ­
  :  Ehr.  Gröndahl,  Vorsteher  der  PräMraànanstalt
  in  Apenrà:  Reg.ât  a.  D.  von  Hedemann-Hsespen
  auf  Deutsch-Rienhof;  Häupipastor
W.  Jensen.  Si.  Morgoreihen:  Lehrerin  Ģ.  Kordel,
Reumünsier:  Gell.  Nea.-Rot  Beos.  D^.  Konfşmann,

Ebba  Enevold  stand  und  sah'  ihrem  Water
nach,  als  er  mit  festen,  harten  Schritten  zum  Vollwerk
  hinuntergang,  sein  Boot  rüstete  und  bald  darauf
  in  die  See  hînausşieuerte.
Dann  ging  sie  am  Hafen  entlang  bis  dahin,
wo  auf  einem  Aufbau  der  Kaimauer  das  Blinkfeuer ­
  stand  und  stieg  hinauf,  als  wollte  sie  ihrem
Vater  nachschauen:  aber  ihr«  Blicke  irrten  immer ­
  wieder  nach  der  anderen  Seite,  wo  das  helle ­
  rote  Dach  des  Stesnfenschsn  Hauses  aus  dem
frischen  Grün  der  Buchen  leuchtete.
Ach  Gott,  was  guckte  sie  sich  die  Augen  danach
aus?  Der.  den  sie  suchte,  war  ;a  doch  nicht  da,
und  wenn  er  da  wäre,  was  sollte  es  dann?
Noch  einmal  liefen  ihre  Augen  über  die  Forde, ­
  noch  einmal  über  das  rote  Dach,  dann  sprang
sie  von  der  Kaimauer  herunter  und  ging  langsamen ­
  Schritte«  nach  Hause.  Sie  setzte  sich  wieder
ans  Klavier,  aber  ihre  Hände  vergaßen  zu  spielen ­
  und  lagen  ihr  müßig  im  şioh.
Wie  bunte  Märchenvögel  flatterten  ihre
Träum«  davon,  weit  über  Berg  und  Tal,  über
Wald  und  See.  und  schwanken  sich  doch  immer
wieder  zurück  nach  dem  stillen  Mönchsbügel  und
spannen  sich  da  um  ein  trotziges  Gesicht  und  um
zwei  tiefe,  stille  Augen.
Sie  hatte  Rolf  Cresnfen  seit  jenem  Abend
draußen  im  Walde  nicht  wiedergesehen.  Eine  unbestimmte ­
  Smeu  war  stärker  gewesen  als  ihre
Sehnsucht  und  hatte  sie  davon  abgehalten,  wieder
mit  ihm  zusanlmen,zutresf«n.
Ilird  dann  war  er  fortaereift.  Bon  ihrem
Kämmerchen  au«  hast'  sie  ihn  am  letzten  Abend
deiner  Ferien  unter  der  hoben  Linde  in  ihrem
Garten  stehen  sehen:  aber  sie  hatte  sich  hinter  den
Gardinen  verborgen  gehalten,  und  erst,  als  kein
Tritt  in  den  Straßen  verhallend  verklang,  hatte

Kiel:  Lehrer  M.  Kuckei,  Suxdorf:  Prof.  Dr.  Laaşfer,
  Hamburg:  Prof.  Dr.  Mensing,  Kiel;  Lehrer
H.  Ruhe,  Altona:  Geh.  Reg.-Rat  Dr-  Runkel,
Schleswig;  Organist  W.  Stahl,  Lübeck:  P.  Wriede,
Hamburg:  Lehrer  Fr.  Baß.  Hamburg.
ZtzchsE.  18.  Dez.  Di«  Einstellung  Ut  EasKe.
ferung  mußt«  hier  infolge  Kohlennmngels  ab  18
Dezember  erfolgen.
8  Westhslstei«,  17.  Dez.  Berbaftum,  «on  -1
ĢchasdîeLeņ.  Vier  Echaşdieàe,  di«  dem  Schäfereibesitzer
  Haack  m  der  Amgegend  von  Wesselburen
Schafe  abgeschlachtet  hatten  und  Fleisch  mit  sich  im
Rucksack  führten,  wurden  in  Heide  aus  dem  Zuge
lMraus  verhaftet;  drei  stammen  aus  Hamburg,  der
vierte  aus  St.  Michaelisdonn.  —  Sieben  Schaft
gestohlen  wurden  dem  Schäfereibefitzer  Meier  im
Wilhelmskosg.  Die  Täter  sind  entkommen.
□  T  t-nLM.  18.  Dez.  Ei«  Stier  für  28  NK
Mk.  Die  Stierhaltusigsgenesfenschast  Tiebenfee  bei
Heide  taufte  von  dem  Hofbesitzer  Wilh.  Schmidt
hier  einen  8  Monat«  alten  Vsllblub-Shsrthornftier
für  28  000  Mk.
Ş  Tönning,  15.  Dez.  Tafelobst  NUS  ŞļràuŞ
laà  Der  Hiesige  Magistrat,  hat  aus  Süddeutschland
  300  Zentner  Tafelobst  bezogen,  das  zu  Tagespreisen ­
  an  die  städtischem  Einwohner  abgegeben
wird.  •  ■  ■  ■  .  -  M.
Leck,  17,  Dez.  Boêkàņģ  de«  Nefchung.  Drei
Mitglieder  der  internationalen  Kommission,  die
hier  wellten,  «erhandelten  über  die  Unterbringung
der  für  den  Ort  strstimmten  Besätzungstruppen  Und
erklärten  sich  mit  der  Unterbringung  in  der  „Tonhalle" ­
  einverstanden.  Der  Ort  erhält  eine  französische ­
  Besatzung  m  Stärke  van.  2  Offizieren  und
86  Mann.
Apenrà,  16.  Dez.  Lohnfordevungen,  Di«
Arbeiter  der  städtischen  Werke,  di«  kürzlich  eine
bedeutende  Teuerungszulage  erhielten,  haben  fetzt
eine  Erhöhung  ihres  Stundenlohnes  um  SO  Prozent ­
  beantragt.
Ss»d:àrg,  18.  Dez.  Stockung  in  der  Getreidäfernng.
  —  Zwangsdrusch,  Das  Kreiswkrtfchastsamt
  verfügt  nur  nach  über  Brstkorn  für  2
bis  3  Tage.  ^  Den  säumigen  Landwirten  ist  angedroht ­
  worden,  daß  Dreschkslonnen  entsandt  ŗrden,
deren  Kosten  von  den  Landwirten  getragen  »eiben
müssen.
Sanderüurg.  18.  Dez.  468  90ß  Rollen  Kautabak ­
  wurden  in  Düppel  beschlagnahmt,  die  unter
Umgehung  der  Zollgrenze  eingeführt  waren.  Der
Schieber,  ein  Kaufmann  aps  Kolding,  wurde  dem
Amtsgericht-gefängnis  zugeführt,
■  □  Kiel,  18.  Dez.  Die  ständige  Steigerung  der
kommunale.«  Laste«  geht  wieder  aus  einigen  Beschlüssen ­
  der  Kieler  städtischen.  Kollegien  hervor.
Sie  beschlossen  mit  Rücksicht  auf  die  Steigerung
der  Kühlenpreise  ung  der  Gehälter  und  Arbeitslöhne ­
  eine  Erböhung  der  Preise  Mr  Gas.  Wasser
und  Elektrizität.  FĢsèşitzt  wurden  danach  die
Grundpreise  Mr  Gas,  Strom  und  Wasser  um  8  ^
höher  Mr  die  Kilowattstunde  bezw.  den  Kubikmeter, ­
  als  nach  der  letzten  Preiserhöhung.  Die
beantragte  rückwirkende  Kraft  «nt  t,  Dezember
wurde  jedoch  abgelehnt  und.als  Termin  Mr  die
Aaàrung  der  1,  Januar  1920  festgesetzt.  Ferner
wurde  die  Erhöhung  der  Gebühren  Mr  die  Abfuhr
der  Fäkalien,  di«  Müllverbrennung,  die  Leerung
der  Schlammkisten  usw.  um  100  Prozent  beschlossen. ­
  Obgleich  bei  Ausstellung  des  Voranschlags
schon  mit  einem  Fehlbetrag  von  138  600  JL  .gerechnet ­
  worden  war  und  sich  ein  weiterer  Unterschuß ­
  «an  ebenfalls  185  000  ,M  ergeben  hat.
wird  auch  bei  Verdoppelung  der  Gebühren  sich  noch
sin  F^hlbetraa  von  rund  20  060  Zt  ergeben.,
Ş  Kiek,  18.  Dez,  De«  Kieker  Stodtrollegren
lag  als  DrìngliŞitsantrag  eine  neue  Foàrung
auf  Erhöhung  des  Tarifs  für  die  Benutzung  der
elektrischen  Straßenbahn  vor.  Nachdem  in  kurzer
Zeit  die  Erhöhung  von  10  auf  18  und  dann  au?

sie  das  Fenster  geöffnet  und  mit  feynsüchtiM«.  Urrgen
  die  stille  Gasse  entlang  geblickt.
Ernmal  war  ei«  Brief  von  ihm  gekommen.
Ihr  Vater  hatte  ihn  dem  Postboten  abgenommen
und  ibr  gebracht.
„Von  wem  ist  der  Brief,  Ebba.?^.  hatte  er
sie  ernst  gefragt.  •  ä
Da  war  sie  blutrot  geworden  und  hatte  sich
in  ihrer  'Verlegenheit  zum  Fenster  hinausgebrugt.
„Ebba,  du  hast  dach  keine  Geheimnisse  vor
mir?  Ich  hab  es  nicht  gern,  daß  du  Briefe  bekommst ­
  und  schreibst,  von  denen  ich  nichts  weiß."
Roch  vor  seimn  Augen  hatte  st«  den  Berief
zerrissen,  trotzdem  ste  wußte,  daß  er  von  Ralf  war,
und  batte  ihm  nicht  geantwortet.
Aber  jeden  Tag  mußte  sie  daran  demken,  und
auch  heute  floate  fl-e  sich  immer  wieder,  was  wähl
in  dem  Brief  gestanden  habe.  Hätte  sie  ihn  doch
nur  gelesen.
Run  war  es  zu  spat,  und  nun  war  wohl  alles
aus.  Ja,  sollte  es  wohl  aus  fein?  Sollte  wirklich ­
  alles  vorbei  sein?  Vorbei  und  vergessen?
Sw  still  vor  sich  hin,  und  ihr  Lächeln
war  voll  Glück.
Daß  sie  schön  sei,  hatte  er  ihr  gesägt,  damals,
droben  auf  dem  Mönchsbügel.  War  sie  wirklich
f#ï«?  S^»  *"ftte  es  wohl  gemerkt,  daß  die  jungen
Burschen  ihr  auf  der  Strasse  nachguckten  und  bst
ihren  Weg  kreuzten:  ohe»  sie  hatte  sich  nie  etwas
daraus  gemaà.  Mas  kümmerten  sie  die  Rarbyer
  Burschen?  Was  machte  sie  sich  aus  ihnen?
Aber  daß  Rolf  Steensen  sie  sä  lieb  aķeschaut  und
sie  sch"n  aenannt.  das  macht«  ibr  Freude.
Mit  einem  seligen  Lächeln  stellte  sie  sich  vor
den  Spiegel  und  betrachtete  sich.  Ihre  Hände  nestelten ­
  an  ihrem  Haar  und  lösten  es,  daß  es  wie
«in  Seidenmantel  an  ihr  niederbing.  Dann,  fing
sie  an,  leise  zu  singen  und  mit  gleitenden  Schritwird

  jetzt  eine  weitere  Erhöhung  sän  10  Pfģ,  şir
jeden  Fahrschein  und  von  80  Prozent  Mr  àmde»-fahrscheme
  verlangt.  Der  Magistrat  empfiehlt  t\?
nen  Tarif  von  5  Pfg-  bezw.  25  Prozent  Erhöhung,,
welchem.Vorschlag  zugestimmt  wurde.  Der  Arstà
terrat  hat  auf  eine  werter«  Kontrolle  der  ßAä
sche«  Verwaltung  verzichtet.  Die  bis  jetzt  «ļtfdM'
denen  Kosten  von  30  700  Mark  werden  bewilligt.
Dem  Ankauf  rwn  Heizstoffen  im  Werte  «on  2  00  000
JL  für  die  städtisches!  Ģeàde  mußte  nachirLgMr
zügestimmt  werden.
X  ReAmSustsr.  18.  Dsz.  VeeauA  Mürben  8»
zwei  jugendliche«  Burschen  aus  einer  Fabrik,  «
der  sie  beschäftig!  waren,  Ziegenlederfell«  im  Wert«
von  2400  JL  Das  Leder  haben  di«  Diebe  für  2,56
bis  §  JL  pro  Fell  an  eine«  Gastwirts  Vertreter  oevkauft.
  —  KŞtzļkn  haben  zwei  Gerbereiarbeiter  in
einer  hņftgen  Fabrik  des  nachts  mehrere  Balle«
Leder.'  Dieses  wurde  nach  auswärts  serkdvst
Diebe  und  Hehler  find  ermittelt  und  zun,  teil  bereits ­
  verhaftet.  —  Heimlich  LeyeitegeWoM  har  di«
Ehefrau  Wagner  aus  dem  Restaurant  r«m  Wadb
theater,  wo  ste  beschäftigt  wurde.  Mr  I860  'S.
Wäsche.  Außerdem  stahl  die  Frau  Ķ  S  in  bar.
Diese  Diebin  ist  ebenfalls  verhaftet.  —  Zur  Ke»
richtuuz  einer  Einwohnerweyr  hat  das  hiefige  Ge
werkfchaftsîartèll  keine  Zustimmung  gegeben.  —
Tingebroche«  wurde  des  nachts  bei  Einem  Strick-,
warenfabrikanten.  Die  Diebe  find  von  einem  Fem
.ster  aus  in  die  Fabrik  êmgedrungr»  und  haben
dort  1800  bis  2000  Paar  Strümpfe  im  Kersteblungswerle
  von  mindestens  ILM  M  gestohlen.  Die
Diebe  sind  unbemerkt  entkommen.
A  Reumünster,  18.  Dez.  Emnstchener  strSflinK.
  Am  Mittwoch  nachmittag  ist  der  Infsss«  des
hiesigen  Zentralgefängnisses  Hermann  BuddiG  'ge.-boren
  zu  Rüdelsdsrf,  mn  der  Autzemirdeft  «ntfprungen.

Ş  Kreis  Rendsburg,  18.  Dez.  Erhöhung  der
BufbttvahruugsMbLhe  für  Kartoşieln.  Die  Reichs«
kartoffelstelle  gibt  bekannt:  Mit  Wirkung  vom  15,
Dezember  b,  Js.  tritt  mit  Genehmigung  des  Reichs«
wiŗtfchaftsminîsteriums  «in«  Aufbewahr  ungsge^
bühr  von  2.75  JL  pro  Zentner  in  Kraft.  Die  auf
Grund  der  Bestimmungen  bar  Reichskartsffelstell«
vom  4.  Dezember  d.  I.  fällt  fort.  Hiernach  darf
laut  Anordnung  des  Kreisausschusses  bei  Liefe»
rung  von  jetzt  "ab  die  Cchnelligkeitsprämie  nicht
mehr,  erhoben  werden,  dagegen  erhöht  sich  in  Abänderung ­
  des  8  10  der  Anordnung  des  Kņîsaus^
fchusses  vom  28-  d.  I.  dis  Einmietungsgebühr  auf
2.75  Mark.
Ksrtoxf.  18.  Dez.  Die  Kosten  de«  Wegebaues
ReumLnster-Zerenstedt  betragen  4  800  000  M.  Van
den  auf  die  Gemeinden  fallenden  Anteil  kommen
auf  Notorf  106  000  Mk..  wovon  der  Zuschuß,  den
di«  Gemeià  erhält,  in  Höhe  von  78008  Mk.  abzuziehen ­
  ist,  so  daß  also  von  der  Gemeinde  30600
Mark,  aufzubringen  sind.
8  Bargstedt,  18.  Dez.  KàgeŗgedâchMisMNb
In  unserem  Orte  beabsichtigt  man.  auf  dem  alten
Spielplatz  mitten  im  Dorfe  ein  Kriegergedächtnismal
  zu  errichten.  Hufner  Johann  Pohl«  hat  einen
großen  Findling,  welcher  m  einer  Vertiefung  seines
Gehölzes  liegt,  der  Gemeinde  für.  diesen  Zweck  zur
Verfügung  gestellt.  Der  Stein  wiegt  ungefähr
860.  Zentner  und  ist  fast  doppelt  so  groß  gewesen.
Mehrmals  hat  der  Steinhauer  Teil«  von  ihm  ah.
gespalten  und  zu  Treppenstufen  »erarbeitet.  Wenn
die  Hebung  und  der  Transport  des.Granitbleckes
gelingen  sollte,  würde  die  Gemeinde  Bargstedt  -siâr
ein  würdiges  Erinnerungszeichen  an  ihre  i«  Weltkriege ­
  gefallenen  Söhne  schaffen.
□  Tetenhusen,  18.  Dez.  Goldene  Hachzeik  à-'
  gehen  am  26.  Dezember  Detlef  M  a  m  m  und  Frau.
,  U-Düdelsdsrf.  18.  Dez.  Geschüftskauf.  Die
frühere  Asdestfabrik  in  der  Hollingftraßc.  welche
vom  Wagenbauer  Krall  gemietet  war.  ist  d«rchs
Kauf  in  dessen  Besitz  übergegangen.  K.  hat  dort
eine  Säserei  mit  màģer  Tsschlerei  einaerichtetz

ten  zu  tanzen,  immer  die  Augen  auf  den  Spiegel
gerichtet  und  ihr  vorüberfchwebendes  Spiegelbild
mit  leuchtenden  Blicken  und  fröhlichem  Kopf»
nicken  girutzeà
„Du  bist  ja  ein  nettes  Kmd^,  poltert«  Tante
Silla  in  ihre  fröhliche  Seligkeit  hinein,  „statt  mir
in  der  Küche  zu  helfen,  Mhrst  du  hier  am  Hellen
Tage  Tanze  auf.  Wie  eine  richtige  Tänzerin!^
Erschreckt  steckte  Ebba  ihr  Haar  wieder  aas,
aber  das  Leuchten  blieb  m  ihren  Augen,  als  st«  vor
ihrer  scheltenden  Tante  stand,  di«  beide  Hände  in
dm  Seite  gestemmt  hatt«  und  wie  das  Blinkfeuer
draußen  hochrot  und  glühend  vor  ihr  stand.
„Das  sollte  Baker  nur  sehen!"  voltert»  sie
roerter.  -  ^  .
Sie  sagt«  immer  Bat«.,  wķ  De  m«  ihrem ­
  Bruder  W  Ebba,  sprach.
L:  „Vater?"
Ebba,  lachte  laut  auf,  umfaßte  die  Taà  und
suchte,  sie  im  Kreise  herumzuschwenken.
„Ja,  Tante  Silla,  hast  du  den«  eS$  junges
Ding  nie  getanzt?"
..Wenn  ich  zu  tun  hatte,  nie.  Aber  ihr  jungen
Mädchen  leid  beute  anders  als  mir  d»««ls  waren ­



(Fortsetzung  folgt.t

MWtii  und  Verlag  von  Heinîêch  MöNer
Löhne.  Rendsburg,  MSHlenstrê  Rŗ.  18.  —
Keķchäftļîche  Leitung  und  se-rantworilich  föe  Anzeige«
Rud.  Möller.  --  Aaupiichriftleitung  und  ««randwörtlich
  iür  den  polWàr  Teil  Ferd.  Möller,  für
den  provinziellen,  örtlichen  und  allgemeine«  Teil
Aval»  Eregori,  für  den  îandwirifchaftlîcht«  TÄ
W.  Behren«,  alle  in  Rendsburg,

Es  wird  keine  Gewähr  dsMr  übernehmen,  dssi
Anzeigen  oder  ReNamen  in  bestimmten  Ausgaben,  an
der  gewünschten  Tielle  oder  —-  bei  irgendwelchen  Ste*
triebstzinderunMn  —  überhaupt  auigenomņr«  werde«.

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