Swàs mitu*
nt* 296.
ArrZLaà
Sstgatttö, 17. Dez. Brandltistung «uf Mübchênkô'psî
Ein Gegenstück zu dem Zoxfabschneider,
der einst die Berliner Mädchenwelt beunruhigte,
îcht heute die Weiblich« Bevölkerung Rums in
Schrecken. In wenigen Tagen sind wiederholt fan*
9en Mädchen auf der Straße die Haare in Brand
gesteckt worden, ohne daß man des Uebeliäters bis
jetzt bürt« habhaft werden können. Diese Bubennn^läoe
gefährden nich nur den Kaarschmuck der
Dpfer, sondern auch ibr Leben. In zwei Fällen
^and das ganze Kopfhaar in Flammen, so dag
ņur durch die Geistesgegenwart von Passanten ein
firötzeres Vnbeik verbätet wurde. Die Ilebeltat-r
Sehen al''-chsam „w»ks»-ķchaştlich" zuwege. Sie haein«
Art Angelhaken, an dem sie «ine entzündiiche
Substanz, Wie es scheint. ein Gemisch von Pech
und Phos"bor. anbringen. Der Angelbaken wird
în den Zopf oder Haarknotsn eingehenkt, was im
Ştrsbsuti-ubel l^'^1 möalich ist.
' Inland.
Berlin. 18. Dez. Vaterländisch« Kundgebung
nnlöstlkch einer Tell-AuffAeung in Wîeshàņ.
Ņus Wiesbaden wird berichtet: Zu einer Protestķuņdgàng
gegen dis Äebergrifft der Franzosen
Aurde di« Aufführung von Schillers Wilhelm
Tell^ im Landestlvatsr. zu der die Genehmigung
erst nach langem Warten erteilt wurde. Rach den
Zarten Stauffachers über Freiheit und Treue zum
Vaterland und den Anklagen gegen die Tyrannen
erhob sich «in spontaner Beifall, der sich «ach der
Rütlsszene zu minutenlangem Jubel steigert«. Von
een anwesenden französischen Offizieren verließen
ewige das Theater. Die von der auswärtigen
Ņresf« verbreitet« Mitteilung von einem Perbot
d«s Werks ist nicht richtig. Es wurde in maßgebenden
Kreisen nur nahegelegt, das Drama nur
buch als Iugendvorstellung ebne Kartenverkauf zu
fiebern da ion ft die Offittsre sich nicht abhalten lassen
würde« mit Reitpeitsche« '« die Vorstellung z«
fiehen.
— Ein überraschendes Wiedersehen. Der Ol-Mützer
Nasince erzählt folgendes Gefchichtchen:
ş vorigen Jahre veruntreute ein junger Mann
einem Oldenmützer Industriellen 27 000 Kronen.
Als fetzt der Industrielle beim Ministerium um
Zuweisung von Waren ansuchte, erbielt er zur Antwort.
daß die Zuweisung von der Preßburger Refiierung
geschehen werde. Der Gesuchsteller zog Feiertagskleider
an und begab pdj nach Preßburg.
3W verwies man ihn an die Handelsabteilung.
Der Industrielle nahm vor der Türe ehrfurchtsvoll
den Hut ab,, klopfte an und trat bescheiden ein.
Aber wie erstaunt war er, als ihm im Namen der
Regierung der jung« Mann snwnng, der ihm fein
Ģeld veruntreut hatte. Es klingt unglaublich
ideknt der Nostnec, daß an der Spitze eines oerant-^ertunosreichen
Amtes und in so verantwortungsîeìchen
"stellen Leute mit solcher Vergangenheit
stehen können, aber es ist wahr, wie wir uns selbst
überzeugt haben. Ist es denn zu wunder«, daß
Anordnung herrscht?'
— Stinkbomben gegen »Schloß Wgtterstà-.
Aus München wird «ns gemeldet: Bei der Aufführung
des . Schloß Wetterstein" in den Münchener
Kammerspielen wurde von einem Feldwebel
eine Bombe auf die Bühne gewürfen. Das Publikum
flüchtete schreiend. Der eiserne Vorhang fiel,
verletzt wurde niemand. Bei den Tätern wurden
Uvch mehrere Stinkbombe,! vorgefunden. Er erwarte.
tx habe gegen das anstößige Stück au? diese
Weise demonstrieren wollen.
Hamburg. 16. Dez. Prof. Dr. Wilhelm BahRm«,
de-r Vorkämpfer der Nordmarken-Politik, ist
«IN 1Z. Dezember im 04. Lebensfahre nach kurzer
Krankheit sanft entschlafen. Er war der älteste
dsisişir der ehemaligen schleswig-holsteinischen
'BlîÊàk.
Roman von Wilhelm L o b f i e n.
lLf Nachdruck verboten.
. Unter dem rosenumrankten Fenster, hinter
sein« Tochter Ebba wohnte, hielt er an und
huscht«. Er hörte es gern, wenn sie ihre schlanken
Nädchenfingsr über die Tasten gleiten, ließ,
Uud «iņ warmer Glanz stieg auch heute in seine
ekugen, als er den Tönen lauschte. Es war immer
eftva-. Weiches, Verträumtes in ihrem Spiel, und
mutzt« sie immer besonders bitten, wenn fein
fistes Seemannsherz einmal nach einem frischen,
'tohen Marsch verlangte. Auch heut« schwamm
wieder ein leises,, versonnenes Lied weich und m-?îfi
durch das trauliche Stübchen. Als es »errängen
war, ging Kapitän Enevold durch den
"urtev zur Haustür und rief in den Flur hinein:
. »Ich segle heute. Ihr braucht mit dem Gs-,ê1t
nicht auf mich zu warten."
, Er war noch nicht zur Tür hinaus, als auch
'chon Ebba auf ihn zugesprungen kam,
»Ach. Vater."
Lächelnd wehrte er ab:
»Rein, nein. Ebba, heute mchr- H«à fahr
ch allein."
. Sie leigte ihre Hände auf seine Schaltern und
şchwollte. den Kopf auf die eine Schulter geneigt:
»Immer fährst du allein, und ich —"
t, ..Ja, und du wirst van deinem alten Vater
»chlecht behandelt", lachte er.
- »Ach, so war es doch nicht gemeint^, schmeichelte
sie .
»och weiß, ich weiß."
itiU . 51 ^ ann ivurde er plötzlich ernst und sagte
r ein-nr fremden Ton in der Stimme::
»Ein andermal nehme ich dich mit. Heut will
Allein sein."
Reudsvurger Tageblatt.
Kràs»
èêM 19* DKKêNâ-Armee
und hat in dieser Eigenschaft «ine große
Reihe von Ehrungen empfangen. Der Heimgegangene
stammte aus Sonderburg, ms er am 22.
April !826 geboren wurde. Nach dem Besuch der
Gymnasien M Lübeck und Glückstadt trat er als
junger Kieler Tbeoisgiestudenr 1848 in die Reihe«
des Schleswig-Holsteinischen Freimilligenkorps
ein. Nach der unglücklichen Schlacht von Bo« ge»
riet er in feindliche Gefangenschaft, machte aber
dann nach seiner Befreiung u. a. die siegreiche
Schlacht von Kolbing mit. Infolge einer schweren
Verwundung, ins er am Tage von Zdstedt erhalten
hatte, mußte Bahnson als Leutnant aus dem
Heere scheiden. Er wandt« sich dem Studium der
mathematischen und physikalischen Wissenschaft zu,
nach dessen Beendigung er promovierte. Als nstfsenschafilichsr
Lehre? kam er über Wückstabt. Meldarf
und Altona an die Realschule des Zohanneums
in Hamburg, an der er mehrere Jahrzehnte
bis zu seinem Ueberiritt in den Ruhestand im
Jahre 1898 erfolgreich wirkte. Als Vorsitzender
des Vereins der Offiziere und Beamten der ehemaligen
SchleswigsHslsteinifchen Armee war er
eifrig für die Zusammenfassung der alten Schleswig-Holsteiner
tätig und wirkte bis in seine letzten
Lebensfahre für die Erhaltung des Deutschtums
in den Rordmarken.
Provinzielles.
*A Schleswig- Holsteinische Briefmarke«. Ern eigenartiges
Jubiläum kann unsere Hermatprovinz in
Kürze begehen. Im nächsten Jahre sind sieben Jahr,
zehnte seit der Herausgabe der erste» schleswig-holsteinischen
Briefmarken vergangen. Im Jahrs 1880
wurden zwei Werte (1 Schilling, blau, und 2 Schilling,
rosa) verausgabt. Beide Marken zeigen das geprägte
schleswig-holsteinische Wappen im Eirund. Sie find,
weil schon s-chr selten, hoch im Werte und nur in bedeutenden
oder Lokalsammlmrgen anzutreffen. Insgesamt
wurden 38 verschieden« Marken verausgabt, zu
denen noch einige Abarten kommen. Interessant ist dis
Steigung des Wertes derselben. Der Katalog von
Gebrüder Senf in Leipzig aus dem Jahre 1894 führt
sämtliche dieser Marken ungebraucht mit 188,25 J,
gebraucht mit 262,05 M aus. 1909 beliefen sich die
Preise auf 438.75 J bezw. 478,50 Ji, 1919 gar am
1097,50 J bezw. 1684,50 J, zu denen fetzt noch «ine
Luxussteuer vs« 15 Prsz. treten würde.. Am höchsten
ist bis 1850 erschienene 2 Schillings-Marke bewertet,
sie kostet gebraucht 500 Ji In 25 Jahren C1S94—1919Ï
hat sich der Wert aller Marken unserer engeren Heimat
reichlich versechsfacht; — Nachdem am 1. November
1849 Bayern als erster deutscher Staat die ersten
Marken herausgab, folgten im Jahre 1880 Preußen,
Sachsen, Hanno««? und, sk oben bereits gesagt,
Schleswig-Holstein. Ein Jahr spater erhielten Württemberg
und Baden, 1852 Ttzur« und Taxis. Oldenburg
und Braunschweig ihr« ersten Marken. Später
folgten die Hansestädte: Bremen 1858, Hamburg und
Lübeck 1859. Auch Bergedorf bei. Hamburg verausgabt«
eigene Marken (1861). Mecklenburg-Schwerin
tritt 1856, Mecklsnburg-Strelitz 1864 mit eigenen Post,
Wertzeichen auf. Die Insel Helgoland, damals noch zu
England gehörig, hat von 1867—1881 eigene Briefmarke«
gehabt. Heute haben im Deutschen Reiche nur
die vom Reich« und von Bayern herausaegrbenen
Marken «sch Gültigkeit, «ährend Württemberg seit
1902 keine eigenen Postwertzeichen (abgesehen vom inneren
amtlichen Verkehrs mehr führt. Die «rsten
Briefmarken traten vor 80 Jahre» (18401 in England
auf. (Nachdruck verbaten.)
— Dem SMeswia-Kolstrinischen Bolkslirdausschoß
gehören, z. Zt. an Prof. Dr. Borchling, .Homburg
: Ehr. Gröndahl, Vorsteher der PräMraànanstalt
in Apenrà: Reg.ât a. D. von Hedemann-Hsespen
auf Deutsch-Rienhof; Häupipastor
W. Jensen. Si. Morgoreihen: Lehrerin Ģ. Kordel,
Reumünsier: Gell. Nea.-Rot Beos. D^. Konfşmann,
Ebba Enevold stand und sah' ihrem Water
nach, als er mit festen, harten Schritten zum Vollwerk
hinuntergang, sein Boot rüstete und bald darauf
in die See hînausşieuerte.
Dann ging sie am Hafen entlang bis dahin,
wo auf einem Aufbau der Kaimauer das Blinkfeuer
stand und stieg hinauf, als wollte sie ihrem
Vater nachschauen: aber ihr« Blicke irrten immer
wieder nach der anderen Seite, wo das helle
rote Dach des Stesnfenschsn Hauses aus dem
frischen Grün der Buchen leuchtete.
Ach Gott, was guckte sie sich die Augen danach
aus? Der. den sie suchte, war ;a doch nicht da,
und wenn er da wäre, was sollte es dann?
Noch einmal liefen ihre Augen über die Forde,
noch einmal über das rote Dach, dann sprang
sie von der Kaimauer herunter und ging langsamen
Schritte« nach Hause. Sie setzte sich wieder
ans Klavier, aber ihre Hände vergaßen zu spielen
und lagen ihr müßig im şioh.
Wie bunte Märchenvögel flatterten ihre
Träum« davon, weit über Berg und Tal, über
Wald und See. und schwanken sich doch immer
wieder zurück nach dem stillen Mönchsbügel und
spannen sich da um ein trotziges Gesicht und um
zwei tiefe, stille Augen.
Sie hatte Rolf Cresnfen seit jenem Abend
draußen im Walde nicht wiedergesehen. Eine unbestimmte
Smeu war stärker gewesen als ihre
Sehnsucht und hatte sie davon abgehalten, wieder
mit ihm zusanlmen,zutresf«n.
Ilird dann war er fortaereift. Bon ihrem
Kämmerchen au« hast' sie ihn am letzten Abend
deiner Ferien unter der hoben Linde in ihrem
Garten stehen sehen: aber sie hatte sich hinter den
Gardinen verborgen gehalten, und erst, als kein
Tritt in den Straßen verhallend verklang, hatte
Kiel: Lehrer M. Kuckei, Suxdorf: Prof. Dr. Laaşfer,
Hamburg: Prof. Dr. Mensing, Kiel; Lehrer
H. Ruhe, Altona: Geh. Reg.-Rat Dr- Runkel,
Schleswig; Organist W. Stahl, Lübeck: P. Wriede,
Hamburg: Lehrer Fr. Baß. Hamburg.
ZtzchsE. 18. Dez. Di« Einstellung Ut EasKe.
ferung mußt« hier infolge Kohlennmngels ab 18
Dezember erfolgen.
8 Westhslstei«, 17. Dez. Berbaftum, «on -1
ĢchasdîeLeņ. Vier Echaşdieàe, di« dem Schäfereibesitzer
Haack m der Amgegend von Wesselburen
Schafe abgeschlachtet hatten und Fleisch mit sich im
Rucksack führten, wurden in Heide aus dem Zuge
lMraus verhaftet; drei stammen aus Hamburg, der
vierte aus St. Michaelisdonn. — Sieben Schaft
gestohlen wurden dem Schäfereibefitzer Meier im
Wilhelmskosg. Die Täter sind entkommen.
□ T t-nLM. 18. Dez. Ei« Stier für 28 NK
Mk. Die Stierhaltusigsgenesfenschast Tiebenfee bei
Heide taufte von dem Hofbesitzer Wilh. Schmidt
hier einen 8 Monat« alten Vsllblub-Shsrthornftier
für 28 000 Mk.
Ş Tönning, 15. Dez. Tafelobst NUS ŞļràuŞ
laà Der Hiesige Magistrat, hat aus Süddeutschland
300 Zentner Tafelobst bezogen, das zu Tagespreisen
an die städtischem Einwohner abgegeben
wird. • ■ ■ ■ . - M.
Leck, 17, Dez. Boêkàņģ de« Nefchung. Drei
Mitglieder der internationalen Kommission, die
hier wellten, «erhandelten über die Unterbringung
der für den Ort strstimmten Besätzungstruppen Und
erklärten sich mit der Unterbringung in der „Tonhalle"
einverstanden. Der Ort erhält eine französische
Besatzung m Stärke van. 2 Offizieren und
86 Mann.
Apenrà, 16. Dez. Lohnfordevungen, Di«
Arbeiter der städtischen Werke, di« kürzlich eine
bedeutende Teuerungszulage erhielten, haben fetzt
eine Erhöhung ihres Stundenlohnes um SO Prozent
beantragt.
Ss»d:àrg, 18. Dez. Stockung in der Getreidäfernng.
— Zwangsdrusch, Das Kreiswkrtfchastsamt
verfügt nur nach über Brstkorn für 2
bis 3 Tage. ^ Den säumigen Landwirten ist angedroht
worden, daß Dreschkslonnen entsandt ŗrden,
deren Kosten von den Landwirten getragen »eiben
müssen.
Sanderüurg. 18. Dez. 468 90ß Rollen Kautabak
wurden in Düppel beschlagnahmt, die unter
Umgehung der Zollgrenze eingeführt waren. Der
Schieber, ein Kaufmann aps Kolding, wurde dem
Amtsgericht-gefängnis zugeführt,
■ □ Kiel, 18. Dez. Die ständige Steigerung der
kommunale.« Laste« geht wieder aus einigen Beschlüssen
der Kieler städtischen. Kollegien hervor.
Sie beschlossen mit Rücksicht auf die Steigerung
der Kühlenpreise ung der Gehälter und Arbeitslöhne
eine Erböhung der Preise Mr Gas. Wasser
und Elektrizität. FĢsèşitzt wurden danach die
Grundpreise Mr Gas, Strom und Wasser um 8 ^
höher Mr die Kilowattstunde bezw. den Kubikmeter,
als nach der letzten Preiserhöhung. Die
beantragte rückwirkende Kraft «nt t, Dezember
wurde jedoch abgelehnt und.als Termin Mr die
Aaàrung der 1, Januar 1920 festgesetzt. Ferner
wurde die Erhöhung der Gebühren Mr die Abfuhr
der Fäkalien, di« Müllverbrennung, die Leerung
der Schlammkisten usw. um 100 Prozent beschlossen.
Obgleich bei Ausstellung des Voranschlags
schon mit einem Fehlbetrag von 138 600 JL .gerechnet
worden war und sich ein weiterer Unterschuß
«an ebenfalls 185 000 ,M ergeben hat.
wird auch bei Verdoppelung der Gebühren sich noch
sin F^hlbetraa von rund 20 060 Zt ergeben.,
Ş Kiek, 18. Dez, De« Kieker Stodtrollegren
lag als DrìngliŞitsantrag eine neue Foàrung
auf Erhöhung des Tarifs für die Benutzung der
elektrischen Straßenbahn vor. Nachdem in kurzer
Zeit die Erhöhung von 10 auf 18 und dann au?
sie das Fenster geöffnet und mit feynsüchtiM«. Urrgen
die stille Gasse entlang geblickt.
Ernmal war ei« Brief von ihm gekommen.
Ihr Vater hatte ihn dem Postboten abgenommen
und ibr gebracht.
„Von wem ist der Brief, Ebba.?^. hatte er
sie ernst gefragt. • ä
Da war sie blutrot geworden und hatte sich
in ihrer 'Verlegenheit zum Fenster hinausgebrugt.
„Ebba, du hast dach keine Geheimnisse vor
mir? Ich hab es nicht gern, daß du Briefe bekommst
und schreibst, von denen ich nichts weiß."
Roch vor seimn Augen hatte st« den Berief
zerrissen, trotzdem ste wußte, daß er von Ralf war,
und batte ihm nicht geantwortet.
Aber jeden Tag mußte sie daran demken, und
auch heute floate fl-e sich immer wieder, was wähl
in dem Brief gestanden habe. Hätte sie ihn doch
nur gelesen.
Run war es zu spat, und nun war wohl alles
aus. Ja, sollte es wohl aus fein? Sollte wirklich
alles vorbei sein? Vorbei und vergessen?
Sw still vor sich hin, und ihr Lächeln
war voll Glück.
Daß sie schön sei, hatte er ihr gesägt, damals,
droben auf dem Mönchsbügel. War sie wirklich
f#ï«? S^» *"ftte es wohl gemerkt, daß die jungen
Burschen ihr auf der Strasse nachguckten und bst
ihren Weg kreuzten: ohe» sie hatte sich nie etwas
daraus gemaà. Mas kümmerten sie die Rarbyer
Burschen? Was machte sie sich aus ihnen?
Aber daß Rolf Steensen sie sä lieb aķeschaut und
sie sch"n aenannt. das macht« ibr Freude.
Mit einem seligen Lächeln stellte sie sich vor
den Spiegel und betrachtete sich. Ihre Hände nestelten
an ihrem Haar und lösten es, daß es wie
«in Seidenmantel an ihr niederbing. Dann, fing
sie an, leise zu singen und mit gleitenden Schritwird
jetzt eine weitere Erhöhung sän 10 Pfģ, şir
jeden Fahrschein und von 80 Prozent Mr àmde»-fahrscheme
verlangt. Der Magistrat empfiehlt t\?
nen Tarif von 5 Pfg- bezw. 25 Prozent Erhöhung,,
welchem.Vorschlag zugestimmt wurde. Der Arstà
terrat hat auf eine werter« Kontrolle der ßAä
sche« Verwaltung verzichtet. Die bis jetzt «ļtfdM'
denen Kosten von 30 700 Mark werden bewilligt.
Dem Ankauf rwn Heizstoffen im Werte «on 2 00 000
JL für die städtisches! Ģeàde mußte nachirLgMr
zügestimmt werden.
X ReAmSustsr. 18. Dsz. VeeauA Mürben 8»
zwei jugendliche« Burschen aus einer Fabrik, «
der sie beschäftig! waren, Ziegenlederfell« im Wert«
von 2400 JL Das Leder haben di« Diebe für 2,56
bis § JL pro Fell an eine« Gastwirts Vertreter oevkauft.
— KŞtzļkn haben zwei Gerbereiarbeiter in
einer hņftgen Fabrik des nachts mehrere Balle«
Leder.' Dieses wurde nach auswärts serkdvst
Diebe und Hehler find ermittelt und zun, teil bereits
verhaftet. — Heimlich LeyeitegeWoM har di«
Ehefrau Wagner aus dem Restaurant r«m Wadb
theater, wo ste beschäftigt wurde. Mr I860 'S.
Wäsche. Außerdem stahl die Frau Ķ S in bar.
Diese Diebin ist ebenfalls verhaftet. — Zur Ke»
richtuuz einer Einwohnerweyr hat das hiefige Ge
werkfchaftsîartèll keine Zustimmung gegeben. —
Tingebroche« wurde des nachts bei Einem Strick-,
warenfabrikanten. Die Diebe find von einem Fem
.ster aus in die Fabrik êmgedrungr» und haben
dort 1800 bis 2000 Paar Strümpfe im Kersteblungswerle
von mindestens ILM M gestohlen. Die
Diebe sind unbemerkt entkommen.
A Reumünster, 18. Dez. Emnstchener strSflinK.
Am Mittwoch nachmittag ist der Infsss« des
hiesigen Zentralgefängnisses Hermann BuddiG 'ge.-boren
zu Rüdelsdsrf, mn der Autzemirdeft «ntfprungen.
Ş Kreis Rendsburg, 18. Dez. Erhöhung der
BufbttvahruugsMbLhe für Kartoşieln. Die Reichs«
kartoffelstelle gibt bekannt: Mit Wirkung vom 15,
Dezember b, Js. tritt mit Genehmigung des Reichs«
wiŗtfchaftsminîsteriums «in« Aufbewahr ungsge^
bühr von 2.75 JL pro Zentner in Kraft. Die auf
Grund der Bestimmungen bar Reichskartsffelstell«
vom 4. Dezember d. I. fällt fort. Hiernach darf
laut Anordnung des Kreisausschusses bei Liefe»
rung von jetzt "ab die Cchnelligkeitsprämie nicht
mehr, erhoben werden, dagegen erhöht sich in Abänderung
des 8 10 der Anordnung des Kņîsaus^
fchusses vom 28- d. I. dis Einmietungsgebühr auf
2.75 Mark.
Ksrtoxf. 18. Dez. Die Kosten de« Wegebaues
ReumLnster-Zerenstedt betragen 4 800 000 M. Van
den auf die Gemeinden fallenden Anteil kommen
auf Notorf 106 000 Mk.. wovon der Zuschuß, den
di« Gemeià erhält, in Höhe von 78008 Mk. abzuziehen
ist, so daß also von der Gemeinde 30600
Mark, aufzubringen sind.
8 Bargstedt, 18. Dez. KàgeŗgedâchMisMNb
In unserem Orte beabsichtigt man. auf dem alten
Spielplatz mitten im Dorfe ein Kriegergedächtnismal
zu errichten. Hufner Johann Pohl« hat einen
großen Findling, welcher m einer Vertiefung seines
Gehölzes liegt, der Gemeinde für. diesen Zweck zur
Verfügung gestellt. Der Stein wiegt ungefähr
860. Zentner und ist fast doppelt so groß gewesen.
Mehrmals hat der Steinhauer Teil« von ihm ah.
gespalten und zu Treppenstufen »erarbeitet. Wenn
die Hebung und der Transport des.Granitbleckes
gelingen sollte, würde die Gemeinde Bargstedt -siâr
ein würdiges Erinnerungszeichen an ihre i« Weltkriege
gefallenen Söhne schaffen.
□ Tetenhusen, 18. Dez. Goldene Hachzeik à-'
gehen am 26. Dezember Detlef M a m m und Frau.
, U-Düdelsdsrf. 18. Dez. Geschüftskauf. Die
frühere Asdestfabrik in der Hollingftraßc. welche
vom Wagenbauer Krall gemietet war. ist d«rchs
Kauf in dessen Besitz übergegangen. K. hat dort
eine Säserei mit màģer Tsschlerei einaerichtetz
ten zu tanzen, immer die Augen auf den Spiegel
gerichtet und ihr vorüberfchwebendes Spiegelbild
mit leuchtenden Blicken und fröhlichem Kopf»
nicken girutzeà
„Du bist ja ein nettes Kmd^, poltert« Tante
Silla in ihre fröhliche Seligkeit hinein, „statt mir
in der Küche zu helfen, Mhrst du hier am Hellen
Tage Tanze auf. Wie eine richtige Tänzerin!^
Erschreckt steckte Ebba ihr Haar wieder aas,
aber das Leuchten blieb m ihren Augen, als st« vor
ihrer scheltenden Tante stand, di« beide Hände in
dm Seite gestemmt hatt« und wie das Blinkfeuer
draußen hochrot und glühend vor ihr stand.
„Das sollte Baker nur sehen!" voltert» sie
roerter. - ^ .
Sie sagt« immer Bat«., wķ De m« ihrem
Bruder W Ebba, sprach.
L: „Vater?"
Ebba, lachte laut auf, umfaßte die Taà und
suchte, sie im Kreise herumzuschwenken.
„Ja, Tante Silla, hast du den« eS$ junges
Ding nie getanzt?"
..Wenn ich zu tun hatte, nie. Aber ihr jungen
Mädchen leid beute anders als mir d»««ls waren
(Fortsetzung folgt.t
MWtii und Verlag von Heinîêch MöNer
Löhne. Rendsburg, MSHlenstrê Rŗ. 18. —
Keķchäftļîche Leitung und se-rantworilich föe Anzeige«
Rud. Möller. -- Aaupiichriftleitung und ««randwörtlich
iür den polWàr Teil Ferd. Möller, für
den provinziellen, örtlichen und allgemeine« Teil
Aval» Eregori, für den îandwirifchaftlîcht« TÄ
W. Behren«, alle in Rendsburg,
Es wird keine Gewähr dsMr übernehmen, dssi
Anzeigen oder ReNamen in bestimmten Ausgaben, an
der gewünschten Tielle oder —- bei irgendwelchen Ste*
triebstzinderunMn — überhaupt auigenomņr« werde«.
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