Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

1. jede GeschäftsschädiMNg der Antragstellerin da 
durch zu unterlassen, daß sie die Behauptungen auf 
stellt,, die Antragstellerin sei ein Schwiàtunter- 
nehmen, 
2. jedes Einfordern von Schriftstücken, die zwischen 
ihr und ihren Abonnenten getauscht worden sind, 
zu unterlassen bei Vermeidung einer vom Gericht 
festzusetzenden fiskalischen Geld- oder Hyftstrafe, 
3. zu unterlassen, die Behauptungen auszustellen 
unerlaubte Ver- 
schast im Wirtschafts-Enquete-Ausschutz" scharfe % iV 
til an der Zusammensetzung dieses Ausschusses. 
Ich möchte zunächst richtig stellen, dag der von Ķ 
neu erwähnte Dr. Bade, der nach dem Artikel als ei»' 
ziger Landwirt ordentliches Ausschuhmitglied und A»' 
gehöriger der sozialdemokratischen Reichstagsfraktio» 
sein soll, meines Wissens nicht Landwirt und 
stimmt nicht Mitglied des Reichstages ist. 
Im übrigen möchte ich zur Aufklärung folgen^ 
sagen. Der Ausschuß soll die gesamte Wirtschaft 
tage untersuchen und hat weitgehendste DefugnĢ 
Seine Arbeiten werden sich nach den vorliegen^ 
Programmen, auf eine sehr lange Zeit, wahrscheişş 
1—2 Jahre erstrecken. — Schon aus diesem Eru«^ 
konnten bei den vom Reichstag zu ernennenden ®'‘ 1 ' 
gliedern eigentlich nur solche in Frag« kommen, die i* 
Berlin ansässig sind und somit ständig an den Sitzung^ 
teilnehmen können. Was insbesondere die von 
Fraktion der Deutschen Dolkspartei ernannten 
glieder angeht, so möchte ich hervorheben, daß die 
legen v. Raumer als ordentliches Mitglied und 
als Stellvertreter auf meinen Vorschlag gewäh^ 
sino. — v. Raumer kennt als früherer Landrat 
jetziges Mitglied des handelspolitischen Ausschusses, 
dem im Reichstag die ganze Zolloorlage behandelt ist, 
die Nöte und Wünsche der Landwirtschaft sehr gend^ 
und ist immer warm für ihre Interessen eingetreten 
Deshalb habe ich gerade ihn in Vorschlag gebracht »»& 
erreicht, daß der Landwirt Hepp zum Stellvertreter 
gewählt ist. 
Ich glaube somit, daß die Landwirtschaft mit b«» 
von der Deutschen Volkspartei ernannten Mitglieder» 
durchaus zufrieden sein kann. 
Auf die Wahl der von den anderen Fraktionen & 
nannten Mitglieder habe ich selbstverständlich keine» 
Einfluß. Hochachtungsvoll 
!.■_ E. Hamkens, M. d. R. 
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Die Spekulation soll ebenfalls bereits dabei fein, 
die beabsichtigte Zollerhöhung für sich nutzbar zu ma 
chen, die Landwirtschaft und die Verbraucher werden 
ihr den Tribut zahlen müssen. In weiten Schweine 
mastkreisen herrscht lebhafte Err ng, weil sich schon 
jetzt die ersten Zeichen der beginne,.oen Dörfenmanöver 
bemerkbar machen. Gegen diese schwere Beunruhigung 
der deutschen Schweinemast muß auf das Entschiedenste 
Front gemacht werden, gerade auch aus den, Kreisen 
der Verbraucher. Auch der kleinste Schweinemäster 
wird betroffeu. Es ist einfach als unerhört zu bezeich 
nen, ohne Befragung der interessierten großen Ver 
bände der Erzeuger und Verbraucher diese Maßnahmen 
einzuleiten. Hofsentlich wird man in Berlin den Mut 
haben, diesen Börsenspekulanten einmal kräftig auf die 
Finger zu klopfem. Oder haben diese Spekulanten ihre 
Horcher in der Wilhelmstraße? Dann um so schlimmer! 
Jedenfalls hat die schleswig-holsteinische Landwirt 
schaft wohl Grund, ganz besonders auf der Hut zu sein, 
und den landwirtschaftlichen Vertretern in Berlin er 
wächst die Pflicht, die Maßnahmen der Regierung, die 
sich besonders ungünstig für unsere Provinz auswirken 
müssen, so zu gestalten, daß die bestehende Zollregelung 
für Gerste nicht einseitig zugunsten besonderer Inter 
essentenkreise und der Börsenspekulation geändert wird. 
a) daß sie — Antragstellerin - 
sichern ugsgeschäfte betreibt, 
b) daß die von ihr herausgegebene Zeitung 
„Landwirtschaftliche Wochenschrift der Deut 
schen Viehbesitzer" wertlos und nur zur Ver 
schleierung des unerlaubten Verficherungsge- 
fchäfics dient, 
c) daß Entschädigungen 
nur in den seltensten 
Fällen gezahlt werden, 
d) daß die Antragsteller in auf Schädigung der 
Landbevölkerung ausgeht, 
4. Aufforderungen in öffentlichen Blättern oder durch 
Rundfchreibew^ur Beibringung zu unterlassen. 
8. die Kosten de? Verfahrens den Antragsgegnern 
aufzuerlegen. 
Die Allgemeine Zeitschriften-Berlagsaktiengefell- 
fckaft ist durch Urteil vom 19. März 1926 mit der Klage 
abgewiesen worden. Es heißt in dem Urteil u. a.: 
„Die Antragsgegner haben ferner glaubhaft ge 
macht, daß die maßgebenden FüHministerien des Reichs 
und Preußens sich entschieden gegen den Abschluß der 
artiger Viehverficherungen im allgemeinen gewandt 
haben, weil die Belange der Versicherungsnehmer nicht 
genügend gewahrt seien. Schließlich ergibt sich aus 
einigen der Antragsgegnerin von Abonnenten der An 
tragstellerin zugegangenen Schreiben, daß sich diese 
durch di« Antragstellerin benachteiligt fühlten. Hier 
nach kann es der Antragsgegnerin nicht als Verschul 
den angerechnet werden, daß sie die Landwirte vor 
Schaden zu bewahren suchte, daß sie offensichtlich gegen 
die Antragstellerin vorging, daß sie sich Material ver 
schaffte, um vor dem Unternehmen der Antragstellerin 
wirksam warnen zu können." 
Diese Meldung ist geeignet, die größte Beunruhi 
gung und Sorge in die schleswig-holsteinische Land 
wirtschaft, besonders den Klein- und Mittelbesitz, zu 
tragen, würden doch, wenn die Meldung von der Re 
gierung bestätigt wird, die Grundlagen vieler bäuer 
licher Wirtschaften aufs neue stark erschüttert werden. 
Die Berechnungen und Detriebumstellungen sind eben 
erst nach den Zollsätzen von 1925 erfolgt, da soll jetzt 
wieder eine Neuregelung Platz Meisen, die sicherlich 
gerade der schleswig-holstefnischen Landwirtschaft teuer 
zu stehen kommen dürfte. 
Es wird nach den Verlautbarungen an der Ham 
burger Börse ein gleichmäßiger Zoll für Gerste ange 
strebt. Der bisherige Zollsatz für Futtergerste betrug 
IM M, der für Braugerste SM M je 100 Kg., die Un 
gleichung würd« also den Zoll für Futtergerste um 
2 M je 100 Kg. erhöhen. Was das heißt und wie sich 
das praktisch auswirkt, zeigt am besten die Tatsache, 
daß bei einer Mastquote von 10 Ztr. je Schwein sich 
die Kosten für die Mast eines jeden Schweines um 
10 M erhöhen würden. Auf die Auswirkung dieser 
Kostcuerhohung in dem Kampf gegen die Auslands 
konkurrenz braucht kaum hingewiesen zu werden, denn 
das Ausland vollzieht feine Fleifcherzeugung bereits 
jetzt unter viel günstigeren Bedingungen als Deutsch 
land. Auch die Wirkung auf die Preisgestaltung für 
die Konsumenten läßt die große Wichtigkeit dieser 
Frage für die nicht landwirtschaftlichen Bevölkerungs 
kieise erkennen. 
Wie wir erfahren, haben sich bereits landwirtschaft 
liche Organisationen mit einem Protesttelegramm an 
den Reichskanzler und den Reichsernährungsminister 
gewandt, das folgenden Wortlaut hat: 
„An Hamburger Börse verlautet, daß Gerstenzoll- 
differenzierung am 1. August 1926 aufhört. Wir pro 
testieren aus Gründen der Volksernährung und im 
Interesse des wirtschaftlich notwendigen Aufbaus der 
Schweinemast gegen solche Maßnahme. Spekulation 
heute schon erkennbar." 
Rleîne Mitteilungen. 
Die Jungbaiiernschaft „Amtsbezirk Talk" 
richtete vor einiger Zeit eine Bücherei ein. In k»E 
Zeit hat sich schon ein umfangreicher und guter Best»», 
angesammelt. Beton! mag werden, daß die Benutz»»? 
der Bücher allen Landbewohnern im Amte Toll 0* 
steht. ^ 
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Die deutsche Landwirtschaft im 
Wirtschafts-Cnquete-Ausschu^. 
Der Reichstagsabgeordnete Hamkens-Hanredder 
stellt uns zu diesem Aufsatz die folgenden Ausführun 
gen zur Verfügung: da unser Gewährsmann zurzeit 
nicht erreichbar ist, behalten wir uns vor, dessen Er 
widerung später zu bringen. 
In Nr. 80 Ihrer geschätzten Zeitung üben Ei« in 
einem Artikel, überschrieben „Die Deutsche Landwirt» 
Fragekasten des Steuerdirros. 
Sb klimm nullii liiMilii HnnlBiS fl> likrtltlttmi nt fl« fnl(««ttifn»i 
hijM «I«« UiMiiuttli nrtii lilkl kirtiksliktlil list iM «ir uf I»»k iitfll'“ 1 “ 
P. J. in Vrokstedt. Es kommt auf den Inhalt 
Vereinbarung an. Wenn Sie abgemacht haben, o 
für 1925 nichts zu zahlen ist. können Sie keine V>n! 
verlangen, andernfalls evtl, die gesetzlichen. 
E. S. in E. Die Anleihen werden mit 2Y 
auiaewertet. ähnlich wie die Anleihen des Reiches 
artigen sogenannten Abonnentenversicherungen, falls 
der Versicherungsschutz nicht durch eine unter staatlicheî 
Aufsicht stehende VersicherungSgesellfchaft gewährt wird. 
Daher hat die Allgemeine Zehtschriften-Verlagsaktien- 
gesellschaft in Berlin gegen die Bereinigung der deut 
schen Bauernvereine vor dem Landgericht 1 in Berlin 
geklagt mit dem Antrag, der Vereinigung' zu gebieten. 
Gin Urteil gegen unerlaubte 
Abonnentenverftchernngen. 
Man hört immer wieder davon, daß aus dem 
Lande Agenten «Meinen, die den Landwirten Zeit 
schriften empfehlen, mit deren Bezug eine Viehversiche 
rung oder dergleichen verbunden sein soll. Die Ver- 
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einigung der deutschen Dauernverein« warnt vor der- 
„Was denn?! — Ich denke, du weißt alles/- 
„Nichts hab' ich gewußt! — Aber soll ich dm 
unterbrechen, wenn du-mir so treu und brav all» 
erzählst?!" 
„Bin ich ein Hornochse!" Voller Wut f/P» 
Kurtchen sich vor di« Stirn. ,t 
„Aus angeborener Höflichkeit widerspreche > 
nicht, aber tu' mir die eine Liebe an. mein E»t ' 
und erzähle Daisy nicht diese Räubergeschuhdp 
sonst haben wir denselben Salat wieder wie 
der Herfahrt." 
„O ich Esel! Erzähle ich dir selbst die an I' 
harmlose Sache " 
„Halt, Kurtchen. wenn du küßtest, ist die 
meist nicht so harmlos. Denn du bist in diesen, ^ 
ja auch in anderen Dingen, sehr gründlich, 
das ist lobenswert, mein Sohn!" , „ u ļ 
Roy klopfte dem völlig geschlagenen n 
die Schulter und lachte, daß ihm die hellen Tl« . 
in den Augen standen. Doch Kurt sah ihn inü» 
zweifelnd an, als wenn er ihm nicht so recht tt» 
»Wenn ich nur wüßte, wie wett man dir t» 
en könnte!" . - 
„Kurtchen, söi ohne Sorgen, ich tu' dir n!4 
denn im Laufe der Zeit habe ich mich davon şş 
zeugt, daß du Daisy nicht ernstlich betrügst, dag^ 
die kleinen Liebeleien aber sehr nötig zur Ecv 
tung deiner guten Laune brauchst. Es geschişş^ 
Daisn ganz recht! Warum geht sie immer 
schlafen? Man läßt so einen hübschen Kerl 
dich nicht zu nachtschlafender Zeit muttersee^^ 
allein an Bord. Dann muß sich ja der kleine 
nach einer lieben Tante umsehen, die ihm 1* 
Angst vertreibt. Hab' ich recht?" 
„Ja, aber ein Schelm bist du doch, 
trau' der Teufel!" Kurtchen war aber doch 
zeugt, daß Roy ihm keine Schwierigkeiten 
würde, und atmete entschieden ein wenig le> ^ 
nachdem ihn Roy verlassen hatte. Und fest 
er sich vor, nun aber auch gang bestimmt ’ļ 
Liebelei mehr anzufangen, bis — zum näķ",jstl> 
Max hatte indessen mit Robert und 
alle die noch nicht geklärten Geheimnisse und ^ 
schenfälle besprochen, hatte ihm von- dem 
chen seiner Stiefmutter gesagt und ihm 
Selbstmord berichtet. Da ja nun alles aus ^ 
Welt geschafft war, was ihm und seinem ^ 
hätte schaden können, so faßte Robert all di» 
nicht mehr so schwer auf uird kam bald da , 
hinweg. 
* * * ,, 
> .fļ! 
Als die „Oceana" in Hamburg einlief, 
sie zwei Brautpaare, einen mit schlechtem w ^ 
behafteten Kapitän, dessen seines Besitzes » ^ 
ner unwandelbaren Treue sichere Gattin, 
Schwiegervater des Schreibmaschinenm > 
schahs und den über den Wassern schweben^. - 
an Bord. Und die „Oceana" seufzte erleichre 
als sie all den schweren Ballast los war. 
: : S i —, Endo, —s 
gewonnen, die ich kenne. Fidel, klug, hübsch, für 
jede Dummheit zu haben, mit einem Wort, beide 
sind prächtige Kerls! Ein größeres Lob kann ich 
als Amerikaner nicht aussprechen." 
Herzlich schüttelte Roy ihm die Hände und 
ging dann zu seinem Schwager, der ihm so merk 
würdig geistesabwesend erschien seit der Abfahrt 
von Bombay. ‘ 
Kurtchen, der vielgeplagte, saß in seiner Ka 
bine und wurde geplagt, und zwar vom schlechten 
Gewissen, denn Kurtchen hatte sä)on wieder ein 
mal sein leicht entflammtes Herz verloren an eine 
niedliche, kleine Engländerin, die unter der Obhut 
einer fast tauben, alten Dame nach der Heimat 
zurückfuhr. 
Diese zierliche, kleine Engländerin hatte alle 
guten Vorsätze Kurtchens zunichte gemacht. Kurt 
chen hatte es sich doch fest vorgenommen, auf dieser 
Fahrt, da seine Frau und, was noch schlimmer war, 
sein Schwager an Bord war, mit niemand anzu 
bändeln., Dahin waren alle guten Vorsätze, Kurt 
chen war ein großer Sünder vor dem Herrn und 
betete zu seinem Eott, daß — sein Schwager von 
seinem kleinen Sündenfall nichts merken möge. 
Aber solche Gebete erhörte der liebe Eott aus 
Grundsatz nicht! 
Kaum betrat Roy die Kabine des Schwagers, 
so hatte er den Braten schon gerochen. Aoer «r 
merkte Kurtchens schlechtes Gewissen. Und des 
freute sich Roy, und sein Herz war voller Jubel. 
„Kurtchen, mein Eoldsöhnchen, wie geht es 
dir?" fragte er ganz lieb und freundlich.^ 
„O danke, blendend, alter Junge," 'erwiderte 
Kurtchen. völlige Weltzufrisdenheit heuchelà 
„Sooo?! — Das wundert mich?!" 
Ullnd wieso?!" Kurtchen hatte ein 'Unbehag 
liches Gefühl und kaute an seinen Worten, als 
wären sie von Gummi. 
„Na, weil mir doch ein VLglein erzählt hat, 
daß deine Seele voll finsterer Qualen des schlechten 
Gewissens sei." 
„Der Teufel soll dein verfl —" 
„Sag' ruhig „verflucht", wenn dir so flucherig 
ums Herz ist!" 
„Der Teufel soll dein verfluchtes VLglein ho 
len! Welche blöde Eans von einer Klatschbase hat 
dir denn nun schon wieder die Sache hinterbracht?" 
„Die Sache?!" 
„Na ja ,tu' nur nicht so, als ob du nicht schon 
wieder ganz genau Bescheid wüßtest." 
„Fragt sich nur, was ich weiß, mein Guter!" 
Roy wippte auf seinen Zehenspitzen vor Vergnü 
gen. 
„Zum Donnerwetter noch einmal, ist es denn 
ein Verbrechen, wenn man ein hübsches Mädel mal 
küßt, wenn man mit ihr getanzt hat und dann so 
einen netten, kleinen Mondbummel macht?!" 
„Nee, ein Verbrechen ist das nicht, aber blöd 
bist du, daß du mir das alles so treu und brav auf 
die Nase bindest?!" lachte Roy ihi« iss Gesicht. 
Roy nicht in seinen Plänen zu stören." Maria 
schmiegte sich an ihn an, und die überstandene 
Angst ließ sie noch jetzt erzittern, so daß er seinen 
Arm fest um sie schlang und ihr leise die feuchten 
Augen küßte. 
„Liebste, nun ist es ja vorbei! Der gute Roy 
hat mich ja gefunden, ehe mir ernstlich etwas ge 
schehen war." » 
„Du, seitdem lieb' ich den Jungen noch mehr. 
Ich hatte ihn wegen seines goldenen Humors ja 
schon lange in mein Herz geschlossen, aber jetzt 
bringt ihn keine Macht der Welt mehr heraus." 
„Wenn ich noch genügend Platz darin habe, 
will ich es mal gnädig gestatten. Aber wenn mir 
der Platz zu enge wird, muß er raus, der Mister 
Harrison!" ' : : rati ,« 
„Für dich bleibt schon genug übrig." ! 
„So? Na, dar ist immerhin tröstlich." 
Und wieder kam, eine Kußreihe, deren Ende 
wir nicht abwarten können, denn es eilt, daß wir 
zum Schluß kommen, damit sich Christa Hartungs 
Ehinareise in Wohlgefallen auflösen kann. 
Amor aus Schleichwegen. 
Ein heiterer Roman von Friede B i r k n e r. 
öl) Nachdruck verboten. 
Und Maria äußerte sich. 
Sie hatte ein ganz heißes Köpfchen bekommen 
und war entschieden ein wenig verlegen. 
Und das fand Max nun hingegen wieder so 
süß, daß er sie einfach wieder bei dem Kopf nahm 
und das alte Spiel von vorn beginnen wollte. Doch 
da legte Maria ein Verbot ein. 
„Nein, bitte nicht, wir müssen doch erst einmal 
ein Wort reden!" 
„So, — müssen wir!? — Worüber müssen wir 
denn reden?" 
„Sie — oder nein, — du hast noch gar nichts 
gesagt, was Sie nun —“ 
„Was du nun," verbesserte Max sie ganz 
ruhig. 
„Was du nun tun willst." 
„Womit?" , 
„Mit mir — mit dir!" 
„Mit dir? — Dich werfe ich gleich in das 
Meer, wenn du noch nicht weißt, was ich will, und 
mit mir? — Ich heirate dich!?" 
„Ehe du mich ins Meer geworfen hast, oder 
nachher?!" Ueber Marias sonst so ernstes Eesick)t 
zag ein lustiges Lächeln, und das fand Max wieder 
so reizend, daß er unbedingt erst wieder einmal 
küssen mußte, ehe er weitersprach. 
„Sag' mal, Maria, laß jetzt die Fragen und 
sag' mir lieber, wie lange du mich schon liebst." 
„Hab' ich es dir denn überhaupt schon ge 
sagt?" 
„Ei, Dame Holm, Sie sind mir ja eine schöne! 
— Lassen Sie sich etwa von Männern küssen, die 
Sie nicht lieben?" 
„Dann muß Dame Holm also Farbe beken 
nen?" 
»Muß!" 
„Ich liebe dich schon seit den ersten Tagen un 
serer Bekannlschaft. Aber da ich dich doch für den 
'reichen Stahlkönig hielt und ich nur so eine arme 
Sprachlehrerin bin, so hab' ich mich imsiler gegen 
diese Liebe gewehrt, bis sie an dem Tag/, da du in 
die Gewalt der Chinesen gekommen warst, mir mit 
aller Gewalt über dem Kopf zusammenschlug." 
„Maria, liebe, gute Maria, ist es mir denn 
anders gegangen? Und wie gern hätte ich ge 
sprochen, als ich erfuhr, daß du nicht die Tochter 
Werner Hartungs warst, wie gern hätte ich dir da 
gesägt: „Meine Gnädigste, Sie haben nichts, ich 
habe nichts, also steht dem nichts im Wege, daß wir 
diese beiden Nichihaben zusammenlegen." Aber 
ich konnte doch nicht sprechen. Also hast du damals 
Angst und Sorge um mich gehabt, du Liebe?" 
O, Max, von den Stunden der namenlosen 
Qual kannst du dir gar keinen Begriff machen! Die 
.ganze Stadt hätte ich am liebsten nach dir durch 
sucht unÄ mußte doK geduldig daheimbleiben, um 
Am nächsten Tage erhielt Max von dem Pro 
kuristen der Stahlwerke ein Funkentelegramm fol 
genden Inhalts: 
„Frau Liane Bredow hat sich bei der Verhaf 
tung drs Chinesen Kin Lung erschossen, Beweg 
grund unbekannt. Kin Lung im Untersuchungs 
gefängnis bis zu Ihrer Ankunft." 
Erschüttert gab Max das Telegramm Roy zu 
lesen. 
„Ist das nicht furchtbar?" 
„Ich kann es nicht so furchtbar finden, Rex! 
Es ist das Vernünftigste, was die Frau tun konnte. 
Und Sie sind der ilnannehmlichkeit enthoben, ei 
nen Familienprozcß anstrengen zu müssen, der doch 
für Bredow mehr als peinlich gewesen wäre. Aber 
nun glaube ich. können Sie Bredow über alles rei 
nen Wein einschenken, denn nun ist doch der gan 
zen Sache der Hauptstachel genommen. Und die 
Verhandlungen über den Chinesen würden Vre- 
dow doch die ganze Sachlage erklären." 
„Ich werde ihn gleich über alles aufklären. — 
Wissen Sie überhaupt, daß er sich gestern abend 
noch verlobt hatte?" 
„Ich bin doch von klugen Eltern, mein Lieber, 
und höre das Gras wachsen." 
„So? Ueber eine andere Verlobung an Bord 
wissen Sie noch nicht?" 
„Ausgeschlossen, wo werde ich wissen, daß Sie 
sich gestern abend mit Maria verlobt haben, da 
kommt ja kein Mensch aus den Gedanken!" 
„Das wissen Sie auch schon wieder?" 
„Mein Euter, wenn Sie Roy Harrison für 
dumm halten wollen, so müssen Sie früher auf 
stehen. Der Bursche weiß alles! Aber meinen 
allerherzlichsten Glückwunsch! Sie und der Schreib- 
maschinenmaharadscha haben die nettesten Mädels
	        
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