Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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Rendsburg, den IS. April 1926. 
, Die Reichsgesundheitswoche. 
Das Programm für die vom 18. bis 25. April 
natylndende Reichsgesundheitswoche ist von den: 
rbereitenden Ausschuß nunmehr im großen und 
»°uzen endgültig festgelegt worden. Die Reichs- 
»ssundheitswoche ist dazu bestimmt, die durch die 
Folgeerscheinungen der Kriegs- und Nachkriegszeit 
A ^ŗgrabene Volksgefundheit wieder zu heben und 
Aufklärungen über Krankheiten und ihre Beseiti 
gung bezw, Wege zur Vorbeugung von sachkundi- 
»er Seite zu verbreiten. 
5, 2m Kreise Rendsburg sind bisher folgende 
Veranstaltungen festgelegt worden: 
, Sonntag. den 18. April; 
dn Nortorf: Spiel- und Sportveranstaltungen. 
^ Hohenwcst-dt: von 2 Uhr ab auf dem Sport 
platz sportliche Veranstaltungen der Turn- und 
' Sportvereine. 
vft Zancrau-Hadcmarschen: Lichtbilder-Vortrag 
Dr. Jebens über „Körperkultur der Frau, 
Säuglingspflege und Tuberkulose". Vortrag 
. von Dr. Jensen über Zahnpflege. 
Wcstensee: Lichtbilder-Vortrag von Dr. Harten 
über Tuberkulose. 
^ Montag: den 18. April: 
an Rortorf: Lichtbildervortrag von Kreisarzt Dr. 
Stölting über Tuberkulose. 
* Mittwoch, den 21. April: 
Rendsburg: Vortragsabend des Vaterländi- 
^ schen Frauenvereins „Mutter und Kind" in 
der Stadthalle. Lichtbildervorträge werden 
halten: Frauenarzt Dr. Eiefecke-Rendsburg 
and Kinderarzt Dr. Kayser-Kiel.. Facharzt für 
Säuglings- und Kinderkrankheiten. 
<* Donnerstag, den 22. April: 
w Rendsburg: Vortragsabend des Rendsburger 
Männer-Turnoereins mit Vorführung eines 
. Sportfilms in der „Tonhalle". 
^ Hohenwcstedt: Lichtbildervartrag von Kreis 
arzt Dr. Stölting über ansteckende Krankhei- 
und Tuberkulose in der „Harmonie". 
Rortors: Vortrag von Studienrätin Brix über 
„Elternfragen und Elternsorgen". 
i Freitag, den 23. April: 
Hamdorf: Lichtbildervartrag von Kreisarzt 
' Dr. Stölting über ansteckende Krankheiten und 
Tuberkulose. 
^Ner finden in der Woche vom 18. bis 25. April 
i^träge über Säuglings- und Kleinkinderpflege 
z^nnien und Hademarschen statt. Näheres wird 
^ bekanntgegeben. In der hiesigen Strafanstalt 
Kreisarzt Dr. Stölting über Eefchlechts- 
^urheàn und Pastor Schröder über Alkoholis- 
ì ist außerdem geplant, eine ständige Hy- 
, de-Ausstellung, vor allem über Kinderkrank- 
r ren und Tuberkulose einzurichten. An die grö- 
teil? Schulkinder des Kreises werden Heftchen ver- 
($5 die leichtfaßliche Aufsätze aus dem Gebiet der 
diî^itspflMe enthalten. Zur Unterstützung 
s, eucher Veranstaltungen wird in einem Schau- 
ktffi eines der beiden neuen Häuser am Zung- 
^iņe Ausstellung von verschiedenen ein- 
Plakaten, Bildern, Statistiken usw. 
^b-Ņņşong Mai soll, da dieser Film nicht eher zu 
ist, ein Werbefilm über Zahnpflege gezeigt 
Der Film soll den Schulen der größeren 
S«tzt.des Kreises durch das Wanderkino zugänglich 
^>1 werden. 
|i>te^ ie Geschäftsleute werden gebeten, durch ent- 
Mzşide Dekoration ihrer Schaufenster sich eben. 
” e Ken n dienst der Reichsgesundheitswoche zu 
dhh ^ Kartoffelkrebs. Die städtischen Felder 
şînd völlig krebsverseucht. Der Kar- 
êrnst^/°s gefährdet den Kartoffelanbau auf das 
6^ W muß deshalb von allen Beteiligten 
? Ortofsp.^chdrücklichste bekämpft werden. Der 
»Ģte K^rebs ist eine durch einen Pilz verur- 
r ^Nn,„-^"ķheit der Kartoffelknolle und dadurch 
> »llenşZņet. daß sich an den Augen der Knollen 
? ?gen n.E'ge "der blumenkohlähnliche Wuche 
rer - Es kommt vielfach überhaupt zu 
r «ļtldung mehr, da sich an den Stolo- 
^şier die Krebsgeschwülste entwickeln, 
o?* gilt ņ wird die ganze Ernte vernichtet. 
wo yOîiders für Arbeiter- und Schreber- 
u^şîgere alljährliche oder zum mindesten 
Senà^lbeņ/ķ .Ņ Kartoffeln auf ein 
Perlener etn * 00,r 3°hr zu Jahr stei- 
lleivg ^ chuņg des Feldes vor sich geht. Die 
db°rsLUung h,t deshalb angeordnet: 
d £ r Kartoffeln sind, sofern das 
25 y ,ff , Ortspolizeibehörde. 
1.7 ° d« !-!-« Zu «,-Id-u. M«; 
ÄrQut rî l eI ? I stn3cn ’ insbesondere Knol- 
"îs-ş Nnen. şokgfaltjg zu sammeln und zu 
S £\ s Pfl°nzkar?oL?eten Kartoffeln dürfen 
şern^ triebe iJ ^ rto îf e n verwendet, nicht aus 
nursie gebaut worden sind, ent- 
b er ^ e tfüttert Achtem oder gedämpftem Zu- 
Ģ- dļl-f-,, di. M „ 
? et 'bel lat beschgfķş ^ genehmigten und vom 
Bedarşî Ķàşfelsorten angebaut 
î.ļ'reibgro V an Pflanzkartoffeln, ist auf 
ņc-ch ';}* Eindeck,Zimmer 10, anzumel- 
HSS? nach^ung mrt Pflanzkartoffeln kann 
" % Ueber Preis " und Aus- 
- ™ Mitteilung durch das Polizei 
büro. Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung 
werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr und 
mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit einer 
dieser Strafen bestraft. Weitergehende Anordnun 
gen der Polizeibehörde, insbesondere die Beschlag 
nahme krebskranker Kartoffeln und Verhinderung 
eines Weiteranbaues usw. sind zulässig. 
□ Generalversammlung der Herberge zur Heimat, 
Vor kurzem hielt der Verein der Herberge zur Heimat 
seine diesjährige Generalversammlung ab. Ueber die 
wirtschaftlichen wie auch finanziellen Punkte der Ta 
gesordnung wurde vom Vorsitzenden, Senator Glien, 
in ausführlicher Weise berichtet: sie ergaben einen be 
friedigenden Abschluß. Die Herberge zur Heimat hat 
im Jahre 1925 3278 durchreisende Wanderer in 14 521 
Schlafnächten beherbergt und 72 Arbeitsgesellen und 
Kostgängern in 6786 Schlafnächten Unterkunft gewährt. 
Die Not der Zeit treibt heute fo manchen arbeitssa- 
men Menschen auf die Landstraße, dem früher Entbeh 
rungen und Heimatlosigkeit fremd waren. Vergebens 
bemüht er sich um Arbeit und wandert ziel- und plan 
los von Ort zu Ort. Mit Freuden begrüßt er die Her 
bergen zur Heimat, um mit geringen Mitteln eine be- 
ha§liche Unterkunft zu haben. Diese Stätten der Liebe 
und der stillen Arbeit nehmen der Stadt wie auch dem 
Staate einen Dienst ab, der leider viel zu wenig in 
der Oeffentlichkeit bewertet wird. Der hiesige Her 
bergsverein zählt etwa 16« Mitglieder und ist es 
wohl zu wünschen, daß das Interesse und die Opsec- 
willigkeit in Stadt und Kreis Rendsburg in größerem 
Umfang helfend mitwirken würden zum Wähle der 
Herberge zur Heimat. Bei einem Mitgliederbeitrag 
von nur 2 Mark jährlich tut jeder ein gutes Werk. 
□ Verkauf eines Dampfers. Der über 606« Re 
gistertons große Dampfer „Jeanette Kayser", der im 
Hiesigen Kreishafen bereits längere Zeit an der Kette 
liegt, wurde im Zwangsverstetgerungstermin auf dem 
hiesigen Amtsgericht für 165 060 M an den Kaufmann 
Ludwig Müller in Hamburg verkauft. 
* Der Mannergesangverein „Liederkranz von^ 
1874" hielt vor einigen Abenden in der Eiderhalle sei-/ 
n« ordentliche Hauptversammlung ab, die sich einest 
zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Rach Begrû-^^^^^Ş 
ßunigsworten teilte der Vorsitzende Johannes Kruse zu-S ■^ ļr= ~— 
nächst mit, daß der Vücherwart Krohn wegen Avbeits-Z 
Überhäufung sich leider gezwungen sehe, sein A,nt nie-5 
derzulegen. Sodann fand die Aufnahme neuer Mit-fs 
glieder statt. Eine längere Zeit nahm die Eenehmi-- 
gung der neuen Satzungen, die vom Vorstand und je^ 
zwei aktiven und passiven Mitgliedern ausgearbeitet; 
waren, in Anspruch. Sie wurden mit einigen kleinen- 
Aenderungen angenommen. Zum Vorsitzenden wurdet 
Johannes Kruse und zum Vergnügungswart Wilhelm: 
ZeSothfen einstimmig wiedergewählt. Zu Tanzord-^ 
nern wurden die Herren Thomsen und Voß einstimmig: 
wiedergewählt. Als Delegierter zum Riedersächstschen^ 
Sängertag in Schleswig wurde der Vorsitzende be-f 
stimmt. Statt der bisherigen zwei ordentlichen Haupt-j 
Versammlungen im April und Oktober findet in Zu 
kunft nur eine Hauptversammlung im April statt.; 
Für das Jahr 1926 wurden drei Vergnügungen be-; 
schlossen und zwar ein Sommer- und zwei Winterver-^ 
gnücmngen. Der Vorsitzende gab bekannt, daß im; 
Herbst gemeinsain mit der Liedertafel in der Stadthalle: 
die Aufführung eines größeren Chorwerks geplant seif 
Tonhallen-Restaurant. 
Die Direktion Peter Larsen hat auch wieder für 
den Monat April ein gutes Kabarettprogramm ge 
sichert. 
»/. Kann Thoma, die geschmackvolle und kultivierte 
Arlensangerin, ist des Beifalls der Besucher sicher, 
desgleichen Pia Waldè, die den ernsten wie den heite 
ren Liodgefang beherrscht. 
Der vielseitige Humorist Carl Korbay zeigt sich 
in seiner improvisierten „Mieterrat"-Rede von er 
götzender Schlagfertigkeit. 
... Dine große Ueberraschun« bildet die Miniatur- 
sangerm Pepita, die trotz ihrer körperlichen Kleinheit 
einen Vulkan des Temperaments besitzt. Richt zuletzt 
sorgt die Hauskapelle für Unterhaltung. ^ 
Die Wetterlage ist zunächst noch von Beständig 
keit. Das sich von Frankreich über Mitteleuropa nach 
Rußland erstreckende Hochdruckgebiet hat an Höhe des 
.Barometerstandes zwar etwas verloren, hält jedoch 
gegen den von den Britischen Inseln nach Osten vor 
dringenden Ausläufer stand und dürfte denselben ncech' 
Rordosten abdrängen. Der Kern des Hochs liegt mit 
769 Mm. über Ungarn, derjenige des Titis mit e/wä 
729 Mm, südwestlich von Island. Die Temperaturen 
liegen in Deutschland heute mittag zwischen 17/und 
23 Grad C., die Luft ist allgemein ungemein trchcken, 
was auf Fortbestand des guten Wetters deutet/ 
Vorhersage: Im' wesentlichen Fortd^tner b/r Herr- 
Ich end en Witterung, Rachtfrostgesahr auf d«n freien 
Lande. 
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Kieler Brot! 
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Dertauf t« folgenden Geschäften ab Frei tag. den 16. April 1926 
Cd. Tingsfeldt, Schleismühlenstr. 10 
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H. Mahnke, Königstr. 4 
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