Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

Nr. 88 
Zweites Blatt 
Schleswig-Holstein. 
Writer, provinziell« Nachricht«« si«h» 1. Blatt ». Seit« 
ŞîaK 
16. April 
Dänemark und die Grenze. 
A Die „Nationaltidende" veröffentlicht einen 
längeren Artikel aus Anlaß der bevorstehenden 
Wiederkehr des Tages von Düppel. Das dänische 
-ölatt beklagt den dänischen Reichstagsbeschluß 
Nom 23. Oktober 1918, in dem die Auffassung zum 
Ausdruck komme, daß es möglich fei, mit Deutsch- 
Ed zu einer bleibenden Ordnung der Grenzver« 
Mltnisse z-u kommen. Die im Jahre 1920 gezogene 
"lenze werde in deutschen Kreisen durchaus nicht 
a ‘ s „ewig" angesehen, sondern werde immer nur 
ein Teil des Versailler Vertrages betrachtet, 
Er nicht als bleibend angesehen werden könne. 
allen deutschen Parteien sei der Wille zu einer 
Revision der Grenze lebendig, nur die Mittel, mit 
oenen man eine Aenderung zu erreichen hoffe, 
l^en verschieden. Deshalb sei es vor allen Dingen 
,.jE Pflicht des dänischen Volkes, die Landsleute 
iUdlich der Grenz« zu stützen. Die dänische Der- 
^ldigung dürfe sich nicht auf das Gebiet nördlich 
Grenze beschränken. Die Erinnerung an die 
Verteidigung Schleswigs mit den Waffen ver 
ficht« zur Fortsetzung dieser Verteidigung mit 
şşl'-edlichen Mitteln. 
Eutin. 14. April. Di« Originalpartitur des 
"Freischütz« in Eutin. Anläßlich der Weber-Jahr- 
fndertseier findet hier eine Ausstellung von 
vrndschriften und sonstigen Erinnerungen von 
^-arl von Weber im großherzoglichen Schloß statt. 
der Ausstellung will sich auch die Berliner 
Staatsbibliothek beteiligen und sogar die Original. 
Partitur des „Freischütz", die Webers Gattin einst 
Er Bibliothek schenkte, zur Verfügung stellen. 
yu. Lanenburg, 14. April. Schwerer Brand 
ig" In später Abendstunde brach auf dem Gewese 
Es Hofbesitzers Steffens in Börnsen, Amt Schwar- 
Eltbek, ein erhebliches Schadenfeuer in den Stal- 
^ņgen aus, das durch Flugfeuer auch das mit 
.loh gedeckte NebenwohngeMude in Brand setzte. 
^E'de Gebäude brannten bi» aus di« Grundmauern 
Eder. Zwei Ziegen, zwei Lämmer und 16 HLH. 
îl kamen in den Flammen um. Die Entstehungs 
liache des Feuers ist bis zur Stunde nicht fest» 
stellt. — Ein schwerer Autounsall ereignete sich 
^ìîte morgen in der Hamburger Straße, wo das 
ķ-luto einer Hamburger Speditionsfirma durch 
(jfö der rechten Vorderachse steuerlos wurde, in 
^ Schaufenster rannte und dann umschlug. Die 
Wichsen blieben wunderbarerweise fast unverletzt. 
^Itcne Jagdbeute. Ein Hamburger Jagdpäch 
z. ' * te lluf der Feldmark Worth, Amt Lauem 
. lg. das Glück, einen Riesen-Kranich zu erlegen, 
!>en Flügelspannweite 8,20 Meter betrug. 
14. April. Durchgegangenes Gespann, 
^lymztàgs gegen 5 Uhr wurde das Pferd des dem 
sch^'^tsrat Dr. Iaspersen gehörigen Fuhrwerkes 
hch,' ^llllte in voller Fahrt den Schellhorner Weg 
<N rtter '".nd prallte bei Müller Suhr mit einem 
NN Wagen zusammen, der stark beschädigt 
Das weiterrasende Gefährt prallte dann 
fceļļ n wn vor dem Hause des Dr. Eenzken stehen^ 
lotz^ŗaftwagen, wobei der Wagen des Sanitäts- 
Stücke ging. Der Kutscher des Wagens 
tu ** mit Beckenquetschungen und Verletzungen 
und an der Hand ins Krankenhaus ge 
s»si.^Einghufen, 14. April. Tödlicher Unglücks. 
8efj e Der Viehhändler Wichmann aus Wrist fuhr 
\ ^ abend in seinem Auto von Kellinghusen 
Er jurist. Kurz nach Verlassen der Stadt rannte 
>o falscher Steuerung gegen einen Baum. 
°abîj° 'sch das Auto überschlug. Wichmann erlitt 
Aietş^^înen Schädelbrnch und eine Brustkasten 
'?ung. Der Tod trat sofort ein. 
Ņuê Heide. 12. April. Das erste diesjährige 
Aenņb°^"rennen findet am 16. Mai auf der 
NN?" Fichtenhain statt. Die Arbeiten auf der 
^8uno l n schreiten rüstig vorwärts. Die Begra- 
- > ist J 1 Innenfläche, die als Sportplatz dienen 
fhq j., anen 14 Tagen fertiggestellt. Die Renn. 
Letter Ebenfalls verbessert; damit bei Regen- 
zwi^b Wasser einen Abzug hat, ist ein Gra 
zie AutnsRennbahn und Sportplatz gezogen. 
£ sich y ist abgekratzt und es zeigt sich, daß 
eino>^"6lich abgelagert hat. Die Bahn wird 
Neft w; <^EN Oelmasse überzogen. Auch diese 
, rg Mo« ln , Ķurze beendet sein. 
> îuna s'k' ^.rchen, 14. April. Die Kirchenver- 
j{ Jebe« Voranschlag für 1926 mit rund 
^chenkà tn Marrkasse und 10 600 Jl für die 
S^infomm!' ri 3I,t Neuern sollen 40 Proz. der 
^EnssL°Ģuer und 1214 Proz. der Grund- 
^ im m slr N Erhoben werden gegen 20 und 10 
iahre. Diese Steuererhöhung ist not« 
de« bas staatliche Einkommen- 
a< N n ist Ķ'rchspiels über di« Hälfte zurück- 
°fLesttze?î«' - 1 * 3spïir ' Den Tod vor Augen. 
i-» ^!chine a„şìnnings in Reinsbüttel mit einer 
Pferde Li™ beschäftigt war. scheu- 
Querst«« 6'ngen durch. Hennings wurde 
hi^Eschoben Ìll^ b . er Maschine gegen 100 Meter 
bi;> wobei L t n l\ k Säemaschine über ihn 
braà P ^)Messe. ^ Rad seinen Hals streifte und 
^ En. hm einige Schnittwunden bei- 
der î^sarge ? priI - Kreisfürsorge. Un- 
find L? Mķt März 413 Kin- 
- Nett entîîfr 28 55 ģEboren. Von den 116 
'llelen auf Tönning 53. Un den 
Beratungsstunden in Tönning nahmen 11 Mütter 
teil! Den Konfirmandinnen der Volksschule wur 
de' Säuglingspflegeunterricht mit praktischen 
Uebungen erteilt. 
nv. Pellworm, 15. April. Gemeinderats- 
fitzung. Am Dienstagnachmittag fand im hiesigeil 
Armenhause eine vierstündige Sitzung des Ge 
meinderats statt. Als Hauptthema stand der Vor 
anschlag zum Haushaltsplan für das Rechnungs 
jahr 1926-27 auf der Tagesordnung. Die Einnah 
men und Ausgaben der Gemeindekaffe sind auf 
136 857,96 Ji festgelegt worden. Die Deichkasse 
sieht eine Einname und Ausgabe von 296 693,28 
Mark für dieses Rechnungsjahr vor. Als Deich- 
abgaben sollen bar erhoben werden: 17 <M je Hekt 
ar für deichabgabenpflichtiges Land; die Deichnatu 
ralleistungen werden mit 11 Jl je Hektar bewertet 
werden. — Aenderung der Bewirtschaftungsform 
auf der Insel? In der letzten Zeit ist vielfach 
Grasland umgebrochen worden. Es scheint damit 
eine Wendung in : a Bewirtschaftungsform au 
unserer Insel eingetieft,: zu sein. Wir müssen na 
türlich abwarten, wie fi„> die Absatzverhältnisse der 
nächsten Jahre gestalten werden. 
ÜH Hattstedt. 14. April. Das Befinden des 
schwer verletzten Händlers Broder Paulsen, der im 
Husumer Krankenhaus liegt, ist noch bedenklich. 
Die Untersuchung über die blutige Schlägerei ist 
bereits zum Abschluß gebracht. 
rm. Bredstedt, 14. April. Unfall. Der Lehr 
ling eines hiesigen Schmiedemeisters fand beim 
Aufräumen alter Eisenteile ein Geschoßstück. Neu 
gierig untersuchte er das Stück, wobei dasselbe 
explodierte und dem Unvorsichtigen arge Ver 
letzungen beider Hände beibrachte. Der Lehrling 
mußte, nachdem der Arzt einen Notverband an 
gelegt hatte, ins hiesige Krankenhaus. 
O Bredstedt. 14. April. Zur Bredstedter 
Schlägerei wird mitgeteilt, daß der in Bredstedt 
weilende Staatsanwalt eine genaue Untersuchung 
des Falles vorgenommen und festgestellt hat, daß 
der tödliche Stich, dem der jugendliche Arbeiter 
Wilhelm Brüssow aus Elmschenhagen zum Opfer 
gefallen ist, nicht mit einem Dolch, sondern einem 
Messer ausgeführt worden ist. Ein endgültiges 
Ergebnis hat die Untersuchung durch den Staats 
anwalt allerdings noch nicht ergeben. Festgestellt 
wurde nur, daß das blutige Messer, mit dem 
Brüssow getötet wurde, im Besitze des Arbeiters 
Frigge gefunden wurde. Ob Frigge tatsächlich der 
Mörder ist, steht noch nicht fest. Frigge leugnet 
die Tat. Die verhafteten fünf an der Schlägerei 
beteiligten Arbeiter wurden unter Bewachung nach 
Flensburg überführt, außer ihnen auch noch der 
schwerverletzte Arbeiter Wilhelm Frigge, ein 
Bruder des vermeintlichen Mörders, der im Kran 
kenhaus in Bredstedt untergebracht war und jetzt 
soweit wieder hergestellt ist, daß er nach Flens 
burg transportiert werden kann. 
□ Vreklum, 14. April. Gestorben. Aus 
Ballhaus bei Fahretoft kommt die Nachricht von 
dem plötzlichen Ablebe,t des'in ganz Nordsnesland 
und darüber hinaus bekannten und hochgeschätzten 
alten Lehrers a. D. Bandix Friedrich Vonken, ge 
nannt Voll Vonken. Der Verstorbene war gebo 
ren auf der Hallig Langenetz. «ourde Lehrer und 
war als solcher auf der Insel Amrum angestellt, 
wo er sich frühzeitig eines hartnäckigen Augen 
leidens wegen pensionieren lassen mußte. Als 
.„Kalenderbote" für die Breklumer Buchhandlung 
setzte er jährlich über 1000 Volkskalender ab, von 
denen er viele halb oder ganz verschenkte. Selbst 
gab er ein friesisches geistliches Liederbuch heraus. 
Als er noch rüstig war, machte er weite Reisen. 
Er besuchte Dänemark, Schweden. Norweaen, Eng 
land, Frankreich, Oesterreich und Amerika. Voll 
Banken hatte keinen Feind, aber viele, viele 
Freunde sichen heute im Geiste trauernd an seiner 
Bahre; und jener alte Kapitän hat ihn wohl am 
treffendsten charakterisiert, als er sagte: „Wenn 
Voll Vonken mit mir fährt, ist es mir, als ob ich 
einen alten Apostel an Bord habe." Eine charak 
tervolle Persönlichkeit im besten Sinne des Worts 
ist mit ihm von uns geschieden. 
iip. Niebüll-Deezbüll, 14. April. Kreisausschuß- 
sitzung. In der gestern abgehaltenen Kreisaus- 
schußsitzung des Kreises Südtondern wurde eine 
Oberverteilung der Hauszinssteuer vorgenommen, 
danach erhält die Stadt Westerland 30 000 3UI, die 
Stadt Wyk 24 000 3Ul, die Landschaft Sylt 15 00,- 
Rş die Gemeinde Niebüll 12 000 3UI, Leck 12 000 
3UI, das übrige Festland 28 500 3Ul und die In 
tel Amrum 5000 Nttk. Es ist nun noch die Unter 
verteilung vorzunehmen, wofür 60 Anträge vor 
liegen. Ferner wurden die Mitglieder für den 
Erundwertausschuß gewählt und zwar Landmann 
Andreas Jacobsen in Holt, Landmann Peter Mom- 
sen in Neukirchen, Landmann Roloess in Süder 
ende auf Föhr und Gemeindevorsteher Peters-Tin 
num, als Stellvertreter Landmann Dethleffen in 
Braderup, Landmann Melffen-Wilhelminenhof. 
Landmann Vohn-Rieblum a. Föhr und Landmann 
Matzen in Archsum auf Sylt. Für den Gewerbe- 
ausşchutz wurden gewählt Kaufmann Jacobsen in 
Leck, Bauunternehmer Earl Christiansen in Nie 
büll und Geschäftsführer Andreas Nielsen; als 
Stellvertreter Gastwirt Peter Lorenzen in Brade 
rup, Kaufmann Deusing in Niebüll und Kaufmann 
Paulsen in Wyk. Als Mitglieder der Kommission 
zur Untersuchung der Bienenstöcke auf Faulbrut 
wurden H. Schwarten in Niebüll und Nis Riffen 
in Osterby gewählt. Kaufmann Ebsen in Fischer 
Häuser wurde die Erlaubnis zum Kleinhandel mit 
Spirituosen erteilt, dem Kantinenwirt Oberg 
wurde die Erlaubnis zum Bierausschank in einer 
Kantine auf dem Sylter Damm erteilt u. Wachs- 
muth erhielt die Erlaubnis zum Betriebe einer al 
koholfreien Wirtschaft. Das Entlaffungsgesuch des 
Kreisausschußinspektors Kuhs, der bekanntlich zum 
Gemeindevorsteher der Gemeinde Niebüll gewählt 
ist, wurde mit Wirkung vom 15. Juli genehnligt; 
die Stelle wurde dem Kreissekretär Gabbe vom 
Hiesigen Landratsamt übertragen. 
Westerland, 14. April. Steinzertfund. End« 
der vorigen Woche stieß man westlich des Friesen 
haines beim Pflügen auf einen flachen Stein von 
I, 30 Meter Höhe und 1 Meter Breite. Beim Ent 
fernen dieses Steines stellte sich heraus, daß neben 
ihm ein weiterer, allerdings etwas kleinerer lag. 
Unter dem ersten Stein fand man zwischen kleine 
ren Steinen, weißem Sand und Holzkohle-Resten 
zwei schöne Steinbeile. Das eine hat eine Länge 
von 15 Zentimetern, das andere eine solche von 
II, 5 Zentimetern. Ohne Frage handelt es sich hier 
um zwei nebeneinander liegende Begräbnisstätten 
aus der Steinzeit, welche mit diesen beiden großen 
flachen Steinen zugedeckt waren. 
Flensburg, 14. April. Richard Liefche, unser 
verdienter Ehormeister und Organist an St. Ni 
kolai, ist auf ein halbes Jahr nach Leipzig berufen 
worden, um dort Professor Dr. Karl Straube, den 
bekannten und berühmten Vachfoxscher, der als 
Thomas-Kantor zurzeit an der Stelle Johann 
Sebastian Dachs wirkt, für ein Semester in seiner 
Lehrtätigkeit am Leipziger Konservatorium der 
Musik und am Landeskirchlichen Institut für Kir 
chenmusik zu Leipzig zu vertreten. 
r. Flensburg. 14. April. Die Zufuhrstraße 
zum neuen Bahnhof. Der Presse wurden gestern 
von Seiten der Stadtbauräte Erläuterungen zu 
den preisgekrönten Entwürfen für die Zufuhrstraße 
zum neuen Bahnhof und die künftige Gestaltung 
ves Südermarkts gegeben. Danach ist die dem 
allgemeinen Wunsch der Bürgerschaft entgegen 
stehende beabsichtigte Lösung der' Straßenzufuhr 
durch die Rotestraße einmal mit Rücksicht auf eine 
später notwendig werdende Entlastung der Haupt 
verkehrsstraßen im Innern der Stadt durch Schaf 
fung einer großzügigen Hauptumgehungsstraße für 
den Schnellverkehr, zum anderen durch die Erhal 
tung und Wiederherstellung eines möglichst ge 
schlossenen Bildes des Südermarkts geboten. Ge 
gen die gradlinige Verlängerung des Holms wird 
vor allem geltend gemacht, die Gefahr für den 
Verkehr, die durch den Schnittpunkt Angelburger 
straße Holm entsteht, sowie die Zerstückelung des 
Geländes südlich des Marktplatzes zum Bahnhof 
hin. Hervorgehoben wurde, daß die diagonale 
Ueberfchrägung des Südermarkts bei dem Plan 
durch die Rotestraße vermieden werden kann. Es 
ist nicht anzunehmen, daß diese Erläuterungen der 
Bevölkerung das Projekt des Magistrats angeneh 
mer erscheinen lassen, zumal bei dem Preisaus 
schreiben der Standpunkt des Magistrats sehr ein- 
eitig^n den Vordergrund gerückt worden ist. Uns 
will scheinen, daß das Motto eines Entwurfs: 
„Flensborg kümmt sick" in diesem Falle besser ge 
heißen hätte: „Flensborg krümmt sick". 
r. Flensburg. 15. April. Die Aufhebung des 
Brfumzwanges für die Ueberfchreitung der däni- 
chen Grenze scheint nun doch, nachdem vor einigen 
Tagen noch gegenteilige Mitteilungen durch die 
Presse gingen, in Fluß zu kommen. Nachdem die 
dänische Regierung sich grundsätzlich zu Verhand 
lungen bereit erklärt hat, werden in den nächsten 
Tagen im Justizministerium in Kopenhagen Ver 
handlungen Wer die technische Seite' der An 
gelegen "'eit stattfinden. Dazu sind verschiedene 
Amtmänner der dänischen Ercnzbezirke geladen 
Ob die Aufhebung des Visumzwanges allerdings 
bereits zum 1. Mai möglich sein wird, steht noch da 
hin. — Betriebseinschränkung. Die Eisengießerei 
Anthon u. Söhne hat sich wegen mangelnder Be- 
chäfttgung zu einer erheblichen Vetriebseinschrän- 
kung gezwungen gesehen. — Beim nnb-fugten 
Ueberschrciten der dänischen Grenze wurden 'vier 
Oesterreicher, 3 Herren und 1 Dame, angehalten 
und in Haft genoinmen. Vor einigen Tagen' wur- 
den bei und in der Nähe von Krusauhof fünf 
llebcrlauser aufgegriffen. — Zusammenstoß. Auf 
dem Holm stieß eine Radlerin mit einem von Dä 
nemark kommenden Kraftwagen zusammen. Die 
Dame konnte sich durch Abspringen retten. Das 
Rad wurde total demoliert. 
is. Grttorf, 14. April. Genossenschastsoergrö- 
ßerung. Der Meiereigenossenschaft, e. G. m. b. H., 
in Schinkel sind kürzlich 27 neue Genossen beige 
treten, so daß das 1914 gegründete Unternehmen 
jetzt 76 Genossen zählt. 
8. Kreis Bordesholm, 14. April. Regulierung 
der Eider. Die Arbeiten zur Regulierung der Ei 
der zwischen dem Schulensee und der Steinfurter 
Mühle, nahe dem Westensee, mit denen man seit 
rund zwei Jahren unter Leitung des Kulturamts 
Neumünster beschäftigt ist, nähern sich ihrem Ende. 
Zwei Motorbagger haben das Flußbett auf durch 
weg 1,20—1,50 Meter vertieft und außerdem alle 
größeren Windungen durch Herstellung neuer 
Durchstiche beseitigt, wodurch die bisherige Fluß 
länge zwischen Schulensee und Steinfurt von 8 
Kilometer auf rund 6 Kilometer sich verkürzt hat. 
Durch diese Eeradelegung werden die häufigen 
Ueberschwemmungen des Flusses, durch die die Er 
träge der angrenzenden Wiesen stark beeinträch 
tigt wurden, in Zukunft verhütet. Gleichzeitig ist 
die Eiderbrücke im Zuge der Hamburger Chaussee, 
die infolge ihrer geringen Breite besonders für 
den Kraftwagenverkehr eine Gefahr bildete, erheb 
lich verbreitert worden. Sobald die Arbeiten 
zwischen Schulensee-Stetnfurt abgeschlossen sind, 
wird an die Regulierung der Eider auf der Strecke 
Boorder Mühle-Schulensee gegangen werden, wo 
die Verhältnisse ganz ähnlich liegen und Hochwas 
ser alljährlich erheblichen Schaden anrichtet. Wenn 
diese Arbeiten vollendet sein werden, was in etwa 
Jahresfrist der Fall sein dürfte, wird voraussicht 
lich an die Regulierung der Eider von Steinfurt 
nach dem Westensee und vom Westensee nach Ach 
terwehr bis zu ihrer Einmündung in den Ring 
kanal, der zum Kaiser-Wilhelm-Kanal führt, ge- 
gangen werden. Auf diese Weise wird der Was 
serspiegel der Eider und der von ihr berührten 
Seen erheblich gesenkt und dadurch viel neuer 
Wiesenland gewonnen. 
x. Neumünster. 14. April. Ein Nachspiel der 
diesjährigen Etatberatung bildete eine gestern 
stattgefundene Protestversammlung der Lehrer 
schaft der hiesigen Volks- und Mittelschulen, die 
außerordentlich zahlreich besucht war. Die Ursache 
der Zusammenkunft lag darin, daß bei der Bera 
tung des Haushaltsplans Neumünsters für 1926 
die Sozialdemokraten und Kommunisten das Ge 
halt des Kreisschlllrats Jonner als technischen D-- 
zerirenten ohne Begründung abgelehnt hatten. Eine 
in der Versammlung vorgenommene Urabstim 
mung betreffend die (um der Schularbeit willen) 
für den Kreisschulrat zu stellende Vertrauensfrage 
hatt« das Ergebnis, das 95 Prozent sämtlicher 
Lehrkräfte der hiesigen Volks- und Mittelschulen 
dem Kreisschulrat das vollste Vertrauen aus- 
sprachen. Daraus geht hervor, daß das Urteil der 
Fachkreise von dem der Linkspatteien entschieden 
abweicht. 
au. Hohenwcstcdt, 14. April. Außerordent 
liche Gemeindevertretersitzung. In der am 9. d. M. 
abgehaltenen Sitzung der Gemeindevertretung 
war die Frage erörtert worden, ob einem Angebot 
des Maurers Ehr. Seeland auf Ankauf seines 
Hauses Friedrichstr. 11 nähergetreten werden 
sollte. Es handelt sich um das frühere Burmester- 
Haus. Die Erundstückskommifsion wurde beauf 
tragt, eine Besichtigung des Hauses vorzunehmen 
und mit Seeland zu verhandeln. Die Gem.-Ver- 
tretung beschloß in einer am gestrigen Tage abge 
haltenen dringlichen Sitzung das frühere Bur- 
mester-Haus, jetziger Eigentümer Maurer Ehr. 
Seeland, Mr Unterbringung des Ortsmufeums zu 
erwerben. Bisher waren die für das Museum ge 
sammelten Sachen und Gegenstäà teils im Dach 
geschoß des Mittelschulgebäudes, teils auf dem 
Boden der Peter-Pauls-Kirche und zur Hauptsache 
in einem offenen Bodenraum des Hauses von Har 
der (frühere Loge) kümmerlich untergebracht. Sie 
waren deshalb der Allgemeinheit nur beschränkt 
zugänglich. Jetzt wird dem Begründer und Leiter 
des Museums, Lehrer a. D. Merck, die Möglichkeit 
gegeben, die recht zahlreichen Gegenstände sach 
gemäß zur Schau zu stellen. Der Ankauf erfolgte 
aus den restlichen Mitteln eines Legats, welches 
vor einigen Jahrzehnten von den damaligen Ve 
itzern des Hauses, Geschwister Burmester, der Ge 
meinde geschentt und der Geldentwertung wegen 
vor 2 Jahren mit Genehmigung der Regierung 
aufgelöst wurde. 
au. Hohenwestcdt, 12. April. Gesellenprüfun 
gen. Am Sonnabend hatten noch 2 Innungen ihre 
Jahresversammlung. Die Väckerzwangsinnung fur 
Hoheuwestedt u. Umg. tagte im Cafe Knutz. Aus 
geschrieben wurden 2 Prüflinge: Otto Köllmeier, 
Lehrmeister H. Grell, und Hermann Ereen, Lehr 
meister R. Korn. Beide bestanden ihr« Prüfung 
m Theoretischen mit „sehr gut", im Praktischen 
mit „gut". Eingeschrieben wurden 6 Lehrlinge. 
— Die Zwangsinnung der Sattler und Tapezierer 
Ar Hohemvestedt u. Umg. tagte in der Harmonie. 
Auch hier waren zwei junge Gesellen zu prüfen, 
Joh. Heesch, Lehrmeister H. Lahn-Schenefeld, und 
Hermann Thun, Lehrmeister Heinr. Thun-Hohen- 
westedt. Im Praktischen wie im Theoretischen er 
reichte ersterer „sehr gut« bezw. „gut«, letzterer 
„genügend" bezw. „kaum genügend«. Eingeschrie 
ben wurden 3 Lehrlinge. 
zu. Großenaspe, 14. April. Bessere Postver- 
bindung. Hier hat seit längerem die mangelhafte 
Posteinrichtung bestanden, daß verschiedene außer 
halb der Verkehrslinie liegeà Häusergruppen und 
Einzelgehöfte nur dreimal in der Woche Postbestel 
lung erhielten. Auf Antrag bei der Oberpoftdirek- 
tion ist diesem Uebelstande abgeholfen worden. Es 
erhalten jetzt auch „Halloh", die gesamte Häuser 
gruppe „Baß", dann „Freiweide" und „Vierkamp" 
tägliche Postbestellung. 
Owschlag, 13. April. Das automatische Fern 
sprechamt in Owschlag ist heute mittag um 1 Uhr 
eröffnet worden. 
Gerichtliches. 
Meldorf, 15. April. Die Schlagwetterkata- 
strophe auf der Hölle bei Hemmingstedt, der ant 
16. Juni 1924 die Maschinisten Bahr und Thiessen 
zum Opfer fielen, fand vor dem Großen Altona er 
Schöffengericht in Meldorf seine Sühne. Angeklagt 
sind Bergwerksdirettor Lohfe, Oberingenieur 
Brink, Betriebsführer Heidrich. Die Angeklagten 
sind der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Die Bko- 
schinisten Bahr und Thieffen fuhren in den 90 Mir. 
tiefen Oelbergwerksschacht, der einige Zeit still 
gelegen hatte, um eine Pumpe nachzusehen. Sie 
fuhren gegen die Weisung ohne einen Aufsichte- 
beamten. ein und wurden bald nach der Einfahrt
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.