Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

Ôd)îeswîg-Bolfteînlfd)e Landsyzsļlung 
Jahrgang, 
Be-«Ü»prei«: Monatlich 1,75 Goldmark ausschließlich Bestellgeld frei m» HW«. 
Eiazrlverkaafoprri» 10 Gvldpfeaatg«. 
Schriftleitung und Geschäftsstelle: Rendsburg, Mühlenstratz« 18. 
Fernsprecher !S und 117. — Telegramm-Anschrift: Tageblatt. 
Band-Konten: Spar» u. Leih-Kasse, Bankverein für Schleswig-Holstein, Aktten-Gesellschast, 
Weslholstelntsche Bank. Schleswig-Holsteinische Bank und Gemeinde-Sparkasse Lüdeisdorf. 
Postscheck-Konto: Hamburg 16278. Erfüllungsort: Rendsburg. 
Zm Fà hoyerei Gewau, 
Krieg oder sonstiger irgendwelcher Slörung c»» -be 
triebe» der Zeitung, der Lieieran.ev uüe, der Be- 
sSrderungseinrichlunqen. ha! der Beziehe, keinen 
Anspruch aus Lieferung oder Nachiieierung öei 
Zeitung oder aus Rückuahlung der. àmosmei','-, 
Anzeigenpreis: 
if lOgefpaUcne Koloneizeile 25 Goldpfennig, Rekln. 
inen 125 Goldpfennig. Zahlungsziel 14 Tag«. 
Sonnabend, den 17. April 
1*«f wurde dir Note der Reichsregjerung be- tiorralitüten ist. 
Gerade die erste estländische Kuttur- 
steuer beweist. Latz das Besteuerungsrecht einer Min 
derheit keineswegs eine Utopie oder eine dem Staate 
Schaden bringende Entwicklung darstellt, sondern datz 
sie vielmehr eine reale Möglichkeit zur Regelung des 
reibungslosen Zusammenlebens von Mehrheitsvolk 
und Nationalität bietet. 
Auch auf dem Gebiet der Schulorganisation hat 
die estländische Kulturselbstverwaltung jetzt eine Reihe 
von Erfolgen auszuweisen. 
Llr ltt^üfpmchsgen MinàWten ļn Preussen 
chin 
aroeit 
hat. 
j sell 
see 43.^ 
em 
.5 e>" 
Ņem Fremdsprachige und Doppelspracbige. — Die Auszählung im Regierungs 
bezirk Schleswig. 
Die Telegraphen-Union verbreitet folgende Dar- In Oberschlà haben nur 43 Prozent der Devölke 
stellung: rung die polnisch« oder die deutsche und polnisch 
Auf Grund der Angaben über die Muttersprache Sprache als Muttersprache angegeben, dagegen meh 
in den Haushaltslisten der Volkszählung vom 18. Jan. als 50 Prozent der Bevölkerung die deutsche, 
vorigen Jahres hat in einigen Kreisen Preußens eine 3u bcn statistischen Mitteilungen über die fremd 
râfļge uzzah ung ^^er Personen stattgefunden, sprachigen Minderheiten in Preußen auf Grund de- 
! ^--l.sch. Pan sch, asur sch. Dänisch, Fricsnch, Haushaltungslisten der Volkszählung vom 18. Jun 
der Deutsch «nd e.ne d.eser Fremdsprachen als Mut- Js. können noch folgende Einzelheiten mitgeteil 
tersprache ausgeführt haben. Ferner wurde die Zahl w„den- Die 
der Fälle ausgezählt, in denen die Frage, ob die be- m „ _, r . 
treffend- Person Deutsch versteht, bejaht war. Durch Auszahlung îm Regierungsbezirk Schleswig 
diese Volkszählung ist überall ein starker Rückgang der erfolgte für die Kreise Flensburg-Stadt, Flensburgs 
fremdsprachigen Minderheiten festgestellt worden, Land und Südländern. In diesen drei Kreisen ba 
während die Zahl der Personen, die zwei Mutter- zeichneten sich (die Zahlen in Klammern bedeuten je 
sprachen angegeben haben, gestiegen ist, ohne datz der weils die Vergleichszahlen aus dem Jahre 1010) vor 
Rückgang der rein fremdsprachigen Personen dadurch 150 IIS (134 214) Ortsanwefenden 4161 (0085) al- 
ausgeglichen ist. In 11 Kreisen der alten Provinz dänisch, davon verstanden 3465 Deutsch, 1467 (734) 
Ostpreußen (ohne den jetzigen Regierungsbezirk West- gaben Deutsch und Dänisch als Muttersprachen an 
Preußen) ist die Zahl der Masuren von 172 808 in-, 5810 (4559) bezeichneten sich alp sricstsch, davon vcr- 
Jahre 1910 auf 43 880 im Jahre 1928 zurückgegangen, standen 5439 Deutsch. Deutsch und Friesisch gaben 59t 
Die Zahl der Doppelsprachigen ist von 12 700 auf (447) als Muttersprache an. In den einzelnen Kren 
28 700 gestiegen. In 19 oberschleflschen Kreisen ist die sen verhalten sich die Zahlen wie folgt: Flensburgs 
Zahl der Polen von 579 000 auf 155 090 gesunken und Stadt von 63 462 (60 927) Ortsanwesenden 1873 (3706) 
die der Doppelsprachigen von 81 900 auf 374 090 ge- Dänen, davon verstanden Deutsch 1365. Doppelspra 
stiegen. Polen und Doppelsprachige zusammengerech- Ģge 836 (230). Ferner 106 (358) Friesen, davor 
net, weisen somit einen Rückgang von 690 090 auf sprachen 68 deutsch. Als doppelsprachig bezeichneten sick 
529 090, d. h. um 109 090 Personen, auf. Im Industrie- 27 (26) Personen. In Flensburg-Land von 44 011 
gebiet, wo nur drei Kreise aufgezählt wurden, die (41999) Ortsanwesenden 413 (966) Dänen, davor 
1919 die stärkste polnische Bevölkerung hatten, scheint verstanden 360 Deutsch, doppelsprachig 184 (176), Frie 
die Zahl der reinen Polen auf fast Vw, die der Polen sen 51 (49), davon verstanden 59 Deutsch, 11 (10) 6e< 
und Fremdsprachigen auf % bis y, zusammenge- zeichneten sich als doppelsprachig. Im Kreise Sud 
schmolzen zu sein. Ein ähnlicher Rückgang ist bei den tondern von 42 639 (31 318) Ortsanwesendcn 187k 
Dänen in Schleswig zu beobachten, während sich die (4413) Dänen, davon verstanden Deutsch 1720. Deutsch 
Friesen behauptet haben. und Dänisch sprechen 447 (828). Ferner 5653 (4152) 
In keinem der gemischtsprachigen Gebiete haben Friesen, davon verstanden Deutsch 5321, als doppel» 
die fremdsprachigen Minderheiten das Uebergewicht. sprachig bezeichneten sich 560 (411). 
Vor allem ist eine Ver 
ordnung in Kraft getreten, daß alle bisherigen 
Privatschulen nunmehr in die Verwaltung der Auto 
nomie übergehen. 
lndch. 
Mädchen- 
Jahre"- 
rt wir» 
Nachdem dies geschehen ist, wird 
auch die Möglichkeit zur Organisation eines allen Be 
dürfnissen angepaßten Schulnetzes — die einzelnen 
Schultypen wurden bereits während der letzten Kul 
turratstagung festgesetzt — demnächst gegeben sein. Zu 
erwähnen wäre noch ein Beschluß des Kulturrats. datz 
die wichtigste Fremdsprache im Lehrplan unserer Schu 
len das Russische sein soll. Bei diesem Beschlusse ließ 
die Mehrzahl aller Glieder des Kulturrats sich vom 
Gesichtspunkt« leiten, datz der Balte seine Aufgabe als 
Kulturverrlittler zwischen dem Westen und Rußland 
künftig nur bei Beherrschung der russischen Sprache, 
als des notwendigsten Rüstzeugs, durchführen kann. 
Die Zusammenarbeit unserer Kulturverwaltung 
mit der Regierung und allen übrigen amtlichen Stel 
len erfolgt bisher reibungslos. Ein Grund mehr, 
um zu behaupten, datz die estländische Kulturautono 
mie nicht eine Utopie — wie viele anfangs dachten —, 
sondern eine reale Schöpfung ist, ein Wert, das auch 
anderwärts zum Nutzen aller Teile verwirklicht wer- 
UJ*» 
Wi-rsteL 
Giffo[ n 4 e Reihe von Erfolgen dieser Arbeit aufweisen, 
§tļjļ 8en > die besonders deutlich während der letzten 
l*j *«» estländischen deutschen Kulturrats — die- 
h, vteu Kulturparlamentes der Welt — zutage tra» 
«J* allem ist es gelungen, eine zweckmäßige Orga» 
W 0 , 1 * k« Kulturverwaltung durchzuführen, die be 
tt,ş^ìch tzgg ständige Organ des sich nur einigemal 
Ü>Ng feinden Kulturrates ist. Die Kulturverwal» 
^îtû aus şàş Gliedern, die alle, bis auf den 
•hit, J««, einem der vier Aemter — dem Finanz 
en' Schulamt, Katasteramt und allgemeinem Kultur- 
Erstehen. Das Finanzamt hat sich mit der 
des Kulturbudgets der Minderheit und 
^ auch mit den Fragen der Besteuerurrg zu Le 
rn ^ Şto Katasteramt sind alle Arbeiten, die mit 
S ^isirierung aller Mitglieder der Autonomie 
statistischen Arbeiten in Verbindung stehen, 
*' e rt. Das Schulamt verwaltet das gesamte 
:■*%( ’®ate Schulnetz der Minderheit,, während das 
, q?" 1 * die Lösung aller übrigen Kulturausgaben, 
e Thesen, Theater, Büchereien usw., durchzufüh- 
t 
§ ^ulturamt zerfällt übrigens in drei geson- 
j 1 von denen das erste, das für $otf) ä 
^ Dyx Vortragszyklen für die akademische Jugend 
$. »3 y. u hb ähnliche Fragen behandelt. Das zwei- 
^Sstj ŗ die allgemeine Kultur und Bildungsfragen, 
v'it hm şî^ mit sämtlichen übrigen Ausgaben allge- 
î der ^ŗ^ller Art, während die dritte Sektion sich 
b>ist^^ļung der Zusammenarbeit aller bestehen- 
vy,. gastlichen Vereine und Organisationen be- 
huch den Besitz dieser Verbände, Mu- 
usw. erhalten und fortentwickeln will. 
J äetT >at UtQmt 'st übrigens auch noch ein weiteres 
Üliedx^d zwar das für Sport und Leibesübung, 
° n bei en - ein Gebiet, dar künftig in einem ganz 
» Di, °mhtze berücksichtigt werden soll. 
d, 1 e ^oße Arbeit, die von der estländischen 
C*" Ie Ötei U ^- laaItuniS di »her geleistet worden ist und 
ih^îşiihri "or einigen Tagen vom Kulturrat 
^îde. ist die Annahme der ersten Kul- 
^iņer Nationalität. Es ist dies eine 
v>tzt der staatlichen Einkommensteuer 
d>i«! ^estätie, " bereits in allernächster Zeit nach 
»Ud '. Di« «'."ģ durch die Regierung in Kraft treten 
e ^et CUeT setzt sich aus einer Grundsteuer 
k>»d °on °^steuer zusammen. Die Grundsteuer 
Sel tQg eu Eliedern, soweit sie nicht mittellos 
"'en-, ^îe 3ufc, ^llt eine sehr geringe Belastung 
ilņļ E %en, sg Ģ-uer wächst parallel den Einkam- 
bc> rf n . Gerecht;.. °° durch sie der Grundsatz einer so- 
«en - ^berücksichtigt wird. lleberhaupt 
- «Nr <Zj " en, daß es dem Kulturamt gelun- 
ru sehr hJ t Ur Annahme zu bringen, die nie- 
E" -ntsp^°şî-t und zugleich der sozialen Ee- 
datz dl- -r unterliegt wohl keinem 
hi l Jm hcflliitfi m Û f e ’ es dem estländischen 
k* B.i ’ * fn< ‘ regelrechte Kulturbesteue- 
^mr atlcn diesem Wege mit der bis- 
^de»tr'!?^ E "viktk^nk^"eu üblichen Spenden, und 
Vedeutui! drechen. von einer autzer- 
''b°we^g 7 ş"^die Meitergestaliung der 
Das Drews-Dödernsche Gro^- 
Sawburg-Gutachten. 
Vorläufig keine Veröffentlichung beabsichtigt. 
77 In der Diskussion über das Problem der 
besten wirtschaftlichen Ausgestaltung des Unter 
elbegebiets bezw. über die Eroß-Hamburg-Frage 
ist mehrfach die Veröffentlichung.des Gutachtens 
der Staatsminister Drews und von Nädern ver 
langt worden, neuerdings noch in einem Antrag 
der demokratischen Fraktion der städtischen Kolle 
gien Altonas. 
Dazu erfahren wir von zuständiger Stelle in 
Berlin, daß eine Veröffentlichung des überarbeite 
ten Drews-Rödernschen Gutachten über die Unter- 
elbe- (Eroß-Hamburg-) Frage bis auf weiteres 
nicht beabsichtigt ist. 
Prag, 15. April. Bei einem ru Ehren des polnischen verwundern, denn die Wege der polnischen und der 
Außenministers und Ministerpräsidenten Grafen tfchechoflowakischen Politik würden immer inch ständig 
,t zuin' 
3i">K 
Nachdem kürzlich bekannt geworden ist, daß 
in Bramfcld starke Neigung zum Anschlüsse an 
Hamburg besteht, haben numehr auch die kommu 
nalen und politischen Vereinigungen von Schiffbek 
eine Entschließung gefaßt, in der gefordert wird, 
daß Schiffbek an Hamburg abgetreten wird. 
Lmldung der „Norge" in Leningrad. 
Kopenhagen, 15. April. Wie aus Helsingfors 
gedrahtet wird, landete Amundsens Luftschiff 
„Norge" heute abend 71/2 Uhr in Gatschina. Das 
Luftschiff ist 17 Stunden von Oslo aus unterwegs 
gewesen. 
Gotschina liegt 45 Kilometer südsüdwestlich 
von Leningrad. 
Leningrad, 15. April. Amundsens Luftschiff 
„Norge" ist hier heute abend um 8 Uhr 16 ein 
getroffen. 
Die „Norge", die gestern nacht um 1 Uhr Oslo 
verließ, hatte wegen dichten Nebels über Mittel- 
schweben Oncnticrungoschwieriglciten zu überwin 
den. Der Führer des Luftschiffes mußte sich mit 
Hilfe des Kompasses und der Signale der norwegi 
schen und schwedischen Radiostationen vorsichtig 
vorwärtsarbeiten. Heute morgen 5,40 Uhr er 
reichte die „Norge" die erste Verbindung mit der 
schwedischen Nadiostation Vaxholm. Das Luftschiff 
konnte nicht mit Bestimmtheit seine Position an 
geben und wußte nur, daß es Kurs nach Osten 
hatte, in Richtung Finnland. Nach 8 Uhr verlor 
Vaxholm die Verbindung mit der „Norge". Diese 
bekam dafür für kurze Zeit Fühlung mit der Os- 
loer Station. Einen Augenblick war das Luftschiff 
bei Tresa in Södermanland beobachtet worden, 
100 Kilometer südwestlich Stockholm. Um die Mit 
tagszeit war „Norge" damit beschäftigt, mit Hilfe 
von Radiopeilungen auf die Radiostationen von 
Reval und Helsingfors seine Position zu bestim-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.