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IweiLes MaLL
Komnakendz'
17. April
Schleswig-Holstein.
Weiter« vr«vinzie!le Nachricht«« siehe 1. Blatt S. Seile
^um Flensburger Wettbewerb:
Küdermarkt und Kahnhofs-
îufutzrstraşşîe.
Vvn Walter H. Dammaim, Flensburg.
Flensburg tobt gegenwärtig ein wilder Kampf
muß es wirklich allen Ernstes so nennen —
. Eine Frage, in der alle Heimatliebenden und Sach-
î"şîchtigen einig sein sollten — um die Frage, ob der
§4
Sei
vermarkt, jene vorbildliche Leistung städtebaulichen
Eilgefühls unserer Vorfahren, zerstört werden oder
Thalien bleiben soll. Ein sehr fleißig bearbeitetes
reîchbeschiļktes Preisausschreiben zeigt, wider al-
E ^erhoffen, eine ausgezeichnete Möglichkeit, den
b
""markt nicht nur zu erhalten, sondern in seinem
^baulichen Wert sogar zu steigern. Weder die
ili
^gemein wichtige Südwand braucht zerrissen, noch
,^cht die einheitlich-ruhige Marktfläche durch Ver-
j. "slinten zerschnitten zu werden. Es wird die Mög-
^keit gezeigt, mit zeitgemäß zunehmender Haushohe
^ V die Platzfläche zunehmen zu lassen, wodurch also
, 5 einzig schöne Raumverhältnis gewahrt bleibt. Es
^ durch den Ausblick auf das Hauptkirchenportal
fceii
Kauze Stadtgegend um einen wertvollen Blickpunkt
heu
"chert.
Die Kirche, die z. Zt. im profanen Stra-
"verkehr steckt und, von unglücklichem Grünzeug
gantet, auf schiefer Fläche ostwärts abrutscht, Je»
“timt feste Sockelung und würdige Fassung, die ihr
^Eihe und Größe sichert — und siehe: der Chor der
gältet, dem merkwürdig oft das Ohr der Oeffentlich-
" M erreichen Gelegenheit geboten wird, schwill
faltig: Die Südwand soll und muß durchlöchert.
Platzschönheit zerstört werden; es ist, als ob der
derer, die vor Jahrzehnten nur ein Machtwort
^ Legierung in letzter Minute hindern konnte, das
"Edertor abzubrechen, immer noch lebendig wäre.
- Die ganze Angelegenheit — der Südermarkt ist
halbe — ist nun wirklich für Schleswig-Hol-
ja für ganz Deutschland von großer Bedeutung.
Şî le sich in dieser Grenzstadt der Eintritt des nördli-
Auslandes ins Reich darstellt, das ist in der Tat
J Deutschland eine Ehrenangelegenheit ersten Ran-
ķ’ ^as sollte es auch für Flensburg fein. Um die
Gestaltung des zukünftigen Bahnhofsviertels und
116 Zuwegung zum alten Stadtinnern, die über den
I,. ,"drarkt geschehen muß, handelt es sich in erster
'■Daß, wenn diese Aufgabe sachgemäß behandelt
i3 dadurch zugleich der ganze Fragenbereich auf-
der sich mit der Entlastung des Stadtkernes, der
^ ^stihrung des durchgehenden oder von weit kom
men Ueberlandverkchres beschäftigt — das ist
verständlich.
Die Bedeutung der Sache rechtfertigt es,
sie in
tob
^^Zsigen auch einer weiteren Oeffentlichkeit vor-
°«eu.
u t dem Südermarkt mündet von Norden ein
tkî hrszug, der in Zukunft nach Süden weitcrgelei-
muß, nennen wir ihn den Holmstrom. Er
eben am Südermarkt, jetzt rechtwinkelig über-
ijjk von einem westöstlichen Strom, der die Friest-
ijx^ud Angelburgerstraße entlang flutet. Die Ein-
in die Anaelburgerstraße ist eng und recht-
... c-..,- r ....
w‘“> Mithin schon heute so gefährlich, daß sie zur
der einen Fahrtrichtung reif erscheint. Das
istx>iLnde der Friesischen Straße ist zwischen engen,
tzf- W V... mii.s. ru:r s.„c.
nof s Mc ftt sperrenden Windungen so steil, daß sie nie-
Durchgang-fahrstraße hätte existieren dürfen
şidij/ 'si längst erkannt und hat zur Erbauung einer
ausbuchtenden Umgehungsstraße geführt, die
şŞrtîg ist — der Wettbewerb nennt sie die
— und in naher Zukunft die Angelburger-
Mitgehend, die untere Friesische ganz vom
entlasten wird. Der Schnittpunkt dieser
^°tku '"'t dem Holmstrom ist der zukünftige Verkehrs--
^şiegj ist eine verkehrstechnisch schon längst fest-
^»kt à, Selbstverständlichkeit, daß ein solcher Knoten-
gefahrlos wird, wenn man ihn nicht in
. ibst^iiger, sondern in schräger lleberschneidung,
^ņ^ļich unter Sichtfroihaltung der Zipfel
E^vrt^' 6cr Fahrbahnen, ausbildet. Aber die Be-
gradlinigen Holmverlängerung und des
. i>v e "EEEchbruches haben ein neues städtebauliches
Listen ^ deckt, das sie unter keinen Umständen ver
geh „,_ n: den Verkehrsschutzmann. An der von
^entbâ^ņşĢten Platzdurchbruchecke ist er freilich
»I ‘»cfirTi * v
jsich "0- Verlegt man den Verkehrsknoten weiter
i?" Dop»' şîÈ^t man den Holmstrom in großer, sich-
»Eidwesix,« "kurve um den Südermarkt herum bis zur
ti^ ^opîcrrt Platzes, läßt ihn dort in die Rote-
î, '"ļ ttefr 1 Eaße münden und die B-Straße tangen-
ŗ Ņ^einuu ^.draucht man den Schutzmann nicht. Wer
» 11 siädtenî man Städtebauaufgaben möglichst
g/ņ lösen r^^en Mitteln, nicht mit Uniformträ-
Auķ "igen şieht hier die zweite Schwäche der
ißuuq ^ļmdurchfllhrung — die erste war die
^che, dgş. ^ Platzwand. Die dritte liegt in der
^ ^r ÜBett’j, Kie einfaches Stadtplanstudium zeigt
dex^^aßenf „ ^ ^^rbausfall bestätigt, eine befriedigen-
8rv»^°lmdulKs-^ üblich des Südermarktes bei gera°
^«ruv. Ģruppoņ nut 6ei radikaler Beseitigung
»Ux , Er auch p "dtischer und privater Gebäude —
!e^ à" Sewaltiae °^rwurdigen Heiligengeistklosters —
weitab"r Ņaukostcnaufwand und — vor al-
ķostbare Überführung jetzigen Vaugrun-
'si.
S Man "traglose Straßenfläche möglich
si»b '"Ermarļj u. '^"ļmstrom östlich und südlich um
Sbu\ hi ^ UeS ” nb durch die Rotestraße, so
àler u."°ş"en iV vermieden. Welches sind
şistigeu Beienn ^îe Durchbruchfreuà zu
'•j ung des Rolestraßengedankens
i -i *
veranlassen? so fragt man sich. Aber diese Frage
harrt noch der — hoffentlich baldigen — Aufklärung.
Denn alles, was gegen die bisher städtifcherfeiis
vorgeschlagene Form des Rotestraßengedankens sprach,
ist durch die dankenswerten, glücklichen Anregungen
des Wettbewerbs überwunden. Gewiß; daß der Ver
kehrsstrom hckrt an der Chorecke der Kirche vorbei in
rücksichtsloser Diagonale über den Platz geführt wurde,
diesen in unerträglicher Weise zerschneidend und zum
Straßenbabuwagendepot erniedrigend — das konnte
man nicht wünschen; ebensowenig die unglückliche Ein
führung in die nach damaligem Plane viel zu enge
und zcchnlückig ausgeweitete Rotestraßenmündung.
Aber wir wissen nun, daß das alles unnötig ist. Daß
der Südermarkt in seiner Schönheit erhalten bleiben
kann; daß die, wie eine praktische Erwägung zeigt,
verhältnismäßig wohlfeil durchzuführende Verschie
bung der Westwand nach Westen nicht nur eine vor
zügliche Verkehrsführung ermöglicht, nicht nur eine
schöne und ganz neue Vlickrichtung auf das Kirchen
portal freigibt, sondern vor allem dem Platz, dessen
Umbauung unweigerlich in die Höhe wächst, seine alte
Raumschönheit wiedergibt. Wir wisien, daß diese
Straßenführung gestattet, das südliche Neuviertel so
wohl hinsichtlich des Erhaltens wie vor allem hinsicht
lich des Gestaltens einwandfrei durchzubilden — so
kam es, daß das Preisgericht, dem nicht nur hervor
ragende Fachleute, sondern auch eine Anzahl nicht
fachmännisch eingestellter Flensburger Bürger ange
hörte, erkannte und einstimmig aussprach, daß im
Sinne des Rotenstratzengànkens die endgüliige Lö
sung gefunden werden müsse. — Es ist zu hoffen, daß
der bessere Gedanke sich durchsetze und zur Ausführung
gelange.
Wenn man freilich hört, wie selbst so klarer Sach
lage gegenüber lauttönender Widerstand erhoben
wird, so zweifelt man fast, ob es möglich fein wird,
nun eine weitere Ausgabe zu lösen, die sich heran
drängt. Glücklicherweise gehört fast das ganze für
die Neubebauung bis zum Bahnhof hin in betracht
kommende Gelände der Stadt. Daß sie es nicht wie
der aus der Hand gibt, ist nach tzeutigen kommunal
politischen Grundsätzen selbstverständlich. Das genügt
aber nicht. Sondern, damit Flensburg dem doppelten
Anspruch als „das schöne Flensburg" und als Emp
fangsort an des Reiches Nordgrenze gerecht werde,
wird erfordert, daß die Neubebauung, namentlich in
unmittelbarer Bahnhofsnähe, sachgemäß durchgeführt
werde: Zuschnitt und Zweckbestimmung der einzelnen
Grundstücke; in zweiter Linie: einheitlich durchdachte
und zeitgemäß durchgebildete Bebauung. Wir wissen,
daß so etwas nur zu erreichen ist, wenn das gesamte
Aufgabenfeld in einer Hand bleibt. Es erhebt sich
hier der Gedanke einer „Gesellschaft" — Verzeihung:
„Arbeitsgemeinschaft" — zur Auswertung und Be
wirtschaftung eines möglichst umfassend zu begrenzen
den „Bahnhofsviertels". In dieser Gesellschaft müß
ten maßgeblich vertreten sein: die Stadt, das Kapi
tal und ein möglichst großer Vevölkerungsteil; man
könnte eine Reihe der großen Organisationen zu die
ser dritten Gruppe zusammeuschließen. Die Eesamt-
gesellschaft müßte ihre ausführenden Organe sorgfältig
auswählen und sie dann in der Durchführung ihrer
Ausgabe stützen und fördern; denn in diesen ausfüh
renden Persönlichkeiten muß natürlich die Gewähr der
durchdachten, im wahren Wortsinne großzügigen"
Ausführung liegen. Es ist eine wahre Freude, sich
vorzustellen, wie auf diese Weise selbst unter unseren
heutigen, drückenden Verhältnissen eine große Eestal-
tungsaufgabe groß und edel gelöst werden und ein
neues Flensburg entstehen könnte, das des alten, wie
es in feinen besten Tagen war, würdig wäre.
Ein schwerer AuLounfall.
Bier Personen schwer verletzt.
Eidelstedt, 15. April. Ein furchtbares Auto
unglück ereignete sich am Mittwoch auf der Pin-
neberger Ghauffee. Dort fuhr ein mit fünf Per
sonen besetzter Kraftwagen, als er vor einem Rad
fahrer ausweichen wollte, der kurz vor dem Auto
diese Chaussee kreuzte, gegen einen Baum. Der
Kraftwagen überschlug sich infolge des heftigen
Anpralls. Der Radfahrer trug erhebliche Ver
letzungen davon. Eine im Kraftwagen sitzende
Frau erlitt einen Schädelbasisbruch, der Manu
trug einen Armbruch davon; außerdem ist ihm
ein Arm ausgekugelt worden, ein Kind erlitt
schwere Brustquetschungen. Der Autolenker flog
in weitem Bogen auf einen nahe liegenden Acker,
wo er unverletzt landete. Der Kraftwagen wurde
vollständig zertrümmert. Die Unfallstätte bot ein
schauriges Bild. Dr. Schwarzenberg aus Eidelstedt
leistete den Schwerverletzten die erste Hilfe. Bald
darauf trafen weitere drei Aerzte und Chirurgen
aus Hamburg ein, die eine Ueberführung der Ver
letzten nach Hambirrg anordneten.
Altona, 15. April. Schließung der städtischen
Büros in Altona am 1. Mai. Der preußische Mi
nister des Innern hat auf die Anfrage Milberg
(Dn.) und Schrötcr-Kiel (D. V. P.) nachstehende
Antwort an den preußischen Landtag erteilt:
„Schließung der städtischen Büros in Altona am
1. Mai. Die Regelung der Dienstzeit in der städti
schen Verwaltung ist eine Angelegenheit der
Selbstverwaltung. Die Kommunalaufsichtsbehörde
ist zu einem Eingriff nur dann berechtigt, wenn
durch die Art der Regelung der geordnete Gang
der Verwaltung gestört wird."
Altona, 15. April. Große Unredlichkeiten hat
sich der Altonaer Mittelschulrektor I. zuschulden
kommen lassen. Z. war auf Vorschlag der Alto
naer Lehrerschaft zum Leiter des Altonaer Schul-
mufeums gemacht. Vom Schulmuseum wurden auf
Bestellung der Rektoren für die einzelnen Schulen
Lehrmittel geliefert. Die Bezahlung mußte von
den Schulleitern an das Museum gemacht werden.
Auch Schulbücher hat I. in größerem Umfange an
Schulen geliefert. Gelegentlich einer Prüfung
stellte das städtische Revisionsamt fest, daß die Ab
rechnungen sehr in Unordnung seien und über eine
Summe von etwa 28Ö0 Jl keine Belege vorhanden
seien. I. wurde von der Schulbehörde aufgefor
dert, sich dazu zu äußern. Er bestritt jede Unregel
mäßigkeit und legte eine Rechnung über die als
fehlend gemeldete Summe von einer Buchhandlung
vor, auf der der Empfang der Summe bestätigt
war. Diese Rechnung aber war, wie sofort vom
Revisionsamt festgestellt wurde, gefälscht. I. hat
diese Fälschung dann auch zugegeben. Einige Lo
genbrüder des I. hinterlegten den Betrag bei der
Stadt. Hinterher hat sich aber herausgestellt, daß
der veruntreute Betrag höher ist. Bis jetzt sind
rund 6600 Jl ermittelt. Es sind nicht nur Alto
naer Schulen geschädigt, auch an Schulen in Nach
barorten hat das Museum Lehrmittel geliefert, die
bezahlt sind, jedoch hat I. die Beträge für sich
verbucht.
dl. Kreis Stormarn, 15. April. Der Bau des
Reform-Realgymnasiums in Poppenbüttel soll von
der preußischen Regierung hinausgeschoben wer
den. Nachdem für die Vorarbeiten und Erd
bewegungen zur Herrichtung des Platzes bereits
die Summe von reichlich 70 000 Jl aufgewandt
worden ist, wurden nun die im Februar d. I. be
gonnenen Erdarbeiten am Baugrunde wieder ein
gestellt. —Eingebrochen wurde in Lemfahl-Mel-
lingstedt in der Nacht zum Donnerstag bei den
Einwohnern Hubatfch und Katzenstein. In beiden
Fällen wurden unter Mißachtung anderer Gegen
stände nur mehrere Fahrräder gestohlen. Spuren
der Diebe konnten in der Richtung auf Poppen
büttel verfolgt werden.
yu. Südliches Lauenburg, 1§. April. Schwerer
EinSruchsdiebstahk. Von Einbrechern schwer heim
gesucht wurde nachts der Landmann M. in Konkel-
au, Amt Schwarzenbek, dem man aus dem Rauch
fang zehn Schinken im Gewicht von 250 Pfd. und
15 Pfund Mettwurst stahl. Trotzdem der Polizei
hund aus Büchen sofort nach der Entdeckung des
Einbruchs zur Stelle war, blieben die Täter, die
mit den häuslichen Verhältnissen vertraut sein
müssen, bisher noch unermittelt.
Bad SrgeSerg, 15. April. Die Tollwut ist in
Neversdorf bei einem Hunde amtstierärztlich fest
gestellt worden. Infolgedessen ist vom Landrat die
Hundesperre über das gefährdete Gebiet verhängt
worden.
ah. Lunden, 11. April. Selbsttötung. Seit
einigen Tagen wurde der hier wohnhafte Dentist
Walter Sch. vermißt. Da die Ehefrau des Sch. sich
in Kiel aufhält, wurde angenommen, daß er sich
dorthin begeben habe. Heute abend wurde die
Wohnung durch die Landjägerei gewaltsam ge
öffnet und Sch. in seinem Arbeitszimmer mit einer
Schußwunde in der Schläfe tot aufgefunden. Aus
einem hinterlassenen Brief geht hervor, daß Selbst
tötung vorliegt. Die Gründe hierfür werden in
der schlechten finanziellen Lage des Sch. zu suchen
sein.
gx. Hennstcdt (Kr. Norderdithmarschen), 15. 1.
Unfall. Einen schweren Unfall erlitt am gestrigen
Tage der Landmann und Gastwirt Johann Brühn
Schmidt aus Oestermoor. Sch. fuhr mit Pfertz und
Wagen auf der Chaussee von Hennstedt nach
Oestermoor. Plötzlich scheuten die Pferde und Sch.
fiel vom Wagen. Er erlitt einen Bruch des lin
ken Schulterblattes, Quetschung des linken Knies,
sowie einen Ripprnbruch. — Aus der Vogclmclt.
An jedem Abend kommen taufende von Staren
und fliegen stundenlang über unserm Dorf. Des
Abends, wenn es dunkelt, nisten sie im hiesigen
Gehölz. Eine Schande ist es, daß Kinder sie ein
fangen und in Käfige sperren oder sogar mit
Steinen totwerfen.
Vüsum, 15. April. Ein schwerer Unfall er
eignete sich gestern in der Moltkestraße. Ter Fuhr
mann Jul. Steincke brachte dorthin eine Fuhre
Holz. Dasselbe geriet ins Rutschen, wobei das
Pferd plötzlich anzog und St. herabstürzte. Die
Räder gingen ihm über den Brustkasten. Die Ver
letzungen sollen ziemlich schwer sein.
rg. Büsum, 15. April. Eine Omnibus-Gesell
schaft hat sich hier gegründet, die drei Linien in
Betrieb nehmen will, einmal di-: bestehende über
Hedwigenkoog—Wesselburen nach Heide, eine
andere über Neinsbüttel nach Heide und eine dritte
auf der Geest. Die Gesellschaft will die kleinen
Fordwagen benutzen.
ns. Friedrichstadt, 15. April. Zigeuner durch
Feuerwehr abtransportiert. Es hatten sich zu dem
gestrigen Pferdemarkt bereits einige Tage vorher
vier Wagen mit Zigeunern eingefunden, die bei
der Rufsenkuhle in der Nähe der Eiderstraßen-
brücke lagerten. Diesen 1 Wagen folgten noch 7,
so daß im ganzen 11 Wagen mit Familien an
Ort und Stelle waren. Da feite,:s der Polizei
gegen die zahlreichen Zigeuner nichts auszurichten
war, wurde gestern abend die Feuerwehr alar
miert, welche die Gesellschaft über die Stadtgrenze
nach Stapelholm brachte. Ein Teil zog nach
Eiderstedt.
nr. Westlich von Bredstcdt, 15. April. Vom
Sönke-Nissrn-Koog. Die in früheren Jahren mit
Tausenden von Schafen belebten gewaltigen grü
nen Flächen des jetzigen Sönke-Nissen-Kooges ge
währen jetzt einen ganz anderen Anblick. Schweift!
der Blick über den alten Außendeich nach Westen,-
jo sieht man jetzt, so weit das Auge reicht, fast nur
eine graue Fläche, mit fleißigen Menschen belebt,
die den fetten Boden für den Ackerbau herrichteu,
mit zerstreut liegenden kleinen hölzernen Wohn
lichkeiten. Große Parzellen sind bereits, begünstigt
durch die Witterung, mit Hafer bestellt. Unter
den zahlreichen verschiedenen Arbeitsmrschinen
tritt besonders hervor der große Raupenschlepper,
der eine Fräsmaschine, die den Boden vollständig
zerkleinert und mürbe macht, in Tätigkeit setzt.
nt. JüSek, 16. April. Verschwunden. Der vor
ca. % Jahren hier zugezogene Landmann Otto
Braatz ist vor einigen Tagen mit seiner Familie
plötzlich verschwunden. Er hatte seinerzeit die
Erich Erichsenfche Landstelle käuflich erworben und-
sollte am 15. d. M. eine größere Summe an den
den früheren Besitzer zahlen. Stattdessen ver
kaufte er den gesamten Viehstapel, die Wagen,
Geschirre und landwirtschaftlichen Geräte und Aia-
schinen an einen Nachbarn, schaffte bei Nacht und,
Nebel seine Hausstandssachen an die Bahn und
„verreiste" nach Münster in Westfalen. Seine
Flucht wurde erst bemerkt, als die Milch, die B.
zur Meierei fuhr, nicht abgeholt wurde.
A Dörpstedt, 15. April. Die Spar- und Dar-
lehnskaffe für Dörpstedt und Umgegend hielt am
11. April ihre ordentl. Generalversammlung ab.
Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß
die Genossenschaft sich unter der Leitung ihres
bewährten Rendanten weiter gut entwickelt,hat.
Es wurde ein Umsatz von 1116 562,66 Jl und ein
Reingewinn von 1099,69 Jl erzielt. Auf 114 Spar
konten waren 23 928 Ji Spareinlagen eingezahlt,
ein Zeichen, daß der Sparsinn sich wieder regt.
Im Vorjahre hatte die Kasse die alten Sparkon
ten (soweit sie in der Lage war) aufgewertet, so-
daß wieder ein Grundstock vorhanden war. Was
das zu ļedeuten hat, sehen wir an der Höhe der
Spareinlagen. Auch soll die Spartätigkeit durch
Schulfparkassen und Heimsparkafsen, .wovon erst
mal 100 Stück beschafft werden sollen, gefördert
werden. Die Einlagen in lfd. Rechnung betrugen
23214 Jl, die eingezahlten Eeschäftsguthaben der
Mitglieder 25 430 JL Der Reingewinn wurde
wie folgt verteilt: 300 Jl in besondere Rücklage,
100 Jl als Bethülfe für Gründung einer Volks-
bitliothek in der Dörpstedter Schule, die 3 anderen
Schulen des Bezirks sollen auf Antrag in den näch
sten Jahren für den gleichen Zweck dieselbe Bei
hilfe haben, der Rest wird dem Reservefonds über
wiesen. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied
Gemeindevorsteher Zoh. Sierts wurde Johann
Siert-Dörpstedt gewählt. — Der landw. Dezugs-
verein hatte einen Umsatz von 925 075 Jl; der
Reingewinn bei diesem war: 416.92 Jl. An Dün
gemitteln wurden bezogen: 19 093 Ztr., an Futter
mitteln 1284 Ztr., an Sämereien 25 Ztr. und an
Kohlen und Koks 1300 Ztr.
ok. Kappeln, 14. April. Ein wertvolles Ge
schenk in Gestalt des prachtvollen Bildes „Die San
ta Maria des Christoph Columbus" wurde der
Stadt von einem ihrer Bürger gemacht. Der un
genannt sein wollende Spender hat das Bild zur
Ausschmückung des Rathaussaales bestimmt. —
Dis Eeneralpacht über einen größeren Teil der
städtischen Kleingärten wird der hiesige Obst- ünd
Gartenbauverein in nächster Zeit übernehmen.
Der Entwurf des Pachtvertrages ist bereits von
der Gartenkommisston durchberaten und gutgeheißen
worden. Es steht nur noch die Genehmigung des
Stadtverordnetenkollegiums aus. — Für die Er
mittlung einer vorsätzlichen Brandstiftung, die
zur Verurteilung der Täter führte, wurde dem
Oberlandjäger Lausen im benachbarten Arrild ei
ne Belohnung von 1242 RM. zuerkannt. Weiter
wurden dem Oberlandjäger Rahn in Faulück und
dem Tischler Truelsen in Schrepperie für die Auf
deckung eines Versicherungsbetruges Belohnungen
von je 300 RM. ausgezahlt.
Eckernförde, 16. April. Differenzen zwischen
Magistrat und Bürgermeister. In einer Eilsitzung
der städtischen Kollegien, in der Beigeordneter
Aeissen den Vorsitz führte, La der Bürgermeister
sich krank gemeldet hat, wurde vom Vorsitzenden er
klärt: Vor einiger Zeit sei ihm in amtlicher Eigen
schaft zu Ohren gekommen, daß Bürgermeister
Pönitzsch eine amtliche Urkunde unterzeichnet habe,
die er nicht ohne Zustimmung des Magistrats, viel
leicht auch der Kollegien hätte unterschreiben dür
fen. Auf alle Fälle sei die Urkunde für die Stadt
nicht verbindlich. Die Sache habe sich aber zu einer
inneren Angelegenheit für den Magistrat ent
wickelt. Schon bei früherer Gelegenheit sei der
Bürgermeister darauf hingewiesen worden, daß er
die Rechte der Magistratsmitglieder und der
Stadtverordneten respektieren müsse. Die er
neute Außerachtlassung der Befugnisse der von
der Bürgerschaft gewählten und ihr gegenüber ver
antwortlichen Stadtvertreter habe den Magistrat
veranlaßt, zu erklären, daß er ohne scharfe Ab
grenzung der gegenseitigen Befugnisse die Zusam
menarbeit mit dem Bürgermeister ablehnen
müsse. Vom Regierungspräsidenten sei ein Ver
fahren eingeleitet worden, das die Angelegenheit
klarstellen werde. Er betone, daß Geldinteressen
der Stadt, nach allem was bekannt sei, nicht ge
fährdet feien. Bürgermeister Pönitzsch habe mit
geteilt, daß er durch Ueberänstrengung und infolge,
der Maßnahmen des Magistrats gesundheitlich so
angegriffen sei, daß er. seinem Dienst nicht nach-
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