Das Unici'fibc-Probîcm, Hamburg und Preussen.
Die Notwendigkeit gemeinsamer Aufgabenlösung.
G i&ei ten städtischen Haushaltsberatunzcn sprach
de: Oberbürgermeister der hannoversch. Stadt Harburg,
Dr. Dudet, über die Notwendigkeit der Wahrung der
wirtschaftlichen Zuieresscn Harburgs gegenüber Ham
burg und im Zusammenhang damit über die Grog-
banbnrgfragc, in der ja nun, nach Erstattung des
Gutachtens durch Sraatsmimstcr a. D. Drews und
Reichsschatzsekretär a. D. Graf Rädern, die Aufnahme
der offiziellen, einer Lösung zustrebenden Verhand
lungen zwischen Preußen und Hamburg bevorstehen
soll.
Dr. Dudek führte aus:
. „Der Magistrat ist mit mir überzeugt, das; das
Wirtschafts-. Tiedlungs- und Perkehrsproblem Un
terelbe sdic Grog-Hambnrg-Frage) nur gelöst wer
den kann in der Zusammenarbeit zwischen Pre,then
und Hamburg. Ich brauche nicht zu betonen, daß
mir selbstverständlich weit davon entfernt sind, gegen
Hamburg und seine volks- u. weltwirtschaftlich über
ragend« Stellung irgendwie voreingenommen zu
sein. Wir sind aber zunächst einmal vorzugsweise
dazu berufen, die Interessen der Stadt Harburg
wahrzunehmen, und diese widersprechen in vielen
Punkten denen Hamburgs. Das Gutachten des
Staatsministers a. D. Drews und des Reichsichatz-
, sekrctärs a. D. Graf Rödern, Hamburg, ist uns in
großen Umrissen bekannt. Es fordert die Abtretung
! von Wilyelmsdurg mit allen Elbinseln, also Katt-
wnk. Hohe-Schaar, Finkenwärder und Altenwerder
am Hamburg und legt Hamburg dafür eine fort-
lansend« Entschädigung zugunsten der benachbarten
preußischen Städte auf. Gegen diese Regelung, be-
ionders aber gegen das Abtreten von Wilhelms-
burg, Kattwyk und Hohe-Schaar an Hamburg, müs
sen wir im Interesse Harburgs auf das nachdrück-
lichsie protestieren. Damit würde jede Weiterent--
wickelung Harburgs durch die überragende wirt
schaftliche Stärke der in den genannten Gebieten
dann von Hamburg entwickelten Hafen anlagen ein-
■ fach unmöglich gemacht. Tollte der preußische Staat
das tun, dann werden mir mit Nachdruck fordern,
daß auch Harburg au Hamburg abgetreten wird.
Wir haben keine Lust, ähnlich wie Wilhelmsburg,
zu einem wirtfchaşilich ohnmächtigen Fabrikarbeiter-
vorort von Hamburg herabzusinken. Preußen mutz
als Staat sich darüber klar sein, ob es einen Hafen
an der Elbe halten will oder nicht, der in seinem
. eigenartig wirtschaftlichen Charakter durchaus keine
Konkurrenz für Hamburg zu bedeuten braucht und
trotzdem ein wichtiges Glied im Gesamtbild der
deutschen Volkswirtschaft darstellt. Hält Preußen
Dies für notwendig und zweckmäßig, dann muß es
ober auch alles Unterlasten, was seiner Absicht
widerspricht. Halbheiten wären hier überaus ver
derblich. Abgesehen davon, würde ein« Gebiets
abtretung in dem erwähnten Rahnen das Unter-
elbc-Problem keineswegs lösen. Die Siedlnngs-
und Verkehrsfrage, wie die Frage der Grundflächen
und ihre systematische Unterhaltung im Gesami-
wirtschastsgebiet der Unterelbe bleiben noch weiter
hin ungelöst. Alles wäre Stückwerk, und spätere
Generationen würden unsere Kurzsichtigkeit ver
fluchen."
Der Siadt Harburg brennt besonders eine etwaige
Abtretung der Stadt Wilhelmsburg an Hamburg auf
den Fingernägeln. Bekanntlich wünscht Wilhelmsburg,
das, auf der Elbinsel gelegen, Hamburg vorgelagert
ist, Anschluß an Hamburg.. Die Stadt Harburg aber,
die sich durch Eingemeindung vergrößern und stärken
will (ebenso wie die andern Städte im Gebiet des
Unterelbeproblems: Hamburg, Altona und Wandsbek),
wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine Eiirver-
lcibung Wilhelmsburgs mit Inselumland in Ham
burg, imd sie hat in dieser Hinsicht die Provinz Han
nover hinter sich.
Außer der Hervorkehrung speziell Harburger In
teressen beruht eine Hauptberonnng in den Dudekschen
Ausführungen unseres Erachtens darauf, daß das
Problem der besten wirtschaftlichen Erschließung des
Unierelaegebietes (Hafenanlagen, Industrie- und Ar
beitersiedlung, Berkchrspolitik) nur gelöst wer
den könne in der Zusammenarbeit zwischen Preußen
und Hamburg. Wir wissen nicht, wie die endgültige
Stellungnahme der preußischen Staatsregierung bei
den setz! in die Wege geleiteten maßgebenden Ver
handlungen zwischen Preußen und Hamburg sein wird.
Wir glauben jedoch zu wissen, daß, wenn man sich den
Standvunkt der an dein Problem Unterelbe unmittel
bar beteiligten Provinze» Hannover und Schleswig-
Holstein sowie der im Zusammenhang mit dem Unter
elbeproblem vielgenannten Städte und Kreise (Al
tona, Wandsbek, Harburg, Kreise Stormarn und Pin
neberg) zueigen macht, man preutzilcherieits unbedingt
grundsätzlich daran festbaltcn wird, daß eine Lösung
des Problems in prenßisch-hambnrgischer Zusammen
arbeit gefunden werden muß und unter dem Leitge
danken, daß das deutsche Linfichrzcntrum an der
Unterelbe, das wohl auch das wirtschaftlich aus
sichtsreichste Gebiet ganz Deutschlands ist und in das
sich territorial und wirtschaftlich Hamburg und
Preußen teilen, unter gleichmäßiger Berücksichtigung
der Interessen Hamburgs und Preußens sowie der
beiden übergeordneten des Reiches gefördert werden
soll.
In den genannten Kreisen und Städten läßt man
wobl mit sich reden über unabwendbare Gebietsab-
rimdungen kleineren Umfanges. Dagegen nimmt man
scharf Front -gegen größere Gebietsabtretungen, wie sie
Hamburg offenbar genehm wären, und man vertritt
den wohlbegründetcn Standpunkt, daß. da Hamburg
dies eminent wichtige Problem der llnterelbe allein
gar nicht lösen könne, eine Förderung der beiderseiti
gen Interessen und der übergeordneten des Reiches ge
sucht werden müsse in den Formen eines hamburgisch-
vrenßischen Sicdlungsverbandes und einer Hafenbe
triebsgemeinschaft für nouzusch affendes Häfen,gebiet.
Preußen kann, wie mit gutem Grund geltend gemacht
wird, auf größere Distrikte im Unterelbegebict nicht
verzichten, weil cs den stärksten Handel in Deutschland
hat und sich die immerhin interessante statistische Fest
stellung ergeben hat, daß zwischen 70 und 80 Prozent
der im Hamburger Hafen verfrachteten Waren nach
Preußen gingen. Auch wird Hamburg angesichts seiner
Gebietsvergrötzerungswünschc vorgehalten, daß große
Flächen feines Safengeländes noch nicht ausgenutzt
seien.
Und aus alledem wird die Schlußfolgerung ge
zogen, da« versucht werden müsse, mit Hamburg zu
einem oerwaltungstechnischen Ausgleich zu kommen.
Darüber kittäs gehen Anregungen, die verkshrsökano-
mifch zweckmäßigsten Anschlüsse ins deutsche Binnen
land ait die Unterelbehäsen und möglichstgiirnftfae Um
schlags ta rife im Hamburger Hafen zu schaffen, own die
Ware verbilligt an den Verbraucher bezw. das weiter
ZU verarbeitende Produkt verbilligt an den Iitdn-
Amor aus Schleichwegen.
Ein heiterer ^on^^lt von Friede Birkn er.
52) şş Nachdruck verboten.
Maria schloß bei diese» in leichtem Ton ge
sprochenen Worten die Augen, denn das Gefühl der
namenlosen Angst, die sie um den Mann ihrer Lie
be ausgestanden hatte, übermannte sie, und sie
wollte die Gesellschaft nicht in die feuchten Augen
sehen lassen. Aber Mar hatte doch mit einem tie
fen Aufatmen des Glückes gespürt, was in Maria
vorging.
„So wäre also Roy zur höchsten Not gekom
men?" fragte Christa.
„Das kann man wohl mit Recht behaupten,"
erwiderte Max lachend. Christa stand auf und ging
zu Roy, der sich eben andächtig mit seinem Schuh
befaßte, der ihn drückte, und griff in Roys volles
Haar, bog lachend feinen Kopf zurück und küßte ihn
herzlich auf den Mund.
„So, und nun müssen Maria und Daisy das
gleiche tun, das ist unser Dank dafür, daß Sie Mi
ster Bredow so prächtig aus der Mausefalle geholt
haben."
„Donnerwetter, gehr's mir aber heute gut!
Das bin ich gar nicht gewöhnt, meine Damen!"
Ader mit dein größten Genuß nahm er die Küsse
entgegen und stichle Robert und Max höhnisch aus:
„Actfch, meine Lieben, so gut geht's mir, so feiert
inan den Sieger von Schanghai!"
„Kommen Sie mal wieder runter von Ihrem
Thron, junger Held, wenn ich nicht entführt wor
den wär«, hätten Sie den Lorbeer des Erretters
nicht einheimsen können, — folglich gebührt mir
der Lohn, und ich wende mich an die Gerechtigkeit
ber Damen und fordere meinen Lohn!" Max sah
lachend eine der Damen nach der anderen an und
harrte in erwartungsvoller Stellung. Christa legte
den feinen Zeigefinger an das Rüschen und sagte
tiefernst, doch mit verhaltenem Schalk in der
Stimme:
„Wenn er recht hat, soll er recht haben! Ge
rechtigkeit erhöhet ein Volk, also — ich .zahle mei-
aen Beitrag an die Gerechtigkeit." IInd mit einem
keinen Erröten legte sie den Arm auf Maxens
Schulter und bot ihm die weichen Lippen, die er
zart küßte, um sich dann pit Dank über ihre Hand
W neigen. „So. und nun die andere»! Damit
keine Drängelei entsteht, schlage ich vor, daß wir
des weiteren dem Alter nachgehen. Demzufolge
käme jetzt Missis Daisy dran," fügte Christa hinzu.
„O," rief Daisy lachend, „wenn das Kurtchen
erfährt!"
„Latz dir ja keine grauen Haare wachsen,
Schwester-herz, Kurtchen nimmt solcherlei Dinge
auch nicht so genau," beruhigte Roy seine Schwe
ster, die dann auch mit lachendem Munde ihren
De r pfl i chturige n na chka in.
Als nun die Reihe an Maria kam, die vor in
nerer Erregung blaß geworden war, suchte jeder
der Anwesenden für seine Augen ein anderes Ziel,
denn jeder ahnte, was dieser Kuß für Maria be
deutete. und es erschien ihnen allen aufdringlich,
diesem Kusse zuzusehen.
Max sah Maria mit großen, voll Liebe strah
lenden Augen entgegen, nahm ihre zitternden
Hände fest in die seinen und küßte sie. ehe sie ihm
die Wange bieten konnte, wie es ihre Absicht ge
wesen war, innig und fest auf den bebenden Mund.
Und leise, wie ein Hauch, flüsterte er dabei:
„Ich hab' dich lieb, Maria!"
Wie erwachend sah sie ihn an, und er drückte
ihr noch einmal fest die Hand, zog sie an seine Lip
pen und ging dann schnell mit einem Scherz über
die Lage hinweg, um ihr Gelegenheit zu geben, sich
wiederzufinden.
„So. nun wäre ja der Fall auch zur allgemei
nen Zufriedenheit erledigt," sagte Werner Hartung
lachend.
„Erlauben Sie mal. Mister Hartung, so allge
mein, wie Sie annehmen, ist die Zufriedenheit nun
denn doch iricht!" rief Robert lachend dazwischen.
„Ich kann ja sehen, wo ich mit meinem neiderfüll
ten Herzen bleibe!"
„Bleiben Sie. ruhig, kleiner Schmerzensreich!
Wenn Sie mal von den Chinesen geangelt werden,
dann wird Ihnen auch diese fürstliche Belohnung,"
beruhigte ihn Roy großmütig.
„Um aber noch einmal auf die notwendigen
Vorfichtsnraßrogeln zu kamnren, die doch unbedingt
angewendet werden müssen, wenn Sie aus dem mir
unbegreiflichen Wunsche bestehen wollen, gegen
diese Schurken nichts vorzunehmen, so müssen wir
uns doch einen Plan zurechtlegen."
„Das einzige, was zu tun ist und was wohl
auch den gewünschten Erfolg haben wird, ist, daß
flttellen HeranMvrmgen. In vtsser Bezkêng sek'auch
an den projektierten sog. Hansakanal gedacht, der das
Rubrgebiet mit dem Unterelbogsbiet verbinden soll.
Hiibisfnrtrebel tut beide Teile ist selbstredend jenes
Gerücht, daß Hamburg in Preußen M-fgeben solle. Das
wird Hamburg nicht tun und Schleswig-Holstein nicht
wollen. Schleswig-Holstein wird aber auch nicht etwa
250 000 Menschen verlieren wollen, die das ursprünglich
von Hamburg gewünschte Geibiet bewohnen. *
Der Harburger Oberbürgermeister behauptet, das
Gutachten von Drews und Gras Rödern enthalte die
Forderung der Abtretung Wilhelmsburg? und nàrer
Elbinşşeln an Hamburg. Wennschon ein solcher Kardi-
nalpunkt des Gutachtens bekannt wird, dann wäre es
angebracht, -daß das Gutachten bald vollständig an die
Oeffentlichkeit herangebracht würde, damit man es
dann im ganzen he-urteilen könnte.
In der „Rbelnisch-WestlSlischen Zeitung" vom 30.
März befindet sich ein bemerkenswerter Staffn«, betitelt
„Die Groß - Hambu r g -Frage — ein Problem wirtschaft
licher Kräfteverteilung", in welchem die Interessen
der Industriehasenstadt Harburg gegenüber Hamburg
wahrgenommen werden. Zusammenfassend heißt es
am Schluß des Aussatzes: „Es gibt nur eine wahrhafte
Lösung der Groß-Hamtburg-Frmge. Sie besteht darin,
daß sich alle beteiligten Länder, Provinzen und Ge
meindeverbände — zusammenfinden, um mit allseiti
gem guten Willen die bestehenden Schwierigkeiten
durch gemeinsame Arbeit zu überwinden. Schwierig
keiten verursachen in erster Linie Städte-boA und Ver
kehrswesen, und diese Schwierigkeiten wird man nie
mals durch Gebietsabtretung ganz aufheben können.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist zu
erwarten, daß Hamburgs neues Stadtkl-cid im Lause we
niger Jahrzehnte wiederum zu klein geworden ist. Wie
weit will man dann die Vergrößerung treiben? Es
gibt nur eine wirkliche und dauerhafte Lösung, das ist
die Zusammenfügung aller Beteiligten zu einer Ar
beitsgemeinschaft. Welche Form, welchen Namen man
ihr gibt, ist gsseichgültiig. Wer im Laufe der letzten
1/3 Jähre hat sich bei all denen, die guten Willens sind,
der Gedanke durchgesetzt, daß nur eine eriolgverspre-
chende Fovm besteht: „der Siedlungsverband". Sein
Vorbild im Ruhrkolllcnbezirk ist im Laufe weniger
Jahre eine ebe-nso segenstiftende wie unentbehrliche
Einrichtung geworden. Wenn der SiedlunssverLand
ergänzt wird durch sine Safenbetriebsgemeinschaft, so
werden die Voraussetzungen für eine reibungslose
organische Entwicklung des Unt-erelbegsbiets zum Be
sten seiner Bewohner vorhanden sein. Diese wahrhafte
Lösung des Problems wird zu der so notwendigen Er
sparnis und Rationalisierung beirrqx-en. und das ist
wirkliche Oekonamie -der Kräfte."
urom? imtmmm.'ìmammBmmmmmtmmmimmmmi
Krrrze Tagesrundfchem.
Eine dänisch-amerikanische Grönland-Expedition
wird nächstens unter Leitung des bekannten dänischen
Polarforschers Peter Frettchen ausgerüstet werden.
Die Expedition hat sich die Erforschung von Westgrön
land zur Aufgabe gestellt. Sie wird sich zweier
Flugmaschinen bedienen, die auch bei der kartenmäßi-
gen Festlegung^der zu erforschenden Gebiete zur An
wendung kommen sollen.
Die Nationalmnscums-Sammtang und Nord-
schleswig.
„Verlingske Tidende" teilt mit, in wie starkem
Maße die einzelnen Landesteile zu der Sammlung
für ein dänisches Nationalmuseum, die bekanntlich
im ganzen 1800 000 Kronen erbracht hat, bei ge
fragen haben. Aus Nordşchleswiz ist danach ein
Betrag von 27 000 Kronen eingegangen, während
auf der Insel Fünen 47 000 und auf Seeland
97 000 Kronen gesammelt wurden, ^ :
— Beim Rangieren getötet. Aus der kleinen
dänischen Station Odder bei Horsens wurde der
55jährige Rangierer Nielsen vom Zuge überfah
ren, Wie sich das Unglück zugetragen hat, konnte
nicht mehr festgestellt werden. Der Getötete hin
terläßt cine Frau und zwei erwachsene Kinder.
— Furchtbares Gasdrama in Veile. Der
Kaufn rann Anders Jensen in Vejle hat in der
Nacht auf Montag sich selbst, seine Frau und sein?
beiden Knaben durch Gasvergiftung getötet. Man
nimmt an. daß unglückliche wirtschaftliche Verhält
nisse der Anlaß zu dieser Schreckenstat gewesen
sind.
— Auf See verbrannt. Der dänische Fisiher-
kutter „E. 194 Oda" geriet westlich von Sylt in
Brand. Das Feuer wurde durch Explosion einer
Lampe verursacht. Die Besatzung konnte von er
nem anderen Fischerkutter gerett-er werden.
- Noch immer Eis in der Finnischen Bucht.
Wie „Svenska Dagblädet" aus Helsingfors gemel
det wird, ist der südliche Teil der Finnischen Bucht
noch immer vereist. Ein estnischer Eisbrecher soll
nicht imstande sein, die Fahrrinne nach der Stadt
Reval freizuhalten. Die estnische Regierung hat
daher Verhandlungen mit der finnischen Regie
rung eingeleitet, um einen finnischen Eisbrecher zu
Hilfe zu bekommen.
London, 31. März. Wieder ein englisches
Landschloh niedergebrannt. In dem 1100 Jahre
alten Landschloß Closeshall brach gestern nacht
Feuer aus, das großen Schaden anrichtete. Die
Londoner Polizei hat einen Dienst eingerichtet, um
die Ursache der vielen Schloßbräirde festzustellen.
II it ndf un tt-P r o gram m.
Freitag, 2. Slpril 1926: 9 Uhr: Margenfeier
am Karfreitag. ■— 4 Uhr: Die Legende von der
heiligen Elisabeth. Oratorium von F. Liszt.
8 Uhr: Uebertragung aus der Mirsikhalle: Orgel-
Konzert, Prof. Alfred Sittard. — 10 Uhr: Wei
ter- und Sportbericht.
Sonnabend. 3. April 1929: 3,45 Uhr: Frau
enleben in früherer Zeit. Eine kulturhistorische
Plauderei von Jacob Dadel-Elding. — 4,15 Uhr:
Bremen: Volkstümliches Konzert. — 5 Uhr: Bre
men: Der ernste Brahms. — 8 Uhr: Osterfreudsn.
Konzert der Funkwerbung. — 7 Uhr: Rechtsfunk
der Rorag: Rechtsbetrachtungen über Goethes
Faust von Rechtsanwalt Dr. Zorn. — 7,30 Uhr:
Schule der Sprachen: Englisch. — 8 Uhr: Dat>
Osterspäl oun Redentin. Ut dat Middelnedder-
dütsche öwersett un for de Späldeel torechtmakr.
vun Fr. Lindemann. — 10 Uhr: Wetter- und
Sportbericht. Die Theater der Woche.
Sonntag. 4. April 1928: 9.15 Uhr: Ostern.
— Esperanto. 11 Uhr: Parolado en Esperanto. 1
11,30 Uhr: Unterrichtsvortrag. (Deutsch.) Spre
cher: Karl Minor. — 12 Uhr: Dr. Funk, Inge
nieur. — 12,30 Uhr: Funkstunde des Funkverban-
des Niederdeutschland. — 1,45 Uhr: Festkonzert.
— 2,30 Uhr: Schachschule für Anfänger. — 3,30
Uhr: Funkheiirzelmann. — 4,15 Uhr: Hamburg:
Indiskretionen. Hamburger Theaterplaudereien
von Wilhelm Ehlers. — 4,30 Uhr: Die Geschichte
der deutschen Oper. — 6 Uhr: Erinnerungen eines
Weltkorsffpondenten. Von Philipp Berges, 4.
Der große Ueberländer. — 7 Uhr: Faust. Der
Tragödie erster Teil von Goethe.
ich mich eben nicht mehr allein auf die Straßen
wage, nicht mehr allein ausgehe," sagte Akax und
wechselte einen Blick mit Roy.
„Es ist überhaupt nicht gut, wenn hierzulande
ein Europäer allein geht, man kann diesen verflix
ten, gelben Kerlen nie über den Weg trauen,"
sagte Herr Hartung, „ich sehe es auch gar nicht
gern, wenn Chvista mit Fräulein Holm allein aus
geht, wenigstens Roy könntet ihr doch mitnehmen,"
fügte er. zu Christa gewendet, hinzu.
„Hm, weil der liebe Roy auch so gar nichts zu
tun hat, als mit kleinen Mädchen şpazîerenzugc-
hen," brummte Roy.
„Und ich bin der Airsicht," sagte jetzt Daisy,
die schon seit einiger Zeit vergebliche Versuche an
stellte, das Gähirsn zu unterdrücken, „daß wir nun
alle ganz gern zu Bett gehen könnten, denn es ist
bereits.eine Stunde nach Mitternacht."
„Aber, Schwesterherz, du süßes, wer hindert
dich denn daran, dies sofort zu tun?" Roy sah seine
Schwester völlig ungerührt an und fühlte sich nicht
im geringsten veranlaßt, seinen behaglichen Sitz in
dein tiefen Klubsessel dem Rirhebedürfnis seiner
Schwester zu opfern.
„Ray, du bist ein Ekel, und ich muß doch Kurt
bitten, wenn er wieder hier ist, daß er dich mal
gründlich erzieht," lachte Daisy in ihrer schwester
lichen Hilflosigkeit.
„Kurtchen mich?! Du, das köirnte was Nettes
werden! Umgekehrt würlde schon eher was draus."
Roy wollte sich noch etwas bequemer setzen, als ihn
Max. der wohl spürte, wie abgespannt und müde
Maria nach den Aufregungen war, lairgsam, aber
todsicher am Kragen hochzog, mit einer Kraft, die
ihm wohl keiner zugetraut hätte.
„Konnnen Sie, Sie famoser Kerl, schaffen wir
uns einen guten Abgang, ehe wir hier aus diesem
gastlichen Haus durch nicht erfolgtes Auffordern
zum Verweilen sanft, aber nachdrücklich an die
Luft fliegen. Ich glaube, wir sind alle müde, denn
„dieser letzten Tage Qual war groß". Und den da
zu gehörigen langen Schlaf gedenke ich auch zu
tun."
„Ra, schön, wenir Sie auch fahnenflüchtig wer
den, denn muß' ich ja wohl! Und Sie, Rex?"
„Auch müde, und die Danren haben alle drei
schon ganz kleine Augen, also höchste Zeit zum Ee-
„Wenn man mich für gänzlich ungastlich er
klärt, meine Herren, — ich fordere Sie auch nicht
zum Bleiben auf", erklärte Werner Hartung la
chend. Und so wehrte es nicht mehr zehn Minuten,
bis die drei Herren die „Villa Hartung" verließen.
Zwei Kabeltelegramme. Das erste:
.Vi
tone
Hartung, Deutschland, Duisburg: Genaue Angabe
eines bestimmten Kennzeichens von Mister Bre
dow sofort kabeln."
Das zweite: „Lo Lung, Schanghai, Chinesen
stadt, Honkongstraße: Brauner Fleck unter rechtem
Auge, dasselbe neben linkem Ohr."
Zwei Briefe.
„Missis Hartung! Auftrag gemäß hatten
wir versucht, bewußten Gegenstand an uns zu brin
gen, doch wurde er uns-wieder entwendet. Mit
Ihrer Zusicherung von zehn Prozent des ganzen
Gewinnes können wir uns nicht zufrieden geben.
Wir müsseil um eine Anweisung der bewußten
Summe bei der hiesigen englischen Bank ersuchen.
Wie sie dieselbe ausstellen, wird Ihnen schon Kin
Lung sagen. Ehe diese Anweisung mit nochmaliger
Auftragserteilung in klarer, nicht mißzuverstehen-
der Form in unseren Händen ist, können wir nichts
unternehmen, bitten aber zu bedenken, daß nicht
mehr viel Zeit zu verlieren ist, da besagter Gegen
stand bald wieder nach Deutschland zurückgebracht
wird. Tse Hai." (Fortsetzung folgt).
«feUPMÄNNiseHg PRmisemsi
Hafbjahrskurse beginnen:
Donnerstag, den 8. ÆoriS