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119. Jahrgang,
LanDsszsllung
119. Jahrgang.
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Anzeigenprels:
Die lOgefpa'tene Kolonelzeile 22 Goldpfennig. Rekla
men 125 Goldpfennig, Zahlungsziel 14 Tage,
Sonntag, den 4. April
* Avercscu erklärte Pressevertretern, er messe
einer Verbesserung der italienisch-rumänische»
Beziehungen große Bedeutung bei.
*Bci den Zusammenstößen zwischen Mohammeda
nern und Hindus in Kalkutta sind 30 Tote
und 158 Verwundete gezählt worden.
* Die Vorschläge der englischen Grubenbesitzer an
die Bergarbeitergewerkschasten wurden vom
Sekretär dieser Gewerkschaften alg ungenü
gend bezeichnet.
Rach einem offiziellen Communiaue dêr deutiàn
Wirtschaftsdelegation in Paris, haben sich
Italienische Kolonrsations-
pirine: Deutsch-Gftafrika.
TU. Berlin» 1. April. Aus bestinformierter
Quelle erfährt der Londoner diplomatische Mit
arbeiter des „Asten-Qsteuropa-Dienstes", daß die
italienische Regierung gegenwärtig in London
Verhandlungen mit dem Kolonialamt über die
italienische Besiedlung Deutsch-Ostasrikas führt.
Die italienische Regierung schlägt eine großzügige
Ansiedlung italienischer Kolonisten unter italieni
scher Kontrolle und Finanzierung in Deutsch-Ost-
afrika vor. Mussolini hat ferner den Wunsch nach
einer Verwaltungs, und Kulturautonomie für die
italienischen Kolonisten geäußert. Wie der diplo
matische Mitarbeiter des „Aflen-Osteuropa-Dien-
stes" hierzu weiter erfährt, wird der von Mussolini
entworfene italienische Siedlungsplan für Deutsch-
Qstafrika im englischen Kolontalamt mit Wohl
wollen behandelt.
oer Sitzung ves Haushal'sausschusses der
Wilhelmsburger städtischen Kollegien wurde darauf
hingewiesen, daß die Staats-Minister a. D. Drews und
Rödern ihr Gutachten in der Eroß-Hamburg-Frage
an dir preußische Staalskegierung und an den Ham-
burger Staat abgegeben haben. Es wurde betont, daß
in der Groß-Hamburg-Fiage Wilhelmsburg eine
Rolle spielt. Der Beschluß ging dahin, den Magistrat
zu beauftragen, bei der preußischen Staatsregierung
die Verössentlichung de» Gutachtens zu verlangen.
Der Landkreis Harburg pflegt stets mißmutig zu
reagieren auf Eingemeindungsbeftrebungen der Stadt
Harburg, !o auch wieder angesichts der Etatsred« des
Harburger Oberbürgermeisters Dr. Dudek. Im Kreis-
tag des Landkreises Harburg führt« der Landnn Dr.
Helferich aus, daß di« Eingemeindungsbestrebungen
de» Harburger Oberbürgermeister, in letzter Zeit auf
RSnneburg und Marmstorf gerichtet seien. Rànàrg
habe dt« EingemeinduncisVerhandlungen abgelehnt.
Wenn Dr. Dudek von der Schaffung eines Flutzfchiff-
ìimeretbegebtetes fei auch leider wieder von der Mög
lichkeit einer Abtretung von Finkenwerder, Alten-
werder und Kattun,k mit Hohefchar gesprochen worden.
Er kenne nicht das Gutachten der früheren Staats-
Minister Drews und Rödern in feinen Einzelheiten,
gebe aber dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß die
Gebiete dem Landkreis Harbutg erhalten bleiben.
Für Dr. Dudek nahm in der Debatte der Rönne-
burger Vertreter Partei. Die Debatte fand ihren
Niederschlag in einer von der Mehrheit de» Kreistaoes
angenommenen Entschließung. Darin heißt «», daß der
Kreistag sich energisch dagegen verwahr«, von dem
Harburger Oberbürgermeister al, tin wirtschaftlich
schwacher Kreis bezeichnet zu werden. Aus den Wor
ten des Oberbürgermeisters spreche eine Mißachtung
der Devölkerunr des Landkreises, und dagegen pro
testier« d«r Kreistag ganz entschieden.
a
îluch die Differenzen zwischen Stabt und Landkreis
Harburg tun dar. daß di- Lösung all der Fragen im
Unterelbegeblet und ein Ausgleich der Interessen zwi.
schen den einander widerstrebenden Faktoren nur mög-
lich zu sein scheint durch das Eingreifen gefaeietpartei»
'icher Instanzen, wofür nach der gegenwärtigen Lage
der Dinge die Formen eines Siedlungsverbandes und
einer Kakenbetriebsgemeinschast für neue» Hafengebi'et
in Erwägung kommen. I
Leide Parteien ÜSer den Text des Entwurfes
ernes ZtifatzaLkommens zu dem Abkommen
vom 12. Februar geeinigt und beschlossen, ihn
beschleunigt ihren Regierungen vorzulegen.
Zn der Krisis im englischen Kohlenbergbau ist eine
Verschärfung eingetreten,
wegen Landgerichtsdirektor Jürgens ist die Vor
untersuchung auch auf einen Fall von versuch
tem Betrug gegenüber dem Reichsfiskus aus
gedehnt worden.
Drei Wsrmgenfür das Mossnl-
problem.
T.-U. Paris, 3. April. Der »Teinps*-Korre-
fpondent in Konstantinopel meldet, daß für die
Lösung des Mossulkonfliktes augenblicklich drei
Möglichkeiten ins Auge gefaßt rverdrn: 1. Abschluß
eines englisch-türkischen Bündnisvertrages, wobei
England die Garantie für die territoriale Unver
sehrtheit der Türkei übernehmen würde, 2. Abtre
tung eines 80—100 Klm. breiten Ecländestreifens
Mit einem Sternchen versehene Nachrichten im
Äel sind ausführlicher im Texttell behandelt.
haf«ns in der Gemeinde Neuland sprach, so sei zu
sagen, daß man bezüglich de, Tempo» der wirtschaft-
Uchen Entwickelung von Industrie und Handel in Har
burg wir überhaupt in ganz Deutschland nicht allzu
optimistisch sein dürfe und man bedenken müsse, daß
di« Zeiten des Kriege» und der Inflation mit der sehr
schnellen Schaffung neuer Industrien vorüber feien.
Snll'^ es wirklich einmal in späteren Zeiten zur
Schaffung von Hafengelände in Neuland kommen, so
,et »ein Stadt- noch Landkreis, sondern der Staat
er raner. Es msiff« sehr bezweifelt werden, ob
dabei eine kommuimlpêsche Verschiebung der Gren
zen V orcm »setzn ng f«f, - *
KorchposterU
®betnes Führertum.
iff , 5 ? ismnf schrieb einmal vor langer Zeit: Es
fiiïi ner untet un5 ’ bor nichts vom Krieg.
{*' e n .bis Mm Hundeflöhen alles
männer^Ģà als sämtliche gelernten Fach-
angesichts unserer modernen wirtschaft-
i.chen und politischen Führer Bismarck dasselbe
auch nicht am 1. April 1926 schreiben können?
Modernes Führertum.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist fetzt
auch unter die Kolonialpolitiker gegangen Er
Kon°>»ķr-Ģich ein für die Bildung von privaten
läà^ķsellşchasten zwecks Siedlung mit aus
sen q ^ Kapital. Später will er auch für die«
sy kck deutsches Kapital zulassen. Das wäre
>, şiņrlich die Ausdehnung des Daroesplanes auf
' siche Auslandssiedl'ungen.
Modernes Führertum.
^ Di« „Deutsche Tageszeitung" meldet aus der
'Nerasversammlung der „Deutschen Tageszei-
Aktiengesellschaft", daß in den Aufsichtsrat
Dasselbe fel bei den Med-
Deutfchşran^stlche diploma
tische Dsrhandjungen.
T.-U. Paris. 3. April. (Eig. Funkmeldung.)
Wie der „Matin" mitteilt, hat Briand gestern
nachmittag nicht nur mit dem deutschen Boifchas-
ter, sondern auch mit dem englischen Botschafter
Lord Erewe über die Studienkommission des Völ
kerbundes verhandelt. Das Matt glaubt zu wissen
daß der deutsche Botschafter erklärt habe, Dr. Etre-
Rumättiens neuer Sftmtschef bekennt sich zu einer Politik der Allianz mit
Italien. Der neue rumänisch-polnische Garantisvertrasi.
es trotz größter Anstrengung nicht möglich, die Aner
kennung Italiens zu erreichen.
Der Garantievertrag zwischen Rumänien und
Polen.
Bukarest, 1. April. Der Militärvertrag zwi
schen Polen und Ruiuänien ist, entgegen zweimali
ger, halbamtlich inspirierter Mitteilung, im Laufe
der vorigen Woche doch unterzeichnet worden.
Ueber den Inhalt des neuen Vertrages verlautet
amtlich noch nichts, doch steht es fest, daß er-von der
alten, am 3. März d. Js. abgelaufenen Konvention
wesentlich abweicht. Der neue. Vertrag bindet die
beiden Ostmächte bis zum Jahre 1931. Während die
Der neue rumänische Außenminister Joan Mitili-
neu erklärte in Klschinew, wo er sich gegenwärtig auf
halt. einem Mitarbeiter des „Unioersul" folgendes-
„Vieine Politik wird darauf gerichtet fein, mit allen
î Staaten die besten Beziehungen zu unterhalten. Ich
werde die Politik meine» Vorgänger» fortsetzen. Mit
der Kleinen Entente werde ich die besten Beziehungen
unterhalten.
Gegenüber Italien werden wir angestchis der
Tatsache, daß zwischen General Averescu und Musso-
lini eine persönliche Freundschaft besteht, und mit Rück
sicht «uif die bedeutende Rolle Italiens in der inter
nationalen Politik auf eine imrig« Allianz hinstreben.
Bezüglich Sowjetrnßland» verweigerte der Mi-
nister jede Erklärung. Mitilineu war früher Mitglied
der konservativen Partei Marghilomans. die als
deutschfreundlich galt.
KieM kann mitgeteilt weiden, daß Averesru
vor seinem Regierungsaustritt von Mussolini die Zu
sage erhalten hat, daß Italien jetzt als britte Groß
macht da« Abkonmlen unterschreiben und ratifizieren
werde, das Bessambien Rumänien zuerkennt. Da
Bossarabien den Lebensnerv Rumäniens bildet, wird
ul dieser bedeutungsvollen Zusage Mussolinis der
Grund dafür erblickt, dag Avereseu mit der Regie-
rungsbildung beauftragt worden ist. Bratianu war naue Wortlaut des Vertrages veröffentlicht
^Grmàgen der deutschen HeHerne Entsà^nrdH
KrrlàrļMtSkMMîS irr Estland. Die Außenminister Polens und Sitdsl
Reval, 1. April. Die deutsche Kulturselbstvcr- {n Vrag erwartet,
waltung hat die Steuerverordnung endgültig an- WTB, Prag, 2. April. Wie verlaut
genommen, nach der sämtliche im deutschen Ratio- polnische Minister des Aeußeren zwist
nalregistcr geführten Personen über 18 Jahre der 1,0. und 20. April in Prag einen Besuch a
Besteuerung unterliegen. Ausgenommen sind Per- 2n hiesigen amtlichen -und diplomatischen
onen ohne eigenes Einkommen. Die Einteilung tiefem Besuche eine große politische
der Steuerpflichtigen in Klaffen erfolgt nach Maß- beigelegt. Man erwartet, daß es b
gäbe der staatlichen Einkommensteuer: die unterste ^Gelegenheit zu weittragenden politischen
Sieuerklaffe wird jedoch aus denjenigen Personen Garungen kommen wird. Es heißt, daß i
gebildet, die keiner staatlichen Einkommensteuer südslawische Minister des Aeußern Nintsck
unterliegen. Die Verordnung unterscheidet eine Weicher Zeit^in Prag anwesend sein wird.
Grund- und Zusatzsteucr. Die erste wird nach Klas- * * *
len gestaffelt, die letzte als Promillesatz vom Ein- T.-U. Paris, 3. April. (Eig. Funkm
Die Höhe beider Steuerarten Dis Entscheidung der Finanzkommission ;
şemann wünsche neue An,gaben über die Zusam
mensetzung der Kommission und über die Stellung
der deutschen Mitglieder, die an den Arbeiten der
Kommission teilnehmen werden. Deutschland wolle
ferner wissen, welche Haltung Frankreich und
England zur Kandidatur Spaniens und Brasiliens
tür einen Ratssitz einnehmen. Ueber diese Frage
haben sich, wie das Blatt mitteilt, Briand und
Ļord Crewe eingehend unterhalten. Die zwischen
den deutschen unld englischen Botschaftern und
Briand eröffneten Verhandlungen über diese Fra
gen werden während der Dsterfeiertage unterbro
chen. jedoch gleich nach dem Fest wiede aufgenom-
uen vollständig verlassen. Die Theater und Ge
schäftshäuser der Hindus sind geschlossen. Polizei-
patrouillen durchziehen die Straßen. Die Zwischen
fälle entstanden, weil eine indische Sekte eine Pro-
! Zession veranstaltete u. an einer Moschee vorbeizog.
Die Mohammedaner protestierten und es ent
wickelte sich ein heftiger Kampf, der sich auf die
umliegenden Straßen ausdehnte. Zwei europäi
sche Polrzeibeamte wurden verwundet. Auf Seiten
der Hindus und Mohammedaner zählte man unge
fähr , üTote und 158 zum Teil schwer Verwundete
* w
♦
Zahlungen
an den Reparationsagenten.
Die Bank für deutsche Industrie-Obligationen
hat Donnerstag 62h Millionen Goldmark gemäß
den Bestimmungen des Jndustriebelastungsgcsetzcs
auf das Reichsbankkonto des Generalagenten für
die Reparationszahlungen für Rechnung des Treu,
händerg für deutsche Jndustrieobligationcn über
wiesen. Dieser Betrag stellt die erfte Hälfte der
Nir das zweite Reparationsjahr vorgesehenen
Jahreszinsleistung von 2x v. H. auf die 5-Milli.
fernes Führertum.
'! m e r ' f « soll Deutschland bezw. der
Ņ M-rtschaft bis jetzt rund 4 Milliarden
p h( ; 5en In jeder Woche kommen weitere
o.nn, hinzu.
i-rf V' " îşche Wirtschaft pumpt Rußland
tN te Millionen, in neuerer Zeit nach vor-
m Plan unter Rücksicherung des deutschen
Bas bedeutet das wirtschaftlich und politisch
as deutsche Volk?
àhîn geht der Weg?
Osten oder Westen?
-Ģer nach keiner Richtung?!
kommen erhoben,
wird jährlich vom Kulturrat festgelegt und auf
Antrag des Finanz- und Unterrichtsministers von
der Staatsregierung bestätigt. Die Bedeutung
dieser Verordnung ist augenfällig, da auf ihr die
Durchführung der deutsche» Kultursutonomie be
ruht. -
PfP