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119. Jahrgang,
wig-ßolfteinifd)e Landsszsîlung
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119. Jahrgang,
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me!, 125 Goldpfennig. Zahlungsziel 14 Tage.
Mittwoch, Äen 7. April
Dinge schnell in Ordnung, beschaffte Lebensmittel,
Rücktritt der jugoslawischen
Regierung.
Belgrad, 4. April. Heute mittag unterbreitete
Ministerpräsident Nintschiffch feem König feie D«.
mission fees Kabinetts.
Die Kabinettskrise in Serbien ist entstanden,
weil Rafeitsch verlangte, daß eine Interpellation
über feie Korruptionsasfären fees Sohnes Nicola
von Paschitfch vor feem Parlament zur Verhanfe.
lung kommen sollte. Der voraussichtliche Nachfolger
Paschitfch wird wahrscheinlich Jwanowitsch sein.
Man nimmt an, daß sich feie Kroaten unter Füh
rung von Rafeitsch an Jwanowitsch anschließen
werden. ' 4/3,
I Die Friedensverhmrdlungen
in Marokko.
T.-U. Madrid, 6. April. (Gig. Funkmeldung.)
ş Die offiziöse Zeitung „Rotiviero" veröffentlicht
! Betrachtungen über die durch die Friefeensbereit-
schaft Abdel Krims geschaffene Lage. Es wird da
rauf hingewiesen, daß fei« französische und die spa
nische Auffassung eigentlich nie über feen Zeitpunkt
und feie Art fees Vorgehens bei feen Friedensver-
hanfelungen au s ei na nfee rginge n. Da aber beide
Regierungen das gleich« Ziel verfolgten, werde
eine Einigung sicher bald möglich sein.
Die Schwierigkeit feer einleitenden Bespre
chungen liegt an feem Fernhalten' feer spanischen
Regierung an feen Vorverhandlungen. Trotz feer
Geheimnisse, mit denen feie Konferenzen und Be
sprechungen, feie tat Quai d'Orsay und in Rabai
parallel stattfinden, umgeben werden, ist ersichtlich,
daß die französische Regierung für einen baldigen
Friedensschluß das größte Interesse an den Taa
legt.
'
Uach der Annahme des Finanz-
programms.
2.8 Milliarden ungedecktes Defizit.
T.-U. Paris, 5. April. Die französische Presse
ueß dre Rädelsführer des Straßenauflaufs hin-
rtchten — aber die eine Folge dieser Dinge war
nicht mehr rückgängig zu machen: Der Schah er
klärte, er käme nicht.
Das brachte mit einem Schlage die Meiming
des gesamten Volles gegen ihn auf. Daß ein Kö
nig die Leiden mit seinem Volke nicht teilen woll
te und in Paris blieb, obgleich ihn alle erwarte
ten, das war mehr, als feine persönlich ja immer
hin schwache Popularität vertragen konnte: Alle
waren sie für seine Absetzung. Resa geriet damit
in eine für ihn keineswegs angenehme Lage. Hatte
er durch feine Einladung an feen Schah schon die
Demokraten verstimmt, so hätte er setzt, wenn er
trotzdem an seiner Auffassung festgehalten hätte,
die ganzen konservativen Elemente gegen sich ge
habt. ^ Er mußte also wählen — und wählte die
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Deutschlands Stellung jnr Mor-
fassungsandernng des Uölker-
bundes
Französische Pressestimmen.
T.-ll. Paris, 6. April. (Eig. Funkmeldung.)
Das Wiederaufleben der diplomatischen Verhand
lungen zwischen Deutschland, Frankreich und Eng
land wird im Zusammenhang mit feem Nichterfolg
von Genf heute morgen von einem Teil feer Pa-
riser grosse eingehend kommentiert. Man glaubt
zu wissen, Vrianfe werde im Laufe feer Woche feie
Besprechungen mit London und Berlin wieder auf
nehmen, um im Rahmen fees Möglichen feie ver
hängnisvollen Folgen des Genfer Richterfolges zu
beseitigen, feer feie ganze Locavnopolitik in Frage
stelle. Es scheint, daß Deutschland nur wenig ge
neigt sei, sein Aufnahmegesuch zur nächsten Sitzung
zu erneuern. Deutschland wolle bereits im voraus
über die möglichen Reformen unterrichtet werden,
feie man im Völkerbundsrat vornehmen wolle,
ebenso Wer feie Haltung Frankreichs und Englands
zu den Kandidaturen Spaniens und Brasiliens.
Falls feie Reformen und feie Folgen feer Kanfeifea-
tu.reii nicht feie von feer deutschen Regierung ge
wünschte Erledigung fänden, so werde sich das
Reich fei« volle Freiheit vorbehalten, fein Auf
nahmegesuch unbefristet zurückzuziehen. Diese Hal
tung feer deutschen Regierung sei durch innere und
äußere Vorgänge bedingt. Es sei Tatsache, daß in
der letzten Zeit eine starke Propaganda in Süd-
unfe Nordamerika und in gewissen europäischen
Staaten betrieben worden sei, die sich gegen den ,
Völkerbund richte. Der „Avenir" glaubt, feie!
Geistlichkeit und feie Krone. Richt Resa setzte die
Kafesaren ab, sondern das Parlament wählte ihn
zum König.
Damit hat einejfeer merkwürdigsten Laufbah-
ei'ne entsprechende
r " ' „ wenn
man ihn steht, ein König unter seinem Volke. Ob-
nen der persischen Geschichte
Würdigung gefunden. Resa ist wirklich,
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wohl nur von mittlerer Statur und etwas unter-
fetzt, wirken feie Selbstaerstänfelichkeit und Schnel
ligkeit, mit der er seine Anweisungen gibt,' die
Uöberlegenheit, mit der er sich, obwohl nur von
mäßiger Schulbildung, in alle, au chdie fremfeesien
Dinge hineinfindet nnfe feie Zuverlässigkeit seines
Charakters imponieret. Es gibt keinen Europä
er der .nicht begeistert von seiner Liebenswürdig
keit und sei«r Intelligenz spricht. Dabei besitzt er
noch einige andere Eigenschaften, die uns schon in
er bekannten altpersischen Literatur als königliche
^lgenşchasten entgegentreten: Umsicht, Mut und
Beharrlichkeit, Dinge, feie leider unter der stäfeti-
ihreM
r glint'
eHenfe#
Meiste^
vorren«n
Rügest
Dürrast
zitternd
meistens
Pracht»
in fee"
her und
■gen und
bringt in ihren Ostersonntags-Ausgaben ausführ
liche Aufstellungen feer neuen Steuer- und Tarif
erhöhungen. In vielen Blättern wird gleichzeitig
darauf hingewiesen, daß neue Einnahmequellen
gesucht werden müssen. Die Andeutungen fees Fi-
nangministers in feen Rachtsitzungen in Kammer
und Senat werden dahin ergänzt, daß im Laufe
fees Jahres 1926 eine Rate feer französischen aus
wärtigen Handelsschuld in Höhe von 1.7 Milliard.
Franken fällig wird, für die bisher eine Deckung
nicht vorhanden ist. Außerdem sind feie für fei'»
Amortisierung der Vorschüsse der Bank von Frank
reich au den Staat erforderlichen Beträge nicht
vorhanden, sodass im ganzen ein ungedecktes Defi
zit von etwa 2,6 Milliarden Franken verbleibt.
eutJür£ n ķn nur feie spärlichen Berichte feer
dann über Persien gelesen hat, und
komnii Ņch Jahren hierher nach Teheran
»U* TAnlftY ri”* nian ’ wie viel sich verändert und
"uch dieses orientalische Land mit
europäisch^ Anstrich versehen hat Televbon
elektrisches Licht, Wasserleitung und Kana^
sind zum Teil bereits fertiggestellt, mnt
Tsll geptant. Deutsche Ingenieure sind damit be-
chafttgt gewesen, während des Winters neue und
zwar diesmal unterirdische Kabelleitungen zu l-.
lT im Ģlrfe bekannt, daß feie deutsche
tct ° Flugzeuggcsellschaft endgültig feie Kon-
Deil geplant. Deutsche Ingenieure sind damit'be-
-igi gewesen, während des Winters neue, und
mtfe soeben wird bekannt, daß feie deutsche
relsin» ^ļŞuggesellschast endgültig die Kon.
Perü». . persischen Fluglinien erhalten hat.
Ştaát Ģ sicher ebenso modern, wie es ander«
ben ietl ’ ^ şich erst vor kurzem europäisiert ha«
b ' ^Uch sind, und Mar. nicht nur in diesen Aeu»
xy^lchkeiten, sondern auch in vielen alten Ange-
ha^heiten, feie unausrottbar schienen. Persien
j e st 'ne Armee, feie sich sehen lassen kann, das gan-
erscheint wie von einem neuen Geist er-
von ņicht davon soll tote Rede sein, sondern
scher Şchah, Pählawe, feem erkorenen Herr-
stür-t^es neuen Landes, feer die Kadjarenfeynastie
cheg ş .und nun selber feie Krone des alten Rei-
er st "ägt. Was ist er für ein Mann, wo kommt
finļ r ’ was macht er für einen Eindruck? Das
siK Eulitz die Fragen, feie in Europa alle Welt
üntr z als feas — auch hier unerwartete —
û ïfi>r unli) Kafejaren abgesetzt wurden. Denn
»n jz nglich hat Resa. nicht die Absicht gehabt, sich
di« svrrl Ştelle zu setzen. Resa hatte urşsprnnglich
beg^'ächt, sich mit einer viel geringeren Rolle zu
Sand ti'en. Nachdem feie republikanische Propa-
! deNeieS-
>os° Nur»-
voslls--
no- '
an oer usm nur ein ttiltcö tn der Kett« eines
Korruptionsskandals, wie er sich in diesem Um
fange in Deutschland bis jetzt noch nicht ereignet
hat. Fölsing hatte vor seinem Verzwciflungs-
fchritt ein Teilgcständnis abgelegt. Es kann kaum
ein Zweifel bestehen, daß Beamte der Reichsbahn-
direktion Osten sich gemeinsam mit dem Bauunter
nehmer Schmidt-Rosengarten, der den Auftrag
zur Herstellung des Baues des ErcnzSahnhofes
Neu-Bcntschen, zur Errichtung einer umfang
reichen Veamtcnsiedlnng in der Nähe des Greni-
bahnhofes und zum Umbau des Hauptbahnhofei
Frankfurt an der Oder erhalten hatte, zufammen-
getan und die Reichsbahn um außerordentliche
Summen geschädigt haben. Eine Reihe weiterer
desmal absolut Herr feer Lage sein und bereits im
voraus den westlichen Mächten die Hände binden.
Daher verlange es vor einer prinzipiellen Antwort
offizielle AufKärungen. Berlin verlange, daß
unter der Frage der Erweiterung auch die Ein
stimmigkeit geprüft w>erfeen solle.
Scharfe Lttmrrsche Uote an
den MöLkerdnnd. •
T.-U. London, 6. April. (Eig. Funkmeldung.)
Der Generalsekretär des Völkerbundes hat von der
litauischen Regierung eine für die Mitglieder fees
VNkerbunfesrateg bestimmte Mitteilung erhalten,
die nach Meinung de» diplomatischen Korrespon
denten des „Daily Telegraph« wahrscheinlich die
sĢrfste diplomatische Note ist, die dem Völker.
Sundsrat jeweils von einem Mitglied zngega,lg«n
ist. In der Note beschwert sich Litauen darüber,
daß polnische Truppen immer noch einen litauischen
Gebietsstreifm besetzt halten, obwohl Polen vom
Völkerbundsrat aufgefordert sei, den Status quo
wieder herzustellen. Litauen habe die sofortige
Einberufung einer Untersnchungskommission ver
wirft sogar einen Ueberfchutz ab, aber «s genügt
eben zur Durchführung all feer großartigen Pläne
nicht. Die Feste feer letzten Tage haben große
Summen verschlungen und böswillige Zungen
munkeln bereits etwas von einer Leere in den
Kaffen . . . Aber feas wird woU Lberwunfeen
werden. Denn zunächst einmal sunktionieren Post
und Telegraph, Post und Verwaltung in einer
Weise, wie man das wühl seit Jahrm hier nicht
mehr gesehen hat.
Die allgemeine Stimmung ist daher eine all-
gemein optimistische. Die Straßen sind ja stcher,
die Währung stabil und man kann als Europäer
jetzt friedlich in Gegenden reisen, feie man vor
zwei Jahren nur unter Einsetzung seines Lebens
aufsuchen konnte. Allerdings ist davor zu warnîen,
allzuviel auf einmal zu hoffen. Persien ist eben
ein armes Laufe, ohne allzuviÄ natürliche Hilfs
mittel, und von heute auf morgen wird auch hier
niemand die Lehmhütten der Armen in steinerne
Paläste mit Felsreliefs verwanfeeln.
von Staatsanwälten, Berliner Kriminalbeamten
auswärtigen Eisenbahn- und Buchsachverständi
gen arbeitet in fünf eigens eingerichteten Zim
mern feer Frankfurter Staatsanwaltschaft.
Schmidt-Nosengarteņ wurde im Verlaufe des Er-
mittelungsverfchrens gegen Kaution aus der
Haft entlassen. Erst am 36. März war feas Ver
fahren soweit gediehen, daß die Verfeachtsgründe
gegen einen der am meisten genannten Beamten
Rcrchsbahnrat Fölstng, zu dessen Verhaftung aus
reichten. Fölsing hatte sich über die Herkunft
großer Summen feines auf drei Bankkonten an
gelegten Vermögens auszuweisen und gab für
Teile fees Vermögens an, daß sie zinslose Dar
lehen des Bauunternehmers seien. Die Herkunft
emes bedeutenden^ weiteren Betrages vermochte
er nicht zu begründen. Die aufsehenerregende
Selbsttötung hat zunächst keine weiteren Folgen
fur feen Gang der Untersuchung, als daß Fölsings
schuld der Bestechung als erwiesen gelten kann
Ob und wieviele weitere Beamte der Rerchsbahn-
direttion Osten noch betroffen find, kan:.- sich erst
Ş den «eiteren Ermtttelunsen «rgeļen. Jefe^ņ»
Kombenavwurfs auf Peking
WTB. Peking, 4. April.
Gestern vormittag
überflogen Bäbenlslugzeuge der verbündeten
Tvuppm Peking mit dem öffenbaren Ziel, das
Hauptquattier feer Kuominffchun-Armee anzugrei
fen. Mer öüpfflnfeige Bomben fielen auf das' Ge
lände fees Winterpalastes in .feer Nähe feer franzö
sischen Mission an feer Kalheferale Paitang niefeer.
Es wurfee niemand verletzt.
W''àķSAş àûââĢ 4 i-t y.