Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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Ckinirervngszeichen für Verdienste um 
das Feuerlöschwesen. Wie der Amtliche Preußische 
Ņressedàst einem Runderlaß des Preußischen Mi 
nsters dies Innern entnimmt, hat das Preußische 
bta-atsministerium die Erneuerung des „Erinne- 
für Verdienste um das Feuerlöfch- 
tt>esen" beschlossen. Abgesehen von den durch die 
veränderte Staatsform bedingten Abänderungen 
W in der äußeren Ausstattung das alte Erinne- 
tUngsZeichen beibehalten worden. Das Erinne 
rungszeichen soll für vorwurfsfreie und verdienst 
volle Betätigung im Feuerlöfchdienste insbesondere 
uu solche Personen verliehen werden, die während 
Wenigstens 25 Jahren einer organisierten preußi 
schen Feuerwehr als diensttuende Mitglieder an 
gehört und sich dabei durch treue Erfüllung ihrer 
Dienstpflichten ausgezeichnet haben. Die Erinne- 
rungszeichen verbleiben nach dein Tode der In 
haber den Hinterbliebenen zum ehrenvollen An 
denken.— Das Erinnerungszeichen kann auch an 
andere Personen verliehen werden, die, ohne 
mindestens 25 Jahre einer Wehr angehört zu ha 
ben, sich in besonders verdienstvoller Weife im 
Interesse des Feuerlöfchdienstes betätigt haben. 
*4- Märzwetter. (Die eingeklammerten Zah- 
beziehen sich auf März 1925). Der Eefamt- 
biederfchlag betrug 60,1 mm (36,1). Besonders 
regenreich war das erste Drittel des diesjährigen 
März. Es brachte 36,5 ™ und 8 Sturmtage. 
Der Sturm hatte feine größte Stärke am Abend 
des 9. März und in der Nacht vom 9. auf den 10. 
Die Stärke betrug 11—12. Der Monat brachte an 
15 Tagen Regen und an 2 Tagen Schnee und 
Graupeln. Nebel trat an 4 Tagen auf wie im 
Vorjahre. Besonders stark waren in diesem Jah 
re die Nachtfröste. In der Zeit vom 20. bis zum 
27. März wurden morgens bis zu 5 Grad gemessen. 
Am Tage hatten wir Hellen Sonnenschein, aber 
kalten Wind aus Nordost. Wohin die Sonnen 
strahlen nicht drangen, fror es den ganzen Tag. 
In den letzten Tagen herrschte Gewitterneigung 
und der letzte Sonntag brachte uns auch am Nach 
mittag einen Gewitterregen mit 2,5 mm Nieder 
schlag. — Wir treten nun in das zweite Viertel 
jahr 1926 ein. An den ersten Monat desselben 
knüpfen sich große Hoffnungen, und es sind auch für 
diesen Monat viele Bauernregeln bekannt: „Wenn 
der April Spektakel macht, gibt's Heu und Korn 
in voller Pracht. Aprilregen bringt stets uns 
Segen. — April dürre, macht die Hoffnung irre. 
— Bläst der Wind mit beiden Backen, gibt es ge 
nug zu jäten und hacken. — Bauen im April schon 
Schwalben, gibt's viel Futter,, Korn und Kalben. 
— Je früher im April der Schlchdorn blüht, desto 
früher der Schnitter zur Ernte zieht. — De April 
deit, wat he will. 
*T Dom Lyzeum. Studkrnrak Fett ist an has 
Realgymnasium Elmshorn überwiesen. An seiner 
Stelle tritt die bisherige Studienassessorin am 
Oberlyzeum Kiel, Frl. Emilie Cvemer, von Ostern 
üb in den Lehrkörper der Anstalt ein. 
*55 Ernannt wurde der nichtbeamtete außer 
ordentliche Professor der Theologischen Fakultät 
der Universität Kiel, v. Schomerus, zum ord. 
Prof, an der Theologischen Fakultät der Universi 
tät Halle. Schomerus war früher Geistlicher in 
Rendsburg. 
Ķàrrgka m dm Mmm. 
fH* Srvaktt»» stellt M» Benutzung tiefer Rubel!, soweit -r bee Ran» 
Heftcttrt, bet» Publikum |u« velriechung «»» «ngelegendetten Lllgşi 
«es»« Jnteeefse» cur Beifügung, verwahr! sich »brr «utzdktckltch da 
gegen, »!t dem Inhalt» identifizier! zu werden und übernimm! dafür 
lelnerlei Verantwortung. Wir behalten und vor, bei Einsendungen, 
welche unserer Anficht nach über da» Matz M Sachlichen hi»a»,»geheiz, 
«rwņktnņ» rk, Streichungen »or,»nehmen. 
Eingesandt. 
Der hiesige Rundfunkempfang wird allabendlich 
durch Rückkoppler, die ihre Empfangsapparate nicht 
ordentlich bedienen, empfindlich gestört. Im Inter 
esse der Allgemeinheit ist es dringend nötig, daß jeder 
Rundfunkempfänger feine Apparate oàungsmatzig 
bedient und auch nicht durch Geben von Morsezeichen 
den Empfang der anderen Teilnehmer stört. Nach den 
bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hat jeder Rund 
funkteilnehmer feine Anlage so einzurichten und zu 
bedienen, datz andere Anlagen nicht gestört werden. 
Man wird daher, wenn die Störungen nicht unter 
bleiben, gegen die Störer vorgehen, was u. U. zur 
Beschlagnahme des Empfangsgerätes führen kann. 
Nrmds unk-Programrrr. 
Mittwoch, den 7. April 1926. 
12LY llhr: Schulfunk: Englisch. — 4,18 Mr: Han 
nover: Liebesständchen, — 8 Uhr: Funkheinzelmanns 
Kindertheater. Dornröschen. — 6,50 Uhr: Zehn Mi 
nuten in den Klippen der Musiktheorie. — 7,10 Uhr:! 
Bon Störchen, Schlangen, Bienen und anderem Ge 
tier. Sprachliches und Volkskundliches. 1. Teil. Von 
Prof. Dr. Menstng, Kiel'. — 7.55 Uhr: Wetterbericht.! 
— 8 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch- 
phantastische Oper in drei Akten. — 10F0 Uhr: Ueber- 
tragung des Eontinental-Orchesters Hannover. Wet- 
ter- und Sportbericht. 
Donnerstag, den 8. April 1826. 
1,15 Uhr: Bremen: Volkstümliches Konzert. — 
5 Uhr: Hamburg: Klavierwerke großer Meister. Ge 
spielt von Erik Schönser. VIII. Joseph Haydn. — 
7 Uhr: Schule der Sprachen: Spanisch. — 7,20 Uhr: 
Die zahnärztliche Behandlung funktioneller Sprach 
störungen. Bon Zahnarzt Dr. Owert, Hamburg. — 
8 Uhr: Familie Schinnek. Schwank in drei Aufzügen 
von Gustav Kadelburg. — 10 Uhr: TaWfunk der 
Fledermäuse. Wetter- und Sport-bericht. 
,111. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, 
Rendsburg, Mühlenstr. 18. 
Derlagsleitung: Rudolf Möller. ' ; 
Chefredaktion: Ferd. Möller. 
Verantwortlich für Leitartikel sowie Politik: Ferd. 
Möller, für Feuilleton sowie allgemeinen 
Teil: Adolf Eregori; für den wirtschaft 
lichen Teil: Dr. I o h a n n G a s ch : für den pro 
vinziellen. örtlichen und sportlichen Teil: Karl 
Müller, alle m Rendsburg. 
ei 
Inh.: r. Arbs. Tel. 391. 
Nur noch S Tage I! 
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Im Stahlhelm. 
Ein Drama de* Weltkrieges in 9 Akten, 
Cri^inal-Aufnahmcn von der Marne 
schiacht, die von dem amerlk. Staats- 
Pilmarchiv zur Verfügung gestellt 
wurden. 
ļļŗ* Ist Interessent auch einmal den 
reidiug von der Gegenseite kennen 
^ lernen. Dieser Fox-Film ist ein 
^elstarfllm und wurde von etwa 1000 
ar herikanischen Films mit dem 1. Preise 
bedacht. 
Vorher da* Oroö-Lustspiei: 
“at 8. Paîacton ii Prater. 
6 tolle Akte. 
wurde noch nie gelacht, wie 
wahrend der beiden Ostertage. 
Altes für die Kunst. Groteske. 
Kttk-AkgeMchivmis. I 
Di» Milgliederversammlung findet 
nicht am I I. April, sondern am Sonn« 
tag. den 18. April statt. 
Kar noch bis Donnerstag! 
Das große SMfiins-Pregranun: 
Verkaufte MMcbea. 
Ein Sittenbild aus dem modernen 
Leben in 7 Akten. 
Der große Ahgsfesrerhlni: 
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platz für Schulen, Rundlauf,Schau- =j 
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mslner TanzKurse I 
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ö IMIîlķliMIINļlWIHIMMlIIIIIIIIMMMIBiîMķMM w 
für Schüler am Donnerstag, 8. April, 
nachm. 3 Uhr, Backfische nachm 5 Uhr, 
Erv/aehsene abends 8‘/ 4 Uhr im 
„Holstenhaus“. 
Gell. Anmeldungen nehme dann 
dortselbst entgegen. 
ķ 15. Ru sets, Tanzkunstschule, Klei, 
Geisralversannnlang 
der ÄschtoarqseseSIschaH am Sonn> 
lag, den H1. April 1925, nactimiiitaqs- 
3 llhr In Ectcarnfördo, Hotel 
„Stadt Hamburg“. 
Tagesordnung: 
1. Geschäftsbericht. 
2. Kassenbericht. 
3. Ergänzungswahlen für den Vorstand. 
4. Bauten auf dem Aschberg. 
5 Durchführung des Aschbergfestes am 
19. und 20. (uni 1926. 
6. Festsetzung der Jahresbeiträge für Einzel 
personen und Vereinigungen. (Aenderung 
des § 8 der Satzungen). 
7. Verschiedenes. 
Der Vorstand s 
Sehrt, Maas®. Ekelt. 
Im Anschluß an die Generalversammlung 
veranstaltet die Ortsgruppe Eckernförde 
der Aschberggesellschait um 4 Uhr in 
„Stadt Hamburg“ eine Werbeversammlung, 
in der der Leiter der Volkshochschule Herr 
Kruse-Leck und Herr Prof. Dunker-Eckern 
förde reden werden. Diese Veranstaltung 
wird umrahmt von VolksliederVorträgen, 
Volks!änzen, Solosängen von Frau Simon 
und Herrn Walter Baasch sowie Barren- 
turnen des Eckernförder Männer-Turnver- 
vereins von 1864. Eintritt 0.50 Jt, Schüler 
und Jugendliche 0.20 -W. Kassenöffnung 
37, Uhr. Jedermann ist herzlich will 
kommen. 
Jevenstsdt. 
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litäten am 7. d. M. 
der Insten,gilde über 
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I. Schräm. 
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Habe am 10. Avril 
von abends 7 Ubr ab 
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dem Bauernverein 
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Claus Schwager. 
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MM S Oflsfsï, «ft SÄS3; 
Nach mehrjähr. Asslsianten. 
latiT-coP hal Harrn Gah. Mad.« 
Galî»roï. Sr. Happe-üsyler, Kiel 
und Dr. mad. Graf, Naumiinater 
hoS*a kh mich 
in 
als 
pralst, Aral 
niedergelsssain. 
Or- medaSievers 
A Merikanifterung des SausixaLts | 
Charakterbild der deutschen Frau ist: «ine 
der Ausübung sorgender Liebe für ihre Familie 
^ ermüdende, das ihre Welt bedeutende Heim mit 
^bhaglichkeit und Wärme erfüllende Frau, die Mäd- 
£. en lehrend, den Knaben, wehrend und dem Gatten in 
■ !e ® e dienend. Im Ausland hat man über ihre Welt- 
^Mdheit und törichte Treue, über ihr Einordnen in 
j-* Sßillen des Mannes wohl oft geringschätzig ge- 
chelt. dennoch hat diese deutsche Frau, die, 
in Sentimentalität zu verfallen, die Traditionen 
j e - Cï Familie hochgehalten hat, dem deutschen Volk 
k beschichte gegeben. Dichter und Künstler haben 
sck^Ģ Ņiorte und Bilder ihre Verehrung für die deut- 
zum Ausdruck gebracht und ihre Tugenden 
^>ach gepriesen. 
Aber die Zeiten dieser Frauen, die nur für Haus 
pamilie da waren, sind so gut wie vorüber. Wenn 
letzt" ^ ^ en Wechsel der Verhältnisse während der 
ben Jahrzehnte vor Augen hält, so wird man fin- 
Hegt ^îne Umstellung der Frau notwendig war. 
Uer ^ .h'üfieu die meisten Frauen, genau wie die Män- 
wenz^"^ Erwerb oder Berus nachgehen. Die Roi- 
ditz^^kkeit der Verufsergreifung aber hat eine ge- 
und weitgehendere Schulausbildung der 
dein erfordert, und durch die Heraushebung aus 
şenwei^biichen Rahmen hat sich natürlich die Jnteres- 
al§ x.. Frau erweitert. In viel stärkerem Maße, 
an, .... "Uher durchschnittlich der Fall war, nimmt sie 
°°lksn °"ttichen Leben teil. Sie beschäftigt sich mit 
usn, 'ŗtschaftlichen, kulturellen, politischen Dingen 
walt U . nb Hl n»n nicht mehr nur die treue Hausver- 
Azgŗte^ņ Gatten, sondern im schönsten Sinne des 
feihemrc'E Kameradin geworden. Sie folgt 
sichten , ct Ttesfi u , ae> Stellung zu seinen An- 
Buch ’ \ e|pnJ) ! wit ihm ein gemeinsam gelesenes 
Sorgen einen Teil seiner geschäftlichen 
auch tBjļļ *' s stuf ìhre Schultern. Heute würde sich 
°rwäblen ii ***<" no ® cin Ņann eine Lebensgefährtin 
soraorin Befähigung fehlt, ihm mehr als Ver- 
Dock Hauswesens zu sein. ' 
Haushalt n-nl engeren Wirkungskreis, dem 
sichten ae'aennn^E ^rau heute mit ganz anderen An- 
wechaniìck»,- tl - roie ehemals. Sie wird nicht in 
^aher 0 r ’ Dan der Mutter übernommen, und 
^îfllllen ^ anerkannter Weise ihren Ausgaben-kreis 
wäge» ' ş°"dern sie 
laßt. ' 
wird überlegen, prüfen und er- 
a sich etwas praktischer und besser gestalten 
Ein ernsthafter Kampf wird heute um Anerken 
nung und Bewertung häuslicher Tätigkeit geführt, 
und die Erkenntnis, daß eine gute Haushalts 
führ u n g die beste Grundlage für eine gesunde Volks 
wirtschaft ist, bricht sich mehr und mehr Bahn. Dem 
entsprechend sind vortreffliche Ausbildungsmöglich- 
keitcn für junge Mädchen geschaffen worden, teils 
durch Berufs- und Hauswirtfchaftsschulen, durch Haus 
frauen in Stadt und Land, die den Befähigurrgsnach- 
weis erbracht haben, daß sie zu Lshrfrauen qualifiziert 
sind. Auf jeden Fall mutz vermieden werden, daß, wie 
zu Zeiten des Krieges, Frauen in die Ehe gehen ohne 
irgendwelche Hauswirtschaftskenutnisie. Wie manches 
Familienglück ist gescheitert an der llntüchtigkeit und 
Jnteressenlosigkeit der Frau! Und genau wie damals 
gilt es auch heute, sparsam zu wirtschaften. Die Mit 
tel sind überall knapp und bemessen, und wenn da un 
tüchtige und unpraktische Frauen die Zügel der Wirt 
schaftsführung in die Hand bekommen, so besteht darin 
eine große Gefahr. Darum ist die gründliche Aus 
bildung der jungen Mädchen seh: zu begrüßen: denn 
sie werden immer — auch daun, wenn sie keine Ehe 
schließen werden — aus ihr Nutzen ziehen können. 
In letzter Zeit ist wiederholt darauf hingewiesen 
worden, daß die Art unseres Wirtschaftens veraltet 
ist. Und die praktische Amerikanerin wird uns 
als Beispiel hingestellt. Man will die Grundlagen 
wirtschaftlicher Betriebsführung, das Taylor-System, 
auch auf den Haushalt übertragen, um Zeit und Kraft 
zu sparen. , 
Der oftmals stark überlasteten deutschen Frau, die 
ohne Unterbrechung vom Morgen bis zuur Abend 
schafft, deren müde Augen wohl zufallen über dem letz 
ten Paar Strümpfe, das noch am Abend gestopft wer 
den mutz, wird eine Erleichterung und Zeitersparnis 
unbedingt willkommen sein, da sie dadurch Gelegenheit 
gewinnt, auch ihre geistigen Interessen zu pflegen. Sie 
wird daher gern den Ratschlägen, die von drüben kom 
men, ein offenes Ohr bieten, sofern sie einfachere Wege 
zur Erreichung des gleichen Zieles weifen. Aber das 
ist cs gerade, was uns Bedenken schafft. Wird das 
gleiche,Ziel erreicht, d. h. wird das deutsche Heim in 
seiner bisherigen Form bestehen bleiben bei einer 
Amerikanisierung des Haushalts? Wohl kaum. Denn 
was eine ihr Gemüt zu Rate ziehende Frau mit ganzer 
Hingabe an ihre Pflicht zustande bringt, dürfte von 
einer nur auf Zeitersparnis, auf eine Einschränkung 
der Arbeitskraft auf ein Mindestmaß bedachten Frau 
kaum erreicht werden. .. 
Zweckmäßig ist es unzweifelhaft, daß sich jode 
Hausfrau — wie es wohl auch schon vielfach ge 
schieht — einen Arbeitsplan aufstellt und nicht 
durch planlose Inangriffnahme neuer Arbeiten ihre 
Zeit vergeudet. Arbeitsplan und Speisezettel lassen 
sich auf Wochen hinaus ausstellen, ohne daß sie durch 
eine infolge besonderer Umstände eintretende Verschie 
bung hinfällig werden. Dann gibt es viele moderne 
Hilfsmittel im Hausstand, die nicht nur eine Arbeits 
erleichterung, sondern auch eine Arbeitsbeschleunigung 
ermöglichen. Ihrer sollte sich die Hausfrau bedienen, 
aber sie soll sich nicht vom gegenwärtigen Umsturz- 
fieber ergreifen lassen, ihr Heim nach amerikanischer 
Art auszustatten und sich amerikanischer Wirtschafts 
führung zu befleißigen. 
Ein Wesenszug der deutschen Frau ist nun einmal 
die Hintanstellung der eigenen Persönlichkeit, das Sich- 
mühen und Sorgen um andere. Darum überlegt sie 
gewiß nicht nach Art amerikanischer Frauen, wie sie 
an ihrer Tagesarbeit Minuten erübrigen kann, son 
dern auch die deutsche Frau der Gegenwart hat nur 
den Gedanken, wie sie durch größere Hingabe an ihren 
Wirkungskreis Behagen und Wohlsein ihrer Familie 
haben kann. 
Man übernehme aus dem amerikanischen System, 
was gut und nützlich ist, aber man verwische dabei nicht 
das Eharakterbild der deutschen Frau, die immer noch 
das Heim zum ruhenden Pol im Weltgetriebe zu ge 
stalten weiß, den häuslichen Herd zum Sammelpunkt 
der Familie und dadurch einen nicht zu unterschätzen 
den Dienst an der Gesamtheit erfüllt. M. V. 
Bunte Welk. 
Die Königin der Maffia gefangen. 
Wie gemeldet, ist es der sizilianifchen Polizei 
vor kurzem gelungen, die gefährliche Bande der 
Maffia endlich unschädlich zu machen. Der Kampf 
hat nicht weniger als ein Jahr gedauert und hatte 
erst Erfolg, als die italienische Regierung den Prä 
fekten von Palermo mit unumschränkter Vollmacht 
ausstattete und ihm so dje Möglichkeit gab, den 
Banditen durch schonungsloses Vorgehen das 
Handwerk zu legen. Immerhin war es noch nicht 
gelungen, die Hauptanfühver dingfest zu machen. 
Die Maffia wurde in den letzten Jahren von zwei 
überaus gefürchteten Verbrechern geleitet. Den 
einen, einen gewissen Ferrovalo, einen alten Si 
zilianer, hat man bis heute noch nicht erwischt: da 
für ist es aber jetzt gelungen, ein Weib festzuneh 
men, das unter dem Namen „Eagnaccia" oder 
„Amazone der Maffia" bekannt war, und die die 
treibende Kraft bei allen Verbrechen, der Bande 
gewesen ist. Ihre drei Söhne, von denen einer bei 
den letzten Kämpfen getötet wurde, versahen Adju 
tantendienste bei ihrer Mutter. Die Amazone 
spielte in der ganzen Gegend eine wichtige Rolle; 
sie brachte Heiraten zustande, die in ihrem Inter 
esse lagen, sie säte Zank und Streit unter den Bau 
ern und bearbeitete meineidige Zeugen für Fälle, 
an denen sie besonderes Interesse nahm. Tie 
Furcht, die die Bevölkerung vor ihr ernpfand, ver 
schaffte ihr ein solches Ansehen, daß sie in den Dör 
fern, wo sie ihr Schreckensregiment ausübte, gleich 
zeitig in allen Angelegenheiten „Recht" sprach? 
Seit langem hatten die Behörden ihr besonderes 
Augenmerk auf diese Person gerichtet, ohne indes 
sen ihren Aufenthaltsort ermitteln zu können, bis 
sie vor wenigen Tagen der Polizei denunziert wur 
de. Als sich die Amazone verfolgt sah, flüchtete 
sie zu ehemaligen Spießgesellen, die sie jedoch an 
die Polizei auslieferten. Gleichzeitig wurde einer 
ihrer Söhne nach mehrtägiger Belagerung in den 
Bergen gefangengenommen: er hauste in einer 
Höhle, wo man reiche Beute fand, die sich der Ver 
brecher auf feinen zahlreichen Raubzügen angeeig 
net hatte. 
Eine Asthma-Umfrage. 
Asthmakranke befinden sich bei Ortswechsel 
manchmal in merkwürdiger Weise besser oder 
schlechter, ohne daß man die Gründe für diese merk 
würdige Erscheinung bisher aufgefunden hat. Es 
wurden nun sämtliche holländischen Aerzte dar 
über befragt, wo ihre Asthma-Patienten sich gut 
und wo sie sich schlecht fühlten, und diese Umfrage 
führte zu wichtigen Ergebnissen, die Rückschlüsse 
auf den Einfluß bestimmter klimatischer Faktoren 
gestatten. Da ilur große Zahlen zu solchen Ergeb 
nissen führen können, ist jetzt durch den Reichen 
haller Arzt Med.-Rat Grimm auch eine Umfrage 
unter den deutschen Aerzten angeregt worden, uni 
inehr Klarheit über diefe Zusammenhänge zu ge 
winnen.
	        
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