Volltext : Zeitungsband (1926, Bd. 2)

Admirals  Cagni,  Genua  mWe  seine  im  Mittelmeer
SLworüene  Vormacht  über  die  Säulen  des  Herkules
Hinaus  ansdehnen  lassen.  .  «SdHi#»
Zur  Sozialpolitik
Äußerte  Mussolini  sich  in  der  Arbeiter-stadt  Prato  und
Erklärte  u.  a.:  die  Stadt  Prato  mit  ihren  diszipli-«ierten
  Arbeitermassen,  ihrer  Produktion  und  ihrem
Export  gebe  ein  Beispiel  für  die  Anwendung  des
ķànswichtigen  Grundsatzes  der  Zusammenarbeit  der
Klassen.  Das  gegenteilige  Prinzip  bedeute  lediglich
Zerstörung  des  Reichtums  und  Niedergang  des  ganzen
Volkes.  Mussolini  sagte:  Nur  aus  der  Harmonie  der
drei  Elemente  Kapital,  Arbeit  und  Technik  entsprin-®en
  die  Quellen  des  Glücks.  Er  erinnerte  an  seine
Erklärung  in  Genua,  dag  der  Faschismus  unbesiegbar
And  die  durch  ihn  geschaffene  Ordnung  unerschütterlich
fei.  Er  fuhr  fort:  Der  Faschismus  verfügt  nicht  nur
über  ungeheure  Kräfte,  wie  sie  bisher  keiner  Regierung ­
  zur  Verfügung  standen,  sondern  auch  über  starke
geistige  Energien.  Durch  den  Faschismus  hat  das
italienische  Volk  den  Geist  der  Unterordnung  und  der
Verantwortlichkeit  errungen  und  der  Faschismus  will,
daß  diese  wertvollen  Eigenschaften,  welche  die  Voraussetzung ­
  der  jetzigen  und  künftigen  Größe  Italiens
bilden,  eifersüchtig  gehütet  werden.

Y  *

Annahme  des  Mißtrauensvotums ­
  gegen  Dr.  Remnarm.
WTB.  Lübeck.  27.  Mai.  (Eig.  Drahtbericht.)
In  der  gestrigen  Sitzung  der  Lübeckischen  Bürgerschaft ­
  wurde  der  sozialdemokratische  Mißtrauensantrag
  gegen  Bürgermeister  Dr.  Neumann  mit
einfacher  Mehrheit  und  zwar  mit  43  gegen  33
Stimmen  angenommen.  Für  das  Mißtrauensvotum ­
  hatten  die  Demokraten  mit  einer  Ausnahme, ­
  die  Sozialdemokraten  und  die  Kommunisten ­
  gestimmt.  Nach  der  Lübeckischen  Verfaffuna
ist  eine  nochmalige  Abstimmung  erforderlich,  die
bei  einfacher  Stirnmenmehrheit  endgültig  die  Annahme ­
  des  Antrages  ergibt.
Zu  Beginn  der  Sitzung  sagte  der  ständige  Se-«atskommissar,
  Senator  Dr.  Vermehren,  daß  der
Senat  den  Lübeckischen  Gesandten  in  Berlin  beauftragt ­
  habe,  heim  preußischen  Ministerpräsidenten

vorstellig  zu  werden,  weil  die  Veröffentlichung  der
Anschuldigung  gegen  Bürgermeister  Dr.  Neumann
ohne  vorherige  Benachrichtigung  des  Lübeckischen
Senats  erfolgt  fei.  Zn  einer  Unterredung  des
Ministerpräsidenten  Braun  mit  dem  Lübeckischen
Gesandten  habe  jener  erklärt,  es  tue  ihm  leid,  den
Senat  in  Lübeck  übergangen  zu  haben.  Die  Unterlassung ­
  der  Benachrichtigung  habe  sich  aus  der
Eile,  mit  der  sich  die  Ereignisse  abspielten,  ergeben.

Das  kirchenpolitische  Programm,  .
die  Aussöhnung  mit  dem  Vatikan  und  die  Nutzbarmachung ­
  des  Papsttunis  für  den  römischen  JmperrumsgeKanken
  hat  Mussolini  bisher  in  der  Oeffentlichkeit
nicht  berührt.  Wir  haben  aber  bereits  des  öfteren
von  den  Richtlinien  Kenntnis  gegeben.  Zu  diesem
Thema  bringt  nun  die  „Westminster  Gazette"  interessante ­
  Einzelheiten,  welche  u.  E.  der  Wahrheit  nahe
kommen  werden.  Es  heißt  dazu:  „In  dem  nächsten
päpstlichen  Konsistorium  wird  eine  Erklärung  zu  erwarten ­
  sein  über  die  Beziehungen  zwischen  dem  Vatikan ­
  und  dem  Staat.  .Sehr  wahrscheinlich  wird  eine
neue  Aera  in  der  Geschichte  des  modernen  Italiens
eingeleitet.  Das  sei  die  Frage  eines  geheimen  Abkommens, ­
  über  das  Mussolini  mit  dem  Papst  verhandle, ­
  mit  dem  Zweck,  ihr  beiderseitiges  Interesse
an  der  Ausbreitung  des  Einflusses  der  „Jtalianttät"
im  Ausland  zu  fördern.  Die  Zurückweisung  des
Olivenizweiges,  den  Mussolini  dem  Vatikan  mit  seiner
Neuen  kirchlichen  Reform  bot,  sei  nur  ein  Manöver
gewesen.  Tatsächlich  beabsichtige  Mussolini,  die
„römische  Frage"  dadurch  zu  lösen,  daß  er  dem  Vatikan
Gebiete  auf  der  Vatikanseite  des  Tiber  zugestehe.  Auf
der  vatikanischen  Seite  sei  der  Hauptförderer  der
Allianz  mit  Mussolini  eine  mächtige  Persönlichkeit
hinter  dem  Thron  des  Papstes.
Die  besonderen  Fragen,  auf  die  sich  Mussolinis
Aufmerksamkeit  richtet,  sind  die  Frage  des  Klcrikalis.
mus  in  Syrien,  die  zwischen  Frankreich  und  dem  Vatikan ­
  böses  Blut  macht,  und  die  Frage  der  slawischen
Liturgie  in  den  katholischen  Kirchen  Jugoslawiens.
Die  Mitteilung  schließt:  Dieses  Jahr  ist  Mussolinis ­
  „napoleonischss  Jahr".  Das  neue  italienische
Reich  wird  proklamiert  werden.  Die  Lösung  der  römischen ­
  Frage  mag  später  kommen,  aber  sie  wird  ganz
gewiß  kommen.  Die  italienischen  Offiziere  tragen
an  ihren  Armbanduhren  eine  Miniaturkarte  des  „imperialistischen ­
  Italiens",  die  Nizza  und  Malta  als
italienische  Besitzungen  zeigt.  Das  Regierungsblatt
.„Zmpero"  erklärt,  Frankreich  müsse  einige  seiner
Kolonien  an  Italien  abtreten  oder  Italien  werde
sie  sich  nehmen.  Es  wäre  verfehlt,  solche  Dinge  zu
ernst  zu  nehmen;  sie  zeigen  aber  die  geistige  Berfas,
sung,  die  heute  in  Italien  ermutigt  wird.
In  Pisa  empfing  ihn  der  Klerus  mit  einem
Tedeum  im  Dome.  Mussolini  sprach  zu  der  auf  dem
Domplatz  versammelten  ungeheuren  Menge:  „Ich  will
Euch  nicht  von  den  Toten  sprechen,  sondern  von  dem,
was  lebendig  ist,  und  da  sage  ich,  daß  die  Zeit  der
Opfer  für  Euch  vorüber  ist.  Heute  lebt  auch  bei  Euch
und  in  ganz  Italien  der  Geist  der  Macht,  und  alle
Italiener  sind  bereit,  zu  kämpfen,  um  diese  Macht
ohne  Grenzn  zu  verwirklichen.

Die  Verteidigungsrede  Neumanns.
Im  Anschluß  an  eine  Darstellung  des  unseren ­
  Lesern.bekannten  Sachverhalts  der  Besprechungen ­
  mit  Claß  führte  Bürgermeister  Dr.  Neumann
aus:
„Ich  weiß  ganz  genau,  daß  das  Ergebnis  der
Abstimmung  bereits  feststeht  und  daß  llederraschungen
  ausgeschlossen  sind.  Wo,  wie  hier,  die
politischen  Interessen  und  nur  diese  —  für  die
Entscheidung  maßgebend  sind,  können  Gründe  nicht
mehr  wirken.
Zweierlei  bitte  ich  aus  diesem  Sachverhalt
nochmals  unterstreichen  zu  dürfen:
einmal:  während  der  ganzen  Zeit,  über  die  sich
die  Verhandlungen  mit  Claß  erstreckten,  habe  ich
auch  nicht  einen  AugsnMck  geschwankt,  sondern
unerschütterlich  an  meinem  von  vornherein  feststehenden ­
  und  erklärten  Entschluß  festgehalten,  auf
seinen  Vorschlag  nicht  einzugehen,  und
zum  andern:  wenn  ich  mich  Herrn  Claß  gegenüber
bereit  erklärt  hätte,  mich  als  Reichskanzler  in
Vorschlag  bringen  zu  lassen,  so  würde  auch  deshalb ­
  niemand  berechtigt  fein,  mir  einen  Vorwurf
zu  machen,  da  von  einer  anderen  als  legalen  Kabinettsbildung ­
  in  unseren  ganzen  Verhandlungen
auch  nicht  mit  einer  Andeutung  dir  Rede  gewesen
ist.

Was  hat  nun  die  Presse  aus  diesem  einfachen
und  klaren  Tatbestand  gemacht?  Durch  die  Veröffentlichung ­
  des  Amtlichen  Preußischen  Pressedienstes ­
  bin  ich  vor  meinen  Mitbürgern  und  vor
ganz  Deutschland  in  unerhörter  Weise  verdächtigt
worden.  Weil  angeblich  keine  Zeile  von  meiner
Hand  bei  der  Haussuchung  in  der  Wohnung  von
Claß  aufgefunden  worden  war,  hat  man  den  im
Konzept  vorhandenen  Brief  des  Herrn  Claß  vom
23.  4,  der  Oeffentlichkeit  übergeben,  der  die  ganz
unbegründete  Deutung  enthielt,  dis  Herr  Claß
meinem  voraufgegangenen  Briefe  zu  geben  für
richtig  hielt.

MZpDÛiişşcheŗ  àÄAZà.

(Weiters  Nachricht«»,  siehe  2.  Blatt.)

22  WotzrchArfer  Lurch  Şrotzfruer
îsrstôrt.
WTB.  Schönau  in  Wiesental.  26.  Mai.  Heute
nachmittag!  entstand  im  Stadtteil  Neustadt  in
einem  alten  Bauernhaus  Feuer,  das  innerhalb
ganz  kurzer  Zeit  26  Wohnhäuser  erfaßte.  22
Wohnhäuser  wurden  vollkommen  zerstört»  wodurch
37  Familien  mit  129  Köpfen  obdachlos  geworden
find.  Menschenleben  sind  nicht  zu  Schaden  gekommen. ­
  Das  Vieh  konnte  geretct  werden,  doch  ist  der
Verlust  an  totem  Inventar  außerordentlich  hoch.
Der  Schaden  in  Höhe  von  mehreren  199  889  Jl
trifft  größtenteils  minderbemittelte  Familien.
Eine  Ausdehnung  des  Brandes  ist  nicht  mehr  zu
befürchten.

Wenn  man  auch  die  Worte  Mussolinis  nicht
allzu  start  werten  soll,  so  darf  man  auch  nicht  verkennen. ­
  daß  die  Ziele  der  Mussolinischen  Außenpolitik ­
  weitestgehend,  im  Sinne  der  Reden,  machtpolitische ­
  sind.  Auch  in  kirchenpolitischer  Beziehung
kann  man  trotz  der  Enthüllungen  der  „Westminster
Gazette"  noch  nicht  klar  sehen,  vor  allem  scheint
man  sich  im  Vatikan  nicht  einig  zu  sein.  Zweifellos ­
  wird  aber  Mussolini  versuchen,  mit  dem  Vatikan ­
  zu  irgend  einem  Abkommen  zu  gelangen,  denn
einmal  hat  Mussolini  mehrfach  die  Bedeutung  der
Religion  und  des  Religiösen  für  die  Zukunft  eines
Volkes  anerkannt,  zum  andern  aber  ist  Mussolini
zu  weitschauen-  und  zu  klug,  um  nicht  zu  begreifen,
welch«  geistige  Macht  seinem  Imperialismus  zur
Seite  treten  würde,  wenn  Italien  mit  dem  Vatikan ­
  zum  Frieden  gelangt.  Beide  Seiten,  sowohl
Italien  wie  Vatikan,  haben  ein  gemeinsames  Interesse, ­
  den  Glanz  eines  neuen  Rom  wieder  herzustellen, ­
  und  dieses  gemeinsame  Interesse  bindet.

Schwere  neue  Erdbeben  tm  südlichen ­
  Japan.
T.-U.  Rewyork,  27.  Mai.  Nach  Funksprüchen
aus  Tokio  haben  in  Japan  neben  dem  Vulkanausbruch ­
  auch  an  anderen  Stellen  Erdbeben  Verheerungen ­
  angerichtet.  Zu  der  Provinz  Mita  ist  das
riesige  Majama-Berieselungsbecken  zusammengestürzt. ­
  Etwa  89  Häuser  sollen  von  den  Fluten  mit
fortgerissen  sein.  Man  spricht  von  1?  Toten  und
zahlreichen  Verletzten.  Nähere  Einzelheiten  fehlen
noch.
Von  den  bei  dem  Ausbruch  des  Vulkans  Tokachi
  Umgekommenen  wurden  bischer  105  Leichen
geborgen,  darunter  die  von  49  Kindern,  welche  auf
dem  Nachhausewege  von  der  Schule  den  Fluten  des
aus  seinen  Ufern  brechenden  Bergfees  zum  Opfer
gefallen  sind.  Von  Kindern  liegen  weitere  2v  im
Hospital,  während  zahlreiche  noch  vermißt  werden.

Lautsprecher  auf  der  Kanzel.
WTB.  Berlin,  27  Mai.  (Eig  Drahtoer.)
Die  altreformierte  Gemeinde  in  Cmden  (Ostfriesland) ­
  hat  mangels  eines  Pastors  in  ihrem
Gotteshaus  einen  Lautsprecher  angebracht,  um
die  Predigt  aus  einer  benachbarten  holländischen
Kirche  aufzunehmen.  Wie  versichert  wird,  ist  der
Versuch  gut  gelungen.

Die  Schuld  am  Münchener  Eisenbahnunglück.
München,  26.  Mai.  Die  Ermittelungen  über
die  Schuldfrage  beim  Münchener  Eisenbahnunglück
haben  ergeben,  daß  als  Schuldiger  an  der  Katastrophe ­
  nur  der  Führer  der  Lokomotive  des  Salzburger ­
  Zuges  in  Betracht  kommt,  der  nach  eigenen
Angaben  das  iEnfahrtssignal  für  den  vor  ihm  stehenden, ­
  von  ihm  aber  nicht  gesehenen  beschleunigen ­
  Sonderzug  aus  Berchtesgaden  als  für  ihn  gegeben ­
  ansah  und  seinen  Irrtum  erst  bemerkte,  als
er  die  Schlußsignale  des  auf  dem  gleichen  Gleis
fahrenden  Zuges  bemerkte.  -  Weiter  haben  die  Untersuchungen ­
  ergeben,  daß  es  sich  bei  den  zertrümmerten ­
  Wagen  nicht  um  Eisenbahnwagen  ältester
Bauart  handelt;  vielmehr  sind  es  die  neuesten  Einheitswagen
  4.  Klasse,  die  sämtlich  ein  Srahlgerippe
haben.  Aber  auch  diese  feste  Konstruktion  hat  dem
starken  Anprall  nicht  standhalten  können.

Verheerendes  Unwetter  bei  Neusatz.
In  der  vergangenen  Nacht  ist  über  Neusatz
bei  Belgrad  und  Umgebung  ein  heftiger  Sturm
mit  wolkenbruchartigem  Regen  niedergegangen.
Durch  Windhosen  wurde  eine  Anzahl  Häuser  zerstört. ­
  Nach  den  bisherigen  Meldungen  sind  9  Personen ­
  ums  Leben  gekommen.

Jazzband  als  Kirchenmusik.
Im  Lande  der  unbegrenzten  Möglichkeiten,  in
Amerika,  und  zwar,  genauer  gesagt,  in  Kalifornien, ­
  hat  sich  jetzt  der  Pastor  Dyer  für  eine  praktische ­
  Modernisierung  der  Kirchenmusik  eingesetzt.
In  einer  Eingabe  an  seine  vorgesetzte  Behörde
führte  er  aus,  daß  er  seit  einiger  Zeit  seine
Gottesdienste  mit  Iazzbandbogleitung  ausübe,  da
die  rhythmische  Schärfe  dieser  Musik  geeignet  sei,
die  Aufmerksamkeit  der  Andächtigen  ganz  besonders ­
  wachzuhalten.  Er  habe  großen  Zulauf  zu
seinen  Predigten  und  bitte  die  Behörde  zum  höheren ­
  Ruhme  Gottes,  dis  Stimmen  der  wenigen
Querulanten  nicht  zu  beachten  und  seine  Gottesdienste ­
  in  der  bisherigen  Form  ihm  weiter  zu  gestatten. ­
  Dis  Antwort  der  Kirchenbehörde  steht
noch  aus.

Staupe  und  Grippe.
Neuere  Forschungen  von  Berliner  Gelehrten  der
Tierarzneikunde  haben  festgestellt,  daß  die  Hundestau; ­
  e,  mindestens  in  vielen  Fällen,  durch  Menschen
übertragen  wird,  wahrend  eine  direkte  Uebertragung
von  Hund  zu  Hund  seltener  ist.  Ein  und  derselbe
Bazillus,  sin  einzelliges  Lebewesen,  bewirkt  beim
Hund  die  Staupe,  beim  Menschen  dagegen  die  Krippe.
Während  eine  Infektion  des  Menschen  vom  Hunde
bis  jetzt  nie  beobachtet  worden  ist,  scheint  der  Erreger
der  Grippe,  insbesondere  dann,  wenn  es  sich  nm  Gehirngrippe ­
  handelt,  im  Hundekörper  eine  stärkere
Äuswirkungomöglichkeit  zu  finden.

Leichensund.
T-U.  Hamburg,  27.  Mai.  (Eig.  Drahtber.)
Nach  einer  telephonischen  Mitteilung  des  Amtsvorstehers ­
  in  Rellingen  wurde  in  Bönnigstedt  aus
einem  Brunnen  die  Leiche  eines  dunkelblonden,
völlig  unbekleideten  dreijährigen  Knaben  geborgen. ­
  Die  Leiche  befand  sich  in  einer  großen  Tasche,
die  als  Paket  verschnürt  war.  Hände  Mid  Füße
waren  zusammengebunden  und  mit  Steinen  beschwert. ­
  Die  Kindesleiche  dürfte  4—ß  Wochen  im
Brunnen  gelegen  haben.  Den  Umständen  nach
durfte  wohl  kein  Zweifel  darüber  bestehen,  daß
Kindesmord  vorliegt.

LGik  9i0tiernngcit  WA  AMkķ
Mehl,  (amtlich)  Hamburg,  27-  Dlai

Weizenmehl  hiesiger  Mühlen
Bäckermehl  „  „
Roggenmehl,  „
Noggengrobm.  ,  „
Getreide,  (Freiverdehr)  Hamburg.

49,
42.
29.
24.

25
75
50—29.75
50—24.75

Mar«

Wo  die  Gelegenheit  es  ergab,  habe  ich  immer
meine  feste  Ueberzeugung  ausgesprochen,  daß  verfassungsAndrige
  Machenschaften  oder  gar  Gewalt
—  einerlei  ob  von  links  oder  von  rechts  —  unser
schwer  geprüftes  Vaterland  in  feinem  Wiederaufstieg ­
  nur  zurückwerfen  könnten  und  daher  ein
Verbrechen  an  unserem  Wolke  seien.  Namentlich
bin  ich  immer  der  Ansicht  gewesen  und  habe  diese
Ansicht  ausgesprochen  und  bestätigt,  daß  das  Gesamtinteresse ­
  unserer  Stadt  Lübeck  unumgänglich
eine  Einheitsfront  -praktisch-nützlicher  Regierungsund ­
  Verwaltungsarbeit  erfordert.
Sie  haben  das  verfassungsmäßige  Recht,  mich
dadurch,  daß  Sie  erklären,  ich  besitze  nicht  Ihr  Vertrauen, ­
  meines  Amtes  zu  entsetzen.  Vertrauen
und  Mißtrauen  sind  subjektive  Dinge.  Ein  objektives ­
  Urteil,  ein  moralisches  Werturteil  über
mich  und  mein  Tun  zu  fällen,  sind  Sie  weder  imstande, ­
  noch  als  politische  Körperschaft  nach  den
Grundsätzen  eines  freien  Rechtsstaates  berufen.
Ich  werde  daher  auch  Ihre  Entscheidung  immer
nur  als  eine  rein  politische  ansehen  und  ansehen
können."

Weizen,  inländischer
Roggen,  neu,  „
Gerste,  anst.,  frei  Kaiwaggon
Maw,  lo  ko,  „  „
Tendenz  ruhig.  ,
n

295.
183,
200,
169
170,

.00-  296.00
.00-187.00
.00-205.00
.00—171  00
.00-175.00

şş  ICOO  .
'  1#  '
'  1000  ,
"  1,  00  ,

Marktberichte.

ep.  Süderstapel,  25.  Mai.  Dem  heullşş
markt  waren  ca.  35  Ferkel  zugeführl,  die  ve>  -  1  M
Handel  für  47—52  J(  schnellen  Absatz
Nachfrage  konnte  nicht  annähernd  gedeckt  wer»
xa.  Bad  Segeberg,  26.  Mai.  Dem  b eul, J e <,rt
markt  waren  insgesamt  231  Ferkel  i Ul 8 e ' u Lfrri
Handel  ging  flau.  Etwa  190  Tiere  blieben  un
Je  nach  Güte  und  Qualität  wurden  folgen»  M,
gezahlt:  Für  4—6  Wochen  alte  Tiere  32 ,„  mt#
6—8  Wochen  alte  Tiere  36—42  RM.,  8-1»,77,^1
alte  Tiere  42—48  RM.  Die  Preise  sind  gegeşş°
Bormarkt  im  Durchschnitt  unverändert.  ....  şş
Friedrichsfelde-Verlin,  26.  Mai.  Schwelg  ß
Ferkelmarkt.  Bericht  der  Direktion.  Austria!•  *
Schweine,  406  Ferkel.  Handel  langsam  bei  £tl 5/(
drückten  Preisen.  Es  wurden  gezahlt  im
je  Stück  in  Reichsmark  für  Läuferschweine  7—°
alt  85—105,  do.  5—6  Monate  85—85,  do.  3- 4 ,'"V
alt  46—65,  Ferkel  9—13  Wochen  alt  49-46,  w
Wochen  alt  36—40.

MMkrW
der  Landwirtschafts-Kammer  für  SchleZwlgè-Deutsche

  Berufsschultagung  in  Hamburg.
Hamburg,  26.  Mai.  Der  deutsche  Verufsschultag,
der  in  den  Tagen  vom  24.  bis  28.  Mai  in  Hamburg
abgehalten  wird,  vereinigt  zum  ersten  Male  die
Lehrerschaft  aller  Derufsschuilgattungen  aus  dem
ganzen  Reiche.  Mit  der  Tagung  sind  auch  Ausstellungen ­
  von  Schllherarbeiten  aller  Berufsschulen  verbunden. ­
  Zirka  1800  Berufsschullehrer  find  zu  der  Tagung
in  Hamburg  versammelt.  Auch  aus  Danzig,  ans  dem
Saarland  und  Oesterreich  sind  Abordnungen  eingetroffen. ­

Der  Reichsverband  leistet  nur  berufliche  Arbeit,
wirtschaftliche  Fragen  scheiden  aus.  In  enger  Fühlung
mit  dem  Reicizsverband  stehen  die  früheren  Reichsvereine ­
  der  Bauschulen  und  Maschinenbauschulen,  die
heute  in  der  Umbildung  begriffen  find.  Aus  dem
Programm  des  Reichsverbandes  sind  zwei  Forderungen ­
  besonders  hervorzuheben:
1.  die  Ausbildung  rer  Lehrkräfte  in  Bernfsschulen
mutz  den  höchsten  Anforderungen  genügen  und  sie
-kann  —  entsprechend  der  Vielgestaltigkeit  des  Berufsschulwesens ­
  —  nicht  gleichartig  muß  aber
gleichwertig  sein.
2.  Notwendig  ist  die  Schaffung  eines  Neichsrahmen«
gefetzes  für  die  Berufsschulen,  das  zum  mindesten
die  unteren  Grenzen-der  Leistungen  festlegen  soll
und,  den  einzelnen  Ländern  Raum  lassen  mutz,
ihren  lebenswichtigen  Belangen  auch  in  diesen
Schulen  Rechnung  zu  tragen.  Der  Reichsverband
fordert,  daß  er  zu  diesem  Gesetz  gehört  wird.
Professor  Dr.  Alois  Fischer-München  sprach  sodann ­
  über  das  vorgesehene  Thema:  ,Me  Problematik
der  Berufserziehung  in  unserer  Zeit."

(Ohne  Gewähr.)  ,g$
Altona,  den  27.  ©W  ,-x!
A.  Ochsen  und  Färsen.
1.  Vollst,  höchst.  Schlachtwerte  JsUj

2.  sonst,  vollfleischige
3.  fleischige  WJj?

TtA
0Ì3Û-4.

  gering  genährte
B.  Bullen.
1.  vollst,  höchst.  Schlachtwerte.  .  .
2.  sonst,  vollfleischige  ......
3.  fleischige
4.  gering  genährte.  .  .
C.  Kühe.
1.  Vollst,  höchst.  Schlachtwerte.
2.  sonst,  vollfleischige
3.  gering  genährte.  .....
4.  geringste  Sorte  (Wurft-Kllbr)  .
0.  Schafe.
1.  Weidemast  1.  Qual
o  o
"•  f  “■  II
3.  .  Z.  .  ,
Zufuhr:  433  deutsche.  1368  dänische  Lp
men  1801  Rinder:  darunter  77  Ochsen,  $ŗ
259  Kühe,  59  Bullen,  außerdem  255  S# ö ' e '
Handel  rege.

,  ■  .  oAjti
'  •  0Ş
•  *  •  0.Ş
•  ;  .  o,i 5

:::

-eş'

J

Husum,  27.  Mai.  Dem  heutigen  Mager».
waren  160  Stück  Rindvieh  und  525  Schal«
mer  sowie  202  Pferde  und  Füllen  zugeführt.
del  war  langsam.  Es  kosteten  Ijährige  D  ’  ■
Quien  SSO—SCO  Jl,  Fehrkühe  1.  Qualität  S, !

2.  Qualität  270—320  ^t,  Kalbkühe  und  Qui««

Girre  Mühle  eingeäschert.
WTB.  Stettin,  26.  Mai.  In  Ploewen  entstand ­
  in  der  Windmühle  des  Müllers  Woll  ein
Feuer,  das  in  kurzer  Zeit  die  Mühle  einäscherte.
Der  Müller  Woll,  der  in  der  Muhle  schlief,  konnte
nur  als  Leiche  geborgen  werden.

550  Jl,  Sckafe  mit  2  Lämmern  80—100  <4
Lamm  60—75  M,  jährige  Schafe  50—60  Jfrrfļļ  j!
mer  18—27  Jl,  beste  Pferde  800-1000
bis  800  Jl,  ältere  400—600  Jl,  einjährige  ,ji
—  Dem  Ferkelinarkt  waren  405  Ferkel  zrigcMşş^
Handel  war  ruhig.  Für  beste  Ware  wurde  S  K
bis  50  -X,  mittlere  Ware  40—46  Jl,  geritş  i
40  Ji,  Iungfchweine  50—60,  60—80  JL

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S-rgva«.
Ï..U,  2«àn.  21.  ïïfcii.  (Si®.  F»«sN,  l';
Das  von  der  Regierung  gemachte  Aüö  ^  ”,
weiteren  Su'bveniionszahlung  in  fjÊÊÊ

Millionen  Pfund  läuft  am  kommenden

und  immer  noch  sind  keine  Anzeichen

lungen  vorhanden.  Der  Präsident  der^

tergewerkfchaft,  Herbert  Smith,  maķ  '^fļ  ^

gestrigen  Rede  keinerlei  Andeutungem  ^  $
Verg>arbeiter  oder  die  Führer  der  hâîft,
Ansichten  auch  nur  im  Geringsten  0«^
Ganz  im  Gegenteil  war  er  der  Äuffaii^^g«  ^
Kampf  von  langer  Dauer  sein  werde.  ,
gung  könne  nur  erzielt  werden,  wenn  ^
1.  die  unwirtschaftlich  arbeitende
geschlossen  würden,  s, e n
2.  die  hierdurch  arbeitslos  werd  >  ßW
arbeitet  Arbeitslofenuntersiuv  ^
ten.  ..  -ps  fV
3.  ein  Komitee  gebildet  wurde,  utt i>  zj
Grubenbesitzern,  Bergarbei»«  hie  **
brauchsrn  zusammensetzt  und  .
gäbe  habe,  die  Inlandspreise  ßiN^
Smith  wiederholte  dann  die  bereits
'  Die

Tagen  gemachten  Vorschläge.  Dl«
Arbeitsruhe  im  Bergbau  auf  ant *.  eï
machen  sich  bereits  sehr  fühlbar.  „I
aus  Grimsby  zufolge  hat  ein  beho,  yio^M
komilee  angeordnet,  daß  vom  nächst  ..  eWpi
die  britischen  Fischdampfer  keiner  ^rtt  \t
Kohlen  mehr  bunkern  dürfen.  ,* te  şş  «  §
Punkt  ab  werden  die  Fischdampfer'0
Auslande  zu  Lunkern  gezwungen  >
nicht  vorziehen,  aufgelegt  zu  werden-  «ŗ,
Gro^e  Kitze  in  ķlşş  es
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T.-U.  London,  27.  Mai
herrscht  eine  şir  diese  Zeit  ungewo
            
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