Cļjypmaìi
CmZpfen
Wirkung frappantf
tritt in China eine neue Wendung der Dinge ein.
Die Isolierung von Tschang nimmt damit greif
bare Formen an. Da hinter Tschang Japan und
hinter Wupeifu englischer Einfluß steht, bedeutet
die Wendung in China somit zugleich ein gewisses
Auscinandergehen dieser beiden an Ostasien inter
essierten Großmächte. Anscheinend will England
durch die Annäherung an Feng bezw. die National
armee den russischen Einfluß völlig ausschalten und
den japanischen abdämmen. Japan ist als asiati
sche Kontinentalmacht für England ein zu unsiche
rer und zu gefährlicher Verbündeter, um ihn nicht
zur rechten Zeit in China nicht zu mächtig werden
zu lassen. Japans Liebäugeln mit Rußland hat
die Nerven Englands denn doch zu sehr angespannt,
um vergessen zu lassen, welche Wälle Japan in Ost
asien spielen kann, wenn es so weit ist. Wir kom
men auf die Eesamtoorgänge in China noch ein
gehender zurück. şD
Rußland sucht MerMndrgimg
mit Amsrika.
Teilweise Anerkennung der Schulden.
TU. Moskau, 6. April. Die Sowjetregierung
hat beschlossen, ein neues Memorandum über das
Verhältnis der Vereinigten Staaten zu der Sow
jetunion zu versassen. Es soll darin festgestellt
werden, dag die Sowjetregierung die Aufnahme
der Besprechungen unter der Bedingung der Zu-
rückersiattllng der Hälfte der russischen Schulden
an Amerika erstrebe. Die Sowjetregierung wird
ferner die Rückgabe des persönlichen Besitzes des
letzten Zaren, der in amerikanischen Banken depo
niert ist, verlangen. Das Memorandum wird
von Tschitscherin und Rykow unterzeichnet sein.
. Dor russtscho Gmrgrantsn-
Kongrsfî rmd MKslKjmmLfch.
TU. Paris, 7. April. (Eig. Drahtmeldung).
Der Kongreß der russischen Emigranten richtete ein
Schreiben an den Großfürsten Nicolaus Nikola-
jewitsch, in dem es heißt, der Kongreß erblicke in
der Person des Großfürsten den Vertreter der na
tionalen Idee und den Verteidiger des Vaterlan
des. Tie Russen seien seines Rufes gewärtig, das
Vaterland zu verteidigen. Der Großfürst antwor
tete, die Unterdrückung des russischen Volkes könne
nicht länger ertragen werden. Die jetzigen Ent
schlüsse dürsten aber nicht die künftigen Geschicke
Rußlands regeln. Das russische Volk, das jetzt
aller Freiheit beraubt sei, müsse sein staatliches
Schicksal selbst bestimmen.
Politische Forderungen
der englischen unuvtzangiSen
Arbeiterpartei.
WTB. London, 6. April. Auf der heutigen
Schlußsitzung der Konferenz der Unabhängigen Ar
beiterpartei wurde vom Nationalrat eine Ent
schließung eingebracht, die für die Revision des
Versailler Vertrages, Zurückziehung der Repara
tionsforderungen an Deutschland, gegenseitige
Streichung der Kriegsschulden und volle Handels
und politische Beziehungen mit Rußland eintritt.
Teilnahme deutscher Lehrer
an einer englischen Fehrer-
konferen;.
WTB. Portomouth, 7. April. (Eig. Draht
bericht). An der gegenwärtig hier tagenden Kon
ferenz des Nationalen Verbandes der englischen
Lehrer nahmen zum ersten Male nach dem Kriege
auch deutsche Delegierte wieder teil. Der deutsche
Vertreter dankte in einer Rede für die Einladung
zur Teilnahme an der Konferenz, die er als einen
Beweis des Wunsches, die frühere freundschaftliche
Beziehung wieder aufzunehmen, bezeichnete und er
klärte weiter, die deutschen Lehrer wünschten,
Schulter an Schulter mit den englischen Lehrern zu
arbeiten.
Ausland.
Die Wildnis Nordalaskas im
Flugzeug bezwungen.
f Ein Radio-Sieg.
Fairbanks (Alaska), 6. April. Kapitän Wilkins
und fein Chefpilot Carl Nielson, die ihren 690-Meilen-
slug von Fairbanks nach Point Narrow glücklich voll
endeten, und deren Aufenthaltsort tagelang in ein
Geheimnis gehüllt war, traten mit der zivilisierten
Welt zuerst wieder durch den Rundfunk in Berührung.
Kapitän Wilkins, der mit einem kleinen Flugzeug-
radioapparat arbeitete, konnte sich durch schwache,
aber zu entziffernde Zeichen vom nördlichsten Punkt
Alaskas, 560 Meilen nördlich von Fairbanks, ver
ständlich machen. Die von ihm 1 gesandte Botschaft
lautete: „Wir sind zwischen 2 und 3 Uhr am Mitt
woch (voriger Woche) glücklich angekommen."
Das ist das erste Mal, daß ein Flugzeug quer
über die Wildnisse Alaskas mit einem kleinen Radio
apparat und einer an einer Tragfläche des Flugzeuges
angebrachten Hilfsantenne geflogen ist, und das bedeu
tet eine neue Phase in der Geschichte des Rundfunks.
Das Sendegerät wiegt nur 58 Pfund. Wilkins be-
-Mtzte einen Hilisaşiumulator. um di« nötige Kraft
erzeugen. Die Hilfsexpedition, die den Lanvweg
nahm und während ihrer Reise manche Unbilden zu
erleiden hatte, gab ebenfalls mit ihrem Fnnkgerät
Zeichen, als sie sich in einem Lager in der Nähe des
Anatu-vuk-Flusies, 15V Meilen südwestlich von Barrow,
befand. Der Radiooperateur Robert Wasley. der auf
nahm, erhielt gleichfalls Capitain Wilkins' Meldung,
die die glückliche Ankunft in Point Barrow anzeigte.
Waskey arbeitete mit einem Radio-Apparat und einer
Antenne, die inmitten der Wildnis Alaskas an einem
Baum befestigt war.
Die Strecke von Fairbanks nach Barrow wurde
in 6 A Stunden zurückgelegt, während das Hundege
spann der Expedition K Wochen brauchte, um sie zu
bewältigcr Das von Wilkins benutzte Flugzeug ist
ein Fokkeraxparat.
MTB. London, 6. April. Die Osterfeiertage
dieses Jahres waren die wärmsten, die England
seit 50 Jahren erlebt hat. Während im allge
meinen das Wetter sehr schön war, ist es verschie
dentlich zu örtlichen Eewitterbildungen gekommen.
□ Egcrsund (Norwegen), 7. April. Bei ei
nem Brand im 2. Stockwerk des Erandhotels, der
sich mit außerordentlicher Schnelligkeit verbreitete,
kam ein Handelsreisender aus Stavanger in den
Flammen um. Die übrigen Hotelbewohner ret
teten sich im letzten Augenblick durch einen Sprung
aus den Fenstern. Mehrere Frauen erlitten so
ernste Brandverlctzungen, daß sie ins Krankenhaus
gebracht werden mußten.
A Kopenhagen, 7. April. Die dänischen Tokio-
Flieger. Premierleutnant Dotveld ist auf seinem
Flugzeug in Bangkok angekommen. Wahrscheinlich
wird das beschädigte Flugzeug des Leutnants Her-
schend auf dem Seewege nach Bangkok geschafft
werden, damit es dort repariert wird. Herfchend
dürfte in Bangkok bis zur Rückkehr Botvelds
bleiben.
Peking, 6. April. Die Braut getötet. Bei
den Bombenabwürfen durch Truppen Tfchangtso-
lins wurde auch ein chinesischer Hochzeitszug in
Mitleidenschaft gezogen. Die Braut wurde durch
Bombensplitter getötet.
Ueberlaufene Standesämter. Zu Ostern hat
ten die Standesämter von London wahre Rekord
ziffern hinsichtlich ihrer Inanspruchnahme zu ver
zeichnen. Selbst die ältesten Beamten erinnern sich
nicht, im Lauf ihrer langjährigen Tätigkeit einen
solchen Ansturm erlebt zu haben. Sämtliche Büros
waren überlaufen, ein junges Paar gab dem an
dern dis Tür in die Hand, und der Betrieb dau
erte den ganzen Tag über ohne dis kürzeste Unter
brechung. Alle zehn Minuten wurde eine Ehe ge
schlossen, und da trotz dem summarischsten Verfah
ren nicht alle Ehelustige abgefertigt werden konn
ten, wurden in aller Eile Hilfskräfte eingestellt.
Inland.
Aus dem Lebenslauf v. Hindenburgs
verzeichnen wir die folgenden Daten: Hindenbur-g
trat am 7. April 1866 als Secondeleutnant in das 3.
Garderegiment zu Fug ein. Im Krieg gegen Oester
reich wurde er am 3. Juli 1868 bei Königgrätz ver
wundet. Mit seinem Regiment nahm er dann im
Krieg >gegen Frankreich als Bataillons- und später
Regiments-Adjutant an den Schlachten von Erave-
lotte, St. Privat und Sedan teil, und an der Belage
rung von Paris. Am 13. April 1872 wurde er zum
Oberleutnant befördert und als solcher am 15. Mai
1877 zur Kriegsakademie kommandiert. Am 18. April
1879 wurde er als Hauptmann in den großen General-
stab versetzt. Am 15. April 1884 wurde er Kompagnie
chef im Jnf.-Regt. Nr. 58 und kehrte bereits ein Jahr
später am 15. Juli 1885 in den Eeneralstab zurück. Am
12. November 1885 zum Major befördert, wurde er am
25. November 1899 Abteilungschef im Krie-gsministe-
iium. Am 14. Februar 1891 wurde er zum Oberst
leutnant und am 17. März 1894 zum Oberst befördert.
In den Jahren 1893 bis 1896 war er Kommandeur
des Jnf.-Regts. Nr. 91 in Oldenburg. Am 22. März
1897 wurde er zum Generalmajor befördert. Bis 1999
war er Chef des Eeneralstabs des 8. Armeekorps in
Koblenz. Am 9. Juli 1990 wurde er Generalleutnant
und Kommandeur der 28. Jnf.-Div. in Karlsruhe. Am
18. Mai 1903 wurde er kommandierender General des
4. Armeekorps in Magdeburg und am 22. Juli 1995
zum General der Infanterie befördert. Mm 14. De
zember 1908 à la suite des 3. Garderegiments zu Fuß
gestellt, nahm er am 13. März 1911 seinen Abschied
und siedelte nach Hannover über. Als der Weltkrieg
ausbrach und die Russen schneller als man erwartet
hatte, in Preußen einfielen, versagte die Führung, der
deutschen Truppen in Ostpreußen. Da erging der Ruf
des Kaisers an den alten General in Hannöver. Als
Chef des Stabes wurde ihm der damalige Oberst Lu
dendorff beigegeben. Als Generaloberst übernahm
Hindenburg das Kommando und wenige Tage darauf,
am 21. August 1914, wurde die Schlacht bei Tannen
berg geschlagen. Es folgte am 12. September 1914 der
Masurensieg. Am 1. November 1914 zum Oberbefehls
haber des Armeekommandos Ost ernannt, wurde er
am 27. November 1914 Keneralfeldmarschall und am
29. August 1916 Chef des Eeneralstabs des Feldheeres.
Am 3. Juli 1919 nahm der Eeneralfeldmarschall seinen
Abschied.
Gpfer der Berge.
Am Ostermontag stürzte eine Dame vom Jlsen-
stein im Harz etwa 69 Meter in die Tiefe. Ein
Reichswehrsoldat kletterte ihr nach, kam aber dabei
selbst in Lebensgefahr. Die Feuerwehr von Jlsen-
burg befreite den Soldaten, der nur geringe Verletzun
gen davontrug, während die Dame in schwer verletztem
Zustand in das Wernigeroder Krankenhaus gebracht
wurde.
Der Wiener Bankbeamte Motz stürzte von der
Vräunerwand und erlag bald darauf seinen Ver
letzungen. Ferner stürzte der Wiener Skifahrer
Pawlik über eine Eletschcrwand und starb kurz nach
seiner Bergung.
Vor einigen Tagen unternahmen zwei Münchener
Touristen, Hauser und Appl, eine Skitour auf den
Olperer in den Zillertalalpen. Da sie nicht rechtzeitig
zurückkehrten, wurde eine Rettungsexpedition ausge
sandt,' diese fand die Leichen beider am Fuße des
Olperer-Gletfchers. Die Touristen sind anscheinend
am Ostersonntag tödlich abgestürzt.
Auf dem Wege van Oberstdorf !m Allgäu nach
Tiesenbach fand ein Arzt einen Knaben blutüber
strömt liegen. Er leistete ihm Hilfe, doch starb der
Knabe, der 11 Jahre alte Schüler Gerhard Fichtner
aus Leipzig, bald nach dem Auffinden. Er hatte mit
mehreren anderen Schülern aus Leipzig, die in einem
Erholungsheim untergebracht sind, einen Spaziergang
gemacht, hatte unbemerkt, um Blumen zu pflücken, eine
Felswand erstiegen und stürzte dabei ab. Ein zweiter
Knabe wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich auf
dieselbe Weise verletzt.
MsWUm Im OsWeMr m Verlm.
WTB. Berlin, 6. April. Am 1. Ostertage sind
1.6 Millionen Fahrgäste aus der Stadt-, Ring- und
Vorortbahn befördert worden. Der 2. Ostertag
weist noch eine, Steigerung um etwa 25 Proz. die
ser Riesenzahl auf. Dian hat den Ostermontag
über zwei Millionen Fahrgäste im Berliner Stadt-
und Vorortverkehr gezählt. Der Fernverkehr zum
Osterfest hat sich auf der Höhe des Vorjahres ge
halten. Die Straßenbahn hat während der fünf
Osterfeiertage vom Gründonnerstag bis zum zwei
ten Osterfeiertag rund 11 Millionen Fahrgäste
befördert.
DnşiMmenfchLM dsr Gifön-
vahnersrganisütionsn.
Es soll ein Zusammenschluß der Eroßeisenbah-
nerorganisativnen zu einer gemeinsamen Kampf
front gegen die Reichsbahngesellschaft geplant sein.
Ein Vertragsentwurf steht die Schaffung eines
Kartellverhältnisses vor, durch dessen Annahme sich
die Organisationen bei voller Aufrechterhaltung
ihrer sonstigen Selbständigkeit dazu verpflichten
würden, daß alle Handlungen und Maßnahmen,
die im Interesse der Eisenbahner notwendig sind,
von allen Organisationen gemeinschaftlich durchge
führt werden.
Bem§rksKvwL§ts amerikanische
Stimmen Mm Tode Sļpşşens.
Ncrvyork, 6. Aprl. Die gesamte Presse bespricht
eingehend das Ableben August Thyssens und be
tont die Bedeutung, die der Tote für das deutsche
Wirtschaftsleben des letzten halben Jahrhunderts
gehabt hat. Allgemein wird Thyssens Rolle in der
deutschen Industrie mit der Hugo Stinnes' vergli
chen, den Thyssen weit überragt habe.
Die „Newyork Sun" widmet dem Verstorbenen
einen warmen Nachruf, in dem das organische Wer
den, seine Gradlinigkeit und die Solidität der
Thyssenschen Unternehmungen betont wird.
Die konservative Wallstreet-Sun vergleicht
das Lebenswerk des Toten mit einer auf breiten
Fundamenten ruhenden Pyramide, die aus Eisen
und Stahl herausgewachsen, selbst zu Eisen und
Stahl geworden sei, während der Stinnes-Trust
einer auf den Kopf gestellten Pyramide geglichen
hätte, dis unter dem Uebergewicht schließlich zu
sammengebrochen sei.
WTB. Berlin, 7. April. Großer EinSruchs-
diebstahl. Einen Einbruch von großem Umfang
verübten in den Feiertagen Einbrecher in der Kö
nigstraße in der im Zentrum der Stadt gelegenen
Wohnung eines Kaufmanns, der stch mit seiner
Gattin auf der Osterreise befand. Die Einbrecher
erbrachen die mit 2 schweren Kunstschlössern ge
sicherte Wohnung und erbeuteten einen großen
Barbetrag in ausländischen Banknoten, kostbare
Schmuckstücke, wertvolle Silber- und Porzellan-
sachen, zahlreiche Kleidungsstücke, Wäsche und Tep
piche. Die Einbrecher waren während der Feier
tage in der Wohnung verblieben, hatten sich aus
den vorgefundenen Eßvorräten verpflegt und in
den Betten der Wohnungsinhaber geschlafen. —
Auf die Wiederbeschaffung der gestohlenen Sachen
ist eine Belohnung von 15 000 JC sowie 25 Proz.
des gestohlenen Bargelds ausgesetzt worden.
Schwerin, 6. April. Verhaftung eines wei
teren angeblichen Fememörders. Ein gewisser Os
kar Thomsen aus Faulfch, der vom Berliner Polt
zeipräsidium wegen Teilnahme an einem Feme
mord steckbrieflich verfolgt wurde, ist jetzt in Meck,
lenburg verhaftet worden. Thomsen, der in der
Gegend von Erevesmühlen Beschäftigung gefunden
hatte, ist durch einen Eendarmeriekommissar auf
dem Gute Börtzow ermittelt und dem Amtsgericht
Erevesmühlen zugeführt worden.
KrrrM Tagesrundfchau.
Berlin, 7. April. Heute nachmittag entstand
der Nachtausgabe zufolge, auf dem Tegeler Schieß
platz ein Feuer, das schnell größere Ausdehnung
annahm. Zur Zeit befinden sich etwa 30 000 Qua
dratmeter Grasnarbe in Flammen. Da man ein
llebergreifen auf den angrenzenden Wald vermu
tet, sind außer der Feuerwehr etwa 200 Mann
Polizei zur Hilfeleistung herangezogen worden.
„Onkel Christian' Buddenbrook« gestorben.
Der frühere Kaufmann Friedrich Mann in Lübeck,
ein geborener Lübecker, der in den „Buddenbrooks"
als „Onkel Christian Buddenbrook" weltbekannt
geworden ist und der jahrzehntelang in der Heil
anstalt Strecknitz untergebracht war, ist jetzt ge
starben.
Tödlicher Sturz vom Fahrrad. Ein Radfah-
rer^kam bei Harburg auf einer abschüssigen Strecke
zu Fall und stürzte in einen gepflasterten Graben.
Er trug so schwere Verletzungen davon, daß er
wenige Stunden nachher starb.
Auf der Stadt- und Vorortbahn Hamburgs
wurden am 1. Osterfeiertage 337 184 Personen
und .150 000 Zeitkarteninhaber befördert, am
zweiten Ostertage 331449 Personen und 150 000
Zeitkarteninhaber. Der Eesamtverkehr an den
beiden Feiertagen beläuft sich demnach auf
968 683 Personen, gegenüber 890 700 Personen
im Vorjahre.
• Attona. den 7
beim Grünen Jäger 18
«èem«dķki-tL.'NL"L
(Ohne Gewähr.)
Es wurde gezahlt für st, kg Lebendgen
. April 1926.
iftskammer für
term.-Holstein
ucht:
0,65—0,72 .
0,45-0,60 „
0,25-0,40 „
1. LuaUtät Kälber
2. „ w
3.
4. „ » t
Zufuhr 1217 Kälber.
Handel ruhig.
Letzie Noļietllnger!
M « h l, (amtlich)
üchterne . . .
mm MtWH'MM
Hamburg. 7. April:
Mar«
Weizenmehl hiesiger Mühlen
Bäckermehl „ „
Roggenmehl , ,
Rogģengrodm. . ,
Getreide, (Freiverke
47.00
40 50
28.25-30.50
23.75-24.25
hr) Hamburg.
per 100 Kg
, 100 .
. 100 „
100 „
7„Apri!: ^
Mark
Weizen, inländischer
Roggen, neu, „
Hafer, „
Gerste, au-l.,sreiKc,iwaggon
Mai,, loko, „ „
Tendenz befestigt.
277.00— 282.00
180.00—184.00
192.00-204.00
>72.00-174 00
176.00-178.00
per 1000 Kg
„ 1000 ff
ff 10 0 „
ff 1000 ff
„ loco ff
— - Altona, den 7. April 1926.
beim Grünen Läger 18.
SchîķàMMêriHt""
der Prov. Schlcsw.-Holsiein.
(Ohne Gewähr.)
Er wurde gezahlt iür '/, kg Lebendgewicht:
Fett sch wei ne über 300 Psd.
aolistetschige Schweine über 260 Psd.
Schweine von 200—260 .
Schweine unter 200 Pfü.
Schwere Sauen Psd
Zufuhr 3974 Schweine.
»anbet sehr flau.
0,75 A
0,73-0,74
0,70—0,72 „
0,62—0,68 „
0,60-0,68 „
Aus der Şļadk»
Rendsburg, den 7. April 1926.
April.
Neuer Frühling ist gekommen.
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr. hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein:
Und das ist ein Blühen und Sprießen, ,
Waldesüuften, Quellenftießen,
Und die Brust wird wieder weit —
Frühling, Frühling, gold'ne Zeit.
(Otto Roquette.)
Der sehnlich erwartete Frühling ist eingezog«"'
die goldene Sonne hat den letzten Schnee hinter de»
Knickwällen hinweggeküßt und rasch ist die ganze
tnr siegreich zu neuem Leben erwacht. Wenig sonä
Tage, laue Luft und warmer Frühlingsregen pflege"
Wunder zu wirken. Der Frost weicht aus der Erde
die Wurzeln der Kräuter und Sträucher saugen d"
mit mannigfachen Salzen gesättigte Feuchtigkeit fl«*
bem Boden auf, die Nährstoffe in den Zellen werķ
gelöst und der Saft beginnt seinen Kreislauf.
Für den sinnigen Naturfreund zählen die
men, freundlichen Apriltage zu den schönsten des fşş
res, er öffnet nicht nur die Fenster, die würzige Frşş
lingslust in feine Lungen aufzunehmen, er eilt ^
aus in Flur und Wald, um sich des überall aufkeime"'
den jungen Lebens zu freuen. Jedes Kräutchen, jedf ’
Baum lohnt jetzt eingehende Beachtung. Nur we"ķ ş
Mauzen finden wir, di« noch schàbar schlummert
ruhen; fast all« haben die ersten warmen Sonn"'
blicke zu sichtbarem Leben erweckt. Die Knospen ^
Baum und Strauch schwellen mehr und mehr, die I
fest umschließenden Schuppenhüllen lockern stch 11
fallen zu Boden, und frei treten uns nun die erste
Blättchen und Blutenknospen entgegen.
Wie bei den Bäumen, so schmücken stch aua, bei de
Sträuchern erst di« unscheinbarsten mit Blüte ^
Kornelkirsche, Mispel und Buchsbaum haben den Ä"'
fang gemacht, Stachelbeer- und Johannisbeersträuche-
folgen, und lang« wird es nicht dauern, dann prangt
Hunderte der herrlichsten Sträucher in vielgestaltige"'
bunten Schmuck. Die Düfte des Flieders und Holl""^
ders, der Traubenkirsche und Magnolie mischen P®
begierig saugen wir sie ein und unser Herz füllt F
mit freudigem Hoffen. ,
Mehr noch als Bäume und Sträucher fallen jşŞ '
die Kräuter durch ihre Blumen auf; über 200 o.t
schieden« blühende Arten vermag der kundige Sanll
ler schon in Feld und Wald zu finden, aber der Dur"
schnittswanderer geht gedankenlos über die meist®
hinweg, denn das Veilchen ist lange noch nicht
unscheinbarste dieser Frühlingsherolde.
Sobald sich Wald und Wiese wieder mit Dlrş
schmücken, mag auch der Gartenfreund das Vorgill'
chen nicht mehr blumenleer sehen. Daher kommt ^
daß die Frühblüher die beliebtesten Zierpflanzen jL
worden sind. Was sich von schönen heimischen Fr"
lingsblühern zur Gartenkultur eignet, ist auch in
V, ' - • ■ ' .
edutschen Gärten zu finden, freilich nicht mehr rn u A
ursprünglichen Bescheidenheit. Durch sorgsame ÄM* .
und Zuchtwahl und durch Kreuzbefruchtung heimisch
Pflanzen mit ihren aus fremden Ländern eingefA.I
ten Verwandten sind dankbare Blllher entstanden,
an Schönheit die Urformen weit übertreffen. M"";
Art, deren Stammeltern an Schutthaufen und
rändern wuchern, ist heute in vielen Sorten und
Dutzenden von Spielarten in den Gärten vertre
i»
Den unscheinbaren Blumen im Felde setzt der
freund ihre
, ..... stolzeren Nachkommen im Garten -
gegen; je besser er sie pflegt, desto üppiger entşi^
sie sich. Jeder freut sich der ersten selbftgezşş^
Blumen und hält das eigene Gärtchen für ein kl"'
Paradies.
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