Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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* Treff» oder Findebücher, die bislang Versuchs» 
Deişşe in den VerkebrsLüros veffchisdener Erohstädte, 
erie Devlin, Leipzig, Dresden. Breslau, Köln, Nürn 
berg, München u. a., ausgelegt waren, sind nunmehr 
>on d. Deutschen Reichsbabn-Gesellschaft aus allen grö- 
leren Bahnhöfen zugelassen, da auch vom oostrecht- 
lichen Standpunkt aus nichts gegen diese den Berkebr 
iBrdevnde Einrichtung einzuwenden ist. Besondere Pla- 
«te werden den Reisenden, der eine Verabredung zu 
treffen wünscht, auf den Auslageort des Buches Hin- 
neffen. ©in einheitliches Zeichen (Pfeil im Ring) soll 
ms Auffinden des Auflageortes (Pförtner, Garderobe) 
erleichtern. Für eine Eintragung, die so eingerichtet 
şt. dah sie nur von der Person, für die die Mitteilung 
bestimmt ist. eingesehen werden kann, soll eine Gebühr 
-ion iS Pfennigen erhoben wetten. — Ein dem Finde 
buch beigefügter Stiadtvlau gibt gleichzeitig Auskunft, 
>n welchen gröberen Lokalen, Hotels, Dersnügungs- 
Mtt-en für den inneren Stadtverkehr ebenfalls ein 
Findebuch -ausgelegt ist. Es erscheint zweifellos, dasi 
durch die Auslegung der Dress- oder Findebücher be 
sonders auf den Bahnhöfen die Möglichkeit, sich mit 
vinsm Geschäftsfreund am fremden Ort in Verbindung 
lu sehen — eine Möglichkeit, die bisher bei unvorher- 
«esebenen Aenderungen der Treffzeit meist überhaupt 
«richt bestand —, jetzt leicht überall gegeben ist. 
*X Persoualie. Der Eütermakler und Auk 
tionator Peter Martens ist vom Regierungspräsi 
denten als öffentlicher und vereidigter Versteige 
rt für den Kreis Rendsburg bestellt worden. 
*-i- GeschwindiZkeitsprüfimg über 2 Kilometer 
für Motorräder und Wagen am 11. April. Wie 
bereits früher mitgeteilt, veranstaltet der Motor- 
sportklub Rendsburg am Sonntag, den 11. April, 
auf der Chaussee Ostenfeld—Andorf eine Eeschwin- 
digkeitsprüfung über 2 Kilometer für Motorräder 
und Wagen. Diese Fahrt wird die erste Veranstal 
tung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Klubs 
fern, die in Deutschland in diesem Jahre num Aus- 
àg kommt. Wie in der gestrigen Sitzung des die 
Veranstaltung vorbereitenden Ausschusses beschlos 
sen wurde, wird die Durchführung des Rennens 
in den Händen des Sportleiters T. H. Sievers- 
Rendsburg liegen. Dem Ehrenausschuß gehören an 
Landrat Steltzer, Bürgermeister Timm, Rittmei 
ster Trisbel-Rendsburg und Amtsvorsteher Thun- 
Aufing. Zu Sportkommissaren wurden bestimmt 
Ma-or von Egan-Krieger-Berlin, böauvorsitzender 
Franz Harz-Kiel und Gau-Sportleiter Karl 
Wesche-Kiel. Der Ausschuß wählte sodann die ver 
schiedenen Kommissionen. Nach den bisher vor 
legenden Nennungen kann mit einer guten Betei- 
Mung an der Veranstaltung gerechnet werben, 
şbch aus Mittel-, West- und Süddsutschland sind 
.^resjs Nennungen eingegangen. Der Nennungs- 
der ursprünglich am 5. April sein sollte, ist 
^Egen einer fehlerhaften Bekanntmachung im „A. 
o/ A. C. Sport" bis zum Sonnabend, den 10. 
îil, verlängert worden. Am Sonnabendabend 
fl?*« i" m Hotel Stadt Kiel ein Vegrüßungsabend 
'»r vre auswärtigen Gäste stattfinden. Am Sonn- 
werden von 7 Uhr ab die Wagen und 
beainnş "b bre Räder abgenommen. Der Start 
egmnt bei S-chumann-Ostenfeld um 10 Uhr. An 
das Rennen schließt sich eine gemeinsame Fahrt 
zur Stadt und anschließend, zwischen 12 und 1 Uhr, 
eine Korsofahrt durch die Straßen der Stadt an. 
Es sammeln sich darauf sämtliche Fahrzeuge auf 
dem Paradeplatz. Nachmittags 2,30 Uhr findet im 
Conventgarten eine Eausttzung des Gaues 7c Kiel- 
Nordmark statt. Mit einer Kaffeetafel um 5 Uhr 
im Klublokal Eermaniahotel, bei der die Preis 
verteilung erfolgt, wird die Veranstaltung ihr 
Ende finden. (Auskünfte für Konkurrenten erteilt 
die Geschäftsstelle des Klubs, Stegen 3). 
Usbertragbare Krankheiten in Preußen. Wie 
der Amtliche Preußische Pressedienst einer Ueber 
sicht des Preußischen Wohlfahrtsministeriums ent 
nimmt, wurden in Preußen in der Zeit vom 31. 
Januar bis 27. Februar nachstehende Erkrankun 
gen (Todesfälle) in Klammern an übertragbaren 
Krankheiten amtlich gemeldet: Dipherie 
1789 (112),' übertragbare Genickstarre 49 (21); 
Kindbettfieber nach regelrechter oder nach Frühge 
burt 320 (74); nach Fehlgeburt 130 (52); spinale 
Kinderlähmung 8 (1); Körnerkrankheit 146 (—); 
Lungen- und Kehlkopftuberkulose 4546 (2233); 
Milzbrand 6 (—); übertragbare Ruhr 116 (9); 
Scharlach 2218 (27); Unterleibtyphus 342 (26); 
Paratyphus 102 (5); Fleisch-, Fisch- und Wurst 
vergiftung 55 (6); Bißverletzungen durch tolle oder 
tollwutverdächtige Tiere 51 (—). 
X 
fei hat doch in der Kirche nicht das Recht der Eeaen- 
rede Die Kirche ist wobl der Ort zur Bekanntgabe 
der kirchlichen Verfügung, nicht aber zur Polemik «egen 
andere Personen. 
„ .şîîSchärfe und gehobener Stimme betonte Herr 
Pa,tor «cyultz, daß er auf Grund der Verfügung von 
1928 die Konfirmanden, die nicht am Fugendqottes- 
dienst teilgenommen haben, von der Konfirmation 
ausschließen werde. Ich kenne die Landbevölkerung 
Wenn den Eltern Sinn und Zweck der Jugendgoties- 
dienfte warm ans Herz gelegt würde, so möchte ich 
das Elternpaar sehen, das seine Kinder nicht schickt! 
Dst ist m. E. das Pochen auf die Verfügung uni so 
meyr unangebrachter, als es sich um einen 3—4malwen 
Besuch handelt, also „wirklich nicht der Rede wert" ist. 
Grundsätzlich kann zum Erlaß selbst, der mehr als 
lokale Bedeutung hat. erst dann Stellung genommen 
werden, wenn er im Wortlaut vorliegt — ein ein 
maliges Hören genügt nicht. Da er aber „besonders 
den Elsdorfer Behörden" zugestellt werden soll. wird 
auch dies bald geschehen können. Schmoock. 
Ostern wieder eine Million TxJl unter 64 Bausparer 
oettetU. Das sind im ersten Jahre der praktischen 
Tattgkeit insgesamt 4X Millionen Mark zu dem 
E-9en Zins von 5 Proz. zuzüglich Tilgung, die an 
nahezu 300 Dausparer vergeben wurden. 
Sport. 
Arrrîdfunk-P^ĶgxŞm. 
Freitag, 9. April 1926. 
4.15 Uhr: Bremen: Unterhaltungskonzert 
der Bremer Norag. — 5.00 Uhr: Hannover; 
Deutsche Dichtungen aus 8 Jahrhunderten. — 
7.00 Uhr: Meine Forschungsreise in Grönland. 
Von H. K. E. Krüger. — 8.00 Uhr: Das gegen 
wärtige Berufsproblem der Frau. — 8.30 Uhr: 
Kiel: Ottomar Enking lieft aus eigenen Werken. 
Lieder zur Laute: Rudolf Möller. — 10.30 Uhr: 
Uebertragung des Continental-Orchesters Han 
nover. Wetter- und Sportbericht. 
KMÄUWU ass MMnm. 
S4* Redaktion Hellt btt Benutzung dieser Rubrik, soweit rl der Rani, 
«esiettet. den! PublikNļN zur Besprechung von Angekegenbeiten allge. 
weinen Interesse» ,„r Beringung, verwahrt sich «der ai!«drückltch da 
seyen. mit dem anhalte tdeuriflzier» zu werden und übernimm! dà 
letnerlet Kernntwortung. Wik behalten und vor, bet Einsendungen 
welche unserer Lnsichl nach über dar Matz de» tzachltche» dtnaurgedei« 
LorreUure» res» ktreichunae» »erzuiiedme». 
Eingesandt. 
Konfirmation! In der Kirche sind die Kinder 
eingesegnet worden. Wer schaut nicht ergriffen auf 
die Kinder, die in dieser schweren Zeit den Weg ins 
Leben antreten sollen? Doch mit rauher Hand wurde 
die Stimmung in unserer Dorfkirche hinweggefegt, al? 
Herr Pastor Lic. Dr. Schulz meiner Bitte entsprach 
und die Verfügung betr. Ausschluß von der Konfir- 
niaiion bekannt gab. Die polemische 3lrt und Weise 
verbannte auch den letzten Rest von Weihe. 
Mit welchen Worten meines Eingesandts habe 
ich die Person unseres Herrn Ortsgeistlichen ange 
griffen? Habe ich nicht ausdrücklich betont, daß die 
Bekanntgabe der Verfügung im Hinblick auf die große 
Bedeutung derselben für die Allgemeinheit und ins 
besondere für die Behandlung der Spezialfälle (Krank 
heit usw.) erforderlich sei? Inwiefern greife ich da die 
Person an? Indem Herr Pastor Schultz einen An 
griff auf seine Person zuin Ausgangspunkt seiner län 
geren Erklärung nahm, betrat er einen Irrweg. Was 
hat die Klage, daß ihm nach 8jähriger Amtstätigkeit 
„dies" widerfahre, mit meiner Bitte zu tun? Wie 
kann man aus meinem Eingesandt herauslesen, daß 
man Zweifel in seine Worte setzt? Was soll die Be 
merkung, daß die Bekanntgabe der Verfügung beson 
ders in Elsdorf nötig erscheint? Ist das nicht Ver 
schmelzung von Person und Sache? Auf eine sachliche 
Anfrage gehört eine sachliche Antwort. Und wenn ich 
tatsächlich einige Zweifel gehegä habe, würde eine sach 
liche Widerlegung nicht von größerer moralischer Wir 
kung gewesen sein als diese erregte Erklärung-? 
, Herr Pastor Schultz hielt es „unter seiner Würde", 
wrr in Form eines Eingesandts zu antworten. Ist 
oie Kirche der Ort zu einer polemischen Auseinander- 
setzung? Verbieten das nicht Pietätsgründe?! Und 
ist ferner nicht die Kirche schon aus dem Grunde ab 
zulehnen, ş daß der vermeintliche Gegner wohl ange- 
grtffen, dieser sich aber nicht verteidigen kann? Die-> 
B. f. L. Nordmarl (Liga) Flensburg — Husun pr 
F. B. 6 : 2. 
vl. Ein Propagandaspiel am Karfreitag in Hu 
sum konnten die Ligaleute dank der größeren Erfah 
rung sicher gewinnen. 
Eintracht-Flensburg — Union-Teutonia (Liga) 
Kiel 1:2. 
vl. Eintracht lieferte den Kieler Gästen ein in 
jeder Beziehung ebenbürtiges Spiele Etwa 1000 Zu 
schauer sahen einen spannenden, sportlich wertvollen 
Kampf. 
Eintracht (Res.) Flensburg — Sparta-Hadersleben 
1:2. 
vl. Bon einer Reise ins abgetretene Gebiet brach 
ten die Reservisten eine knappe Niederlage heim. Der 
siegbringende Treffer für Hadersleben fiel durch Elf 
meter. 
Eintracht-Flensburg — 6. B. Brunswik-Kiel 5 :4. 
vl. Die Flensburger mußten für die halbe erste 
Elf Ersatz einstellen, der sich nur bis zur Halbzeit gut 
hielt, um nach Wechsel ziemlich nachzulassen. In der 
zweiten Halbzeit hatte Brunswik mehr vom Spiel 
Der knappe Sieg Flensburgs entspricht dem Spiel 
verlauf. 
B. f. L. Nordmark Flensburg — Polizei S. V. Altona 
8 I 4. 
. vl. Der schleswigcholsteinische Handballmeister 
zeigte frisches Sturmerspiel. Beim Wechsel laa 
rzlensburg bereits mit 6:2 Toren in Führung, ließ 
aber in der zweiten Halbzeit im Gefühl des sicheren 
Sieges nach. 
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(Ohne Verantwortung der Redaktion.) 
Diese Rubrik dient zur Unterstützung von Anzeigen. 
Die 77 mm breite Reklamezeile wird zum ermäßigten 
Preise von 40 4 berechnet. 
Ms beeidigter und öffentlich angestellter Ver 
steigerer und Taxator ist Herr Peter Martens, Rends 
burg, Herrenstraße Iga, vom Regierungspräsidenten 
in Schleswig bestätigt worden. Außer der Verkaufs 
vermittelung von Häusern, Villen, Landstellen, Höfen 
und Gütern, Beschaffung von Hypotheken, Uebernahme 
von Parzellierungen und Schätzungen übernimmt Herr 
Martens Verpachtungen von Grundbesitz, Ausfertigung 
von Pachtverträgen, Versteigerung von Grundbesitz, 
landwirtschaftlichem Inventar, Mobilien, Konkurs 
massen, Nachlaßsachen, Pfandverkäufe usw. (Siehe 
Anzeige.) 
Nachdem die Gemeinschaft der Freunde. E. B., 
Wüstenrot (Württbg.) schon im Februar eine wettere 
Million für Eigenheime den Bausparern der G. d. F. 
zur Verfügung stellte, wurde am 29. März, kurz vor 
1 
„Wo schlafe 
Obdachlos. 
Von Otto Larsen, Hamburg 
len o’io&e ist für viele aktuell: 
sch heute?" 
Leferî^ŗen Einmal ohne Obdach, lieber 
Ich glaulbe nicht, also seien Sie froh. 
. Es kann aber auch einmal Leute treffen, die 
^ Leben nicht daran gedacht hatten, 
jn In Reval war es. Ich kam von Rußland über 
^.^rrva. Der Zug traf um 10 Uhr abends ein. Die 
fern s ‘ en Leute, die ich kannte, waren in einer Ge 
schäft, wie ich am anderen Morgen erfuhr. 
Die lange Bahnfahrt hatte mich müde gemacht, 
b», ). hatte ich nicht mehr so viel, daß ich ein Hotel 
^Ehlen konnte. 
kûļìk'^î^ Nächte im September sind empfindlich 
den o trotzdem wollte ich es auf einer Bank in 
" Anlagen versuchen. 
ķig Ģine halbe Stunde hielt ich es aus. Dann 
^ pperte ich wie ein lebendiges Skelett. Ich lief 
paar Schritte und wollte es wieder versuchen, 
dachte ich an den Wartesaal. Also zum 
îr °ş' Leiter Klasse war geschlossen, dritter 
In: waren ein paar Stühle vor der Theke. 
dc>Ş î 3 3üge nach Dorpat und Narwa fuhren, 
schon, eine Reise zu machen. Im Zug 
h»t ^ schlafen können. In den russischen Wagen 
i^der Passagier einen Liegeplatz. 
,v reichte aber kaum für eine Station. 
'Obdachlos melden" dachte ich. 
ich ^Ņolitfei" konnte ich lesen. Ein Beamter, dem 
şcher f et . nen Paß zeigte, begriff zwar, daß ich Deut 
elei, aber leider nicht, daß ich schlafen möchte. 
den Telephongesprächen verstand ich kein 
Eber ein Beamter kam heraus, winkte mir, 
""men, und wanderte mit mir von einem 
°p° Mm anderen. 
klsînķ^n^ şĢiu Gesicht aufleuchten, als er einen 
loll Quart^m/, erblickte. Da wußte ich — der 
fragte er ^?ļschaffen. „Wuas wuünfchen Szie?" 
Und bot nreiner Erzählung nickte er 
uat mich, mitzukommen. 
das Telephon. Lebhaft rsde- 
fiir misî . Eamîen; aber estnisch ist Mcht ein Brocken 
tz > daß irfi i!- aI e "i dar mir Hoffnung gegeben hät- 
hinlegen nmdes Haupt noch irgendwo dürfte 
bekannt als Radierer, 
Ņittkunstler und Aquarellmaler. 
ê ^ k itin U K 5. OvwjlKentoi .O fijjrer.» naSMeiHtJti. 9 woiMq, 
•Dedechi, »Reoen, #5clm«e.«>0uns, » eteoeO HOewiffs^ 
AOroupsin. * Haqei. ©Srme, *-osdtr wicfir. O-oiji^" 
, ^-Os<hwocn.«-omáB!i]. u *-0 fnsrti."K) srarK.'“-o srelf. 
*K> sKimisai. "-“O »oller Sturm Oie Pfeile flisacr, m/s’ 
dem Wind * Die einaezeislineren Limen (isoSoren) 
-eh eie One mir gleichem lufrdnjcK. Die neuen ätn Ortet 
drehenden kohlen gehen die LuhTernoerarur an 
^ Witternngsüb-rstcht. 
kälterer Luft am Nordrande des 
Hochdruckgebietes hat heute zu verbreiieier Nebel- 
vlldung in Nordwestdeutschland geführt. Der Kern des 
kontinentalen Hochdruckgebietes hat sich noch weiter 
verflacht, doch scheint die ozeanische Depression mit 
ihrem Hauzstwtrbel nordostwäris abzuziehen und nur 
in ihren Randbildungen zu uns vorzudringen. Da 
sich das Hochdruckgebiet im hohen Norden stark süd 
wärts vorschiebt. Io erscheint eine Verbindung mit der 
Antizyklone über dom Kontinent möglich. Damit 
würde sich die Hochdruckwetterlage erneut festigen 
Vorhersage für den 7. und 8/ April: Bei meist 
schwacher Luftbewegung und zeitweise ^nehmender 
Bewölkung tags ziemlich warm, keine oüer nur ae- 
ringe Niederschläge. 
Hamburg, den 6. April 1926. 
Deutsche Seewarte. 
„Kaserne, is nix Platz," sagte der kleine Leut 
nant dann. 
Wir kamen bann in ein Wachtlokal der Eisen 
bahner. 
Endlose Debatten. Endlich steht einer auf, 
nimmt eine Laterne und winkt mir. — Der Leut 
nant bittet um meinen Paß. „Szie können mor 
gen abholen auf Poliffei." Schön, dachte ich, also 
dann ist die Quartierfrage bereits erledigt. 
Meinen Mann mit der Lampe sah ich durch 
die Sperre gehen. Als ich aber auch durchwollte, 
redete der Kerl ein aufgeregtes Epistel herunter, 
daß ich schleunigst retirierte und meinem Leutnant 
den Fall vorstellte. Run klappte es zwar, aber 
der Lampenmann dachte wohl, ich fei hinter ihm, 
und war über die Geleise — und außer Sicht. Ste 
henbleiben, dachte ich, ist jetzt das Einzige, was du 
machen kannst. 
Da kam er auch schon zurück und zeigte mir im 
Dunkeln eine Stelle, die er ganz genau zu sehen 
schien. 
Wir stappten über Geleise, liefen um Güter 
wagen herum, dort wurde rangiert. Da fuhr eine 
Lokomotive plötzlich vorbei, die sich aber mehr durch 
ihren Funkenregen, als durch den Lärm bemerkbar 
machte. (Man heizt dort mit Holz). Der Beamte 
leuchtete hier und da an einem Wagen herum. Da, 
schien er den richtigen gefunden zu haben. Er schloß 
auf, bat mich mit einer Handbewegung einzustei 
gen — und schloß den Wagen zu 
Ein Durchgangswagen. Erster Klaffe mit 
herrlichem Liegssofa, Wafchgelegenhşeit und Spie 
gel. 
Vis drei Uhr morgens habe ich sehr gut ge- 
'chlafen. Da aber gab es einen Ruck, daß ich bei- 
tah vom Sofa fiel. Aha — sie rangierten. Wenn 
'ie nun — nein — dann hätte der Leutnant ja nicht 
gesagt, ich solle meinen Paß am andern Morgen ab 
holen. 
Das Rangieren weckte mich noch einigemal. 
Um sieben Uhr hörte ich ein Kratzen auf dem Fuß 
boden von einem harten Besen. Als ich die Tür 
aufmachte, hätte ich bald ein Menschenleben auf 
dem Gewissen gehabt, so hatte die Scheuerfrau sich 
erschrocken. Im verschlossenen Wagen ein Mann 
mit wirrem Haar und halb angezogen. 
Sie verstand meine Erklärung nicht gang, nickte 
aber und kauderwelschte de utf ch-ru s st> ly - e st ni s ch. daß 
der Zug in zwei Stundien abgehen würde nach Pe 
trograd. 
Als ich meinen Paß abgeholt hatte, war es 8 
Uhr geworden. Mein Geld langte noch für eine 
Taffe Kaffee und Brötchen. ; . , ^ 
Bunte 28elt. 
Geröntgte Diamantendieļe. 
Trotz der überaus scharfen Kontrolle, der die 
Arbeiter in den füidafrikanischen Diamantminen 
unterworfen weàn, nimmt doch der Diamanten- 
diebstahl bestandig p, und immer wieder werden 
in den Straßen von Kimberley „rohe" Diamanten 
verkauft, gelangen solche unrechtmäßig erworbenen 
Edelsteine auf die großen Diamantenmärkte in 
London, Amsteàm, Berlin und Wien. Dieser un- 
gefetzmäßige Handel erregt unter der Bevölkerung 
die größte Empörung, und kürzlich wäre ein Kaf 
fer, der gestohlene Diamanten verkaufte, beinahe 
gelyncht worden. Auch die Händler, die solch un 
rechtes Gut erwerben, entgehen, wenn es heraus 
kommt, nur mit Mühe dem Schicksal, geteett und 
gefedert zu werden, und die Diamantengräber ha 
ben kürzlich eine Deputation nach Kapstadt ge 
schickt, in der sie eine Verschärfung der Bestrafun 
gen des DiamanMebstahls verlangen und statt der 
bisher üblichen schweren Geld- und Gefängnisstra 
fen Züchttgungen und Deportation fordern. Trotz 
dem dürste der Diamantsndişebftahļ nicht ausgerot 
tet werden, solange diese kostbaren Steine durch die 
Häüde der Arbeiter gehen, die sie zu Tage fördern, 
und folange ein geglückter Diebstahl einen mühe 
losen reichen Gewinn abwirft. Die Kaffern, die in 
den Diamantminen arbeiten, werden geradezu als 
Gefangene gehalten, und der einzige Eingang zu 
den Hütten, in denen sie im Bezirk der Mine leben, 
ist ein enger unterirdischer Tunnel, den stets scharfe 
Augen von Detektiven bewachen. Die Arbeiter 
hütten sind von einem hohen Stacheldrahtzaun um 
geben. dessen Maschen so eng sind, daß auch nicht 
der kleinste Diamant einem Helfershelfer außer 
halb des Zaunes zugeworfen werden kann. Die 
'chwarzen Arbeiter leben innerhalb dieser hohen 
Mauern in eisernen Hütten und dürfen den Be 
reich der Mine nicht verlassen, bevor ihr auf drei 
oder sechs Monate lautender Kontrakt zu Ende ist. 
Dann werden sie einer Untersuchung unterworfen, 
die sich der raffiniertesten Mittel moderner Technik 
bedient. Die Kleider werden durch besondere Be 
amte und Taftmaschinen auf etwa in ihnen enthal 
tene Steine geprüft, der nackte Körper wird eben- 
alls genau inspiziert, und beim geringsten Ver 
dacht wandert der Arbeiter in das Röntgsnkabi- 
nett, wo sogar seine Zähne durchleuchtet werden. 
Von dem Röntgenvaum führt eine eiserne Türe 
direkt in das daneben gelegene Gefängnis, in dem 
die Strafe sofort abgebüßt wird. Trotzdem gelingt 
es den Schwarzen, iinmer neue Tricks zu erfinden, 
durch die sie einige der kostbaren Steine mit her 
ausnehmen. Das Verbergen unter der Kopfhaut 
in eingeschnittenen Wundm oder künstlichen Zäh- 
nen ist so bekannt, daß man es garnicht mehr pro 
biert. Aber Steine werden unter den Augenlidern, 
unter den Fingernägeln, tief im Eehörgang, wer- 
den in Nahrungsmittel gesteckt, in doppelte Sohlen 
genäht uüd sogar in Tonklümpchen untergebracht, 
die wie natürliche Warzen auf der schwarzen Haut 
des Kaffern haften. Einer, der es besoàs schlau 
anfangen wollte, riß sich ein Auge aus, ließ sich ein 
Glasauge einsetzen und steckte einen Diamanten da 
rein. Aber sein Mattyrium war umsonst; er wur 
de abgefaßt und hatte nun Auge und Diamanten 
verloren. 
Nur kinderreiche Familien als Meter erwünscht. 
Ein weißer Rabe unter den Hausbesitzern ist 
Mr. Samuel Walbrock, der in London eine große 
Anzahl von Mietshäusern besitzt und von seinem 
Hausherrnrecht einen höchst löblichen Gebrauch 
macht. Denn während die Mehrzahl seiner Koller 
gen es vorzieht, ihre Wohnungen an Junggesellen 
ohne Anhang oder kinderlose Ehepaare zu vermie 
ten, hat sich dieser wackere Menschenfreund im 
Gegenteil zum Grundsatz gemacht, nur vielköpfige 
Familien als Mieter aufzunehmen. „In dem 
Haus, das ich zuletzt gekauft habe", so erklärte Mr. 
Walbrock einem Londoner Redakteur, „waren 
sämtliche 18 Wohnungen von Junggesellen gemie 
tet. Ich habe sofort allen gekündigt. In meinen 
übrigen Häusern habe ich bis jetzt ungefähr 300 
unverbesserliche Junggesellen ausquartiert. Ich 
will die Heiraten fördern; denn ich bin selbst ein 
glücklicher Ehemann. Viele Junggesellen, denen 
ich gekündigt habe, und die sich von ihrer alten 
Wohnung nicht trennen konnten, haben es vorge 
zogen, zum Standesamt zu gehen und eine Familie 
zu gründen, wie sich das für einen richtigen Mann 
gehört." 
Zum Lächeln und Lachen.' 
Ostcrzenfur. „Junge, Latein ist für das spä 
tere Leben äußerst wichtig. Lateinische Namen 
kommen fast in jedem besseren Kreuzworträtsel 
vor." 
Fortschritt. 1895: „Sieh mal, ein Auto!" - 
1925: „Schau, da ist ein Pferd!" — 1955: „Ach, 
da ist ein Fußgänger!" 
Ein Vorsichtiger. 
„Na, was willst du denn lieber als Trinkgeld 
eine Zigarre oder einen Groschen?" 
„Jeden Sie mir man den Jroschen. Wenn ick 
mir dafür eene Zigarre koose, denn weß ick wen ich 
stens, was ick habe." ^,.. 
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