Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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12. A; 
Amtlich«» Dollarkurs. 
:pril 1926. 1 Dollar 
100 dän. Kr. 
100 sranz. Frank 
(®tlbkurs). 
Landw. Inlandsefzeugnisae 
Landw. Auslandserzeugnisse. 
Das Verhältnis von Eigenrisiko und Haftung 
der öffentlichen Hand. — Der Antrag bei der Garantie- 
abteilung. — Die Veröffentlichung des Organisations 
planes. 
Ueber die Regelung der Ausfallsbürgfchaft des 
Reichs und der Länder für das deutsche Ausfuhrgeschäft 
nach Rußland werden in Ergänzung früherer Aus 
führungen noch folgende Einzelheiten. mitgeteilt: 
An der Ausfallbürgschaft des Reichs und der Lan 
der werden nur solche Lieferungsverträge teilnehmen, 
die zwischen einer deutschen Lieferfirma und der Han 
delsvertretung der U. d. <5. S. R. in Deutschland oder 
einem anderen Wirtschaftsorgan der ll. d. E. v. R. 
abgeschloisen sind und die die Lieferung von in Deutsch 
land hergestellten Fabrikaten zum Gegenstand haben. 
In einer Höhe von 35 Proz. des -«samten Kaufpreises 
aus solchen Lieferungsverträgen soll das Reich eine 
Ausfallbürgschaft übernehmen, zu der eine weitere 
Ausfallbürgschaft in Höhe von 25 Proz. des Landes 
treten soll, in dem der wirtschaftliche Schwerpunkt der 
Ausführung der Bestellung liegt. 
Durch den Beschluß des Reichshaushalts-Ausschus- 
ses des Reichstags vom 25. Februar 1926 ist der vom 
Reich zur Verfügung gestellte Eesamtgarantiebetrag 
aus 105 Millionen Reichsmark begrenzt. Es werden 
also auf Grund der Ausfallbürgschaft Lieferverträge 
in Höhe von rd. 380 Millionen Reichsmark abgeschlo,- 
fcn werden können. Ein Teil dieser Summe, rd. 150 
Millionen Reichsmark, soll auf solche Verträge ent 
fallen, in denen die deutsche Lieferfirma dem russischen 
Besteller einen Kredit bis zum 31. Dezember 1930 ge 
währt, und die „schwere Installationen" zum Gegen 
stand haben. Unter den „schweren Installationen 
sollen komplette Einrichtungen oder umfangreiche Teil 
einrichtungen ausgedehnter industrieller Anlagen ver 
standen werden. Der andere Teil der durch die Aus- 
fallbürgschaft zu stüt-endcn Beträge soll auf Lieferungs- 
Verträge entfallen, in denen die deutsche Lieferfirma 
dem russischen Besteller nur einen Kredit bis längstens 
31. Dezember 1928 einräumt, und die rasch lieferbare 
Waren, insbesondere Produktionsmittel, betreffen. 
Ueber die Waren, die an der zweijährig,en Kreditge 
währung teilnehmen sollen, ist eine Warenliste auf 
gestellt. 
Nachdem also der Kaufpreis aus den Lieferungs- 
Verträgen in Höhe von 60 Proz. durch die öffentliche 
Hand garantiert sein wird, betrügt das Risiko der Lie 
ferfirma 48 Proz. des Kaufpreises. In Höhe des hal 
ben Eigenrisikos soll aber die Lieferfirma eine Vor- 
hastung tragen, fo daß die Haftung der öffentlichen 
Hand erst in Frage kommt, wenn der Ausfall 20 Proz. 
des Eesamtkaufpreises übersteigen würde. Die Zah 
lungen aus einem Lieferungsvertrag. in bezug auf den 
eine Ausfallbürgschaft übernommen werden soll, dürfen 
nicht später als am 31. Dezember 1928 bezw. 31. De 
zember 1930 fällig fein. 
Um klare und übersichtliche Verhältnisse über die 
sich aus den Verträgen ergebenden Forderungen zu ge 
winnen, sollen über die Forderungen Wechsel ausge 
stellt werden. Für die Wechsel wird dann von dem 
Reich und den Ländern die Ausfallbürgschaft über 
nommen werden. Die Haftung der öffentlichen Hand 
selbst soll keine wechselmäßige sein. Sie wird sich aber 
in ihrem wirtschaftlichen Ergebnis nur wenig von ei 
ner wechselmäßigen Haftung unterscheiden. Die Ent 
scheidung darüber, ob ein Liefervertrag an der Aus 
fallbürgschaft des Reichs und der Länder teilnehmen 
kann, und ob er unter die Gruppe der schweren oder 
der leichten Installationen fällt und demgemäß eine 
Bürgschaft bis längstens 31. Dezember 1930 oder 31. 
Dezember 1928 für den Vertrag in Frage kommt, soll 
der' Interministerielle Ausschuß zu treffen haben, der 
sich aus Vertretern der einzelnen Ressorts und der 
Länder zusammensetzt. Der Interministerielle Aus- 
cif Bremen 
fer Bekanntmachung werden die einzelnen Interessen 
ten entnehmen können, von welchem Zeitpunkt an die - 
Anträge auf Uebernahme der Ausfallbürgschaft des 
Reichs und der Länder für Liefergeschäfte nach Sowjet- 
rußland eingereicht werden können. . Aus dieser Be- . 
kanntmachung wird auch ersichtlich sein, welche Unter 
lagen die Interessenten ihren Anträgen beizufügen ■ 
haben werden. 
- 
Merreste Wirtfchaflsrmchrichten. 
Um die Erhöhung der Viersteuer. 
T-U. Berlin, 6. April. Das „B. T." brachte 
heute abend eine Meldung, wonach der Repara 
tionsagent gegen den Aufschub der Erhöhung der 
Biersteuer bis zum 1. Oktober 1926 fein Veto ein 
gelegt habe. Wie die Telegraphen-llnion erfährt, 
handelt es sich hierbei um eine Meinungsverschie 
denheit zwischen der Reichsregierung und dem 
Kommissar für die verpfändeten Einnahmen, der 
jedoch seine Zustimmung zu den beschlossenen 
Steuermatznahmen bereits bis zum 30. Juni 1926 
erteilt hat. 
Die Früharbeit in den Bäckereien. 
Berlin, 6. April. Wie der Amtliche Preußi 
sche Pressedienst einem Erlaß des Handelsmnii- 
sters entnimmt, wird die Frist für die nach § 5 
der Bäckereiverordnung vom 23. 11. 1918 zulässige 
Verschiebung der achtstündigen Betriebsruhe in 
den Bäckereien und Konditoreien auf die Zeit von 
9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens bis 31. 3. 1927 
verlängert. 
Vom internationalen Kalimonopol. 
Die Vertreter des deutschen Kalisyndikats werden 
sich im Laufe der nächsten Woche nach Lugano begeben 
und dort, wie die Frkf. Ztg. berichtet, mit den franzö 
sischen Kaliindustriellen, besonders mit der französischen 
Verkaufsvereinigung für Kalisalze, über die bereits 
im Vorjahr in Aussicht genommene Vertiefung und 
Verlängerung der bestehenden Abmachungen verhan 
deln. Der Zweck der jetzt zu treffenden Abmachungen 
gilt einer auf lange Jahre sich erstreckenden Fusion der 
beiderseitigen Interessen mit dem Ziel der Hebung des 
Eesamtweltverbrauchs an Kalisalzen bei möglichst ste 
tigen Preisen. 
Male« I La Plata-Clippe.... 1 146,1U 160 
Marktberichte. 
yu. Büchen, 6. April. Höhere Ferkelpreise. Dem 
heutigen Monatsserkelmarkt waren 50 Ferkel zuş 
führt. Für 1—Swöchige Tiere wurden infolge reger 
Nachfrage 35—40 M gezahlt. Der Markt wurde schnell 
geräumt. Für beste Mastschweine zahlt man hier şş* 
zeit 65—70 M pro 10-0 Pfund Lebendgewicht. 
Die Frequenz der Herder Ferkelmärkte. 
fp Im 1 Vierteljahr 1926 wurden die Heide» 
Ferkelmärkte mit 9165 Ferkeln beschickt. Die Pre-F 
für Monatsferkel setzten Anfang Januar mit 20—28<■« 
ein, -gingen Ende Januar auf 18—26 Ji Ştnunter, u 
dann wieder langsam zu steigen bis 30—^. M Ende 
März. Der Preis für fette Schweine betrug Anfang 
Januar 75—80 ging langsam zuruck auf 6-, 70 JL 
Mitte Februar und im Monat Marz wurden durch- 
Erbsen 
I. Speise 
Futterra'ttel 
Berlin 
Futter erbsen 
Peluschken 
210—220 
Ackerbohnen 
Wicken 
Lupinen 
Serradella, neu 
:apakuchen 
Leinkuchen 
Trockenschnitze' 
Soya-Schrot 
lorfmelasse 
Kartoffelflocken 
Mais 
am; 
_ abei 
Die nufje: 
stngesord 
Deutschs Schlachtviehmärkte 
(Kammernotierung Berlin am Markttage. Notierung 1. und 2. Qualität.) 
Die Notierungen bleiben bis zum nächsten Marivt-.ag- s ehun. 
Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Goldplennig. 
Antrieb und Handel »ul den Märkten 
frinktort j Köln 
Plauen 
Leipzig 
Datum 
Dortmund 
Ivitlu 
Dresden I Leipzig 
Preis 
Preis 
Preis 
Preis 
1. Ochsen 
1. Bullen 
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kî°trat 
NrodukiSNMärkte. 
Be r 11 n, 6. April 1926 (Qoldmark für 1000 kg) 
Rauhfutter. 
1. Kälber 
Drahtgepr. Roggen- u. Weizenstroh 
1. Schafe 
Bindfadengepr. 
Drahtgepr. Gersten- u. Haferstroh 
Bindfadengepr. » » » 
Beu, handelsüblich 
1. Schweine 
Kleeheu, neu 
1. Sauen 
Häcksel 
haben Sie? Wieviel bekommen Sie von A m ŗt . n a( 
oder dem andern Onkel? Danach richtet I w i her 
die Höhe des Erbteils und zweitens gj e 
Steuer. Außer der Erbschaft^- s«hî Ķ zu HĶ 
Steuern zu zahlen- ļg U. E. ist di- Schuld 
- ft Ì? Şch-,de ft trotzdem Sie zunächst 
als ein Restkauisä^Kez-ahlt haben. Der Prozen ' 
dte Kauflumm-e ^ ^ biegen nach den beides 
eiri-g-en wirtschaftlichen Verhältnissen zu fichà D, 
LrwWine Entwertung, der Sachwerte ist lelbşşn 
nnndlich mit zu berücksichtigen. Ein bestimmter Pre 
I Aunt! kann nicht angegeben we rden. . „ , . 
3en an. H. in Hanerau. Selbstverständlich haben S> 
nicht nötig, den Besuch der Nachbarshühner zu duftşş 
Wenn auf Aufforderung die Hühner von Ihrem à 
ten nicht ferngehalten werden,,können Sie sogar u.^ 
nach vorheriger Androhung, diese mit dem -rode 
strafen. Sie müßten die erlegten Hühner dann 
Die Zusammensetzung der Pflanzen- i 
decke einer Marschfenne. 
Bekannt ist, daß selbst bei der sorgfältigsten Be- 
weidung einer Marschfenne der Craswuchs sich unter 
schiedlich ausbildet. Aus dem kurzem, dichten Rajen 
heben sich bald Flecke mit weniger dichtem, langem 
Wüchse hervor. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß 
diese „Bülten" dort entstehen, wo das Weidevieh den 
Dünger hat fallen lassen. Eine genaue Untersuchung 
hat ergeben, daß diese Annahme irrtümlich ist. Es 
muß zugegeben werden, daß an Plätzen, wo Mist liegt, 
das Gras gemieden wird und daß hier sich Bülten bil 
den können; Bülten dieser Art aber scheinen in Jahres 
frist verschwunden zu sein. 
Meine Untersuchungen führte ich aus in einer 
Fenne in Osteiderstedt auf Gut Hoyerswort (Besitzer 
Hamkens). Die Zahlenwerte find der kombinierten 
Wertigkeitstafel des Schweizer Soziologen Vraun- 
Vlanquet entnommen, i-n der die Zahl der Pflanzen 
und der Deckungswert derselben zugleich berücksichtigt 
ist. Es bedeuten: -!- — Individuenzahl gering, 
Deckungswert sehr gering; 1 — Individuenzahl gering, 
Deckungswert gering, 2 = Jndividuenzahl gering, 
Deckungswert schwach, 3 — Individuen zahlreich bis 
sehr zahlreich, deckend, 4 — Individuen zahl 
reich, mindestens zur Halste deckend, 5 — Individuen 
vorherrschend, mindestens % deckend. Die Flora des 
Grabens und der Erabenwand wurde nicht berücksich 
tigt, zumal der Saum nur ganz schmal war. 
Die Pflanzendecke als Ganzes zeigte folgende Zu 
sammensetzung (aufgenommen am 9. Sc-pt. 1925): 
Lolium perenne 3, Trifolium repens 2, Agro-stis alba 1, 
Bc-Nis perennis 1, Cynostirus cristatus 1. Hypochoeris 
glabra 1, Dactylis glomerata +, Festuca elatior +, 
Phleum pratenfe +, Plantago Icmceolata +• Fol 
gende Arten traten nur in einzelnen Pflanzen auf, so 
Laß ihnen garkein Futterwert zugesprochen werden 
kann: Achillea millefolium, Bromus mollis, Cerastium 
ì triviale, Cirstum arvenfe, Plantago maior, Poa spec,, 
Polygonatum aviculare, Potentilla anserina, Ranun- 
s cu-Ius repens, St-ellaria media, Taraxacum officinale, 
f Trifolium pratenfe, Urtica dioe-a. Wegen des hohen 
Gehaltes an Englisch Raygras (die Hälfte des Rasens) 
' und an Weißklee («toe % des Rajens) ist die Fenne 
Älsrne MrtteilîMgen. 
Kreistierschau in Norderdithmarschen. ^ 
In der Vorstandssitzung des Landwirtfcha' 
lichen Kr-eisvereins für Norderdithmarschen reu 
die Abhaltung einer Kreistierschau für den Kr 
Norderdithmarschen am 15. Juli in Heide 
schlossen, fp. 
Unterstützung der deutschen Flachswtrtsşş- ^ 
WTB. Berlin, 6. April. Aus dem ^ ^ 
ivirtfchaftsministerium erfahren die Blätter: . 
der deutschen Leinenmirtschaft die Abnayme . 
zum Teil noch bei der Landwirtschaft lagern 
Flachsernte 1924 zu ermöglichen, und der sw 
bauenden Landwirtschaft die Aussicht aufs t 
nähme der lammenden Ernte zu gewähren, e 
die Regierung Kreditmatznahmen AUgunjten „ 
deutschen Leinenwirtschaft. Es wird dabei 
gedacht, für kurzfristige Kredite, die die tf c ii 
rösterei und die Leinenfpinnerei aufnimmi- 
Verpfändung der Flachsbestände in 8^ ^ ni ef 
fange eine Bürgschaft des Reiches zu, uber^ j 
Breslau 
1. April 
Hamburg 
31. M3rz 
Frankfurt 
31. März 
I70-I sc 
190—130 
200 - 220 
bl. 120-130 
g. no-140 
180-200 
150-160 
205 - 215 
88-95 
213-223 
155-165 
Ware 
Berlin 
6.April 
Hamburg 
6. April 
Breslau 
6. April 
Stettin 
6. April 
Frankst. 
6. April 
Weizen 
Mark. 
278-282 
277 - 282 
267 
278-285 
.78—280 
Roggen 
Märlc. 
169-174 
170-180 
167 
170-177 
185-188 
Gerste (Som.) 
175-198 
170-190 
175 
175-195 
215 240 
Gerste (Futter) 
146-161 
172-176 
165 
165 -174 
Hafer 
Weizenmehl 
Mark. 
'90 - 203 
3 8—383 
196-204 
340-360 
240—250 
172 
190-200 
198 - 220 
400 
405-410 
Roggenmehl 
248 - 268 
260 
277—280 
Weizenkleie 
110 
118 
130 
99 
Roggenkleie 
105-110 
113 
1,0 
108 
Raps 
365 
350 
Leinsaat 1 
340-350 
290 
Erbsen 
(Viktoria) 
26 -320 
240-320 
260-300 
260-340 
Berlin 
6. April 
Breslau | Ha > bürg 
30. März 1 6 April 
1,05-1 6> 
1.15-1.60 
1.20 
1 40-1.60 
0.85 
1.60-1.9 
1.06-1.55 
1.20 
1.20-1/* 
0.80-1.25 
0.85 
1.50-1.8» 
2.80-3.30 
3.40 
3.9 > 
3.40-4.00 
3.70-3.91 
4.00-4,5« 
1,65-2,05 
4.0' 
4,70-4.90 
Ware | 
cif Hamburg | 
Welzen 
Manitoba f 
283,90 
Rosafê 
Barousso 
239,40 
Roggen 
amerikan 
verzollt 183,20 
deutsche 
162,10 
Qerste 
Donau- u. südruss. . . 
160.60 
La Plata u. indische . 
153,70 
Amerikan.-Malz . . . 
144,50 
Mais 
Donau, Galïox .... 
138,60 
südamerkanlsche. . . . 
141,10 
gelber La Plata .... 
149,50
	        
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