Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

UtdHtrüHi von 1874. 
Ordentliche Haupiversammeun§ 
8m M«*n5ag. den 12. ctprii ILLS, 
Abends 9 Uhr in der „ESderhaEIe“. 
Mit Rücksicht auf die wichtige Tages 
ordnung, — u. a.: Genehmigung der neuen 
Satzungen, Vorstandswahlen — ist auch das 
Erscheinen der passiven Mitglieder 
Pflicht. 
Die Tagesordnung sowohl wie ein 
Entwurf der neuen Satzungen liegen ln der 
.Eiderhalle" zur Einsichtnahme für die 
Mitglieder aus. 
Dia Gesangübung beginnt am 
12. April, bereits abends 8 Uhr. 
Der Vorstand. 
Owschlag. 
Am Sonntag, dm 11. April 
. Großes Mgrcken 
Ş M MsölgeLdM ZM. 
- Hierzu laden ein 
Die junge» Deute „nd Gastwirt Kühl. 
Mll!kr-J«lļîil!ģ 
des Reffes RendsdW 
QuarLalsversammlung 
am Montag, den 12. April, nachmittags 4 Uhr 
im Arbeiterverein. 
Der Vorstand. 
am Donnerstag, 
den 8. d. M.. 
abends 87, Uhr 
im Gemmèa-KM. 
Um rege Beteiligung 
bittet 
Der Vorstand. 
Kriegerverein Kockbek. 
UrrfammLung 
am 10. d. M., wbds. 8 Uhr im Bercinsloka! 
Tagesordnung: 
1. Beschlußfassung über das Sommerver- 
cmügen. 
2. Sonstiges. Der Vorstand. 
sfp Drrrchleidsn 
Glänzende Heilerfolge, ohne Operation, ohne 
Berufsstörung, so daß selbst approbierte Aerzte 
sich und ihre Angehörigen nach unserer Methode 
behandeln lassen. 
Herr Dr. med. N. schreibt uns am 8. Mörz26 
aus Stade: Meinem Patienten Wilckens 
wurde vor einiger Zeit von der amtlichen 
Kontrollkommission zur Untersuchung der 
Auswanderer nach Amerika wegen großen 
Lcistenbruch-s der Paß verweigert. ~ Jetzt 
ist W. so gut durch die opcratiorņlose 
Methode geheilt, daß selbst dir strenge 
amtliche Kontrollkommission bei der Aus 
wanderung die Heilung bestätigte und dm 
Paß nach Amerika glatt ausstellte. 
Ueber 100 amtlich beglaubigte Zeugnisse Ge 
heilter liegen vor. 
Sprechstunde unseres Vertrauensarztes in 
Rendsburg: Sonnabend, 10. April, 3-^6 Uhr 
nachm-, Hotel Germania. 
Sïiftîtiît für opttàsW otthüM. 
ŅrŞtzMdlW. Bremen. 
Freiwillige Sanifätskolonne 
vom Roten Krem. 
Hauptversammlung 
am Freitag, den 8. Jlpril 1926, 
abends 8 Uhr. in Kolls Gasthof. 
-vie außerordentliche,! Mitglieder werden hiermit 
eingeladen. 
Tagesordnung wird in der Versammlung be 
kannt gegeben. 
Auto-Ruf 21 
Germanìa-Hôtel, Rendsburg. 
Delikate 
Katies 
Etwas für Kenner, bei 
Carl Engeland, 
Ecke König» u.Löwenstr. 
Fernruf 73. 
ES 
m 
Kiiomeierprcis 45 Pfg 
BS3SS11 & 8arss 
HLmorrhoiderl? 
Herr Siubicnrat Ernst 0t, 
heilende Wirkung rechnen darf. 
Ihnen kann geholfen werden? 
. ° in D ... schreibt: .Humidon" ist das erste Mittel, bei dem man sicher aus eine 
iVT’ffiT;-:'- 5)err toanitätsrat Dr. F... in Schm.... schreibt: „Humldon" ist wirklich ein nor. 
,ug!îu> wiramdes Mittel, dessen Wirkung von keinem anderen Mittel auch nur annähernd erreicht wird. — Herr Th 
? - - -? V ' schreibt: Dm Ramm „Humidon" werde ich nie oergessm, denn diese Salbe ist mein Retter: ich war 
™ SI ?l^ tunbft k mci o flch-nerj-n los.— Frau August« M. .. in B ... schreibt: .Humidoil" ist ein Segen für die 
^îenschheit. Herr Landwirt Aloert M.. . in M ... schreibt: Von meinem veralteten Leiden hat „Humidon" mich 
sofort erlöst. - Herr Geh. Medizmalrat Prof. Dr. O ... in G ... schreibt: Ich habe „Humidoņ' mit gutem Erfolg 
angewandt und werde die Salbe weiter empfehlen. 13 
sehnliche Anerkennungsschreiben von Patienten und Aerzten liegen in großen Mengen vor. 
Qualen Sie sich nicht länger mit Hämorrhoiden! — Verlangen Sie 
kosteà eine Probe „ 5) u mido n “ und die LrzLl. Aufàlärurrgsschrift 
Uber Entstehung, Behandlung und Beseitigung von Hämorrhoiden. Schreiben Sie sofort, ehe Sie es vergessen 
an die „Humiden" Gesellschaft in Berlin W 8, Block 129. ' 
_ (Beriand durch die Apotheke zum weißen Kreuz.) 
teeratesmlimg fies 
UnîersiO!zyiigsverei!3s FockösR 
früher« Sterbekassa) 
am SoKRfag, den 11. April 132S 
nachmittags 4 Uhr im Lokale des 
Gastwirts €. 
Von 7 Uhr an Ball. Der Vorstand, 
Habe meine Lokalitäten von 7 Uhr an 
dem Unter stützungsverein überlassen. 
Gastwirt £. Muß. 
hum tyhiehen-okneg/eÌGhen 
Siļ gibt schneeweiße Wäsche in 
einfachstem Waschen, spart Seifs 
und SQlionf die Wäsche 
- Ohne Okìor- 
ŞŞWWWMWWWDWMà^ķMķ. 
KttnLverpachLnng in 
Spannan. 
Im Auftrage des Landwirts Claus Ul 
rich aus Barkhorn werde ich seinen etwa 35 
Hekt. großen und in Barkhorn belogenen 
Landbesitz mit den darauf stehenden Cebäu- 
den im Ganzen oder in Trennstücken am 
Dienstag, den 13. April d. I., abends 7 Uhr 
in der Gastwirtschaft von Carl Doyse in 
Spannan öffentlich meistbietend zur Der 
Pachtung aufstellen. 
Der Besitz kann auch vor dem Termin 
im Ganzen oder in Trennstücken unter der 
Hand gepachtet werden. Pachtliebhaber 
ladet ein 
Peter Martens, 
beeid, und offentl. angestellter Versteigerer, 
Rendsburg, Herrenstr. 18a, am Bahnhof. 
Telephon 585. * 
Jş Weh Auktion "MD 
in Paasbrittel. 
Am Donnerstag, dem 8. ds. Mts., von 
nachmittags 2 Uhr an, werde ich im Auf 
träge des Herrn Gustav Siems in Vaas- 
biittel auf seiner Hofstelle folgendes öffent 
lich meistbietend gegen Barzahlung ver 
steigern: 
2 junge Milchkühe, 
2 Läuferschweine, 15« Pfund schwer, 
40W Psund Heu u. 1 Düngerhaufen. 
Sohenwestedt, den 6. Avril 1826. 
Hans Fock, Auktionator. 
Bei der 
Weh- und Jnventar- 
Wersteigerung 
in Srlberstedt» 
die am Donnerstag, dem 8. April, nachm. 
11- Uhr, im freiwilligen Auftrage des Herrn 
Heinrich Sieh in Treia auf der 'Hofstelle des 
früheren Claus Frahmschen Besitzes in Sil- 
berstedt stattfindet, werden außer dem be 
reits angezeigten Vieh 
1 Bulle, 1 Jahr alt, mit Stammbaum, 
Uerfteigerung. 
Am Sonnabend, dem 10. April, nachm. 
3 Uhr, verkaufe ist öffentlich meistbietend 
bei Igel, Vargstedternioor: 
1 Federwagen, Pferdegeschirr, 
1 schwere 4jährige Fuchsstute, 
1 schwarze 5jährige Stute mit Fohlen, 
1 Fuchsstute, Zjährig, 
4 Milchkühe, 2 tragende Rinder, 
14 Stück Jungvieh 
^gon Barzahlung, Kurzer Kredit kann ge 
gen Bürgschaft gewährt werden. Bedingun 
gen werden vor dem Verkauf bekanntge 
geben. 
Menkhaus, Bevollmächtigter. 
‘ Amor auf Schleichwegen. 
•-»in heiterer Roman von Friede B i r k n e r. 
o5 -* Nachdruck verboten. 
^^îsta stand während all der Verhandlungen 
am Fenster und sah still auf den Fluß hinab. Sie 
harte keine Tränen, kein Jammern, ihr Schmerz 
war zu tief Nur unermüdlich arbeitete ihr Ee- 
hnn an Rettungsplänen für den Geliebten. Doch 
iEden neu gefaßten Plan verwarf sie selbst als 
lchwärmerifch und überlegte sich einen neuen. Aber 
iner reifte aus bis zur Tat, denn sie scheiterten 
an der Unwissenheit des augenblicklichen Der- 
-Ņs des Vermißten. Sie drehte jetzt den feinen 
den anderen zu. 
„Können Sie sich erinnern, ob Mister Bredow 
, ch im Anfang zurückgeblieben war, oder ob er 
'li später zmückblieb?" 
.... „Wenn ich das mit Bestimmtîheît sagen sollte, 
Äe ids lügen. Wir waren ja alle so in das 
^^trennen vertieft, daß wir für den anderen 
Auge und Ohr hatten." 
§ Christa hatte die Reitpeitsche Roberts in der 
n ^ und preßte sie an sich. Es war ihr, als wäre 
»ot, • Ģeliebte näher, da sie einen Gegenstand 
kej!! 'à bei sich hatte. Ihr Vater, der zu ihr noch 
Wort des Mitleids gesagt hatte, denn er 
Dw te Ģ die schwer errungene Fassung nicht neh- 
siî. '' ìrat jetzt neben sie und legte seinen Arm um 
"Ķopşhoch, Mädel, wie wir den einen wieder- 
K>i^?imen haben, werden wir auch den anderen 
^ erşiàn! Es ist ja unmöglich, daß ein Euro- 
äü v 0 cin ' ac § verschwinden kann, ohne eine Spur 
% ^ erIa iïen. Ich gehe jetzt zu dem Prinzen, — 
Kit 8> Nex, gehen wohl am besten zu den Kon- 
Sxnļ 1 } 1 ’ denn Sie haben die Papiere, Pässe und 
% rächen von Bredow und können die Beamten 
besten unterrichten. Sie, liebes Fräulein 
Äkpj?' brauche ich wohl nicht zu bitten, sich meines 
DwangsVer Weigerung. 
. Am 8. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, ver 
steigere ich in Todenbüttel: 
Kolomalwlaren, Essig. Kurzwaren., Salz, 
Stemkruken, Holzpantoffeln, Pfeifen, 1 
Waienschrank, 1 Ladentisch, 1 Spiegel, 1 
Nähmaschine, 1 Vertikow, 1 Sofa, 1 Sofa 
tisch, 1 Grammophon, Rohrstühle, Som 
merjacken, Mantel, Mützen, Joppen. Hem 
den Hemdeutuch, Stoffe, Tabak, Hand 
schuhe, Schokolade, Gläser, Wolle, Ziga 
retten, 1 Operationskasten. 3 Fahrräder, 
1 Motorrad u. a. m. 
öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. 
Versammlung, der Käufer in Rathjcs Enst 
hof. 
Obergerichtsvoä'ieher in Hohenwestedt. ! 
Landserkauf. 
Am Sonnabend, den 10. Aprils 
abends 8 Uhr, werde ich in der 
Gastwirtschaft von Frau Epperlein 
Nortors, Kieler Str., die dem Land^ 
wirt Fritz BlrrnrL in BargstLdL 
gehörige in der Gemarkung 
N o r t o c f gelegene Parzelle 103, 
104 und 123 des Kartenblattes 5 
groß 2,4953 ha — Weide mit 
kleinem Ackerteil — unter sehr 
günstigen Bedingungen zum Ber^ 
kauf stellen. 
Heinrich Weiland, 
beeidigter und öffentlich 
angestellter Versteigerer. 
Werkauf eines 
Gifenwaren-Gefchäfts. 
Am Freitag, dem g. April, nachmittags 
4 Uhr, werde ich in der Gastwirtschaft „Zum 
Nordpol" in Schenefeld das vom Kaufmann 
Herrn I. Penie daselbst betriobeue 
Eiscnwarcngeschäft, verbunden mit Hans- 
standssachen und landwirtschaftlichem 
Majchinenverkaus, 
mit oder ohne Lagerbestand, verkaufen. An 
tritt nach Uebereiukunit. Für strebsamen 
Geschäftsmann, der oa. 7000—8000 M an 
zahlen kann, bietet sich sichere Existenz. 
Ernst Kremer, Konkursverwalter. 
Hndcmarschen. Telephon 128. 
^ss anzunöhmen?' 
gehe nicht von Christas Seite, es fei denn, 
verlangt, allein zu sein." Maria ge- 
<iir beiden Herren nach der Tür, und an der 
ihre Hand und sagte, nur ihr ver- 
^şundì^a. beten Sie zu Gott. daß wir Robert 
mi ļ^erfiàn! Unid dann komme ich und 
^stsen, Ihnen mein Glück, 
bin, nun kann 
Nun, wo sie 
ich ja zu Ihnen spre 
chen^ denn ich bin nun wieder ich selbst." Er faßte 
ihre kalte Hand, .küßte sie unid eilte dann Herrn 
Hartung nach, der schon unten im Auto saß. Maria 
sah ihm einen Augenblick nach, und ein weiche 
Lächeln şdes Glückes zag über ihr sonst so strenges 
Gesicht, doch kam um so schärfer die Sorge und die 
Ungewißheit wegen Bredow über sie. Schnell 
eilte sie zu Christa, die noch mit Roy zusammensaß 
und den Fall noch einmal von allen Seiten beleuch 
tete. - 
Die Konsulate waren benachrichtigt, die chi 
nesische Polizei war aufgeboten, Roy, Max und 
Herr Hartung unternahmen ans eigene Faust 
Streifzüge durch die Chinesenstadt. in der Hoff 
nung, einen Fingerzeig zur Auffindung des Ver 
mißten zu finden, — alles umsonst! Nichts war zu 
hören, nichts war zu sehen von Robert! Wie vom 
Erdboden verschwunden war er und sein Pferd. 
Roy war mit Max und einer Truppe chinesischer 
Polizisten auch bei Lo Lung gewesen, aber bei 
Streiszng war völlig ergebnislos verlaufen, ja, es 
war ein Schlag ins Wasser gewesen, denn die bei 
den schlauen Chinesen hatten Roy aus eine Art 
darüber ausgefragt, was alles zur Errettung des 
Verschw!undenlen unternommen wuüde, bie sie nun 
völlig unterrichtet hatte. Roy wurde sich erst spä 
ter darüber klar, daß er wohl den schlauen Füchsen 
in die Falle gegangen war. Aber all seine Wut 
nahm nun die Worte nicht wieder zurück. 
Tage der tiefsten Hoffnungslosigkeit vergin 
gen. Und allen deuchten diese Tage schwerer und 
hoffnungsloser als damals, da Max in der Ge 
fangenschaft Lo Lungs gewesen war. Hatte er 
doch damals Roy mit seinen Briefen die Hoffnung 
aufrechterhalten, man fühle, daß er wenigstens 
wußte, wo er den Vermißten suchen mußte. Aber 
in dem jetzigen Falle fehlte so jeder Anhaltspunkt. 
Christa lebte in diesen Tagen nur so in Ge 
danken dahin, und nur, wenn einer von seinen 
Streifzügen heimkam, belebte sie sich etwas, um 
sofort wieder in ihre starre Ruhe zu verfallen. 
Am dritten Tage nach dem Verschwinden Ro 
berts stand Christa in ihrem Schlafzimmer und 
hatte sich ihre kleine Briefkassotte geholt, um in 
chmerzlicher Selbstquälerei in den kleinen Anden 
ken zu wühlen, die sie sich nach Art verliebter jun 
ger Mädchen gesammelt hatte, sofern sie mit Ro 
bert irgend welchen Zusammenhang hatten. Und 
dabei siel ihr der Zettel des Hutuchtu in die Hand, 
Erststellig« Hypothsäengeldsr 
für größere Miets- und Geschäftshäuser, Land- 
wirtschast und Großgninddesitz zu günstigen Zins- 
und AuszahlnngsbedingungkN nachweisbar. 
Rendsburg, W. Schröder 
Sch leswiger Etr. 28. Fernspr. 492 
den sie seinerzeit aus einem unbestimmten Gefühl 
heraus in der Kasteite aufbewahrt hatte. 
Einen Augenblick starrte sie auf die für sie 
unverständlichen Zeilen, die in chinesischer Schrift 
von oben nach unten geschrieben waren. Wie hatte 
ihr doch Roy damals den Zettel übersetzt? 
„Dorthin weà dich, wenn Du in Rot bist. — 
Zeige diesen Zettel, und man wirid Dir gehorchen 
wie mir selbst." Und dann kam seine Unterschrift' 
„Hutuchtu Lun Tai." Roch immer starrte Christa 
aus diese Zeilen, die eine magische Wirkung auf sie 
ausübten und wahnstnMge Hoffnungen in ihrem 
verzweifelten Herzen aufkeimen ließen. 
Ob sie den Zettel auf feine Kraft hin einmal 
versuchte, um für die Rettung des Geliebten zu <tr 
beiten? Versagte er, so wie er es damals angedeu^ 
tet hatte, dann war jedenfalls nichts damit ver 
dorben. 
Kurz entschlosten, kleidete sich Christa zum 
Ausgang an, klingelte der Dienerin und sagte der 
freundlich lächelnden Lasusu: 
„Schnell, schnell, Laisufu, bestelle mir das Auto 
und bitte Fräulein Holm zu mir! Aber ganz schnell 
muß alles geschehen!" 
„Sofort, Missis, Lasufu läuft, als wäre der 
böse Geist hinter ihr!" 
Gleich darauf trat Maria bei Christa ein und 
sah erstaunt in das erregte Gesicht Christas, das so 
ganz wieder den Ausdruck früherer Tage hatte, da 
das feine, kluge Gesicht von Leben und Gedanken 
sprühte. 
„Sie haben mich rufen lasten, Christa? Kann 
ich Ihnen irgendwie behilflich sein?" 
„Ja, Maria, das können Sie! Sie sollen Pa 
beruhigen, wenn ich heute nicht zum Frühstück zu 
rücksein sollte." 
„Wo wollen Sie hin, Christa?" 
„Keine Sorge, Liebste, ich will nur mit dem 
Wagen ein wenig ins Freie fahren, ich halte die 
Unruhe hier im Haus nicht aus, irgeUd etwas 
treibt mich hinaus. Sie müssen sich keine Sorgen 
machen, denn Sie wissen ja, daß der Chauffeur 
bei mir ist. Wenn es Sie beruhigt, kann ich ja 
Lasufu mitnehmen. — Ja, das ist sogar ein sehr 
guter Gedanke!", fügte sie hastig hinzu. 
Maria sah Christa prüfend an und strich ihr 
dann weich über die heißen Wangen. 
„Sie sagen mir nicht die volle Wahrheit, 
Christa! Aber ich will Sie an Ihrem Vorhaben 
mcht hindern, denn ich nehme es als fest an, daß 
Sie keine Unbesounenheit begehen und immer an 
Ihren alten Pa denken, der es nicht ertragen 
konnte, wenn Ihnen ein Unglück zustieße." 
Christa schlang ihren Arm um Marias Hal» 
und sagte mit unterdrückten Tränen: 
„Maria, ich danke Ihnen! Und seien Sie gang 
ohne Sorge, ich denke an Pa, — und nur für ihn 
denke und handele ich. — Also, wenn ich selbst nicht 
bis zum Essen komme, so sende ich durch Lasufu an 
Sie selbst Nachricht, und Sie entschuldigen mich 
dann bei Pa mit Kopfschmerz oder dergleichen. — 
Küssen Sie mich, Maria, und wünschen Sie mir 
Erfolg, denn aus das, was ich jetzt unternehme, 
setze ich meine letzte Hoffnung. Aber ich will nicht 
mehr worher davon sprechen, daß ist ein Aber 
glaube. den ich von meiner Mutter geerbt habe." 
„Alle meine guten Wünsche begleiten Sie, und 
wenn metn Beten etwas nützt, so will ich nicht ab 
lassen, es zu tun, bis Sie wieder zurück sind." 
Die beiden küßten sich innigst, und dann gelei 
tete Maria die Freundin hinunter an das Auto. 
Lasufu war schnell dabei, die Spazierfahrt mitzu 
machen, und saß sehr vergnügt neben dem Chauf 
feur, der ebenso wie die Hauskults in den Diensten 
Härtung« seine Nationaltracht tragen mußte, denn . 
Werner Hartung fand es stillos, die eingeborene 
Dienerschaft in europäische Kleidung zu stecken. 
Ein seltenes JubiliLum feierten am 31. März ds. 
s. die bekannten Odol-Werke (Lingner-Werke) in 
'resden. An diesem Tage gehörte der Leiter der 
wissensch>afilichen Abteilung, Dr. Ereimer, 25 Jahre 
den Odol-Werken an, und am gleichen Tage konnten 
die Prokuristen Flache und Krauß auf eine 30jährige 
Tätigkeit bei den Odol-Werken zurückblicken. In wür 
diger Feier brachten vormittags in den Odol-Werken 
Geschäftsleitung, Angestellte und Arbeiter mit Blumen 
und Ehrengeschenken den Jubilaren ihre Glückwünsche 
dar, und abends feierte bei e/.em offiziellen Essen, an 
dem die Vertreter der Handelskammer und des'Jndu- 
lrielleN'-Verbandes teilnahmen, der Generaldirektor 
der Odol-Werke, Kommerzienrat Sichler, die drei Ju 
bilare mit herzlichen Worten. Wenn schon drei Jubi 
lare mit einer derartigen Dienstzeit etwas seltenes 
darstellen, dann darf man es in unserer heutigen Zeit 
wohl als etwas geradezu ungewöhnliches bezeichnen, 
wenn man hört, daß gelegentlich dieser Feier eine De 
putation, bestehend aus 17'Personen, erschien, um den 
Jubilaren ihre Glückwünsche als „Kollegen" darzu 
bringen — alle diese 17 sind nämlich ebenfalls über 
25 Jahre sin leitenden Stellungen bei den Odol-Werken 
tätig. Ein beredtes Zeugnis vom Geiste harmonischer 
Zusammenarbeit, kameradschaftlicher Arbeitsfreude und 
besonnener Leitung. 
Puls. 
a «f die Landeszeitung 
»on Anzeigen zu Original» 
preisen. 
Ņleh. Puls. 
BsLwertige Nahmngsmittel 
find Maggi's Suppeuwürfe;. 
3n der gleichen Weyc, wie die erfahrene Hausfrau in der Küche ihre Suppen kocht, werden Maggi's Suppen im großen aus den besten Rohstoffen 
und den nötigen Zutaten mit peinlicher Sorgfalt hergestellt. Damm schmecken sie and, so gut, z. B. Erbs, Elerniideiii, Reis. Tomaten. Binmen- 
kohl und viele andere. I Würfel, ausreichend für 2 Teller, 13 Pfg. 
MM
	        
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