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öd)leswig-15olfteinifd)e LanDsszsîtung
119. Jahrgang.
119. Jahrgang.
Bezugspreis: Monatlich 1.7V Goldmark ausschließlich Bestellgeld frei in» Hau».
Eļnzeloerkaufspreļ« 1V Goldpfrnnige.
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Barlt 56.
Im Falle höherei Gewalt,
Krieg oder sonstiger irgendwelcher Störung des Be-
triebe» der Zeitung, der Lieferanten oder der Be-
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Die lOgcjpaltene Kvionelzeile 25 Goldpfennig, Rekla»
men 125 Goldpfennig. Zahlungsziel 14 Tage.
Freitag, den 9. April
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nfaches iS-
Melken
Girre Rede Mussolinis an
das RolK.
WTB. Nom. 7. April. (Eig. DrahtberiG.'
Mussolini hielt vom Ballon des Palazzo Chip
eine Rede an dis ungeheure Menschenmenge, di
ihn stürmisch empfing. Gr sagte u. a.: Ihr sollt fü,
einige Minuten mein« Stimme vernehmen, dann
ihr euch überzeugt, daß ihr Klang sich nicht geän
dert hat, ebenso wie ich euch auch versichern kann
daß mein Herz nicht schneller schlägt. (Beifall
Mussolini sagte dann noch, er sei stolz, einer Eene
ration anzugehören, die niemals zittere, sondert
stets auf dem vom Schicksal vorgezeichneten Wer
vorwärts marschiere. Mussolini dankte zum Schliff
für die Beweise der Zuneigung und Anhänglich
Fett, forderte zur Ruhe auf und befahl, daß di
Ordnung aufrecht erhalten werde. Nach seine
Rede erscholl langanhaltender Beifall.
In einem Aufruf an die Fafşifter
heißt es u. a.: Roch einmal hat Eott Italien un'
fein großes Haupt gerettet. Im Bewußtsein K"
neu bestandenen Prüfung und des großen Werkes
das zu tun ist, müssen alle Faszisten die Kraft fiü
den, um die heilige Einpörung zu unterdrücken. De
Duce will, daß keine Gewaltakte begangen werden
Man muß gehorchen. Der Faszismus wird sich it
opferbereiter Disziplin zusammenfassen. Sicher ist
daß nichts den Weg der Geschichte aushalten kann
Es lebe der Duce, es lebe der Faszismus.
Sturm auf die rufssfche Aotfchaft
Gerüchte, daß die Attentäterin russischer Na
tionalität sei, hatten bewirkt, daß eine faschistisch
Schar in die russische Boschaft eindringen wclttr
Sie wurde aber von der Polizei zurückgehalten un»
begnügte sich damit, die Fensterscheiben der Bot
schüft einzuwerfen. '
Bei dem Versuch faschistischer Studenten, i,
die russische Botschaft einzudringen, konnten nur '
Studenten das Geländer erklättern. Sie wurde,
jedoch von einem Karabinier wieder aus dem Gar
ten der Botschaft herausgeholt. Die übrigen Do
monstranten bemühten sich dann, bei der Botschaf
u. dem Konsulat Fenster einzuwerfen. Innerhall
der russischen Botschaft hatte sich das Personal be
waffnet und sah dem Ansturm ruhig entgegen.
In dem Gebäude des oppositionellen Blatte
„Mondo" wurde eine Maschine zerstört, die Möbe
Pie Porgänse in China und ihre
/ Zusammenhänge.
V Der Kampf um Chinas Einheit und
nationalpolitische Zukunft.
Teil unserer Darlesungen wieder, versagt freilich —
entgegen beim Berliner Blatt — sein Einverständnis,
offenbar in Anlehnung an den hamburgifchen Lieb
lingswunsch, wirtschaftlicher Zwecke wesen gewünschtes
Gebiet auch in eigene Staatshoheit zu erhalten, ein
Standpunkt, der von uns im Hinblick auf eine gleich
mäßige Berücksichtigung der im llntereldegebiet enga
gierten Jnteresien. Haneburgs, Preußens sowie der d e n
beiden übergeordneten Jnteresien des Reiches nicht
gutgeheißen werden konnte. Wenn etwa Hamburg
selbst größere Gebietsabtretungen (über kleinere Ge
bietsabtretungen liebe sich reden) durch Gegenleistun
gen auf finanziellem Eobiet aufwiogen zu können
glaubt, so sei bemerkt, baß ein Geschäft, bei dom auf der
anderen Seite Land und Menschen mit ihrem Gewicht,
ihrer Eegenwarts- und Zukunftsbedeutung sowie ihren
FinpondevaMien vorhanden sind, als ungleich empfun
den werden könnte.
Unsere Ausführungen über das Unterelbc-Proülem
und die Notwendigkeit gemeinsamer proutzisch-bambur-
aischer Aufgabenlösung in Nr. 78 werden im Auszug
in einer Meldung des „Berliner Tageblattes" von des
sen Hamburger Korrespondenten wiedergegeben, und
»war in zustimmendem Sinne, indem das Blatt schreibt,
daß es jedenfalls die Forderung nach einer engeren
Zusammenarbeit zwischen Preußen und Hamburg zur
wesentlichen Bovaussetznwg aller Verhandlungen er
hebe. Irrtümlich ist die Anfsasiung des „Berliner Ta
geblattes", Latz es sich bei unseren Darlegungen um
„einen offenbar offiziösen Aufsatz" handele. Es han
delt sich um redaktionelle Ausführungen, die unter Be
achtung der Stimmungen und sachlichen Einstellung
auf schleswig-holsteinischer und hannoverscher Seite,
also des Standpunktes der vreutzi schersei ts zunächst in
Betracht kommenden Kontrahenten, geschrieben sind.
Auch der „Hamburgische Correspondent" gibt einen
Lehrende,
tu bei
dt, Kreis
naifchen.
Die Kämpfe in und um China spielen seit
Jahresfrist eine größere Rolle in den europäischen
Zeitungen. Nur wenige können sich aus dem Nach-
kichtenmaterial ein wirkliches Bild von den Zu
sammenhängen machen, und deshalb geben wir im
Nachstehenden in Ergänzung unserer verschiede-
Nen Kommentare anläßlich von Einzelnachrichten
Äer die Vorgänge nachstehend ein zufammenfas-
ienbf„s Bild über die Zusammenhänge und die
Ziele der großen Bewegung in Ostasien.
Die Kämpfe, die sich gegenwärtig in China
abspielen, sind nicht etwa die Folge der verwickel
ten Lage in Ostasien, wie sie der Krieg Hervorge
nacht hat, sondern sie sind gewissermaßen die Fort
gang des bekannten Taipingaufstandes, der sich
^et die Boxerunruhen hinweg bis zu den Teil-
evolutionen des Jahres 1911, der Zeit Man schi
?-'s und den heutigen Generalskämpfen auswirkt,
r* festes Ziel der Kämpfe klar zu umreißen, ist
vjt unmöglich, da die Interessen, die gegeneinan-
£ kämpfen, zu zahlreich sind. Das nächste Ziel
1% voraussichtlich dadurch erreicht, daß der er»
./^reichste General die Zügel in die Hand be-
und aufs neu« versuchen wird, was Man
tat vergeblich in Angriff nahm, nämlich die
Zentralisierung der Eefamtgewalt in Peking. Die
Mage der Staatsreform spielt bei den heutigen
impfen di« geringste Rolle.
Nach jüngst hierher gelangten Meldungen und
kach Schilderungen soeben aus Peking eingetrof-
stner Teutscher, dir mit der L: ge durchaus per--
Iaat sind, kämpfen drei Een«rale um dir Ober-
^nd in Peking. Es stnd dies:
^ Tschangtsolin, der mit seinen Trappen im
-2. Pekings, in der Mandschurei, steht;
^ Wupeifu, mit dem Haupt sitz in Lankau; in
letzten Wochen verlegte er sein Schwergewicht
Julies) nach Honan hinein, gegen den Hoang-ho,
i Fengjuhsiang, iim N.W. von Peking. Er be-
^pşcht absolut das Kalganer Gebiet, also eine
cff wichtige Handelsverbindung zwischen Nord-
. tlt *, der Mongolei und Rußland.
ja Aias nun die drei Generale selbst anlangt, so
^ îiner der Interessantesten zweifellos der Ee-
Feng, der die Idee modernen Fortschrittes in
verkörpert. Feng stammt aas den kleinsten
nisten; infolge einer Krankheit fand er
tzê î^ahme in einer christlichen Mission und wurde
ì selbst Christ. Sein Christentum unterschei-
aber wesentlich von den landläufigen Be-
des sogenannten Mistionschristentums in
Feng hat nämlich nur diejenigen EruNd-
bijT aus der christlichen Lehre herausgenommen,
stj. ^ît der Sittenlehre des Konfuzius überein-
^ Er will, wie er sagt, „Reinheit" um sich
" haben in jeder Beziehung. In diesem
W ne ist sein Heer christlich. Feng hat es erreicht,
Sh* 01 allen Dingen mit der Unsitte der Kor-
gründlich aufgeräumt wurde. Feng baut
Wege, Brücken, er richtet Schulen ein und
Däuser und sorgt vor allen Dingen für ge-
lhf^en Dienst in seinem Heere. Man könnte ihn
Cur?^desten wohl einen Freund des modernen
et., panennen, und in der Tat genießt er auch in
Ähx^ichen Kreisen Chinas das größte Ansehen,
d-n ft. "'S ist ein echter Chinas«, der jeden frem.
kaugs ņşiuh auf China ablehnt. Man hatte an-
Ņusi^^ dem Zusammengehen Fengs mit den
Feng s insbesondere mit Karachan, geschlossen, daß
letzte Cntt^ņîstşşchen Ideen zugänglich sei. Die
Feng nock ^Elung hat jedoch gezeigt, daß weider
siir den größte Teil Chinas ein Nährboden
şein kaunjstņrunismus bolschewistischer Richtung
n ‘ Q schon ^ at s<Ģ richtig gesagt, daß Chi-
ïe tnŗter g u ' J Jahrtausenden im Kommunismus
di« m er verwies zur BegrLàng
?duistjfà^şn îa Bauern, die auf durchaus kom-
şchen Ģ^udlage neun Zehntel des chinest-
dutzk« » ® Oon jäher bewirtschafteten. Feng
jum und die Russen so lange aus, wie
Glitch erfchi«^" seines Landes und seines Heeres
Wortsetzung folgt.)
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-rşorderlich.
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Ein AtLentat KNf MuffoLmi
Mussolini an der Nase durch einen Revolverschuß, der von einer alten Frau
aus nächster Nähe abgegeben wurde, leicht verwundet. — Erregung und De
monstrationen in Rom und anderen Großstädten Italiens. — Die Attentäterin,
eine Engländerin Violet Gibson, die Sttswester eines Lord Ashburne aus der
irischen Aristokratie.
WTB. Nom, 7. April. Agenzia Etefani CļNè eNgilfche Aristokratin
meldet: Heute vormittag um 11 Uhr hat auf dem
Platz des Kapitols eine alte Frau aus nächster ŗtjg AîîeNläiLriļî.
Nähe einen Revolverschuß auf Mussolini ^ _ r n , or . ,, .
abgefeuert in dem Augenblick, als er beim Verlas- T.-U. Nom, 7. April Wegen des Attentats auf
sen des Internationalen Chirurgischen Kongresses Musiolrm herrscht in fasz'stffchen Krersen größte
sich zu seinem Auto begab. Mussolini wurde Erregung, so daß mrt Ausschreitungen zu mchnen
E-ich-dd-Ş-° w«Şà" #i ; s .".“
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„ wurde eine Maschine zerstört, die Möbe
auf die Straße geworfen und die Paptervorräti
verbrannt. Außer diesen beiden Zwischenfälle,
hat sich nichts Erwähnenswertes ereignet. Di
Lage in der Stadt ist ruhig.
(Weiteres zum Attentat stehe nächste Seite.)
* * *
Die Deutschen Kitauens fordern
kulturelle Autonomie.
TU. Kowno. 7. April. Die Vorberettunger
zu den im Mai stattfindenden Parlamentswahler
haben begannen. Auch der Zentralausschuß de,
Deutschen Litauens hat bereits mit Wählerver-
sammlungen begonnen und Kandidaten aufgestellt
„Der Wächter", das Blatt für Kultur, Kirche
Schule, Politik und Wirtschaft, das periodisch er>
scheinen soll, setzt auf sein Wahlprogramm die For
derung für kulturelle Autonomie der Deutschen in
Litauen.
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Ansvrachen des Reichspräsidenten und des Wehnninitters.
Die Glückwünsche. führende Persönlichkeiien des deutsch«
«ä. 7. **11. I» Hnb m "-IM7
-einem Heuligen Dbreniage (ttulenbe o.n kcheiftllchen
und telegraphischen Glückwünschen au» dem In- und Die FahnenkompĢìe zieht
Auslande zugegangen. U. a. haben Glückwünsche über- Berlin, 7. April. Neun Uhr vorr
mittelt: ehemalige deutsche Fürstlichkeiten, die Führer die Kapelle des 9. Jnf.-Regts. dem R>
des deutschen Heeres im Weltkriege und zahlreiche aus Anlaß seines 60jährigen Militäi
andere Kameraden der alien Armee, ferner die Ne- Garten seines Hauses ein Morgcnstän
gierungen von Preußen, Bayern, Baden, Mecklenburg- viele Zuhörer anlockte. Schupoabteil
Schwerin, Oldenburg. Hamburg. Lübeck, ferner der im Laufe des Vormittags heran, Wag
Oberbürgermeister der Stadt Berlin und die Ober- brachten Reichswehroffiziere und OfH
bürgermeifter fast aller großen deutschen Städte sowie Armee zum Hause des Jubilars. Die ;
der Bayerische Städtebund und der Oberpräsident der trat heraus und erwies den ankomm«
Provinz Brandenburg. Die von Berlin abwesenden Offizieren Ehrenbezeugungen, u. a.
R-ichsminister Dr. Stresemann und Dr. Marx sandten Heeres- und Marineleitung. Eeneralobi
aus ihrem Urlaubsaufenthalt telegraphische Glück- und Admiral Zencker, sowie den Seife«
wünsche. Weiter sandten Telegramme Reichsgerichts- gruppenkommandeuren General von
Präsident Dr. Simons namens des Reichsgerichts, General Reinhardt-Kassel.
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