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Eine weitere Gefahr bieten die Sarkome durch die
häufig vorkommenden Recidive. Diese treten dann auf, wenn
bei der Operation nicht alles krankhafte Gewebe entfernt ist.
Die Entscheidung darüber, ob man wirklich ganz im Gesunden
operiert hat, ist häufig sehr schwer; besonders bei den infil
trierenden Sarkomen, wie es die periostealen meist sind,
können einzelne Geschwulstzellen oft sehr weit von dem
ursprünglichen Herd entfernt liegen und manchmal selbst
durch das Mikroskop nicht mehr nachweisbar sein. Diese
wachsen dann, wobei der durch die Operation gesetzte Reiz
als begünstigendes Moment zu betrachten ist, sehr schnell
zu neuen Geschwülsten heran.
Diese Gefahr der Recidivbildung ist entscheidend für
die Behandlung der Sarkome, welche zu unserer Zeit allein
der Chirurgie zufällt, nachdem sich alle Versuche, durch
irgend welche Mittel auf das Sarkom einzuwirken, als nutzlos
erwiesen haben. Als Hauptregel gilt hier, möglichst entfernt
von der Geschwulst im Gesunden zu operieren. Ob es vor
teilhafter ist, den erkrankten Knochen völlig zu entfernen,
ihn also zu exarticulieren, oder nicht, darüber sind zur Zeit
die Ansichten geteilt. Für die Beantwortung dieser Frage
ist es von Wichtigkeit, ob etwa in dem Mark des bei einer
Amputation zurückbleibenden Knochenstumpfes noch sekun
däre Geschwulstknochen vorhanden sind, welche ein Recidiv
veranlassen können. Nasse hat bei 5 von ihm beobachteten
Recidiven constatiert, dass dieselben stets von den Weichteilen
ausgingen. Er legt daher weniger Gewicht auf eine völlige
Entfernung des Knochens, desto mehr aber auf eine möglichst
weitgehende Entfernung der die Geschwulst umgebenden
Weich teile. Rose 1 ) dagegen hat öfter bei centralen Knochen
sarkomen weiter aufwärts im Mark ganz abgetreunt sekundäre
Knoten gefunden in Fällen, wo äusserlich die Geschwulst
am Knochen erst jüngst deutlich geworden war. Er hält
deshalb in nicht ganz frischen Fällen die Exartikulation für
aussichtsreicher.
) Deutsch, med. Wochenschrift. Jahrgang 1890. S. 914.