Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

ebtien der 
rund zwei 
beliwfen. 
dazu ver- 
hwebendev 
Ausmaße 
>er laufest^ 
cver beeist- 
pünktliche 
gefährdet, 
tereffe der 
der Aus« 
Landeszsktung 
ôd)îeswîg-Bolfteînîfd)e 
119. Jahrgang, 
Jahrgang, 
Bezugspreis: Monatlich 1,7V Goldmark ausschließlich Bestellgeld frei in» Hau». 
Şļņzeļoerkaufspreis 1v Ģoldpfeņnîgr. 
Schriftleitung und Geichöftsstelle: Rendsburg, Mühlenstraße 18. 
Fernsprecher 15 und 112. — Telegramm-Anschrist: Tageblatt. 
Dank-Konten: Spar» u. Leih-Kasie, Bankverein für Schleswig-Holstein. Aktien-Gesellschast. 
Weftyolsleimiche Bank. Schleswig-Holsteinische Bank und Gemetnde-Sparkaşie Lüdelsdors. 
Postscheck-Konto: Hamburg 16278. Erfüllungsort: Rendsburg. 
Im Falle höherer Gewalt. 
Krieg oder sonstiger irgendwelcher Störung des -3t- 
lriebe» der Zeitung, der Lieferanten oder der Be> 
sörderungseinrichiungen, hat der Bezieher keinen 
Anspruch aus Lieseeung oder Nachlieserung der 
Zeitung oder aui Rückzahlung des Bezugspreises. 
Anzeigenpreis: 
Die lOgejpaltenc Koloneizeile 25 Goldpsennig, Rekla 
men 125 Goldpsennig, Zahlungsziel 14 Tage. 
ieiluug be- 
^ gestelltest 
achweislich 
gte Belei 
hen und 
Mittel sti 
llsten vor- 
Sonnavend, den 10. April 
Zn französisch-parlamentarischen Kreisen ist man 
der Ansicht, daß die Demission Malvys zu er- 
,, heblichen Rückwirkungen auf die parlamenta 
rische Lage führen wird. 
Der französische Finanzminister wird heute dem 
Kabinett über den Stand der französischen 
' Schuldcnvcrhandlungen in Washington Be 
tt richt erstatten. Dem „Echo de Paris" zufolge 
soll ein prinzipielles Abkommen in etwa acht 
Tagen zu erwarten sein. 
Aus den Berlin-Münchener D-Zug wurde gestern 
abend ein Anschlag verübt, der jedoch recht 
zeitig entdeckt werden konnte. 
* Frankreich unb die Anregungen Tschitscherins. 
* Amerika, Völkerbund und Revision des Dawes- 
abkommens. 
Aor dem Arbeitsministerium in Warschau fanden 
» heute große Erwcrbslosendemonstrationen 
( statt. Die Fenster des Gebäudes wurden mit 
Steinen eingeworfen. Der Polizei gelang es 
erst nach längerem Kampf, die Ordnung wie 
der herzustellen. 
Die Sängerin Jurjewskaja wird am Freitagnach 
mittag auf dem Friedhof in Andermatt dei- 
' gesetzt werden. 
* , *) Mit einem Sternchen versehene Nachrichten im 
Siegel und ausführlicher im Textteil behandelt. 
Mndenkurgs Dank. 
T.-U. Berlin, 8. April. Das Büro des Reichs 
präsidenten gibt bekannt: „Anläßlich seines 60jähr. 
Militärjubiläums sind dem Herrn Reichspräsiden 
ten aus allen Gebieten des Deutschen Reiches und 
auch von zahlreichen Deutschen aus dem Auslande 
Glückwünsche in überaus großer Fülle zugegangen. 
Zu seinem Bedauern erlauben die Amtsgeschäfte 
dem Herrn Reichspräsidenten nicht, die Zuschriften 
und Telegramm« einzeln zu beantworten. Er bittet 
deshalb alle, die an diesem Tage freundlich seiner 
gàcht haben, seinen herzlichsten Dank auf diesem 
Wegen entgegenzunehmen." 
«■ * 
Demission Malvys. 
WTB. Paris. 8. April. (Eig. Drahtbericht. 
Innenminister Malvy hat heute abend dem Mi- 
nisterpräsidenten Briand seine Demission über 
reicht. Die Gründ« für den Rücktritt sind nach Ha 
vas nicht im Gesundheitszustand Malvys zu suchen. 
Zn dem für morgen angesetzten Ministerrat wird 
der Nachfolger Malvys bestimmt werden. 
* 
Mussolinis Abfahrt nach 
Tripolis. 
Berlin, 8. April. Musiolini hat heute an Bord 
des Panzerschiffes „Eavour" die Reife nach Tripo 
lis angetreten. Anläßlich der Abreise empfing der 
Unterftaatssekretär im Auswärtigen, Grands, 
heut« die auswärtigen Korrespondenten. Die Un 
terhaltung ergab den Eiicdruck, daß Italien Wert 
darauf legt, das Aussehen über die Tripolisfahrt 
Musiolinis im Auslande zu dämpfen. 
Die Bemerkungen des Unterstattssekretärs 
stehen aber in gewissem Widerspruch zu der.Rede, 
die Mussolini bei dem Empfang der faszistischen 
Partei'ekretäre an Borb des „Eavour" hie-.. Er 
erklärte diesen, er habe sie berufen, damit sie der 
Marine, auf der die wesentlichsten Hoffnungen für 
dir Zukunft beruhten, Ehre bezeugten und die Fas- 
zisten bei der Rückkehr in die Heimat dafür sorgten, 
daß das Bewußtsein von der Wichtigkeit der Ma 
rine vollends erwache. Er fügte hinzu: Wir sind 
Menschen des Mittelmeeres und unsere Zukunst — 
ich will niemanden kopieren — hat immer auf dem 
Wasser gelegen und wird immer auf dem Wasser 
liegen. 
* 
Perhör der Mirssölini- 
AtLentäterin. 
T.-U. Rom. 8. April. Frau Gibson, die das 
Attentat gegen Mussolini beging, erklärte nach der 
Tat, daß sie nicht wisse, warum sie geschossen habe, 
da sie Mussolini nicht kenne. 
Lord Ashburne sandte aus Dublin ein Tele 
gramm an Mussolini, in dem er sein Bedauern 
Wer das frevelhafte Attentat seiner Schwester. 
Miß Grbso n.Ansdruck gibt. Auch der irische Prä 
sident Easgrave richtete im Namen der Regierung 
des irischen Freistaates ein Telegramm an Musso 
lini, in dem er Mussolini und das italienische Volk 
zum Mißlingen des abscheulichen Anschlages be 
glückwünschte, de» in Irland große Empörung ver 
ursacht habe. 
Am Mittelpunkt des öffentlichen Interesses 
steht nach wie vor das mißlungene Attentat auf 
Mussolini, „Tribun a" meldet, daß Miß Gibson 
lung. 
ade Mşş 
Der AuS- 
ZerteiluNg 
irros. 
; Beweises 
lö. Juli 22 
ng sich von 
: lassen. 
wird v» 1 
>llnn, senk 
: haben- 
itm 1. Mw 
(CS 
adrhen 
lienanschluê 
I Gehalt, 
erforderlich 
. Schuldt, 
haar bet 
lburen. 
z-ia 163. 
irrn* 
övcherr 
nderlieb ist 
l. Arbeitet 
stet. Gedalt 
im Sow- 
C, im Win- 
rein, 
iofbesitzer 
, Elindes- 
Dauenba!' 
ii-en&ofji* 
^TT0 l 
ses 
^ie Porgänge in China und ihre 
Zusammenhänge. 
/ Der Kampf um Chinas Einheit und 
nationalpolitische Zukunst. 
_ II. 
Man fragt sich in Deutschland oft, wie Feng 
sstn Heer unterhalten könne; eine gleiche Frage 
sst natürlich auch bezüglich der Truppen Wu's und 
Dschang's berechtigt. Feng lebt in erster Linie aus 
Lande selbst und aus Geldern, die ihm aus 
wichtigen Handelswegen und Handelsplätzen, 
«us dem sehr reichen Gebiet nordwestlich 
^ekings zufließen. Es ist allerdings wahrfchein- 
daß er zeitweilig russisch« Gelder empfangen 
. v. ohne dabei den Russen politische Vorteile zu 
Fähren. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei 
beiden anderen Generalen, die ihrerseits Un- 
şitzung durch Japan und England erfahren. 
^ Die General Wu und Tschang verkörpern mehr 
^7 alte China; sie richten sich scharf gegen modern« 
^ 3an-isat!onen. Die Behauptung jedoch, daß man 
^ dl« Weißgardisten des revolutionären Chinas 
y?en könnt«, ist durchaus falsch und ein Be- 
p t fj 5 dafür, daß der Europäer sich schlecht in chine- 
Verhältnisse einfinden kann. Eine Unter- 
monarchistischer Ideen wird man bei Wu 
er? Dschang vergeblich suchen. Wie schon gesagt, 
ļäkh ì stch General Wu der Unterstützung der Eng- 
tzg-, îr. was äußerlich schon dadurch zu erkennen ist, 
bis Reutermeldungen sich stets gegen di« bei- 
i^rei^eren Generale für die Interessen des Ge» 
ltjfj® 50« einsetzen. Das hängt in erster Linie 
^ ņrit den englischen Interessen am Jangtse 
öüur und mit den besonderen Interessen in 
t 5l a ' nu > das bekanntlich vor dem Kriege stark un« 
Einflüsse stand. General Tschang ist 
ty! allen der tüchtigste Soldat. Seine Be- 
^uussiing durch Japan ist bekannt, wenn auch 
y "ņ bestrebt fst, die Abhängigkeit Tichangs von 
bex spanischen Mandschurei stärker in den Dor- 
md zu rücken, als sie tatsächlich ist. Es ver- 
shy ""ņ selbst, daß Japan aus seiner De- 
erst ^olle Vorteil« ziehen möchte, die natürlich 
Ds^-eifbare Formen annehmen könnten, wenn 
"ll die Oberhand in Nordchina erhält, 
fa ģtocite Zentrum der Kämpfe in China 
ìbr 'bj.J Kanton, also im Süden Chinas, während 
®Ifo y erwähnten Generale das mittlere China, 
,'Ug he., ^ongtf«gebiet und das nördliche um Pe- 
?, îņ Anspruch nehmen. Kanton war be- 
BebrcnS' 
Mann, 
. Aschebsss, 
IssUáļy 
und 
leiwmaşş 
i Dehde,,. 
Heisterş 
! in ôol'st 
bon 
unter dem Einfluss« des Russen Borodin stand. 
Immerhin sorgten die Führer für Ordnung und 
richteten eine gute Ziviloerwaltung ein. Unter 
dem Einflüsse der Russen wurde dann auch ein 
ausgezeichneter Stamm für ein künftiges Heer ge 
legt, das unter dem tüchtigen General Pankaischek 
die Proving Kanton durchaus beherrscht. Im letz 
ten Jahr« fand in Kanton ein Kongreß der Kuo« 
mingtang statt, die man fälschlicln>rwei'e immer 
als rein bosschewistisch hinstellt. Man könnte diese 
Partes, di« über gang China verbreitet ist, besser 
die National-Chinesisch« Nevolutionspartei nen 
nen, da sie den Ausbau einer Republik auf moder 
ner, nationaler Grundlage erstrebt. Wie wenig 
die Russen in Kanton Einfluß auf die führenden 
Stellen gewonnen haben, beweist, daß auf dem 
Kongreß die gemäßigte Richtung der Kuomingtang 
die Oberhand behielt. Borodin war gezwungen, 
Kanton zu verlassen, nackKem General Pan ihm 
angedeutet hatte, daß er nützliche Dienste geleistet 
habe, daß man ihm aber politisch führende Stel 
lungen nicht einräumen könne. Der russisch-bol 
schewistische Einfluß im Süden Chinas kann als 
gebrochen angesehen werden, 
keine allgemeine Abnähn:e. Die Zerstörung ein 
zelner Eisenbahnen, z. B. zwischen Peking und 
Tientsin oder Peking und Nanking bedeutet für 
das Räderwerk des chinesischen Handels nicht viel, 
da Märkte und Warentransporte zum weitaus 
größten Teil bisher immer noch von den bisher 
sehr spärlichen Eisenbahnen unabhängig gewesen 
sind und die Landstraßen und der Karientransport 
ihre eigentliche Lebmsader darstellen. Was dis 
Kämpfe, die dem europäischen Beschauer unent 
wirrbar erscheinen, und die führenden Personen 
im einzelnen angeht, so laufen sie doch alle in dem 
einen Ziele zusammen: Schaffitng einer Zentral 
gewalt über ein von fremden Einflüssen und Son 
derrechten befreites China, Ausschaltung inter 
nationaler Bestràngen, die sich besonders in den 
Hafenstädten zusammendrängen, und Durchdrin 
gung des Landes mit nattonalchinesischem Geist. 
Mag dieses Ziel auch für den Außenstehenden ver 
schwommen erscheinen, so deuten doch Anzeichen der 
verschiedensten Art darauf hin, daß die nationa- 
Engländern heute viel Geld und wird sich kaum listischen Tendenzen den fremden Staaten gegen 
rentabel gestalten, so lange die Dinge den eben über von Tag zu Tag mehr an Nachdruck ge- 
beZeichncten Weg gehen. Wie sich nun später die winneir. 
nachdem er seine 
Dienste int revolutionär-organisatorischer Hinsicht 
geleistet hat. Die strafe Organisatton der Kanto- 
neser Regierung konnte natürlich nicht ohne Ein 
fluß auf den englischen Hafen Hongkong bleiben, 
da Hongkong nun einmal ohne Kanton seine Be 
deutung verlieren muß. Der Echworpunkt der 
politischen und wirtschaftlichen Interessen ist ohne 
Zweifel nach Kanton verlegt worden, so daß also 
die Engländer hier einen erheblichen Prestigever- 
lust zu verzeichnen haben. Hongkong kostet den 
Börsen verboten. Die Sowjetregierung hat da 
gegen protestiert und verlangt die Aufhebung des 
finnischen Verbots, da es unbegründet ist. Moskau 
droht im Falle der Weigerung Finnlands mit der 
Absperrung der rujjijch-sinnischen Grenze.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.