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Gin Attentat aus den russischen
Armenkmnmissar.
T.-U. Moskau, 8. April. Heute ist in Moskau
rin Attentat auf den Jnnenkommifsar Bsloboro-
dow verübt worden, der bekanntlich an der Ermor
dung der Zarenfamilie beteiligt war. Ein unbe
kannter Student gab einen Revolverschuß auf Bc-
loborodow ab und verletzte ihn an den Schultern.
Nach lebhafter Verfolgung wurde der Täter fest
genommen, der ein Sohn eines früheren Schloß-
angestellten ist. Das Attentat wird noch vor der
Oeffentlichkeit geheiingehalten. Die Sowjetregic-
rung wird erst morgen eine amtliche Mitteilung
über das Attentat veröffentlichen.
*
Eine ErMnrsz wlidges. —
Sie RksWss des IMesOner.
^ Amerika bleibt dem Völkerbund fern.
( Newport, 8. April. Präsident Coolidge hat
heute eine Presseveranstaltung in Washington da
zu benutzt, um nochmals scharf vom Völkerbund
abzurücken. Er erklärte wörtlich u. a.: Während
wir klar den Wunsch ausgedrückt haben, an der
Förderung des Rechts zwischen den Nationen teil
zunehmen, haben wir ebenso klar die Absicht be
kanntgegeben, uns von jeder Einmischung in die
politische» Angelegenheiten anderer Völker fernzu
halten, indem wir uns weigern, dem Völkerbund
beizutieten. Es wird von großem Nutzen sein,
wenn die Bevölkerung davon unterrichtet werden
kann, daß wir an der internationalen Rechtsprech
ung teilnehmen, weil diese uns berührt. Gleich
zeitig wollen wir nicht in die politischen Streitig
keiten anderer Völker verwickelt werden, weil diese
uns nichts angehen. Ebenso suchen wir eine Me
thode, die augenblicklich allein von Nutzen sein
kann, um die internationalen Rüstungsbeschrän
kungen vorwärts zu dringen. Oft haben wir aus
gesprochen, daß, bevor die Land- und Seestreit
kräfte herabgesetzt werden können, eine geistige
und moralische Abrüstung eintreten muß. Selbst
verständlich trifft es zu, daß es nutzlos ist, eine
Abrüstung zu erwarten, solange gegenseitige Feind
schaft in den Herzen verschiedener Völker vorhan
den ist. Die Presse könnte in dieser Richtung
gutes bewirken.
Im amerikanischen Senatsausschutz, so wird
aus Newyork berichtet, wurde die Vorlage über
die Rückgabe des deutschen Eigentums erörtert.
Gegen die Rückgabe mähte sich eine starke Oppo
sition geltend. Es ist daher sehr zweifelhaft, ob
die Vorlage im Senat eine Mehrheit finden wird.
Im Zusammenhang mit der Frage der Frei
gabe und Vergütung des deutschen Eigentums ver
lautet, daß sich in Amerika eine große Skepsis über
Deutschlands Zahlungsfähigkeit nach der im Da-
wesplan vorgesehenen Regelung geltend macht.
Die Frage, ob der Dawesplan durchführbar ist,
oder ob er in nächster Zeit einer Revision unter
worfen werden muß, beschäftigt bekanntlich schon
seit längerer Zeit auch die politische Oeffentlichkeit
in Deutschland. Man hat hier besonders darauf
hingewiesen, daß vor allem die Ententestaaten ein
Interesse daran haben, die Transferbestimmungen
umzugestalten und beweglicher zu machen, wobei
natürlich auch gewisse materielle Borteile für
Deutschland erzielt werden müßten, da diese Trans
ferbestimmungen gleichzeitig einen Schutz für die
deutsche Staatswirtschaft bedeuten.
Run meldet der Washingtoner Korrespondent
des „B. T.", daß in den Vereinigten Staaten das
Interesse der Kegierungskreise an der Umgestal
tung der Ausführungsbestimmungen für die Re
parationszahlungen erneut eine erhebliche Zu
nahme erfahren hat. Im Vordergrund der Er
örterungen steht die Frage, ob dem Prioritätsan
spruch, den Deutschlands Gläubiger auf die Repa
rationszahlungen haben, auch gegenüber ausländi
schen Privatinvestierungen in Deutschland unbe
dingt Geltung verschafft werden müsse. Der
Washingtoner Regierung sind aus amerikanischen
Kreisen in Berlin Berichte zugegangen, die diese
Frage schon heute eindeutig beantworten, und zwar
in dem Sinne, daß früher oder später eine Modi
fikation der jetzt geltenden Bestimmungen des
Dawcsplanes Unvermeidlich fei.
Neueste Nachrichten.
Dierrssertthebung italienischer
Professe:?;;.
MTV. Rom, 8. April. (Eig. Drahtbericht.)
Das Unterrichtsministerium gibt bekannt, daß der
Unterrichtsminlstcr die erforderlichen Schritte
unternommen habe für die Dienstenthebung der
jenigen Profcfforen, deren Verhalten auf dem
philosophischen Kongreß sich als unverträglich mit
de» Richtlinien der Regierung erwiesen haben.
Gin guter Fang der Pattlmrg.
* Flensburg, 9. April. (Eig. Drahtberichi.)
Bei der dänischen Grenzstation Pattburg wurde
von der dänischen Grenzgendarmerie ein vom Nor
den kommender Mann namens Clemmensen fest
genommen, der vor seiner Festnahme in dem hüge
ligen Gelände ein Zigarrenkistchen zu verstecken
suchte, in welchem sich 278 goldene Ringe und 13
goldene Uhren mit Doppeldeckel befanden. Die
Schmucksachen stammen aus einem Goldwarenge-
fchäft in Esbferg, in das in der Nacht auf Mitt
woch von zwei Männern eingebrochen worden war.
Trotz des Leugnens des Clemmensen ist nicht daran
zu zweifeln, daß er einer der beiden iEnbrecher ist.
Grsssfsuer im Salchurgilchen»
Salzburg, 8. April. In der österreichischen
Ortschaft Steindorf am Attersee brach vergangene
Nacht ein Eroßfeuer aus, das von den dreißig
Häusern der Ortschaft zweiundzwanzig einäscherte,
wobei eine Menge Vieh und viele landwirtschaft
liche Maschinen vernichtet wurden. Ein Teil der
Einwohner konnte nur das nackte Leben retten.
Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.
Weiter wird gemeldet:
WTV. Salzburg, 9. April. (Eig. Drahtber.)
Bei der Brandkatastrophe in Steindorf sind nahezu
alle Habseligkeiten der betroffenen Einwohner in
den Flammen aufgegangen. Zur Linderung der
ersten Not hat die Landesregierung eine Geld
spende überwissen. Der angerichtete Schaden wird
gegenüber erst übertriebenen Meldungen auf
800 000 Schilling geschätzt. Verbrannt sind 22 Stück
Vieh, außerdem mußten über 20 Notschlachtungen
vorgenommen werden.
Anschlag auf den KerUn-
Mimchener D-Dug.
TU. München, 9. April. (Eig. Funkmeld.)
Gestern abend wurde ein Anschlag auf den Ber
lin-Münchener Schnellzug, der fahrplanmäßig
um 10,48 Uhr abends in München eintrifft, ver
übt, indem von verbrecherischen Handen eine
Eisenbahnschiene über das Gleis gelegt wurde.
Cs gelang dem Lokomotivführer, den Zug kurz
vor dem Hindernis zum Halten zu bringen, doch
wurden die Näder der Lokomotive beschädigt. Der
Zug konnte erst nach 2stündiger Verspätung in
München eintreffen.
106 Tote in Kalkutta.
Paris, 8. April. Aus Kalkutta wird gemel
det, daß bei den letzten Unruhen mehr als 190
Tote und mehr als 1999 Verwundete zu verzeich
nen waren. Gegenwärtig finden keine Kämpfe
statt; sowohl die indischen wie die mohammedani
schen Arbeiter wagen sich nicht mehr ans ihren
Stadtvierteln heraus.
Ausland.
Cin neuer Weltrekord
Rodemachers.
Chikago, 9. April. In Ehikago nahm Nade-
macher an den amerikanischen Schwimm-Meister-
schaften teil. Die besten Brustschwimmer Ameri
kas hatten sich für diese Gelegenheit geschont, aber
alle Vorsicht nützte nichts. Der deutsche Meister
siegte gegen ein glänzendes Feld über 220 Yards
(201,08 Meter) und verbesserte mit seiner Leistung
von 2 Minuten 46 Sekunden den bestehenden
Hallenweltrekord über diese Strecke bedeutend.
Ter frühere Inhaber des Meistertitels,
der junge Brooklyner Spence, leistete unserem
Weltrekordmann härtesten Widerstand.
Der deutsche Meisterschaftsschwimmer Rade
macher gewann damit nicht nur die amerikanische
Amateurmeisterschaften, sondern stellte auch einen
neuen Weltrekord auf.
Die Veranstaltung der Amateur Athletik
Union stellt das Hauptereignis des amerikanischen
Aufenthalts Rademachers dar und ist der Höhe
punkt der amerikanischen Schwimmwettkämpfe. Ra
demacher erntete ungeheuren Beifall und wurde
von der großen Menschenmenge mit Begeisterung
gefeiert.
Die Unterstützung der dänischen
Wissenschaft
durch den Carlsverg-Fouds.
Durch den dänischen Earlsberg-Fonds sind auch im
Jahre 1928 zahlreiche wissenschaftliche Unternehmun
gen in Dänemark unterstützt worden. Die Zahl der
bewilligten Unterstützungen beläuft sich auf etwa 290.
Hierunter befinden sich 38 000 Kronen für den Physiker
Prof. Niels Bohr zur Anschaffung von Apparaten und
Instrumenten für seine Atomuntersuchungen. Die
dänische Sprach- und Literaturgesellschaft hat für ihre
Publikationen 24 OOO Kronen erhalten. Für die Her
ausgabe der Papiere von Sören Kierkegaard und der
Werke von Tqcho de Brahe sind namhafte Summen be
willigt. Prof. Aage Friis hat 21800 Kronen für
Studien in Rußland erhalten. Für ein englisches
Werk über Grönland sind 23 000 Kronen bewilligt und
für die große Ausgabe der Werke von Holberg 13 500
Kronen. Künstlerische Interessen werden hauptsächlich
durch den Neuen Carlsberg-Fonds gefördert. So wird
die berühmte Ausstellungshalle Glyptothek durch diesen
Fonds finanziert. Außerdem sind zum Ankauf von
Kunftgegcnständen 000 000 Kronen verwandt worden.
— Im Jahre 1028 verfügte der Carlsberg-Fonds über
eine Gesamteinnahme von 3 680 000 Kronen. — Diese
Zahlen geben eine Vorstellung von der ausgedehnten
Wirksamkeit dieses dänischen Fonds. Gibt es doch
kaum irgend ein bedeutendes wissenschaftliches Unter
nehmen in Dänemark, das nicht von dem Carlsberg-
Fonds unterstützt worden wäre. Die Zeitung „Poli
tiken" hat zweifellos Recht, wenn sie die Tätigkeit des
Carlsberg-Fonds dem Wirken des schwedischen Nobel-
Institutes gleichstellt.
Die Tragödie im Kerichtsfaal.
Nach Meldungen aus Montreal hat sich im
dortigen Eerichispalast eine Tragödie abgespielt. Der
Rechtsanwalt Jan Bouron hatte eben durch eine
glänzende Verteidigung den Freispruch eines gewissen
John Querel erzielt, der wegen Mordes an einem
Landmann angeklagt war. Rach Schluß der Verhand
lung begab sich der Verteidiger in das Anwaltszim
mer. Dort meldete ihm der Eerichtsdiener den Be
such seines eben freigesprochenen Klienten. Der An
walt empfing ihn, da er dachte, er wolle sich bei ihm
bedanken. Wenige Minuten später fiel im Anwalis-
zimmer ein Schuß, und die herbeieilenden Justizper
sonen fanden Querel tot in seinem Blute, während
der Anwalt den rauchenden Revolver in der Hand
hielt. Vor dem Untersuchungsrichter gab der Anwalt
folgende Aufklärung für feine Tat. Querel, so sagte
er, kam tatsächlich zu mir, um sich für meine Mühe
waltung zu bedanken. Vor seinem Abgänge zog er
ein Medaillon aus der Tasche und zeigte es mir:
„Das ist eine Erinnerung an mein erstes Vergehen,
das mir nie jemand nachweisen konnte." Der Ver
teidiger warf einen Blick auf das Medaillon und sah
seine eigene Photographie, die 30 Jahre vorher auf
genommen worden war. Da wurde mit einem Mal
der Schleier eines Geheimnisses zerrissen. Vor 30
Jahren hatte Bouron das Schmuckstück seiner Verlob
ten geschenkt, die zwei Tage vor der Hochzeit aus
einem einsamen Spaziergang von einem unbekannten
Täter erwürgt und beraubt worden war. Als er nun
den Mörder nach so langer Zeit vor sich sah, griff er
zur Waffe und sühnte das Verbrechen an seiner Braut.
Prag, 7. April. Glück im Unglück. Ganz
außergewöhnliches Glück hatte der 36jährige Ma
schinenmeister einer Fabrik in der Nähe von Eger.
Der Mann ging Freitagnacht auf den Schienen
der Bahnstrecke und überhörte das Herannahen
eines Zuges, wurde von der Maschine erfaßt und
zwischen die Gleise geschleudert. Man fand ihn
im bewußtlosen Zustande. Als er nach seiner Ein
lieferung ins Krankenhaus untersucht wurde, stell
te sich heraus, daß feine Verletzungen ganz gering
fügiger Natur waren. Der Zug war über ihn
hinweggerollt, ohne ihn zu verletzen.
Großer Schaden durch einen Kugelblitz. Wäh
rend eines Eewitterfturmes in Palmers Green
wurden durch einen Kugelblitz etwa 25 Häuser be
schädigt, hunderte von Fensterscheiben zerbrochen
und Rundfunkgeräte zerstört.
Der Rennfahrer Mac Namara ist auf dem
Pariser Sechstagerennen schwer gestürzt.
S3 Kopenhagen, 8. April. Ein vierzehnfacher
Brandstifter wurde dem Kopenhagener Gericht
zugeführt. Es handelt sich um einen Mann mit
Namen Carlo Nielsen. Ein ärztliches Gutachten
ergab', daß der Brandstifter vollkommen normal
ist. Er muß also die volle Verantwortung für
seine Verbrechen tragen. — Eine Influenza-Epi
demie ist in Kopenhagen in raschem Fortschritt
begriffen. 362 neue Erkrankungen wurden in
der letzten Woche festgestellt.
Verlobung des Prinzen von Wales? Wie die
„B. Z." berichtet, behaupten amerikanische Blätter,
daß sich der Prinz von Wales mit Lady Mary
Cambridge verlobt habe.
Inland.
Die SchweLLsuankäufe
der Reichsbahn im Auslande.
Vorwürfe des Reichs-Forstwirtschaftsrates.
Berlin, 8. April. Gegen die Reichsbahnverwal
tung sind vor einiger Zeit in der Oeffentlichkeit
schwere Vorwürfe erhoben worden, weil sie den Be
darf an Eisenbahnschwellen zum großen Teil« im
Ausland gedeckt hat, und weil auch von dem neuen
Kredit, den das Reich in Höhe von 100 Millionen
der Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat, bisher nur
sehr geringe Summen der deutschen Industrie zuge
flossen sind.
Jetzt hat auch der Reichs-Forsiwirtschaftsrat in
scharfer Weise gegen die Reichsbahn Stellung genom
men. Der ForftwirtschafLsrat, der in erster Lin:«
den staatlichen Waldbesitz vertritt, wendet sich^ şihr
energisch dagegen, daß die Reichsbahn für das laufende
Geschäftsjahr ihren Bedarf «on 150« 080 Schwellen
zum größten Teil im Ausland« gekauft hat. Weiter
wurde der Reichsbahn zum Vorwurf gemacht, daß
durch die Auslandskäufe die inländische Absatzkrise ver
schärft worde» ist und daß durch die Tarifpolitik der
Reichsbahn, die das Auslands begünstigt, di« deutsche
Volkswirtschaft erheblich geschädigt wird. Die Reichs
bahn habe im Ausland für rund 7 Millionen Mark
Holz gekauft und im« günstigsten Falle bei diesen Käu
fen 230 000 gegenüber den Znlandpreifen erspart.
Diese Summe falle garnicht ins Gewicht gegenüber
der Tatsache, daß durch dieses Vorgehen weite Kreise
der deutschen Arbeiterschaft durch den Ausfall an Löh
nen geschädigt seien. Die Abwanderung von 7 Millio
nen sei teuer erkauft und volkswirtschaftlich geradezu
ein Vergehen am deutschen Volke.
Der Reichs-Forstwirtschastsrat fordert von der
Reichsbahn in Zukunft, daß Auslandskäufe völlig ein
gestellt werden, solange das Inland in der Lage fei,
den Bedarf der Reichsbahn zu decken. Schließlich wird
gefordert, daß die Reichsbahn aus dem 1M-Millionen-
Kredit unverzüglich erhebliche Mittel bereitstellt, um
den Waldbesitz zu stützen und um zu verhindern, daß
die durch die Auslandskäufe der Reichsbahn feit zwei
Jahren ständig steigende Einfuhr von Holz aus den
Ostländern unterbunden wird.
Abschluss des 4. Evangelischen
Meichselterutages.
WTB. Jena, 8. April. In seiner heutigen
Schlußsitzung nahm der evangelische Reichseltern
tag eine Entschließung an, in der ein Reichsschnl-
gesetz, daß die Bestimmung des weltanschaulichen
«KG
Seit langem bin ich außerordentlich env,
pfindiich gegen Coffein und Kaffee. IN
Kaffee Hag aber ist mir außerordentlich
gut bekommen. q f . m sd. t.3ib®id, rrsv»
Charakters de: Schule dem elterlichen Willen über«
läßt, ferner eine geordnete Vertretung in de»
Schnldeputationen und Schulvordständen und &
weiterte Befugnisse für den ElternSeirat der etfl'
zelnen Schufen gefordert wird. Dis evangelist
Religionswissenschaft sei unter die Grundfächer ^
pädagogischen Bildung aufzunehmen. In einer 8''
Wrung w-rd dringend die baldige Verabschiedn^
des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vol
Schund und Schmutz, des Gesetzes zum Schutze de!
Jugend bei Schaustellungen und der Novelle zu^
Lichtfpislgesetz gefordert mit Bestimmungen, die
die bestehenden Mißstände wirksam eindämmen. ;
* * V
* ş
Gin Word nach sechs Jahren i
aufgeklärt. ■ 1
WTB. Dresden, 8. April. Im April 1^0
war hier der der Einwohnerwehr angehörende
richtsafsesfor 8. Donner in seiner Billa in Nieder
lößnitz erschossen aufgefunden worden. Auf das 6^,
rächt, daß Donner auf gewaltsame Weise »m-
Leben gekommen sei, nahm die Kriminalpoķl
jetzt, nach 6 Jahren, neuerlich eine Untersuşşģ
des Falles vor und stellte fest, daß Frau Doin^*
und ihr Geliebter, der Eärtnereigehtlfe
Krönert, gemeinsam den Mord ausgeführt hatten-
Beide haben ein volles Geständnis abgelegt! şii
wurden heute dem Gericht zugeführt.
Dresden, 8. April. Aus der Urteilsbegründung
im Bolksopfer-Prozeß fei noch mitgeteilt, daß Meißne
und Löffler fortgesetzt in der unerhörtesten Weise
Geld, das zur Stillung der Rot der Aermsien “ft
Armen gespendet war. für eiaene Zwecke verwand
hatten. Auch das Geld, das'Meißner für nation.^
Verbände gegeben habe, durfte ihnen, wie er wuö'r-
nicht zugeführt werden, da der Zweck der Spende ein
anderer war. Beide Haupiangeklagten hätten ,erşş
lichen Aufwand getrieben, der bei Löffler nicht,intim
im Verhältnis zu seinem hohen 'Einkommen gestaşş:
hätte, während Meißner sich zwei Automobile ctcfaw
habe, für seine Geliebte große Ausgaben gehabt uşş
andere beträchtliche Ausgaben gemacht habe. Er I
sehr tätig gewesen und glaubte sich zum, Führer d°
Volkes geboren, ohne die dafür erforderlichen ^ucu
täten zu besitzen. Seine Unterstützung "°îwnal .
Verbände sei aus egoistischen Gründen,Hera s 1g-
Er wollte dadurch Ministerposten erre-ch-n. Er «ave
aus Ehrgeiz gehandelt. Löffler habe d.e Gelege
benutzt und sich an den Veruntreuungen beteiug-
während Gründel und die Langguth nntgemamt lşşş
ten aus Angst ihr« Stellung zu verlieren. MeiM
und Löffler batten das ihnen entgegengebrachte Per«,
trauen gründlich getäuscht. , Die ^at beider sei A
schändlich und so gemein, daß nur eine cingerordentä
schwere Strafe als Sühne für dieses verbrechend«
Tun in Frage kommen könne. Auch handelt es M
um ganz erhebliche Beträge. Das Gericht hätte v°,
"" sich auf die höchst zulässige Strafe E
Meißner an
fünf Jahren uieiuiiļļius errannl, uutt wen
nicht bestraft sei und Meinem wesentlichen Teil Er« fl
geleistet habe, habe es Milde walten lassen.
■uieu luneii.
Meißner alles getan habe, um die, Angelegenheit^
vertuschen, und auch Urkunden vernichtet habe,
die anderen Angeklagten zur Aufklärung Leigetşş,
Dies sei ihnen zugute gekommen Mit RückM
die ehrlose Handlungsweise Meißnerr und M 1S «
seien ihnen die Ehrenrechte aberkannt worden.
Altenwerder, 8. April. Bei Kattwyk « tft - J
ken ist der 15jährige Arthur Fritz aus Harbu^
Der Verunglückte wollte, nachdem fein Kajan .
dem er gerudert hatte, umgeschlagen war, an
schwimmen, versank er, als er mehrere Meter ^ ļ
geschwommen rvar.
Berufung im Kußmann-Prozeß. Wie
„Amtl. Preuß. Pressedienst" erfährt, hat
Strafsache gegen Kußmann und Knoll die Sta«
der
de<
Wl
anwaltschaft beim Landgericht gegen das ,
sprechende Urteil deg Schöffengerichts Berufrl^
eingelegt.
Kassel, 8. April. Großfeuer in einer Muh',
In der großen Kunstmühle von Otto Vogt brşş
ein Eroßfeuer aus. das mit großer Schnelligkeit m ,
sich griff. In kurzer Zeit stand der^ganze MiU
I
bau in Flammen. Nachdem der Mittelbau 3
Teil eingestürzt war, mußte sich die Feuer«
darauf beschränken, die anderen Mühlenbauten^
retten^ und ein Uebergreisen des Feuers «"f^
Lagerräume zu verhindern. Verbrannt
sämtliche Maschinenräume mit den Maschinen-.^
wird angenommen, daß durch Heißlaufen eI
Riemens der Brand entstanden ist.
^2S-
Altona, îwi 9.
beim Grünen Jäger 18.
iOhne. Gewähr.)
t
Er wurde gezabll iür
Fettķchweìne über 300 Pfd 0,74
aollfleifchige Schweine über 260 Pfd.
Schweine von 200—260 . . . ,
„ Schweine unter 200 Pfd. . 0.65
Schwere Sauen Md 0,60
Zufuhr 3100 Schweine,
Tendenz rubiq.
/I kg Lebendgewicht'.
0. 74 'n71 >
°' 7 ?'o 2 .
o>s -
Letzte NstiemnUn m Sreftag-Ä^
Mehl, (amtlich) Hamburg, S- April:
Weizenmehl hiesiger Mühlen
Bäckeimehl „ ,
Roggenmehl „ ,
Roggengrodm. , „
Getreide. (Freiverkehr) Hamburg. 8-
47.75
28 75—30.00
24.00-24.50
Weizen, inländischer
Roggen, neu, „
Staler,
Gerste, ausl., frei Kaiwaggon
Mais, loko,
Mark
280.00-283.00
130 00—183.00
200 00 - 207.00
177,00—179 00
177.00-179.00
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