Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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Gin Attentat aus den russischen 
Armenkmnmissar. 
T.-U. Moskau, 8. April. Heute ist in Moskau 
rin Attentat auf den Jnnenkommifsar Bsloboro- 
dow verübt worden, der bekanntlich an der Ermor 
dung der Zarenfamilie beteiligt war. Ein unbe 
kannter Student gab einen Revolverschuß auf Bc- 
loborodow ab und verletzte ihn an den Schultern. 
Nach lebhafter Verfolgung wurde der Täter fest 
genommen, der ein Sohn eines früheren Schloß- 
angestellten ist. Das Attentat wird noch vor der 
Oeffentlichkeit geheiingehalten. Die Sowjetregic- 
rung wird erst morgen eine amtliche Mitteilung 
über das Attentat veröffentlichen. 
* 
Eine ErMnrsz wlidges. — 
Sie RksWss des IMesOner. 
^ Amerika bleibt dem Völkerbund fern. 
( Newport, 8. April. Präsident Coolidge hat 
heute eine Presseveranstaltung in Washington da 
zu benutzt, um nochmals scharf vom Völkerbund 
abzurücken. Er erklärte wörtlich u. a.: Während 
wir klar den Wunsch ausgedrückt haben, an der 
Förderung des Rechts zwischen den Nationen teil 
zunehmen, haben wir ebenso klar die Absicht be 
kanntgegeben, uns von jeder Einmischung in die 
politische» Angelegenheiten anderer Völker fernzu 
halten, indem wir uns weigern, dem Völkerbund 
beizutieten. Es wird von großem Nutzen sein, 
wenn die Bevölkerung davon unterrichtet werden 
kann, daß wir an der internationalen Rechtsprech 
ung teilnehmen, weil diese uns berührt. Gleich 
zeitig wollen wir nicht in die politischen Streitig 
keiten anderer Völker verwickelt werden, weil diese 
uns nichts angehen. Ebenso suchen wir eine Me 
thode, die augenblicklich allein von Nutzen sein 
kann, um die internationalen Rüstungsbeschrän 
kungen vorwärts zu dringen. Oft haben wir aus 
gesprochen, daß, bevor die Land- und Seestreit 
kräfte herabgesetzt werden können, eine geistige 
und moralische Abrüstung eintreten muß. Selbst 
verständlich trifft es zu, daß es nutzlos ist, eine 
Abrüstung zu erwarten, solange gegenseitige Feind 
schaft in den Herzen verschiedener Völker vorhan 
den ist. Die Presse könnte in dieser Richtung 
gutes bewirken. 
Im amerikanischen Senatsausschutz, so wird 
aus Newyork berichtet, wurde die Vorlage über 
die Rückgabe des deutschen Eigentums erörtert. 
Gegen die Rückgabe mähte sich eine starke Oppo 
sition geltend. Es ist daher sehr zweifelhaft, ob 
die Vorlage im Senat eine Mehrheit finden wird. 
Im Zusammenhang mit der Frage der Frei 
gabe und Vergütung des deutschen Eigentums ver 
lautet, daß sich in Amerika eine große Skepsis über 
Deutschlands Zahlungsfähigkeit nach der im Da- 
wesplan vorgesehenen Regelung geltend macht. 
Die Frage, ob der Dawesplan durchführbar ist, 
oder ob er in nächster Zeit einer Revision unter 
worfen werden muß, beschäftigt bekanntlich schon 
seit längerer Zeit auch die politische Oeffentlichkeit 
in Deutschland. Man hat hier besonders darauf 
hingewiesen, daß vor allem die Ententestaaten ein 
Interesse daran haben, die Transferbestimmungen 
umzugestalten und beweglicher zu machen, wobei 
natürlich auch gewisse materielle Borteile für 
Deutschland erzielt werden müßten, da diese Trans 
ferbestimmungen gleichzeitig einen Schutz für die 
deutsche Staatswirtschaft bedeuten. 
Run meldet der Washingtoner Korrespondent 
des „B. T.", daß in den Vereinigten Staaten das 
Interesse der Kegierungskreise an der Umgestal 
tung der Ausführungsbestimmungen für die Re 
parationszahlungen erneut eine erhebliche Zu 
nahme erfahren hat. Im Vordergrund der Er 
örterungen steht die Frage, ob dem Prioritätsan 
spruch, den Deutschlands Gläubiger auf die Repa 
rationszahlungen haben, auch gegenüber ausländi 
schen Privatinvestierungen in Deutschland unbe 
dingt Geltung verschafft werden müsse. Der 
Washingtoner Regierung sind aus amerikanischen 
Kreisen in Berlin Berichte zugegangen, die diese 
Frage schon heute eindeutig beantworten, und zwar 
in dem Sinne, daß früher oder später eine Modi 
fikation der jetzt geltenden Bestimmungen des 
Dawcsplanes Unvermeidlich fei. 
Neueste Nachrichten. 
Dierrssertthebung italienischer 
Professe:?;;. 
MTV. Rom, 8. April. (Eig. Drahtbericht.) 
Das Unterrichtsministerium gibt bekannt, daß der 
Unterrichtsminlstcr die erforderlichen Schritte 
unternommen habe für die Dienstenthebung der 
jenigen Profcfforen, deren Verhalten auf dem 
philosophischen Kongreß sich als unverträglich mit 
de» Richtlinien der Regierung erwiesen haben. 
Gin guter Fang der Pattlmrg. 
* Flensburg, 9. April. (Eig. Drahtberichi.) 
Bei der dänischen Grenzstation Pattburg wurde 
von der dänischen Grenzgendarmerie ein vom Nor 
den kommender Mann namens Clemmensen fest 
genommen, der vor seiner Festnahme in dem hüge 
ligen Gelände ein Zigarrenkistchen zu verstecken 
suchte, in welchem sich 278 goldene Ringe und 13 
goldene Uhren mit Doppeldeckel befanden. Die 
Schmucksachen stammen aus einem Goldwarenge- 
fchäft in Esbferg, in das in der Nacht auf Mitt 
woch von zwei Männern eingebrochen worden war. 
Trotz des Leugnens des Clemmensen ist nicht daran 
zu zweifeln, daß er einer der beiden iEnbrecher ist. 
Grsssfsuer im Salchurgilchen» 
Salzburg, 8. April. In der österreichischen 
Ortschaft Steindorf am Attersee brach vergangene 
Nacht ein Eroßfeuer aus, das von den dreißig 
Häusern der Ortschaft zweiundzwanzig einäscherte, 
wobei eine Menge Vieh und viele landwirtschaft 
liche Maschinen vernichtet wurden. Ein Teil der 
Einwohner konnte nur das nackte Leben retten. 
Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. 
Weiter wird gemeldet: 
WTV. Salzburg, 9. April. (Eig. Drahtber.) 
Bei der Brandkatastrophe in Steindorf sind nahezu 
alle Habseligkeiten der betroffenen Einwohner in 
den Flammen aufgegangen. Zur Linderung der 
ersten Not hat die Landesregierung eine Geld 
spende überwissen. Der angerichtete Schaden wird 
gegenüber erst übertriebenen Meldungen auf 
800 000 Schilling geschätzt. Verbrannt sind 22 Stück 
Vieh, außerdem mußten über 20 Notschlachtungen 
vorgenommen werden. 
Anschlag auf den KerUn- 
Mimchener D-Dug. 
TU. München, 9. April. (Eig. Funkmeld.) 
Gestern abend wurde ein Anschlag auf den Ber 
lin-Münchener Schnellzug, der fahrplanmäßig 
um 10,48 Uhr abends in München eintrifft, ver 
übt, indem von verbrecherischen Handen eine 
Eisenbahnschiene über das Gleis gelegt wurde. 
Cs gelang dem Lokomotivführer, den Zug kurz 
vor dem Hindernis zum Halten zu bringen, doch 
wurden die Näder der Lokomotive beschädigt. Der 
Zug konnte erst nach 2stündiger Verspätung in 
München eintreffen. 
106 Tote in Kalkutta. 
Paris, 8. April. Aus Kalkutta wird gemel 
det, daß bei den letzten Unruhen mehr als 190 
Tote und mehr als 1999 Verwundete zu verzeich 
nen waren. Gegenwärtig finden keine Kämpfe 
statt; sowohl die indischen wie die mohammedani 
schen Arbeiter wagen sich nicht mehr ans ihren 
Stadtvierteln heraus. 
Ausland. 
Cin neuer Weltrekord 
Rodemachers. 
Chikago, 9. April. In Ehikago nahm Nade- 
macher an den amerikanischen Schwimm-Meister- 
schaften teil. Die besten Brustschwimmer Ameri 
kas hatten sich für diese Gelegenheit geschont, aber 
alle Vorsicht nützte nichts. Der deutsche Meister 
siegte gegen ein glänzendes Feld über 220 Yards 
(201,08 Meter) und verbesserte mit seiner Leistung 
von 2 Minuten 46 Sekunden den bestehenden 
Hallenweltrekord über diese Strecke bedeutend. 
Ter frühere Inhaber des Meistertitels, 
der junge Brooklyner Spence, leistete unserem 
Weltrekordmann härtesten Widerstand. 
Der deutsche Meisterschaftsschwimmer Rade 
macher gewann damit nicht nur die amerikanische 
Amateurmeisterschaften, sondern stellte auch einen 
neuen Weltrekord auf. 
Die Veranstaltung der Amateur Athletik 
Union stellt das Hauptereignis des amerikanischen 
Aufenthalts Rademachers dar und ist der Höhe 
punkt der amerikanischen Schwimmwettkämpfe. Ra 
demacher erntete ungeheuren Beifall und wurde 
von der großen Menschenmenge mit Begeisterung 
gefeiert. 
Die Unterstützung der dänischen 
Wissenschaft 
durch den Carlsverg-Fouds. 
Durch den dänischen Earlsberg-Fonds sind auch im 
Jahre 1928 zahlreiche wissenschaftliche Unternehmun 
gen in Dänemark unterstützt worden. Die Zahl der 
bewilligten Unterstützungen beläuft sich auf etwa 290. 
Hierunter befinden sich 38 000 Kronen für den Physiker 
Prof. Niels Bohr zur Anschaffung von Apparaten und 
Instrumenten für seine Atomuntersuchungen. Die 
dänische Sprach- und Literaturgesellschaft hat für ihre 
Publikationen 24 OOO Kronen erhalten. Für die Her 
ausgabe der Papiere von Sören Kierkegaard und der 
Werke von Tqcho de Brahe sind namhafte Summen be 
willigt. Prof. Aage Friis hat 21800 Kronen für 
Studien in Rußland erhalten. Für ein englisches 
Werk über Grönland sind 23 000 Kronen bewilligt und 
für die große Ausgabe der Werke von Holberg 13 500 
Kronen. Künstlerische Interessen werden hauptsächlich 
durch den Neuen Carlsberg-Fonds gefördert. So wird 
die berühmte Ausstellungshalle Glyptothek durch diesen 
Fonds finanziert. Außerdem sind zum Ankauf von 
Kunftgegcnständen 000 000 Kronen verwandt worden. 
— Im Jahre 1028 verfügte der Carlsberg-Fonds über 
eine Gesamteinnahme von 3 680 000 Kronen. — Diese 
Zahlen geben eine Vorstellung von der ausgedehnten 
Wirksamkeit dieses dänischen Fonds. Gibt es doch 
kaum irgend ein bedeutendes wissenschaftliches Unter 
nehmen in Dänemark, das nicht von dem Carlsberg- 
Fonds unterstützt worden wäre. Die Zeitung „Poli 
tiken" hat zweifellos Recht, wenn sie die Tätigkeit des 
Carlsberg-Fonds dem Wirken des schwedischen Nobel- 
Institutes gleichstellt. 
Die Tragödie im Kerichtsfaal. 
Nach Meldungen aus Montreal hat sich im 
dortigen Eerichispalast eine Tragödie abgespielt. Der 
Rechtsanwalt Jan Bouron hatte eben durch eine 
glänzende Verteidigung den Freispruch eines gewissen 
John Querel erzielt, der wegen Mordes an einem 
Landmann angeklagt war. Rach Schluß der Verhand 
lung begab sich der Verteidiger in das Anwaltszim 
mer. Dort meldete ihm der Eerichtsdiener den Be 
such seines eben freigesprochenen Klienten. Der An 
walt empfing ihn, da er dachte, er wolle sich bei ihm 
bedanken. Wenige Minuten später fiel im Anwalis- 
zimmer ein Schuß, und die herbeieilenden Justizper 
sonen fanden Querel tot in seinem Blute, während 
der Anwalt den rauchenden Revolver in der Hand 
hielt. Vor dem Untersuchungsrichter gab der Anwalt 
folgende Aufklärung für feine Tat. Querel, so sagte 
er, kam tatsächlich zu mir, um sich für meine Mühe 
waltung zu bedanken. Vor seinem Abgänge zog er 
ein Medaillon aus der Tasche und zeigte es mir: 
„Das ist eine Erinnerung an mein erstes Vergehen, 
das mir nie jemand nachweisen konnte." Der Ver 
teidiger warf einen Blick auf das Medaillon und sah 
seine eigene Photographie, die 30 Jahre vorher auf 
genommen worden war. Da wurde mit einem Mal 
der Schleier eines Geheimnisses zerrissen. Vor 30 
Jahren hatte Bouron das Schmuckstück seiner Verlob 
ten geschenkt, die zwei Tage vor der Hochzeit aus 
einem einsamen Spaziergang von einem unbekannten 
Täter erwürgt und beraubt worden war. Als er nun 
den Mörder nach so langer Zeit vor sich sah, griff er 
zur Waffe und sühnte das Verbrechen an seiner Braut. 
Prag, 7. April. Glück im Unglück. Ganz 
außergewöhnliches Glück hatte der 36jährige Ma 
schinenmeister einer Fabrik in der Nähe von Eger. 
Der Mann ging Freitagnacht auf den Schienen 
der Bahnstrecke und überhörte das Herannahen 
eines Zuges, wurde von der Maschine erfaßt und 
zwischen die Gleise geschleudert. Man fand ihn 
im bewußtlosen Zustande. Als er nach seiner Ein 
lieferung ins Krankenhaus untersucht wurde, stell 
te sich heraus, daß feine Verletzungen ganz gering 
fügiger Natur waren. Der Zug war über ihn 
hinweggerollt, ohne ihn zu verletzen. 
Großer Schaden durch einen Kugelblitz. Wäh 
rend eines Eewitterfturmes in Palmers Green 
wurden durch einen Kugelblitz etwa 25 Häuser be 
schädigt, hunderte von Fensterscheiben zerbrochen 
und Rundfunkgeräte zerstört. 
Der Rennfahrer Mac Namara ist auf dem 
Pariser Sechstagerennen schwer gestürzt. 
S3 Kopenhagen, 8. April. Ein vierzehnfacher 
Brandstifter wurde dem Kopenhagener Gericht 
zugeführt. Es handelt sich um einen Mann mit 
Namen Carlo Nielsen. Ein ärztliches Gutachten 
ergab', daß der Brandstifter vollkommen normal 
ist. Er muß also die volle Verantwortung für 
seine Verbrechen tragen. — Eine Influenza-Epi 
demie ist in Kopenhagen in raschem Fortschritt 
begriffen. 362 neue Erkrankungen wurden in 
der letzten Woche festgestellt. 
Verlobung des Prinzen von Wales? Wie die 
„B. Z." berichtet, behaupten amerikanische Blätter, 
daß sich der Prinz von Wales mit Lady Mary 
Cambridge verlobt habe. 
Inland. 
Die SchweLLsuankäufe 
der Reichsbahn im Auslande. 
Vorwürfe des Reichs-Forstwirtschaftsrates. 
Berlin, 8. April. Gegen die Reichsbahnverwal 
tung sind vor einiger Zeit in der Oeffentlichkeit 
schwere Vorwürfe erhoben worden, weil sie den Be 
darf an Eisenbahnschwellen zum großen Teil« im 
Ausland gedeckt hat, und weil auch von dem neuen 
Kredit, den das Reich in Höhe von 100 Millionen 
der Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat, bisher nur 
sehr geringe Summen der deutschen Industrie zuge 
flossen sind. 
Jetzt hat auch der Reichs-Forsiwirtschaftsrat in 
scharfer Weise gegen die Reichsbahn Stellung genom 
men. Der ForftwirtschafLsrat, der in erster Lin:« 
den staatlichen Waldbesitz vertritt, wendet sich^ şihr 
energisch dagegen, daß die Reichsbahn für das laufende 
Geschäftsjahr ihren Bedarf «on 150« 080 Schwellen 
zum größten Teil im Ausland« gekauft hat. Weiter 
wurde der Reichsbahn zum Vorwurf gemacht, daß 
durch die Auslandskäufe die inländische Absatzkrise ver 
schärft worde» ist und daß durch die Tarifpolitik der 
Reichsbahn, die das Auslands begünstigt, di« deutsche 
Volkswirtschaft erheblich geschädigt wird. Die Reichs 
bahn habe im Ausland für rund 7 Millionen Mark 
Holz gekauft und im« günstigsten Falle bei diesen Käu 
fen 230 000 gegenüber den Znlandpreifen erspart. 
Diese Summe falle garnicht ins Gewicht gegenüber 
der Tatsache, daß durch dieses Vorgehen weite Kreise 
der deutschen Arbeiterschaft durch den Ausfall an Löh 
nen geschädigt seien. Die Abwanderung von 7 Millio 
nen sei teuer erkauft und volkswirtschaftlich geradezu 
ein Vergehen am deutschen Volke. 
Der Reichs-Forstwirtschastsrat fordert von der 
Reichsbahn in Zukunft, daß Auslandskäufe völlig ein 
gestellt werden, solange das Inland in der Lage fei, 
den Bedarf der Reichsbahn zu decken. Schließlich wird 
gefordert, daß die Reichsbahn aus dem 1M-Millionen- 
Kredit unverzüglich erhebliche Mittel bereitstellt, um 
den Waldbesitz zu stützen und um zu verhindern, daß 
die durch die Auslandskäufe der Reichsbahn feit zwei 
Jahren ständig steigende Einfuhr von Holz aus den 
Ostländern unterbunden wird. 
Abschluss des 4. Evangelischen 
Meichselterutages. 
WTB. Jena, 8. April. In seiner heutigen 
Schlußsitzung nahm der evangelische Reichseltern 
tag eine Entschließung an, in der ein Reichsschnl- 
gesetz, daß die Bestimmung des weltanschaulichen 
«KG 
Seit langem bin ich außerordentlich env, 
pfindiich gegen Coffein und Kaffee. IN 
Kaffee Hag aber ist mir außerordentlich 
gut bekommen. q f . m sd. t.3ib®id, rrsv» 
Charakters de: Schule dem elterlichen Willen über« 
läßt, ferner eine geordnete Vertretung in de» 
Schnldeputationen und Schulvordständen und & 
weiterte Befugnisse für den ElternSeirat der etfl' 
zelnen Schufen gefordert wird. Dis evangelist 
Religionswissenschaft sei unter die Grundfächer ^ 
pädagogischen Bildung aufzunehmen. In einer 8'' 
Wrung w-rd dringend die baldige Verabschiedn^ 
des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vol 
Schund und Schmutz, des Gesetzes zum Schutze de! 
Jugend bei Schaustellungen und der Novelle zu^ 
Lichtfpislgesetz gefordert mit Bestimmungen, die 
die bestehenden Mißstände wirksam eindämmen. ; 
* * V 
* ş 
Gin Word nach sechs Jahren i 
aufgeklärt. ■ 1 
WTB. Dresden, 8. April. Im April 1^0 
war hier der der Einwohnerwehr angehörende 
richtsafsesfor 8. Donner in seiner Billa in Nieder 
lößnitz erschossen aufgefunden worden. Auf das 6^, 
rächt, daß Donner auf gewaltsame Weise »m- 
Leben gekommen sei, nahm die Kriminalpoķl 
jetzt, nach 6 Jahren, neuerlich eine Untersuşşģ 
des Falles vor und stellte fest, daß Frau Doin^* 
und ihr Geliebter, der Eärtnereigehtlfe 
Krönert, gemeinsam den Mord ausgeführt hatten- 
Beide haben ein volles Geständnis abgelegt! şii 
wurden heute dem Gericht zugeführt. 
Dresden, 8. April. Aus der Urteilsbegründung 
im Bolksopfer-Prozeß fei noch mitgeteilt, daß Meißne 
und Löffler fortgesetzt in der unerhörtesten Weise 
Geld, das zur Stillung der Rot der Aermsien “ft 
Armen gespendet war. für eiaene Zwecke verwand 
hatten. Auch das Geld, das'Meißner für nation.^ 
Verbände gegeben habe, durfte ihnen, wie er wuö'r- 
nicht zugeführt werden, da der Zweck der Spende ein 
anderer war. Beide Haupiangeklagten hätten ,erşş 
lichen Aufwand getrieben, der bei Löffler nicht,intim 
im Verhältnis zu seinem hohen 'Einkommen gestaşş: 
hätte, während Meißner sich zwei Automobile ctcfaw 
habe, für seine Geliebte große Ausgaben gehabt uşş 
andere beträchtliche Ausgaben gemacht habe. Er I 
sehr tätig gewesen und glaubte sich zum, Führer d° 
Volkes geboren, ohne die dafür erforderlichen ^ucu 
täten zu besitzen. Seine Unterstützung "°îwnal . 
Verbände sei aus egoistischen Gründen,Hera s 1g- 
Er wollte dadurch Ministerposten erre-ch-n. Er «ave 
aus Ehrgeiz gehandelt. Löffler habe d.e Gelege 
benutzt und sich an den Veruntreuungen beteiug- 
während Gründel und die Langguth nntgemamt lşşş 
ten aus Angst ihr« Stellung zu verlieren. MeiM 
und Löffler batten das ihnen entgegengebrachte Per«, 
trauen gründlich getäuscht. , Die ^at beider sei A 
schändlich und so gemein, daß nur eine cingerordentä 
schwere Strafe als Sühne für dieses verbrechend« 
Tun in Frage kommen könne. Auch handelt es M 
um ganz erhebliche Beträge. Das Gericht hätte v°, 
"" sich auf die höchst zulässige Strafe E 
Meißner an 
fünf Jahren uieiuiiļļius errannl, uutt wen 
nicht bestraft sei und Meinem wesentlichen Teil Er« fl 
geleistet habe, habe es Milde walten lassen. 
■uieu luneii. 
Meißner alles getan habe, um die, Angelegenheit^ 
vertuschen, und auch Urkunden vernichtet habe, 
die anderen Angeklagten zur Aufklärung Leigetşş, 
Dies sei ihnen zugute gekommen Mit RückM 
die ehrlose Handlungsweise Meißnerr und M 1S « 
seien ihnen die Ehrenrechte aberkannt worden. 
Altenwerder, 8. April. Bei Kattwyk « tft - J 
ken ist der 15jährige Arthur Fritz aus Harbu^ 
Der Verunglückte wollte, nachdem fein Kajan . 
dem er gerudert hatte, umgeschlagen war, an 
schwimmen, versank er, als er mehrere Meter ^ ļ 
geschwommen rvar. 
Berufung im Kußmann-Prozeß. Wie 
„Amtl. Preuß. Pressedienst" erfährt, hat 
Strafsache gegen Kußmann und Knoll die Sta« 
der 
de< 
Wl 
anwaltschaft beim Landgericht gegen das , 
sprechende Urteil deg Schöffengerichts Berufrl^ 
eingelegt. 
Kassel, 8. April. Großfeuer in einer Muh', 
In der großen Kunstmühle von Otto Vogt brşş 
ein Eroßfeuer aus. das mit großer Schnelligkeit m , 
sich griff. In kurzer Zeit stand der^ganze MiU 
I 
bau in Flammen. Nachdem der Mittelbau 3 
Teil eingestürzt war, mußte sich die Feuer« 
darauf beschränken, die anderen Mühlenbauten^ 
retten^ und ein Uebergreisen des Feuers «"f^ 
Lagerräume zu verhindern. Verbrannt 
sämtliche Maschinenräume mit den Maschinen-.^ 
wird angenommen, daß durch Heißlaufen eI 
Riemens der Brand entstanden ist. 
^2S- 
Altona, îwi 9. 
beim Grünen Jäger 18. 
iOhne. Gewähr.) 
t 
Er wurde gezabll iür 
Fettķchweìne über 300 Pfd 0,74 
aollfleifchige Schweine über 260 Pfd. 
Schweine von 200—260 . . . , 
„ Schweine unter 200 Pfd. . 0.65 
Schwere Sauen Md 0,60 
Zufuhr 3100 Schweine, 
Tendenz rubiq. 
/I kg Lebendgewicht'. 
0. 74 'n71 > 
°' 7 ?'o 2 . 
o>s - 
Letzte NstiemnUn m Sreftag-Ä^ 
Mehl, (amtlich) Hamburg, S- April: 
Weizenmehl hiesiger Mühlen 
Bäckeimehl „ , 
Roggenmehl „ , 
Roggengrodm. , „ 
Getreide. (Freiverkehr) Hamburg. 8- 
47.75 
28 75—30.00 
24.00-24.50 
Weizen, inländischer 
Roggen, neu, „ 
Staler, 
Gerste, ausl., frei Kaiwaggon 
Mais, loko, 
Mark 
280.00-283.00 
130 00—183.00 
200 00 - 207.00 
177,00—179 00 
177.00-179.00 
î,'S°'b 
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