Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

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ŗ Per österreichische Kuàs« 
Kanzler in der Tschechoslowakei. 
Die Absage der deutschen Parlamentarier 
ķ zum Festabend in Prag. 
Zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers 
Dr. Ramel wurde gestern auf der Prager Burg 
ein Festessen veranstaltet, in dessen Verlauf Außen 
minister Bcnesch auf eine freundschaftliche und 
dauernde Zusammenarbeit mit Oesterreich trank. 
Ramel dankte und-trank auf eine glückliche und 
friedliche Zukunft -der tschechisch-slowakischen Repu 
blik. Dr. Ramek hat sich Pressevertretern gegen 
über über seine Berliner Eindrücke sehr befriedi 
gend ausgesprochen. Der Eindruck der schönen 
Berliner Tage sei so überwältigend gewesen, wie 
die konkreten Ergebnisse der Besprechungen be 
deutend seien. Der Bundeskanzler hat an den 
Reichskanzler Dr. Luther ein Danktelegramm ge 
richtet. Die deutschen Parlamentarier hatten es 
abgelehnt, in Prag beim Festmahl anwesend zu 
sein. Die deutschen Parlamentarier begründen 
ihre Haltung damit, daß sie bei einem tschechischen 
Minister nicht zu Gaste sein können, ohne auf den 
Widerspruch zwischen Oesterreichs freundschaftlicher 
und Venesch" feindlicher Außenpolitik aufmerksam 
zu machen. In deutschen parlamentarischen Krei 
sen wird der Besuch des Bundeskanzlers Ramek im 
gegenwärtigen Augenblick der schärfsten Opposition 
der deutschen Parteien gegen die tschechische Regie 
rung als überflüssig angesehen. 
ver Kampf um die FinanMrsöhe 
y in Frankreich. 
In der Debatte über die Fiiianzvorlage der 
Regierung in der französischen Kammer ist es 
gestern zu großen Tumultszenen gekommen, als 
die beiden neugewählten kommunistischen Abgeord 
neten erschienen. Es wurden von der Rechten lär 
mende Kundgebungen und von den Kommunisten 
Kegenkundgebnngen veranstaltet, so daß die Sitz 
ung unterbrochen werden mußte. Rach Moder- 
ausnahme setzten sich der Berichterstatter der Fi- 
nanzkommissioii sowie der Finanzminister auf das 
eindringlichste für die Annahme des Finanzpro 
jektes ein. Peret appellierte an die Abgeordneten, 
indem er sagte, daß die Ehre Frankreichs, sein 
Prestige und sein Kredit auf dem Spiele ständen. 
Die Debatte wurde gestern noch nicht zu Ende ge 
führt. Eine Reihe von Gegenvorschlägen ist ab 
gelehnt worden. Die Abstimmung wurde auf 
heute vertagt. Zum Schluß hat sich jedoch der 
Eindruck verstärkt, daß die Regierung auf eine 
sichere Mehrheit von 30 Stimmen zählen kann. 
Friedensneigung Avdel Krims. 
T.-U. Paris, II. März. (Eig. Funkmeldung.) 
Ueber den Verlauf der Marokkobesprechungen 
zwischen dem französischen Eeneralresidenten in 
Marokko, Steeg, Bviand, Painleve und dem Mar 
schall Petain glaubt „Petit Parisien" mitteilen zu 
können, die Teilnehmer hätten aus dem Bericht 
Steegs den Eindruck gewonnen, daß Abdel Krim 
wegen seiner unglücklichen Lage stark« Friedens« 
neigung habe und bereit fei, seine Ansprüche we 
sentlich herabzusetzen. Er sei jetzt gewillt, die 
Oberherrschaft des Sultans anzuerkennen und ein 
Regime anzunehmen, das den Stämmen des Rifs 
eine gewisse Autonomie überlasse. 
Ausland. 
KMende und fauchende Bestie einzuschüchtern. 
Man rief daher den deutschen Wärter Hugo Oet 
tershagen zu Hilfe, einen bekannten Dompteur, 
der kürzlich auch im Zirkus Gleich ausgetreten 
war. Trotz allem Abraten setzte er dem Königs 
tiger mit furchtbaren Peitschenhieben zu und der 
Widerstand des Tieres reizte ihn bis zur Unvor 
sichtigkeit. Plötzlich leuchteten, so erzählten die 
Wärter, die Augen der Bestie blitzartig auf. Ein 
einziger Satz: und der Deutsche war unter dem ge 
waltigen Körper begraben. Gräßlich zerfleischt 
brachte man ihn, als es endlich dem gesamten Per 
sonal gelungen war, den Tiger von seinem Opfer 
zu vertreiben, mit größter Schnelligkeit in die 
Poliklinik; doch war er beim Eintreffen bereits 
tot. 
WTB. Krakau, 31. März. (Eig. Drahtber.) 
Millionen-Unterfchlagungcn in einer polnischen 
Militärwerkstätte. Nach polnischen Blättermel- 
dungeii wurde in der Militärautowerkstatt in Ja- 
ros lau eine sich auf 3 Jahre erstreckende Unter 
schlagung aufgedeckt. Der Chef der Werkstatt, ein 
Major, sowie ein Oberleutnant wurden verhaf 
tet. Nach den bishergien Ermittelungen soll es 
sich um etwa 25 Millionen Zlotys handeln. 
Inland. 
In oiiier Besprechung zwischen dem Reichskanzler 
sowie mehreren Reichsministern mit Vertretern der 
Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, des 
Weinbaues und der Gewerkschaften ist die Einsetzung 
eines Ausschusses aus den beteiligten Wirischafts- 
gruppen beschlossen worden, der alle mit dem Ab- 
schluß eines Handelsvertrages mit Spanien zusam 
menhängenden Fragen prüfen soll. 
Berlin, 30. Mürz. Der sozialdemokratische 
Parteivorstand und die Redaktion des Vorwärts 
hatten- gestern am Grabe Wilhelm Liebknechts- 
Kränze mit Widmungsschleifen niedergelegt. Don 
diesen Widmungsschļe-ifen sind die Unterschriften 
abgeschnitten worden. Der „Vorwärts" meldet, 
daß dies durch Theodor Liebknecht, den Sohn Wil 
helm Liebknechts, geschehen sei. Der Rechtsan 
walt Theodor Liebknecht war Mitglied der Unab 
hängigen Sozialdemokratie. Als die Einigung 
von Nürnberg kam, blieb er mit Lcdebour und ei 
nigen- anderen außerhalb und führte die U. S. P. 
als eine winzige Gruppe weiter fort. Der „Vor 
wärts" erklärt, daß gerade Theodor Liebknecht 
nicht dazu berufen fei, zu entscheiden, wer das An 
denken seines Vaters ehren dürfe und wer nicht. 
Liebknecht seinerseits begründet in einein Schrei 
ben an den Parteivorstand die Entfernung dir 
Schleife damit, daß er die Niederlegung der 
Kränge als eine Herabwürdigung des Andenkens 
feines Vaters empfinde. 
WTB. Erfurt, 30. März, Urteil gegen die 
Erfurter Friedhofsschänder. Das erweiterte 
Schöffengericht verurteilte heute drei Erabfchän- 
dcr, dis auf dem alten israelitischen Friedhöfe 
Grabmale umgestürzt hatten, zu 2A Jahren 
Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust, bezw. VA 
Jahren Gefängnis ohne Ehrverlust. 
Breslau, 20. März. Hochzeit des preußischen 
Finanzmiinsters. Montagvormittag ist in Breslau 
der preußische Finanzminister Dr. 5) öpk er-Aschoff 
mit Fräulein Elly Lehnen getraut worden. Dr. 
Höpker-Aschoff steht im 10. Lebensjahre, feine 
Gattin zählt 29 Jahre. 
Ein politischer Spaßvogel im Radio in Spanien. 
Seit etwa zwei Wochen hören die zahlreichen 
Radiofrcunde in Spanien der Nachts bin und wie 
der seltsame Bekanntmachungen, alarmierende Nach 
richten von Verhastungen, bissige Verspottungen det 
Diktatur und kleine Scherzgeschichtchen. in denen 
Primo de Rivera eine lächerliche Rolle spielt. Neu 
lich wurde scheinbar ernsthaft eine Ansprache Primos 
an das spanische Volk angekündigt und daraufhin 
nur einige gut frottierte Ssclschreie von den Antennen 
auig-fangrn. Man glaubt, daß die geheime Sende- 
starion sich möglicherweise auf einem Automobil 
befindet, weshalb auf den Landstraßen Durchsuchungen 
stattfinden. Die gesamte Polizei arbeitet fieberhaft, 
um des frechen Spaßvogels habhaft zu werden, der 
in ebenso unverschämter als moderner Weist die 
Netze der Zensur zu vermeiden weiß. Der einst 
weilen noch „große Unbekannte" sagte neulich sehr 
launig: „Er wisse wohl, daß Hunderte von Schutz 
leuten und Radiotechnikern ihn suchten; er sei jedoch 
bereit, fünfzigtauscnd Peseten zu wetten, daß er nicht 
erwischt werde." 
* * 
* 
London, 30. März. Ern merkwürdiger Krank 
heitsfall. Nach Berichten Londoner Blätter liegt 
seit sechs Monaten ein junges Mädchen, die Toch 
ter eines Milchhändlers, in einem Dorfe bei 
Nottingham in scheintotem Zustande. Den Aerz 
ten ist es bisher nicht gelungen, die Ursache dieser 
merkwürdigen Krankheit zu entdecken. Es sind 
keine organischen Krankheitssymptome zu finden. 
Das Mädchen fiel am 9. Oktober beim Zuhören 
am Rundfunkapparat in den todähnlichcir Schlaf, 
aus dem cs bisher noch nicht erwacht ist. Einige 
Sachverständige halten den Zustand für hysterisch. 
Da das Herz normal schlägt und die Atmung 
funktioniert, besteht leine Lebensgefahr. Das 
Mädchen wird künstlich ernährt. 
— Bon einem Tiger zerfleischt. Ungewöhn 
liche Kühnheit im Umgang mit wilden Tieren 
kostete, wie wir bereits gestern kurz meldete», ei 
nem deutschen Wärter in Rom das Leben. Einer 
der mächtigen Tiere, die sich im Freien befanden, 
weigerte sich, seine Lisblingsecke in dein künstlichen 
Fellen zu verlassen und in den Käfig zu gehen. 
Keinezn der Wörter gelang es, die .Motzende, 
Mutter und Kinder befinden sich wohl. Das 
Ehepaar ist seit 8 Jahren verheiratet, und die 
Drillinge sind die ersten Kinder. 
Schließung des Koblenzer Stadttheaters. In 
der Stadtverordnetensitzung in Koblenz teilte der 
Oberbürgermeister Dr. Russel mit, daß nach einenl 
Uebereinkommen zwischen den Stadtverordneten 
fraktionen und der Stadtverwaltung beschlossen 
wurde, das Stadttheater am 1. August zu 
schließen und das städtische Orchester aufzulösen. 
An den: Fehlbetrag des Haushaltsplanes von 
1,2 Millionen Mark, für den keine Deckung vor 
handen ist, ist das Stadttheater mit 320 000 JL 
beteiligt. 
» » 
♦ 
Hamburg, 29. März. Tragisches Unglück. Der 
Eerichtsaktuar Adolf Marxen sprang auf der 
Ellerntorbrücke auf eine in Fahrt befindliche 
Straßenbahn, kam zu Fall und wurde überfahren. 
Dem Verunglückten wurde das rechte Bein abge 
fahren, weiter erlitt M. einen Bruch des linken 
Beines und so schwere Kopfverletzungen, daß er 
bald nach Einlieferung im Hafenkrankenhaus 
starb. Der Schwager des Verstorbenen, der Ren 
dant der Spar- und Leihkasse in Tornesch, Gerhardt 
Rotte, sowie seine Frau fuhren sofort nach Altona, 
wo Marxen beamtet war. Im Hause seines 
Schwiegervaters sank Rotte plötzlich leblos zu Bo 
den. Er hatte einen He-^chlag erlitten. Die bei 
den Verstorbenen sollen g-üchzeitig im Ohlsdorfer 
Krematorium eingeäschert werden. — Die lljähri- 
gen Amerikafahrer. Ein Polizeibeamter gewahrte 
in letzter Nacht auf einer Bank an der Außenalster 
zwei Leutchen, die noch kurze Hosen trugen und 
eingeschlafen waren. Der Beamte nahm die Jüng 
linge ins Gebet. Es stellte sich heraus, daß es sich 
um zwei aus Bottrop (Westfalen) ihren Ellern 
entwichene Knaben handelte, -von denen einer, der 
11jährige Albin E., seinem Vater über 1000 Jl 
entwendete und mit seinem Freunde, der in den 
Diebstahl nicht eingeweiht gewesen sein will, nach 
Hamburg fuhr. Im Besitze des G. wurden 1300 M 
und 2 geladene Revolver gefunden. Die lljähri- 
gen wollten nach Amerika, um dort das Glück zu 
suchen. Vorerst werden sie in sicherer Begleitung 
den Eltern wieder ins Haus gebracht werden. 
Kurre TMSsrmrdfcharr. 
Tod einer Illljährigen Ehefrau. In Ihringen 
am Kaiserstuhl ist dieser Tage im Alter von 101 
Jahren Frau Ella Heilbronner gestorben. Sie 
hinterläßt 4 Kinder, 31 Enkel und 28 Urenkel. 
Zusammenbruch des Rcsidenztheaters in Wei 
mar. Die Spielzeit des Weimarer Residenztheaters 
fand dadurch plötzlich ein Ende, daß -mitten in der 
Aufführung der „Fledermaus" die Künstler vom 
Direktor Deutsch ihre rückständige Gage verlang 
ten. Da der Direktor die Aufforderung nicht er 
füllen konnte, wurde die Vorstellung abgebrochen 
und das Eintrittsgeld den Theaterbesuchern zurück 
erstattet. 
Unerwünschte Vorboten des Sommers. Auf 
dem Landratsamt in Zeven (Nordhannover) wur 
den, an einem Tage nicht weniger als 11 Kreuz 
ottern abgeliefert. Diese gefährlichen Reptilien 
haben demnach den Winter gut überstanden. 
Selbsttötnng eines Unterprimaners. Der 
Unterprimaner Rathschlag, Sohn des evangeli 
schen Pfarrers in Odenkirchen bei Köln, hat sich 
auf dem Korridor des Realgymnasiums Köln- 
Deutz durch einen Schuß in die Schläfe getötet, weil 
er nicht nach der Oberprima versetzt werden sollte. 
Der Raubmord in der Schloßgärtnerei von 
Kochcm. Das Schwurgericht in Koblenz hat gegen 
den Mörder Matthäus Heuer aus Kochem das 
Todesurteil gefüllt. Heuer hat in den Abend 
stunden des 6. Februars d. Is. den Pächter der 
Schloßgärtnerei, Hermann Hansen, ermordet und 
versucht, dessen Frau und den Gärtnergehilfen 
Friedrichs gleichfalls zu ermorden. Das Gericht 
hielt überlegten Mord und die Mordversuche für 
erwiesen und verurteilte Heuer wegen Mordes zum 
Tode und wegen der Mordversuche zu 13 Jahren 
Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. 
Das Urteil im Landfriedensbruchprozeß Fin- 
jterwaidc. In dem Landfriedensbruchprozetz Fin 
sterwalde wurde von dem Kottbuser Gericht das 
Urteil gefüllt. Von den 33 Angeklagten wurden 
20 freigesprochen. Die übrigen erhielten Gefäng 
nisstrafen von 2 Monaten bis zu 1 Jahr. Es han 
delte sich bei dem Landfriedensbruch um die Stö 
rung eines Fackelzuges vaterländischer Verbände 
durch Linksgesinnte. 
Drillinge. Die Fran des Kellners Arn'ft 
in Berlin-SÄdende brachte 3 Mädchen zur Welt. 
ff Alk-Nordschlsswig. 
Hader-sieben, 30. März, signer. Auf dem 
Hofe Norskavgaavd bei HadersleLgn brach, wäl> 
rend die Familie beim Esten saß, Fewer im Kuh« 
stall aus, das sich so schnell ausbreitet^. daß meh« 
rere Kühe, eine Anzahl Federvieh und große Fut« 
tervorräte den Flammen zum Opfer fiLlen. DU 
Entstehungsursache konnte gleich festgestellt werden, 
Ter Besitzer Nielsen hatte anläßlich der Koyfirm-ac 
tion seines Sohnes Besuch bekommen von einer 
Familie aus Jütland. Der fünfjährige Sohn.die« 
ser Familie hatte nun in der KnechtekaMmer 
Streichhölzer gefunden, mit denen er spielte. Da« 
bei fing das Stroh im Kuhhause Feuer, das das 
Gebäude dann bald in Asche legte. 
Neueste Nachrichten. 
Die Panik an der Uewyorker 
Dorfe. 
T.-U. N'wyoi'k, 31. März. (Eig. Drahtber.) 
Die gestrige Börse begann zunächst in unregelmäßi 
ger Haltung. Zn der zweiten Hälfte des Börsen 
verkehrs kamen dann enorme Mtienpostrn auf den 
Markt, und die Stimmung der Börse wurde fetzt 
panikartig. Die Abgaben von allen Seiten wur 
den so dringend, daß der Borsentelegraph die un 
geheuerliche Fülle von Kursänderungen nicht mehr 
bewältigen konnte und zcitweifs um 30 Minuten 
im Rückstand war, was die Stimmung noch ver 
schlimmerte. Stützungskäufe wurden nur in ge 
ringem Maße vorgenommen, um den völligen Zu 
sammenbruch des Marktes zu verhüten. Die Kurs 
rückgänge betrugen im Durchschnitt 3 bis 4 Dollar. 
Eine große Anzahl von Werten gaben jedoch weit 
stärker nach. Die Hauptumfätze koirzentrierten sich 
auf die letzte Börfenstuilde, wo sie 993 008 Aktien 
betrugen, Sei einem Gesamtumsatz von 3 251800 
Aktien und 13 063 008 Dollar in Bons. Der Aktien 
umsatz wurde im Umfang nur von dem Umsatz am 
Paniktage des 3. März, wo er 3 800 800 betrug, m 
der Geschichte Wallstreet übertrosfen. 
Das Erdbeben in Italien. 
WTB. Rom, 31. März. (Eig. Drahtbericht.) 
Tribun« meldet, daß bei dem gestern gemeldeten 
Erdbeben von Siena 10 Häuser beschädigt wurden. 
Ebenso sei in der Umgebung eine Reih« von 
Häuserir dem Einsturz nahe. Die Einwohner wei 
gerten sich, in ihre Häuser zurückzukehren. 4 
Gin frecher Iuwelenmub. ? 
TU. Paris, 31. März. (Eig. Funkmeldung.) 
Gestern abend erschienen in einem Juwelengeschäft 
dag in einer der belebtesten Straßen von Paris 
liegt, 2 Käufer, die sich Schmucksachen ansehen 
wollten. Plötzlich erhob der eine einen Revolver 
gegen die Verkäuferinnen, während der andere in 
alle Ruhe einen großen Geldschrank öffnete und die 
wertvollsten Stücke an sich «ahm. Die überfal 
lenen Verkäuferinnen wagten nicht um Hilfe zu 
rufen, da die Räuber eine sofortige Erschießung an 
gedroht hatten. Nachdem die Leihen noch den ge 
sainten Laden einer gründlichen Revision unter 
zogen hatten, entfernten sie sich. Der Polizei ist cs 
bisher nicht gelungen, die Verbrecher festzunehmen 
, Gins Falfchmunzeraffäre 
in GftMland. 
ch, Horfens, 31. März. Der Polizei sind von 
einem Teil hiesiger Handelstreibender falsche 
Zweikronenstücke eingeliefert worden. Man meint 
daß die falschen Münzen aus Zinn hergestellt sind 
und vermutet, daß sic auch an anderen Plätzen in 
Ostjüttand in Umlauf gebracht wurden. 
Schweres Gifenbahnungliick 
in KsLnwbien. 
Bogota (Kolumbien), 30. März. Der Schnell 
zug zwischen Bogota und Zirardot ist mit einem 
Ellterzug zusammengestoßen, wobei 1« Personen 
getötet und 20 verwundet wurden. 
Tornado in Texas. 
Neuyork, 30. März. Zn Beaumont in Texas 
ist ein schwerer Tornado niedergegangen, dem ver 
schiedene Menschenleben zum Opfer sielen. Der 
Tornado richtete in Beaumont und der Umgegend 
schwersten Schaden an. Einzelheiten fehlen, da die 
Telegraphenverbindungen unterbrochen sind. Es 
wurde bisher nur festgestellt, daß viele Häuser 
i»M «à àÄàààêà. 
MrStbeiM 
d«r Lnndwirtschasts-Kammer für Schleswig-Holstein. } 
(Ohne Gewähr.) 
Altona, den 31. März 1925. • 
A. Ochsen und Färsen. Fnr 1 Pfd. 
Bollsl. höchst. Schlachtwerte 0 52—0,56 
sonst, vollfleischige 0,44—0,50 
fleischige b,. 0.36—0,43 
gering genährie -> 0,30-0,35 
B. Bullen. 
vollst, höchst. Schlachtwerre 0145—0,50 
sonst, vollste!!chige 0,42—0,46 
fleischige • 0,36^-0,40 
gering genährte 030—0,35, 
C. Kühe. 
Vollst, höchst. Schlachtwerle 0.45—0,50 
sonst, vollfleischig« 0,36—0,44 
3. gering genährte 0,25—0,35 
4, geringst« Sorte (Wurst-Kühe) 0,14—0,23 
D. Schafe. 
Weidemast 1. Qualität 0,56 -0,58. 
9 0,48—0,55 
3. H 0,25—0,35 
Zufuhr:' ssàeutschè, 887 dänische, zusammen 1233 
Rinder, Darunter 65 Ochsen, 49 Färsen, 245 Kübe. 37, 
Bullen, außerdem 866 Schafe, Marktverlauf ruhig.. , 
KNtterMKrMe. 
Hamburg. 31. März, Putter,narkt. (Vorläufi-IS 
M«ldu-na.1 Aus der heutigen 86, Auktion der Meierett- 
verbände für Schles-wigi-Hölstein wurden bis 1 Uhr 30, 
gezahlt für Butter ohne Schutzmarke A 160,— bis 
180.—, für Butter mit Schutzmarke Jl 182,— bis 183.50 
iir 50 Kilo. Dazu kommen für Käufer auf der. Auk 
tion 5 Proz. Kaveltn-gsgeld und di- Kosten der Der«, 
Packung. , ... 
Berlin, 30. März. Buttrrmarķt. Die Zufuhren! 
ind weiter reichlich, doch verkehrt der Markt in fester 
Ha-àny. Di« Kommission notierte unverändett tm 
Engrosyandel f« Pfund für 1. Sorte. 1,83. 2. Sorte 
1,73, Bauernbutter 1,53. 
LW MieruW» min 
Mehl, (amtlich) Homburg, 31. Mär,: . ( 
Weizenmehl hiesiger Mühlen 
ckermehl 
Bäckermehl 
Roggenmeh! 
Roggengrobm. 
Getreide, (Freiverlwhr) Hamburg, 31, März 
Mord 
47.00 
40 50 
27.06-29.50 
22.25-23.25 
J 
,?-r 
loo Ktf! 
100 . 
100 „ 
100 . 
Weizen, inländischer 
Roggen, neu, „ 
şrater, 
Gerste, au«l„ ftei Kaiwaggvn 
Mai,, lob», . 
Tendenz ruhig. 
OAark 
270.00-274.00 
171 00—176.00 
l 82.00-i 92.00 
166.00-169 00 
167.00-173.00 
per 1000 Kg ! 
„ 1000 . 1 
. 10 0 . ‘ 
. 1COO„ 
. 1000 . 
Aus der Stadt. 
Rendsburg, de» 3I. März 1926. 
Die Tage der Stillen Woche. 
Jeder Tag der Karwoche, die der Dolksmund 
auch die stille oder die schwarze nennt-, hat seine 
eigene Geschichte u. Bedeutung, an die sich besondere 
Bräuche heften, di« manchmal in keinem Zusam 
menhang mit ihrem religiösen Symbol stechen und 
sich nur erhalten haben, weil sie tief im Volks-; 
glauben verwurzelt Md. 
Der erste der Kartage, der Gründonnerstag, 
zeigt noch nicht das ernste Gepräge der folgenden, 
beiden Tage. Die religiöse Feier-des Gründon 
nerstags befaß schon in frühchristlicher Zeit eht-e 1 
gewisse Bedeutung insofern, als am Gründonners 
tag die Wi-ederaufnachine aller aus der Kirche aus- 
gestoßenen Sünder erfolgte, wenn sie ihre Sünden 
bereut und gebüßt hatten. Im Volksglauben spielt 
hi« „Grüne Küche" des Tages eine besondere Rolle, 
ķiî' alle jun-gen Kräuter am Gründonnerstag 
eine übernatürliche Heil- und Elückskraft haben 
sollen. Der Name Gründonnerstag hat sich erst 
im Laufe des dreizehnten Jahrhunderts eingebür 
gert, Im früheren Mittelalter hieß man ihn noch 
allgemein den „bohen Dunstag" oder einfach den 
„fünften großen Tag". , 
So tiefernst und durchdrungen von schwerer 
Trauer das religiöse Symbol des Karfreitags auch 
ist, so heftet sich an den Tag doch ein alter.trbsi- 
l-icher Glaube; denn am Karfreitag soll Fruchtbar 
keit und Wachstumssegen in der Luft liegen, und 
alles Wafstr, das am Karfreitag äuiltt,^ soll ein 
richtiges Glücks- und Eefundheitswasfer sein. Auch 
Karfreitagseier sind immer Glückseier. Karfrei- 
tagsregen bringt ein gutes Fruchtsahr. aber nach 
drei Uhr nachmittags, der mutmaßlichen Tod-es- 
stunde des H-errn, soll er nicht m-ebr fallen, denst 
das tuütbie Mißwuchs bringen und Eaatünglück. -ft 
In der evangelischen Kirche wird der Todestag des 
Erlösers,als das höchste Kirchenfest des ganzest 
Jahres begangen und in feierlichem Gottesdienst 
und Abendmahlsfeiern der ernsten Bedeutung deck 
Tages gedacht. 
Der letzte der K-artags, der Karfonnabend, 
ist zunächst der Erinnerung der Grabesrube. gm 
weiht, klingt aber in Jubel aus und h-eiligez 
Fr-eud-e über den Sieg, den der duldende Erlöses 
über Leben und Tod errungen hat. Die katcholh 
sche Kirche be-aeht die A-uf-erstebungsfeier mit gras 
ßer Prachtentfäng unter Musik und Glockcch 
geläute. ebenio di« griechische Kirche, wo die mi«
	        
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