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ŗ Per österreichische Kuàs«
Kanzler in der Tschechoslowakei.
Die Absage der deutschen Parlamentarier
ķ zum Festabend in Prag.
Zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers
Dr. Ramel wurde gestern auf der Prager Burg
ein Festessen veranstaltet, in dessen Verlauf Außen
minister Bcnesch auf eine freundschaftliche und
dauernde Zusammenarbeit mit Oesterreich trank.
Ramel dankte und-trank auf eine glückliche und
friedliche Zukunft -der tschechisch-slowakischen Repu
blik. Dr. Ramek hat sich Pressevertretern gegen
über über seine Berliner Eindrücke sehr befriedi
gend ausgesprochen. Der Eindruck der schönen
Berliner Tage sei so überwältigend gewesen, wie
die konkreten Ergebnisse der Besprechungen be
deutend seien. Der Bundeskanzler hat an den
Reichskanzler Dr. Luther ein Danktelegramm ge
richtet. Die deutschen Parlamentarier hatten es
abgelehnt, in Prag beim Festmahl anwesend zu
sein. Die deutschen Parlamentarier begründen
ihre Haltung damit, daß sie bei einem tschechischen
Minister nicht zu Gaste sein können, ohne auf den
Widerspruch zwischen Oesterreichs freundschaftlicher
und Venesch" feindlicher Außenpolitik aufmerksam
zu machen. In deutschen parlamentarischen Krei
sen wird der Besuch des Bundeskanzlers Ramek im
gegenwärtigen Augenblick der schärfsten Opposition
der deutschen Parteien gegen die tschechische Regie
rung als überflüssig angesehen.
ver Kampf um die FinanMrsöhe
y in Frankreich.
In der Debatte über die Fiiianzvorlage der
Regierung in der französischen Kammer ist es
gestern zu großen Tumultszenen gekommen, als
die beiden neugewählten kommunistischen Abgeord
neten erschienen. Es wurden von der Rechten lär
mende Kundgebungen und von den Kommunisten
Kegenkundgebnngen veranstaltet, so daß die Sitz
ung unterbrochen werden mußte. Rach Moder-
ausnahme setzten sich der Berichterstatter der Fi-
nanzkommissioii sowie der Finanzminister auf das
eindringlichste für die Annahme des Finanzpro
jektes ein. Peret appellierte an die Abgeordneten,
indem er sagte, daß die Ehre Frankreichs, sein
Prestige und sein Kredit auf dem Spiele ständen.
Die Debatte wurde gestern noch nicht zu Ende ge
führt. Eine Reihe von Gegenvorschlägen ist ab
gelehnt worden. Die Abstimmung wurde auf
heute vertagt. Zum Schluß hat sich jedoch der
Eindruck verstärkt, daß die Regierung auf eine
sichere Mehrheit von 30 Stimmen zählen kann.
Friedensneigung Avdel Krims.
T.-U. Paris, II. März. (Eig. Funkmeldung.)
Ueber den Verlauf der Marokkobesprechungen
zwischen dem französischen Eeneralresidenten in
Marokko, Steeg, Bviand, Painleve und dem Mar
schall Petain glaubt „Petit Parisien" mitteilen zu
können, die Teilnehmer hätten aus dem Bericht
Steegs den Eindruck gewonnen, daß Abdel Krim
wegen seiner unglücklichen Lage stark« Friedens«
neigung habe und bereit fei, seine Ansprüche we
sentlich herabzusetzen. Er sei jetzt gewillt, die
Oberherrschaft des Sultans anzuerkennen und ein
Regime anzunehmen, das den Stämmen des Rifs
eine gewisse Autonomie überlasse.
Ausland.
KMende und fauchende Bestie einzuschüchtern.
Man rief daher den deutschen Wärter Hugo Oet
tershagen zu Hilfe, einen bekannten Dompteur,
der kürzlich auch im Zirkus Gleich ausgetreten
war. Trotz allem Abraten setzte er dem Königs
tiger mit furchtbaren Peitschenhieben zu und der
Widerstand des Tieres reizte ihn bis zur Unvor
sichtigkeit. Plötzlich leuchteten, so erzählten die
Wärter, die Augen der Bestie blitzartig auf. Ein
einziger Satz: und der Deutsche war unter dem ge
waltigen Körper begraben. Gräßlich zerfleischt
brachte man ihn, als es endlich dem gesamten Per
sonal gelungen war, den Tiger von seinem Opfer
zu vertreiben, mit größter Schnelligkeit in die
Poliklinik; doch war er beim Eintreffen bereits
tot.
WTB. Krakau, 31. März. (Eig. Drahtber.)
Millionen-Unterfchlagungcn in einer polnischen
Militärwerkstätte. Nach polnischen Blättermel-
dungeii wurde in der Militärautowerkstatt in Ja-
ros lau eine sich auf 3 Jahre erstreckende Unter
schlagung aufgedeckt. Der Chef der Werkstatt, ein
Major, sowie ein Oberleutnant wurden verhaf
tet. Nach den bishergien Ermittelungen soll es
sich um etwa 25 Millionen Zlotys handeln.
Inland.
In oiiier Besprechung zwischen dem Reichskanzler
sowie mehreren Reichsministern mit Vertretern der
Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, des
Weinbaues und der Gewerkschaften ist die Einsetzung
eines Ausschusses aus den beteiligten Wirischafts-
gruppen beschlossen worden, der alle mit dem Ab-
schluß eines Handelsvertrages mit Spanien zusam
menhängenden Fragen prüfen soll.
Berlin, 30. Mürz. Der sozialdemokratische
Parteivorstand und die Redaktion des Vorwärts
hatten- gestern am Grabe Wilhelm Liebknechts-
Kränze mit Widmungsschleifen niedergelegt. Don
diesen Widmungsschļe-ifen sind die Unterschriften
abgeschnitten worden. Der „Vorwärts" meldet,
daß dies durch Theodor Liebknecht, den Sohn Wil
helm Liebknechts, geschehen sei. Der Rechtsan
walt Theodor Liebknecht war Mitglied der Unab
hängigen Sozialdemokratie. Als die Einigung
von Nürnberg kam, blieb er mit Lcdebour und ei
nigen- anderen außerhalb und führte die U. S. P.
als eine winzige Gruppe weiter fort. Der „Vor
wärts" erklärt, daß gerade Theodor Liebknecht
nicht dazu berufen fei, zu entscheiden, wer das An
denken seines Vaters ehren dürfe und wer nicht.
Liebknecht seinerseits begründet in einein Schrei
ben an den Parteivorstand die Entfernung dir
Schleife damit, daß er die Niederlegung der
Kränge als eine Herabwürdigung des Andenkens
feines Vaters empfinde.
WTB. Erfurt, 30. März, Urteil gegen die
Erfurter Friedhofsschänder. Das erweiterte
Schöffengericht verurteilte heute drei Erabfchän-
dcr, dis auf dem alten israelitischen Friedhöfe
Grabmale umgestürzt hatten, zu 2A Jahren
Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust, bezw. VA
Jahren Gefängnis ohne Ehrverlust.
Breslau, 20. März. Hochzeit des preußischen
Finanzmiinsters. Montagvormittag ist in Breslau
der preußische Finanzminister Dr. 5) öpk er-Aschoff
mit Fräulein Elly Lehnen getraut worden. Dr.
Höpker-Aschoff steht im 10. Lebensjahre, feine
Gattin zählt 29 Jahre.
Ein politischer Spaßvogel im Radio in Spanien.
Seit etwa zwei Wochen hören die zahlreichen
Radiofrcunde in Spanien der Nachts bin und wie
der seltsame Bekanntmachungen, alarmierende Nach
richten von Verhastungen, bissige Verspottungen det
Diktatur und kleine Scherzgeschichtchen. in denen
Primo de Rivera eine lächerliche Rolle spielt. Neu
lich wurde scheinbar ernsthaft eine Ansprache Primos
an das spanische Volk angekündigt und daraufhin
nur einige gut frottierte Ssclschreie von den Antennen
auig-fangrn. Man glaubt, daß die geheime Sende-
starion sich möglicherweise auf einem Automobil
befindet, weshalb auf den Landstraßen Durchsuchungen
stattfinden. Die gesamte Polizei arbeitet fieberhaft,
um des frechen Spaßvogels habhaft zu werden, der
in ebenso unverschämter als moderner Weist die
Netze der Zensur zu vermeiden weiß. Der einst
weilen noch „große Unbekannte" sagte neulich sehr
launig: „Er wisse wohl, daß Hunderte von Schutz
leuten und Radiotechnikern ihn suchten; er sei jedoch
bereit, fünfzigtauscnd Peseten zu wetten, daß er nicht
erwischt werde."
* *
*
London, 30. März. Ern merkwürdiger Krank
heitsfall. Nach Berichten Londoner Blätter liegt
seit sechs Monaten ein junges Mädchen, die Toch
ter eines Milchhändlers, in einem Dorfe bei
Nottingham in scheintotem Zustande. Den Aerz
ten ist es bisher nicht gelungen, die Ursache dieser
merkwürdigen Krankheit zu entdecken. Es sind
keine organischen Krankheitssymptome zu finden.
Das Mädchen fiel am 9. Oktober beim Zuhören
am Rundfunkapparat in den todähnlichcir Schlaf,
aus dem cs bisher noch nicht erwacht ist. Einige
Sachverständige halten den Zustand für hysterisch.
Da das Herz normal schlägt und die Atmung
funktioniert, besteht leine Lebensgefahr. Das
Mädchen wird künstlich ernährt.
— Bon einem Tiger zerfleischt. Ungewöhn
liche Kühnheit im Umgang mit wilden Tieren
kostete, wie wir bereits gestern kurz meldete», ei
nem deutschen Wärter in Rom das Leben. Einer
der mächtigen Tiere, die sich im Freien befanden,
weigerte sich, seine Lisblingsecke in dein künstlichen
Fellen zu verlassen und in den Käfig zu gehen.
Keinezn der Wörter gelang es, die .Motzende,
Mutter und Kinder befinden sich wohl. Das
Ehepaar ist seit 8 Jahren verheiratet, und die
Drillinge sind die ersten Kinder.
Schließung des Koblenzer Stadttheaters. In
der Stadtverordnetensitzung in Koblenz teilte der
Oberbürgermeister Dr. Russel mit, daß nach einenl
Uebereinkommen zwischen den Stadtverordneten
fraktionen und der Stadtverwaltung beschlossen
wurde, das Stadttheater am 1. August zu
schließen und das städtische Orchester aufzulösen.
An den: Fehlbetrag des Haushaltsplanes von
1,2 Millionen Mark, für den keine Deckung vor
handen ist, ist das Stadttheater mit 320 000 JL
beteiligt.
» »
♦
Hamburg, 29. März. Tragisches Unglück. Der
Eerichtsaktuar Adolf Marxen sprang auf der
Ellerntorbrücke auf eine in Fahrt befindliche
Straßenbahn, kam zu Fall und wurde überfahren.
Dem Verunglückten wurde das rechte Bein abge
fahren, weiter erlitt M. einen Bruch des linken
Beines und so schwere Kopfverletzungen, daß er
bald nach Einlieferung im Hafenkrankenhaus
starb. Der Schwager des Verstorbenen, der Ren
dant der Spar- und Leihkasse in Tornesch, Gerhardt
Rotte, sowie seine Frau fuhren sofort nach Altona,
wo Marxen beamtet war. Im Hause seines
Schwiegervaters sank Rotte plötzlich leblos zu Bo
den. Er hatte einen He-^chlag erlitten. Die bei
den Verstorbenen sollen g-üchzeitig im Ohlsdorfer
Krematorium eingeäschert werden. — Die lljähri-
gen Amerikafahrer. Ein Polizeibeamter gewahrte
in letzter Nacht auf einer Bank an der Außenalster
zwei Leutchen, die noch kurze Hosen trugen und
eingeschlafen waren. Der Beamte nahm die Jüng
linge ins Gebet. Es stellte sich heraus, daß es sich
um zwei aus Bottrop (Westfalen) ihren Ellern
entwichene Knaben handelte, -von denen einer, der
11jährige Albin E., seinem Vater über 1000 Jl
entwendete und mit seinem Freunde, der in den
Diebstahl nicht eingeweiht gewesen sein will, nach
Hamburg fuhr. Im Besitze des G. wurden 1300 M
und 2 geladene Revolver gefunden. Die lljähri-
gen wollten nach Amerika, um dort das Glück zu
suchen. Vorerst werden sie in sicherer Begleitung
den Eltern wieder ins Haus gebracht werden.
Kurre TMSsrmrdfcharr.
Tod einer Illljährigen Ehefrau. In Ihringen
am Kaiserstuhl ist dieser Tage im Alter von 101
Jahren Frau Ella Heilbronner gestorben. Sie
hinterläßt 4 Kinder, 31 Enkel und 28 Urenkel.
Zusammenbruch des Rcsidenztheaters in Wei
mar. Die Spielzeit des Weimarer Residenztheaters
fand dadurch plötzlich ein Ende, daß -mitten in der
Aufführung der „Fledermaus" die Künstler vom
Direktor Deutsch ihre rückständige Gage verlang
ten. Da der Direktor die Aufforderung nicht er
füllen konnte, wurde die Vorstellung abgebrochen
und das Eintrittsgeld den Theaterbesuchern zurück
erstattet.
Unerwünschte Vorboten des Sommers. Auf
dem Landratsamt in Zeven (Nordhannover) wur
den, an einem Tage nicht weniger als 11 Kreuz
ottern abgeliefert. Diese gefährlichen Reptilien
haben demnach den Winter gut überstanden.
Selbsttötnng eines Unterprimaners. Der
Unterprimaner Rathschlag, Sohn des evangeli
schen Pfarrers in Odenkirchen bei Köln, hat sich
auf dem Korridor des Realgymnasiums Köln-
Deutz durch einen Schuß in die Schläfe getötet, weil
er nicht nach der Oberprima versetzt werden sollte.
Der Raubmord in der Schloßgärtnerei von
Kochcm. Das Schwurgericht in Koblenz hat gegen
den Mörder Matthäus Heuer aus Kochem das
Todesurteil gefüllt. Heuer hat in den Abend
stunden des 6. Februars d. Is. den Pächter der
Schloßgärtnerei, Hermann Hansen, ermordet und
versucht, dessen Frau und den Gärtnergehilfen
Friedrichs gleichfalls zu ermorden. Das Gericht
hielt überlegten Mord und die Mordversuche für
erwiesen und verurteilte Heuer wegen Mordes zum
Tode und wegen der Mordversuche zu 13 Jahren
Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.
Das Urteil im Landfriedensbruchprozeß Fin-
jterwaidc. In dem Landfriedensbruchprozetz Fin
sterwalde wurde von dem Kottbuser Gericht das
Urteil gefüllt. Von den 33 Angeklagten wurden
20 freigesprochen. Die übrigen erhielten Gefäng
nisstrafen von 2 Monaten bis zu 1 Jahr. Es han
delte sich bei dem Landfriedensbruch um die Stö
rung eines Fackelzuges vaterländischer Verbände
durch Linksgesinnte.
Drillinge. Die Fran des Kellners Arn'ft
in Berlin-SÄdende brachte 3 Mädchen zur Welt.
ff Alk-Nordschlsswig.
Hader-sieben, 30. März, signer. Auf dem
Hofe Norskavgaavd bei HadersleLgn brach, wäl>
rend die Familie beim Esten saß, Fewer im Kuh«
stall aus, das sich so schnell ausbreitet^. daß meh«
rere Kühe, eine Anzahl Federvieh und große Fut«
tervorräte den Flammen zum Opfer fiLlen. DU
Entstehungsursache konnte gleich festgestellt werden,
Ter Besitzer Nielsen hatte anläßlich der Koyfirm-ac
tion seines Sohnes Besuch bekommen von einer
Familie aus Jütland. Der fünfjährige Sohn.die«
ser Familie hatte nun in der KnechtekaMmer
Streichhölzer gefunden, mit denen er spielte. Da«
bei fing das Stroh im Kuhhause Feuer, das das
Gebäude dann bald in Asche legte.
Neueste Nachrichten.
Die Panik an der Uewyorker
Dorfe.
T.-U. N'wyoi'k, 31. März. (Eig. Drahtber.)
Die gestrige Börse begann zunächst in unregelmäßi
ger Haltung. Zn der zweiten Hälfte des Börsen
verkehrs kamen dann enorme Mtienpostrn auf den
Markt, und die Stimmung der Börse wurde fetzt
panikartig. Die Abgaben von allen Seiten wur
den so dringend, daß der Borsentelegraph die un
geheuerliche Fülle von Kursänderungen nicht mehr
bewältigen konnte und zcitweifs um 30 Minuten
im Rückstand war, was die Stimmung noch ver
schlimmerte. Stützungskäufe wurden nur in ge
ringem Maße vorgenommen, um den völligen Zu
sammenbruch des Marktes zu verhüten. Die Kurs
rückgänge betrugen im Durchschnitt 3 bis 4 Dollar.
Eine große Anzahl von Werten gaben jedoch weit
stärker nach. Die Hauptumfätze koirzentrierten sich
auf die letzte Börfenstuilde, wo sie 993 008 Aktien
betrugen, Sei einem Gesamtumsatz von 3 251800
Aktien und 13 063 008 Dollar in Bons. Der Aktien
umsatz wurde im Umfang nur von dem Umsatz am
Paniktage des 3. März, wo er 3 800 800 betrug, m
der Geschichte Wallstreet übertrosfen.
Das Erdbeben in Italien.
WTB. Rom, 31. März. (Eig. Drahtbericht.)
Tribun« meldet, daß bei dem gestern gemeldeten
Erdbeben von Siena 10 Häuser beschädigt wurden.
Ebenso sei in der Umgebung eine Reih« von
Häuserir dem Einsturz nahe. Die Einwohner wei
gerten sich, in ihre Häuser zurückzukehren. 4
Gin frecher Iuwelenmub. ?
TU. Paris, 31. März. (Eig. Funkmeldung.)
Gestern abend erschienen in einem Juwelengeschäft
dag in einer der belebtesten Straßen von Paris
liegt, 2 Käufer, die sich Schmucksachen ansehen
wollten. Plötzlich erhob der eine einen Revolver
gegen die Verkäuferinnen, während der andere in
alle Ruhe einen großen Geldschrank öffnete und die
wertvollsten Stücke an sich «ahm. Die überfal
lenen Verkäuferinnen wagten nicht um Hilfe zu
rufen, da die Räuber eine sofortige Erschießung an
gedroht hatten. Nachdem die Leihen noch den ge
sainten Laden einer gründlichen Revision unter
zogen hatten, entfernten sie sich. Der Polizei ist cs
bisher nicht gelungen, die Verbrecher festzunehmen
, Gins Falfchmunzeraffäre
in GftMland.
ch, Horfens, 31. März. Der Polizei sind von
einem Teil hiesiger Handelstreibender falsche
Zweikronenstücke eingeliefert worden. Man meint
daß die falschen Münzen aus Zinn hergestellt sind
und vermutet, daß sic auch an anderen Plätzen in
Ostjüttand in Umlauf gebracht wurden.
Schweres Gifenbahnungliick
in KsLnwbien.
Bogota (Kolumbien), 30. März. Der Schnell
zug zwischen Bogota und Zirardot ist mit einem
Ellterzug zusammengestoßen, wobei 1« Personen
getötet und 20 verwundet wurden.
Tornado in Texas.
Neuyork, 30. März. Zn Beaumont in Texas
ist ein schwerer Tornado niedergegangen, dem ver
schiedene Menschenleben zum Opfer sielen. Der
Tornado richtete in Beaumont und der Umgegend
schwersten Schaden an. Einzelheiten fehlen, da die
Telegraphenverbindungen unterbrochen sind. Es
wurde bisher nur festgestellt, daß viele Häuser
i»M «à àÄàààêà.
MrStbeiM
d«r Lnndwirtschasts-Kammer für Schleswig-Holstein. }
(Ohne Gewähr.)
Altona, den 31. März 1925. •
A. Ochsen und Färsen. Fnr 1 Pfd.
Bollsl. höchst. Schlachtwerte 0 52—0,56
sonst, vollfleischige 0,44—0,50
fleischige b,. 0.36—0,43
gering genährie -> 0,30-0,35
B. Bullen.
vollst, höchst. Schlachtwerre 0145—0,50
sonst, vollste!!chige 0,42—0,46
fleischige • 0,36^-0,40
gering genährte 030—0,35,
C. Kühe.
Vollst, höchst. Schlachtwerle 0.45—0,50
sonst, vollfleischig« 0,36—0,44
3. gering genährte 0,25—0,35
4, geringst« Sorte (Wurst-Kühe) 0,14—0,23
D. Schafe.
Weidemast 1. Qualität 0,56 -0,58.
9 0,48—0,55
3. H 0,25—0,35
Zufuhr:' ssàeutschè, 887 dänische, zusammen 1233
Rinder, Darunter 65 Ochsen, 49 Färsen, 245 Kübe. 37,
Bullen, außerdem 866 Schafe, Marktverlauf ruhig.. ,
KNtterMKrMe.
Hamburg. 31. März, Putter,narkt. (Vorläufi-IS
M«ldu-na.1 Aus der heutigen 86, Auktion der Meierett-
verbände für Schles-wigi-Hölstein wurden bis 1 Uhr 30,
gezahlt für Butter ohne Schutzmarke A 160,— bis
180.—, für Butter mit Schutzmarke Jl 182,— bis 183.50
iir 50 Kilo. Dazu kommen für Käufer auf der. Auk
tion 5 Proz. Kaveltn-gsgeld und di- Kosten der Der«,
Packung. , ...
Berlin, 30. März. Buttrrmarķt. Die Zufuhren!
ind weiter reichlich, doch verkehrt der Markt in fester
Ha-àny. Di« Kommission notierte unverändett tm
Engrosyandel f« Pfund für 1. Sorte. 1,83. 2. Sorte
1,73, Bauernbutter 1,53.
LW MieruW» min
Mehl, (amtlich) Homburg, 31. Mär,: . (
Weizenmehl hiesiger Mühlen
ckermehl
Bäckermehl
Roggenmeh!
Roggengrobm.
Getreide, (Freiverlwhr) Hamburg, 31, März
Mord
47.00
40 50
27.06-29.50
22.25-23.25
J
,?-r
loo Ktf!
100 .
100 „
100 .
Weizen, inländischer
Roggen, neu, „
şrater,
Gerste, au«l„ ftei Kaiwaggvn
Mai,, lob», .
Tendenz ruhig.
OAark
270.00-274.00
171 00—176.00
l 82.00-i 92.00
166.00-169 00
167.00-173.00
per 1000 Kg !
„ 1000 . 1
. 10 0 . ‘
. 1COO„
. 1000 .
Aus der Stadt.
Rendsburg, de» 3I. März 1926.
Die Tage der Stillen Woche.
Jeder Tag der Karwoche, die der Dolksmund
auch die stille oder die schwarze nennt-, hat seine
eigene Geschichte u. Bedeutung, an die sich besondere
Bräuche heften, di« manchmal in keinem Zusam
menhang mit ihrem religiösen Symbol stechen und
sich nur erhalten haben, weil sie tief im Volks-;
glauben verwurzelt Md.
Der erste der Kartage, der Gründonnerstag,
zeigt noch nicht das ernste Gepräge der folgenden,
beiden Tage. Die religiöse Feier-des Gründon
nerstags befaß schon in frühchristlicher Zeit eht-e 1
gewisse Bedeutung insofern, als am Gründonners
tag die Wi-ederaufnachine aller aus der Kirche aus-
gestoßenen Sünder erfolgte, wenn sie ihre Sünden
bereut und gebüßt hatten. Im Volksglauben spielt
hi« „Grüne Küche" des Tages eine besondere Rolle,
ķiî' alle jun-gen Kräuter am Gründonnerstag
eine übernatürliche Heil- und Elückskraft haben
sollen. Der Name Gründonnerstag hat sich erst
im Laufe des dreizehnten Jahrhunderts eingebür
gert, Im früheren Mittelalter hieß man ihn noch
allgemein den „bohen Dunstag" oder einfach den
„fünften großen Tag". ,
So tiefernst und durchdrungen von schwerer
Trauer das religiöse Symbol des Karfreitags auch
ist, so heftet sich an den Tag doch ein alter.trbsi-
l-icher Glaube; denn am Karfreitag soll Fruchtbar
keit und Wachstumssegen in der Luft liegen, und
alles Wafstr, das am Karfreitag äuiltt,^ soll ein
richtiges Glücks- und Eefundheitswasfer sein. Auch
Karfreitagseier sind immer Glückseier. Karfrei-
tagsregen bringt ein gutes Fruchtsahr. aber nach
drei Uhr nachmittags, der mutmaßlichen Tod-es-
stunde des H-errn, soll er nicht m-ebr fallen, denst
das tuütbie Mißwuchs bringen und Eaatünglück. -ft
In der evangelischen Kirche wird der Todestag des
Erlösers,als das höchste Kirchenfest des ganzest
Jahres begangen und in feierlichem Gottesdienst
und Abendmahlsfeiern der ernsten Bedeutung deck
Tages gedacht.
Der letzte der K-artags, der Karfonnabend,
ist zunächst der Erinnerung der Grabesrube. gm
weiht, klingt aber in Jubel aus und h-eiligez
Fr-eud-e über den Sieg, den der duldende Erlöses
über Leben und Tod errungen hat. Die katcholh
sche Kirche be-aeht die A-uf-erstebungsfeier mit gras
ßer Prachtentfäng unter Musik und Glockcch
geläute. ebenio di« griechische Kirche, wo die mi«