Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

6d)!esvbig-S5olf4ein!fd)e LanDsszsiLung 
*19. Jahrgang. 
119. Jahrgang 
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tärken. 
Sonntag, den 11. April 
®tn Militäranfftand in Saloniki. 
^ach den Pariser Morgenblättern werden die 
Friedensverhandlungen mit Aļ/»el Krim mit 
dem 15. April beginnen. Bei. den Verhand 
lungen wird zunächst die Fr^ge des Waffen 
stillstandes und in zweiter, Linie das neue 
Regime des Nisgebietes ^prüft werden. 
^ch dem Daily Telegraph sind die italienisch- 
rumänischen Paktverh^mdlungen gescheitert. 
S der Preußengrube bei Beuthen in Oberschle 
sien ereignete sich «in Kohlensturz. 4 Berg 
leute wurden verschüttet, 2 davon sind tot. 
^ die beiden ander a schwer verletzt. 
Ņci einem Eisenbahnunglück bei Krakau, das 
durch ein Attentat hervorgerufen wurde, sind 
^ 28 Personen, verletzt worden. 
v£r deutsche Botschafter v. Hocsch stattete am 
Freitagn/zchmittag Briand einen Besuch ab. 
Rach Aussagen von französischer Seite bezog 
, sich der Unterredung auf die bevorstehenden 
Arbeiten der mit d.cr Prüfung der Erwei 
terung des Bölkerbundsratcs beauftragten 
^Etudien-Kommission. 
Mit einem Sternchen versehene Nachrichten im 
^îgel sind ausführlicher im Textteil behandelt. 
Seginn -er offiziellen Friedens- 
Verhandlungen mit Abdel Krim 
in Oudjda. 
TU. Paris, 9. April. Nach dem heutigen 
Kabinettsrat teilte Painleve mit, daß die offiziel 
len Friedensverhandlungen mit den Vertretern 
Abdel Krim« in den nächsten Tagen in Oudjda, 
einem Orte an der algerifch-inarokkanischen Grenze, 
eröffnet werden. 
Von den Morgenblättern wird ergänzend mit 
geteilt, dag das Programm der Konferenz in 
Oudjda, die etwa am 15. d. M. zusammentritt, 
noch nicht festgelegt worden ist, aber man nimmt 
an, dag die Verhandlungen zunächst die Frage des 
Waffenstillstandes prüfen werden und in zweiter 
Linie das neue Regime des Rifgebietes. Hier 
bei wird man sich vor allem an die Erundzüge hal 
ten, die bei der Konferenz in Madrid ausgearbei 
tet worden sind und die darauf hinauslaufen, dem 
Nifftaat eine Verwaltungsfreihcit zu geben, die 
die Autorität des Sultans über das Rif aufrecht 
erliält. Gleichzeitig wird man von Abdel Krim 
ernsthafte Garantien zur Wahrung des Friedens 
verlangen. Das „Echo de Paris" teilt mit, daß der 
französische und spanische Generalstab mit der For 
derung einig seien, daß die Armee durch den Waf 
fenstillstand in die Lage gesetzt werden müsse, 
Stellungen einzunehmen, die es ihnen unter Um 
ständen ermöglichen, den Feldzug unter vorteil 
haften Bedingungen wieder aufzunehmen. Sobald 
dieser Punkt erreicht fei, werde man eine neutrale 
Zone abgrenzen und den Austausch der Gefange 
nen vornehmen. Weiter berichtet das Blatt, daß 
nröglicherweise die Abdankung Abdel Krims ver 
langt werde. 
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Hr Der bäniiche Auhenminisier Eras Moltke 
äußerte sich aus Anlatz der Beendigung der dänischen 
Reichstagssession einem Vertreter von „Politiken" 
gegenüber über Angelegenheiten seines Ressorts. Er 
erwähnte die Schiedsgerichtsvertrage Dänemarks mit 
Finnland, Norwegen und Schweden und bemerkte, datz 
gleichzeitig mit der Durchführungsarbeit dieser Trak 
tate man darangegangen sei, einen Schiedsgerichts- 
oertrag mit Deutschland vorzubereiten. Auch im Ver 
hältnis zu verschiedenen anderen Ländern seien son 
dierende Schritte unternommen worden, deren vor 
läufige Erwiderung gute Hoffnung gebe, datz zufrieden 
stellende Ergebnisse erzielt werden könnten. 
Nach Betonung, datz Dänemarks Verhältnis zum 
Ausland zufriedenstellend sei, fuhr Graf Moltke fort: 
Im Verhältnis zu unserem Nachbar im Süden liegt 
eine Reihe neuer Momente vor, die alle gute Vor 
zeichen enthalten. Durch gegenseitiges Entgegen 
kommen steht man unmittelbar vor einer Lösung der 
Frage betreffend die Kirchenverhältnisse in Flensburg. 
Durch Verhandlungen ist ein Schritt vorwärts getan 
zur Ueberwindung der Schwierigkeiten, welche durch 
das neue deutsche Zollgesetz entstanden sind. Und durch 
die Haltung, die von deutscher Sckte erfolgte durch 
die Zulassung von Aufführungen dänischer Schauspiele 
in Flensburg und durch die Einführung von Bestim 
mungen zur Ordnung der Schulverhältnisse sür di« 
dänisch« Minderheit südlich der Grenze ist ein Schritt 
erfolgt, welcher mit Freude begrüßt werden mutz, und 
welcher Gutes für die Zukunft verheißt, selbst wenn 
die letztgenannte bedeutende Frag« vielleicht noch An 
laß zu Reibungen lokalen Charakters geben kann. 
Der Minister bemerkte des weiteren, es bestehe 
Grund, in dieser Verbindung anzuführen, daß das 
Außenministerium seinerseits freudig die beschlossenen 
Aenderungen in dem sogenannten Fremdengesetz be 
grüße, womit Vorbedingungen geschaffen würden zur 
Förderung von Verhandlungen über eine Erleich 
terung des Reiseverkehrs u. a. zwischen Dänemark und 
Deutschland. Zum Schluß erwähnte der Minister, datz 
bezüglich Rußlands trotz all der Schwierigkeiten, welche 
die ökonomischen Verhältnisse böien, eine Besserung 
verspürt werde. 
. Horchpüsten! 
' tl deutsche Völkerwanderung! 
ļ Einst das Ende des größten Weltreiches, 
der Schluß des stolzen Römerstaates, 
ocr Anfang deutscher Staatenbildung, 
der Beginn germanischer Weltgeltung. 
ff 
D:e Berge der Alpen waren nicht zu hoch, 
Die Flüsse Oberitaliens keine Schutzwehr. 
; Das gewaltige Rom erzitterte 
1 vor der Urkraft germanischen Blutes. / 
Leiter ging der Stoß deutscher Stämme. 
t\ Pyrenäen wurden überrannt. 
V In Spanien und Nordafrtka gründeten ger 
manische Führer deutsche Reiche mit deutschem 
Schwert. . - 
ei *e deutsche Völkerwanderung! 
>; ^nter dem Zeichen des Kreuzes zogen Hun- 
i "erttausende in das heilige Land der Ee- 
f Achte. 
' "ficht viele kehrten zurück zu den friedlichen 
Gestaden der Heimat. 
f, Dreihundert Jahre Völkerwanderung! 
àmerwährender Leerlauf des Blutes. 
^ "versiegbar der Vlutstrom, der sich ergoß 
E ch dem Lande der Sehnsucht frommbegeister- 
et Männer und Helden. 
P 
* deutsche Völkerwanderung! 
à'? ş°hen Ostelbien kolonisiert bis nach Riga 
ļj Jr Rußland hinein. I 
drag baute deutsches Heldentum die Stütz- 
^"Ukte deutscher Macht und Kultur. 
J Zutsche Völkerwanderung! f / 
'I 111 dreißigjährigen Ringen warst du Şchau- 
und Tummelplatz aller Völker Şropas 
Ausschuß bis zur tiefsten. Cimat- 
Die politischen Folgen von 
Malvys Rücktritt. 
TU. Paris, 10. April. (Eig. Funkmeldung.) 
Die politischen Rückwirkungen von Malvys Rück 
tritt beschäftigen heute morgen den größten Teil 
der Pariser Presse. Die Rechtspresse schreibt, der 
Rücktritt Malvys werde zur Folge haben, daß die 
Regierung Briand nach Wiederzusammentritt der 
Kammer vom Kartell der Linken gestürzt werden 
würde. Der „Avenir" hält die politische Situation 
für geklärt. Das Kartell werde den Sturz des 
Kabinetts Briand herbeiführen, dann werde Her- 
riot gemeinsam mit Malvy die Macht übernehmen. 
Die Linkspresse ist der Ansicht, daß die Regierung 
Briands auch nach dem Rücktritt Malvys nur mit 
der Linken regieren könne. 
gende Einzelheiten bekannt: Die aufständischen 
Truppen besetzten heute morgen um 1 Uhr in 
Stärke von 5098 Mann mit acht Geschützen die be 
herrschenden Höhen um Saloniki. Führer der Auf 
ständischen ist Major Karaufukas, der frühere Ge 
neralstabschef des Diktators Pangalos, als dieser 
Kommandant von Saloniki war. Zweiter Führer 
ist der Kommandeur des in Saloniki liegenden 3. 
Fußartillerie-Regiments. Beide galten bisher als 
Freunde des Diktators Pangalos. 
Die Aufständischen richteten heute in den frü 
hen Morgenstunden an den kommandierenden Ge 
neral in Saloniki folgende Forderungen: 
1. General Pangalos muß sofort zurücktreten; 
2. muß eine neutrale Regierung eingesetzt werden; 
3. müssen freie Wahlen für die Präsidentschaft der 
Republik durchgeführt werden. Bis dahin müsse 
Admiral Konduriotis Präsident der Republik blei 
ben. Falls diesen Forderungen nicht entsprochen 
werden sollte, droht Major Karaufukas an, Calo, 
niki zu beschießen. 
Rackfdem die regierungstreuen Truppen alar 
miert waren und sie die wichtigsten Punkte der 
Sradt besetzt hatten, forderte der kommandierende 
Genera! die Aufständischen auf, sich bis heute abend 
5 Uhr zu ergeben. Es besteht jedoch wenig Aus 
sicht dazu, da die Garnison von Saloniki in zwei 
Lager geteilt ist. 
In der Bevölkerung herrscht ungeheure Er 
regung. Berittene Patrouillen der Regierungs- 
truppen durchziehen die Straßen. Die Ankunft der 
Kriegsflotte vom Piräus wird stündlich erwartet. 
Der Eisenbahnverkehr ist eingestellt. 
Dito Peters, 
itikinskoog, 
Wöbrden, j 
!marschsn. 
um 1, 5. 
Şdch^ 
kinderlieb ^ 
ntl. Arbeit^ 
1?« >, 
K rein. , 
SofbesM- 
tt. Gl'şş. 
ei Dauenşşj 
-auenhosD^ 
Ueber einen Militäraufstand in Saloniki liegt 
zunächst folgender amtlicher Bericht vor: 
Drei Offiziere mit einigen Kompagnien der 
Garnison von Saloniki haben gestern abend die in 
der Nähe gelogene Villa Alatini, in der seinerzeit 
Sultan Abdul Hamid gefangen gehalten wurde, 
besetzt. Die erste Division hat daraufhin sofort die 
Aufständischen umzingelt. Diese erklärten, dass der 
Aufstand keineswegs gegen die Regierung gerichtet 
sei, sondern nur gegen den Kommandanten ihres 
Armeekorps und daß sie sich den Behörden sofort 
ergeben wollten, wenn diese versprächen, den Kom 
mandanten zu versetzen. Die Regierung hat dem 
gegenüber erklärt, daß sie sich nicht in Unterhand 
lungen mit Aufständischen einlasse und diesen eine 
Frist zur Wasfenftreckung gegeben. Es heißt in 
dom Bericht weirer, daß joden Augenblick die be 
dingungslose Uobergabe der Rebellen erwartet 
wird. Die Kriegsftotle hat heut« nacht Befehl er 
halten, sich sofort vom Piräus nach Saloniki zu be 
geben. 
Rach hier eingetroffenen Nachrichten haàlt 
es sich bei der aus Saloniki gemeldeten Militär 
revolte im Gegensatz zu dem offiziellen Bericht kei 
neswegs um eine Frage von lokaler Bedeutung. 
Aus zahlreichen Städten Thraziens und des Epi 
rus werden ähnliche Vorfälle gemeldet wie aus Sa 
loniki, die den Eindruck erwecken, daß es sich um 
eine groß angelegte, planmäßige Aktion handelt. 
Allgemein wird vermutet, daß der aus Südflawien 
heimgekehrte General Plaftiras die gegen den Dik 
tator Pangalos gerichtete Bewegung lenkt. * 
Belgrad, 9. April. In den späten Abendstun 
den wird aus Monastir gemeldet, daß von der grie 
chischen Grenze her dauernd schweres Artillerie- 
feuer zu hören ist. 
Von der Gegenseite liegt der folgende Bericht 
vor: . 
Rach den aus Athen eintreffenden Nachrichten 
scheint Griechenland am Vorabend eines blutigen halb bei der englischen Negierung Beschwerde ein- 
Bürgerkrieges zu stehen. Ueber den bereits gemel- gelegt. , ; i(; , ' 
beten Militäraufstand in Saloniki werden jetzt fol» .*-* 
Radsmacher von Spence 
gefordert. 
Chikago, 8. April. Der Sieg Rademachers in 
der amerikanischen Brustmoisterschaft über 220 
Dards läßt Spence nicht ruhen. Er hat den Deut 
schen zu einem Revanchekampf über 200 Meter 
Brust gefordert. Der Kampf soll in der Heimat 
stadt Spences, in Brooklyn, ausgetragen werden. 
Rademacher nahm die Herausforderung Spences 
an. Der Tag des Zusammentreffens steht noch 
nicht fest. 
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England und da« russifche 
Gegenspiel. 
Ein deutsch-russischer Rrutkalitälsvertrag? 
In Londoner poUkischen Kreisen steht man den 
neueren Bestrebungen Tschitscherins mit großem 
Argwohn gegenüber. „Manck-ester Guardian" mel 
det aus Paris, daß Tschitscherins Bestrebungen auf 
Schaffung einer deutsch-sranzösischen Verständigung 
mit der Front gegen England ausgingen. Die eng 
lischen Befürchtungen scheinen sich mehr aus einen 
angeblich bevorstehenden deutsch-russischen Sonder 
vertrag als auf eine Annäherung Rußlands an 
Frankreich zu konzentrieren. Man ist auch der An 
sicht, daß ein russisch-polnischer Vertrag nicht mehr 
in Frage kommt, da Rußland in der Erneuerung 
des polnisch-rumänischen Tefensiv-Vertrages einen 
unfreundlichen Akt steht. Die Aktivität Tschitfche- 
rins richtet sich nach dieser Darstellung naturgemäß 
mehr auf das durch Genf enttäuschte Deutschland. 
Londoner unterrichtete Kreise versichern, daß die 
umlaufenden Gerüchte eine positive Grundlage 
darin hätten, daß Deutschland und Rußland ernst, 
lich den Abschluß eines gegenseitigen NeutnUitäts» 
oertrages ins Auge gefaßt hätten. 
^ Völkerwanderung! f 
ìtìļZ bis zum Kaukasus, z»on den Fin- 
biiZ.1 T en bi- zu den WMen Syriens 
band vier Jahre der deutsche Landsturm- 
SEGelt eS * Uni> Ņlateàlmacht fast der 
Völkerwanderung! 
und °ngt, der Şvenflut des Ostens 
«rb-ir ber polnischen Saison- 
Redler n, 1 V m c e ’ verlassen urdeutsche 
um bem Osjken die deutsche Heimat, 
^îîder benr großen Wasser immer 
ŗ Schichte zu bezeugen: 
vlutstrom Äahre floß der germanische 
^merà?urch fast alle Länder der Erde. 
Ņutter stehst auch heute du, 
^vhne inmK.?"i°. vor 2 Millionen deiner 
bitteren wirtschaftlichen Enge mtt 
t ll. if 
is, möbl.' 
cnutzunS' 
idenbukSf 
nderlof ® 
tiler) A 
spät- 
Gin engttfch-rufsifcher 
DwifchenfaU. 
London, 10. April. (Eig. Funkmeld.) 
ig şş 
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IltzUNg. 
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