SB.). 2,10% Min., BlanHaer-Hamburg (V. M. W.)
2,11 SRin.
Klasse 8 bis 388 crom: 1. Preis Thomas Holm,
Marne (A. I. C.) 1,17% Min. 2. Preis Th. Vahr-
Kiel (Neander) 1,15 Min. Ferner fuhren Forstmann-
Heide (Haweka) 1,15% Min., Marxen, Eckebergskrug
(Lorenzen) 2,15% Min.
Klasse C bis »50 ccm; 1. Preis A hl sw ed ^Ham
burg (Norton) 1,11 Min., 2. Preis Beyer-Hamburg
(B. SB. SB.) 1,18 Min. Ferner fuhren Kirsch-Kiel
(B. M. W.) 1,13 Min., Andrigo-Kiel (D.-Rad)
1,17% Min.
Klasse I) bis 78g ccm: l. Preis Pfennig-Ham
burg (Sup. Excelsior) 1,31 Min. Ferner fuhr Harms-
Viertshöhe (Gehn) 1,18%. Min.
Die beste Zeit für Motorradfahrer erreichte Ahls-
wede-Hamburg.
Die ganze Veranstaltung hat bei recht zahlreicher
Beteiligung dank der guten Vorbereitung durch den
Rendsbuiger Motorsportklub, vor allem den Renn-
leiter T. H. Steuers und den Geschäftsführer Rohroer,
einen ausgezeichneten und befriedigenden Verlauf ge
nommen.
Hohrnzollern-Hertha-Kiel (Liga) — Eintracht
Flensburg 8:3 (2:3).
In der ersten Halbzeit war Eintracht die tķ
angebende Mannfchafj und konnte auch verdient
Führung erringen. Nach Wechsel konnten die Kien'
Ligaleute dank ihres ausgezeichneten Kombination^
spiels überlegen spielen und einen hohen Sieg herauf
holen. Die Flensburger Hintermannfckaft war !şş
unsicher und trägt die Hauptschuld an der hohen W
derlage. Das Treffen war fehr gut besucht.
KâļîdhM.
Städtefpicl Neumünsrer — Kiel 1 :8 (8 :2).
Eintracht-Kiel — Caardcner V. V. 2 :5.
Im Kieler Kreis war infolge des Meisterlchķ
fpieles Hoiftein gegen Slitona 88 recht wenig los. o"
Kiel gab es nur ein Treffen: Eintracht unterlag
(5. B. V. mit nicht weniger als 2:5. In Neumiiiş
trafen sich zwei Auswahlmannschaften von Neuiflş
ster und Kiei. Während sich die Einheimischen Ģ
),ur Pause mit 0:2 noch recht gul hiellen, klappi^
|ic nach dem Wechsel vollständig zusammen und nşş
lagen den Gästen mit 1:8.
Turnerhandball.
Flensburger Turnersckaft unterliegt gegen HamLşş
Turnerbund 2:1. .
Das Entscheidungsspiel an! die Kreismeifterslb^
verlor unser schleswig-holsteinischer Meister gegen ķ
Hamburger Meistermannschaft. Die Parteien zeigtik
gieichweriige Leistungen, doch waren die Hambuşş
im Ausnutzen der Torgelegenheiten glücklicher.
Die Jugend der Flensburger Tnrnerschaft
konnte M. T. V. Rostock mit 7 :2 schlagen und wşş
damit Kreismeister. ,
2-km-Neņrreîl des Moiorsyortklubs Rendsburg
(Eigener Bericht.)
Rendsburg, 11. April. Das Jahr 1025 brachte
dem Automobil- und Motorradsport eine derartige
Fülle von Veranstaltungen, dag sich immer lauter
und dringender der Ruf nach Beschränkung der Ver
anstaltungen auf die wirklich wertvollen sportlichen
Zuverlässigkeitsfahrten und Gefchwindigkeitsprüfungen
erhob. Dieser berechtigten Forderung ist im Sport
programm für das Jahr 1826 Rechnung getragen
worden. Man hat die Spreu von dem Weizen geson
dert und nur wirklich sportlich wertvolle Veranstaltun
gen offiziell zugelassen. Im Gau VIIc Kiel-Norvmark
des A. D. A. E. ist nur eine Fahrt als offizielle reser
vierte Veranstaltung zugelassen, nämlich die alljährlich
stattfindende 2-Km.-Geschwindigkeitsplüfung für Mo
torräder und SBagen des Motorsportklubs Rendsburg.
Diese Zulaffung bedeutet gewiß eine hohe Anerken
nung für die sportliche Qualität des Rennens und da
mit zugleich eine Anerkennung für den oeranftalicn-
den Klub. Eine besondere Bedeutung erhält die Ver
anstaltung dadurch, baß sie die erste des A. D. A. E.
im Reiche überhaupt ist. Slm Start der Rennstrecke
chatten sich denn auch am heutigen Morgen etwa 55
Wagen und Motorräder eingefunden, unter denen
man fast alle deutschen Fabrikate vertreten sah.
Selo«, Mercedeswagcn, N. A. Hansa. Sloewer,
Delage, ferrler Brennabor, Adler, Aga, O. M.,
N. S. U., F. N., Opel, Amilcar und Swift bemerkte
man, unter den Motorrädern herrschten B. M. W.
und D. K. W. vor. Ferner sah man Deha, Ardie,
D.-Räder, Zündapp Psohe, A. I. S., Neander.
Haweka, Lorenzen, Morton und Wotan.
Es herrschte am Morgen ein rechtes Sportwettcr,
die staubfreien Straßen wirkten angenehm. Eine
große Zuschauermenge hatte sich am Start und Ziel,
lowic längs der Rennstrecke aufgestellt, um dem Ren
nen zuzusehen.
Der Start wickelte sich ordnungsmäßig ab. Wegen
Motordefekrcs mußten das Rennen aufgeben: Wer
ner Herrmann, Hamburg 08. M. SB,), SB. Raub.
Breiholz (Ardie) und F. Erich, Kiel (F. N.). Im
übrigen ging das ganze Nennen ohne Zwischenfälle
'vor sich,
t m Anschluß daran wurde eine Korfofahrt nach
tadt veranstaltet.
Nachmittags um %S Uhr fand im Conventgarien
di«, Fvöhjahrsgautagung des Gaues VIIc Kiel-Nord-
märk statt, die zahlreich besucht war.
Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden Harz-
Kiel wurde in die Tagesordnung eingetreten. Die
iFeststellung der Stimmliste ergab, daß 119 Mitglieder
anwesend waren und damit diese die bestbesuchteste
Tagung seit Bestehen des Gaues war. Sodann er-
; stattete der Vorsitzende den Geslhäftsbericht. In ein
gehenden Ausführungen erläuterte er die Sitzung des
A. D. A. E. in Hannover, die volle und befriedigende
.Klärung früherer Vorgänge im A. D. A. E. brachte.
Gaufpoitleiter Wesche-Kiej sprach über die fportlickien
Veranstaltungen des Gaues im Jahre 1928 und be
tonte, daß die nächste sportliche Veranstaltung das
vom Dithmarscher AutomobilkluL veranstaltete Heider
Kiel: Holstein — Altona 93 7 : 0 (3 : 8).
Hannover: Arminia — H. S. C. 3 :1 (1:8).
In Kiel bereitete Holstein seinen Anhängern eine
große Freude, indem Aiiona 93 mit dem glänzenden
Ergebnis von 7 :0 geschlagen wurde. Die Holsteiner
waren in großer Form und ihrem Gegner, der nur
ein schwaches Spiel lieserte, von Anfang an glatt
überlegen. Sehr gefallen konnte auch diesmal der
Kieler 'Angriff. Besonders Lübcke und Schulz zeich
neten sich aus. Die Altonaer find augenblicklich herz
lich schwach und werden wohl mit dem letzten Platz in
der Meisterrunde vorlieb nehmen muffen. Die Läufer
reihe siel so ziemlich ganz aus, auch die Verteidigung
harte einen schwarzen Tag, Der Angriff kam durch
die gute Slrbeit der Kieler Hintermannschaft gar nicht
zur Entfaltung. Schon gleich nach Beginn führte
Holstein durch den Halblinken Lübcke mit 1 :0. Kurze
Zeit später erzielte Ritter den zweiten Treffer für
Holstein. Das Tor wurde aber vom Schiedsrichter
wegen Abseits nicht anerkannt, Mitte der ersten
Hälfte stellte Schulz das Ergebnis durch Kopsball auf
eine Flanke von Eiter auf 2 :0. Kurz vor dem Wech
sel fiel dann der dritte Treffer für Holstein. Wentorf
im Altonaer Tor wehrte einen Schutz von Lübcke
schwach ab und Schulz drückte den Bali ein. Stach dem
Wechsel hatten die Holsteiner das Heft vollkommen
in der Hand. Dir Altonaer kamen nur zu gelegent
lichen Vorstößen, die sicher abgewehrt wurden. Gleich
nach Wiederbeginn schoß Lübcke den vierten Treffer
für Holstein. In kurzen Abständen stellten dann
Schulz und Esser das Resultat auf 6 :0, und 10 Minu
ten vor Schluß beschloß Schulz den Reigen mit einem
siebenten Tor/
Arminia — H. S. C. 3 :1 (1:8).
In Hannover standen sich die beiden Ortsgegner
im Aerbandsmeisterfchaftsspiel gegenüber. Der H. S.
C. Sturm zeigte sich reichlich hilflos, so daß der
3 :1-Erfolg der Arminen durchaus verdient ist.
Das Wichtigste ans dem Reiche.
Die deutsche Wcltta us Meisterschaft, die in S>ş'
burg bei Bonn auf einer 10,6 Km. langen ENKis
entschieden wurde, gewann Ratze (Luckenwalde) %
36 :23,1 Min. fielen Dieckmann (Polizei Hambşş
36 :43.2 Min, In der Meisterschalt im Mannschal^
lauf siegte überraschend der V. s. L. Siegburg geş
die Polizei Hamburg.
Die süddeutsch« Fußballmeisterschaft gewann DaV
ern-Miinchen gegen die Spieloereinigung Fürth fl» 1
4:3 (0:0).
In der norddeutschen HandbaLmeisterschaft şie(r
in der Herrenklasse Polizei-Hamburg gegen Boruşş
Harburg mit 7 :1. Die Damenmeisterschaft gewann
Hamburger Lehrer-Turnverein gegen Güstrow 1™
mit 3:1.
Das Radrennen „Großer Straßenpreis von
nooer" sah in der Berufsiahierklasie 6 Ausländer
Front. Der Jiaiienei Delloni beende:« das şş
817,1 Km. führende Rennen in 10:28 Std. siegreiA
Huschte. (Berlin) endete als erster deutscher Fahß'
an 7. Stelle. In der Gruppe der Herrentahrer beleķ
Werner (Erfurt) in 11:38:13 Std. den ersten PH'
Die englische Hockeymannschas: London Unioersm
gewann in Berlin gegen den B. H. E. mit 3 :1,
aber von dem Berliner Sport-Etub mit 5:2 >
schlagen. .
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhnen
Rendsburg. Miihienftr. 18.
Verlagsieriung: Rudolf Möller.
Ehesredaktion: Ferd. Möller-
Dermt wörtlich für Leitartikel sowie Politik: Fer»
Möller, kür Feuilleton owie allgemein«"
Teil: Adolf Er «gort: für den wirtliban
Ehlers-Rendsburg (D. K. W.), Zeit: 2.36 Min.
Klaffe A bis 250 ccm: 1. Preis Nie. Horst, Sta«
kendorf (B. M. W.) 1.88% Min. 2. Preis Neubauer-
Heide (Pfohe) 1,11% Min. 3. Preis Earl Mirr, Kiel
(Zündapp) 2,0% Min. Ferner fuhren Nie. Horst,
Stakendorf (D. K. W.) 2,7% Min„ Blunck-Rendsbura
r. R. S. B. gegen 3. Rasensport-Renmünster
6:2 (4:0).
Die 2. Mannschaft des R. S. D. spielt in Neu
münster gegen die 8. Mannschaft Rasensport von 1910
und konnte mit 8 :2 (Halbzeit 1:0) die Punkte heim-
(D. K. SB.) 2,8% Min., Rumohr-Rendsburg (B.
tragen.
Rennen am 16*. Mai fei. .Der Kassenwart Knobloch
ein handtellergroßes Strick Jadestein. dessen « ne ,
meßlichen Wert Christa sofort erkannte Es w {
dies eilt Jadestein, der vielleicht nicht so kost^
war wie ein fürstlicher Familienschmuck, aber a»
dieser Stein kam dem Wert eines bohnengroo
Brillanten gleich.
Zögernd griff st« za. ^
„Darf ich denn den Stein annehmen? — ^
weiß, wie kostbar er ist."
„Du mußt ihn nehmen, denn sonst wirst du
deinem Heimatlande nicht glücklich, da Hutu^„
nlles Glück auf diesen Stein herabgefleht
sagte er, nur Christa verständlich, und diese ^ „
nun den Stein und legte sich die goldene Ket^-
der er befestigt war, um den Hals.
„Mein Herr läßt dir eine gute Reife wünsi^ ,
und alles Glück, was du dir nur selbst wünsly „
kannst, lind nun gestatte, daß ich mich entferfl^
„Grüße deinen Herrn noch vielmals von
Kaihanfu neigte sich tief vor Christa und r-
dann ruhigen Schrittes davon. Bald, nachdem
den Dampfer verlaflen hatt«, kam das Abfahl''
kvmmando, und kaum merklich entfernte sich ^
„Dceana“ von der Kaimauer. ^
' Schöne, sonnige Erholungstage kamen für
die in den letzten Tagen in Schanghai so Sch^^j
durchzumachen hatten. Besonders bei Not
merkte man den günstigen Einfluß der Scere^
Er erholte sich sichtlich von Tag zu Tag mehr, K
der alte, lustige Ton herrschte zwischen allen
auf der ersten Reise. .^
Dadurch, daß nun endlich jeder wieder
rilbtiaen Namen führte, war aucki ieder freiet
Worte der Liebe an sie richten konnte. Denn auch
sie wollte ihn erst wieder als den frischen, frohen
Menschen sehen, der er vor der Katastrophe ge
wesen war.
Mit Maria und Max stand die Sache nicht
viel günstiger.
Als alle schon an Bord waren und es noch
eine Stunde bis zur Abfahrt währte, standen un
sere Freunde alle in einer Reihe an die Reeling
gelehnt und unterhielten sich über alles und jeden,
saßen also da, wo die Spötter sitzen. Roy trieb es
natürlich wieder am schlinrmsten und ließ an kei
nem ein gutes Haar, der an die Schiffsbrücke her
ankam, ganz so wie in Hamburg, nur mit dem Un
terschiede, daß er hier seine Kritiken noch unge-
hinderter vom Stapel ließ als dort.
Christa hatte dem letzten Hinundher der Un
terhaltung nicht gelauscht, denn sie hatte in einem
Chinesen Kaihanfu erkannt und glaubte nun, daß
er wegen ihr an Bord gekommen war. Bor Erre
gung wußte sie nicht: sollte sie ihm entgegengehen
oder warten, bis er sich selbst zu ihr fand? Şie
entschloß sich dann für letzteres, und es dauerte
nicht lange, so sah sie den Chinesen auf sich zukom
men.
Ruhig und sicher neigte er sich vor ihr und
sprach in fließendem Englisch mit ihr.
„Misiis, mein Herr schickt mich, er selbst ist
rerhindert."
Christa merkte sofort, daß er nicht von ihr ge
nannt werden wolle, und ging auf seinen Ton ein.
„SUas hat mir dein Herr zu melden?" .
„Er bittet dich, mir den Ring zu geben, den er
sir geliehen, denn es ist für ihn und seine Unter
gebenen ein Erkennungszeichen."
„Hier ist er zurück," sagte Christa, löste den
Ring von ihrem Finger, reichte ihn dem Chinesen
und sagte mit warmer, herzlicher Stimme: „Sage
deinem Herrn noch einmal, daß ich ihm ewig dank
bar sein werde für all das, was er für mich getan
hat."
„Er weist jeden Dank von dir zurück, denn er
hat dir ewig zu danken, da er durch dich seinen ge
liebten Sohn sehen konnte. Und dies hat er seinem
Vater für dich mitgegeben. Nie sollst du es von
dir geben, nie in andere Hände legen, denn er hat
von Buddha allen Segen für dein Glück darauf
herabgefleht." Mit diesen Worten reichte er ihr
„Da es sich um Anstiftung znm Mord handelt,
liegt ja der Fall klar, und das Konsulat wird schon
das Nötige unternehmen,'" bestätigte ihm Werner
Hartung seine Frage. \ >
Die „Dceana" verließ den Hafen von Schang
hai, und in der Pasiagierliste standen unter an
deren:
Werner Hartung und Tochter.
Missis Daisy Sörensen.
Mister Roy Harrison.
Herr Max Rex.
Herr Robert Bredow.
Werner Hartung hatte seine Geschäfte für
einige Jahre in Schanghai erledigt und wollte nun
wieder einmal ein paar Jahre in der Heimat
leben. ■'
Roy Harrison hatte nach vieler Mühe endlich
vor sich und den anderen einen glaubhaften Grund
gefunden, um noch einmal mit nach Deutschland
zurückzufahren.
Die Geschäfte der Stahlwerke hatte Max so
für Robert erledigt, daß sie beide auch mit der
„Dceana" reisen konnten.
Robert hatte sich unter der aufopfernden
Pflege von Christa und Maria bald von seiner
Vergiftung erholt. Die Richtlinien, welche der
Slrzt in dem Zettel von Kaihanfu gefunden hatte,
waren so wertvoll und für den Kranken heilend,
daß Robert wohl in der Hauptsache sein Leben
Kaihanfu verdankte. Christa hätte ihm erzählt,
wie sie ihn gefunden hatten, daß der Zettel Hu-
tuchtus der Netter gewesen war, aber auf die drin
genden Bitten von Mar war es ihm nicht mitge
teilt worden, was die abermaligen Beweggründe
von der Schurkentat Lo Lungs gewesen waren.
Robert glaubte an eine Verwechselung, mit dem
reichen „Stahlkönig", dessen die Chinesen sich noch
einmal bemächtigen wollten. Da er nach der Be
täubung nicht wieder zu vollem Bewußtsein ge
kommen war, so konnte er ja durch etwaige Ver
handlungen von Lo Lung und Tse Hai nicht an
ders belehrt worden sein.
Trotz allem fühlte sich Robert aber noch immer
zu schwach, um Christa schon um ihre Hand zu bit
ten, wie er es so gern getan hätte, und Christa
wußte es auch immer geschickt zu vermeiden, daß er
Amor auf SchLerchwegsn.
Ein heiterer Roman von Friede Birkner.
89) Nachdruck verboten.
„Das chat mein altdr Freund schon getan, denn
er überliefert die Schurken heute nacht noch der
Priesterschaft zur Aburteilung," sagte Christa
ruhig.
„Freuen Sie sich Ihrer Rache, — der Chinese
fürchtet nichts mehr, als in die Hände der Priester
schaft zu fallen. Denn diese straft fürchterlich, da
der Verurteilte jede seiner Sünden durch eine neue,
immer furchtbarere Folter abbüßen mutz." Roy
gab diesen Bericht in ganz sachlicher Form.
„Die Gerechtigkeit der Drientvlen ist grausam,
aber richtig! Was aber tun ,wir mit der Stief
mutter Roberts?" Und Max erklärte den An
wesenden, wie die Dinge zwischen Robert und sei
ner Stiefmutter gelegen hatten.
Voller Slbscheu hörten ihm alle zu. Und doch
fand Christa Worte des Bedauerns für die Frau.
„Sie kann ja nicht im Besitz all ihrer klaren
Gedanken sein, das ist ja unmöglich! Die Frau ist
krank, gehört nicht in die Hände der Gerichte, son
dern in eine Slnstalt."
„SBetrn Sie die Frau kennen würden, kämen
Sie nicht auf den Gedanken. Sie macht einen völ
lig klaren, normalen Eindruck, war aber von jeher
heimtückisch und boshaft. Ich halte sie für eine
richtige Verbrechernatur, und solches Menschen
material muß unschädlich gemacht werden. Aber
für Robert wird es bitter, wenn er erst die ganze
Sachlage klar durchschaut."
„Man könnte ihm die Angelegenheit bis zu
seiner Rückkehr nach Deutschland geheimhalten,
aber dann muß er alles wißen!"
„Ich aber muß durch das Konsulat sofort einen
Verhaftungsbefehl gegen den Schurken Kin Lung
erlaßen, damit uns der Bursche nicht entwischt."
„Wenn dies erfolgt, wird Frau Hartung wohl
dann schon ahnen, daß der ganze Plan mißlungen
ist, und wird sich am Ende der Gerechtigkeit ent
ziehen und außer Landes fliehen!"
„Das soll ihr nicht gelingen! Ich werde auf
alle Fälle beantragen, daß man sie irrt Falle des
Fluchtverdachts sofort verhaften soll auf Grund
meiner Anklagen. Das muß sich doch machen
laßen!"
richtigen Namen führte, war auch jeder frei--
sicherer. ^
Roy war im großen Ganzen beschaftigun.^^
Slm Abend machte er sich deshalb an Robert, „
neben Christa saß, heran. Es war eine
Mondnacht, die Luft angenehm kühl, das Deck ^
hältnismäßig leer, und so hatte Robert eigkv'
sich den Verlauf des schönen Slbends h
dacht, als sich mit Roy zu unterhalten. Er^fav %
nicht ein, warum er auf Ron große Rücksicht ■
men mußte, und sagte deshalb ganz ungezwuhL^
„Können Sie nicht mal zusehen, ob sich an ^
anderen Platz hier an Bord eine nette Besķ>
gung finden ließe für Sie? Ich habe so ^
wisse Gefühl, daß Sie hier ein wenig übers .
sind." (Fortsetzung foķh
% ein
* vom
^flomm
Lande