Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

SB.). 2,10% Min., BlanHaer-Hamburg (V. M. W.) 
2,11 SRin. 
Klasse 8 bis 388 crom: 1. Preis Thomas Holm, 
Marne (A. I. C.) 1,17% Min. 2. Preis Th. Vahr- 
Kiel (Neander) 1,15 Min. Ferner fuhren Forstmann- 
Heide (Haweka) 1,15% Min., Marxen, Eckebergskrug 
(Lorenzen) 2,15% Min. 
Klasse C bis »50 ccm; 1. Preis A hl sw ed ^Ham 
burg (Norton) 1,11 Min., 2. Preis Beyer-Hamburg 
(B. SB. SB.) 1,18 Min. Ferner fuhren Kirsch-Kiel 
(B. M. W.) 1,13 Min., Andrigo-Kiel (D.-Rad) 
1,17% Min. 
Klasse I) bis 78g ccm: l. Preis Pfennig-Ham 
burg (Sup. Excelsior) 1,31 Min. Ferner fuhr Harms- 
Viertshöhe (Gehn) 1,18%. Min. 
Die beste Zeit für Motorradfahrer erreichte Ahls- 
wede-Hamburg. 
Die ganze Veranstaltung hat bei recht zahlreicher 
Beteiligung dank der guten Vorbereitung durch den 
Rendsbuiger Motorsportklub, vor allem den Renn- 
leiter T. H. Steuers und den Geschäftsführer Rohroer, 
einen ausgezeichneten und befriedigenden Verlauf ge 
nommen. 
Hohrnzollern-Hertha-Kiel (Liga) — Eintracht 
Flensburg 8:3 (2:3). 
In der ersten Halbzeit war Eintracht die tķ 
angebende Mannfchafj und konnte auch verdient 
Führung erringen. Nach Wechsel konnten die Kien' 
Ligaleute dank ihres ausgezeichneten Kombination^ 
spiels überlegen spielen und einen hohen Sieg herauf 
holen. Die Flensburger Hintermannfckaft war !şş 
unsicher und trägt die Hauptschuld an der hohen W 
derlage. Das Treffen war fehr gut besucht. 
KâļîdhM. 
Städtefpicl Neumünsrer — Kiel 1 :8 (8 :2). 
Eintracht-Kiel — Caardcner V. V. 2 :5. 
Im Kieler Kreis war infolge des Meisterlchķ 
fpieles Hoiftein gegen Slitona 88 recht wenig los. o" 
Kiel gab es nur ein Treffen: Eintracht unterlag 
(5. B. V. mit nicht weniger als 2:5. In Neumiiiş 
trafen sich zwei Auswahlmannschaften von Neuiflş 
ster und Kiei. Während sich die Einheimischen Ģ 
),ur Pause mit 0:2 noch recht gul hiellen, klappi^ 
|ic nach dem Wechsel vollständig zusammen und nşş 
lagen den Gästen mit 1:8. 
Turnerhandball. 
Flensburger Turnersckaft unterliegt gegen HamLşş 
Turnerbund 2:1. . 
Das Entscheidungsspiel an! die Kreismeifterslb^ 
verlor unser schleswig-holsteinischer Meister gegen ķ 
Hamburger Meistermannschaft. Die Parteien zeigtik 
gieichweriige Leistungen, doch waren die Hambuşş 
im Ausnutzen der Torgelegenheiten glücklicher. 
Die Jugend der Flensburger Tnrnerschaft 
konnte M. T. V. Rostock mit 7 :2 schlagen und wşş 
damit Kreismeister. , 
2-km-Neņrreîl des Moiorsyortklubs Rendsburg 
(Eigener Bericht.) 
Rendsburg, 11. April. Das Jahr 1025 brachte 
dem Automobil- und Motorradsport eine derartige 
Fülle von Veranstaltungen, dag sich immer lauter 
und dringender der Ruf nach Beschränkung der Ver 
anstaltungen auf die wirklich wertvollen sportlichen 
Zuverlässigkeitsfahrten und Gefchwindigkeitsprüfungen 
erhob. Dieser berechtigten Forderung ist im Sport 
programm für das Jahr 1826 Rechnung getragen 
worden. Man hat die Spreu von dem Weizen geson 
dert und nur wirklich sportlich wertvolle Veranstaltun 
gen offiziell zugelassen. Im Gau VIIc Kiel-Norvmark 
des A. D. A. E. ist nur eine Fahrt als offizielle reser 
vierte Veranstaltung zugelassen, nämlich die alljährlich 
stattfindende 2-Km.-Geschwindigkeitsplüfung für Mo 
torräder und SBagen des Motorsportklubs Rendsburg. 
Diese Zulaffung bedeutet gewiß eine hohe Anerken 
nung für die sportliche Qualität des Rennens und da 
mit zugleich eine Anerkennung für den oeranftalicn- 
den Klub. Eine besondere Bedeutung erhält die Ver 
anstaltung dadurch, baß sie die erste des A. D. A. E. 
im Reiche überhaupt ist. Slm Start der Rennstrecke 
chatten sich denn auch am heutigen Morgen etwa 55 
Wagen und Motorräder eingefunden, unter denen 
man fast alle deutschen Fabrikate vertreten sah. 
Selo«, Mercedeswagcn, N. A. Hansa. Sloewer, 
Delage, ferrler Brennabor, Adler, Aga, O. M., 
N. S. U., F. N., Opel, Amilcar und Swift bemerkte 
man, unter den Motorrädern herrschten B. M. W. 
und D. K. W. vor. Ferner sah man Deha, Ardie, 
D.-Räder, Zündapp Psohe, A. I. S., Neander. 
Haweka, Lorenzen, Morton und Wotan. 
Es herrschte am Morgen ein rechtes Sportwettcr, 
die staubfreien Straßen wirkten angenehm. Eine 
große Zuschauermenge hatte sich am Start und Ziel, 
lowic längs der Rennstrecke aufgestellt, um dem Ren 
nen zuzusehen. 
Der Start wickelte sich ordnungsmäßig ab. Wegen 
Motordefekrcs mußten das Rennen aufgeben: Wer 
ner Herrmann, Hamburg 08. M. SB,), SB. Raub. 
Breiholz (Ardie) und F. Erich, Kiel (F. N.). Im 
übrigen ging das ganze Nennen ohne Zwischenfälle 
'vor sich, 
t m Anschluß daran wurde eine Korfofahrt nach 
tadt veranstaltet. 
Nachmittags um %S Uhr fand im Conventgarien 
di«, Fvöhjahrsgautagung des Gaues VIIc Kiel-Nord- 
märk statt, die zahlreich besucht war. 
Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden Harz- 
Kiel wurde in die Tagesordnung eingetreten. Die 
iFeststellung der Stimmliste ergab, daß 119 Mitglieder 
anwesend waren und damit diese die bestbesuchteste 
Tagung seit Bestehen des Gaues war. Sodann er- 
; stattete der Vorsitzende den Geslhäftsbericht. In ein 
gehenden Ausführungen erläuterte er die Sitzung des 
A. D. A. E. in Hannover, die volle und befriedigende 
.Klärung früherer Vorgänge im A. D. A. E. brachte. 
Gaufpoitleiter Wesche-Kiej sprach über die fportlickien 
Veranstaltungen des Gaues im Jahre 1928 und be 
tonte, daß die nächste sportliche Veranstaltung das 
vom Dithmarscher AutomobilkluL veranstaltete Heider 
Kiel: Holstein — Altona 93 7 : 0 (3 : 8). 
Hannover: Arminia — H. S. C. 3 :1 (1:8). 
In Kiel bereitete Holstein seinen Anhängern eine 
große Freude, indem Aiiona 93 mit dem glänzenden 
Ergebnis von 7 :0 geschlagen wurde. Die Holsteiner 
waren in großer Form und ihrem Gegner, der nur 
ein schwaches Spiel lieserte, von Anfang an glatt 
überlegen. Sehr gefallen konnte auch diesmal der 
Kieler 'Angriff. Besonders Lübcke und Schulz zeich 
neten sich aus. Die Altonaer find augenblicklich herz 
lich schwach und werden wohl mit dem letzten Platz in 
der Meisterrunde vorlieb nehmen muffen. Die Läufer 
reihe siel so ziemlich ganz aus, auch die Verteidigung 
harte einen schwarzen Tag, Der Angriff kam durch 
die gute Slrbeit der Kieler Hintermannschaft gar nicht 
zur Entfaltung. Schon gleich nach Beginn führte 
Holstein durch den Halblinken Lübcke mit 1 :0. Kurze 
Zeit später erzielte Ritter den zweiten Treffer für 
Holstein. Das Tor wurde aber vom Schiedsrichter 
wegen Abseits nicht anerkannt, Mitte der ersten 
Hälfte stellte Schulz das Ergebnis durch Kopsball auf 
eine Flanke von Eiter auf 2 :0. Kurz vor dem Wech 
sel fiel dann der dritte Treffer für Holstein. Wentorf 
im Altonaer Tor wehrte einen Schutz von Lübcke 
schwach ab und Schulz drückte den Bali ein. Stach dem 
Wechsel hatten die Holsteiner das Heft vollkommen 
in der Hand. Dir Altonaer kamen nur zu gelegent 
lichen Vorstößen, die sicher abgewehrt wurden. Gleich 
nach Wiederbeginn schoß Lübcke den vierten Treffer 
für Holstein. In kurzen Abständen stellten dann 
Schulz und Esser das Resultat auf 6 :0, und 10 Minu 
ten vor Schluß beschloß Schulz den Reigen mit einem 
siebenten Tor/ 
Arminia — H. S. C. 3 :1 (1:8). 
In Hannover standen sich die beiden Ortsgegner 
im Aerbandsmeisterfchaftsspiel gegenüber. Der H. S. 
C. Sturm zeigte sich reichlich hilflos, so daß der 
3 :1-Erfolg der Arminen durchaus verdient ist. 
Das Wichtigste ans dem Reiche. 
Die deutsche Wcltta us Meisterschaft, die in S>ş' 
burg bei Bonn auf einer 10,6 Km. langen ENKis 
entschieden wurde, gewann Ratze (Luckenwalde) % 
36 :23,1 Min. fielen Dieckmann (Polizei Hambşş 
36 :43.2 Min, In der Meisterschalt im Mannschal^ 
lauf siegte überraschend der V. s. L. Siegburg geş 
die Polizei Hamburg. 
Die süddeutsch« Fußballmeisterschaft gewann DaV 
ern-Miinchen gegen die Spieloereinigung Fürth fl» 1 
4:3 (0:0). 
In der norddeutschen HandbaLmeisterschaft şie(r 
in der Herrenklasse Polizei-Hamburg gegen Boruşş 
Harburg mit 7 :1. Die Damenmeisterschaft gewann 
Hamburger Lehrer-Turnverein gegen Güstrow 1™ 
mit 3:1. 
Das Radrennen „Großer Straßenpreis von 
nooer" sah in der Berufsiahierklasie 6 Ausländer 
Front. Der Jiaiienei Delloni beende:« das şş 
817,1 Km. führende Rennen in 10:28 Std. siegreiA 
Huschte. (Berlin) endete als erster deutscher Fahß' 
an 7. Stelle. In der Gruppe der Herrentahrer beleķ 
Werner (Erfurt) in 11:38:13 Std. den ersten PH' 
Die englische Hockeymannschas: London Unioersm 
gewann in Berlin gegen den B. H. E. mit 3 :1, 
aber von dem Berliner Sport-Etub mit 5:2 > 
schlagen. . 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhnen 
Rendsburg. Miihienftr. 18. 
Verlagsieriung: Rudolf Möller. 
Ehesredaktion: Ferd. Möller- 
Dermt wörtlich für Leitartikel sowie Politik: Fer» 
Möller, kür Feuilleton owie allgemein«" 
Teil: Adolf Er «gort: für den wirtliban 
Ehlers-Rendsburg (D. K. W.), Zeit: 2.36 Min. 
Klaffe A bis 250 ccm: 1. Preis Nie. Horst, Sta« 
kendorf (B. M. W.) 1.88% Min. 2. Preis Neubauer- 
Heide (Pfohe) 1,11% Min. 3. Preis Earl Mirr, Kiel 
(Zündapp) 2,0% Min. Ferner fuhren Nie. Horst, 
Stakendorf (D. K. W.) 2,7% Min„ Blunck-Rendsbura 
r. R. S. B. gegen 3. Rasensport-Renmünster 
6:2 (4:0). 
Die 2. Mannschaft des R. S. D. spielt in Neu 
münster gegen die 8. Mannschaft Rasensport von 1910 
und konnte mit 8 :2 (Halbzeit 1:0) die Punkte heim- 
(D. K. SB.) 2,8% Min., Rumohr-Rendsburg (B. 
tragen. 
Rennen am 16*. Mai fei. .Der Kassenwart Knobloch 
ein handtellergroßes Strick Jadestein. dessen « ne , 
meßlichen Wert Christa sofort erkannte Es w { 
dies eilt Jadestein, der vielleicht nicht so kost^ 
war wie ein fürstlicher Familienschmuck, aber a» 
dieser Stein kam dem Wert eines bohnengroo 
Brillanten gleich. 
Zögernd griff st« za. ^ 
„Darf ich denn den Stein annehmen? — ^ 
weiß, wie kostbar er ist." 
„Du mußt ihn nehmen, denn sonst wirst du 
deinem Heimatlande nicht glücklich, da Hutu^„ 
nlles Glück auf diesen Stein herabgefleht 
sagte er, nur Christa verständlich, und diese ^ „ 
nun den Stein und legte sich die goldene Ket^- 
der er befestigt war, um den Hals. 
„Mein Herr läßt dir eine gute Reife wünsi^ , 
und alles Glück, was du dir nur selbst wünsly „ 
kannst, lind nun gestatte, daß ich mich entferfl^ 
„Grüße deinen Herrn noch vielmals von 
Kaihanfu neigte sich tief vor Christa und r- 
dann ruhigen Schrittes davon. Bald, nachdem 
den Dampfer verlaflen hatt«, kam das Abfahl'' 
kvmmando, und kaum merklich entfernte sich ^ 
„Dceana“ von der Kaimauer. ^ 
' Schöne, sonnige Erholungstage kamen für 
die in den letzten Tagen in Schanghai so Sch^^j 
durchzumachen hatten. Besonders bei Not 
merkte man den günstigen Einfluß der Scere^ 
Er erholte sich sichtlich von Tag zu Tag mehr, K 
der alte, lustige Ton herrschte zwischen allen 
auf der ersten Reise. .^ 
Dadurch, daß nun endlich jeder wieder 
rilbtiaen Namen führte, war aucki ieder freiet 
Worte der Liebe an sie richten konnte. Denn auch 
sie wollte ihn erst wieder als den frischen, frohen 
Menschen sehen, der er vor der Katastrophe ge 
wesen war. 
Mit Maria und Max stand die Sache nicht 
viel günstiger. 
Als alle schon an Bord waren und es noch 
eine Stunde bis zur Abfahrt währte, standen un 
sere Freunde alle in einer Reihe an die Reeling 
gelehnt und unterhielten sich über alles und jeden, 
saßen also da, wo die Spötter sitzen. Roy trieb es 
natürlich wieder am schlinrmsten und ließ an kei 
nem ein gutes Haar, der an die Schiffsbrücke her 
ankam, ganz so wie in Hamburg, nur mit dem Un 
terschiede, daß er hier seine Kritiken noch unge- 
hinderter vom Stapel ließ als dort. 
Christa hatte dem letzten Hinundher der Un 
terhaltung nicht gelauscht, denn sie hatte in einem 
Chinesen Kaihanfu erkannt und glaubte nun, daß 
er wegen ihr an Bord gekommen war. Bor Erre 
gung wußte sie nicht: sollte sie ihm entgegengehen 
oder warten, bis er sich selbst zu ihr fand? Şie 
entschloß sich dann für letzteres, und es dauerte 
nicht lange, so sah sie den Chinesen auf sich zukom 
men. 
Ruhig und sicher neigte er sich vor ihr und 
sprach in fließendem Englisch mit ihr. 
„Misiis, mein Herr schickt mich, er selbst ist 
rerhindert." 
Christa merkte sofort, daß er nicht von ihr ge 
nannt werden wolle, und ging auf seinen Ton ein. 
„SUas hat mir dein Herr zu melden?" . 
„Er bittet dich, mir den Ring zu geben, den er 
sir geliehen, denn es ist für ihn und seine Unter 
gebenen ein Erkennungszeichen." 
„Hier ist er zurück," sagte Christa, löste den 
Ring von ihrem Finger, reichte ihn dem Chinesen 
und sagte mit warmer, herzlicher Stimme: „Sage 
deinem Herrn noch einmal, daß ich ihm ewig dank 
bar sein werde für all das, was er für mich getan 
hat." 
„Er weist jeden Dank von dir zurück, denn er 
hat dir ewig zu danken, da er durch dich seinen ge 
liebten Sohn sehen konnte. Und dies hat er seinem 
Vater für dich mitgegeben. Nie sollst du es von 
dir geben, nie in andere Hände legen, denn er hat 
von Buddha allen Segen für dein Glück darauf 
herabgefleht." Mit diesen Worten reichte er ihr 
„Da es sich um Anstiftung znm Mord handelt, 
liegt ja der Fall klar, und das Konsulat wird schon 
das Nötige unternehmen,'" bestätigte ihm Werner 
Hartung seine Frage. \ > 
Die „Dceana" verließ den Hafen von Schang 
hai, und in der Pasiagierliste standen unter an 
deren: 
Werner Hartung und Tochter. 
Missis Daisy Sörensen. 
Mister Roy Harrison. 
Herr Max Rex. 
Herr Robert Bredow. 
Werner Hartung hatte seine Geschäfte für 
einige Jahre in Schanghai erledigt und wollte nun 
wieder einmal ein paar Jahre in der Heimat 
leben. ■' 
Roy Harrison hatte nach vieler Mühe endlich 
vor sich und den anderen einen glaubhaften Grund 
gefunden, um noch einmal mit nach Deutschland 
zurückzufahren. 
Die Geschäfte der Stahlwerke hatte Max so 
für Robert erledigt, daß sie beide auch mit der 
„Dceana" reisen konnten. 
Robert hatte sich unter der aufopfernden 
Pflege von Christa und Maria bald von seiner 
Vergiftung erholt. Die Richtlinien, welche der 
Slrzt in dem Zettel von Kaihanfu gefunden hatte, 
waren so wertvoll und für den Kranken heilend, 
daß Robert wohl in der Hauptsache sein Leben 
Kaihanfu verdankte. Christa hätte ihm erzählt, 
wie sie ihn gefunden hatten, daß der Zettel Hu- 
tuchtus der Netter gewesen war, aber auf die drin 
genden Bitten von Mar war es ihm nicht mitge 
teilt worden, was die abermaligen Beweggründe 
von der Schurkentat Lo Lungs gewesen waren. 
Robert glaubte an eine Verwechselung, mit dem 
reichen „Stahlkönig", dessen die Chinesen sich noch 
einmal bemächtigen wollten. Da er nach der Be 
täubung nicht wieder zu vollem Bewußtsein ge 
kommen war, so konnte er ja durch etwaige Ver 
handlungen von Lo Lung und Tse Hai nicht an 
ders belehrt worden sein. 
Trotz allem fühlte sich Robert aber noch immer 
zu schwach, um Christa schon um ihre Hand zu bit 
ten, wie er es so gern getan hätte, und Christa 
wußte es auch immer geschickt zu vermeiden, daß er 
Amor auf SchLerchwegsn. 
Ein heiterer Roman von Friede Birkner. 
89) Nachdruck verboten. 
„Das chat mein altdr Freund schon getan, denn 
er überliefert die Schurken heute nacht noch der 
Priesterschaft zur Aburteilung," sagte Christa 
ruhig. 
„Freuen Sie sich Ihrer Rache, — der Chinese 
fürchtet nichts mehr, als in die Hände der Priester 
schaft zu fallen. Denn diese straft fürchterlich, da 
der Verurteilte jede seiner Sünden durch eine neue, 
immer furchtbarere Folter abbüßen mutz." Roy 
gab diesen Bericht in ganz sachlicher Form. 
„Die Gerechtigkeit der Drientvlen ist grausam, 
aber richtig! Was aber tun ,wir mit der Stief 
mutter Roberts?" Und Max erklärte den An 
wesenden, wie die Dinge zwischen Robert und sei 
ner Stiefmutter gelegen hatten. 
Voller Slbscheu hörten ihm alle zu. Und doch 
fand Christa Worte des Bedauerns für die Frau. 
„Sie kann ja nicht im Besitz all ihrer klaren 
Gedanken sein, das ist ja unmöglich! Die Frau ist 
krank, gehört nicht in die Hände der Gerichte, son 
dern in eine Slnstalt." 
„SBetrn Sie die Frau kennen würden, kämen 
Sie nicht auf den Gedanken. Sie macht einen völ 
lig klaren, normalen Eindruck, war aber von jeher 
heimtückisch und boshaft. Ich halte sie für eine 
richtige Verbrechernatur, und solches Menschen 
material muß unschädlich gemacht werden. Aber 
für Robert wird es bitter, wenn er erst die ganze 
Sachlage klar durchschaut." 
„Man könnte ihm die Angelegenheit bis zu 
seiner Rückkehr nach Deutschland geheimhalten, 
aber dann muß er alles wißen!" 
„Ich aber muß durch das Konsulat sofort einen 
Verhaftungsbefehl gegen den Schurken Kin Lung 
erlaßen, damit uns der Bursche nicht entwischt." 
„Wenn dies erfolgt, wird Frau Hartung wohl 
dann schon ahnen, daß der ganze Plan mißlungen 
ist, und wird sich am Ende der Gerechtigkeit ent 
ziehen und außer Landes fliehen!" 
„Das soll ihr nicht gelingen! Ich werde auf 
alle Fälle beantragen, daß man sie irrt Falle des 
Fluchtverdachts sofort verhaften soll auf Grund 
meiner Anklagen. Das muß sich doch machen 
laßen!" 
richtigen Namen führte, war auch jeder frei-- 
sicherer. ^ 
Roy war im großen Ganzen beschaftigun.^^ 
Slm Abend machte er sich deshalb an Robert, „ 
neben Christa saß, heran. Es war eine 
Mondnacht, die Luft angenehm kühl, das Deck ^ 
hältnismäßig leer, und so hatte Robert eigkv' 
sich den Verlauf des schönen Slbends h 
dacht, als sich mit Roy zu unterhalten. Er^fav % 
nicht ein, warum er auf Ron große Rücksicht ■ 
men mußte, und sagte deshalb ganz ungezwuhL^ 
„Können Sie nicht mal zusehen, ob sich an ^ 
anderen Platz hier an Bord eine nette Besķ> 
gung finden ließe für Sie? Ich habe so ^ 
wisse Gefühl, daß Sie hier ein wenig übers . 
sind." (Fortsetzung foķh 
% ein 
* vom 
^flomm 
Lande
	        
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