Full text: Newspaper volume (1926, Bd. 2)

Sache Kntifkers, für eine anderweitige Deckung zu sor 
gen. Da soll er 
eine Unmasse von faulen Wechseln 
der von ihm aufgekauften oder begründeten Gesellschaf 
ten im Betrage von vielen Millionen als Deckung bei 
der Staatsbank untergebracht und daraus Millionen 
kredite bekommen haben. Schließlich war die Staats 
bank innerhalb noch nicht eines Jahres durch Kutisker 
am 14 Millionen Mark geschädigt. 
Die Angelegenheit des Hanauer Lagers soll sväter 
verhandelt werden. Auch hier hat Kutisker mit. Hilfe 
von verschiedenen Personen bei der Staatsbank den 
Eindruck erweckt, dag dieses Lager, das tatsächlich nur 
»inen Wert von 800 060 bis 600 000 Mark hatte, einen 
solchen von 10 bis 12 Millionen repräsentiere. Auch 
dadurch h«be er grobe Kredite von der Staatsbank er 
halten. — Kutisker soll weiter einen Blankowechsel des 
Angeklagten Mau, der für eine Summe von etwa 
SO 0llO Mark Schulden des Blau frei war, über 475 000 
Mark ausgestellt haben. 
Die Verhandlungen werden dann durch eine kurze 
Pause unterbrochen mit Rücksicht auf das Befinden 
Kutiskers. 
Angeklagter Kutisker 
erklärt nach der Pause, die Anklage berufe auf absolute 
falschen Voraussetzungen, und auch über seine Persön 
lichkeit seien ganz falsche Darstellungen verbreitet. Er 
sei kein Kriegsgewinnler, sondern habe schon 1909 in 
Li bau als Fabrikbesitzer eine Stellung eingenommen, 
die in Deutschland der eines Kommerzienrates ent 
spreche. Er schilderte dann die Entstehung der Bezie 
hungen zur Preußischen Seehandlung und seine Be 
sprechungen mit Dr. Rühe. Er müsse bestreiten, daß er 
Schulden von 11,3 Millionen Reichsmark bei der 
Staatsbank habe. Auch faule Wechsel habe er nicht 
gegeben. Er habe auf die Erhöhung der deutschen Pa 
piermark immer fest gerechnet. Darum habe er an 
deren Sturz sehr viel verloren. Auch seine Konizern- 
unternehmungen härten durch die Wirtschaftskrise 
schwer gelitten. Nach seinen Erklärungen erlitt Ku 
tisker wiederum einen Ohnmachisansall. 
Der Vorsitzende vertagte deshalb die Verhandlun 
gen auf Mittwochoormittllg. 
Ausland. 
AnmŞņs ^olarîf.fîî^îf? in ErrOnd. 
In 30 Stunden von Rom nach Pulham 
London, 12. April. Gestern nachmittag ist 
das Polarluftschiff „Norge". mit dem Amundsen 
zum Nordpol gelangen will, in dem englischen 
Luftschiffhafen Pulham eingetroffen. Die Lan 
dung des Luftschiffes bereitete außerordentliche 
Schwierigkeiten, und erst nach zweieinhalbstündi 
gem Manöverieren gelang es um 5 Uhr 50 Min. 
das Luftschiff zu verankern. Zum Empfang des 
Luftschiffes waren u. a. Sir Samuel .soars, der 
Luitminister von England, und Prinz Olaf, der 
Kronprinz von Schweden, erschienen. Das Luft 
schiff hat etwa 3» Stunden gebraucht, um die 2808 
Meilen lange Reise von Rom nach Pulham zurück 
zulegen. Das Luftschiff wird in Pulham mit He 
liumgas wieder angefüllt werden und von dort 
aus über Oslo nach Spitzbergen fliegen, von wo 
aus es dann seinen Polarflug antreten wird. 
Moskau, 12. April. Leningrad bereitet sich 
auf die Ankunft Amundsens und seines lenkbaren 
Luftschiffes „Norge" vor, das in den nächsten Ta 
gen erwartet wird. Die Luftschifshalle liegt in 
Gatschrna, außerhalb von Leningrad; sie wird nach 
den Instruktionen von Amundsens Bevollmächtig 
ten eingerichtet und mit einer sorgfältig ausgear 
beiteten Lichtanlage versehen für den Fall, daß 
das lenkbare Luftschiff bei Nacht ankommt. Die 
russische Akademie der Wissenschaft in Leningrad, 
sowie das geophysikalische Observatorium und an 
dere wissenschaftliche Institute haben Pläne für 
eine Zusammenarbeit mit Amundsen ausgearbei 
tet, auf Grund deren Radioberichte über die at 
mosphärischen Verhältnisse im Polargebiet wäh 
rend des Fluges übermittelt werden sollen. Die 
mathematisch-physikalische Abteilung der Akademie 
der Wissenschaften hat einen Plan ausgearbeitet, 
wonach das Luftschiff, wenn cs in den Polargc- 
bieten einen Unfall erleidet, in destr Stand gesetzt 
wird, Bomben zur Explosion zu bringen, deren 
Schallwellen von den russischen seismographischen 
Stationen aufgefangen werden, wodurch es mög 
lich gemacht wird, den annähernden Aufenthalts 
ort des Luftschiftes zu bestimmen. 
Eine bezeichnende -englische 
EharakLerdarstellung. 
TU. Loirdon, 12. April. Der „Observer" gibt 
Ine ausführliche Charakterschilderung Mussolinis, die 
folgende bemerkenswerte Sätze enthält: 
„Es gibt in der Welt augenblicklich nur wenig 
beachtenswerte Männer. Eigentlich sind es nur zwei 
unserer Zeitgenossen, denen große Beachtung gebührt. 
Der cine ist der verehrungswürdige Hindenburg, der 
von seinen Landsleuten und von der Welt hochgeachtet 
wird; der andere ist Mussolini, der nicht nur eine 
zeitweilige Erscheinung ist, wie man zuerst glaubte. 
Während Hindenburg den Ruhm der Vergangenheit 
repräsentiert, versucht Mussolini eine Rolle der Gegen 
wart zu spielen." 
WTV. Wien, 12. April. (Eig. Drahtber.) 
Bei der heutigen Vorstellung der „Hallenrevue" 
im Apollotheater kam es» als ein Komiker eine 
scherzhafte Bemerkung über Mussolini machte, 
zu einer italienischen Demonstration. Ungefähr 
15 italienische Studenten auf der Galerie brachen 
aus einen Signalpfiff in wüste Lärmszenen aus 
und riefen einen tosenden Tumult im ganzen 
Hause hervor. Das Publikum wies die Ruhe 
störer energisch zurecht, die aus dein Hause entfernt 
und auf die Polizeiwache gebracht Milden. Die 
«eitere Vorstellung verlief ohne jede Störung. 
Inland. 
Konfexerr^ der preußischen 
Re§îerMîgspräs?deņLeu 
M WrNÄLtMWsresorweu. 
TU. Berlin. 12. April. Der Amtliche Preußische 
Pressedienst meldet: Im Preußischen Ministerium 
des Innern fand unter dem Vorsitz des Ministers 
Severing eine Konferenz sämtlicher preußischer Ober- 
und Regierungspräsidenten statt. Der Zweck der Zu 
sammenkunft war eine Aussprache über die Frage der 
preußischen Berwaltnngsresorm. In den Ausführun 
gen der Referenten kam starker Zweifel an dem Ge 
lingen einer großen Verwaltungsreform zum Aus 
druck. Aufgabe der Regierung sei es. eine Verein 
fachung der Verwaltung durch verwaltungstechnische 
Maßnahmen herbeizuführen. Dem in den letzten Jah 
ren stark hervorgetretenen Bestreben, die Entscheidun 
gen selbst in unwesentlichen Fragen in die Schieds- 
behörden zu verlegen, müßte ganz entschieden ent 
gegengetreten werden. Mißstände seien dadurch ge 
schaffen. daß sehr häufig ein Neben- und Durchein 
ander von Reichs- und Landesbehörden festzustellen 
sei. Hier müsse und könne vereinfacht werden. 
Minister Severing führte aus, er würde es be 
grüßen, wenn auch heute schon Klarheit über den 
endgültigen Zustand der Polizeiorganisation und der 
Polizeibelegung geschaffen werden könnte. Aber das 
sei schon aus politischen Gründen heute leider noch 
nicht möglich. Nach seiner Ueberzeugung seien wir aus 
dem Gröbsten noch nicht heraus. Die starke Arbeits 
losigkeit würde auch im Sommer und im nächsten 
Herbst noch nicht überwunden sein. Auch Ausschrei 
tungen politischer Gruppen müßten in Rechnung ge 
stellt werden. Deshalb könne man nicht daran den 
ken, aus heute mit Polizei belegten Gefahrengebieten 
die Polizei herauszuziehen. 
Der- Zrülimkamlpli im KmrpL- 
ausfchuß des şindrsges. 
VDZ. Berlin, 12. April. Der Hauptaus'schuß des 
preußischen Landtages nahm am Montag seine Bera 
tungen wieder auf. Vor Eintritt in die Tagesord 
nung sprach die Vorsitzende. Abg. Hirsch (Saz.) dem 
Kultusminister Dr. Recker die Glückwünsche des Aus 
schusses zum 50. Geburtstag aus. Bei seinem lleber- 
blick über den Haushalt weist der Berichterstatter 
darauf hin. daß auf die ordentlichen Ausgaben ein 
Mehrbetrag von 21 Millionen, auf die außerordent 
lichen ein solcher von 8 Millionen entfällt. 
Abg.Oelze (dm) erklärte, höchst bedenklich sei die 
starke Erhöhung des Schulgeldes um 68% Prag.; die 
Gehälter seien nicht annähernd so stark gestiegen. Die 
Aufhebung der Privatschulen für 1029 führe zu großen 
Härten. Der Redner forderte die Entpolitisierung der 
Schule. 
Staatssekretär Schleusner vom Finanzministerium 
äußerte sich zur Finanzlage. Die Ermerbslosensür- 
sorge habe zu einer starken Belastung geführt. Die in 
den Etat eingestellten 25 Millionen Mark reichten 
nicht entfernt aus. Das Reich habe diese Etatspositio 
nen hinausgesetzt; Preußen werde folgen müssen. Nach 
den Grundsätzen des Reiches müsse Preußen 110 
Millionen Mark aufwenden. Im ganzen liege jetzt 
ein staatsr »iäßrger Fehlbetrag von 308 Millionen vor. 
Höchste Sparsamkeit sei notwendig. 
Abg. BLlitz (DV.) bemängelte den Rückgang des 
Gesamtanteils des Kultushaushalts an den Staats 
ausgaben und die zunehmende Abhängigkeit vom 
Finanzminister. 
Kultusminister Dr. Becker 
führte u. a. aus: Die Finanznot des Staates erfor 
dere sicherlich größte Sparsamkeit, doch sei ein schema 
tischer Abstrich auf dem Gebiete der Volksbildung 
außerordentlich bedenklich. Die Erhöhung des Schul 
geldes sei auf Beschluß des Staatsministeriums er 
folgt, um der Finanznot des Staates Rechnung zu 
tragen. Die Besucherzahl der Dollsschulen sei um 
1,2 Millionen gesunken, die Besucherzahl der höheren 
Schulen dagegen um etwa 88 Prozent gestiegen. Er 
wünsche den baldigen Erlaß eines Reichsschulgesetzes, 
das ein Werk aller Weltanschauungsgruppen sein 
müsse. Mas seine Personalpolitik anlange, so sei es 
nicht richtig, daß die Anhänger irgend einer Partei 
übergangen würden. Der Minister gab seiner Freude 
darüber Ausdruck, daß die Gründung der neuen päda 
gogischen Akademie nunmehr erfolgen könne. Das 
Staatsministerium stehe auf dem Standpunkt, daß 
gegen die Gründung einer simultanen Akademie keine 
verfassungsrechtlichen Bedenken vorliegen. Da aber 
Einspruch erhoben worden sei, werde die Entschei 
dung des höchsten Gerichtshofes angerufen werden. 
Die Not der Junglehrer sei die entscheidendste und 
drückendste Frage. Die Lage der nationalen Minder 
heiten sei eine Existenzfrage für Preußen. Die Regie 
rung wolle bei Anerkennung der Lage in den Grenz 
gebieten eine Versöhnung-politik betreiben, um den 
Kulturkampf an den Grenzen zu entgiften, unter 
Wahrung aller nationalen Interessen. Dasselbe gelte 
auch auf dem Gebiete der internationalen geistigen 
Zusammenarbeit. 
Abg. Prelle (Deutsch-hannoveraner) fordert, daß 
Schulbücher historisch wahr seien; die Ilnwahrhaftigkeit 
der. früheren Schulbücher sei über jedes Maß hinaus 
gegangen. Privatschulen seien ein pädagogisches und 
kulturelles Bedürfnis. 
Abg. Frau Kulcsza (DVP.) betont, daß die be 
wußt evangelischen Kreise allen Grund hätten, an 
der Personalpolitik und Geschäftsführung des Mini 
steriums Kritik zu üben. 
Begabte Kinder seien vom Schulgeld zu 
befreien. Die privaten Vorschulen müßten ver 
schwinden. 
Abg. Hofs (Dem.) wendet sich gegen eine Heraus 
setzung des Schulgeldes und fordert für begabte Kin 
der minderbemittelter Eltern Freilassung. Der Redner 
fragt nach der Regelung der Pslichtstunden der Volks 
und Mittelfchullebrer und fordert Auskunft über das 
Gesetz betr. Trennung von Kirchen- und Schulamt. 
Schleswig-Holstein. 
Die §rKFS der ARftzàmg 
des dsuşşch-dàffchsn graßtrifutits 
Bisher keine Verhandlungen. 
Wie das „Hamburger Fremdenblati" von seinem 
Vertreter in Kopenhagen erführt, hat das dänische 
Außenministerium der deutschen Regierung durch den 
Kopenhagener deutschen Gesandten eine Note zugehen 
lassen des Inhalts, daß die dänische Negierung bereit 
sei, Verhandlungen über die Frage der Aufhebung 
des zwischen Deutschland und Dänemark bestehenden 
Msumzwangrs zu führen. Die Verhandlungen, die 
deutscherseits seit acht Monaten angestrebt werden, 
dürften in nächster Zeit zum Abschluß gelangen. 
Weiter verlautet in der Sache noch: 
Nachdem „Haderslev Stiftstidende" kürzlich eine 
Mitteilung gebracht hatte, nach der man annehmen 
mußte, daß die Aufhebung des Visumzwanges n’t ^er 
deutsch-dänischen Grenze nahe bevorstehe, brin„' jetzt 
„Vsrlingske Tidende" eine Mitteilung des d' sischen 
Außenministeriums, wonach überhaupt noch keine, die 
Materie im einzelnen betreffenden Verhandlungen 
zwischen den deutschen und den dänischen Behörden 
stattgefunden haben. Die dänische Regierung habe 
lediglich auf eine deutsche Anfrage hin sich, prinzipiell 
bereit erklärt, einer Reform des Paßverkehrs zuzustim 
men, Seitdem sei die dänische Regierung aber durch 
interne Verhältnisse daran gehindert worden, die 
Sache aufzunehmen. 
Dis Notstandskredite für die 
Biütiknmsiedler bewilligt. 
Wie man uns aus der Siedlung Ridders schreibt, 
hat das Kulturamt in Heide den Siedlungsgenoisen- 
schaften und Dorfschaftsvereinigungen in den 4 Sied 
lungen des Lockstedter Lagers soeben amtlich mitge 
teilt, daß die Reichsregierung sich bereit erklärt hat, 
den in Lockstedter Lager verbliebenen Soldatensiedlern 
Notstandsdarlehen bis zu je 2888 RM. zu gewähren. 
Don der Gesamtsumme der bewilligten Darlehen ist 
ein Teilbetrag bereits an eine Itzchoer Bank auf das 
Konto der Siedlungsdirekiion Lockstedter Lager über 
wiesen worden. Dieser Teilbetrag ist so hoch, daß je 
dem der Soldatensiedler, die für ein Darlehen in Frage 
kommen, rund 800 RM. sofort zur Verfügung stehen. 
Diese 800 R.R. sollen zur Frühjahrsbestellung gebraucht 
werden. Zweck des Darlehens ist, die notleidenden 
Soldatensiedler aus der drückendsten Notlage zu be 
freien, ihnen insbesondere die Möglichkeit zu geben, 
den für die Frühjahrsbestellung erforderlichen Kunst 
dünger, zumal Stickstoff zu kaufen, ihr auf Kredit ge 
nommenes Vieh und Gerät oder sonstige Schulden, be 
sonders Wechselschulden, zu bezahlen, die sie bisher für 
Wirtschaftszwecke schon haben machen müssen. 
Die Verteilung der Darlehen erfolgt durch den 
Vorsteher des Kulturamtes in Heide, der mit dem zur 
Zeit in Lockstedter Lager anwesenden Vertreter des 
Landwirtschaftsministeriums Oberregierungsrat Ossip 
die näheren Bedingungen, unter denen das Darlehen 
gewährt wird, vereinbart. Das Reich verlangt vor 
allem eine genaue Prüfung der Kreditbedûrfticàit und 
-Würdigkeit der einzelnen Siedler und macht dies zur 
Voraussetzung für die Gewährung des Darlehens im 
Einzelfall. Cs kommen demnach nur solche Soldaten 
siedler für die Gewährung des Notstandsdarlehens in 
Frage, die dadurch auf eine wirtschaftlich so sichere 
Grundlage gebracht werden, daß sie unter gewöhnlichen 
Verhältnissen und bei genügender eigener Anstrengung 
auf ihren Stellen voraussichtlich bestehen können, 
S. Sch. 
Diese Kredite werden selbstverständlich den Sied 
lern sehr willkommen sein, um über vie drückendste 
Not hinwegzukommen und um die Zinsenlast, zu ver 
ringern, aber als eine endgültige Hilfe wird man sie 
kaum ansprechen können. Heute haben schon Land 
wirte auf allem, gutem Kulturboden viele Mühe, die 
schlechten Zeiten zu überstehen, noch viel schwerer ist es 
aber für die Siedler, die gänzlich neu aufbauen sollen. 
Ihnen kann in erster Linie nur geholfen werden durch 
Verminderung der allgemeinen Lasten, soweit es ir 
gend möglich ist. Dadurch würde auch ihre Freiheit 
und Selbständigkeit gehoben, während durch Gewäh 
rung von Krediten, wie immer, so auch hier die wirt 
schaftliche Unfreiheit und Unselbständigkeit gefördert 
wird. L 
Neueste Nachrichten. 
Cm Ahgefandtsr Wupeifus 
in Peking. 
Peking. 13. April. (Eig. Funkmeldung.) Hier 
ist ein Abgesandter Wupeifus eingetroffen, um mit 
Lutschunglin zu verhandeln. 
MinrfterredLN in Kohlen^. 
Koblenz, 13. April. (Eig. Funkm.) Zn einer 
Generalversammlung des Eewerkschaftsausschufses 
für die besetzten Gebiete in Koblenz sprach gestern 
Reichsminister Marx über die Lage im besetzten 
Gebiet. Marx sagte, man dürfe nicht mit dem "Ge 
danken spielen, daß eg vollkommen gewiß sei, daß 
die Besatzungsfrist abgekürzt werde. Er trat für 
eine weitere Förderung des Einheitsrvillens ein 
und sagte, Arbeitnehmer und Arbeitgeber gehörten 
nicht allein in den Tagen der Not zusammen. Die 
Weltw.rtschafl werde bald zu der Ansicht kommen 
müssen, daß die Lasten des Daw-esplanes für 
Deutschland untragbar seien. Nach Marx sprach 
Severing, der die Gewerkschaften zur Besonnen 
heit mahnte. Bei der Regierung in Koblenz fand 
eine Besprechung statt, in der dis Wirtschaftsgrup- 
pen der besetzten Gebiete ihre Wünsche und Be 
schwerden vorbrachten. Severing betonte hierbei, 
daß dir Reichs reg ierung ständig das besetzte Ge 
biet im Auge behalte und sich immer bewußt bleibe, 
daß die zweite und dritte Zone noch der Befreiung 
harrten. 
Wieder ein schweres Militär- ; 
MrgreuD-Mnglirck. 
£.41. Paris, 13. April. (Eig. Funkmeldung.) 
Wie aus Lima gemeldet wird, sind gestern der Lest 
ter des Militärflugwesens zu Peru und 3 Offizier« 
beim Absturz eines Militärflugzeuges ums Lebe» 
gekommen. 
Französischer Protest 
gegen dos itattenisch-engUfche 
Absstinren-Adkowmen. 
TU. Paris. 12, April. Die französische Regie« 
rung hat gegen Vas italienisch-britische Abkomme» 
über Vie Teilung Abessiniens in eine britische u»d 
eine italienische Wirtschaftszone protestiert. Es wir> 
darauf hingewiesen, daß dieses Abkommen die fraik 
Mischen Interessen am Roten Meere ernstlich bedroht 
und stark aus die wirtschaftliche Selbständigkeit eines 
Mitgliedsstaates des Völkerbundes wirke. Es be 
dürfe daher nach französischer Auffassung erst del 
Billigung des Völkerbundes. 
Ministerpräsident Dräun in Tirol 
T.-U. Innsbruck, 13. April. (Eig. Funkineldg.) 
Der preußische Ministerpräsident Braun hat sich 
einige Tage in Tirol aufgehalten. Er besichtigt« 
die Lungenheilstätte Hochzierl und die Arbeiten et 
der Tiroler Wasserkraft-Aktiengesellschaft, sowie 
die landwirtschaftliche Schule Rotholz. 
Der Fall Aaenecke 
vor dem Nöichsdisripiinarhof. 
WTV. Berlin. 13. April. (Eig. Drahtberichül 
Einer Korrespondenzmeldung zufolge wird da« 
Disziplinarverfahren gegen den Schwiegersohn des 
verstorbenen Reichspräsidenten Eüert, dem Attache 
im Auswärtigen Amt Dr. Wilhelm Iaenecke, dek 
von der Disziplinarkammer zu einem Verweis und 
IM Mark Geldstrafe verurteilt worden war, nun 
mehr an den Reichsdisziplinarhof in Leipzig gehen- 
85 Millionen Dollar für den 
Marinelnftdienst. 
WTB. Washington, 13. April. (Eig. Draht' 
bericht.) Die Gesetzesvorlage, die 85 Millionen 
Dollar für das 5jährige Bauprogramm für de» 
Marineluftschiffdienst vorsieht, wurde heute vo>» 
Repräsentantenhaus angenommen und geht NUN' 
mehr an den Senat. 
Das amerikanische Repräsentantenhaus w 
einen Gesetzentwurf angenommen, der den Bau m>ö 
288g Flugzeugen und 2 Luftschiffen vorsiehe. 
Marktberichte. 
Altona, den 13- April 1926. 
beim Grünen Jäger IN. „ 
MkNMwericht te SSS3&35& 
(Ohne (Bewähr.) 
Es wurde gezahlt für >/, kg Lebendgewicht: 
Doppellender 
1. Qualität Kälber 0,75-0.85-ş 
2. „ „ ....... 0,65—u, 74 , 
3 0,50-0,62 - 
4. „ „ nüchterne . . . 0,25-0,40 . 
Zufuhr 1606 Kälber. 
Wandel rnh ! rt. w 
Altona, utii ld. Aprlt lu-w' 
!»(( 
beim Grünen Jäger 18. 
SHiMenieMeriSl L 
(Ohne Gewähr.) 
Er wurde gezahlt >ür '/ 2 kg Lebendgewicht: » 
Fettichweine über 300 Pfd 0,72—0,73 ^ 
aollfleifchige Schweine über 260 Pid. . 0,71— 0.7“ * 
_ ' Schweine von 200—260. . 0,70—0,7' * 
Schweine unter 200 Pjd. . 0,62-0,6°" 
Schwere Sauen Pjd, . . . : 0,60—0,6 
Zufuhr 4214 Schweine. 
Handel flau. 
We MiemWn vM Nienstag'MlKî 
Mehl, (amtlich) Hamburg, 13. April: 
Weizenmehl hiesiger Mühlen 
Bäckermehl „ „ 
Roggemnehl „ „ 
Roggengrobm, „ » 
Getreide, (Freiverkehr) Hamburg. 13. April: 
Mara 
47.75 
41 75 
29,25—31,50 
24,50—24,75 
per 
l0> 
100 t 
100 t 
lOO - 
Mark 
Weizen, inländischer 
Roggen, neu, „ 
ķiaer, 
Gerste, ausl., frei Knwaggo» 
ORais, loko, „ 
282.U0-286.00 
181.00—184.00 
19800-206 00 
177.00—179 00 
176.00-180.00 
per 1000 
1000 
U 
10 0 ' 
1000 • 
lOOO ' 
Aus der Stadt. 
&-■ 
Die Tätigkeit von Lehrern 
im nichlftaatlichen Schuldienst'^. 
Das Preußische Staatsministerium hat ^ 
Verordnung erlassen und dem Staatsrat 
lassen, wonach die ln den einstweiligen 9^ 
versetzten Leiter und Lehrer von staatlichen ^si 
rer- u. Lehrerinnen-Bildungsanstalten bei 
des Wartegeldes verpflichtet sind, unter den ^ 
aussetzungen der §§ 6 und 7 der Verordnung 
26. Februar 1919 freie Planstellen an essen 1 * 
Volks-, öffentlichen mittleren Schulen und 
staatlichen öffentlichen höheren Lehranstaltei ^ 
übernehmen oder zeitweilig wahrzunehmen. 0 
der beigefügten Begründung gibt der 
Pressedienst folgendes bekannt: . gfiif 
In Kreisen der Lehrerbildner wird die *^1 
fassung vertreten, daß sie als Staatsbeam ^ 
verpflichtet werden könnten, Stellen im 
lichen Schuldienst gegen ihren Willen 
es bedeute dies erne Verletzung wohler 
Rechte, die nur durch ein mit qualifizierte-- ^ 
heit angenommenes Reichsgesetz angenom» 
den könne. Dieser Auffassung kann das ^ v 1 
Ministerium nicht beitreten: es ist vier M 
-r.mäbntc Gcl^- 
Meinuna. dasi das einaanas 
şie Unk 
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