lUtör. f
tfmctbunö-.)
rrn der Lei«
3 Ofsizitk«
UMS Leben
Alische
en.
fische Regie«
Abkomme»
ritiscke
t. Es wird
m die frais
tlich bedroht
ügkeit eines
cke. Es be
rg erst del
in Tirol
funkmeldg.)
UN hat sich
c besichtigte
Arbeiten an
haft, sowie
Hof.
tberichU
>ird da»
lohn des
l Attache
recke, der
weis und
lar, nun-
ig gehen-
den
nhaus ļ¥
en Bau v^
erficht.
April 1926.
IsKnmmer f^
erw.-tzolstkin
'85-4
),U .
),62 -
),40 „
Apur J.y40'
schafļskamchtt
esm.-Holstet'ķ
iefit: ,/
0.72—0.73
lg.MlKi
lpril:
per
j0> iis
,00 >
1Ü0 r
lOO t
)t
irern
.bie#.,
-rat ö“Ä
Ruh»",.
«
; bei
er den ^
rdnung ^
■ «f S'
I und n .
mstalten^s
chmen. Ju
er ÄintlĢ
Ä»î
gl«
ird die
beamte ^-
in nl-htst»:
»NLUnķ,c>
rerter ^
tomtnej* *
das &ļ 1,1'
oielnnşF
ìîe Unterbringung der Leiter und Lehrer bisher
taatllchsr Lehrerbildungsanstalten eine unanfecht
bare rechtliche Grundlage bietet, die Lehrerbild-
ìîr nötigenfalls auch ohne ihr Einverständnis in
stellen des nichtstaatlichen öffentlichen Schul-
tienstes einzuweisen.
, Es muß mit der Möglichkeit gerechnet werden,
daß die Gültigkeit des Gesetzes im Prozeßwege be
ritten und feine Anwendung dadurch um Mo
nate verzögert wird. Da aber mit Rücksicht auf
Jc n bevorstehenden Beginn eines neuen Schuljah
rs mit seinen besonders zahlreichen Neubefetzun-
erledigter Schulstellen auf unverzügliche Durch
führung des Gesetzes der größte Wert gelegt wer
den mutz, so hält das Staatsministerium in diesem
Hall die Anwendung des § 8 Abf. 2 der Wartegeld-
derordnung vom 26. Februar 1919 für erforder
lich, um die Lehrerbilder durch Staatsministerial--
befchlutz zur Annahme von Stellen im nichtstaat
lichen Schuldienst zu verpflichten.
* * * •
*+ Der Verein ehem. 84er in Rendsburg hielt
ton 10. d. M. feine Monatsversammlung ab. Als
stimmberechtigte Abgeordnete für die Tagungen
des Kreiskriegerverbandes am 15. und 16. Mai in
Tchülldorf wurden die Kameraden Knoop und
Holzheu gewählt. Außerdem werden sich an den
Veranstaltungen in Schülldorf viele Kameraden
des Vereins mit der Fahne beteiligen. Von einem
Kameraden ist für die Teilnehmer ein Fuhrwerk
in kameradschaftlicher Weise unentgeltlich zur Ver
fügung gestellt worden. Zur Unterstützung des
Denkmalsfonds soll eine Zeichnungsliste den Mit
gliedern durch den Vereinsboten vorgelegt wer
ben. Von Nichtmitgliedern aus dem Kreise wird
der Kassenführer Holzheu, Grüne Straße 1, wei
tere Spenden entgegennehmen. An der am 10.
und 11. Juli d. I. in Schleswig stattfindenden
Denkmalsweihe zu Ehren der Gefallenen des Jnf.-
Neg. von Manstein, Schleswigfches Nr. 84, ver
bunden mit einem zweiten Regimentsappell, wird
der Verein ebenfalls recht stark mit seiner Fahne
ieilnehmen.
* Warnung vor Annahme beschädigter Nenten-
bankscheine. Der Nachrichtendienst der Deutschen Ren-
'»nbank teilt mit: „Seit einiger Zeit kommen in
Berlin echte Rentenbankfcheine zu 8 Rentenmark vor,
^ie durch Abschneiden oder Herausschneiden senkrechter
streifen beschädigt und durch angeklebte oder überge
klebte Papierstreifen ergänzt worden sind. Vielfach
u>ird dazu schwarzes, leinenartiges Papier (Kaliko)
verwendet. Das Publikum wird ersucht, die Annahme
sicher zu Fälichungszwecken beschädigten Scheine zu
verweigern und von ihrem Vorkommen die nächste
^vlizeidienststelle zu benachrichtigen."
* Neugestaltung der deutschen Münzen? Eine
vollständige neue Reihe der heutigen deutschen Münzen
die staatliche Porzellanmanusaktur auf Grund
^'er reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Münz-
şşstìaltung geschaffen. Die Handelskammern führen
in einer Eingabe an das Wirtschaftsministerium
a , Us > daß hier der Versuch gemacht worden sei, mit
^iner einheitlichen künstlerischen Durchbildung der
eutschen Münzreihe Ernst zu machen. Das Mini'ste-
r>.-m wird gebeten, sich dafür einzusetzen, daß die
^ntwürie einer Neugestaltung unserer Münzen zu»
Srunde gelegt werden. Es ist oft darüber geklagt
worden, daß unsere Münzen und Banknoten häßlich
Md ohne künstlerischen Geschmack wären. Hoffentlich
bi hier nun wirklich etwas Wertvolles geschafsen
worden.
*8 Volksbühne. In Kiel wird flkr den Monat
Juni ein deutjch-jchwedifches Muistkfest vorbereitet, das
soll heißen: Schleswig-Holstein, als Völkerbrücke zum
Norden, erstrebt. nicht nur wirtschaftliche, sondern auch
geistige Anknüpfung mit den stammverwandten skan-
dinavifchen Völkern. Da wird es besonders begrüßt
werden, daß unsere Volksbühne einen der größten
schwedischen Künstler, Sven Scholander, den Freund
Sven Hedins, für Rendsburg gewonnen hat. Durch
die geringen Eintrittspreise ist auch unserer Jugend
der Besuch der Veranstaltung ermöglicht. Das „Acht-
Uhr-Abendblatt" schrieb über Scholander: „Seine
schöne und klare Stimme und die im Ernsten und
Heiteren gleich eindringliche Art seines Vortrages
gewannen auch diesmal die Herzen im Sturm. Es
war ein genußreicher Abend und des Jubelns kein
Ende." — „Nationaltidente" in Kopenhagen urteilte:
„Seine künstlerische Energie ist so unverändert, daß er
im Scherz wie im Ernst während des ganzen Abends
die Stimmung fest und die Sinne gefangen hält.
Zum Schluß Jubel und Begeisterung."
*A Frische Milch in den Vahnwirtschaften.
Auf Veranlassung der Hauptverwaltung der Deut
schen Reichsbahngesellschaft wird den Bahnwirten
jetzt die Bereithaltung frischer Milch zum Ver
kauf an Reisende zur Pflicht gemacht. Demgemäß
wird § 18 der Allgemeinen Bedingungen für die
Verpachtung der Bahnwirtschaften dahin abgeän
dert, daß darin hinter Teee noch „frische Milch" als
alkoholfreies Getränk besonders aufzuführen ist.
*4- Vom Lyzeum. An. Stelle von Frl. Stu
dienassessor Cremer-Kiel ist Frl. Studienassessor
Hedwig Gerling-Elmshorn an das hiesige städtische
Lyzeum berufen. *
Billige Sonderzüge nach Düsseldorf zum Ve
such der „Eefolei". Die Reichsbahnverwaltung
wird Mr die Besucher der vom Mai bis Oktober
stattfindenden Großen Ausstellung Düsseldorf 1926
(Gesolei) eine Reihe von Sonderzügen mit 331-
Proz. Fahrpreisermäßigung verkehren taffen. Sol
che billigen Sonderzüge sind zunächst von folgen
den Städten vorgesehen: Berlin, Breslau, Dres
den, Frankfurt a. M„ Hamburg, Hannover, Kö
nigsberg i. P., Karlsruhe, Kassel, Leipzig, Magde
burg, München, Nürnberg, Oldenburg und Trier.
Der Zeitpunkt des Verkehrs wird noch bekannt ge
geben. Bei vorhandenem Bedürfnis und unter
der Bedingung, daß sich mindestens 400 Fahrtteil
nehmer melden, können Sonderzüge mit Fahr
Preisermäßigung auch von jedem anderen beliebi-
gen Ort veranstaltet werden.
Besondere Hinwerfe.
Diese Rubrik dient zur Unterstützung von Anzeigen
Die 77 mm breue Reklamezeile wird zum ermäßigten
Preise von 40 berechnet. *
(Ohne Verantwortung der Redaktion.)
^ Klavierabend in Rendsburg. Am kommenden
Freitag (16. April) gibt der in Rendsburg bereits
bekannte Pianist Herr Willy Krüger in der Aula des
Seminars einen Klavierabend. Der Künstler, dem
ein guter Ruf voraufgeht, wird in diesem Konzen
besonders feine Kunst im Improvisieren zeigen. Kar-,
ten à M 1.— sind bei Alüers, Barlach und im Musik
haus Rumohr zu haben.
30" 2T l?
KT
iz.Gpriime
Tsr SWS-
ir
Zerschneiden Sie bitte eine
CIGARETTE ļļ
REEMTSMA
SASCHA
(5 Pfg.)
und hauchen Sie recht warm auf den in die hohle
Hand geschütteten Tabak. Dann wird sich der milde
Duft entwickeln, der die Marke Sascha für Dauer
raucher besonders geeignet macht
federdicht gestreift Inlett
l V,tchlösrtg großesOber-
be!t, Unterbett u. 1 Kis
sen mit I4Pjd. grauen
Federn gefüllt à Gebe»
M. 35.—. Dasselbe rot
mit 2 Kiffen «. 16 Pfd.
besseren gr. Federn ge
füllt M. S3.-.
BeftSsdern
grau per Pfd. M.0.90
und bessere 1.50, graue
Haîbdamr.n oder gr.
geschlißenr Federn P d.
8.25, weiße Federn 4.50,
graue Daunen 8.50.
MetallbeUen.Aiissteuer-
arlitiki sehr billig. Nicht-
geialleild, Geld zurück.
Tausend-Dankschreiben
Deuemabrik
TI. RnnifSn, m\Uk
Belyeoerngroßhandiung
u. Berfand. Gegr. 1895.
pte Frau
von Dr. med. Paull
mit 78 aufklärenden
Abbild. Der Jnbalt
klärt viele Fragen
über Geschlecht, Ebe
leben, Schwangerfch.,
Geburt. Wochenbett,
Säuglingsoilege,
Wechfcliabre. Ee-
fchlechtskrankheiten
usw. Preis 4,— (5.--M
und Porto.
Richard Oschmann,
Äsnstan, Nr. S31.
Witterungsübcrsicht.
Das von Südwesteuropa vorgestoßene Hochdruck
gebiet hat sich über Mitteleuropa gelegt, wo nun
ziemlich gleichmäßiger Luftdruck von 762 bis 768 Mm.
herrscht. Infolgedessen ist die Luftbewegung hier
überall schwach, die Zufuhr kalter Luft aus Norden
und Nordwesten ist allmählich schwächer geworden,
so daß die Sonneneinstrahlung uns bald Erwärmung
bringen dürfte.
Vorhersage: Schwache Luftbewegung, etwas
wärmer, wolkig bis heiter, keine oder geringe Regen-
fälle.
Hamburg, den 12. April 1926.
Deutsche Seewarte.
Küchertifch.
Mit dem 4. Band von Vrockhaus' Konversations
lexikon ist der Ring von A bis Z geschloffen, und der
Zauberstach hak seine volle Kraft gewonnen. Ange-
lsgenhsrt eines loden Deutschen ist es, dom neuen
Blockhaus in seinem Heim einen Ehrenplatz einzuräu
men. Es ist auch wieder ein Genuß, durch Len Sval-
tenwald des 4. Bandes fvas-iercnzugeben. Kunstvolle
Tafeln, bunte und schwarze, ausführliche Karten und
eine reiche Zahl trefflicher Uebersichten und Tabellen
kesseln neben dem reich mit Bildern und Karlen aus
gestatteten Text. Sport, Turnen und Tam sind, um
aus der Fülle nur etwas su nennen, mit Tafeln sehr
gut vertreten; such eine famose Uebersicht der Welt
rekorde schürt zu dieser Gruppe. Jeder findet Beleh
rung und Anregung, von welcher Seile, mit welcher
Frage er auch kommen mag. Preis jedes Brockha-us-
Bandes in Halibleinen geb. lg M, in Halbvergament
geb. 26 M.
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne.
Rendsburg. Mühlenstr. 18.
Berlagsleilung: Ru d o lf M ö l I er.
Chefredaktion: Ferd. Möller.
Verantwortlich für Leitartikel sowie Politik: F e r o.
Möller, für Feuilleton sowie allgemeinen
Teil: Adolf Eregori: für den wirtschaft
lichen Teil: Dr. I o h a n n G osch ; für den pro
vinziellen, örtlichen und sportlichen Teil: Karl
Müller, alle in Rendsburg
Traum.
Heute nacht lag ich im Norden,
Unb ein grauer Tag verschwand,
Und, zum schönsten Traum geworden,
Dehnte sich mein Heimatland.
Und ich sah die Segel gleiten
Auf dem abendlichen Strom,
Und in halb verhüllten Weiten
Lag die Stadt mit ihrem Dom.
O wie da die Wälder sangen,
Die ich längst nicht mehr vernahm,
Und die alten Glocken klangen
Wie im Märchen wundersam.
Und das Wehr kam aus der Ferne,
Und es dämmerte das Feld,
Und die ersten, großen Sterns
Zogen leuchtend durch die Welt . . .
Hans Bethge.
Berliner KrlÄerÄogeu. I
Von Marie Harder,
àfşchen dem Brandenburger Tor und der
in iwyr^ en Botschaft steht ein blutjunges Ding
àhenn * 7 0rm der Heilsarmee. Jedem Vorüber-
^irt sie das gleiche Lied entgegen, das
„ der Mitmenschen erzählt. Und die
ftehnnw rührend zart, daß selbst die Eilig-
i umhin können, eine Münze in die blanke
Utzh s, êu tun. Ich stehe in einiger Entfernung
e ’ daß tatsächlich die wenigsten ohne
°iese à? vorübereilen. Was ist das? Vermag
n Kinderstimme die Menschen weicher zu
^ i Q der zehnmal belebteren Friedrich-
rös ih:b en , .ņran demgegenüber beobachten, daß die
a nb Steil» Verkrüppelten, die bettelnden Mütter
’;? ,e uran sie kaum.zehn Schritte von-
t m %n, en» r-l rn i ^gereiht findet, lange warten
r lunge »/ch. ihnen eine Hand auftut. Und die-
y? Büchs» ^Uşchenkind hier kann bald mit gefüll-
./ahlen der Die mattgoldenen Licht-
z ^staben de?°ņne brechen sich i n den gestickten
r).8 e nen *oten Bandes um den erdwärts ge-
^iĢlstrahipņ ; Hailsarmeemädchens. Diese
a . sie überfluten die ganze Breite
des lebendigen Pariser Platzes. Und plötzlich ist
die Kombination die einfachste der Welt: die
Großstadt feiert Frühlingsanfang. So etwas öff
net aber nicht nur die Herzen, sondern sichtlich
auch die Taschen der Menschen.
4-
Am Oranienburger Tor geben die Akenschen
Fünfzigpfennigstücke hin, um Jolly, den Hunger
künstler, bestaunen ju können, der sich seit Ende
Februar von Zigaretten und Selterwasser nährt.
Die vierundvierzig Tage, die er sich zu hungern
vorgenommen hatte, gehen ihrem Ende entgegen.
Eine Zeitung weiß, daß er 30 vom Eintritts
geld bekommt und schon fünfziglausend Mark ver
dient hat mit. . . . Hungern. Und die ärmsten
Großstädter, die auch nicht gerade gut ernährt aus
sehen und durch Jahre das Hungern kennen, sie
staunen den Mann im Glaskasten an, als sei der
Teufel „Hunger" ein unbekannres Phänomen. Und
seit Jolly haben es vier oder fünf Menschen ver
sucht, in Berlin durch Hungern ihr Brot zu ver
dienen. Dann endlich har die Polizei „das Hun
gern" verboten.
•fr
Wenn an den Wochentagen nach sieben Uhr
die Lampen der Geschäfte nacheinander verlöschen
und es in den Straßen stiller wird, stiller und
dunkler, dann sieht man im Norden der Stadt um
einen Torbogen Glühbirnen in allen Farben, wie
sie ein großes Plakat umkränzen. Unwillkürlich
bleibt man stehen und liest: „Heute großer Wit-
weuball! Aeltere Jugend! Nur Rundtänze!
Rauschende Ballmustk! Stimmung von Anfang
bis zum Schluß! Jeder amüsiert sich wie noch nie
in seinem Leben."
Dieses Schild ist jeden Sonnabend nicht nur,
sondern dreimal in der Woche erleuchtet. Dreimal
in d. Woche vergnügt sich hier die Berliner „älte
re Jugend". Und der Zustrom ist nicht gering, wie
man feststellen kann, wenn man sich die Zeit läßt,
hier zwanzig Minuten zu stehen. Frauen und
Männer in gleicher Zahl gehen durch den Torbogen
auf den im Garten liegenden Tanzsaal zu, aus dem
es beim Oeffnen der Türe bis auf die Straße
dringt: „Die Mädchen von Java, die sagen nie
mals nein . .
Dem Schloß gegenüber fällt einem Menschen
der Stack aus der Hand. Scheinbar kann er sich
nicht bücken; denn er streckt wie hilflos die Arme
von sich, während ihm der Kops imn auch seitwärts
fällt und die Akütze neben den Stock zu liegen
kommt. Ehe noch jemand zupackt, liegt der Mann
auf dem Boden, krampst die Hände zusammen wie
in der Epilepsie und hat schnell eine Monschenschar
um sich. Ein Jüngling kommt schon mit einem
Glas Waffer, andere tragen den Kranken ein Stück
zur Seite und legen die Mütze und den Stock neben
ihn. Nun kommt er schnell W sich, richtet sich gegen
die nächste Hauswand halb hoch und hält bittend
seine Mütze hin. Niemand hat bemerkt, daß es sich
um einen besonders geschickten Simulanten han
delt, der im Handumdrehen etliche Silberstücke in
seiner Mütze hatte, sich fünf Minuten besinnt und
dann weiter marschiert, um seine Komödie eine
Straße weiter neu zu inszenieren. Der Kassen
erfolg wird derselbe gewesen sein.
*
„Ich, der ehemalige Staatsförfter Jeczawitz,
früher in Försterei Tiedmannsdors-Ostpreußen,
war 30 Monate unschuldig im Gefängnis! Ein
vierfacher Fehlspruch der Strafkammer in Brauns
berg!" So verkaufte im Herbst v. I. ein Mann in
der Uniform eines Forftbeamten eine Zeitung.
20 4 kostete sie. Jeder kaufte. Und man konnte
durch ein vierseitiges Blatt die Geschichte eines
Försters lesen, der verurteilt wurde, weil er aus
staatlichen Wäldern Holz für eigene Rechnung ver
kaufte. Man gewann bei dem Studium seiner
Ausführungen, in denen er immer wieder feine
Unschuld beteuerte, durchaus nicht den Eindruck,
daß er wirklich unschuldig sei. Es wäre allerdings
nicht das erste Mal, daß ein Unschuldiger verur
teilt wurde. Aber es gibt auch Schuldige, die sich
unschuldig nennen. Jedenfalls: der Mann wurde
damals seine Blätter reißend los.
Run sah ich ihn wieder in den Berliner Stra
ßen mit seinem Protestblatt. Und wieder ging es
reißend weg. Wohl fünfzehn Minuten habe ich
das beobachtet und dabei geschätzt, daß der Mann
in der Stunde an die hundert Blätter verkauft.
Macht an einem Tage ... in einer Woche . . .
in einem Monat . . .
Wie gesagt, im Herbst sah ich ihn zuerst. Wie
lange er damals schon sein Blatt verkaufte, läßt
sich nicht ohne weiteres feststellen. Jedenfalls
wird der Mann eine gute Existenz durch diesen
Blätterverkauf haben . . . Entlassener Gefange
ner zu sein, ist immer eine Tragödie, an die zu
wenig Menschen Lenken. Dieser aber ist arf- einen
Ausweg gekommen, von dem man nicht recht weiß,
ob man ihn robust oder tugendhaft neuncit soll.
Auf jeden Fall aber ist so etwas nur in Ber
lin möglich.
Die Königin von England gegen die
kurzen Röcke.
Nachdem sich erst vor kurzem die Königin von
Spanien als Modemoralistin betätigt hat, ist nun
mehr auch die Königin von England diesem Bei
spiel gefolgt und hat sich für ihre Frühjahrs-
empfänge den Besuch von Damen mit kurzen
Röcken verbeten. Um keine Mißverständnisse über
diesen dehnbaren Begriff aufkommen zu lassen, hat
sie verfügt, daß zwischen Rocksaum und Böden nur
ein Abstand von 12 Zentimetern bestehen dürfe,
während es bisher in der Eesellfchaft üblich war,
diesen auf 45 Zentimeter auszudehnen. Die Lon
doner Damenschneider haben sich die größte Mühe
gegeben, ein Kompromiß zu erzielen, iàm sie
zehn Zentimeter geschenkt haben wollten. Aber
die Königin hat sich nicht erweichen lassen; sie ist
der Ansicht, daß man der Mode schon genug Zu
geständnisse gemacht habe.
Besondere Hinweise.
*
Aus einem Liebesbrief.
Für die Wurst, die Du mir gcfchickr
hast, sage ich Dir meinen besten Dank. Zu meiner
großen Freude stand unter dem Roman, worin
Du dieselbe eingepackt hattest, „Fortsetzung folgt".
In dieser Hoffnung verbleibe ich Dir Deiir treuer
Max."
Aus einem SWleransfatz.
„Wie Darus die Germanen bedrückte." . . . .
Varus nahm immer mehr, als er nötig hatte. Wenn
er vierzig Zentner Roggen brauchte, dann forderte
er von den Leuten achtzig. Die übrigen vierzig
steckte er in seine Tasche. Mit Vieh machte er er
àso. jjJ
j',.
• » >
ŗ:'
Ski
' :
No full text available for this image