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meu, wo ein großer Viehstapel auch für praktische Ņ
beiten zur Verfügung steht.
Wenn er dann weiter noch stch darüber beschul
das; die Kammerumlage fast wieder in alter Höhe vor'
gesehen ist, so mutz ich dem doch entgegenhalten, daß eSl
ganz gewiß nicht unbedeutend ist, wenn die llnllķ
von 825 (WO auf 724 COO, also um 101 000 M — 12 Pr->i-
der Umlage, herabgesetzt worden ist, trotzdem die »i$
lich liquiden Reserven der Kammer — wie wir f
sehen haben — fast gleich Null sind. Wie sehr die ¥
klagenswerte Erhöhung aller Unkosten übrigens niş
nur auf die öffentlich-rechtlichen, sondern auch auf ^
fteien Organisationen wirkt, wird ihm eine Veoba^ -
tung der Beitrage bei diesen leicht zeigen können. # at
mir liegen die Berichte über einige der letzten îft'
sammlungen der Kreisgnuppen des Schleswig-Holstei^
fchen Bauernvereins. Im Kreise Steinburg wird ^
richtet von der Einstellung eines Juristen als «igen«>»
Justitiar bei der Hauptgeschäftsstelle. Der Provinzi^
Vorsitzende weist in eindringlichen Worten darauf h>">
Latz wir „zum Sparsamkeitsprinzip der Väter" zuiü^
kehren mutzten. Schlutzcrgebnis: ,siDer beantragt«»
Beitragserhöhung von 40 auf SO 4 pro Hekt. wird ii»
Hinblick auf die Bedeutung der Berufsintereffenr»«^
tretung dàttelos zugestimmt." Das bedeutet aĢ
eine Erhöhung der Umlage um 2S Proz. — Im Kr«^
bauernverein Eckernförde betont der Provinzialook'
fitzende wiederum einleitend, „daß man immer wiet«»
die Sparsamkeit an allen Ecken und Enden beio«»»
müsse, und datz man nicht bloß davon reden soll« •
Schlutzergebnis der Versammlung: Die Finanzierung
des Bauernhauses in Tckcrnsörde ist durch freiwillig»
Zeichnungen gesichert. Für 1926 soll aut Vorschlag d«»
Vorstandes ein Beitrag von 80 4 pro H-kt. erhob«»
weiden. Die Anstellung eines neuen Geschäftsführer
und zwar eines Akademikers wird befchlofsen.
Man kann aus diesen Beispielen wohl sehen, do^
di« innere Entwicklung in den landw. Jntereffenv«^
tretungen angesichts der dringenden Notwendigk«^
mit immer verstärktem Nachdruck für die landw. I»'
teresscnvertretung, einzutreten, eher nach einer Erh^
hung als nach einer Ermäßigung der Mittel für ^
landw. Interessenvertretung drängt. Die Kammer ¥
aber seit der Stabilisierung unserer Währung k«>^
Erhöhung der Umlage mehr vorgenommen, ist so/
mit einer recht erheblichen, nämlich iLprozentş
Drosselung ihrer Umlage vorangegangen. Die K»^
mer kann danach wirklich für stch in Anspruch nehw«^
dem Sparsamkeitsprinzip auch in der praktischen Duşş
sührung Rechnung getragen zu haben!
Ich hoffe, datz hiernach auch Herr Hömk doch
zu einem Freunde der Kammer werben wird. Ist da»
„Häuflein ihrer Freunde" wirklich so gering, wie î* fl
Hönck annimmt, so ist da» wohl auf di« leider in nf
Jeter Provinz vielfach übliche unsachliche Art, wie d»
Kammerverwaliung gerade aus den eigenen Rei^
der Landwirte, ja selbst der eigenen Kammermitglî»'
der, immer wieder angegriffen wird und nicht «^
auf unsachlich« Arbeit der Kammer zurückzuführen.
Dr. Aswi»-
Wir geben di« vorstehende Erwiderung des
merdirektors Dr. Asmis auf das Eingesandt des
befitzers Hönck-Havblek in Nr. 64 (17. 8. 26) der
deszeitung wieder. Wir nehmen an, datz der Proşş
zialvorsitzend« des Bauernvereins, Hofbesitzer Sran>^
johann, Gelegenheit nehmen wird, sich zu den in ^
Eingesandt enthaltenen polemischen Ausführung«" 0
gen die Umlagepolittk des Bauernvereins zu äutz«^"'
Màgl« ans dm şiZļikNW.
Dir RcdxUio» Nell! di» Brnurmn, dieser Sk dri!, er der Râķ!«
«rNattet. dem Publikum zur Belvrechiing een îrniieļegenbeļten allge
meine» Jnierelpi «ur Lrrfügnng, verwahr« sich »der »utdrllcklich !a-
getlCTi, mit dem Inhulie idendisizteri zu «erden und ddernimmi doiür
einerlei îieiannnartung. Wir beb allen und dar, bei Eiiisendunqea
«eiche unserer Anstchl nach über da» ïlii de» tzachliche» hinaulgetzeu.
tvrrelbur» resK, btreichunue» «arzunedme».
Eingesandt.
ZUM Roranschlag
der MndWirLfchaftskamwsr.
In Nr. 64 dieses Blattes nimnrt Herr A. Hönck,
Harblek, Stellung zum Voranschlag der Landwirt-,
schaftskammer. Es ist gewiß sehr dankenswert, wenn
auch jemand außerhalb der Kammer einmal Gelegen
heit nimmt, in den Voranschlag der Landwirtfchafts-
kammer gründlich hineinzublicken. Nur ist es. wie
Herr Hönck auch selbst hervorhebt, nicht ganz leicht,
Voranschläge oder Bilanzen von einem Unternehmen,
dessen Einrichtungen man nicht kennt, lesen und ver
stehen zu wollen. Was aber „Vermögen" und was
„Schulden" bedeuten, das hatte Herr Hönck stch doch
wohl klar machen können. Herr Hönck rechnet aber fo:
Unter Vermögen findet er „Einnahmereste" in Höhe
von rund 246 OOO Ji. Das find Außenstände, also For
derungen der Kammer auf noch nicht eingegangen« Be
träge, Gebühren u. a. Diese Forderungen zusammen
mit anderen Aktiven, z. B. Kassenbestand u. dergl. be
rechnet Verfasser insgesamt mit rund 380 OC0 -4t Ka
pitalvermögen. Soweit mag die Rechnung noch ge
hen, -nnr ist dies leider nicht „liquides" Kapilalver-
mögen, weil es, wie noch nicht eingegangene Forde
rungen und Beteiligungen, z. B. an Höfsbank u. dergl.
doch nicht greifbar ist, auch großenteils kaum Zinsen
bringt. Wollte Herr Hönck das wirklich verbleibende
KapitalvermöMn aus der Vermögensübersicht errech
nen, so hätte er von dem Eesamroermögen der Kam
mer, welches mit 1 024 000 Reichsmark nachgewiesen
ist, nur das Grundvermögen mit Inventar in Höhe
von l Oll 000 -4t abziehen brauchen und wäre dann auf
ein Netto-Kllpitalvermögen am 1. April 1925 von
13 000 <4C gekommen. Gewiß eine Summe, die bei dem
großen Apparat der Kanimerverwaltung mtt ihren
rund 30 Schulen und Instituten als absolut unzurei
chend hätte anerkannt werden müssen. Statt dessen
geht Herr Hönck aber weiter in der Vermögensüber
sicht und übersieht mit einiger Gewandtheit die sett
gedruckte Ueberschrift „Schulden".
Wollte man Herrn Höncks Zahlen richtig benutzen,
so stellt sich die Rechnung so: rund 880 000 «4( Kapi
talvermögen, denen gegenüberstehen rund 851000 M
Schulden, bleibt zugunsten der Kammer 29 000 -4t.
Herr Hönck ist aber «in großer Rechen- und Bi
lanzkünstler und rechnet so: 380 000 M Vermögen und
351OOO M. Schulden sind zusammen 731 000 -4t, also
rund Dreiviertel Million. Schon ruft er entsetzt
aus: Was macht di« Kammer bloß mit all dem vielen
Geld? Die Antwort hat er schnell bei der Hand,
natürlich baut fix ihren Kammerpalast davon.
Herr Hönck ist wirklich anscheinend nicht nur ein großer
Rechen- und Bilanzkünstler, sondern er ist auch ein
liebenswürdiger kleiner Spatzvogel und ich bin ihm
dankbar, datz er auf diese Weise doch auch einmal
Humor in die ernste Debatte über di« Kammerumlage
hineingebracht hat.
Noch ein Wort zur Melkerscholr, von der Herr
Hönck tn merkwürdig naiver Vorstellung annimmt, daß
sie in der Großstadt errichtet werden soll. Das ist na
türlich nicht der Fall, sie soll aufs Land, und zwar
voraussichtlich auf das Provinzialgut Bokelholm kam»
Pķotrmftattaņàg und MrrsmchmLrkäMVfnng.
Erstattung der Kosten für die ZW MlMWWgMfMll.
mpfung bei Ausbruch der Maul- Antrag KN den PromrrzirMsndLag
uud Klauenseuche. ' gegen dis finanzielle Bevorzugung
qchtrag IV zur Wlehftllchcn-Entfchädigungsfatzrrng Lev angeschlossenen Betriebs,
r die Provinz Schleswig-Holstein mit Ausnahme Auf der letzten Tagung des Provinzialland-
s Kreises Herzogtum Lauenburg vom 12- Noo. tag es reichten die Abgeordneten Peters, Ions und
1921 und 18. Febr. 1822. Stamerjohann einen Antrag betreffend Tuber-
Der Provinziallandtag am 8. April hat be- kulofetilgung ein. Der Antrag lautet folgender-
lofsen, in die Satzung folgenden neuen Para- maßen:
aphen aufzunehmen: „Große Erbitterung herrscht in weiten land-
§ 13b. wirtschaftlichen Kreisen der Provinz über die
Uebernahme von Kosten des Serums aus An- Handhabung der Entschädigung der Tierbesitzer,
ß von Simultan- und Schutzimpfungen des Rind- die stch dem Tuberkulosetilgungsverfahren an-
ehs gegen Maul- und Klauenseuche mit staat- geschlossen haben. Diesem Tilgungsverfahren,
h-m Serum ì>as nicht obligatorisch ist, sind nicht einmal
'Den in der Provinz Schleswig-Holstein an- 5 Proz. aller viehhaltenden Betriebe ange-
sstgen Besitzern von Rindvieh oder denen, die schlossen; die ^ gezahlte Entschädigungssumme
emdes Rindvieh in Obhut oder Gewahrsam ha- dagegen beträgt nach dem be«anntgegebenen
n, werden die durch die Vornahme von Simul- Zahlenmaterial fast 50 Proz. aller zur Aus-
nimpfungen mit staatlichem Maul- und Klauen- Zahlung ^ gelangenden Ģelder. Zn Anbetracht
ucheserum entstehenden Kosten anteilig erstattet, dieser feststehenden Tatsachen haben in vielen
id zwar bei Simultanimpfungen zur Hälfte, landwirtschaftlichen Vereinen Protestversamm-
enn bei Ausbruch der Maul- und Klauenseuche lungen gegen diese ungerechte Regelung statt-
einem Bestände dieser ganze Rinderbestand un- gefunden, insbesondere deshalb, weil nachge-
rzllglich mit dem staatlichen Serum durch einen wissenermaßen größtenteils nur stark verseuchte
ierarzt geimpft wird und es sich um über 2 Mo- Betriebe sich dem Verfahren anschließen, um
ite altàinder handelt. später nach erfolgter Bereinigung'die Mitglied-
Vei Simultanimpfungen sind die Kosten des schalt zu kündigen. Es ist deshalb unbedingt
rbrauchten Serums durch Vermittlung der zu- erforderlich, datz hier Wandel geschaffen werden
indigen Orrspolizerbchörde beim Landeshaupt- J TC Ö ^ et vorbehaltlosen Anerkennung
ann anzufordern. Hierbei ist seitens der Orts- î>os großen Wertes des Verfahrens,
llizeibehörde das Datum der Seuchenanzeige an- ^ Wir beantragen deshalb:
:aeben. Den Anträgen ist eine Bescheinigung des ' LeT Provinzialausschuß wird gebeten, der
mpftierarztes über die Zahl und das Alter der Tuberkulosetilgung naherzutreten und
impften Tiere, sowie über das Datum der Im- zu prüfen ob nicht, auch wenn
ungen beizufügen. paragraphenhindernde Bestimmungen sich
T.. * , V. X i., , ,. . einer anderen Regelung in den Weg stel-
Fur das im Eigentum von Händlern befind- Ien ben mü Recht unzufriedenen Land-
he Meh, das zu Handels- und Transportzwecken wirten geholfen werden kann und den an-
umpft werden, soll, wird eine Beihilfe nicht ge- geschloffenen Betrieben die Aufbringung
ahrt., AIS Handler gelten nur,solche Personen der Mittel zur Entschädigung selbst über-
e auf Grund eines Gewerbescheines ihr Geschäft tragen wird
nreiben. 2. Der Provinzialausschuß möge der nächsten
Vorstehende Regelung tritt m,t dem 1. April Tagung des Provinziallandtages eine
12b in Kraft. diesbezügliche Vorlage unterbreiten."
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Kreistierschau in Hohenwcftcdt.
Der Landwirtschaftliche Kreisverein für den Kreis
Rendsburg veranstaltet am 10. Juni d. I. auf dem
Sportplatz in Hohenwestedt eine Kreistierschau. Aus
gestellt werden können alle Tierarten tn ihren von der
Landwirtschaftskammer im Kreise Rendsburg aner
kannten Zuchtrichtungen. Mit einer zahlreichen Be-
fchiàg der Kretstierfchau kann gerechnet werden, da
eine große Zahl Staats-, Geld- und Ehrenpreise zur
Verfügung steht. Die Tierschau wird einen guten
Ueberblick über den Stand der Tierzucht im Kreise
Rendsburg geben Konen, fvdatz ein etwaiger Still
stand oder Fortschritt in der Zucht festgestellt werden
kann. In einigen Jahren werden voraussichtlich auch
die Preise für die Pferde wieder eine angemessene
Höhe erreichen und besonders wird erstklassiges Pferde
material gell- Preise erzielen. Es ist daher zu hoffen,
daß die Schau auch gut mit Pferden beschickt werden
wird.
In der Abteilung Rinder können Rotbunte Hol
steiner, Schwarzbunte Holsteiner und Shorthorns in je
6 Klaffen ausgestellt werden. Die 6. Klaffe bilden
Kühe, die einem Kvntrollreiein angehören, mit Nach
weis der Jahresleistung nach Literzahl und Durch
schnittsfettgehalt der Milch. — In der Abteilung
Schweine werden veredelte Landschweine in 5 Klassen
ausgestellt.
Auch yrit Ziegen und Geflügel wird die Tierschau
beschickt weiden.
Mit der Kreistierschau wird eine Ausstellung von
Maschinen und Geräten auf dem Grundstück des Herrn
Eugen Speer, Ease Vaterland, dicht am Sportplatz,
verbunden werden.
Ferner wird geplant, eine Gewerbeschau zu ver
anstalten, und der Pserdezuchtverein für Hohenwestedt
und Umgegend plant im Anschluß an die Tierschau die
Veranstaltung eines Turniers aus deni Sportplatz«.
Schultern, drehte ihn um und schob ihn sanft, ^ '
nachdrücklich tn die Richtung, aus der er !r, ^
men war. „So, Junge, nun feien Sie bis
ruhig weiter sanft angetrauert, aber kommen^
nicht wieder, das rate ich Ihnen, mein Lieber!
Und ehe Roy sich fv recht über die SaĶ
klar geworden war, befand er sich schon bedeut«
außer Hörnähe der beiden. Nun aber vollstän^
verblüfft, verzog er sich ärgerlich in seine Kab>^
legte sich zu Bett und schlies bis in den hellen ķ
gen hinein. Mfl
Und so hörte er auch nicht das herzliche LaĢ*
Marias, die seinem Weggange Mgesehen hatte- ,
„Das war ein seltener Genuß, Roy
völlig verblüfft zu haben," safte sie, als Mot ^
der KU ihr trat. Doch ging Max auf das
„Roy" nicht ein, sondern er sing an dem
wieder an, an dem er aufgehört hatte, da d«ŗ ®$
tenfeieb gekommen war. Ohne nur zu
oder nicht, legte er seinen Arm wieder um îtz.
und vertiefte sich mit anerkennenswerter Ģ R
lichkeit in das Studium ihrer weichen
Aber die Sache schien gar nicht so einfach 3 U , ji
denn er mußte doch sehr lange studieren,
gefunden hatte, daß er mit diesem schwierig«"^
di um wohl noch lange zu tun haben würd«. ^
nun «insah, daß er ja wohl an diesem Abend " ^
mehr den gesamten Stoff würde in stch aufn^ ^
können, so hielt er eine kleine Pause für jd
gebracht, schon im Anbetracht dessen, daß
Maria wohl nun endlich auch einmal Geleg^.^
„Also schnell, sag' es mir, — dann geht es aber
weiter im Text!"
Christa löste sich aus feiner Umarmung und
versuchte, ihm davonzulaufen. Aber er hielt sie
fest-
„Halt, hiergeblieben, du Ausreißer! Ist das
Liebe?"
„Nein, aber Mitternacht ist es gleich!" ver
suchte Christa zu sagen, was aber daran scheiterte,
daß er ihr den Mund wieder mit Küssen schloß.
„Robert, — laß mich fetzt gehen!"
„Ich denke ja gar nicht daran! Auf diese
Stunde habe ich mich so lange gefreut! Nun willst
du sie mir abkürzen ohne jeden zwingenden Grund.
„Ist es auch kein zwingender Grund, wenn ich
dir Mnz leise gestehe, daß ich sehr müde bin?"
„Liebes, verzeih' mir, ich bin ja ein roher
Patron! Daß ich da nicht daran gedacht habe!
Du, Liebe, —aber einmal aus vollem Herzen muß
ich dich küssen, denn das muß bis morgen früh aus
reichen." Und fest nahm er sie in feine Arme und
küßte fkb. Dann führte er sie nach ihrer Kabine,
und da gab es noch einmal einen Abschied, als wür
den Welten zwischen sie gelegt. Aber jedes Ding
hat ein Ende — also auch der Abschied zwischen
Robert und Christa.
Roy schlenderte indes beschäftigungslos das
Deck entlang. Er fand es roh und gefühllos, daß
Robert ihn fo glattweg verabschiedet hatte, wäh
rend er doch so gar nichts anderes zu tun hatte,
was ihm die Stunde bis zum süßen Schlummer
ausfüllen würde. Zu blöd war es, wenn es ver
nünftige Männer auf einmal mit der Liebe zu
tun hatten! Kein vernünftiges Wort war mehr
mit ihnen zu reden, das nicht von der Auserwähl
ten ihres Herzens handelte.
Roy war sehr ärgerlich.
„Blödsinn, wie kann man sich verlieben! -~
Aber als wenn jeder etwas versäumte, so sind sie
andauernd auf der Suche nach einem Wesen, in
das sie sich Hals über Kopf verlieben können. —
Sollte mir einfallen! — Nanu, was ist denn da!?
— Das ist doch? — Donnerwetter!" Roy stand
regungslos still und starrte in das Dunkel hinein,
aus dem ein ihm sehr verdächtiges Geräusch zu ihm
drang. „Das sind doch Küsse, richtige, deutsche
Küste, keine solchen chinesischen Dinger! Und das
ist doch mein Freund Rex einschließlich seiner Ma
ria?! — Ob man sich da mal erst ein wenig beliebt
macht? Kaum gefaßt, brachte Roy auch
den Gedanken schon zur Ausführung und näherte
sich, nachdem er kräftig geräuspert hatte, dem
Standorte des von ihm beobachteten Paares. Und
stehe da, es waren Max und Maria, die wie ein
Paar ertappte Sünder auseiuandeifuhren, als sie
die näher kommenden Schritt« hörten. Roy mit
seinen feinen Ohren konnte gerade noch hören, wie
Max vor sich hinbrummte:
„Welcher Troddel matz denn da ausgerechnet
noch hier spazierengehen?"
Doch vornehm überhörte Roy diese Randbe
merkung und kam mit der freundlichsten Miene der
Welt näher.
„Guten Abend — meine Herrschaften! — —
Schöner Abend dieser Abend heute abend!"
„Geistreich, Roy, ich kann nur staunen!"
brummte Max etwas unfreundlich vor sich hin und
hatte es auch durchaus nicht eilig, die Unterhaltung
weiter zu führen.
^ „Welche Laus ist Ihnen denn über Ihre rei
zende Leber gelaufen? Sie sind ja jo sonniger
Laune! Und Sie, miß Holm, haben Sie auch so
schlechte Laune?"
„Roy, Sie sind wieder einmal ungezogen!
Mister Rex ist doch nicht schlechter Laune. Wir
haben uns oben seh« n«ît unterhalten."
„Hm, — ich hwb' aber nichts gehört, wie ich
kam. Na, meine Sorge! Aber lachhaft ist es doch,
daß heute abend kein Mensch Zeit hat, stch mit mir
zu unterhalten."
„Gehen Sie nur zu Robert, der hat doch immer
Zeit für Sie!"
„O ahnungsvoller Engel du! Don da komme
ich ja eben. Dort hat man mir in höflicher, aber
nicht mißzuverstehender Weife begreiflich gemacht,
daß ich entbehrlich fei. And da bin ich gegangen."
„Und sind Sie nun sehr gekränkt darüber?"
„Nee, nur sanft angetrauert."
„Na, darauf hin wage ich es! — Roy,
tun Sie mir den einzigen Gefallen und gehen Sie
dahin, wo Sie stark anderweitig beschäftigte Nten-
schen nicht stören." sagte Mar. nahm Roy bei den
Amor auf SchLeichmegen.
Ein heiterer Roman von Friede Birk n er.
60) Nachdruck verboten.
„O weh, da wäre ich wieder mal an die Luft
gesetzt. Aber reden Sie mir nicht zu, ich lasse mich
jetzt nicht mehr halten und gehe!"
Er ging und suchte, wo er stch anderweitig be
liebt machen konnte. —
„Na, endlich hat sich dieser Knabe entfernt,"
sagte Robert und feufßte erleichtert auf.
„Warum stört Sie denn der gute Roy heute
so sehr?"
„Mutz ich Ihnen das erst erklären, Christa?"
Robert bog sich zu ihr nieder und zog ihre Hand
an seinen Mund. „Ich habe es satt und will nun
endlich meine Antwort auf die Frage, die ich Ihnen
vor langer, langer Zeit gestellt habe."
„Die Antwort wissen Sie doch, Robert!"
Christa sah ihn lächelnd an.
„Bekomme ich aber auch' keine Strafpredigt,
wenn ich nun das tue, wozu mir die Antwort ein
Recht geben würde?" .
„Was würde Roy in diesem Falle sagen?"
fragte Christa schelmisch.
„Wer viel fragt, geht viel irre!"
„Richtig!"
„Also!! — Du! Christa. Du!" Und ehe Christa
sich nur einigermaßen retten konnte, hatte er sie zu
sich enrporgezogen und an seine Brust gedrückt.
Ohne Pause, wie ein Verschmachtender, küßte er
die weichen Lippen, das duftige Haar, die feinen,
schmalen Hände. Christa hielt dem Sturm gegen
über jedes Wehren für erfolglos und murmelte
nur nach einem nicht eànwollenden Kuß:
„Ich — ich bekomme ja keine Luft!"
„Luft? — Was brauchst du Luft, wenn du
mich hast, du liebes, süßes Mädel? Ich muß mich
erst einmal ganz fattküffen an deinen Lippen, dann
bin ich für Vernunftgründe zu haben."
Geduldig hielt Christa nun wieder still. Aber
als er nun auch noch Fragen stellte, auf die er
allem Anschein nach auch Antwort erwartete, da
Log sie stch lachend in seinem Arm zurück und sagte:
„Wenn du mir den Mund mit Küssen schließt,
so wirst du me.erfahren, ob ich dich liebhabe."
ÊmÊ