Volltext : Zeitungsband (1928, Bd. 4)

Ut  295

Zweites  Blatt

Wiensrag,
4,

WBmsBwwassmm

wavmamm

Rendsburg,  den  4.  Dezember  1928.

Das  iteiie  Gesangbuch  von  Ler
Landessynode  angenommen.
Dis  BêsràNg  her  Geistlichen  rmL  Lehrer  von  der
Kirchensteuer  künftig  aufgehoben.

Die  Verhandlungen  wurden  am  Montagnach-^-lttag,
  den  3.  Dezember,  nach  einer  Andacht  des
synodalen  Propst  Schulze-Neustadt  wieder  aufkommen. ­
  Zur  Beratung  stand  zunächst  die  Vor-^3e
  wegen  Abänderung  des  Kirchensteuergeseh.es
® C JU  16.  März  1906,  die  vom  Rechtsausschutz  bereitet ­
  worden  war.  Der  Berichterstatter  des
^chtsausschusses,  Landgerichtsdirektor  Stoltze-^ankenese,
  legte  das  Ergebnis  der  Beratungen
25  Rechtsausschusses  vor.  Die  Vorlage  enthält
o.  die  Bestimmungen,  dass  die  Kirchengemeinden
»eben  der  Einkommensteuer  außer  den  Realsteuern
«uch  die  Neichsvermögenssteuer  als  Maßstab  der
Umlegung  benutzen  können.  Ferner,  daß,  wenn
Kirchengemeinden  von  ihrer  Befugnis  zur
àwnziehung  der  Realsteuern  Gebrauch  machen,
1®  können  sie  die  Heranziehung  aller  oder  einzelner
è'îser  Steuern  auch  mit  einem  höheren  oder  nied-Wren

  Hundertsatz  als  dem  der  Zuschläge  zur
^'dkommensteuer  beschließen.  Die  AbkLndigung
Steuer  mutz  in  Zukunft  nicht  nur  von  der
?ì®nzel,  sondern  auch  durch  die  Tagesblätter  und
»ŗch  Anschlag  erfolgen.
Im  Mittelpunkt  der  Aussprache  stand  aber
^  Frage  der  Befreiung  der  Eeistlichen  u.  Lehrer
>  der  Kirchensteuer.  Es  wurde  beschlossen,  diese
spNmrtg  aufzuheben,  jedoch  bleibt  die  Befreiung
ļ  gegenwärtig  im  wohlerworbenen  Besitz  der
Steuerfreiheit  befindlichen  Personen  von  der
ìņchensteuer  für  die  Dauer  ihrer  Eenutzberechtiļjļ»»8
  bestehen.  Es  sind  rechtliche  Gründe,  sowie
Rücksicht  auf  die  Witwen  und  Waisen  der  Kirînbeamten
  und  Lehrer,  die  einer  sofortigen  völ-Aufhebung
  entgegenstehen.  Synodale  Propst
Schwarz-Blankenese  gab  namens  des  Pastoren-.
  2 ^eins  die  Erklärung  ab,  daß  die  Eeistlichen  die
T^rde  voll  würdigen,  die  für  die  Aufhebung  des

Privilegiums  entschieden  haben.  Synodale  Andresen-Lindholm
  gab  .  für  die  Lehrerschaft  eine
entsprechende  Erklärung  ab.  Die  Vorlage  wurde
in  erster  Lesung  angenommen.
Es  kam  dann  die  Schlutzberatung  über  das
neue  Gesangbuch.  Synodale  Direktor  Msebius-Reumü'nster
  erklärt,  daß  er  das  neue  Gesangbuch
für  eine  Verbesserung  hält  und  bittet  um  Heranziehung ­
  von  Künstlern  und  Fachleuten,  damit  das
neue  Gesangbuch  schön  und  billig  werde.  In  der
Schlutzberatung  wurde  das  neue  Gesangbuch  gegen
9  Stimmen  angenommen.  Der  Präsident  der  Synode, ­
  Oberregierungs-  und  Schultrat  I).  Prall-Kiel,
  stellt  fest,  daß  damit  eine  der  wichtigsten  Aufgaben ­
  dieser  Synode  erledigt  ist  und  spricht  den
Wunsch  aus,  daß  das  neue  Gesangbuch  helfe,  daß
das  Gottesreich  gebaut  und  der  Glaube  gefördert
werde.
Die  dauernd»  Benutzung  des  Gesangbuches  im
öffentlichen  Gottesdienst  einer  Kirchengemeinde
darf  erst  dann  erfolgen,  wenn  die  Kirchenvertretung ­
  nach  öffentlicher  Bekanntmachung  und  Ablauf ­
  einer  vierwöchigen  Frist  Widerspruch  gegen
die  Einführung  nicht  erhebt.
Ueber  den  Inhalt  des  Anhanges  zum  Gesangbuch ­
  entsteht  eine  lebhafte  Besprechung.  Schließlich ­
  wird  die  Kirchenregierung  beauftragt,  einen
Anhang,  der  u.  a.  Gebete,  wichtige  Bibelworte,
Predigttexte  enthalten  soll,  herzustellen  und  ihn
bei  Herausgabe  dem  neuen  Gesangbuch  anzuschließen. ­
  Ebenfalls  soll  ein  Kindergesangbuch  geschaffen ­
  werden,  so  daß  cs  zugleich  mit  dem  neuen
Eemeindegesangbuch  erscheinen  kann.  Es  soll  einen ­
  Auszug  aus  dem  neuen  Gesangbuch  erhalten
und  eine  Anzahl  religiöser  Kinder-  und  kindertllmlicher
  Volkslieder.  Die  Sitzung  wurde  alsdann ­
  vertagt.

10  Jahre  Rheinlmrdbesetzung.  In  einer
l.  uen  Gedenkstunde  gedachte  der  Bund  der  Rhein-^oer
  uni,  Westfalen  am  Sonntagabend  des
Zällertages,  an  dem  vor  10  Jahren  das  Rhein-,«nd
  besetzt  wurde.  Es  wurde  folgende  Entfchlie-MNg
  angenommen:  „Wir  gedenken  Euer  in  tiefer
Sailer  bei  der  zehnjährigen  Wiederkehr  der  Veşşîtzung
  urdeutscher  Erde.  Eure  Rot  war  und  bleibt
Unsere  Rot.  Wir  gedenken  Euer  mit  freudigem
^,iolz  über  Eure  tapfere  Abwehr,  Eure  opferfreudige ­
  Treue  gegen  Heimat  und  Volkstum.  Wir  ge-^enken
  Euer  mit  bitterster  Enttäuschung,  daß.
^atzdem  Genf  sich  um  Befriedung  der  Welt  bemüht, ­
  das  unbestreitbare  juristische  und  moralische
^cht  Deutschlands  auf  Räumung  deutschen  Vo-®Ns
  noch  nicht  verwirklicht  ist.  Wann  endlich  begreift
  die  Welt,  daß  kein  wahrer  Friede  kommen
ann,  solange  man  deutsche  Ehre  verletzt  und
Rutsches  Recht  mißachtet!  Wir  gedenken  Euer
feierlichem  Gelöbnis,  nicht  eher  ruhen  zu  wol-^ņ,
  bis  der  letzte  fremde  Soldat  vom  rheinischen
Dioden  verschwunden  ist.  Frei  werde,  deutsch
Aeibe  der  Rhein!"
.  ''  Vergiftungsversuch  am  Grabe  der  Mutter.
Grabe  der  Mutter  hat  sich  ein  hiesiges  20jähr.
»siges  Mädchen  mit  Lysol  vergiftet.  Es  wurde
/îìk  schweren  inneren  Verbrennungen  aufgefunden
»ö  durch  das  Sanitätsauto  der  hies.  Freiwilligen
^ifätsfolonnc  vom  Roten  Kreuz  ins  städtische
^ŗankenhaus  überführt.
y  *  Der  Verein  ehem.  85er  feierte  am  Sonnden
  1.  Dezember  1928,  in  den  Räumen  des
ş. 22 ŗnanîahotels  fein  26jühriges  Bestehen,  zu  dem
ch  die  Mitglieder  mit  ihren  Familienangehörigen
®w,e  Gäste,  Freunde  und  Gönner  des  Vereins
^Rreich  eingefunden  hatten.  Die  Musik,  gestellt
Rumohr-Orchester,  eröffnete  die  Bortrogsfolge,
^  in  bunter  Reihenfolge  Musikstücke,  Ansprachen
^  Aufführungen  bot.  Der  1.  Vorsitzende,  Kanieg
 T b  Babst,  begrüßte  die  Anwesenden,  besonders  das
"Kenmitglied,  den  ältesten  83er  in  Rendsburg,  den
®Aeraden  Hutzfeldt,  der  trotz  seiner  85  Jahre  bis-^
  regelmäßig  an  den  Vereinsversammlungen  sog'
 e  sonstigen  Veranstaltungen  teilgenommen  'hat.
î?  gedachte  der  Kameraden,  die  im  großen  Kriege
»  Leben  für  das  Vaterland  in  Treue,  Pflicht  und
»ņîum  hingegeben  haben.  In  feinen  weiteren
Abführungen  ermahnte  er  die  Kameraden,  das
t  2  aus  der  Vergangenheit,  den  Geist  der  Mannftfi
  f  e ’t,  der  Soldatentugenden  und  die  Kameraddas
  wertvollste  und  unersetzliche  Bindeglied
k‘  ec  den  zersetzenden  Einflüssen  der  Gegenwart
^Aâuhaiteņ  und  zu  pflegen.  Seine  Ansprache
,  »8  aus  in  ein  Hoch  auf  das  Vaterland  und  unhochverehrten
  Reichspräsidenten  Generalfeld-^
  Ȕchall  von  Hindenburg.  Aus  der  nunmehr  ab-^
  -ckeilen  Festfolge  fanden  die  Gesangsvortrüge
Frau  Heike-Iensen  so  starken  Beifall,  daß  Die
S^fctfn  sich  zu  mehreren  Zugaben  verpflichtet
Die  Begleitung  am  Flügel  hatte  licbenszerin",

  die  unter  der  Leitung  und  Mitwirkung  der
Frau  Pflug  über  die  Bühne  ging,  wurde  von  den
Mitspielern  in  hervorragender  Weise  gemeistert,  so
daß  zeitweise  enorme  Lachsalven  den  Saal  erfüllten.
Für  Verdienste  um  das  Kriegcrvereinswesen  wurden ­
  im  Laufe  des  Abends  den  Kameraden  Busing,
Dankert  und  Gosch  das  vom  Preußischen  Landeskricgerverband
  verliehene  Kriegervereinsehrenkreuz
2.  Kl.  sowie  den  Kameraden  Jens,  Ladewig,  Weiske
und  Wichmann  für  25jährige  Zugehörigkeit  zum
Verein  das  „Abzeichen  für  25jährige  Mitgliedschaft"
vom  Vorsitzenden,  Kamerad  Babst,  mit  einer  ehrenden ­
  Ansprache  ausgehändigt  und  dem  Kameraden
Stoll  für  feine  hervorragende  Schießleistung  beim
Kreiskriegerverbandsschießen  am  15.  9**28  (5  Schuß
56  Ringe)  der  vom  Verein  gestiftete  Schießpreis
überreicht.  Der  nach  Abrollung  der  Festfolge  anschließende ­
  Ball  hielt  die  Teilnehmer  noch  längere
Zeit  zusammen.  Mit  einem  schneidigen  Parademarsch ­
  fand  das  Fest,  das  allen  Teilnehmern  sicher
eine  schöne  Erinnerung  bleiben  wird,  seinen  Abschluß. ­

*  Kundgebung  der  Reisenden  und  Vertreter  im
G.  D.  A.  Am  1.  November  nahmen  die  in  Rendsburg ­
  und  Umg.  tätigen,  im  Gewerkschaftsbund  der
Angestellten  <G.  D.  A.)  organisierten  Reisenden  und
Vertreter  anläßlich  einer  außerordentlichen  Versammlung ­
  im  Hotel  Stadt  Kiel  einen  Bericht  über

die  Reichstagung  der  Reichsvereinigung  der  Reisenden ­
  und  Vertreter  im  E.  D.  A.,  entgegen.  Geschäftsführer ­
  Erwin  Krohn-Hamburg,  der  als  Sachbearbeiter ­
  die  Interessen  der  Reisenden  und  Vertreter ­
  im  Hansegau  des  G.  D.  A.  wahrnimmt  und
persönlich  an  den  Tagungen  in  Leipzig  teilgenommen ­
  hat,  führte  aus,  daß  die  Reichsvereinigung  sich
im  abgelaufenen  Geschäftsjahr  hauptsächlich  mit  den
Fragen  der  Tariferhöhungen  bei  der  Reichsbahn,
der  Aenderung  des.  §  59  des  H.  G.  B.  sowie  den
Problemen  der  Kundenwerbung  und  der  Verkaussmethoden
  befaßte.  Bedauerlicherweise  hat  die
Deutsche  Reichsbahngesellschaft  die  berechtigten  Forderungen ­
  der  Bcrufsreisenden  wegen  Einführung
von  Kilomcterheften  erneut  abgelehnt.  Die  Reichsvereinigung ­
  fordert  aber  nach  wie  vor,  daß  den  Berufsreisenden ­
  sowohl  bei  den  Personentarifen  als
auch  bei  der  Musterkofferbeförderung  nach  dem  Beispiel ­
  anderer  Länder  Vergünstigungen  eingeräumt
werden.  Zu  dem  neu  eingeführten  Zweiklassensystem
  werden  die  Mitglieder  der  Reichsvereinigung
ihre  Erfahrungen  sammeln.  Von  der  Deutschen
Reichspost  wird  ein  Ausbau  des  Kraftpost-  sowie
Berücksichtigung  der  Bedürfnisse  des  Berufsreiseverkehrs ­
  verlangt.  In  den  umfangreichen  Beratungen ­
  der  ArbKtstagung  wurde  von  verschiedenen
Delegierten  darüber  geklagt,  daß  das  deutsche  Unternehmertum ­
  die  Tätigkeit  des  reisenden  Kaufmanns ­
  nicht  genügend  würdige.  Gefordert  wird
die  Gewährung  eines  auskömmlichen  Gehaltes  sowie ­
  Provision  und  Spesen.  Durch  eine  Aenderung
des  8  69  des  Handelsgesetzbuches  (H.  G.  B.)  soll  die
»Rechtsunsicherheit  der  Provisionsreisenden  und
Vertreter  beseitigt  werden,  damit  auch  diese  Arbeitnehmer ­
  des  Schutzes  aller  sozialpolitischen  Gesetze ­
  teilhaftig  werden  und  eine  Befreiung  von  der
Zahlung  der  Gewerbe-  und  Umsatzsteuer  eintritt.
Weiter  wurde  die  Bevorrechtigung  von  Provisionsforderungen ­
  im  Konkursfalle  für  notwendig  erachtet. ­
  Voraussetzung  für  die  Tätigkeit  der  Reichsvereinigung,
  so  erklärte  Krohn,  sei  die  Mitarbeit
aller  als  Reisende  und  Vertreter  tätigen  Kollegen.
Jedes  Mitglied  müsse  über  seine  auf  der  Reise  gemachten ­
  Erfahrungen  bezüglich  des  Fremdenmeldcwcfens,
  der  Bedienung  und  Preisfestsetzung  in  Hotels ­
  usw.  berichten.  Der  Redner  forderte  die  versammelten ­
  Mitglieder  auf,  auch  in  Zukunft  für  den
Ausbau  der  Reichsvereinigung  einzutreten.
ol.  Der  Militäramvärter-Vcreitt  Rendsburg ­
  hielt  seine  Monatsversammlung  im  November ­
  mit  Damen  in  der  Schweizerhalle

AchhM  ill  YZMMWà
Das  Städtcspiel  Hamburg-Kopenhagen,  das  vor  20  000
bis  25  000  Zuschauern  in  Hamburg  zum  Austrag  kam,
wurde  von  der  dänischen  Mannschaft  mit  3  :  1  <0  :  0)  gewonnen. ­
  Die  Gäste  waren  im  Ausnutzen  der  Torgelegenheiten ­
  besser  und  glücklicher.  In  Dr.  Dauvens-Köln  hatte  das
Spiel  einen  aufmerksamen  und  korrekten  Leiter.
Im  Kieler  Bezirk  gab  es  die  große  lokale  Begegnung
Holstein-Kilia,  die  von  Holstein  mit  3  :  0  (0  :  0)  gewonnen
wurde.

N.  S.  93.  1  gegen  Turnverein  v.  1905  Neumlinster  1  :  2  (1  :  2)
Es  lag  bereits  in  der  Luft,  daß  der  R.  S.  B.  am  Sonntag
  in  Neumünster  eine  Niederlage  erleiden  würde,  da  er
mit  vier  Ersatzleuten  antreten  mußte  und  in  der  ganzen
Mannschaft  kein  richtiger  Eifer  zu  finden  war,  der  die
Mannschaft  zum  Siege  führen  konnte.  Da  die  Turner  das
Führungstor  nach  wenigen  Älinuten  erzielten,  nahmen  sie
sich  tüchtig  zusammen  und  ließen  nach  dem  Ausgleich  (I  :  1)
nicht  nach,  einen  Vorsprung  zu  erzielen.  Als  ihnen  das  nach
etwa  20  Minuten  goltingen  war,  spielten  sie  mehr  aus  Vorteidigung
  und  ließen  sich  den  Sieg  2  :  1  nicht  streitig  maftdefe

  KN  Me  ScheWMmN.

Äie  Schriftlcikung  stellt  die  Benutzung  dieser  Rubrik,  so.
»eit  es  der  Raum  zuläßt,  den  Lesern  zur  Besprechung  von
Angelegenheiten  allgemeinen  öffentlichen  Interesses  zur  Ver.
fugling,  verwahrt'sich  aber  ausdrücklich  dagegen,  mit  dem  In.
halt  identifiziert  zu  werden  und  übernimmt  dafür  keinerlei
Verantwortung.  Sie  behält  sich  vor,  bei  Einsendungen,  die
nach  ihrer  Ansicht  über  das  Maß  des  Sachlichen  hinausgehen,
Korrekturen  bezw.  Streichungen  vorzunehmen.

Aust  am  Mütze!

î’iitb

Begleitung  am  Flügel  hatte
Per  Weise  der  Kamerad  Stahl  übernommen,
àum  Schluß  gespielte  Posse  „Die  Traumtün-Anschließend

  an  das  Eingesandt  —-  Briefe  an
die  Schriftleitung  —  in  Nr.  292  dieses  Blattes,
möchte  ich  den  Bewohnern  von  Rendsburg  und  Umgegend ­
  folgendes  unterbreiten:
Für  alle  Bewohner  in  Rendsburg  kann  meines
Trachtens  nur  eins  gelten:  Kauft  am  Orte!  Es  naht
die  Weihnachtszeit,  das  Fest  der  großen  Liebe.  Da
will  jeder  dem  andern  Liebe  erweisen,  ihm  auch
wohl  ein  Geschenk  überreichen.  Will  er  oder  muß
er  das  Geschenk  kaufen,  so  kann  das  nur  in  Rendsburg ­
  sein.  Sehen  wir  die  Kaufläden  unserer  Stadt
an.  Die  Geschäftsleute  rüsten  zum  Weihnachtstisch.
Kommen  wir  nicht  beim  Anblick  unserer  Geschäftshäuser ­
  zu  der  Ueberzeugung,  daß  jeder  Kaufmann
tut,  was  er  kann.  Warum  in  die  Ferne  schweifen,
siehe,  auch  in  Rendsburg  ist  gut  zu  kaufen.  Darum: ­
  Kaust  am  Orte!  Hat  die  Geschäftswelt  gut  zu
tun,  fühlt  sie  sich  wirtschaftlich  stärker,  so  werden
wir  in  Rendsburg  schon  etwas  davon  merken.  Eine
Gemeinschaft  kann  nur  in  sick  und  durch  sich  selbst

unter  Leitung  des  Vorsitzenden  Babst  ab.  An
den  geschäftlichen  Teil,  der  wegen  der  Anwesenheit ­
  der  Damen  sehr  kurz  gehalten  wurde,
schlotz  sich  ein  gemeinsames  Eisbeinessen  an.
Frau  Pflug  trug  wie  immer  durch  ihre  humorvollen ­
  Vorträge  viel  zur  Erheiterung  bei.  Die
Hauskapelle  hatte  sich  vollzählig  kameradschaftlichst ­
  zur  Verfügung  gestellt.  Sie  spielte  ausgezeichnete ­
  Konzertstücke,  insbesondere  rief  sie
durch  die  Wiedergabe  der  früheren  Militärmärsche ­
  die  Erinnerung  an  die  alte  Soldatenzeit ­
  wieder  wach.  Ein  Tanzkränzchen  wurde
bis  zum  Eintritt  der  Polizeistunde  eingelegt,

bd.  Vüdelsdorf,  3,  Dez.  Ein  Wohltätigksitskonzert
  veranstaltete  der  „Vüdelsdorfer  Gesangverein ­
  von  1874"  im  Spitzkrug.  Es  wirkte  mit  die
Stadtkapelle  unter  Leitung  des  Kapellmeisters
Kruse.  Der  Ertrag  ist  zum  Vesten  bedürftiger
Einwohner  bestimmt.  Ter  Abend  war  sehr  gut
besucht  und  die  Darbietungen  fanden  vollen  Beifall. ­
  Neben  Musik-  und  Cesangvorträgen  wurden
vom  Turn-  und  Spielverein  „Glück-Auf"  Volkstänze ­
  und  Turnaufführungen  geboten.  Auch  ein
Theaterfpiel  „In'n  Lindenkrog"  haket  man  eingeübt. ­
  das  viel  Heiterkeit  auslöste.  Eine  Verlosung
von  Gegenständen  hatte  vollen  Erfolg.  Ein  Kränzchen ­
  beschloß  die  Veranstaltung.
bd.  Vüdelsdorf,  3.  Dez.  Kirchliche  Veranstaltungen. ­
  Nachdem  unser  kirchliches  Gemeindehaus
nunmehr  eingeweiht  ist,  finden  auch  regelmäßige
Veranstaltungen  darin  statt.  Am  1.  Dezbr.  war
eine  Einweihungsfeier  für  die  Schulen.  Am  2.
Dez.  folgte  ein  Adventsgottesdienst.  Am  4.  Dez.
ist  eine  Adventsfeier  für  die  Alten  und  ein  Gemeindeabend
  vorgesehen.  Am  12.  Dez.  soll  eine
Bibelstunde,  am  23.  Dez.  eine  Weihnachtsfeier  für
den  Kindergottesdienst,  am  23.  Dez.  eine  Christvesper ­
  und  am  31.  Dez.  eine  Silvesterfeier  stattfinden. ­
  —  Eine  Säuglingsrvregestmide  hält  der
Vaterländische  Frauenverein,  Zweiggruppe  Büdelsdorf,
  jeden  1.  Freitag  im  Monat  im  Versammlungsraum ­
  „Glück-Auf"  ab.  Mit  der  Wiegestunde
ist  eine  Mütterberatung  verbunden,  die  unter  Leitung ­
  des  Medizinalrats  Dr.  Stölting  steht.  Die
Kinder  werden  gewogen  und  gemessen  und  ärztlich
untersucht.  Den  Müttern  werden  Verhaltungsmaßregeln ­
  und  Belehrungen  erteilt.  Bisher
wurden  in  jeder  Wiegestunde  durchschnittlich  30
Kinder  vorgestellt.

existieren.  Stockt  aber  der  Umsatz,  so  legt  sich  ein
schwerer  Faktor  lähmend  auf  uns  alle.  Wo  bleibt
dann  die  Steuerkraft?  Darum  nochmals:  Kaust  am
Orte!
Die  Geschäftsleute  werden  alles  tun,  um  das
kaufende  Publikum  zu  der  Ueberzeugung  zu  bringen, ­
  daß  in  Rendsburg  dieselben  Preise  gelten  als
auswärts.  Uebrigens  muß  ich  noch  bemerken,  daß
auch  andere  Einwohner  —  also  keine  Beamte  —
ihren  Bedarf  auswärts  zu  decken  suchen.  Das  Verfahren ­
  ist,  wie  schon  bemerkt,  zu  verurteilen.
Ein  Beamter,  dem  das  Wohl  und  Wehe  unserer
guten  Stadt  Rendsburg  am  Herzen  liegt.

Veranstaltet  Bolkskonzerte
zu  niedrigem  Eintrittspreis.
Wäre  es  nicht  möglich,  daß  der  Musikverein
seine  Kirchenkonzerte,  wie  die  Schubert-Feier  und
die  „Christgeburt"  im  letzten  Jahr,  als  Volkskonzerte ­
  zu  niedrigem  Einheitspreis  —  1,00  RM.  vielleicht— ­
  geben  könnte?  Daß  mancher  Musikfreund
sich  den  Genuß  versagen  mußte,  lag  nicht  an  mangelndem ­
  Sinn  für  diese  edle  Musik,  sondern  an  der
Unmöglichkeit,  für  sich  und  seine  Angehörigen  auch
nur  zu  je  2,00  RM.  zu  kaufen.
Einer  für  Viele.

chcn.  3:t  der  zweiten  Spielhälfte  wurden  auf  beiden  Sei,
ten  keine  Glanzleistungen  gezeigt.  Ein  Spiel,  das  einer  ehemaligen ­
  Liga  unwürdig  ist!  Hoffenilich  ist  man  am  nächste»
Sonntag  besser  aufgelegt,  im  Kampf  V.  f.  B.  Liga  gegen  R
S.  V.  l.
R.  S.  V.  2  gegen  Osterrönfcld  1  4  :  0  (2  :  0).
Unerwartet  siegte  die  2.  R.  S.  V.-Mannschaft  über  Oster
rönfeld  1  Die  Mannschaftsaufstellung  wollte  garnicht  be
friedigen.  Man  sah  nicht  gerne  die  alten  Herren  in  de>
Mannschaft,  die  sich  gut  eingespielt  hatte;  man  wollte  sig
das  gute  Einvernehmen  nicht  durch  „Gelegenheitsspicier'
nehmen  lassen.  Mit  zehn  Mann  führte  die  Mannschaft  den
Kampf  durch  und  zeigte  gute  Paraden.  In  jeder  Halbzeii
wurden  zwei  Tore  erzielt.  Der  Rendsburger  Torwart  verließ ­
  oft  in  leichtsinniger  Weife  sein  Tor.  Dank  der  guter
Abwehrarbeit  der  Verteidigung  konnten  brenzliche  Gelegen,
hciten  immer  geklärt  werden.  Die  Osterrönfelder,  die  dar
letzte  Spiel  4  :  3  gewinnen  konnten,  wollten  garnicht  gefallen. ­
  Man  vermißte  bei  ihnen  den  bekannten  Eifer.  Fluß
war  überhaupt  nicht  in  das  Spiel  zu  kriegen.  Der  Ball
wurde  oft  planlos  zugespielt  und  von  der  Verteidigung  unsicher ­
  abgewehrt.  Der  Torwart  schien  auch  keinen  guten  Tag
gehabt  zu  haben.
R.  S.  B.  1.  Schüler  gegen  „Her!ha"-Neumünsier  1.  Schüler.
Das  Spiel  ist  ans  nächsten  Sonntag  verlegt,  weil  i»
Neumünster  kein  Platz  zur  Verfügung  stand.
B.  s.  B.  komb.  —  Ellerbek  13:3.
Am  letzten  Sonntag  spielte  eine  kombinierte
Mannschaft  des  V.  f.  B.  gcgeil  Ellerbek  I.  Die
V.-f.-B.-Mannschaft  konnte  sich  in  der  Aufstellung
nicht  durchsetzen,  was  auf  mangelhaftes  gegenseitiges ­
  Verständnis  der  Spieler  zurückzuführen  ivar.
Ellerbek  fiel  nach  der  angenehmen  Seite  auf,
zeigte  eine  gut  ausgeglichene  Leistung,  in  der
Schnelligkeit,  Ballsicherheit  und  eine  große  Kraft
des  Schlages  auffiel.  Nachdem  Ellerbek  während
eines  großen  Teiles  des  Spiels  überlegen  gespielt
hatte  und  der  B.  s.  B.  bis  kurz  vor  Schluß  mit  3  :2
führte,  gelang  cs  den  eifrigen  Ellerbekern,  den  verdienten'Ausgleich ­
  zu  erzielen.  Einzelne  Spieler
aus  den  Mannschaften  des  V.  f.  B.  zeigten  ansprechende ­
  Leistungen.
Komet  !!!,  Kiel  -  B.  ?.  B.  Ill  1  :0.
B.  s.  B.  Fugend  —  Sportfreunde  Jugend  komb  '  ;t
Nortorf  II  —  Sportsreunde  Neumlinster  II  2:2.
Die  2.  Herrenelf  des  Nortorfer  Sportvereins
weilte  am  Sonntag  in  Neumünster,  um  gegen
Sportfreunde  2  das  Bezirksspiel  auszuiragen.
Beide  Mannschaften  traten  in  stärkster  Aufstellung
an  und  lieferten  sich  ein  abwcchselungsreiches  Tressen. ­
  Trotzdem  Nortorf  in  der  ersten  Hälfte  mit
dem  Winde  im  Rücken  spielte,  konnten  die  Gegner
mit  2  :0  in  Führung  gehen.  Erst  nach  dem  Wechsel
gelang  es  Nortorf,  den  Ausgleich  zu  erkämpfen  und
das  Endergebnis  auf  2:2  zu  stellen.  Das  Spiel
nahm  mitunter  sehr  scharfe  Formen  an.  In  Nortorf ­
  trafen  sich  die  1.  Knaben  des  N.  S.  V.  und  die
2.  Knaben  von  Olympia-Nenmünster.  Die  kleinen
Nortorfer  konnten  sich  jederzeit  sicher  gegen  die
körperlich  stärkeren  Gegner  durchsetzen-  sie  ent-
            
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