Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 2)

Schleswîg-Holsteln. 
und Bildungserfolg erzielt wird. Die Schule lie 
fert der Wirtschaft die Menschen, mit denen sie 
arbeiten muß. Deshalb ist der Stand und die 
Art des Schulwesens maßgebend für die Arbeits 
und Anpassungsmöglichkeiten des wirtschaftlichen 
Nachwuchses. Welche Anforderungen stellt die 
Wirtschaft? Kein Buchwissen, sondern praktisch 
verwertbares Wissen, keine stückweise, sondern ab 
geschlossene Schulbildung, sei cs Bolks- oder Mit 
telschule. Die Leistungen der Bolksschule geben 
der Wirtschaft oft zu Klagen Anlag. Die Mittel 
schüler erfreuen sich dank ihrer gediegenen, ab 
geschlossenen, lebens- und wirklichkeitsnahen Bil 
dung besonderer Beliebtheit der Wirtschaftskreise 
und sind befähigt, gesteigerten Anforderungen der 
Lebensberufe zu genügen. Weder die Volks- noch 
die höhere Schule können sozusagen nebenbei diese 
erhöhte praktische Vorbildung geben, sondern nur 
eine besondere Schulart, die in ihrem ganzen Auf 
bau, Lehrgang und Bildungsziel sich bewußt auf 
diese Aufgabe einstellt. Die sogenannten Ober- 
bauten an Volksschulen (Hamburg) können die 
Mittelschule niemals ersetzen. Das Ziel der höhe 
ren Schulen liegt nach der theoretischen Seite. Die 
Mittelschule ist ferner die Schule des sozialen Aus 
stiegs aufstrebender Volkskreise. Staat, Wirtschaft, 
Eltern und Erzieher fordern deshalb immer wie 
der, datz dem praktisch veranlagten jungen 
Menschen, der aus der Volks- oder der Mittel 
schule kommt, nicht durch unsinnige Berechtigungen 
und das Berechtigungsmonopol der höheren 
Schulen der Lebensweg versperrt oder zur Qual 
wird. Das überspannte Berechtigungswesen mit 
seiner Bevorzugung der höheren Schule mutz fal 
len, um der Schulen, der Kinder und der Wirt 
schaft willen. Volks- und Mittelschule werden in 
diesem Kampfs immer die Hilfe der Wirtschaft 
haben. Leistungen und Können sollen maßgebend 
sein, nicht der papiernerne Schein. 
In Anlehnung an den Hauptvortrag sprachen 
Mittelschulrektor Duggen-Altona über das Thema: 
Wie erfüllt die Mittelschule im Deutsch-Unter- 
richt die Forderungen der Wirtschaft? Mittelschul- 
lehrer Müller-Kiel: Wie erfüllt der mathemati 
sch« Unterricht der Mittelschule die Forderungen 
der Wirtschaft? Mittelschullehrer Carftensen- 
Rendsburg: Wie stellt sich der Werkunterricht in 
der Mittelschule in den Dienst der Wirtschaft? 
Folgende Leitsätze wurden aufgestellt: 
A. Erfüllt unsere Mittelschule im Deutsch 
unterricht die Forderungen der Wirtschaft? 
Die Wirtschaft erwartet von unsern Reislin 
gen: 1. eine saubere, flotte Handschrift, 2. eine 
sichere Rechtschreibung, 3. Sicherheit und Gewandt 
heit im mündlichen kind schriftlichen Gedankenaus 
druck, 4. Fertigkeit in den mancherlei Darstel 
lungsarten, wie Beschreibung, Erzählung, Be 
richt, Schilderung, Brief und Eefchäftsaufsätze, 3. 
Verständnis für die Formen des Wirtschaftslebens 
und Bereitschaft, mit allen Kräften in und an der 
Gemeinschaft mitzuarbeiten. . . , 
58. Wie erfüllt der mathematische Unterricht 
der Mittelschule,die Forderungen der Wirtschaft? 
1. Entsprechende Aufgabe der Mittelschule, theo 
retisch praktisch veranlagte Schüler zu befähigen, 
gesteigerten Anforderungen in Berufen des prakti 
schen Lebens zu genügen, stellt sie ihren mathema 
tischen Unterricht zielbewußt auf die Forderungen 
der Wirtschaft ein. 2. Die Stoffauswahl für die- 
mathematischen Fächer richtet sich nach den Grund 
sätzen des kräftebildenden Unterrichts um der Be 
rufseinstellung. 3. Die Wirtschaft fordert von dem 
mathematischen Unterricht der Mittelschule Rechen- 
ficherheit und Schulung des Wirklichkeitssinnes. Die 
Erzielung der nötigen Rechensicherheit und -ge- 
wandtheit darf nicht zur klotzen Abrichtung für 
die Praxis werden. Das Sachrechnen, das die 
Schulung des Wirklichkeitssinnes unterstützen soll, 
darf nicht durch umfangreiche Belehrungen und 
Einförmigkeit die Freuds am Rechnen töten. 4. 
Die schwierigeren bürgerlichen Rechenarten treten 
in den Mittelschulbestimmungen in einer solchen 
Breite auf, datz eine Beschränkung auf grund 
legende Kenntnisse geboten erscheint.. 
E. Wie stellt sich der Werkunterricht in der 
Mittelschule in den Dienst der Wirtschaft? Die 
Bestimmungen vom 1. Juni 1923 schreiben für die 
Mittelschule den Werkunterricht vor: „Die Ent 
wicklung auf den Gebieten des Handwerks, des 
Kunstgewsrbes, des Handels und der Industrie, 
der Land- und Forstwirtschaft erfordert eine ge 
steigert« Ausbildung der Knaben und Mädchen für 
diese Berufe." Die Bestimmungen verwirklichen 
dadurch Forderungen, die immer wieder von den 
großen Pädagogen der letzten Jahrhunderte im 
Interesse der Volkswirtschaft gestellt wurden. Der 
Werkunterricht ist Erziehung zur Selbsttätigkeit 
und Selbständigkeit, zur Ordnung und zur Ge 
nauigkeit, zur Wahrhaftigkeit unh Treue: er för 
dert die praktischen Fähigkeiten, den Trieb des 
Schaffens und Bildens, die Schärfe des Auges und 
die Geschicklichkeit der Hand und will somit als 
Erziehung zur Arbeit und zur Pflichterfüllung der 
Wirtschaft und insbesondere dem Handwerk einen 
allseitig vorgebildeten Nachwuchs liefern. 
Tagung der Şernberrale. 
Mit der Provinzialmittelschultagung fand 
gleichzeitig die 
7. Tagung des Provinzialverbandes 
der Elternbeiräte der mittleren Schulen 
Schleswig-Holsteins 
statt, zu der Vertreter aus allen Teilen der Pro 
vinz in großer Zahl erschienen waren. Die Tagung 
wurde am Donnerstag in der Eiderhalle abgehal 
ten. Voraus ging mittags um VA Uhr eine 
Sitzung der stimmberechtigten Delegierten, die zur 
Hauptsache interne Angelegenheiten betraf. 
Nachmittags um '3 Uhr begannen die Ver 
bandsverhandlungen unter dem Vorsitz von Ober 
sekretär Rose-Altona. Nach Begrüßung der De 
legierten und Gäste erstattete der Geschäftsführer 
Reichsbahnobersekretär Schmidt-Altona den Jah 
res- und Kassenbericht, dem folgendes entnommen 
sei: Im verflossenen Jahre sind fast sämtliche Mit 
telschulen Schleswig-Holsteins dem Piooinzialver- 
band als Mitglied beigetreten. Der Landesver 
band hat an alle größeren Städte Schleswig-Hol 
steins ein Gesuch gerichtet mit der Bitte, bei An 
stellung van Schularztkräften auch Schulärztinnen 
zu berücksichtigen. Mit der Norag in Hamburg 
sind Verhandlungen geführt, auch Vorträge über 
das Mittelschulwesen im Rundfunk zu berücksich 
tigen. Am 16. April, abends 7'A Uhr. wird im 
Rundfunk von Mittelschullehrer Horn-Altona ein 
Vortrag über „Die Preußische Mittelschule" ge 
halten. Im übrigen gab der Jahresbericht ge 
nauen Aufschluß über die rege Tätigkeit des ge- 
schäftsführenüen Vorstandes im verflossenen Jahr. 
Der Kassenbericht schließt mit einem Kassenbestand 
von rund 600 R.M ab. Dem Geschäftsführer wurde 
Entlastung erteilt. Anschließend folgte von Mit 
telschullehrer Holm-Altona ein kurzes Referat 
über das Thema: „Wie fördert die Elternschaft 
zur Zeit am wirksamsten die Belange der Mittel 
schule". Dem Antrage des Reichsverbandes über 
Neuregelung der Ferienordnung, ferner über die 
gesetzliche Regelung der Einrichtung der Elternbei 
räte in Preußen wurde zugestimmt. Desgleichen 
schloß sich der Landesverband dem Antrage des 
Hannoverschen Verbandes der Mittelschulen in Be 
zug auf seinen Antrag „Gleichstellung der Mitrel- 
schulreife mit der Obersekundareife" für die Reichs- 
verbandstagung in der Pfingftwoche in Kottbus 
an. Die Beitrüge wurden in gleicher Höhe wie 
im Vorjahre festgesetzt. Als Vertreter zur Tagung 
des Reichsverbandes in Kottbus wurden gewählt 
der Vorsitzende Rose-Altana und der Geschäftsfüh 
rer Schmidt-Altona. Außerdem erhalten einen 
Reisezuschuß von je 40 R-tt die Ortsverüanoe 
Rendsburg und Neumünster. Ueber vis Verbrei 
tung des „Elternblatt" legte der Geschäftsführer 
Schmidt eine Statistik für die Provinz Schleswig- 
Holstein vor, woraus hervorgeht, daß dos Blatt 
immer mehr Eingang gefunden hat und noch fin 
det. Ms Ort der nächsten Tagung wurde im Ein 
vernehmen mit der Lehrerschaft Uetersen gewählt 
Gegen 6 Uhr abends fand dis Tagung ihr Ende. 
Während der Tagungen fanden Besichtigun 
gen. der neuen Mittelschule, der Strafanstalt, 
Volkshochschule, Hochbrücke, Düngerfabrik. Städti 
schen Werke statt. In der Mittelschule war wäh 
rend der Tagung eine Ausstellung aus dem 
Zeichen-, Werk- und Handarbeits-Unterricht auf 
gebaut. 
kt. Provinzialverband der Ruhestandsbeamten 
Schleswig-Holsteins. Der diesjährige Provinzial- 
Verbandstag der Ruhe-, Wartostandsbeamten und 
-Hinterbliebenen findet am Sonnabend den 
10. Mai in Kiel statt. Der Verein umfaßt gegen 
wärtig 19 Ortsgruppen mit reichlich 3000 Mit 
gliedern. 
*□ Die Ortsgruppe Rendsburg der 
Neichsvsreinigung Deutscher Techniker im 
Gewerkschaftsbund der Angestellten (G. D. A.) 
hielt am 9. April ihre erste Monatsversamm- 
lung im „Hotel zum Prinzen" ab. Nach Erle 
digung der Tagesordnung hielt der Leiter 
der Technischen Nothilfe, Ortsgruppe Rends 
burg, P. Zick, Rendsburg, einen interessanten 
Vortrag über „Die Einrichtung der Techni 
schen Nothilfe". Auf allgemeinen Beschluß 
finden die monatlichen Versammlungen jeden 
zweiten Mittwoch im Monat, 8,80 Uhr abends, 
im „Hotel zum Prinzen", Schloßplatz, statt. 
Die Versammlung war sehr gut besucht. 
* Osterpaketverkehr. Di« Post bittet, zur Ver 
meidung von Anhäufungen und Verzögerungen 
die Osterpakete und -Päckchen möglichst frühzeitig 
aufzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift 
haltbar anzubringen und den Bestimmungsort, io- 
weit notwendig, unter näherer Bezeichnung seiner 
Lage, besonders groß und kräftig niederzuschreiben. 
Auf dem Paket und Päckchen muß die vollständ'ge 
Anschrift des Absenders angegeben und in das Pa 
ket ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. In 
den Päckchen sind etwaige Hohlräume mit Holzwolle 
usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der fc< 
förderung in Säcken und beim Stapeln nicht ein 
gedrückt werden. Sie müssen deutlich als „Bvref- 
päckchen" oder „Päckchen" bezeichnet sein. 
* Eine Abendmusik veranstaltet der Krr- 
chenchor der Neuwerker Christkirche am Diens 
tag, den 15. April, abends 814 Uhr, in der 
Neuwerker Christkirche. Das Stabat mater 
von Giovanni Pergolese, eine ernste, durch 
großen Melodienreichtum ausgezeichnete Pas 
sionsmusik, gelangt zur Aufführung. Das 
Werk wurde schon im vergangenen Jahre mit 
nachhaltigem Erfolge an gleicher Stelle auf 
geführt. Einheimische bekannte Solistinnen 
und das Collegium musicnm (Streichorchester) 
des Musikvereins haben sich zur Mitwirkung 
freundlichst bereit erklärt. Die musikalische 
Leitung hat Organist Adolf Lorenzen. — Der 
Eintritt ist frei. Programme mit Texten sind 
für 20 Pfg. an den Kirchentüren zu haben. 
(Siehe Anzeige.) 
* • 
* 
Büdelsdorf, 11. April. Sein Löjähriges Ju 
biläum begeht am 19. April der Kontorist H. 
Knuth, wohnhaft Chausseestraßö 31. 
bd. Büdelsdorf, 11. April. Gemeldet hat 
sich die Eigentümerin der Sachen, die vor ei 
nigen Tagen bei der „Eiderlust" gefunden 
wurden. Der Verdacht, daß ein Selbstmord 
vorliegen könnte, war also nicht begründet. 
Der Hut und Pelz waren von der Eigentüme 
rin „verloren", 
Eirrrvschrmg Der Röntqenftafton in Hvherrweftedt. 
ar. Hohsnrvsstedt, 11. April. Am 9. d. M. 
wurde die hiesige Röntgenstation nach Fertig 
stellung dem Kreisarzt Med.-Rat Dr. Stöl- 
ting-Rêndsburg übergeben. Als Vertreter 
des Kreises waren Landrat Steltzer und der 
Reg.-Assessor Dr. Reich anwesend. Es waren 
zu der Feier der Vorstand des hiesigen Frau 
envereins vom Roten Kreuz, die Aerzte, der 
Vorstand der Ortskrankenkasse Rendsburg- 
Süd, der Führer der Sanitätskolonne vom 
Roten Kreuz und die Mitglieder der Baukom 
mission der Gemeinde Hohenwesteöt geladen. 
Nach einer vorangegangenen Besichtigung 
der Räumlichkeiten des Hauses führte Med.- 
Rat Dr. Stölting die Röntgeneinrichtung vor 
und erläuterte den Zweck und die Aufgaben 
der Station. Der Röntgenapparat steht den 
Aerzten in Hohenwesteöt und Umgegend für 
eilige Fülle jederzeit zur Verfügung. Die 
technischen Aufgaben werden von der Röntgen. 
Assistentin und Fürsorgerin Fräulein Else 
Voß von hier erledigt. Der Kreisarzt wird 
künftig an einem Tage in der Woche in der 
Station sein, um besondere Fälle persönlich zu 
erledigen. Er legt großen Wert darauf, die 
jenigen Personen ständig zu beobachten, die 
mit Tuberkulosekranken in häuslicher Ge 
meinschaft leben oder häufig in Berührung 
kommen, um sie daraufhin zu untersuchen, 
ob sie bereits selbst von der Tuberkulose be 
fallen oder etwa gefährdet sind. Auch die 
Schüler der hiesigen Fortbildungsschule sollen 
durchleuchtet werden. Landrat Steltzer sprach 
dem Kreisarzt, dem Reg.-Ass. Dr. Reich und 
dem Amts- und Gemeindevorsteher Kühl im 
Namen des Kreises den Dank für ihre Be 
mühungen für das Zustandekommen der Sta 
tion aus. An die Einweihungsfeier schloß sich 
eine gemeinschaftliche Kaffeetafel im Park 
Wilhelmshöhe an. Bei dieser Gelegenheit 
dankte Gemeindevorsteher Kühl dem Land- 
rat, der Landesversicherungsanstalt, dem 
Frauenverein, der. Krankenkasse Rendsburg. 
Süd und anderen Stellen für die gewährten 
Beihilfen, die die Einrichtung der Station 
überhaupt erst ermöglicht hätten und gab da 
bei dem Wunsche Ausdruck, daß die Einrich. 
tung der Allgemeinheit zum Segen gereichen 
möge. Für den modernen Arzt sei eine Rönt. 
genstation überhaupt unentbehrlich und gera. 
de deshalb müßte man die Errichtung der Sta- 
tion gerade hier in Hohenwesteöt als besonders 
wünschenswert bezeichnen. Sie könne sicherlich 
dazu beitragen, die außerordentlich hohen Für 
sorgelasten herabzumindern. 
-- - às Hoêfterrr. 
Wieder ein Kind in Lochendem 
Wasser verbrüht. 
Burg a. F., 11. April. Das anderthalb 
jährige Kind der hiesigen Eheleute Bargholz 
stürzte in der Küche der elterlichen Wohnung 
in einen Behälter mit kochendem Wasser. Das 
Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es 
am Tage darauf an den Folgen derselben ge- 
* * 
* 
Gasvergiftung eines 81 jährigen 
Rentners. 
Elmshorn, 11. April. Der 81jährige Rentner 
Johann Jnselmann wurde morgens von den Nach 
barn tot in seinem Bett aufgefunden. Schon beim 
Betreten der. Waschküche war ein starker Gasge 
ruch zu verspüren und bei der Untersuchung wurde 
festgestellt, daß der Eashahn in der Küche offen 
war. Es liegt wahrscheinlich ein Unfall vor. 
• * 
* 
Wandsbek, 11. April. Ausbau der Realschule 
des Matthias-Llaudius-Eymnasiums. Der Kul 
tusminister hat den Ausbau der mit dem staat 
lich Matthias-Claudius-Eymnasium verbundenen 
Realschule zur Vollanstalt von Ostern ab geneh 
migt. 
r, Neumünster, 11. April. Schwer ver 
unglückt ist heute nachmittag der 11jährige 
Schüler Slender aus der Wasbeker Straße. 
Beim Spielen in der Nähe der sog. Scheiben 
berge im Stadtwald stürzte der Junge aus be 
trächtlicher Höhe aus einem Baum und erlitt 
außer einem Schlüsselbeinbruch eine schwere 
Knieverletzung. — Eingebrochen wurde in 
letzter Nacht in die Büroräume der Holsten 
brauerei an der Brachenselder Straße. Die 
Täter, die von der Marienstraße her über den 
Zaun geklettert und durch ein Fenster einge 
stiegen waren, erbeuteten nur kleinere Geld 
beträge. — Ein Blutbad im Hühnerstall wurde 
bei der Witwe Wittorf in Padenstedt angerich 
tet. Die unerkannt entkommenen Täter er 
beuteten 25 Hühner, die sie zum größten Teil 
an Ort und Stelle abschlachteten. 
La. Kremperheide, 11. April. Wird Elückstadt 
von Kremperheide aus mit Wasser versorgt wer 
den? Wie mitgeteilt wird, dürste nunmehr doch 
feststehen, daß die Wasserversorgung Glückst adts 
von Kremperheide aus erfolgen wird. Die Ko 
sten werden sich auf zirka eine halbe Million 
Reichsmark belaufen. Auf besonderen Vorschlag, 
eines um unsers öffentlichen Angelegenheiten ver 
dienten Mannes, wird nun auch die Hauptleitung 
auf einem Umwege über Neuenkirchen, Bahren 
fleth, Borsfleth gelegt werden. Damit würde 
aber die Wasserkalamität in unserer Gegend ab 
gestellt sein. Mit dem Baubeginn wird noch in 
diesem Jahre gerechnet. Ein Zuschuß der Gemein 
den wird nicht in Frage kommen. Es werden auch 
dis Wassergelder in tragbarer Höhe gefetzt werden 
— Auswanderungen nach Amerika. Eine Massen, 
auswanderung nach Amerika findet vom benach 
barten Wewelsfleth aus statt. Die Familie des 
Gastwirts Möller, die erst vor einigen Jahren zu 
gezogen ist, stellt allein schon 12 Personen. Di« 
Einwohnerzahl nimmt in unserem Dörfchen immer 
mehr ab. Ein Deutschamerikaner, der schon einige 
Jahre hier sein soll, soll diesen Transport ver 
mittelt haben und begleitet jetzt die Gesellschaft 
nach Kanada. Wirtschaftliche und finanzielle Sor 
gen fallen die Beweggründe sein. 
Mm DßLhmerrfHm. 
Schleswig-Holsteinische Berufsschule 
tötfimg irr BrunsLVLLäoog. 
Brrrnsbüttelkoog, 11. April. Bor dem stark 
besuchten Hause erstattete am Freitagvormtt- 
tag der Vorsitzende, Gewerbeoberlehrer Hasen- 
bein-Kiel, nach kurzen Begrüßungsworten 
den Tätigkeitsbericht. Hieraus interessierte 
vor allem, datz in bezug auf die kleinen Be 
rufsschulen wiederholt Besprechungen stattge 
funden haben, die sich mit der Reform des 
Berufsschulwesens befaßten. Der bisherige 
Kassenführer Jürgens-Schleswig wurde ein 
stimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Nach 
dem von Dr. Näß vorgetragenen Kassenbericht 
hat die Mitgliederzahl einen starken Zugang 
erfahren. 26 Orte sind mit ihren Mitgliedern 
dem verflossenen Jahre beigetreten. In den 
Ausschuß zur Beratung von Berufsschulfra 
gen bei der Regierung wurde Rektor Boisen- 
Meldorf wiedergewählt. Aus dem Vorstand 
scheidet satzungsgemäß aus Bürgermeister 
Mensching-Husnm. Dieser Posten wurde zur 
Neuwahl gestellt, ferner der Posten des aus 
getretenen Kassenführers Jürgens zur Er 
gänzungswahl. 
Nach längerer Aussprache, an der sich vor 
allem Gottbersen vom Allgemeinen Deutschen 
Lehrerverein und das Vorstandsmitglied 
Gosch beteiligten, konnte man feststellen, daß 
Zwischen dem Allgemeinen Deutschen Lehrer 
verein und dem Berussschulverein, welche 
Heute abend 8 Ubr im „Spitzkrug" 
70441 Büdelsdorf 
■ Mulme» 
j Vereins-Anzeiger 
Gsnķfchs Saavnertc&aff
	        
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