Schleswîg-Holsteln.
und Bildungserfolg erzielt wird. Die Schule lie
fert der Wirtschaft die Menschen, mit denen sie
arbeiten muß. Deshalb ist der Stand und die
Art des Schulwesens maßgebend für die Arbeits
und Anpassungsmöglichkeiten des wirtschaftlichen
Nachwuchses. Welche Anforderungen stellt die
Wirtschaft? Kein Buchwissen, sondern praktisch
verwertbares Wissen, keine stückweise, sondern ab
geschlossene Schulbildung, sei cs Bolks- oder Mit
telschule. Die Leistungen der Bolksschule geben
der Wirtschaft oft zu Klagen Anlag. Die Mittel
schüler erfreuen sich dank ihrer gediegenen, ab
geschlossenen, lebens- und wirklichkeitsnahen Bil
dung besonderer Beliebtheit der Wirtschaftskreise
und sind befähigt, gesteigerten Anforderungen der
Lebensberufe zu genügen. Weder die Volks- noch
die höhere Schule können sozusagen nebenbei diese
erhöhte praktische Vorbildung geben, sondern nur
eine besondere Schulart, die in ihrem ganzen Auf
bau, Lehrgang und Bildungsziel sich bewußt auf
diese Aufgabe einstellt. Die sogenannten Ober-
bauten an Volksschulen (Hamburg) können die
Mittelschule niemals ersetzen. Das Ziel der höhe
ren Schulen liegt nach der theoretischen Seite. Die
Mittelschule ist ferner die Schule des sozialen Aus
stiegs aufstrebender Volkskreise. Staat, Wirtschaft,
Eltern und Erzieher fordern deshalb immer wie
der, datz dem praktisch veranlagten jungen
Menschen, der aus der Volks- oder der Mittel
schule kommt, nicht durch unsinnige Berechtigungen
und das Berechtigungsmonopol der höheren
Schulen der Lebensweg versperrt oder zur Qual
wird. Das überspannte Berechtigungswesen mit
seiner Bevorzugung der höheren Schule mutz fal
len, um der Schulen, der Kinder und der Wirt
schaft willen. Volks- und Mittelschule werden in
diesem Kampfs immer die Hilfe der Wirtschaft
haben. Leistungen und Können sollen maßgebend
sein, nicht der papiernerne Schein.
In Anlehnung an den Hauptvortrag sprachen
Mittelschulrektor Duggen-Altona über das Thema:
Wie erfüllt die Mittelschule im Deutsch-Unter-
richt die Forderungen der Wirtschaft? Mittelschul-
lehrer Müller-Kiel: Wie erfüllt der mathemati
sch« Unterricht der Mittelschule die Forderungen
der Wirtschaft? Mittelschullehrer Carftensen-
Rendsburg: Wie stellt sich der Werkunterricht in
der Mittelschule in den Dienst der Wirtschaft?
Folgende Leitsätze wurden aufgestellt:
A. Erfüllt unsere Mittelschule im Deutsch
unterricht die Forderungen der Wirtschaft?
Die Wirtschaft erwartet von unsern Reislin
gen: 1. eine saubere, flotte Handschrift, 2. eine
sichere Rechtschreibung, 3. Sicherheit und Gewandt
heit im mündlichen kind schriftlichen Gedankenaus
druck, 4. Fertigkeit in den mancherlei Darstel
lungsarten, wie Beschreibung, Erzählung, Be
richt, Schilderung, Brief und Eefchäftsaufsätze, 3.
Verständnis für die Formen des Wirtschaftslebens
und Bereitschaft, mit allen Kräften in und an der
Gemeinschaft mitzuarbeiten. . . ,
58. Wie erfüllt der mathematische Unterricht
der Mittelschule,die Forderungen der Wirtschaft?
1. Entsprechende Aufgabe der Mittelschule, theo
retisch praktisch veranlagte Schüler zu befähigen,
gesteigerten Anforderungen in Berufen des prakti
schen Lebens zu genügen, stellt sie ihren mathema
tischen Unterricht zielbewußt auf die Forderungen
der Wirtschaft ein. 2. Die Stoffauswahl für die-
mathematischen Fächer richtet sich nach den Grund
sätzen des kräftebildenden Unterrichts um der Be
rufseinstellung. 3. Die Wirtschaft fordert von dem
mathematischen Unterricht der Mittelschule Rechen-
ficherheit und Schulung des Wirklichkeitssinnes. Die
Erzielung der nötigen Rechensicherheit und -ge-
wandtheit darf nicht zur klotzen Abrichtung für
die Praxis werden. Das Sachrechnen, das die
Schulung des Wirklichkeitssinnes unterstützen soll,
darf nicht durch umfangreiche Belehrungen und
Einförmigkeit die Freuds am Rechnen töten. 4.
Die schwierigeren bürgerlichen Rechenarten treten
in den Mittelschulbestimmungen in einer solchen
Breite auf, datz eine Beschränkung auf grund
legende Kenntnisse geboten erscheint..
E. Wie stellt sich der Werkunterricht in der
Mittelschule in den Dienst der Wirtschaft? Die
Bestimmungen vom 1. Juni 1923 schreiben für die
Mittelschule den Werkunterricht vor: „Die Ent
wicklung auf den Gebieten des Handwerks, des
Kunstgewsrbes, des Handels und der Industrie,
der Land- und Forstwirtschaft erfordert eine ge
steigert« Ausbildung der Knaben und Mädchen für
diese Berufe." Die Bestimmungen verwirklichen
dadurch Forderungen, die immer wieder von den
großen Pädagogen der letzten Jahrhunderte im
Interesse der Volkswirtschaft gestellt wurden. Der
Werkunterricht ist Erziehung zur Selbsttätigkeit
und Selbständigkeit, zur Ordnung und zur Ge
nauigkeit, zur Wahrhaftigkeit unh Treue: er för
dert die praktischen Fähigkeiten, den Trieb des
Schaffens und Bildens, die Schärfe des Auges und
die Geschicklichkeit der Hand und will somit als
Erziehung zur Arbeit und zur Pflichterfüllung der
Wirtschaft und insbesondere dem Handwerk einen
allseitig vorgebildeten Nachwuchs liefern.
Tagung der Şernberrale.
Mit der Provinzialmittelschultagung fand
gleichzeitig die
7. Tagung des Provinzialverbandes
der Elternbeiräte der mittleren Schulen
Schleswig-Holsteins
statt, zu der Vertreter aus allen Teilen der Pro
vinz in großer Zahl erschienen waren. Die Tagung
wurde am Donnerstag in der Eiderhalle abgehal
ten. Voraus ging mittags um VA Uhr eine
Sitzung der stimmberechtigten Delegierten, die zur
Hauptsache interne Angelegenheiten betraf.
Nachmittags um '3 Uhr begannen die Ver
bandsverhandlungen unter dem Vorsitz von Ober
sekretär Rose-Altona. Nach Begrüßung der De
legierten und Gäste erstattete der Geschäftsführer
Reichsbahnobersekretär Schmidt-Altona den Jah
res- und Kassenbericht, dem folgendes entnommen
sei: Im verflossenen Jahre sind fast sämtliche Mit
telschulen Schleswig-Holsteins dem Piooinzialver-
band als Mitglied beigetreten. Der Landesver
band hat an alle größeren Städte Schleswig-Hol
steins ein Gesuch gerichtet mit der Bitte, bei An
stellung van Schularztkräften auch Schulärztinnen
zu berücksichtigen. Mit der Norag in Hamburg
sind Verhandlungen geführt, auch Vorträge über
das Mittelschulwesen im Rundfunk zu berücksich
tigen. Am 16. April, abends 7'A Uhr. wird im
Rundfunk von Mittelschullehrer Horn-Altona ein
Vortrag über „Die Preußische Mittelschule" ge
halten. Im übrigen gab der Jahresbericht ge
nauen Aufschluß über die rege Tätigkeit des ge-
schäftsführenüen Vorstandes im verflossenen Jahr.
Der Kassenbericht schließt mit einem Kassenbestand
von rund 600 R.M ab. Dem Geschäftsführer wurde
Entlastung erteilt. Anschließend folgte von Mit
telschullehrer Holm-Altona ein kurzes Referat
über das Thema: „Wie fördert die Elternschaft
zur Zeit am wirksamsten die Belange der Mittel
schule". Dem Antrage des Reichsverbandes über
Neuregelung der Ferienordnung, ferner über die
gesetzliche Regelung der Einrichtung der Elternbei
räte in Preußen wurde zugestimmt. Desgleichen
schloß sich der Landesverband dem Antrage des
Hannoverschen Verbandes der Mittelschulen in Be
zug auf seinen Antrag „Gleichstellung der Mitrel-
schulreife mit der Obersekundareife" für die Reichs-
verbandstagung in der Pfingftwoche in Kottbus
an. Die Beitrüge wurden in gleicher Höhe wie
im Vorjahre festgesetzt. Als Vertreter zur Tagung
des Reichsverbandes in Kottbus wurden gewählt
der Vorsitzende Rose-Altana und der Geschäftsfüh
rer Schmidt-Altona. Außerdem erhalten einen
Reisezuschuß von je 40 R-tt die Ortsverüanoe
Rendsburg und Neumünster. Ueber vis Verbrei
tung des „Elternblatt" legte der Geschäftsführer
Schmidt eine Statistik für die Provinz Schleswig-
Holstein vor, woraus hervorgeht, daß dos Blatt
immer mehr Eingang gefunden hat und noch fin
det. Ms Ort der nächsten Tagung wurde im Ein
vernehmen mit der Lehrerschaft Uetersen gewählt
Gegen 6 Uhr abends fand dis Tagung ihr Ende.
Während der Tagungen fanden Besichtigun
gen. der neuen Mittelschule, der Strafanstalt,
Volkshochschule, Hochbrücke, Düngerfabrik. Städti
schen Werke statt. In der Mittelschule war wäh
rend der Tagung eine Ausstellung aus dem
Zeichen-, Werk- und Handarbeits-Unterricht auf
gebaut.
kt. Provinzialverband der Ruhestandsbeamten
Schleswig-Holsteins. Der diesjährige Provinzial-
Verbandstag der Ruhe-, Wartostandsbeamten und
-Hinterbliebenen findet am Sonnabend den
10. Mai in Kiel statt. Der Verein umfaßt gegen
wärtig 19 Ortsgruppen mit reichlich 3000 Mit
gliedern.
*□ Die Ortsgruppe Rendsburg der
Neichsvsreinigung Deutscher Techniker im
Gewerkschaftsbund der Angestellten (G. D. A.)
hielt am 9. April ihre erste Monatsversamm-
lung im „Hotel zum Prinzen" ab. Nach Erle
digung der Tagesordnung hielt der Leiter
der Technischen Nothilfe, Ortsgruppe Rends
burg, P. Zick, Rendsburg, einen interessanten
Vortrag über „Die Einrichtung der Techni
schen Nothilfe". Auf allgemeinen Beschluß
finden die monatlichen Versammlungen jeden
zweiten Mittwoch im Monat, 8,80 Uhr abends,
im „Hotel zum Prinzen", Schloßplatz, statt.
Die Versammlung war sehr gut besucht.
* Osterpaketverkehr. Di« Post bittet, zur Ver
meidung von Anhäufungen und Verzögerungen
die Osterpakete und -Päckchen möglichst frühzeitig
aufzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift
haltbar anzubringen und den Bestimmungsort, io-
weit notwendig, unter näherer Bezeichnung seiner
Lage, besonders groß und kräftig niederzuschreiben.
Auf dem Paket und Päckchen muß die vollständ'ge
Anschrift des Absenders angegeben und in das Pa
ket ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. In
den Päckchen sind etwaige Hohlräume mit Holzwolle
usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der fc<
förderung in Säcken und beim Stapeln nicht ein
gedrückt werden. Sie müssen deutlich als „Bvref-
päckchen" oder „Päckchen" bezeichnet sein.
* Eine Abendmusik veranstaltet der Krr-
chenchor der Neuwerker Christkirche am Diens
tag, den 15. April, abends 814 Uhr, in der
Neuwerker Christkirche. Das Stabat mater
von Giovanni Pergolese, eine ernste, durch
großen Melodienreichtum ausgezeichnete Pas
sionsmusik, gelangt zur Aufführung. Das
Werk wurde schon im vergangenen Jahre mit
nachhaltigem Erfolge an gleicher Stelle auf
geführt. Einheimische bekannte Solistinnen
und das Collegium musicnm (Streichorchester)
des Musikvereins haben sich zur Mitwirkung
freundlichst bereit erklärt. Die musikalische
Leitung hat Organist Adolf Lorenzen. — Der
Eintritt ist frei. Programme mit Texten sind
für 20 Pfg. an den Kirchentüren zu haben.
(Siehe Anzeige.)
* •
*
Büdelsdorf, 11. April. Sein Löjähriges Ju
biläum begeht am 19. April der Kontorist H.
Knuth, wohnhaft Chausseestraßö 31.
bd. Büdelsdorf, 11. April. Gemeldet hat
sich die Eigentümerin der Sachen, die vor ei
nigen Tagen bei der „Eiderlust" gefunden
wurden. Der Verdacht, daß ein Selbstmord
vorliegen könnte, war also nicht begründet.
Der Hut und Pelz waren von der Eigentüme
rin „verloren",
Eirrrvschrmg Der Röntqenftafton in Hvherrweftedt.
ar. Hohsnrvsstedt, 11. April. Am 9. d. M.
wurde die hiesige Röntgenstation nach Fertig
stellung dem Kreisarzt Med.-Rat Dr. Stöl-
ting-Rêndsburg übergeben. Als Vertreter
des Kreises waren Landrat Steltzer und der
Reg.-Assessor Dr. Reich anwesend. Es waren
zu der Feier der Vorstand des hiesigen Frau
envereins vom Roten Kreuz, die Aerzte, der
Vorstand der Ortskrankenkasse Rendsburg-
Süd, der Führer der Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz und die Mitglieder der Baukom
mission der Gemeinde Hohenwesteöt geladen.
Nach einer vorangegangenen Besichtigung
der Räumlichkeiten des Hauses führte Med.-
Rat Dr. Stölting die Röntgeneinrichtung vor
und erläuterte den Zweck und die Aufgaben
der Station. Der Röntgenapparat steht den
Aerzten in Hohenwesteöt und Umgegend für
eilige Fülle jederzeit zur Verfügung. Die
technischen Aufgaben werden von der Röntgen.
Assistentin und Fürsorgerin Fräulein Else
Voß von hier erledigt. Der Kreisarzt wird
künftig an einem Tage in der Woche in der
Station sein, um besondere Fälle persönlich zu
erledigen. Er legt großen Wert darauf, die
jenigen Personen ständig zu beobachten, die
mit Tuberkulosekranken in häuslicher Ge
meinschaft leben oder häufig in Berührung
kommen, um sie daraufhin zu untersuchen,
ob sie bereits selbst von der Tuberkulose be
fallen oder etwa gefährdet sind. Auch die
Schüler der hiesigen Fortbildungsschule sollen
durchleuchtet werden. Landrat Steltzer sprach
dem Kreisarzt, dem Reg.-Ass. Dr. Reich und
dem Amts- und Gemeindevorsteher Kühl im
Namen des Kreises den Dank für ihre Be
mühungen für das Zustandekommen der Sta
tion aus. An die Einweihungsfeier schloß sich
eine gemeinschaftliche Kaffeetafel im Park
Wilhelmshöhe an. Bei dieser Gelegenheit
dankte Gemeindevorsteher Kühl dem Land-
rat, der Landesversicherungsanstalt, dem
Frauenverein, der. Krankenkasse Rendsburg.
Süd und anderen Stellen für die gewährten
Beihilfen, die die Einrichtung der Station
überhaupt erst ermöglicht hätten und gab da
bei dem Wunsche Ausdruck, daß die Einrich.
tung der Allgemeinheit zum Segen gereichen
möge. Für den modernen Arzt sei eine Rönt.
genstation überhaupt unentbehrlich und gera.
de deshalb müßte man die Errichtung der Sta-
tion gerade hier in Hohenwesteöt als besonders
wünschenswert bezeichnen. Sie könne sicherlich
dazu beitragen, die außerordentlich hohen Für
sorgelasten herabzumindern.
-- - às Hoêfterrr.
Wieder ein Kind in Lochendem
Wasser verbrüht.
Burg a. F., 11. April. Das anderthalb
jährige Kind der hiesigen Eheleute Bargholz
stürzte in der Küche der elterlichen Wohnung
in einen Behälter mit kochendem Wasser. Das
Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es
am Tage darauf an den Folgen derselben ge-
* *
*
Gasvergiftung eines 81 jährigen
Rentners.
Elmshorn, 11. April. Der 81jährige Rentner
Johann Jnselmann wurde morgens von den Nach
barn tot in seinem Bett aufgefunden. Schon beim
Betreten der. Waschküche war ein starker Gasge
ruch zu verspüren und bei der Untersuchung wurde
festgestellt, daß der Eashahn in der Küche offen
war. Es liegt wahrscheinlich ein Unfall vor.
• *
*
Wandsbek, 11. April. Ausbau der Realschule
des Matthias-Llaudius-Eymnasiums. Der Kul
tusminister hat den Ausbau der mit dem staat
lich Matthias-Claudius-Eymnasium verbundenen
Realschule zur Vollanstalt von Ostern ab geneh
migt.
r, Neumünster, 11. April. Schwer ver
unglückt ist heute nachmittag der 11jährige
Schüler Slender aus der Wasbeker Straße.
Beim Spielen in der Nähe der sog. Scheiben
berge im Stadtwald stürzte der Junge aus be
trächtlicher Höhe aus einem Baum und erlitt
außer einem Schlüsselbeinbruch eine schwere
Knieverletzung. — Eingebrochen wurde in
letzter Nacht in die Büroräume der Holsten
brauerei an der Brachenselder Straße. Die
Täter, die von der Marienstraße her über den
Zaun geklettert und durch ein Fenster einge
stiegen waren, erbeuteten nur kleinere Geld
beträge. — Ein Blutbad im Hühnerstall wurde
bei der Witwe Wittorf in Padenstedt angerich
tet. Die unerkannt entkommenen Täter er
beuteten 25 Hühner, die sie zum größten Teil
an Ort und Stelle abschlachteten.
La. Kremperheide, 11. April. Wird Elückstadt
von Kremperheide aus mit Wasser versorgt wer
den? Wie mitgeteilt wird, dürste nunmehr doch
feststehen, daß die Wasserversorgung Glückst adts
von Kremperheide aus erfolgen wird. Die Ko
sten werden sich auf zirka eine halbe Million
Reichsmark belaufen. Auf besonderen Vorschlag,
eines um unsers öffentlichen Angelegenheiten ver
dienten Mannes, wird nun auch die Hauptleitung
auf einem Umwege über Neuenkirchen, Bahren
fleth, Borsfleth gelegt werden. Damit würde
aber die Wasserkalamität in unserer Gegend ab
gestellt sein. Mit dem Baubeginn wird noch in
diesem Jahre gerechnet. Ein Zuschuß der Gemein
den wird nicht in Frage kommen. Es werden auch
dis Wassergelder in tragbarer Höhe gefetzt werden
— Auswanderungen nach Amerika. Eine Massen,
auswanderung nach Amerika findet vom benach
barten Wewelsfleth aus statt. Die Familie des
Gastwirts Möller, die erst vor einigen Jahren zu
gezogen ist, stellt allein schon 12 Personen. Di«
Einwohnerzahl nimmt in unserem Dörfchen immer
mehr ab. Ein Deutschamerikaner, der schon einige
Jahre hier sein soll, soll diesen Transport ver
mittelt haben und begleitet jetzt die Gesellschaft
nach Kanada. Wirtschaftliche und finanzielle Sor
gen fallen die Beweggründe sein.
Mm DßLhmerrfHm.
Schleswig-Holsteinische Berufsschule
tötfimg irr BrunsLVLLäoog.
Brrrnsbüttelkoog, 11. April. Bor dem stark
besuchten Hause erstattete am Freitagvormtt-
tag der Vorsitzende, Gewerbeoberlehrer Hasen-
bein-Kiel, nach kurzen Begrüßungsworten
den Tätigkeitsbericht. Hieraus interessierte
vor allem, datz in bezug auf die kleinen Be
rufsschulen wiederholt Besprechungen stattge
funden haben, die sich mit der Reform des
Berufsschulwesens befaßten. Der bisherige
Kassenführer Jürgens-Schleswig wurde ein
stimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Nach
dem von Dr. Näß vorgetragenen Kassenbericht
hat die Mitgliederzahl einen starken Zugang
erfahren. 26 Orte sind mit ihren Mitgliedern
dem verflossenen Jahre beigetreten. In den
Ausschuß zur Beratung von Berufsschulfra
gen bei der Regierung wurde Rektor Boisen-
Meldorf wiedergewählt. Aus dem Vorstand
scheidet satzungsgemäß aus Bürgermeister
Mensching-Husnm. Dieser Posten wurde zur
Neuwahl gestellt, ferner der Posten des aus
getretenen Kassenführers Jürgens zur Er
gänzungswahl.
Nach längerer Aussprache, an der sich vor
allem Gottbersen vom Allgemeinen Deutschen
Lehrerverein und das Vorstandsmitglied
Gosch beteiligten, konnte man feststellen, daß
Zwischen dem Allgemeinen Deutschen Lehrer
verein und dem Berussschulverein, welche
Heute abend 8 Ubr im „Spitzkrug"
70441 Büdelsdorf
■ Mulme»
j Vereins-Anzeiger
Gsnķfchs Saavnertc&aff