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Die Straße log verlassen.
Es war Nacht, ein plötzlicher Regen setzte ein,
und Dussel wurde pitschenaß. Noch zehn Minuten
waren zur Stadt. Aber immer dichter strömte der
Regen. Dussel schimpfte wie ein Rohrspatz.
Da hupte es. Ein Auto kam ihm entgegen.
Dussel sprang in die Mitte der Straße
Der Chauffeur mußte bremsen. „Besetzt",
brummte er. Aber schon war die Tür aufgemacht.
„Wenn Sie wollen", sagte ein liebenswürdiger
Herr, „trete ich Ihnen den Wagen ab. Ich wohne
gleich in der Nähe und springe die paar Schritte
jchon hinüber." ,
Dussel wollte. Er bedankte sich in tausend
Worten, und als der höfliche Herr die bis dahin zu
rückgelegte Strecke bezahlen wollte, lehnte Dussel
dieses als gar nicht in Frage kommend glatt ab, was
der Fremde sich gern gefallen ließ. Froh bestieg
Dussel den Wagen.
In knapp vier Minuten hielt er vor seinem
Hause.
„Was zahle ich?" fragte er den Chauffeur.
„Neunundneunzig Mark fünfzig."
„Bitte? Wieso?"
„Ganz einfach — ich habe doch den anderen
Herrn schon seit Mittag gefahren."
Aber eine Minute später, zu Sullivans übli
cher ^Aufstehstunde, rasselte der Wecker in der
Tasche eines der Diebe. Da wurden die Be
amten aufmerksam und gingen der Ursache
des überraschenden Geräusches auf den
Grund mit dem Ergebnis, daß die beiden
verdutzten „Spaziergänger" festgenommen
wurden.
Btsirte Welt.
Eine medizinische Entdeckung im Film.
Wenn der Arzt zum Patienten sagt:
„Machen Sie Len Mund ans und sagen Sie
^Zl"", so ist das falsch. Ein kürzlich hier einer
Bereinigung von Filmfachleuten vorgeführ-
ter Film zeigt, daß sich beim „A" sagen eine
bestimmte Höhlung völlig schließt, die der
Arzt prüfen sollte, wenn er einen über Hals-
beschwerden klagenden Patienten untersucht
Statt dessen sollte der Arzt den Patienten „I"
sagen lassen. Der Film, der diese medizinisch
wichtige Feststellung ermöglichte, wurde von
Dr. Oscar Russell von dem Institut für Laut
forschung der Universität des Staates Ohio
hergestellt.
Das Jubiläum des Spciscwageus.
Jeder, der heute eine längere Reise macht,
empfindet es als eine Selbstverständlichkeit,
daß er unterwegs Gelegenheit hat, sich, ohne
ocn Zug verlassen zu müssen, erfrischen oder
ganze Mahlzeiten einnehmen zu können. Da
bei ist der Speisewagen, der ihm dies ermög
licht, noch gar nicht so alt, gerade in diesem
>zahre feiert er seinen 60. Geburtstag. Im
Jahre 1880 ließ die Internationale Schlaf-
wagengescllschaft — zunächst nur versuchs
weise - auf einigen Strecken des reichsdeut-
schen Eisenbahnnetzes drei Speisewagen lau
fen, die durch Umbau aus bisherigen Schlaf
wagen entstanden waren/ Sie besaßen noch
reine eigene Küche, die Mahlzeiten wurden
vielmehr unterwegs von einer Station be
zogen. ^ Bald kannte man dann auch die Wa
gen mit eigener Kochvorrichtung, aber sie hal
ten noch den Nachteil, daß sie nur während
eines Aufenthalts betreten oder verlassen
werden konnten. Erst mit der Einführung der
77ssoUge war der Sieg des Speisewagens ge-
üchert. Anfangs nur ein Vorrecht der höhe-
ren Klassen, wurde er später auch der dritten
Klasse Zugänglich geinacht und gewann damit
erst eigentlich seine Volkstümlichkeit und all
gemeine Beliebtheit, deren sich der Jubilar
heute mit Recht erfreut.
gen gestellt wevden können. Man muß bei ihnen
gegen das Rauschgift den Widerwillen wecken, den
,ie heute gegen Spinnen und Giftpilze haben Wenn
man weitesten Kreisen erst zum Bewußtsein bringen
kann, daß jemand, der auf eine Klapperschlange
tritt, nicht größere Gefahr läuft als ein anderer,
der zu Rauschgiften leine Zuflucht nimmt, so wird
dieie Belehrung unbedingt die Folae haben, daß die
Zahl der Anhänger des Lasters auf ein Minimum
sinkt. Es ist, alles in allem, ausschließlich eine Frage
der Erziehung. Wenn man gelegentlich die Ansicht
äußert, daß die Steigerung des Konfunis von
Rauschgiften in Amerika eine Folge der Prohibition
Eft io ņiacht man sich damit einer großen Ueber
treibung schuldig. Nach dem Bericht des Gesund
heitsamtes von Los Angeles hat man beispielsweise
von 500 Verbrauchern von Rauschgiften, die in den
amtlichen Listen geführt werden, nur bei 3 Personen
nachweisen können, daß sie die üble Gewohnbeit erst
nach Inkrafttreten des Prohibitronsaefetzes anqe-
nommen hätten. " a
sVimm h •? Dc Ņşchlicher Leiden und Luäiereicn sind di«
Hämorrhoiden Ungefähr ein Drittel aller Menschen leidet
Sáî'itn eS ļ^Şher möglich war, diese Krankheit mit
Ä” Ģttolg zu bekämpfen. Man wußte nicht, daß die
eigentlichen Hamorrhoidalcntzuiidungen durch die Darmbakte-
len verursacht werden. Heute kann man Hämorrhoiden leicht
beseitigen, wenn man sich diese neuesten Forschungserqcbnissl:
şiĢ. macht und das Posterisan anwendet. Aufklärende
Broschüre ist m allen Apotheken kostenlos erhältlich. — Ori-
sä sr— «■*> -««?...
Der Wecker bringt es an den Tag.
Louis Sullivan in Chicago ist ein Früh
aufsteher und pflegt seinen Wecker regel
mäßig auf 4 Uhr 30 morgens zu stellen. Das
mußten zwei Spitzbuben mit Gefängnis
büßen. Sie waren um 4 Uhr 20 in Sullivans
Wohnung eingebrochen und hatten neben an
derem auch die Weckeruhr entführt. Um 4 Uhr
29 begegneten sie auf der Straße zwei Schutz
leuten, die zunächst keinen Verdacht schöpften.
1 Million Rauschgiftsüchtige in II. S. A.
Die Vereinigten Staaten verzeichnen -den stärk
ten Konsum von Opiumderivaten mit einem Jah
resverbrauch von 36 Gran auf den Kopf der Be
völkerung. Demgegenüber entfallen, nach den Fest-
teilungen des Ueberwachungsausfchusses des Völ
kerbundes, auf Indien 27 Gran, Frankreich 4, Eng
land 3, Deutschland und China je 2 und auf Italien
1 Gran. „Allen Gesetzen gegen den Mißbrauch der
Rauschgifte zum Trotz", schreibt eine amerikanische
Zeitschrift, „hat Amerika eine Million Menschen, die
dem Laster verfallen sind. Was wollen wir dagegen
tun? Vorbeugen ist auch in diesem Falle besser als
heilen. Wir müssen bei der Erziehung der Kinder
beginnen, denen nchit eindringlich genug die furcht
baren Folgen des Gebrauchs von Narkotika vor Au-
mit Badder sien gähn kunn. He harr een
lang Scholweg. Und fchlupperig wär datt
mitünner bös. Denn wär em de Schiet
mitünner bet baben an de Büx sprütt. Tor
vör kunn em blos grote Stebekn retten.
Datt Badder un Mudder bor nich lang an
dacht harr'n, merkwürdig!
Den annern Morgen schullt ja weller
to Schol gähn. Sin Badder un Mudder
warn all to Stadt mit den ersten Zug.
Großmudder, de bi se op Hoff wahn, mak
Hanne ferdig to Schol. He harr all gorkeen
Ruh mehr. Während sin Großmudder em
Brot schnied'n öä, gung he na Waschkök, dor
stunn de groten Stebeln, nehm se UN drog
se na buten. Stell se bi't Heck ünnert Um
brett. Tenn gau weller rin. Wildeß harr
Großmudder alles trech. Bvnöag trock
Hanne Holtschoh an, — warum wull? —
Na, Großmudder harr nix markt. He sä
sin Großmudder nu gau adjüs, un weg
wär he üm de Huseck, den Stiaeg dal. Bi't
Heck ankam, hol he fick gan de Langschäfti-
gen! De Holtschoh keemen ut un denn rin
in de Stebeln. — Gut, datt he Söcken an
harr,- de Stebeln wärn doch riekli grot.
Ach watt — 't muß gahn,- denn he muß sick
doch üben. Gewiß kreeg he welke to Ge-
I'nrtsdag,' denn wat schulln Badder un
Mudder sonst wull beid' in de Stadt wülln!
Se wullil em lange Stebeln köpen, datt
stunn fast bi Hanne. Na, he nehm de Holt
schoh in de Hand, un denn gung datt los.
Gut, dat sin Badder nich so schrecklich grot
wär, sonst wärn se doch meist to grot wün.
Doch btt an't Liew reckten se em so ock al.
Aber wär viellicht ganz god so, nu kunn he
ordentlich dörch de Schiet haun. Brnk fick
garni in Acht to nehm, datt sin Büx schietcg
wor. He tux los, een Been vört anner
Ach, nu gnng datt al'n beten beter. So,
ordentlich in datt Wader, datt back nich so.
Junge, dor fust he rein so dörch. Schull he
ock in Draff lopcn kön dormit? Mal ver-
söken. Schwipp, schwapp, so klatschten de
groten Stebeln as Uenne'rseebööt dörch de
Matsch un Waterlöcker. Junge, dat bröch
Spaß: doch wat wär dat: he wurr ja bös
schweeten. Wär ja een sner Stück Arbeid.
Un watt wärn de schön blanken Stebeln
schiedig worn! Ach — lat man, ick mok er
hüt miödag in Graben weller rein. He wär
nu an de Chaussee kam. Trock de Stebeln
weller nt un versteck se ünnert Siel, de an
de recht Sied von Graben wär.
So, nn de Holtschob an, un denn to
Schol. Bon wieden seeg he sin Frnnd
Krnschan stahn, de liter op em un wink.
Hanne keep rasch hen na em. „Minsch,
Hanne, watt schwects Du?" „Ja, datt wär
ock Hitt, un denn de Schiet!" Aber Din
Holtschoh sind jo gornich schietig." „Nää."
Nun wurr Hanne erst recht hitt. He muß
ja legen, un dat much he nich. Aber wat
schull he maken, he wull Krüschan doch nich
verstelln, datt he sin Badöers Stebeln an-
hadd harr.
In de Schol paß he vondag gornich op.
As he bi't Recken 4X4 utreken schull, sä he
„twee". Dach he doch weller an twee lange
Stebeln, de ünnert Siel stecken.
As de Schol ut wär, stürm he de Chaus
see lang, na't Siel dal, un wull de Lang-
schäftigen hernthaln. Aber watt wär datt!!
Tor wärn jo keen Langschäftige mehr, — de
— wärn weg. Datt wär, as harr he een
vörn Kopp kreg'n. He much gornich weller
hoch. Sin Hart klopp as wild, son Angst
harr he in sick. Wo wärn de Stebeln, sin
Badders Stebeln? He much ja gornich
weller to Hus. Wo schulln de doch eenmal
wän? De wärn stähln! Datt wär wiß!
Harr he sc denn nich ordentlich wegpackt?
He meen dat doch. So mit sick sülm un mit
sin Not beschäftigt, harr he gornich markt,
datt sin Badder lang den Weg kcem un nu
al bi em stunn. „Na, min Hanne", sä he,
watt makst Du dor?" Doch Hanne kunn
gornich mit de Sprak rutkam, de groten
Tranen poltern em man immer so über de
Backen. Toletz schütt he sin Hart nt, datt
holp ja doch nix, he muß datt doch ja weten.
„Ja, min Hanne, datt harrst Du ja nich
mußt. Sieh mal, wenn se een schlechten
Minschen sunn harr, wärn se weg wän.
Denn harr Badder ja keen Langschäftige
mehr haöd. Mudder un ick kcem al mit den
Middagszug, gung hier lang un seg'n een
lüttje Eck von'n Stebel ünnert Siel rut-
kieken. As mi neeger rangung'n, wärn datt
min. Do hebbt wi se mitnahm. Müssen
ja gorni, wie de hierher kcem." „Ja, Bad
der, ick wull datt ja blos mal probeern;
denn ick wünsch mi ja blos een Poor Lang
schäftige." Datt wär all, watt he noch rut-
kriegen kunn,- denn weller rollten em de
Tran über de Backen. Do nehm sin Bad
der em bi de Hand un gung mit em to
Hus. Sä keen Wort de ganze Tied, datt
Hanne towielen na em roppkeek un dach,
wie schullt wull afflöpcn? Sin Badder
wurr dat gewohr, datt Hanne so in Angst
na em opkeek, un kunn dat rein nich länger
mit ansehn. He dach bi fick sülm, de Jung
mutt de Stebeln, de wi em mitbröcht hebbt,
vondag glieks hemm. Liesen streck he
Hanne öbern Kopp. Do wuß Hanne, Lull
wär Badder nich dorüm.
Bi't Hus ankam, gnng Badder gliek na
de Stuv na Mudder, un Hanne putz von-
DLrchsMPfLhZAKgeK.
Max Brand: Die Unbezähmbaren. — Die Drei in der
Ņş -; ®m siebente Mann. - Drei Romane, aus dem
Ämerrkanlschen übertragen von Hellmuth Wedel. Berlaa s-r,
Knaur Nachf.. Berlin W. 80. Die drei spannenden, abentcu«.
reichen, abwechslungsvollen Romane Max Brands spielen im
Westen der Vereinigten Staaten, zu jener Zeit, da ein Pferd
wertvoller war als Menschenleben, da strenge Selbstjustiz
fur Aufrechterhaltung einer gar leichtlich gefährdeten Ovd-
nnng sorgen mußte, da sturmerprobte Männer lächelnden
Mundes zu kämpfen und, wem,'s not tat, auch zu sterben
® os ŅUUeu ist das übliche, wie es aus vielen Wild-
West-Romanen bekannt ist, die Hauptfigur des Dan Berry
ledoch, die allen drei Büchern gemeinsam ist, obwohl jeder
Baird eine in sich geschlossene Handlung durchführt, erhebt sich
weit über das gewohnte Schema als der wohlgclungenc Der-
such, in überzeugender Darstellung zu beweisen, wie stark ani-
malische Urinstlnkke in einem Menschen der Wildnis wieder
zuim Durchbruch kommen können, wenn feine kindlich-naioe
Borstellungswelt die ungchenimte Entwicklung des Trieblebens
begünstigt. Ein Mann, ein Pferd und ein Hund bilden in
dieser Roman-Trilogie einen seltsamen Bund: ein Mensch, der
sich dem Tier näher verwandt fühlt als seinen Mitmenschen,
der die Sprache der Tiere zu verstehen scheint und dem die
^iere ergeben sind, als könnten sie feine Worte begreifen.
Hineinverwoben in das wilde Leben des „pfeifenden Dan" ist
di« anmutvolle Gestalt einer Frau, die dem Haltlosen opfert,
was ein« Frau nur opfern ?dnn; aber mit aller Kraft zu
verhindern sucht, daß auch ihr Kind mit den Trieben des Va-
tcrs belastet wird; mit dem Mut der Verzweiflung kämpft
sie um das Schicksal dieses Kindes; und das letzt« Buch
schließt, den Alb von der Brust des Lesers nehmend, mit
ihrem Sieg über die dunklen Mächte, die auch die Seele der
kleinen Ivan schon gefährdet hatten.
Gerhard Belburg: „Rumänische Etappe. Der Weltkrieg,
wie ich ihn sah". Wilhelm Köhler, Verlag, Minden i. W.
Ganzleinen R./k 6,—. Es sind die Erinnerungen eines deut
schen Akademikers, der als ungedienter Landsturmmann der
Besatzungsarmee in Rumänien angehörte. Ein Ausschnitt
aus dem gewaltigen Geschehen des Weltkrieges, aber ein Aus-
f0 , ist mit fremdartigem, halboricntali-
-^ä°rleben, nut ernsten und heiteren, romantischen
und idyllischen Szenen, daß man der fesselnden Tagebuchschil-
dcruiig des Verfassers mit Spannung und Vergnügen folgt.
Wilhelm Engelke: Theodor Obermeycr. Roman. Verlag
Georg Wcstermann, Braunschweig. Dieser Roman ist ein
großartiges wc.tangelegtes, genaue Sachkenntnis verwerten-
des Bild der rheinisch-westfälischen Jndustrieentwicklung seit
den neunziger Jahren. * '
œ * lnb bos freut rin' denn ja auch! Lustiges von Arnold
Snsch Leinenband 4,20 9UL Hans Köhler, Verlag, Hamburg
32. Lauter erprobte und zugkräftig befundene Vortragsstückc.
Ģ'" Ņuch voll frischen, derben Humors, der die Sorgen des
Alltags weg,cheucht.
„Die Hilfe der Mutter Natur" von Frau Emmy Schu-
mann. Einfache Augen- und Pendeldiagnose, mit Auqen-
chlusscl und 24 Augeutafeln. Kommissionsverlag Lühe und
Co. Leipzig E. 1. Ein Lehrbuch über einfache Aiigendiagnosc.
Es ist allgemeinverständlich geschrieben und enthält 24 Äugen-
tafeln und einem Augenschlüffel des sid-rischon Pendels.
,àÄ'-sch' wie es der Engländer spricht. Lon P. Bcndhcim.
vertag: P. Bendheim, Mannheim, Kaiserrinq 8. Preis 3 U
SŞffel 1,20 Jl. Dieses Buch soll man vor vielen anderen
willkommen heißen, denn cs gibt wohl kaum eines auf dem
Gebiet, aus dem so kurzweilig zu lernen ist, wie gerade au;
diesem.
Humor des Auslands.
„Welch schönes Kochbuch. Frühstück für zwei
Personen: „Man nehme vier Eier.. ."
(Nach „Jl Travaso".)
dag so lang de Holtschoh
Doch toletz muß he ja rin.
in de Stuv ünncrn Disch
op He Fotmatt.
Aber wat stunn
een Paar
Langschäftige, für son Jung as Hanne. In
een Hurra stört Hanne dor op los, kreeg se
tofaten, keek denn sin Badder un Mudder
an un frog: „Sind datt mien, schall ick de
hemm?" As de Beiden em ganz vergnügt
tonickten, full he sin Oellern um'n Hals un
bedank sick. Aber nu muß he sin Stebeln
ja probeern. Junge, de seeten as angaten.
Un mat kunn he dor in gahn! Datt wär
doch annern Kram as Badder sin groten!
Bergeten wär all de Kummer. De Freud
lüch em so ut de Logen. Un ock sin Badder
freu sick mit em, dach he doch an sin Jungs-
johrn. Em harrst ja nich beter gähn. K. S.
1
3)a& Tilädeia vom ZfCasefatcauch.
Es war einmal vor vielen, vielen Jah
ren an einem schönen Sommertag,- da schick
ten die kleinen Singvöglein eine Abord
nung zum Himmel. Die Abgesandten aber
waren eine Nachtigall, ein Rotschwänzchen
und ein Zeisig, und sie flogen geradewegs
an Sankt Peter vorbei in den Himmel hin
ein. Sankt Peter kam eilends hinterdrein-
gekaufen, schalt auf das freche Vogelvolk und
wollte sie fortjagen, aber der Herrgott
winkte ihm mit der Hand, daß er ruhig fein
solle, und sprach zu den kleinen Böglern:
„Setzt euch auf meine Schulter und erzählt
mir, weshalb ihr zu mir gekommen seid."
Zuerst, wie Petrus so drohend angelau
fen kam, wollte es den kleinen Vöglein angst
und bange werden, als aber der liebe Gott
mit ihnen sprach, wurden sie wieder mutig
und setzten sich ganz zutraulich auf seine
Schulter. Sie erzählten ihm nun, wie sie
und die anderen kleinen Vöglein so sehr ver
folgt würden. „Nicht nur von Raubvögeln
und Wieseln, nein, sogar von Menschen
werden wir getötet," sprachen sie. „Böse
Knaben suchen unsere Nester auf und neh
men die schön gesprenkelten Eier daraus.
Ja, selbst unsere kleinen Vogelkinücr rau
ben sie aus dem Nest und treiben allerlei
Mutwillen damit, bis die armen Kleinen tot
sind. O, hilf und schütze uns vor unseren
Feinden!"
Da nahm der liebe Gott die kleinen
Vöglein in die Hand und streichelte sie und
rief einen Engel,- dem befahl er, mit zur
Erde hinabzufliegen. Da sollte er die Bäume
und Sträucher fragen, welche Waffen sie ha
ben wollten, daß sie hinfort die Nester der
Vöglein besser schützen könnten.
Der Engel nahm die drei auf die Schul
ter, und hui! waren sic schon auf der Erde.
Zuerst flogen sie zu einem milden Rosen-
,rrauch, der voll lieblicher, rosaroter Mos
lem war. Der Engel und die drei Voglern
erzählten ihm, weshalb sie gekommen und
was sie wollten.
Da sprach der Rosenstrauch: „Ich weiß
kein besseres Mittel, als daß ich eure Ver
folgung mit Nadeln und Spitzen bedrohen
könnte."
Auf einmal wuchsen aus all seinen
Zweigen die Dornen hervor, die jeden ste
chen, der seine Hand nach den Vogelnestern
ausstrecken will.
Dann gingen sie zum Schlehenstrauch
und dann zum Mehlbeerstrauch, und auch
hier fanden sie keinen besseren Rat als bei
der Rose. Da wuchsen lange, spitze Nadeln
an allen Aestlein und Zweiglein, und van
da an wurden diese Sträucher Schlehdorn,
Schwarzdorn und Weißdorn genannt.
Als sie nun zum Haselstrauch kamen
und dem sagten, er solle sich auch mit Dor
nen und Stacheln ausrüsten lassen, da
wollte er nicht. Er meinte: „Ihr könnt doch
nicht alle Blumen und Sträucher mit Dor
nen ausrüsten, besonders aber nicht die
Sträucher, die im Walde dicht zusammen
wachsen. Es kann ja dann kein einziger
Mensch mehr durch den Wald gehen. Denn
es gibt doch nicht nur böse Mensch, sondern
auch gute! Ich möchte lieber etwas haben,
womit die guten Kinder belohnt werden
können, und etwas anderes zum Bestrafen
der bösen Buben."
Und siehe da, auf seinen Zweigen er
schienen überall kleine grüne Näpfchen, in
denen saßen süße Kerne, und das waren die
Nüsse. Da freute sich der Haselstrauch und
sagte: „Die sind für die artigen, lieben Kin
der, die an dem Gesang meiner gefiederten
Gäste Freude haben." Dann aber schossen
aus den Aesten und Wurzeln die Hasel-
gerten in die Höhe, so gerade wie Pfeile
und so biegsam wie Sehnen. „Hei," sagte
der Haselstock, „wenn die auf dem Rücken
der bösen Buben tanzen, soll denen schon
die Lust vergehen, Nester auszuplttndetm."
Von dem Tage an gibt es die s>a?-'t„üsse
und die Haselstöcklein.
tfCüfutecsialt
Das stand fest, im Hühnerhof war
etwas nicht in Ordnung. In kleinen Grup
pen standen die Hühner umher und schra-
e
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