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Der Darm verhält sich ganz ruhig. Die Narcose verläuft gut.
Rhythmische Contractionen werden an dem blossgelegten Uterus
nicht beobachtet. Yon einem Contractionsringe ist nichts wahr
zunehmen. Ein Gummischlauch wird ganz lose um die Cervix:
gelegt und mit Köberle zusammengehalten. Hierauf erfolgt in
der Mitte zwischen Tuben an Sätzen der Uterusschnitt, 15 cm
lang, von Fundus beginnend abwärts; er erreicht unten gerade
die Grenze der festen Peritonealhaftung, die eine Handbreit über
der Symphyse sich befindet. Nachdem der Schnitt an einer Stelle
auf die Eihäute gelangt ist, wird er auf der Hohlsonde überall
bis auf diese vertieft, der Eihautsack eingerissen und das Kind
an dem zunächst liegenden Steissende entwickelt und abgenabelt.
Bei der Incision mässige Blutung, während der um die Cervix
gelegte Schlauch nur etwas angezogen wurde. Derselbe wird nun
geknotet. Der Uterus contrahiert sich in inässigem Grade, bleibt
aber schlaff; seine grösste Wanddicke zeigt er in der äquatorialen
Partie. Er wird nun bei noch haftender Placenta (an der hinteren
Wand) invertiert. Die Ränder der Placenta treten stark hervor.
Bei der vorsichtigen Ablösung der Placenta mit der Hand zeigt
sich, dass die Placenta an ihren Rändern mit der üteruswand
zusammen hängt, in der Mitte dagegen durch einen Bluterguss
von einigen Centimetern Dicke schon abgelöst ist. Placenta und
Eihäute werden manuell vollständig entfernt, einige lockere Fetzen
und Wülste der im übrigen fast ganz glatten und fest haftenden
Decidua mit Stielschwämmen abgestreift. Die Innenfläche des
Uterus bis in das untere Segment hinein wird mit Sublimatwasser
ausgewischt. Uterus reinvertirt. Hierauf Uterusnaht mit Chrom-
säurecatgut. Nur der oben dünnere Teil der Wunde wird in
einfacher Schicht und zwar mit 8 tiefgreifenden musculoserösen
Knopfnähten genäht, der übrige Teil dagegen in 2 Etagen, ebenfalls
mit Knopfnähten. Diese liegen alle in Abständen von Vs bis 1 cm
und gehen innen dicht am Rande der Decidua ein und aus. Die
obere Nahtreihe correspondiert mit den Mittelpunkten der Naht-
interstitien der unteren. Es folgt schliesslich eine fortlaufende
Catgutsutur, welche die 7ioch klaffenden Serosaflächen in Falten
aneinander näht. Nach Entfernung des Schlauches blutet es nur
aus dem unteren Wundwinkel und aus einigen Stichcanälen ein
wenig. Die Blutung wird durch einige nachgelegte Suturen
gestillt. Der Uterus bleibt trotz fortgesetzter Massage schlaff,
contrahiert sich höchstens nur partienweise Bessere Contractionen