Full text: Newspaper volume (1930, Bd. 3)

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KreissrrsschuWtzrmg. 
Th. Husum, 11. Juli. In der Kreisausschuß- 
şitzung vom 9. d. M. wurden die vom Landesbau- 
vmt Flensburg ausgeschriebenen Wegebauarbei- 
icn wie folgt vergeben: Nebenweg 1. Klasse von 
Eoldelund—Riesbrick an dis Firma F. und C. 
Matthiefsen in Langenhorn, Nebenweg 1. Klasse 
von Löwenstedt nach Bahnhof Löwenstedt und 
Nebenweg 2. Klasse int Cecilienkoog an die Fa. 
llrbahns u. Clausen in Glüsing. — Mitgeteilt 
tcjrb der Jahresabschluß der Kreiskommunalkasse 
für das Rechnungsjahr 1929, wonach die Rechnung 
mit einem Bestände von 5 776 R^ll abschließt. — 
Beschlüsse der Dorfschaften Hattstedt und Osten- 
feld sowie der Gemeinde Pellworm und Nord 
strand aus Veräußerung von Grundeigentum bezw. 
Abschluß eines Erbbauvertrages werden geneh 
migt. Desgleichen die Beschlüsse der Jagdvorsteher 
von Breklum und Ostenfeld auf Einteilung des 
Gemeindebezirks in einzelne Jagdbezirke auf die 
Dauer von 9 Jahren. — Einer Polizeiverordnung 
kes Landrats auf Sperrung des Weges zu Nor 
den der Dorfschaft Jmmenstedt für den Kraft- 
wagenyerkehr wird zugestimmt. — Dem Land- 
jnann Herwig Bock-Süderhöft wird die Schank 
konzession für die von ihm gepachtete Wirtschaft 
in Winnert erteilt. Abgelehnt wird der Antrag 
des Bäckermeisters Struck in Schwabsiedt auf Er 
teilung der Konzession auf vollen Schankbetrieb. 
— Der Antrag des Schlachters Meinhard Jür- 
genfen auf Errichtung einer Schlachtereianlags in 
Ostenftld wird unter den vom Eewerberat in 
Flensburg gestellten Bedingungen genehmigt. — 
Ehrengeschenke für treue Dienste werden bewilligt 
«n den Knecht Otto Nietsch bei dem Schankwirt 
August Tücksen-Hohenhörn, die Haushälterin 
Witwe Katharine Paulsen, geb. Behrendsen bei 
dem Landmannn Peter Petersen in Hoxtrup. — 
In vier Fällen, in denen von Seiten des Staates 
für die Geburt des 12. bezw. eines weiteren Kin 
des eine Erziehungsbeihilfs von 260 M gewährt 
Worden ist, wird aus Kreismitteln ein Ehren 
geschenk von 100 bezw. 50 3UI gewährt. 
* * * 
Vom Busdorser MehrZrrber. 
Husum, 11. Juli. Die Geliebte des 
Haupttüters der zahlreichen Viehdiebstähle in 
Schleswig-Holstein, des Schlachters Rieper 
aus Schleswig, Frieda Otzen, wurde durch 
die Landjägerei an die Stellen der verschiede 
nen Viehdiebstähle bei Osterhusum, Rosen 
dahl usw. geführt. Sie will sich angeblich 
nicht entsinnen können, ob die dortigen Vieh- 
raubereien auch von ihnen ausgeführt wor 
den sind. 23 Diebstähle sind dem sauberen 
Paar bisher einwandfrei nachgewiesen. 
bu. Wyk auf Föhr, IO. Juli. Daö Jrrfcl- 
Mrsstvusfeft findet am Sonntag, den 20. d. M. 
in der St. Laurentii-Kirche in Süderende statt. 
Die vier Geistlichen der Insel werden Anspra 
chen halten. — Gerichtet wurde am Mittwoch 
nachmittag der große Bau der Angestellten- 
Versicherung, am Utersumer Strand belegen. 
Bordfest. Auf der Reede vor Wyk spielt sich 
am kommenden Dienstag das große Ereignis 
der Saison ab. Die Badeverwaltung veranstal 
tet am Abend dieses Tages auf dem geräumi 
gen und festlich geschmückten Salonschiff der 
Wyker Reederei das übliche große Bordfest. 
Der Badekommissar Erasmi wird auch bei 
dieser Gelegenheit wieder bemüht sein, die 
Gäste und Teilnehmer an dieser seltenen Be 
gebenheit zu unterhalten. Es stehen den Teil 
nehmern äußerst ulkige Stunden in Aussicht. 
Trotz der Größe des Schiffes werden nur 200 
Tarten ausgegeben. 
bu. Nebel auf Amrum, 11. Juli. Schicksals- 
schlag. Die Familie des Kaufmanns Johann 
Schmidt erhielt aus Neuyork die telegraphische 
Trauerbotschaft, daß ihr dortselbst tätiger Sohn 
beim Baden einen Herzschlag erlitt und er 
trunken sei. Diese Botschaft ruft allgemeine 
Teilnahme auf den Inseln Amrum und Föhr 
hervor. — Bo» den Bädern und Erholungs 
stätten Amrums dürste das Bad Norddorf in 
diesem Jahre am besten abschneiden, denn dort 
sind alle Logierhäuser dauernd besetzt. An 
einem Tage kamen gegen 400 Personen an, je 
denfalls eine Rekordziffer. 
nr. Aus Nordfriesland, 11. Juli. Ernen- 
crungsarbeiten. Die bei der Wirtschaft Drei- 
hardseck, in der Nähe Emmelsbülls vor drei 
Jahren errichtete Unterführung der Abfluß 
gewässer aus den beiden Christian-Albrechis- 
Kögen und dem Marienkoog unter dem gro 
ßen Entwässerungskanal des Gotteskooges, 
wird jetzt, weil der Tunnel im vorigen Jahre 
undicht geworden war, wenigstens zum Teil, 
erneuert. Dabei müssen Sprengungen der ge 
rissenen Decke vorgenommen werden. Diese 
recht umfangreiche Abbruchs- und Erneue 
rungsarbett ist der bekannten Tiefbaufirma 
Rohwcr-Rendsburg übertragen. 
ާm KMàLàm. 
Neue Seuchenfälle. 
Schleswig, 11. Juli. Unter den Viehbe 
ständen der Landleute Heinrich Lorenzen in 
Ulsnis, Carl Hansen in Taarstedt und Jessen 
in Kinsballig ist der Ausbruch der Maul 
und Klauenseuche festgestellt. Unter dem 
Schweinebestande des Landmannes Johs. 
Brodersen in Vollingstedt ist die Rotlauf- 
seuche festgestellt. 
r. Flensburg, 11. Juli. Von einem Bul 
len verletzt wurde ein Schlachter auf der 
Viehladerampe in Flensburg-Weiche. Der 
wildgewordene Bulle drückte den Schlachter 
ANS dsU GerrchLsWSN. 
Das Stctril 
i:n Müöchenmor-prozrß. 
15 Jahre Zuchthaus. 
Plön, 11. Juli. Das Hamburger Schwur 
gericht 'verurteilte am Freitag nachmittag 
nach zweitägiger Verhandlung den landwirt 
schaftlichen Arbeiter Fritz Jensen aus Patz 
dorf Lei Plön, der beschuldigt wurde, am 5. 
Oktober vorigen Jahres das Kontrollmädchen 
Auguste Bartmann in deren Wohnung er 
stochen und erdrosselt zu haben, wegen Tot 
schlages, Raubes und einfachen Diebstahls zu 
einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus 
und 10 Jahren Ehrverlust. 
Ein Şchnķşiesik tm Gericht. 
pn. Tarp, 11. Juli. Wohin es führt, 
wenn Schule und Elternhaus nicht harmonie 
ren, sondern einander entgegenarbeiten, zeigte 
ein Gerichtsverfahren gegen einen Landmann 
aus Tarp wegen nicht entschuldigter Schul 
versäumnis seiner Tochter. Dieser hatte 
gegen einen deswegen erhaltenen Strafbefehl 
über 30 ÏRJI Geldstrafe Einspruch erhoben. 
Vor dem Flensburger Gericht, wie auch der 
Schulbehörde gegenüber, machte der Ange 
klagte geltend, datzster seine Tochter vom 
Handarbeitsunterricht, nach seiner Ansicht mit 
gutem Recht, ferngehalten und ihr Privat 
handarbeitsunterricht habe geben lassen, weil 
die Lehrerin seine ungezogen gewesene Toch 
ter ein halbes Jahr lang im Unterricht links 
liegen ließ nnd sich um das Kind nicht küm 
merte. Die Schulbehörde, die den Fall unter 
suchte, entschied nach Anhörung der Lehrerin, 
daß der Beklagte nicht das Recht habe, seine 
Tochter wegen dieses Vorfalls von dem Hand 
arbeitsunterricht fernzuhalten, wenn er auch 
seinem Kinde Privatunterricht erteilen lasse. 
Die Tochter sei gesetzlich verpflichtet, sämtliche 
Schulstunden zu besuchen. Als der Beklagte 
trotz der behördlichen Aufklärung und der 
erfolgten Verwarnung seine Tochter dennoch 
nicht am Handarbeitsunterricht teilnehmen 
ließ, wurde Anzeige gegen ihn erstattet und 
er mit dem erwähnten Strafbescheid bedacht. 
Das Gericht sah in dem Verhalten der 
Lehrerin, wie es nicht anders zu erwarten 
war, eine Pflichtwidrigkeit. Sie sei keines 
falls berechtigt gewesen, das Kind solange 
im Unterricht links liegen zu lassen wegen 
der vorgekommenen Ungezogenheit (Nicht- 
grüßens). Es kam aber trotzdem zur Ver 
urteilung des Vaters, weil er nach Abwei 
sung seiner als unbegründet erachteten Be 
schwerde durch die Regierung sich über diesen 
Bescheid hätte weiter an die höheren Instan 
zen (NegierungspräsidentzUnterrichtsminister 
oder gar Staatsministerium) beschweren müs 
sen, andernfalls hätte er seine Tochter am 
Handarbeitsunterricht teilnehmen lassen müs 
sen. Daß aber der Amtsanwalt nur 50 R,E 
Geldstrafe beantragte und das Gericht in dem 
ausgesetzten, also wohl überlegten Urteil die 
Geldstrafe auf 10 diJl Geldstrafe ermäßigte, 
ließ genügend erkennen, wie es bas Verhal 
ten des Vaters der pflichtwidrig handelnden 
Lehrerin gegenüber beurteilte. 
Wenn man bei Dunkelheit 
ohne Licht fährt. 
tm. Husum, 11. Juli. Der Arbeiter W- 
aus Lunden hatte sich wegen fahrlässiger 
Körperverletzung zu verantworten. Am 
16. Januar ö. Js. beförderte der Angeklagte 
im Aufträge des Kohlenhändlers Sch. aus 
Lunden mittels Pferdefuhrwerks zwei Wagen 
mit künstlichem Dünger nach Neufeld. Tie 
Rückfahrt verspätete sich, so daß der Beschul 
digte erst gegen 6 Uhr aus Neufeld wegfuhr. 
Er fuhr mit zwei zusammengekoppelten Wa 
gen, die nicht beleuchtet waren. Als er sich 
ungefähr 300 Meter jenseits der Bahn befand, 
wurde er von dem Landmann D. aus St. An- 
nen-Damm mit einem Fuhrwerk eingeholt- 
D. versuchte den Wagen des W. zu überholen. 
In diesem Augenblick kam der Schmiede 
meister H. aus Lehe aus einem Motorrad hin- 
ter dem Wagen her und fuhr mit einer Ge 
schwindigkeit von ca. 20 Kilometern in den 
unbeleuchteten Wagen von W. Hierbei zog 
H. sich eine Verletzung insofern zu, als durch 
den Anprall der Dünndarm ritz. Nach Ansicht 
des Sachverständigen aus Lunden waren die 
Verletzungen so schwerer Art, daß er sich wun 
dert, daß der Verletzte mit dem Leben davon 
gekommen ist. Der Verletzte ist noch heute 
nicht arbeitsfähig. Der Zeuge D. unö eine 
F-ran N., die mit D. gefahren ist, sagen ans. 
daß sie den Wagen von W., trotzdem es an 
dem fraglichen Abend ziemlich neblig war, 
in einer Entfernung von 15 bis 20 Metern 
gesehen hätten. Der Verletzte ist den Wagen 
aber erst gewahr geworden, als der Zusam 
menstoß vor sich ging. Er war auch der 
Meinung, daß der Wagen von D. ihm ent 
gegenkam. Der Zusammenstoß wäre nicht 
erfolgt, wenn der Wagen von W. beleuchtet 
gewesen wäre. Die Staatsanwaltschaft bean 
tragte eine Geldstrafe von 100 R.^. Das Ur 
teil lautete ans eine Geldstrafe von 50 R.//. 
Das Gericht stellte fest, daß durch die Nicht 
beleuchtung des Wagens die Körperverletzung 
herbeigeführt sei. Mildernd käme für den 
Angeklagten in Betracht, daß er als ausge 
bildeter Fuhrmann nicht angesprochen wer 
den könne. Auch am Tage des Unfalles habe 
er damit gerechnet, daß er vor Eintritt der 
Dunkelheit zurück sein würde. Im übrigen 
aber müsse das Fahren ohne Beleuchtung bei 
Dunkelheit energisch bekämpft und bestraft 
werden. 
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führt ab, es wirkt sehr 
milde, versuch es, und 
Du bist im Bilde 
so heftig gegen eine Planke, daß er mehrere 
Rippenbrüche davontrug und ins St. Fran 
ziskuskrankenhaus überführt werden mußte. 
— Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich 
auf der Schleswiger Chaussee unweit der 
Stadt. Ein auswärtiger Lastkraftwagen, der 
nach Flensburg fuhr, wollte ein Einspänner 
fuhrwerk überholen. Dabei wurde der Wagen 
von dem rechten Kotflügel erfaßt und umge 
stoßen. Sämtliche Insassen des Fuhrwerks, 
ein Lanömann aus Gammellund, seine Ehe 
frau sowie ein Kellner mit Frau und Tochter 
stürzten auf die Straße. Vier der Verletzten 
wurden in das Städt. Krankenhaus in Flens 
burg überführt. Eine Frau hatte schwere 
Kopfverletzungen, das Mädchen einen Bruch 
des einen Fußes erlitten, während die übri 
gen Personen mit leichteren Verletzungen 
davonkamen. Die Schuld an dem Unglück 
wird dem Kraftwagenführer zur Last gelegt. 
Flensbnrg-Weiche, 11. Juli. Von einem 
wütenden Vnllcn schwer mißhandelt. Bei der 
Vorführung von Rindvieh zur tierärztlichen 
Untersuchung wurde der Arbeiter H. Hansen 
von einem wütenden Bullen angefallen und 
mit den Hörnern schwer mißhandelt. Das wü 
tende Tier trampelte mit den Beinen auf dem 
Bedauernswerten herum, und es hätte nicht 
viel gefehlt, so wäre H. nicht mehr mit dem 
Leben davongekommen. Schließlich konnte man 
ihn dem Bullen entreißen. Durch die dauern 
den Mißhandlungen des Tieres war H. so arg 
mitgenommen, daß er besinnungslos liegen 
blieb. Er mußte mit schweren inneren Beriet- 
zungen ins Krankenhaus geschafft werden. 
Wetterbericht des Ocffentl. Wetterdienstes. 
Der Verfall des westlichen Hochdruckge 
bietes hat weitere Fortschritte gemacht in 
den letzten 24 Stunden. Der Druck in Irland 
ist um 5 bis 6 Millimeter, in Island dage 
gen beträchtlich mehr, nämlich um 8 Millime 
ter, gefallen. In Nordosten dagegen, bei 
Spitzbergen bis nach dem nördlichen Skandi 
navien steigt der Druck. Das Ostseetief ist 
mit der Abschwächnng der Luftdruckgegensätze 
in mehrere Teile zerfallen, von denen der eine 
über dem Skagerrak liegt und dazu beiträgt, 
daß das Wetter bei uns veränderlicher ist als 
in den letzten Tagen. In Deutschland, beson 
ders im Süden, sind überall Regenfälle auf 
getreten. Da die Lebenskraft des baltischen 
Tiefdrucksystems durchaus noch nicht erschöpft 
ist, wird eine Beruhigung des Wetters nicht 
eintreten. 
Einweichen der Wäsche mit Henko erspart Geld, Kraft und Zeit. Henko lockert 
den Schmutz in schonender Weife. Warum wollen Sie sich abmühen, wenn 
Henko ohne Zhr Zutun nachtsüber die Arbeit besorgt? Weichen Sie mit Henko 
ein. Si», werden schneller seriig! 
Auch zum Weichmachen des Wassers sowie zum putzen und Scheuem leistet 
Henko vortreffliche Dienste. 
Bßanjtß Olt fchpn öoe jüngste Erzeugnis fcjLf Pe^ļiàeáe: OSea 1 est's Auķwatch«- &elU.tuM> Reà«gungsmZ.lt«L?
	        
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