123. Jahrgang
SormLag, dsn 13. Juli
viermal wieder }ran Bettler herabsank, bis er schließ
lich jeden Mut zu Unternehmungen verloren hat.
Man kann ihn täglich in den Straßen von Los An
geles sehen, «in armer, von Not und Alter gebeug
ter Mann, der hin und wieder schnell einen Rest von
einer Zigarette oder Zigarre von der Straße aufhebt
und niemanden vernruten läßt, daß er einst einer
der reichsten Männer Amerikas war. ,
eine Schulklasse sich einig geworden ist, den Lehrer
zu belügen, aber ein Schüler macht aus Gewissens-
bedenken nicht mit, wird er nicht sofort der weiße
Rabe sein, auf den die andern hacken? So ähnlich
ist der Christentumshaß. Er ist letzlich ein Trotzen,
wenn sittliche Wahrheit uns straft und geistliche
Hoheit uns beugt, darum aber ein Trotzen gegen
den lebendigen Gott. Daran wird er scheitern. Je
ungebärdiger er sich stellt, um so mehr beweist er,
daß er die innere Ruhe verloren und ein schlechtes
Gewissen hat. »Er ist gericht't".
Wir aber werden uns nicht wundern, noch we
niger verzagen. Ernst ist die Zeit. Ueber die
Christenheit und die Kirche geht ein Gericht: »Das
Gericht hebt an am Hause Gottes/ Aber das Chri
stentum ist und bleibt für alle Feinde ein Stein des
Anstoßes und ein Fels des Scheiterns.
Licht und Wahrheit. Und heute? Wenn denn doch
die, die der Christenheit ihre Sünden vorhalten,
nun selbst um so reiner, uni so züchtiger, uin so
wahrhaftiger und treuer, um so hingebender, pflicht
bewußter, opferbereiter, liebevoller wären, dann
wollten wir ihnen glauben, daß sie für die Wahr
heit eiferten. Aber das sehen wir eben nicht, und
die sinkende Moral unserer Zeit bezeugt das Ge
genteil. Es ist nicht Eifer gegen Mißstände in der
Christenheit, — dem müßten und wollten wir uns
beugen —, sondern Haß gegen das Christentum,
was uns so kalt und feindselig entgegcnweht.
Wie ist dies« Feindschaft zu erklären? Nun, zu
verstehen ist sie leicht. Wer liebt wohl den, der
ihn bei einem Fehltritt überrascht? Wer kennt
nicht das Gefühl des Neides, wenn ein anderer
tüchtiger und besser ist, als wir? Oder wenn z. B.
Sonntagsgedanken.
Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die
Welt hasset (1. Ioh. 3, B. 13).
Es geht heute nicht bloß eine Welle der Gleich
giltigkeit. sondern bewußter Feindschaft gegen das
Ehriftentum, eine Welle des Christen- und Kirchen
hasses durch die Welt. Das trifft nicht bloß für Ruß-
land zu, wo man — wenn auch schlecht maskiert —
geradezu Christenverfolgung betreibt; das gilt auch
für uns. Man lese gewisse Hetzblätter, man höre
gewisse Reden und man staunt über dos Maß gif
tigsten Hasses, erregtester Wildheit, die gegen alles,
was nur christlich heißt, anbrandet. Man achte auf
gewiss« Verfügungen, die z. B. dos Schul- und
Tischgebet, Andachten in staatlichen Anstalten ver
bieten, und man spürt, daß solche Anstürme nichts
Vereinzeltes sind, sondern daß unsre Zeit auf
Kampf eingestellt ist, auf einen Entscheidungs
kampf, bei dein es keine Vermittlung mehr gibt.
Und doch können wir nicht umhin, uns zu
ivundern. Woher doch dieser Haß? Wir meinen es
doch nur gut mit den Menschen! Wir tun ihnen
doch nichts zu leide! Im Gegenteil, christlicher Geist
baut auf, hilft zurecht, wo er kann. Woher denn
dieser Grimm und Haß?
Zwar sollen wir uns nicht.zu schnell in den
Schafpelz des ganz unschuldig Leidenden wickeln.
Vicht alle Bitterkeit, die gegen Kirche und Christen
heit hervorsprudelt, ist unbegründet. Ist z. B. un
sere christliche Nächstenliebe, immer eine Liebe »mit
der Tat und mit der Wahrheit"? Sind die From
men auch immer wirklich die Hilfreichsten? Wird
ņicht auch bei uns oft genug der Pharisäer vom
Samariter beschämt? Und unser Urteilen über
Menschen und Welt, wird es den andern immer
gerecht? Stehen wir Christen nicht oft genug den
Fragen und Nöten der heutigen Menschen eng
herzig und darum verständnislos gegenüber? Und
entsprechen mir selbst denn immer der tiefen Wahr
heit, dem hohen sittlichen Ernst, von dem unsere
Zunge redet? Sind wir, die wir uns Christen
nennen, in unserm Tun und Lassen, unserm Wün
schen und Hoffen, unserm Streben und Streiten
denn wirklich so anders als die andern, die wir
als „Weltkinder" bezeichnen? — Wir Christen von
heute müssen die christenfeindliche Welle als ein
Gericht ansehen, das nicht ohne Recht über uns hin
geht. Das dürfen wir ja nicht vergessen.
Aber das erklärt die uns entgegentretende
Feindschaft doch nur zum Teil. An einer Stelle
jedenfalls zeigte sich solcher Haß geballt und getürmt,
wo er keinerlei Ursache und Anlaß hatte: als man
Jesus kreuzigte. Da handelte es sich nicht um Recht
und Gerechtigkeit, nicht um Mißverständnisse und
Mißverstaudenwerden, da war es nackter Haß gegen
Drollige Geschichten
Er hat es nicht nötig.
Anläßlich einer Verhandlung, die dieser Tage
in Landshut stattfand, gab der Richter seiner
Verwunderung Ausdruck, daß dem Angeklagten
immer von anderer Seite Bier bezahlt worden
sei, und meinte: „Mir hat noch niemand eine
Halbe Bier bezahlt!" Der Angeklagte erwiderte
prompt: „Sie haben das auch nicht nötig, Herr
Richter!"
Ern hoffnungsvolles Schiff.
In einer süddeutschen Tageszeitung war kürz
lich folgendes Inserat zu lesen: Welcher Kapitän
hat die Schneid, mit einem sechzigsährigen Schratt»
bendampfer in den Hasen der Ehe einzulaufen?.
Br. unter M. Z. 18 639 Gst.
Der angeschnittene Affe.
Ein kleines Mädchen besuchte mit ihrem Va
ter den Tierpark Hellabrunn. Sie standen ge
rade bei den Pavianen und ein besonders schönes
Exemplar zeigte den Beschauern seine knallrote,
glänzende Kehrseite, als die Kleine entrüstet aus
rief: „Aber pfui, Papi, der ist ja schon ange
schnitten!"
Eile mit Weile!
Ein Meister in Sonthofen schickte seinen Ge
hilfen per Rad zu einer Arbeit über Land. Der
junge Mann wollte die Zeit noch schnell ausnützen,
um mit seiner Liebsten ein Stelldichein zu verab
reden. Er ging zu einem Telephon-Automaten,
wählte aber in der Eile falsch und wurde un
glücklicher Weise mit seiner Meisterin verbunden.
Die Meisterin, die die Stinime sogleich erkannte,
ließ den ahnungslosen Jüngling ruhig reden, bis
sie schließlich herausplatzte: „Ja mei Lieber, ich
bin doch nit dei Schatz! Ich hab geglaubt, daß
du schon mit der Arbeit fertig bist. Derweil . . .1
Aber wart nur, wenn du heimkommst!"
Kunst und Wissenschaft.
In einem Dorf bei Taufkirchcn fand «in
feierlicher Glockenaufzug statt. Bei der Nachfeier
im Gasthaus erhob sich der Bürgermeister und
begann seine Rede folgendermaßen: „Alles hat
mitgewirkt, auf daß dieses schöne Fest zustande ge
klagt worden. Man konnte ihm nichts nachweisen,
aber seine Laufbahn war beendet. Eine große
Rolle wurde ihm nicht mehr zugeteilt und in einer
kleinen wollte er sich nicht verlieren. Er wandte
sich gänzlich vom Film ab und verdingte sich als
Zeitungsverkäufer. Jeden Abend, wenn seine Tä
tigkeit beendet ist, kommt er in die »Rote Mühle",
wo er in einem kleinen Stübchen die Nacht zubringt.
Dann ist da ein dritter, ein noch sehr junger
Mensch. Er besaß vor zwei Jahren eine der schön
sten Dillen in Hollywood, den elegantesten Rolls
Royce in der ganzen amerikanischen Filuiweit.
Während eines Aufenthalts in Florida lernte er
eine verheiratete Dame kennen, in die er sich über
Hals und Kopf verliebte. Aber diese Herzenssache
kostete ihn sein ganzes Vermögen. Um die Schei
dung mit ihrem Manne durchzusetzen und sie als
Gattin heimzuführen, opferte er Millionen. Und
als die Sache nahe vor dem Abschluß stand, unter
lag sie einem tragischen Verhängnis. Während
einer Autofahrt erlitt die Dame einen Unfall, an
dessen Folgen sie wenige Stunden später starb. Nun
war es um den Künstler geschehen. In seiner Ver
zweiflung wurde er zum Kokainisten. Drei Monate
später war sein Name bei den Filmfirmcn ver
gessen.
Auch Namen bekannter Filmkünstlerinnen sind
hier vertreten. Die interessanteste unter ihnen ist
eine Frau, die ihrem Geliebten Hab und Gut opferte
und die, als er ihrer überdrüssig war, die Lust an
ihrem Leben und an ihrer Kunst verlor.
Zum Schluß sei noch eines Außenseiters Er
wähnung getan, Er gehört nicht zur Filmwelt, st
aber trotzdem in der »Roten Mühle" heimatberech
tigt. Es ist der ehematige Großspekulant William
Stone, der viermal im Leben Millionär wurde und
In einer Seitenstraße von Los Angeles, der
kalifornischen Märchenstadt, befindet sich ein selt
sames Lokal: die „Rote Mühle". Es ist d-^ Nacht
asyl ehemaliger Filmschauspieler und Sch., pieler-
innen. Irgendein widriges Schicksal hat sie hier
her verschlagen, irgendein Verhängnis herausge
zerrt aus der Lichtung von Glanz und Reichtum.
Ruhm und Ehren. Sie sind Strandgut geworden.
Der große Augenblick ist an ihnen rasch vorüber
gezogen. Einige gute Monate, Palast, Auto und
Dienerschaft, dann Absturz, Untertauchen in der
Dunkelheit, Vergessen. Kein Mensch fragt mehr
nach ihnen. Aber auch die wenigsten ahnen die
seltsamen Abenteuer und Schicksale, die sich hinter
diesem jähen Emporsteigen zum Ruhm und ebenso
plötzlichen Absturz verbergen. Nicht alle sind Fa.r-
banks und Chaplins, Garbos und Pickfords, und
wie alle die großen Filmsterne heißen, die uner
müdlich schaffen. Vielen fehlt dazu die Kraft und
die Ausdauer und sie sinken vorzeitig in das Meer
der Vergessenheit.
Einer der Filmstars, die in der „Roten Mühle"
von wenigen Groschen leben, war vor Jahren einer
der begehrtesten Darsteller der Paramount. Durch
eine Sentimentalität, die in der heutigen, sachlichen
Zeit selten ist, wurde er in die Armut gedrängt.
Eines Tages nach seiner Verlobung mit einer armen,
aber bildschönen Stenotypistin entdeckte er, daß ihn
diese mit ihrem Chef betrog. Die Enttäuschung
zehrte so an ihm, daß er ferne Kunst vernachlässigte
und immer seltener beschäftigt wurde, bis er schließ
lich in die Reihen der kleinen Darsteller sank und
endlich gar kein Engagement mehr vermittelt be
kam.
Ein anderer, dessen Name einstmals Weltruf
besaß, war wegen eines Eifersuchtsmordes ange-
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Nach der Einsegnung lassen sie die Särge
hinab, zuerst den großen, dann den kleinen.
Sie stehen gut ausgerichtet nebeneinander in
der Grube. Tann kommt der Hauptmann und
wirft einen Spaten voll Erde hinab. Es pol
tert auf dem Holz. Dann der Leutnant, dann
Horst, dann Vosemüller und dann alle andern
von der Gruppe.
„Adjüs, Krakowka," sagt Schwartzkopf, als
er seine Erde hinabwirft. Tann wischt er
sich mit dem Handrücken über die Augen. Als
letzter kommt Siewers an die Reihe.
„Du hast ja gar nichts auf dem Spaten/
sagt Lesch.
Siewers erschrickt, nimmt den Spaten und
füllt ihn mit Erde. Dann tritt er an den Rand
der Grube. Alle schauen ihn an. Er sicht über
die Gruppe hinweg. Er sieht in die Tannen.
Sein Blick trifft den Pfarrer. Der Pfarrer
nickt ihm still zu.
Weiß er es denn auch schon ... durchläuft
es Siewers heiß. Er senkt den Blick schnell in
die Grube. Links der große Sarg, rechts der
kleine Sarg. Die Hand zittert ihm. Er streckt
sie aus. Die Erde rieselt herab. Es kullert
unten. Dann gibt es ein Poltern. Ter Spa
ten ist ihm aus der Hand gefallen. Mitten
auf den kleinen Sarg.
„Esser . . ." flüstert Siewers totenbleich.
Da kommen sie. Den ersten Sarg tragen
der Leutnant, Bosemüller, Horst, Schwartz
kopf und Geppert. Den zweiten, etwas klei
neren Sarg tragen Wammsch, Stracke, Lesch
und Siewers.
Sie gehen langsam zum rechten Flügel
hinüber. Der Kanarienvogel aus der Schreib
stube fängt zu trillern an.
„Augen geradeaus! Mit Gruppen rechts
schwenkt marsch!" schreit der Hauptmann.
Die Stelle, die sie sich ausgesucht haben,
ist etwa vierzig Meter in den Wald hinein.
Mitten im Laubwald steht dort eine Gruppe
von Tannen. Sie bildet einen Halbkreis.
Sie haben das Strauchwerk ausgehauen. Nun
sieht es beinahe wie eine Gruft aus. Das
quadratische Grab ist einsachtzig tief. Die
Gruppe Bosemüller hat die ganze Nacht bei
Kerzenlicht gearbeitet.
Der Pfarrer wartet bei dem Grab. Er
hat eine Rede halten wollen. Der Haupt
mann hat ihn gebeten, mit Bosemüller zu
sprechen, um einiges über den Charakter und
den Lebensweg der beiden zu erfahren. Als
der Pfarrer bei Bosemüller von den beiden
„Verstorbenen" spricht, sagt Bosemüller, er
wolle erst mit seinen Leuten reden.
„Das müßte Krakowka hören," sagt
Schwartzkopf, „daß er verstorben ist. Er würde
sich einen Ast lachen. Und von dem vielen
Fressen kann der Pfarrer auch nicht gut reden,
oder daß er mir jeden Morgen das Wasser
für meine Schweißfütze geholt hat. Ich weiß
auch nicht, ob er fromm war, er hat nie mit
mir darüber gesprochen. Von Essers Revolver
schnauze kann man auch nicht gut bei einer
Beerdigung sprechen. Was bleibt noch übrig?
Daß es zwei ordentliche Jungen waren?
Nun, das wissen wir doch alle, und die Spat
zen brauchen es nicht zu erfahren."
Bosemüller geht zum Herrn Pfarrer und
bittet ihn um ein Gebet und den Segen
Siewers springt auf ... er sieht ans Esser.
Essers Augen weichen nicht von ihm, sie wer
den noch größer, noch angstvoller . .. Siewers
beugt sich zu Esser.
„Du . . . kann ich . . . kann ich dir . . *
noch etwas tun . . ."
Esser bewegt sich nicht. In seinen Mund
winkeln steht ein wenig Schaum. Die Lip
pen sind schmal und grau .. . aber die Augen
. . . die Augen . . .
Bautz . . . bautz ... ein wüster weißer
Krach, Erdbrocken, Steine. Sie schreien drü
ben. Sie springen aus ihren Trichtern, sie
kommen mit langen Sätzen heran . . .
„Du..schreit Siewers... „ich mutz
... ich kann . . ."
Die Augen ... die Augen . . .
Siewers springt auf... er sieht wild um
sich . >. et stürzt wieder hin . . . er steht aber
mals auf . . . jetzt ist er am Trichterrand . . .
Bautz . . . bautz . . .
Er wendet sich noch einmal um . . . Essers
Augen sind übernatürlich 'groß. Sie sehen
ihn an . . . fassungslos ... ist das der Tod,
der Abgrund, das Bodenlose . . . oder ist es
noch etwas anderes . . .
Siewers drückt beide Hände gegen sein
Gesicht und läuft sinnlos davon.
Gruppe Bosemüller.
Ter große Roman des deutschen Frontsoldaten
von Werner Beumelburg.
Wwwummm . . . wumm . . - krach . . .
hinter ihnen liegt eine Barriere aus Eisen
und Qualm. Flämmchen zucken. Es heult
und kreischt schauderhaft. Rechts von ihnen,
vielleicht achtzig Meter entfernt, sieht man
einen Trupp von etwa zehn Franzosen. Sic-
wers nimmt das Gewehr.
„Um Gottes willen nicht schieben... du
verrätst uns ja . . ." ruft Esser verzweifelt
und greift nach seinem Arm. „Wir sind doch
ganz allein. Erich ... so höre doch . .
Siewers feuert. Er setzt ab, sieht hinüber,
Sielt abermals und drückt ab.
Tack tack tack ... tack tack .. . tack tack
tack . . . sss fff ... tack tack - ssi ib sss . . .
ds zischt um ihre Köpfe wie Hagelschlag.
„Komm!" schreit Esser. Er springt auf.
Tack tack tack . . . sss sss sss . . . Esser fällt
Zurück in den Trichter.
„Was hast du?" ruft Siewers, der gerade
wieder gefeuert hat. Esser legt sich auf den
Ņiicken. Sein Gesicht verfärbt sich gelb. Er
starrt Siewers mit großen Angen an.
„Was hast du?"
„Da unten ... im Bauch . . ." flüstert
Esser. Mehr kriegt er nicht hervor. Die
Augen weichen nicht aus Siewers Gesicht.
Siewers greift nach seinem Berbandpäckchen
- . . ach, was ist denn damit zu machen . . .
er sieht umher. Esser folgt jeder Bewegung
wit den Augen. Das Gesicht ist ganz unbe
wegt. Nur wird es immer kleiner und gelber.
Bautz . . . bautz . . . krach ... die Fran
zosen sind auf dreißig Meter heran und wer
ten Handgranaten.
Tack tack tack . . . sagt das Maschinenge-
Bosemüller und seine Leute verlassen die
Front und betreten die kleine Bude neben
der Schreibstube. Man hört nur das ge
dämpfte Klappern ihrer Stiefel. Horst geht
hinter ihnen her. Auf einmal verläßt auch
der Leutnant seinen Platz und folgt der
Gruppe.
Man hört drinnen aus der Bude Ge
räusch von Brettern. Dann wird etwas ange
hoben.
„Augen rechts!" schreit der Hauptmann.
Fast klappt seine Stimme über. Die Köpfe
fliegen. Der Hauptmann hat die rechte Hand
am Stahlhelm-
Es wird wieder an der Artillerieschutz
stellung gearbeitet. Die Division hat auf ein
mal entdeckt, daß es mit den rückwärtigen
Stellungen sehr im Argen liegt, und daß man
in dem Falle, wenn einmal der Franzmann
über das Fort kommen sollte, eigentlich über
nichts verfügt, um ihn aufzuhalten. Hei, da
hagelt es Divisionsbefehle, da werden Karten
gezeichnet, da werden Materialanforderun
gen geschrieben, da gibt es Termine . . . „bis
zum soundsovielten ist das Veranlaßte zu
melden."
(Fortsetzung folgt.)