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kommen ist. Kunst und Wissenschaft. Kunst, weil
jeder to hat, was er konnt hat, und Wissenschaft,
weil jeder davo gwißt hat."
Der Sachverständige.
Ein braver Familienvater in Pfaffenhofen
hatte sich ein Schwein angeschafft. Dem Metzger,
der nebenan' wohnte, war aufgefallen, daß sein
Nachbar das Schwein nur jeden zweiten Tag füt
terte. Schließlich richtete er einmal die Frage an
ihn, warum er denn Las mache. „Ja, Wissens",
antwortete der Schweinebesitzer, „damit der Speck
schön mager durchwachsen wird."
Das bestandene Examen.
Einöde: Deutsch-saarländische Grenze — fran-
şşiche Zoll station: „'aben Sie nix zu verzollen?"
— „Nein." — „Was in der Kiste?" — „Eine
Ziehharmonika." — „Neu?" — „Nein." — „Dann
müssen Sie können spilln . . . Spilln Sie!" Der
Reisende nimmt seinen „Quetschbalg", und dann
tönt es in mächtigen Akkorden durch die Zollhalle:
„Deutschland, Deutschland über alles . . ." Der
französische Zöllner konnte dem Reisenden nicht
schnell genug versichern, daß er passieren dürfe.
Bunte Welt.
Eine liebenswürdige Absage.
Die Direktion der Bernina-Bahn hatte durch
ein Inserat in der „Frankfurter Zeitung" eine jour
nalistisch erfahrene Dame gesucht, die während der
Sommermonate dort für Propogandazwecke Auf
nahmen machen und kleine Skizzen schreiben könnte.
Wer die Schönheiten dieses.herrlichen Fleckchens
Erd« kennt, wird sich vielleicht nicht allzusehr wun
dern. daß sich nicht weniger als 400 Damen und 80
Herren um diesen gewiß verlockenden Posten be
worben haben, und alle diese 400 Damen und 80
Herren erhielten den nachfolgenden reizenden Brief:
„Wie sehr leid ist es uns, nur eines aus allen
den vielen freundlichen und gut bis sehr gut qua
lifizierten Angeboten berücksichtigen zu können! Am
liebsten würden wir alle ca. 400 Bewerberinnen
und 80 Bewerber engagieren, um alle mit Stift
und Camera an unserer schönen Bahn nach Her
zenslust schreiben und knipsen zu lassen.
Aber das kann ja leider nicht sein. Und so
müssen wir zu unserem Bedauern auch an Sie die
Mitteilung ergehen lassen, daß die Wahl, welche
mehr einer Verlosung glich, nicht auf Ihre geschützte
Person gefallen ist.
Es bewegt uns, Ihnen keinen Ihren Wünschen
näher kommenden Bericht geben zu können und
bleibt uns noch die Pflicht, für Ihre Mühewaltung
angelegentlich zu danken."
Macht hier nicht wirklich der Ton die Musik?
Moderne Bettler.
Das Neueste auf dem Gebiete der Bettelei lei
sten sich jetzt zwei Männer und eine Frau, die auf
einem Motorrad mit Beiwagen die Ortschaften der
Umgegend von Berlin abklappern. Sie kamen die
ser Tage nach Königswusterhausen. Vor einem bes
seren Gasthof mochten sie Holt, bestellten sich Kaffee
und verzehrten dabei in aller Gemütsruhe mehrere
Butterbrote, welche die Frau aus einem Sack her
vorholte. Darauf wurde die Stadt in Reviere
eingeteilt, und eiligst machten sich die beiden Män
ner auf den Weg, Trepp auf. Trepp ab. Nach
etwa drei Stunden war die Arbeit getan; mit Eß-
waren, Kleidungsstücken und Geld beladen, kamen
di« „Kunden" in die Gastwirtschaft zurück. Dort
vis AtlantiKmädels.
Roman von G. Meerstedt.
18) (Nachdruck verboten.)
Oben aber in den Zimmern, wo Henry Smith
artig nach einer kleinen Exkursion mit Herrn Best
horn, die dem Hause an der Eppendorfer Landstraße
gegolten hatte, auf seine Gattin wartete, sagte Frau
Aida ironisch: „Der Junge scheint eine deutsche
Liebschaft zu haben, die unseren Heiratsplänen nicht
förderlich ist. Und Frau Aida begleitete das Wort
deutsch mit einem besonderen Lächeln.
Heinrich Schmidt aber stand noch unter der Be
haglichkeit des Abends zwischen den beiden alten
Schwestern, zu denen ihn Herr Besthorn nicht ohne
Kriegslist geführt hatte. „Liebe Aida", sagte er, „:ch
hatte mir Ellen Besthorn auch deutscher vorgestellt.
Aber immerhin wäre Hal der Mann, der eine \ ;aa
erziehen könnte. Ich werde morgen mit ihm reden."
Da rauschte Frau Aida hinaus, als sei Hein
rich Schmidt ein Läufer, über den sie hinwegschritre.
Am nächsten Tage eröffnete der Zirkus Dia-
belli, von Berlin kommend, in Hamburg seine Spiel
zeit. Als Hauptattraktionen brachte er das Tänzer
innenpaar Mary und Heia, moderne Grotesktänze,
und Leopold Egg, den Schul- und Kunstreiter, m't.
Und gleich am folgenden Tage setzte Mary das
Warenhaus Goldtree in Nahrung und verband da
mit verschiedene Zwecke. Emma! hatte sie Kitty,
als fi: 'le ch rar rer Ankunft ihre Eltern be
suchte, ruchl ich-:. .i.:nen, weil sie ja zu der Zeit,
wo Kitty frei war, im Zirkus sein mußte. Dann
wollte sie Hannelore die Hand drücken und sich nach
ihrem Werftarbeiter erkundigen, den das Mädel
in keinem Briefe zu erwähnen vergaß. Und dann
gedachte sie sich auch in berechtigtem Stolze den
anderen bei Goldtree, die sie kannten, zu repräsen
tieren. Auch an Herrn Goldtrees Kontortür wollte
sie klopfen, weil der sich so unglaublich anständig zu
Kitty benahm. Er hatte chr am ersten Januar
zwanzig Mark zugelegt, s > daß sie jetzt das fürst
liche Gehalt von einhundert Reichsmark bezog. Und
an Herrn Leiftgang, wenn es sich irgendwie machen
ließ, gedachte sie auch nicht vorüberzugehen. Er
war ja, seligen Angedenkens, auch meist nicht an chr
wurde Kasse gemacht; das zusammengebettelte Geld
wurde der Frau übergeben, die den 'Betrag in e:n
Buch notierte. Nachdem die Zeche bezahlt worden
war. bestiegen alle drei ihr Motorrad, und fort
ging's in sausendem Tempo noch Mittenwalde, das
in etwa 15 Minuten erreicht war. Nach kurzer Rast
ging das Bettlertrio wieder an die Arbeit. Jeden
falls schien die Frau dort gute Kundschaft zu haben
— sie legt auch Karten —, denn hier arbeitete sie
mit, und das Motorrad wurde unter Aufsicht eines
der Männer zurückgelassen. Nach ein paar Stun
den war auch dieses Städtchen abgegrast und das
Trio konnte noch einen dritten Ort, den es mit dem
Motorrad rasch erreichte, mit seinem Besuch „be
ehren".
Ein sonderbares Quartett.
Vor dem Schwurgericht in Tours entrollte sich
jüngst eine der tollsten Geschichten, die je die Ge
müter dieses gesegneten Landstrichs beschäftigt ha
ben. Der reiche, allgemein bekannte Gutsbesitzer
Leon Bouchaud war des Mordversuchs an seiner
Frau Rachel angeklagt. Keine außergewöhnliche
Anklage mehr, da so etwas in Frankreich alle Tage
vorkommt. Bouchaud zählt über 70 Lenze und Ra
chel einige über 30. Auch das ist nicht ohne Beru
fungsfälle. Was aber neu war an der Geschichte,
wurde vor Gericht erst bekannt und bestand in einem
regelrechten Vertrag zwischen Bouchaud und Ra
chel, in dem der Mann seiner Frau in aller Form
einen Freund erlaubte. Und dieser Freund wurde
denn auch in dem Bauunternehmer Hette, einem
stattlichen Vierziger, gefunden, der ebenfalls verhei
ratet ist und, wie das Gericht feststellte, mit einer
jungen, weit hübschern Frau als Rachel. Hette war
von den Eheleuten darauf aufmerksam gemacht wor
den, daß ihm auf Grund des zwischen ihnen abge
schlossenen Vertrages aus dieser Geschichte keinerlei
persönlicher Schade erwachsen könne. Als er gleich
wohl nicht umhin konnte, Bedenken zu äußern,
meinte der alte Bouchaud: „Was wollen Sie, so ist
das Leben! Man muß mit seiner Zeit gehen."
Wohl widersetzte sich Frau Hette im Anfang, in die
sem merkwürdigen Viergespann mitzuwirken. Aber
Vater Bouchaud sagte ihr, was er zu ihrem Gatten
gesagt hatte: Seien wir modern! . . .
Eine Zeitlang ging alles gut. Die beiden Paare
lebten in der denkbar größten Einigkeit fröhlich in
ihrer französischen Landschaft. „Um den Frieden
bei mir zu haben", erklärte Bouchaud den Geschwo
renen, „gab ich meinem bösen Hausdrachen einen
jüngeren Mann und dachte, das wird sie beruhigen!
Und weil bei ihr nur etwas „Geschriebenes" gilt,
machte ich den Vertrag." Um ihm seinen Frieden
ganz zu geben, reiste Rachel mit Hette eines Tages
nach Paris. Bouchaud wußte sich aber zu helfen;
er bestieg mit Frau Hette ebenfalls den Zug, um in
der Hauptstadt die beiden Ausreißer wiederzufin
den. Das gelang denn auch, und bei einem vor
trefflichen Mahl wurde Versöhnung gefeiert. Und
das Quartett gewann in Eintracht wieder die heimi
schen Penaten. Nachts aber fiel dem Vater Bou
chaud etwas ein: er begab sich an feinen Schreibtisch
um sein Testament wieder einmal zu lesen. Es war
nicht zu finden; desgleichen fehlten zwei wichtige
Briefe. Rachel hatte die Schriftstücke entwandt.
Da überkam Bouchaud der Zorn, er griff nach dem
Revolver. „Mein Revolver", so erklärte er den
Richtern, „war kein Glanzstück. Ich wußte gut ge
nug, daß ich damit meine Frau nicht töten würde."
Die Verwirrung der Geschworenen vor der Merk
würdigkeit des Falles war so groß, daß sie rin
vorübergegangen, ohne ihr einen Nasenstüber zu
versetzen.
Und Mary erledigte ihre Kommissionen prompt.
Der erste, der der eleganten Dame im Pelz
mantel entgegenkam, war Herr Leisegang. Er be
grüßte Mary mit einer ttefen Verbeugung und er
kundigte sich noch den Wünschen der Gnädigsten. Und
dann, als er zwei spöttisch blitzenden Augen begeg
nete, stutzte er: „Ja, aber den Vogel kenne ich doch.
Darf ich meinen Augen trauen — Fräulein Mary?"
„Jawohl, mein lieber Leisegang, das dürfen
Sie —" Mary hält die Nase ziemlich hoch in die
Luft — „und denken Sie mal, vor knapp fünf Mi
nuten habe ich noch an Sie gedacht. Auf dem Rat
he ,'smarkt pickte nämlich eine alte Krähe — rauf,
runter — rauf, runter —. Das sah sehr drollig
aus. Genau so, als wenn Sie komplimentieren,
lieber Leisegang —"
Leisegang schäumte. „Dr Chef zugegen, lie
ber Leisegang? Nein? Verreist? Na, auch gut.
Werde ein andermal wieder vorsprechen."
Mary wandte sich der Abteilung Damen-
strUmpfe zu, die sie jahrelang bedient hatte. „Kitty,
Kleines, guten Tag!"
„Ich muß aber sehr bitten, meine Dmen —“
Herr Leisegang war an den Verkaufstisch getreten
— „Um ein Stück Kaugummi, Herr Leisegang?
Kaugummi macht schweigsam. Und nun ein hal
bes Dutzend Strümpfe, Kitty, Spezialmarke Gold
tree. Lieber Leisegang, man wünscht Sie da ganz
Mitten —"
Und Kitty dankte — dankte — Mary für das
warme Plätzchen. Und für all die Behaglichkeit —
beinahe hätte sie sich auch noch für Mutter Barg
mann bedankt —. „Und wie geht es Heini?" fragte
Mary. „Dnk dir mal, Mary, er hat abgemustert
und besucht schon jetzt die Seen.. :nsschule wegen
des Käpitänpatents."
„Und dann wird natürlich geheiratet. Kinder,
wir Atlantik-Girls sind wie ein Topf mtt Erbsen
gewesen, die ins Trudeln gekommen sind. Heut sind
wir wohl kaum wieder zusammenzukriegen—"
Um die Ecke schaute Hannelore. Blaß.. Traurig.
„Ich habe gleich Mittag, Mary, begleitest du mich
ein Stück?"
Und Mary wartete draußen in der Mittags
helle in ihrem wunderschönen Pelz mit der feschen
Kappe. Ganz Star. Aber einer ohne Blasiertheit.
Nichtschuldig aussprachen. Bouchaud. der im Ge
fängnis überdies sich ein ansteckendes Leiden zuge
zogen hatte, machte einen dermaßen bemitleidens
werten Eindruck, daß man davon absah, chn nach
Guyana zu schicken, und sich mit dem Bewußtsein
begnügte, daß die allgemeine Lächerlichkeit, der er
verfallen ist, eine hinlängliche Strafe sei.
Zum Lächeln und Lüchen
Anzüglich.
Förster: „Sie glauben gar nicht, wie klug der
Hund ist, er versteht jedes Wort, welches ich
spreche."
Bekannter: „Glaubt er Ihnen auch?"
Ihre Rolle.
Herr (zum Theaterdirektor): „Welche Rolle
spielt denn Fräulein Rudolphs in dem n-uen
Stück?"
„Die Titelrolle soll sie nicht spielen, darum
spielt sie die — Beleidigte."
*
Sport genug.
„Kommen Sie morgen zu unserem Turnfest.
Herr Pfeffersack?"
„Nee, danke! Ich habe im Geschäft die ganze
Woche über sowieso Turnübungen genug!
Wenn ich morgens dis Mahnungen sehe, klet
tere ich die Wände hoch, wenn mal durch Zufall
'ne Bestellung eingeht, steht das ganze Kontor
Kopf und schlägt Rad! Die Kunden springen ab,
die Wechsel laufen und die Ware wird geschleu
dert! Und überhaupt stehe ich mit dem ganzen
Laden dauernd auf der Kippe!"
Zweierlei.
Na, alter Junge, dir geht es gut, wie? Viele
Aufträge?
O ja, Postaufträge!
*
Vorschlag zur Güte.
Bräutigam: Sage mal, Liebling, würdest du
gerne einen Alaun mit einem Auge heiraten?
Braut: Wie kommst du zu dieser Frage?"
Bräutigam: Dann laß mich deinen Schirm
tragen!
*
Boshaft.
Das Bad hat mich ungemein erfrischt; ich
fühle, daß ich ein ganz anderer Mensch geworden
bin!
Na, das freut mich für Sie!
*
Ein höflicher Mann in der Badeanstalt.
„Entschuldigen Sie, mein Herr, habe ich
vielleicht schon einmal das Vergnügen gehabt,
Ihre Bekanntschaft zu machen?"
„Nicht, daß ich wüßte!"
„Ich dachte nur, weil Sie gerade dabei
sind, mein Hem anzuziehen!"
*
Schwaches Gedächtnis.
Die jung verheiratete Frau wird häufig von
ihren Freundinnen deswegen durchgehechelt, weil
sie stets einen Schwanz von Verehrern an ihre
Fersen fesselt. So beliebt sie bei den Männern ist,
so böse Blicke erhält sie von ihrem eigenen Ge
schlecht. Jüngst steht sie wieder einmal in einer
Ihre Kolleginnen von früher gingen vorüber. Teils
neidisch, teils neidlos. Alle können ja auch nicht
aus dem gleichen Stoff fein.
Und dann kam Hannelore. „Na, Kleines, knurrt
deine Mutter wieder? Ist ihr der Schwiegersohn
nicht vornehm genug?"
„Ach, Mary —!" Und dann kam die Geschichte,
über die Hannelore schon zwei Tage und zwei
Nächte nachgedacht hatte. Was sie festhielt, war im
mer nur das Bild. Dr Text dazu fehlte ihr.
„Merkwürdig," sagte Mary, „solltest du dich
da nicht doch vielleicht verguckt haben? Mit einem
Mädel allein, das wollte ich noch glauben. Aber
Privatauto. Zwei feudale Mütter offenbar —. Dis
Geschichte weiß ich wirklich nicht hineinzukriegen —*
„Mutter ist auf dem Kirchhof, Mary. Vater
hat heute Geburtstag, da trägt sie ihm einen Blu
mentopf hin. Ich bin jetzt so ungern allein in der
Wohnung. Leiste mir für die eine Stunde Gesell
schaft," bettelte Hannelore.
Und Mary ging mit.
Dicht bei dem Hause, in dem Hannelore wohnte,
überholte sie ein Kraftwagen. Ein elegantes Ge
fährt. An der kleinen Scheibe an der Rückwand des
Wagens tanzte luftig zappelnd ein groteskes Nig
gerlein von der Jazzband.
„Ds Auto, Mary!" Hannelore preßte Marys
Arm.
D hielt der Wagen vor dem Haufe, in dem
die Prätortuffens wohnten.
„Schnell, Hannelore!" Mary hotte plötzlich
das Gefühl, als ob sie sich sputen müßten.
Als der Chauffeur die Tür öffnete, waren die
Mädels auch am Haufe. Eine königlich Erschei
nung schob sich heraus, die sofort ihr Lorgnon in
Erscheinung treten ließ, und spöttisch die Hauswond
maß. Von oben nach unten Und von unten nah
oben. Die beiden anderen Dmen schloffen sich
dieser Abschätzung an. Di« junge lachte hell und
wie amüsiert.
„Die drei Dmen", flüstert« Hannelore. D
zog Mary sie schnell durch die Haustür auf die
dunkle Treppe.
D>e drei Dmen waren auch ins Haus getreten.
Sie unterhielten sich nicht eben leise.
„Das ist wirklich das Idyll, das ich Hal zu-
ttaute," sagte die junge, anmaßende Stimme. Ich
bin wirklich begierig, wie sich die Sache weiter eni-
Eefellschaft in einem Kreise von Anbetern und
zieht ein Spitzentaschentuch heraus, in dem sich ein
Knoten befindet. „Was ist denn das?" Er sollte
mich gewiß an etwas Wichtiges erinnern." Aber
ihr kokettes Lächeln erstarrt, als sie hinter sich eins
alte Dame sagen hört: „Der Knoten sollte Si«
wahrscheinlich daran erinnern, daß Sie verheiratet
sind!"
Schach-Ecke.
Geleitet von Schachmeister Brinckmann.
Kiel. Holtenauerstraße 228.
l'Amckr an d. Adresse.)
Aufgabe Nr. 4.
von Konrad-Erlin-Wien.
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Weiß: Kb3, Dd3, Se8, Td5, Bb6, f6, g3, h4 (8)
Schwarz: Ke6, Td7, Le8., Bb7, e5, f7, h5 (7)
Matt in 2 Zügen.
Partieteil.
Eine wilde Jagd.
Weiß: (Rohweder-Kiel) Kgl, Dd2, Tel und hl, Lb2,
Sc3 und k3, Bc2, k2, g2, dh.
Schwarz: (Herr X....) Kg8, Dc7, Tc8 und k8, La6
und b4, Ba7, bö d5, e6, f5, g6, h7<
Kürzlich in Kiel gespielt.
1. TelXel Lb4Xc3
2. Lb2Xc3 Dc7xc3
3. Dd2Xd5 La6—c4
Schwarz läßt getrost das Abzugsschach zu, weil
er sich feisten Gewinn davon erhofft. Hätte er
jedoch nur schimmerhaft geahnt, was ihm noch
blüht, dann würde er wohl mit Tk7 allen Gefahren
den Weg verrammelt haben.
4. Te6Xg6-f- Kg8—h8
5. Dd5—d7 h7Xg6
6. Sf3—d4! Dc3—el +
Nachöem er den Brocken auf g6 verschluckt hat,
stürzt er sich jetzt mit Lust in einen Schach-Schach-
Angriff.
7. Kgl— h2 Del—e5+
8. f2—f4! De5Xf4-j-
9. g2—g.3 Df4—f2-f
10. Kh2—h3 Lc4—fl +
Und die Hetzjagd, die nunmehr einsetzt, sollte
der weiße König, ohne Schaden zu nehmen, über-
stehen?
11. Kh3— h4 g6 - g5+
12. Ķh4-h5 Lfl— e2-f
13. Kh5—g6
Mit einer ihrer Würbe nicht ganz entsprechen«
den Eile ist die weiße Majestät flüchtend über's
Brett gerannt. Nun aber, wo sie ihrem Antipode»
von der schwarzen Partei Aug in Auge gegenüber
steht, erwacht in ihr wieder das Gefühl ihrer
Macht und Bedeutung.
t3. — Tf8—g84-
14. Dd7-g7+! Tg8+g7+
15. h6Xg7+ Kh8—g8
16. Thl—h8. Matt.
wickelt, wenn nur ohne Schädelbruch die Treppe
pasjiert haben. Hal ist wirklich ein unglaubliche!
Junge, Mrs. Smith. Ich glaube fast, daß wir uns
auf eine Ueberrafchung gefaßt machen müssen — v
„Sein deutscher Vater", sagte Mrs. Smith.
Und ihre Stimme klang hart und lieblos. Beinahe
wegwerfend. „Man wird den Jungen zur Ver
nunft bringen müssen, wenn er sich etwa vergessen
haben sollte."
Hannelore zitterte an allen Gliedern. „Schnell
den Schlüssel, Hannelore!" kommandierte Mary.
Und als sie drin auf dem schmalen Flur standen:
„Und jetzt bin ich du, Hannelore, und nicht gemuckst!
Dn dreien, die die Treppe heraufkommen, bist du
kleines Schaf doch nicht gewachsen."
Ds w>ar ganz Mary, die beim Schopf packte,
was ihr reformbedürftig schien. Und die drei schie
nen ihr ganz danach angetan, als könne man sich
ihnen nur in geschlossener Kolonne und mit dop
peltem Berliner Mundwerk nahen.
Die alte Türglocke schebberte und schüttelte sich
„Halt, erst eine Anstandspause, ehe wir öffnen.
Ds steht besser aus und verwöhnt nicht so."
Mary drückte die Klinke herunter und schlug
dir Tür zurück.
„Hier wohnt Mr. Smith?!" Me Dame m't
dem Lorgnon trat als Sprecherin auf. Sie sprach
so, wie ihre Augen das Haus gemustert hatten.
„Sie haben eine Bestellung an Herrn Smith zu
machen, gnädige Frau?" Mary spricht ganz ruhig,
aber sie „jammelt ihre Truppen zum Angriff."
„E:ne Bestellung?" Das ist die helle, anmaßenor
Stimme der Jungen. „Rein, Beste, wir wünsche»
nur Mrs. Smiths Quartier zu sehen."
Mary gibt Hannelore ein Zeichen, sich zurück-
zuzieheu.
„Und wie darf ich wissen, gädiges Fräulein,
ob Sie von Mr. Smith ermächtigt sind, fein Zim
mer zu besichtigen? Hamburg ist Großstadt, und
es kommt so allerlei vor — Sie verzeihen — 1
aber —" Mary lachte innerlich, Leute, die sich meh!
einbilden, als sie sind, aufzuputschen, ist ihre Spe
zialität —.
(Fortsetzung folgt.)